PIRATEN werden gehypt, FDP wird geschlachtet

Nachlese zur Berlin-Wahl

Könnte mir in den Hintern beißen, dass ich nicht vor den PIRATEN gewarnt habe. Manch einer hatte vielleicht noch in Erinnerung, dass ich selbst die Truppe bei den Bundestagswahlen gewählt habe! Aber wer das auf diesem blog nachliest, wird merken, dass das im wesentlichen der Freude geschuldet war, dass sich ein Ober-Pirat damals der Political Correctness verweigert hat. Und was sehe ich jetzt bei den Fotos von der Siegesparty in Berlin: Da ist tatsächlich ne Frau am Jubeln, die ansonsten immer auf unseren Veranstaltungen auftaucht. Mein Gott, bin ich schuld?

Deshalb klipp und klar: Finger weg von den PIRATEN! Die haben von ARD/ZDF mit Recht die Farbe orange zugeteilt bekommen. Das ist orangene Revolution a la Soros, nix anderes … Die Nerds und Nerdinen sind so verpeilt, dass sie ein leichtes Opfer sind für Unterwanderungen durch Dienste jedweder Couleur. Die typisch Berliner Mischung aus Dagegensein, Spaßhabenwollen und keine Ahnung von Nix … Umherschweifende Haschrebellen, eine Mischung aus AnarchistischePogoParteiDeutschland (APPD) und „Die Partei“ der Titanic-Schwurbelköpfe … Das beste, was man von denen erwarten kann, ist, dass sie nichts auf die Reihe bekommen und schneller auseinanerlaufen wie früher die Gurken-Fraktionen der DVU … Aber sie können auch viel Schaden anrichten. In der FAZ lese ich heute, dass sie fordern, dass im Personalausweis kein Geschlecht mehr eingetragen werden soll, weil das ja eine Zwangskategorie sei … Erscheint logisch, denn die Typen hängen ja ständig im Netz rum und gendern dort dann mit Aliassen und Avatars herum, bis sie nicht mehr wissen, dass zweierlei Kleider im Schrank hängen.

Der Mainstream bläst zur treibjagd auf die FDP. Schuld am Wahlergebnis sei ihr „antieuropäischer Populismus“. Eine dreiste Lüge! Die FDP wurde abgestraft, weil ihre völlig richtige Kehrtwende gegen den Euro-Wahn viel zu spät kam und zu inkonsequent ist. Die Partei ist schlicht unglaubwüdig, bevor nicht ein paar Köpfe rollen. Man musste sich nur mal anhören, wie der Lindner gestern in der „Elefantenrunde“ herumgeeiert hat. Skeptisch gegenüber der Griechenland-Hilfe, aber Ja zum ESM? Wer soll das kapieren? Die Griechenland-Hilfe (in Wahrheit: Bankenhilfe) ist schlimm, aber der ESM verewigt das bail-out und ist damit noch schlimmer. Die FDP kann aus dem Loch kommen, aber dann nur mit klarer Ansage: Kein Cent für „Griechenland“, kein Cent für ESFS, kein Cent für ESM, keine Euro-Bonds und keine Staatsanleihenkäufe von den EZB! Kein Cent für das bankrotte Euro-System mehr! Und zur Sicherheit schon mal die Umstellung auf die D-Mark vorbereiten …

 Wenn die FDP das nicht schnell hinkriegt, wird sie mit Recht untergehen.

85 Kommentare zu „PIRATEN werden gehypt, FDP wird geschlachtet

  1. As a more distant observer I can agree with JE that the „Pirates“ remind me of the last fantastic nonsense action movie „Pirates of the Carribean“ .
    Nothing serious, but, indeed, easily to be used as verhicle for infiltration..Not far from the first so called opposition youngsters in Benghazi or Cairo.

    And the FDP? It has no core belief. It is not authentic. It lacks credible determination. And it lacks leadership. And it will soon lack money. There is nothing to save. The good minds there sgould try to start a new company. Maybe with Henkel and Hankel, Starbatty and some younger guys from the (nation oriented) Left. In order to prove that they are not the old cronies of banking gamblers.

  2. Ein Schäffler macht noch keinen Frühling! Uns Leser forderten Sie unlängst auf, in die FDP einzutreten, um am Mitglieder-Entscheid teilzunehmen. Wenn der dazu führt, daß die Regierungskoalition auseinanderbricht, ist die FDP endgültig vom Fenster weg (Muitti-Mörder!) und die Eurobond-Befürworter kommen an die Macht. Man müßte einmal die Herkunft der Parteispenden analysieren, um zu sehen, ob sich die FDP die von Ihnen geforderte Neupositionierung wirtschaftlich leisten kann. Groß-, Export- und Finanzindustrie stehen ja hinter dem Euro..

  3. Oho…vor einem Jahr haben Sie denen noch empfohlen „die Säbel zu ziehen“, und das zu Recht.
    Nun ja, eine demokratische Entscheidung ist es allemal, obs einem passt oder nicht. Die Piraten wissen anscheinend selbst nicht, wie ihnen geschieht. Der Typ, der gestern im Fernsehen auftauchte, sah wie ein Langzeitstudent aus, dabei ist er schon 33.
    Nicht dass ich denen allzuviel zutrauen würde. Zur Erinnerung: die Schill-Partei bekam in Hamburg 2002 fast 20 %. Und wo sind sie jetzt? Kein Mensch redet mehr von denen. Die Piraten werden endweder vernünftig werden oder sang- und klanglos Schiffbruch erleiden.

    Das mit dem „antieuropäischen Populismus“ fand ich auch eine nicht gerade intelligente Aussage.

    Es freut mich aber, dass der WIlders-Fanclub „Die Freiheit“ nur 1 % gekriegt hat, NPD und Pro Deutschland nur unwesentlich mehr.

  4. In Sachen Drogenpolitik waren sie von Steffen Geyer gut beraten – und halten daran hoffentlich fest.
    Er meint dazu selbst: „Motiviert sind sie, aber auch zuarbeitsbedürftig. Und das ist kein Kuchen, sondern eher hartes Brot 🙂 Das Wichtigste wird sein, die anderen Parteien mit Anfragen und Anträgen zum Mitdenken zu zwingen. Und natürlich der Zugang zur Verwaltung und damit echten Zahlen (Kosten, Nutzen).“

    Und btw, die Aktion der „Hedonistischen Internationale“ war sehr amüsant: http://vimeo.com/29224372.

  5. „Die Partei ist schlicht unglaubwüdig, bevor nicht ein paar Köpfe rollen.“

    Ja. Man hat es ihnen schlicht nicht abgekauft und als durchsichtiges wahltaktisches Manöver registriert.

  6. Die Piratenpartei ist ne reine Spaßpartei ohne politische Inhalte. Das Einzige, was man mit denen in Verbindung bringt, ist die Freiheit des Internets und das bedingungslose Grundeinkommen.
    Ich hatte mal mit einem dieser „Piraten“ eine längere Diskussion, aber die haben solche abenteuerliche, völlig unrealistische Vorstellungen, dass ich sie beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Das logische Denkvermögen ist bei denen nicht sonderlich stark ausgeprägt. Auf dem Land, wo die Leute noch etwas nüchterner denken, haben solche Utopisten keine Chance. Vielleicht schließen sie sich ja den Grünen an. Das sind schließlich die selben Spinner.

    Um die FDP tut es mir nicht wirklich leid. Mit diesem Bubi an der Spitze, den Mutti am liebsten an ihre Brust drückt, den aber keiner so wirklich ernst nimmt, haben die keine Chance. Die Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen Sender haben die Partei bereits abgeschrieben. Die wollen die Neuauflage von rot-grün oder noch lieber schwarz-rot.

    Normalerweise müssten die Liberalen raus aus der Koalition, um sich in der Opposition zu erneuern (auch programmatisch), aber sie können sich derzeit auch keine Neuwahlen erlauben, weil nicht sicher ist, ob die die 5%-Hürde schaffen und wieder in den Bundestag einziehen.
    Ich hab nichts gegen Leute wie Frank Schaeffler, Wolfgang Kubicki oder Jürgen Koppelin, aber mit diesen arroganten Yuppie-Schnöseln, die nichts in der Birne haben als ihre hohlen Phraden und ihre Klientelpolitik, mit denen ist doch kein Staat zu machen, weil sie immer nur zuerst an sich und ihr Klientel denken und nicht an das Wohl der Nation als Ganzes. Bevor die nicht zur Besinnung kommen (das geht leider nur mit diversen Wahlschlappen), braucht man eine Partei wie die FDP auch nicht zu wählen.

  7. Nun, das Berliner Wahlergebnis ist für die PIRATEN eine wirkliche gelungene Sache, doch teile ich das MIsstrauen von Jürgen Elsässer gegenüber den organgenen Aufsteigern. Ich kenne persönlich einige PIRATEN Parteimitglieder. Das sind an für sich vernünftige Leute, zwar allesamt mit einem Splin für sämtliche technische Dinge (Internet, iPhone, alles was blinkt und mit Strom funktioniert…) aber vom Grundsatz her fordern sie in der Politik Transparents, Offenheit, Ehrlichkeit, Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen u. wenden sich gegen jede Zensur. Das sich in der Piratenpartei libertäre und neulinke Ideen miteinander vermischen ist so fern richtig als das mir von Mitgliedern versichert wurde das es innerhalb der Partei einen sehr großen Rahmen an verschiedenen Meinungen gibt. Einer meinte zu mir augenzwinkernd das bei etwa 12000 Parteimitgliedern dann wohl auch gut genausoviele Meinungen in der Partei vorhanden seien… sprich die sind schon ein chaotischer Haufen….aber sie gänzlich als Vorhut von irgendwelchen „gesteuerten Revolutionen“ abzustempeln halt ich für Falsch.

  8. Ja, das Abschneiden der Piraten ist übel, ganz übel…hier hypen die etablierten Medien gezielt eine Scheinopposition hoch, welche Unmut und Protest für sich ausnutzen und somit in für die Herrschenden völlig ungefährliche Bahnen lenken soll…

    Anmerkung an den Hausmeisetr: Hatte mich im vorherigen Beitrag vertan, bitte diesen freischalten…

  9. Jürgen, du hast meine aufrichtige Anteilnahme. 😀

    Diese inhaltslose multialternative Schleudertruppe wird allenfalls für eine breite Belustigung sorgen. Wer aber schaut schon „Live aus dem Berliner Abgeordnetenhaus“?

  10. Was mir noch dazu einfällt bzw. auffällt ist das die Piraten je nach Bundesland oder teilweise sogar je nach Stadt/Ort etc. völlig unterschiedliche politische Ansichten vertreten. Teilweise völlig Widersprüchliche…gut…die verkaufen das einem als besonderes pluralistisches, vielfältiges Parteileben…aber hier erkennt man das bei den Piraten wohl einiges im Argen zu liegen scheint.

  11. Meyer: Ich sehe das ähnlich wie sie. Die Piraten sind eine harmlose Truppe von Spinnern, keine ernstzunehmende Opposition mit neuen Ideen dort wo es wehtut: Zinssystem, Europäische Union, Kriegseinsätze, NATO, Überfremdung, demographischer Wandel….

    Hier erwartet der alleingelassene Bürger neue, radikale Ideen…aber wir sehen nur gähnende Leere. Keine Angst, wenn eine Partei dise wichtigen Themen anpackt, wird sie schnell als Nazipartei verhöhnt und nicht so hofiert und herumgezeigt wie die Piraten.

    Hier wird dem Volk Basisdemokratie vorgeheuchelt…in Wahrheit soll es ein Blitzableiter für den Zorn des kleinen Mannes sein.

  12. @Freiheitsmensch – „aber vom Grundsatz her fordern sie in der Politik Transparents, Offenheit, Ehrlichkeit, Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen u. wenden sich gegen jede Zensur. Das sich in der Piratenpartei libertäre und neulinke Ideen miteinander vermischen (…) sie gänzlich als Vorhut von irgendwelchen „gesteuerten Revolutionen“ abzustempeln halt ich für Falsch“ – Deine Aussage halte ich für richtig. Allein die Funktion der PIRATEN, die etablierten aufzurütteln, ist zur Zeit immens wichtig. Auch wenn ich nicht denke, dass die PIRATEN zu einer Vollpartei werden, sind sie mit ihrer Affinität in Sachen Netz eher ein Pfahl im Fleische der Neuen Weltordung.

  13. Das Wahlergebnis ist eine Katastrophe. Es gibt nun gar keine Opposition mehr. Ich teile die Meinung der meisten hier, dass die Piratenpartei keine wirklichen politischen Inhalte hat. Wenn man gegen einen korrupten Überwachungsstaat ist, muss man auch Ursachen und Zweck der Überwachung klar benennen (also: Ausbeutung, Unterdrückung und Kontrolle des Volkes) und in einer Systemkritik formulieren. Dies geschah bei den Piraten nicht. So aber sind sie politiklose, formbare Technikfetischisten, die in jede beliebige Richtung gelenkt werden können.

  14. Ich denke, man sollte sich zu allererst vergegenwärtigen, welche Alternativen die Berlinerinnen und Berliner hatten:
    DIE LINKE. ist in Berlin zum „Arbeitskreis Sozialdemokratie“ in der SPD verkommen, die Bionadebourgeoisie ja eh‘ nur für wohlstandsverwahrloste Mittelschichtskinder und arrivierte Uralt-Achtundsechziger wählbar und die FDP – bitte: DIE Herolde der asozialen Marktwirtschaft, des „bereichert euch!“, des „am Ende zähl nur ich“ … nur weil jetzt eine marginale Minderheit sich kritisch zur EUdSSR äussert? Bürgerrechte, Freiheit – bei den Freidemokraten Fehlanzeige! Auch ein Schäffler ist kein Ron Paul. Von den in der Wolle gefärbten Antisemiten – auch ein Wilders wird nicht mehr „israelsolidarisch“ sein, wenn ihm bewusst wird, dass da viele Juden leben – der sog. Freiheit (wer nicht den Islam als Ideologie kritisiert, sondern ganz offensichtlich Muslime hasst, hasst Menschen, und ist daher nicht für Freiheit, sondern für Faschismus), den Kostümnazis und Inlandsgeheimdienstbeschäftigten der NPD ganz zu schweigen. Insofern hätte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wäre ich Berliner, die PIRATEN gewählt.

    @juergenelsaesser „dass sie fordern, dass im Personalausweis kein Geschlecht mehr eingetragen werden soll, weil das ja eine Zwangskategorie sei … Erscheint logisch, denn die Typen hängen ja ständig im Netz rum und gendern dort dann mit Aliassen und Avatars herum, bis sie nicht mehr wissen, dass zweierlei Kleider im Schrank hängen“ Was soll daran schlimm sein?

  15. Ich stimme mit Freiheitsmensch und AndreasTT überein: Man sollte die Piratenpartei erst mal beobachten, immerhin kann sie so manches bei den etablierten Parteien rütteln, egal, wie konzeptionslos diese Partei zu sein SCHEINT. Immerhin ist sie noch jung und jetzt lässt sich noch nicht sagen, wohin sich diese bewegt.

    Aber irgendwie habe ich damit gerechnet, dass jetzt so etwas kommt wie „vorgeschobene Revolution“ oder so, zumal die Farbe Orange für mich nicht negativ besetzt ist, aber das ist etwas anderes.

    Im übrigen hat die FDP nicht nur so massiv verloren, weil ihre Euroskepsis zu spät kam, sondern weil obendrein dieses Thema in einer regionalen Wahl wie in Berlin wenig Bedeutung hat, die Berliner wollen eher stadtinterne Probleme anpacken bzw angepackt wissen.

    Den Piraten selbst wünsche ich jedenfalls viel Glück, auf dass sie einen guten und souveränen Weg finden mögen, auf dem man sie ernst nehmen kann, aber auch als neu wahrnimmt. Und @JE: Die Dame darf doch tanzen wo sie will, die Piraten sind ja nun keine Pest oder sonst was gefährliches 😉

  16. AndreasTT: Ja, was wohl? Bei so einer Frage bin ich geneigt, das Bloggen aufzugeben. Ist ja wohl alles vergebens, was man hier seit Jahr und Tag von sich gibt, wenn solche Fragen kommen.

  17. @juergenelsaesser: ja, was denn? Die klassische, „die heilige Familie“, war und ist kapitalverwertbar; die sog. neuen Lebensformen sind für den immateriellen, den Finanzkapitalismus optimal verwertbar. Da ist kein Unterschied ums ganze. Mit dem ganzen Genderscheissdreck kann man mich jagen, die Privilegierung homosexueller Lebensentwürfe und der ganze Queerkult verstößt meines Erachtens gegen Artikel 3 Grundgesetz – aber es ist und bleibt ein Nebenwiderspruch. Für den Hauptwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit sind nicht die Existenz von bestimmten, sondern überhaupt irgendwelchen sozialen Verbünden und Verhältnisse, die nicht der Wertlogik unterliegen, von Bedeutung. Und mal Hand auf’s Herz: die klassische Familie, die Verwandtschaft und das Volk sind nun einmal aus Gründen da, die selbst der Kapitalismus nicht beeinflussen kann, und werden daher auch nicht verschwinden. Soviel Optimismus erlaube ich mir.

  18. Den Optimismus von Andreas teile ich. Wem eine familiäre Atmosphäre wirklich wichtig ist, der wird auch weiterhin dem klassischen Modell einer heterogenen Familie folgen. Homosexuelle kann man nur mal nicht dazu zwingen, andere Lebensgemeinschaften einzugehen als die, die sie wollen.

    Und @JE: Ich finde es zu früh, die Piraten zu verurteilen. Es sind alles junge Menschen, hervorgekommen aus einer Themengruppe, die nur mal hauptsächlich die Jugend anspricht (Wo ich mich dazu zähle). Was die Piraten wirklich werden hingegen zu den etablierten Parteien, kann man nur abwarten. Immerhin waren die Piraten so offen, ihre ersten Erfahrungen in einem Landtag auch zu dokumentieren, um so daraus zu lernen.

  19. Ich teile die Einschätzung von Freiheitsmensch weitgehend. Dass die Piraten Bürgerrechts-Themen wie Anti-Zensur, Anti-Überwachung, Transparenz und Bürgerbeteiligung auf die Tagesordnung bringen, sehe ich grundsätzlich positiv. Für diese Partei zu stimmen, war deshalb immer noch besser als für die neoliberalen Blockparteien.

    Immerhin haben sie die Absicht, sich nicht vom Mahlstrom des Mainstreams schleifen zu lassen. Ihr Vorsitzender Sebastian Nerz sagt: „Im Gegensatz zu den Grünen wollen wir in Zukunft unseren Idealen treu bleiben“. http://is.gd/4T5uFh

    So weit, so gut. Trotzdem bin bei solchen Sprüchen skeptisch, denn die bisherige Entwicklung der Piraten verlief eher enttäuschend. Ich bezweifle, das sie es schaffen werden, sich dem medialen Meinungsdiktat zu beugen. Die Süddeutsche fängt heute schon mit dem Sticheln an: „Bei den Frauen müssen die Piraten noch etwas tun, eine Quote lehnen sie aber ab.“ http://is.gd/oJHMcJ

    Nach ermutigenden Ansätzen wurde die genderkritische Männerpolitische Initiative (AG Männer) immer mehr in die Ecke gedrängt, weshalb deren Vorsitzender Kevin Fuchs kürzlich seinem Parteiaustritt erklärte. Er sah in der Piratenpartei keine Zukunft mehr, nachdem seine Gruppe immer massiver von der wachsenden Gender-Queer-Feministen-Fraktion diffamiert wurde. http://is.gd/WIpGnx http://is.gd/NJFaEb

    Darüber hinaus befürchte ich eine unkritische außenpolitische Ausrichtung der Piraten, was man an der naiven Haltung zum Libyenkrieg schon sehen konnte. Auch wenn es bisher keinen offiziellen Standpunkt gibt, zeigen einzelne Stimmen einen solchen Trend. Hier sieht man bereits Ansätze zu humanitärer Kriegstreiberei http://is.gd/ZMnd5a, und hier wird das Ergebnis eines völkerrechtswidrigen Kriegs mit über 50.000 Toten unkritisch bejubelt http://is.gd/e0pjgd.

  20. „Das Einzige, was man mit denen in Verbindung bringt, ist die Freiheit des Internets und das bedingungslose Grundeinkommen.
    Ich hatte mal mit einem dieser „Piraten“ eine längere Diskussion, aber die haben solche abenteuerliche, völlig unrealistische Vorstellungen, dass ich sie beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Das logische Denkvermögen ist bei denen nicht sonderlich stark ausgeprägt. Auf dem Land, wo die Leute noch etwas nüchterner denken, haben solche Utopisten keine Chance. Vielleicht schließen sie sich ja den Grünen an. Das sind schließlich die selben Spinner.“

    Das sehe ich ganz ähnlich. Die „Piraten“ sind gleich nach den Grünen die schlimmsten. Durchgeknallte Nerds („Nerdinnen“ gibt’s so gut wie gar keine) und „Apple-Fans“, die nur Internet 2.0-Stroh im Hirn haben, vermengt mit Hippie-Blödsinn wie „Rauschgift-Unterricht an den Schulen“.
    Im Unterschied zu den Grünen werden sie aber keinen längerfristigen Erfolg haben und ähnlich schnell verschwinden wie die „Schill-Partei“.

  21. Anti-Euro-Kurs der FDP war (und ist) nicht klar erkennbar. Insofern ist das Ergebnis kein Wunder.

    Und jetzt die gute Nachricht:
    Ohne Volksentscheid Bürgschaften NICHTIG

    Einen Volksentscheid scheuen die derzeitigen Politiker wie der Teufel das Weihwasser.
    .
    Aber wenn die Bürgschaften (egal ob EFSF/ESM/Eurobonds/ „Wirtschaftsregierung“ o.ä.)
    für eine spätere deutsche Regierung nach dem Sturz des derzeitigen schwarzgrünroten Parteienkartells bindend sein sollen,
    ist dafür ein Volksentscheid nach Artikel 146 Grundgesetz notwendig.
    Die Bürgschaften sind klar verfassungswidrig und deshalb nichtig.
    Das ist herrschende Meinung führender Staatsrechtler.
    Endlich mal eine gute Nachricht.
    Dass das BVerfG hier am 7.9. keinen Rechtsschutz gewährt hat, ist hierbei vollkommen irrelevant (dies hat höchstens Bedeutung im Zusammenhang mit der Widerstandslage nach 20.4).
    .
    Logische Schlussfolgerung:
    Kanzlerin, Minister und Bundestagsabgeordnete können natürlich selbst bürgen soviel sie wollen.
    Allerdings nicht im Namen des Volkes.
    .
    Fairerweise, und um eventuelle Missverständnisse, spätere Enttäuschungen und Querelen zu vermeiden,
    sollte man allerdings eventuelle Geldgeber der insolventen Staaten und Banken, also bspw. China u.a., auf die Nichtigkeit der deutschen Zusagen bereits jetzt hinweisen.

  22. Ich bin Vorstandsmitglied der Piratenpartei Heilbronn und schaue durchaus gerne bei Elsässer und Compact vorbei und genau aus diesem Grund bin ich enttäuscht von dieser Verallgemeinerung. Ich teile einige der Befürchtungen, was jedoch nicht bedeutet, dass sie eintreffen müssen.
    Ich bin auch nicht mit jeder Einzelheit einverstanden und Dinge wie das weglassen des Geschlechtes finde ich z.B. unnötig. Es gibt größere Probleme. Die Menschen glauben nicht mehr an die Politik. Vor allem darf der Terrorismus nicht als Legitimation für die Abschaffung der Freiheit missbraucht werden. Warum denn auch, wenn man das Gefühl bekommt, dass es um die Interessen von Wirtschaft und Konzernen und nicht den Bürger geht. Die Piratenpartei muss noch viel lernen und beständig an sich arbeiten. Ich bin gespannt wohin dieser Weg führen wird, doch voreilig Schlüsse zu ziehen ist falsch! Es gibt für die alternativen Medien die Möglichkeit uns zu verdammen oder die Wichtigkeit, die wir der Bürgerbeteiligung und der freien Meinungsäusserung beimessen konstruktiv zu nutzen. Kampf produziert nur Kampf.

  23. Kleinere Korrektur der Satzreihenfolge: Die Menschen glauben nicht mehr an die Politik. Warum denn auch, wenn man das Gefühl bekommt, dass es um die Interessen von Wirtschaft und Konzernen und nicht den Bürger geht (FDP?!).

  24. @
    die sog. neuen Lebensformen sind für den immateriellen, den Finanzkapitalismus optimal verwertbar.
    —————-

    „nein, leider geht’s nicht einzig darum, was dem finanzkapitalismus dient, die sache ist weitaus schlimmer.“

    „das Volk sind nun einmal aus Gründen da, die selbst der Kapitalismus nicht beeinflussen kann, und werden daher auch nicht verschwinden. Soviel Optimismus erlaube ich mir.“
    ——-

    Sie haben den kern des problems nicht erfaßt, man dreht exakt an an dieser schraube, die veränderungen der gegenwart im vergleich zur vergangenheit sind rapide. die veränderungen geschehen schrittweise über jahre hinweg, prozesse der zersetzung sind nicht stets mit dem bloßen auge in echtzeit zu erfassen, wenn man sich im strom der veränderungen mit bewegt. unser gegner ist an boshaftigkeit kaum zu überbieten, wir haben es im warsten sinne mit teuflischen gegnern zu tun, voller verachtung gegenüber de menschheit, kein plan wäre denen zu unmenschlich, sofern dessen ziele dadurch realisiert werden können………und den optimismus dürfen sie trotzallem nicht aufgeben.

  25. @Tom. Und es hat sich ja ein Bundesvorstandsmitglied der Piraten schon vor längerem für einen Angriff auf den Iran stark gemacht! Fazit: Eine NATO-kompatible tendenziell transatlantische Pseudo-Opposition, ich kann mich da nur wiederholen. Und diese Blitzableiter-Partei wird uns als neue Alternative präsentiert, dabei würde sie nur zu einer weiteren Entsolidarisierung, Enttraditionalisierung und überzogenen Individualisierung unserer Gesellschaft beitragen und somit den Herrschenden nutzen, und nicht schaden. Außerdem vertritt sie absolute Nebenthemen, welche für Nerds bzw. an den Mainstream angepasste, politisch korrekte NerdInnen und verwöhnte Sprösslinge der Oberschicht sicherlich sehr interessant sind – wie beispielsweise pauschale Datenschutzforderungen ohne Rücksicht auf negative Auswirkungen sowie eine weitere Liberalisierung der Drogengesetzgebung – welche jedoch mit den realen Problemen, Sorgen und Nöten der breiten Mehrheit des Volkes nichts zu tun haben und von dieser sogar weitestgehend abgelehnt werden. Andere Forderungen wiederum sind einfach utopisch, und realistische Wege, sie umzusetzen, werden gar nicht erst aufgezeigt…

    So lautet denn der Spruch des politischen Gerichts: Mit den Piraten ist es nichts!

  26. @ Wierbicki
    „Kampf produziert nur Kampf.“

    Deshalb müßte es das Ziel sein, solch unvermittelte Zweitheit zu triangulieren und in vermittelte Drittheit (dreifach nach Hegel) aufzuheben.

  27. rundertischdgf
    „warum wählen wir eigentlich immer und immer wieder unsere Schlächter selber.“?

    Weil wir uns nur selbst beschädigen können. Nichts und niemand sonst kann das. Wir bestrafen uns selbst und unbewußt für eine unbewußte Schuld. Das ist die „Erbsünde“ nach Augustinus im pelagianischen Streit. Und es ist halt unbewußt, will heißen: Wir wissen nicht, daß wir uns bestrafen, weil wir uns für schuldig halten.

  28. @Ingo Meyer: Von einer Person kann man nicht auf die ganze Partei schließen, außerdem hat bisher selten jemand gemeint, der Iran solle angegriffen werden, und wenn, dann war das eher im Scherze gemeint.

    Wenn die Piraten es schaffen, sich zusammenzureißen und einer einheitlichen Linie zu folgen, dann haben sie auch das Potenzial, zu einer starken Partei zu werden, stärker als die Schill-Partei o.ä..

    @Wierbicki: Schön einen „Insider“ hier zu haben, das kann interessant werden 🙂

  29. Eigentlich ist das mit den Piraten doch ganz gut. Die Grünen sind nicht stärkste und nicht einmal zweitstärkste Partei geworden. Resultat Künast weg. Nicht einmal zu der von der CDU angestrebten Grün – schwarzen oder schwarz – grünen Koalition hat es gereicht.

    Koalieren will doch mit diesem Flohzirkus niemand. Sie spielen so eine Art NPD im Abgeordnetenhaus – also machtpolitisch gedacht.

    Fast könnte man vermuten, die SPD hätte sich das „ausgedacht“ oder eine helfende Hand geliefert. Na und nach fünf Jahren will die doch keiner mehr wählen. Die Alternative Liste mit Dieter Kunzelmann war doch bei ihrem ersten parlamentarischen Auftritt wenigstens orginell. Kunzelmann hat ein rohes Ei auf dem Schädel von Diepgen zerschlagen und dabei gerufen. „Fröhliche Ostern Du Weihnachtsmann“

    Kann man sich das von den Piraten vorstellen.

    Nee da kassieren jetzt 15 Penner fünf Jahre lang eine Diät. Die Schlauen wechseln nach einer Schamfrist zu den Grünen – die Doofen bleiben und verschwinden nach fünf Jahren wieder.

  30. @ J.E.

    erstaunlich: die Piratten entern das sinkende Schiff namens Berlin, die taz klatscht Beifall und die ARD kwatscht sie als politische Linke breit – mein Gott, Walter …

  31. @ Elsaesser

    Die Piratten entern das sinkende Schiff namens Berlin, die taz klatscht Beifall und die ARD kwatscht sie als politische Linke breit – mein Gott, Deutschland …

  32. Nachtrag: Jesaja 1, „4 Weh dem sündigen Volk, der schuldbeladenen Nation, der Brut von Verbrechern, den verkommenen Söhnen! … 5 Wohin soll man euch noch schlagen? Ihr bleibt ja doch abtrünnig. Der ganze Kopf ist wund, das ganze Herz ist krank: 6 Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert. 7 Euer Land ist verödet, eure Städte sind niedergebrannt. Fremde verzehren vor euren Augen den Ertrag eurer Äcker; verödet wie das zerstörte Sodom ist euer Land.“

    So geht’s wenn man sich als Volk von außen „immerwährende“ (Merkel) Schuld zuschreiben läßt.

  33. lieber jürgen: ich halte es nicht für verwunderlich- eher für normal, dass eine partei, welche 70%-stimmanteile verliert, von wissenschaft, medien, beobachtern kritisch bis lächerlich betrachtet wird, bitte, wieso sollten die gewählt werden? keiner will es mehr bei der bundestagswahl gewesen sein! eine neue partei, welche aus dem stand über 8% erreicht- hut ab! man soll übrigens generell keine wählerbeschimpfung betreiben, wieso sollten die berliner dumm sein?die fdp spielte liberal, traut sich nicht mal an die beamten ran, ist einfach feige und nutzlos- sorry! brave abgeschottete besserverdiener findet man bei den öko-liberalen der grünen genauso!allerdings wurde die totenglocken für die 10-cent-kapitalisten oftmals geläutet, die werden nicht untergehen! bitte nennen sie mal konkret, wo deren notwendigkeit liegt? in der forderung, millinonen von fremden nach europa kommen zu lassen, damit löhne gesenkt werden- oder was?habe in koblenz mit piraten geredet, fand die nicht schlimmer- eher offener als andere!

  34. Lieber Daniel, jetzt will ich aber tatsächlich überprüfen, was mit den Piraten los ist. Könnten Sie mir nicht einen interessanten Interviewpartner aus dem Bundesvorstabd oder im Kreis der Berliner Abgeordneten besorgen? Mein Versprechen; jedes wort, das von ihm/ihr in COMPACT erscheint, wird von ihm/ihr autorisiert. Keine Tricks! Ist das ein Angebot?

  35. Ein Interview mit den Piraten wäre wirklich interessant. Ich habe diese Partei am Sonntag explizit nicht gewäht wegen ihrer unbedarften Haltung bezüglich des Krieges in Libyen und der „Internet-Revolutionen“ in Nordafrika.
    Aber vielleicht gibt es ja bei den Priaten Fraktionen, von denen wir nichts wissen?

  36. vielleicht hätte man nicht erst so dicke draufhauen und erst danach um interview werben sollen?

    der rundumschlag war zu pauschal. gegen die ganze abschaffung der bürgerrechte bzw. gegen die totalüberwachung zu stehen, ist schon mal mehr als alle anderen parteien auf der fahne stehen haben.

    na ja, wenigstens hats zu der meldung vom piraten daniel geführt, der hoffentlich seinen säbel nicht gegen ne kuchengabel eintauscht, wenn die ersten angebote aus den etablierten parteien kommen, die eine stimme hier und eine stimme da brauchen, sprich die ideale so schäbig verkauft werden, wie einst von grün(-braunen).

    😉

  37. chicano: Zu meiner Skepsis trägt bei, dass die Schweden-Piraten im Europaparlament sich der grünen Fraktion angeschlossen haben. Weiß aber nicht mer, wo ich das gelesen habe.

  38. Die Piraten stellen sich vor:

    „Vorerst gibt es launige Sprüche, schlabbrige Motto-Shirts und Strickjacken, lange Haare und Fusselbärte. Gerwald Claus-Brunner steht mit blauer Latzhose und um den Kopf gewickeltem Pali-Tuch hinterm Podium. Er laufe seit 20 Jahren so rum, sagt der 39-jährige, bisexuelle Mechatroniker. „Das wird sich auch jetzt nicht ändern.“ Seine Schwerpunkte werde er auf „Arbeit, Wirtschaft und Queerpolitik“ legen.“ (TAZ)

  39. Auch schön:

    “ ‚Bei uns sind viele Bi- und Homosexuelle, Asexuelle und Polyamore. Die haben ein ganz anderes Verhältnis zu Geschlecht und Gesellschaft‘, sagt [Julia]Schramm. Daher hätten Geschlechterrollen von vornherein weniger Bedeutung bei den Piraten.“ (Ebd.)

  40. „Die Piratenpartei muss noch viel lernen und beständig an sich arbeiten. Ich bin gespannt wohin dieser Weg führen wird, doch voreilig Schlüsse zu ziehen ist falsch!“

    Euer Weg wird entweder ins Abseits oder zu den Grünen (denen ihr ideologisch sehr nahe steht) führen.

    „Nee da kassieren jetzt 15 Penner fünf Jahre lang eine Diät. Die Schlauen wechseln nach einer Schamfrist zu den Grünen – die Doofen bleiben und verschwinden nach fünf Jahren wieder.“

    So kann man es auch formulieren 🙂

    .

  41. Lieber Jürgen, ich bin damals über einen guten Freund und alternative Medienquellen wie Nuoviso, Nexworld und co. auf die Piratenpartei aufmerksam geworden. Ich würde es als Heuchelei empfinden dies „geheim“ zu halten oder nach den ersten Erfolgen zu ignorieren.
    Ich bin weder mit allen Themen der alternativen Medien noch allen Themen der Piratenpartei einverstanden. Und vieles (auch, wenn es sehr wichtig sein mag) hat für mich als Privatperson eine eher geringe Priorität.
    Geschlechterkennung abschaffen? Finde ich nicht nötig, aber darüber kann man sich streiten. Kennung der Religionszugehörigkeit abschaffen? Find ich OK, auch wenn es für mich von den Prioritäten her sicher sehr weit unten steht. Im Großen und Ganzen aber Themen, die für mich sehr weit unten angesiedelt sind. Da ich heute den Stammtisch der Heilbronner Piraten moderiert habe und verschiedene Dinge (auch persönlicher Natur) klären musste, kann ich erst jetzt antworten.
    Ich weiß, dass es viele Piraten und Piraten-Interessierte gibt, die sich über Nexworld, Nuoviso und co. informieren und sich dort Denkansätze und Denkanstöße holen. Ob das jedoch repräsentativ ist, kann ich nicht beurteilen. Mit Sicherheit gibt es auch viele, die sich von solchen Quellen distanzieren, weil sie als abwegig gelten. Ob es jedoch sinnvoll ist sich ausschließlich auf Reuters und co. zu verlassen, wage ich zu bezweifeln.
    Die Sicherstellung der freien Meinungsäußerung hat für mich schon immer einen der wichtigsten Punkte dargestellt Pirat zu werden. Wieso? Weil ich selbst immer ein Querkopf gewesen ist. Ich habe dieses Thema einmal in einem Blogeintrag auf http://www.deeplife.de aus meiner Sicht näher erläutert. „Freiheit und dessen Grenzen“.
    http://www.deeplife.de/index.php?option=com_content&view=article&id=868:freiheit-und-dessen-grenzen&catid=30:blog&Itemid=54#JOSC_TOP
    Ein kleiner Auszug:
    „Eines ist für mich persönlich klar. Zum gesellschaftlichen Fortschritt gehört eine sachliche Argumentation… und die systematische Untersuchung spielen dabei eine wichtige Rolle.
    Doch betrachte ich dabei Menschen mit außergewöhnlichen, auch mal „provokanten“ Interessen immer eher als Chance, statt Risiko der Weiterentwicklung.“
    Und so stehe ich z.B. gerade mit Professor Turtur (Raumenergie) in Kontakt und bin gespannt, wohin mich das führen wird. Ein Themengebiet, welches ich aktuell jedoch außerhalb der Piratenpartei mit anderen Organisationen erkunde.
    Politikern stehe ich eher kritisch gegenüber, wie übrigens viele Piraten. In meinem Fall, weil ich der Meinung bin, dass es eher um Karriere und Lobby-Interessen statt um Themen und Überzeugungen geht. Aus diesem Grund bin ich z.B. vom sogenannten Kretschmann-o-meter total begeistert. Eine Art Nachschlagewerk dafür, inwieweit zentrale Wahlkampfversprechen eingehalten wurden.
    http://www.kretschmann-o-meter.de/
    Ein Projekt der Piraten, welches meiner Meinung nach verdeutlicht, was wir unter transparenter Politik verstehen.
    Ich kann dir nicht versprechen, dass das mit dem Interview klappen wird, denn da bin ich auch eher skeptisch, doch ich werde schauen was sich machen lässt.
    Ich glaube, dass die Piratenpartei momentan (noch) eine gute Alternative zu den Etablierten ist. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden und das ist auch richtig so. Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Es wird darüber entscheiden, ob ich weiterhin motiviert mitarbeiten kann.
    Die Piratenpartei würde ich momentan vor allem als eine Partei der guten Methoden bezeichnen (transparente Politik, ehrlicher Umgang, Sicherstellung der freien Meinungsäußerung). Was das Parteiprogramm angeht sind wir mit Sicherheit breiter aufgestellt als manche denken, aber mit Sicherheit auch noch lange nicht soweit, wie andere Parteien.
    Ich selbst sehe mich in erster Linie als nachdenklichen Menschen und danach als Pirat. Was jedoch nachdenklich, kritisch und naiv bedeutet. Dafür wird jeder seine eigene Antwort finden.
    Ich war niemals besonders politisch interessiert und mit Sicherheit gibt es sehr viele andere Menschen, die engagierter und fachkundiger sind als ich. Ich bin jedoch der Meinung, dass es besser ist ein kleines bisschen „Gutes“ zu bewirken als sich überhaupt nicht zu engagieren. Und merkwürdigerweise führt das dazu, dass ich immer wieder irgendwo hinein gerate 😉

  42. @Sixty Davon weiß ich nichts. Finanziell geht es uns soweit ich weiß (zumindest noch) eher schlecht als recht. Auch wenn es jetzt zum ersten Mal in der Geschichte der Partei zu einer für uns sehr großen Spende von 20.000€ gekommen ist. Das meiste wird durch engagierte Helfer ermöglicht. Ich bezweifle es z.B. auch sehr, dass ich als Pressesprecher überhaupt ein Abo von der Heilbronner Stimme finanziert bekomme (Ich glaube knapp 20€ im Monat). Mal schauen.

    @juergenelsaesser: Gerne kannst du mir eine Mail schreiben, damit ich weiß über welche Emailadresse ich dich am Besten erreichen kann. Meine Kontaktadressen findest du übrigens heir: http://www.pirat-wierbicki.de/?page_id=14

  43. „Bei uns sind viele Bi- und Homosexuelle, Asexuelle und Polyamore. Die haben ein ganz anderes Verhältnis zu Geschlecht und Gesellschaft’, sagt [Julia]Schramm“

    Eine Hure weiß vermutlich noch mehr über mechanische Sexreize und hat deshalb auch ein anderes Verhältnis zu „Geschlecht“. Und all diese Leute wissen z.B. deutlich mehr darüber als der Papst. Aber über Liebe wissen sie oft nichts. Weil sie die psychische und physiologische Mechanik für Liebe halten. Und auf der Grundlage solchen Irrtums kann „Leben“ nicht gelingen und muß scheitern.

  44. Nachtrag: Ich weiß aus meiner psychotherapeutischen Praxis, daß die Grundlage von Homosexualität eine traumatische Erfahrung sein kann, die – gleichsam als Selbstheilungsversuch – kontrolliert und weitgehend angstfrei wiederholt wird.

    Das kann sogar funktionieren – aber nur dann, wenn man es weiß! Wenn nicht, wird es i.d,R. zwanghaft.

  45. @Jean D: Eieiei, nur weil sie international in vielen Ländern vertreten sind, sind sie gleich fremdgesteuert? merkwürdige Logik…Und weiß jetzt an sich auch nicht, was es an Attac auszusetzen gäbe…

  46. Warum hier alle die Piraten so verteufeln ist mir nicht richtig klar. Die haben doch durchaus gute Ansätze, treten für mehr Freiheit und mehr Ehrlichkeit in der Politik ein – diese Forderungen würde man sich von einer anderen Partei auch wünschen. Das der Erfolg für die Piraten nicht von Dauer sein wird ist natürlich klar. Denen fehlt es an allem: Mitglieder, Strukturen, einheitliches Programm, fähige Leute, usw. Aber lassen wir sie doch erstmal machen…

  47. Na ja, wir werden ja sehen, ob sich die Toleranz der Piraten (wie bei den Grünen) nur auf die tolle Ranz erstreckt.

    Dann wär’s halt nur a weng frischer, als bei den (vor lauter toller Ranz) schon etwas ranzig gewordenen Grünen. Man denke dabei nur an die Raudia, Igittigitt…

  48. @Daniel Wierbicki

    September 21, 2011 at 00:28

    „2-Mal Daumen hoch“ für diese authentische Stellungnahme!

  49. @ jürgen

    „chicano: Zu meiner Skepsis trägt bei, dass die Schweden-Piraten im Europaparlament sich der grünen Fraktion angeschlossen haben. Weiß aber nicht mer, wo ich das gelesen habe.“

    die skepsis teile ich, denn die piraten wären die erste partei, die sich nicht einlullen, kaufen oder durch druck in einen arm der krake verwandeln würde.

    aber mal ehrlich, wird so eine partei jemals kommen? da bin ich ebenso skeptisch, denn menschen sind zu 99,9 % käuflich oder erpressbar. doch wenn ich diese minimale chance und möglichkeit ganz ausschließe, dann brauche ich auch nicht mehr darüber nachdenken.

    pdv, piraten und wie sie alle heißen…wo gehts denn um das wesentliche wie menschlichkeit, bescheidenheit und dadurch unbestechlichkeit, mut, wahrhaftigkeit und standing auch wenn die knie zittern weil irgendein geheimdienst dir erklärt das deine tage gezählt sind, wenn du nicht anklappst?

    insofern verstehe ich dich nur zu gut, doch kenne ich eben keine einzige partei oder angehende partei bzw. parteispitze, der ich das zutraue. die ghandis, martin luther kings und männer wie william wallace wachsen nich auf den bäumen 😉

  50. @chicano: „die ghandis, martin luther kings und männer wie william wallace wachsen nich auf den bäumen ;)“

    ich denke, die würden sich hüten, in irgendeine der jetzt bestehenden Parteien einzutreten.

  51. @ Daniel
    Ich melde mich mal bei dir, ich hab noch deine Visitenkarte vom Sofa. 😉

    @ Die Anderen
    So sehr ihr in einigen Punkten recht habt, so falsch liegt ihr in anderen. Was ich so aus der Beobachtung rauslese ist, dass keiner von Euch eine Ahnung hat wie es bei den Piraten zugeht.
    Ich war tatsächlich dort und habs mir angeschaut und das über einen Zeitraum von 6 Monaten. Man braucht enorm viel Zeit und Kraft um einen Konsenz herzustellen, dann kommt immer mal wieder das obligatorische: „Wenn das so gemacht wird trete ich aus!“, man beleidigt sich und beschimpft sich. Je größer und bedeutender die Themen desto schwieriger der Konsens, aber desto wichtiger. Und wer meint eine derartige Streitkultur von Außen steuern zu können sollte sich vielleicht mal mit den Chans vertraut machen, damit einem die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens mal so richtig bewußt wird.
    Dies ist ein grundsätzliches Problem auch Unkontrollierbarkeit genannt.
    Je mehr Daten, desto schwieriger
    Je mehr Nutzer, desto schwieriger
    Je mehr Kontrolleure, desto offensichtlicher
    und dann soll das auch noch asynchron geschehen ohne Fehler? Von Menschen? Nennt mich einen Pessimisten, aber das klappt nichtmal im Laborversuch, dazu kommt dass der Parteikurs basisdemokratisch erarbeitet wird.

    Ich tendiere eher dazu hier etwas von dem von Michael Shermer beschriebenen Problem wiederzufinden:
    Das Muster hinter Selbsttäuschung
    http://www.ted.com/talks/lang/eng/michael_shermer_the_pattern_behind_self_deception.html
    (Untertitel in Deutsch sind zuschaltbar)

    Ich glaube eben niemandem der in hohem Maße pauschalisiert, wer nur eine Blickrichtung zuläßt und sich selbst nicht kritisch hinterfragt kommt nunmal nicht vorran. Es ist schwer und erfordert einiges an Selbstbeherrschung, aber es ist nötig um sich selbst nicht auf Dauer aufs Abstellgleis zu manövrieren.

    Und um mich zu wiederholen, ich halte vieles was ich hier gelesen habe für richtig und wichtig, aber es gibt auch ebensoviel was meine Vernunft nicht akzeptieren kann. Die komplizierteste Lösung ist nicht zwangsläufig die Richtigerere…

    mfg

  52. Da bin ich ausnahmsweise mal mit Frau Özoguz einer Meinung 😉

    Meine Zeit in der Linkspartei war echt nicht vergnügungssteuerpflichtig … ausser gelernt zu haben, dass DIE LINKE. alles ist, nur nicht links, war’s vertaene Zeit und verlorene Nerven.

    Dass die FDP „unterwanderbar“ wäre und in eine bundesdeutsche Variante der „Ron-Paul-Revolution“ zu verwandeln wäre …daran kann nur einer glauben, der einen Lichtschlag hat oder zuviel Positiv-Denken-Seminare besucht hat.

    Ich habe mir jetzt mal Programmatik der PIRATEN aus dem Netz gezogen und schau‘ mir die mal vor Ort bei mir bei ihrem Stammtisch an … und dann schau‘ märr mal und säng dann schoa.

  53. @Lutz Dorawa: Vielen Dank. Gute Freunde von mir sind der Piratenpartei gegenüber auch sehr kritisch (Keine Mitglieder). Nicht aufgrund des Programms, sondern vor Allem aufgrund der Befürchtung, dass sie sich immer mehr aufweichen werden und dass ihnen der Erfolg zu Kopf steigen wird. Ich bewege mich in einem Spannungsfeld, aber das finde ich gut, denn es zeigt mir die unterschiedlichen Ansichten. Ich hoffe nur, dass dieser aktuelle Erfolg nicht zu sehr zu Kopf steigen wird. Man soll ihn meiner Ansicht nach genießen, aber auch als Anreiz sehen immer aktiver und konkreter zu werden. Und ich hoffe vor allem, dass man weiterhin nicht mehr versprechen wird, als realisierbar ist. Auch wenn bestimmte Versprechungen sicherlich schwierig umzusetzen sind. Ich persönlich hoffe vor allem, dass man sich auch zum Thema der Schuldenkrise Gedanken machen wird. Gestern stellte ich als Moderator des Stammtisches die Frage „Glaubt ihr, dass die Schulden Deutschlands überhaupt zurückgezahlt werden können?“ und mich persönlich freut es, dass man das im Großen und Ganzen mit Nein beantwortet hat. Wieso? Nicht aus Schadenfreude, sondern weil mir das zeigt, dass „uns“ bewusst ist, dass man dieses Problem nicht auf herkömmliche Weise bekämpfen kann. Noch bin ich im Großen und Ganzen sehr froh darüber Mitglied dieser Partei zu sein, denn ich finde sie authentisch, offen und ehrlich. Doch wer hoch steigt, kann auch tief fallen.

  54. @ fatima

    „ich denke, die würden sich hüten, in irgendeine der jetzt bestehenden Parteien einzutreten.“

    sicher nicht und ohne den einsatz in einer partei schlechtreden zu wollen, mein ding ist das nicht mehr. ich glaub einfach nicht mehr dran.

    eine volksbewegung, protestbewegung mit generalstreiksankündigung und auch verwirklichung desselbigen wenns nicht reicht, dass würde was bringen und nichts anderes. zu recht kann man da fragen: ok chicano und wie kriegen sie so eine bewegung hin?
    tja, dass weiß ich auch nicht, aber wenn man den ganzen ausfwand der betrieben wird, von vielen gruppen und anvisierten neu-parteien und so eine zeitschrift wie compact dafür nutzen würde, wer weiß obs nicht doch mal klappen könnte, dass das VOLK den mächtigen die pistole auf die brust setzt und sagt: „SCHACHMATT“.

  55. @ sixt, Zitat: „„
    Euer Weg wird entweder ins Abseits oder zu den Grünen (denen ihr ideologisch sehr nahe steht) führen.

    „Nee da kassieren jetzt 15 Penner fünf Jahre lang eine Diät. Die Schlauen wechseln nach einer Schamfrist zu den Grünen – die Doofen bleiben und verschwinden nach fünf Jahren wieder.““

    Sehr wichtig und richtig, diese Nähe zu den Grünen aufzuzeigen.

    Und ja, entweder kommt es wie von dir beschrieben, oder aber die Piraten werden sich noch (!) weiter an das System anpassen und als Scheinopposition dann alle den Mächtigen wirklich wichtigen Projekte und Untaten mittragen – auch hier liegt die Analogie zu den Grünen auf der Hand! Verdächtig ist es ja auch, ich kann mich da nur wiederholen, dass die hiessigen Medien die Piraten so hypen, das machen unsere ungeheuer abhängigen etablierten Medein mit wirklich oppositionellen Kräften nämlich nicht, es würde ihrer grundlegenden Funktion in diesem Sytsem ja auch gar nicht entsprechen…

  56. @Blue: Eine von den Medien aufgebaute Partei ist immer ein Instrument der Mächtigen, sonst würden die im Dienste der Mächtigen agierenden ungeheur abhängigen Medien diese nicht hochhypen. Jürgen Elsässer hat das in seinem Eingangsbeitrag hier schon sehr gut beschrieben – die Piraten, das sind unsere „Orangen“… Und vor allem: Was wir hier bestimmt nicht brauchen, ist eine neue „kreative“ Mischung aus Grünen und FDP, NOCH eine politisch korrekte Partei! Notwendig ist vielmehr eine soziale, volksnahe und durchaus auch patriotische Bewegung, welche endlich Schluß macht mit dem Eurowahn, dem ganzen überzogenen Ökogequatsche und dem absurden Randgruppenfetischismus sowie der erbärmlichen und unterdrückerischen politischen Korrektheit, welcher die Freibeuter, wie man es in den letzten Tagen im Fernsehen direkt miterleben konnte, exzessivst frönen… Wir brauchen endlich eine Bewegung, welche sich der Eurokratie und der Entindustrialisierung Deutschlands durch neoliberale Standortverlagerungen und diverse pseudo-ökologische Ausstiegsstrategien entschlossen und aktiv widersetzt und die uns die Zukunft zurückerobert, welche neoliberale Globalisierer und Verzichtsapostel im grünen Gewande uns im Auftrag der Mächtigen gestohlen haben!! Eine grünliberale Spaßtruppe die uns mit ihren Nebenthemen ablenkt und somit politisch manipuliert ist dagegen überflüssig!

    Hier verweise ich auf die hochinteressanten Diskussionen im Strang zum Zusammenschluss von Linken, Rechten und religiösen Kräften gegen die Gobalisierer – so muss es laufen! Die oppositionellen Gruppen und Bewegungen müssen kooperieren, um den Mächtigen die Suppe zu versalzen! Die Piraten jedoch kann ich zu diesen oppositionellen Kräften wahrlich nicht hinzu rechnen.

  57. @Jean D: Diesen Link sollte sich mancher unbedarfter Piraten-Wähler mal zu Gemüte führen. Allein schon diese Sache mit dem Urheberrecht…wer würde von dessen „Reform“ denn profitieren? Die großkapitalistischen transnationalen Konzerne, welche kleine Firmen und einzelne Künstler dann völlig legal um ihre Rechte bringen können… Man kann sich ja schon denken, wie das in der Realität ablaufen würde, prophetische Gaben sind dazu wahrlich nicht erforderlich. Sollte dieser Unfug umgesetzt werden (vielleicht sogar mal wieder durch die Brüsseler Kommando-Eurokratie!), würden in die entsprechenden Erlasse natürlich Hintertürchen eingebaut werden, so dass die Konzerne trotzdem volles Urheberrecht besitzen und nur die mittleren und kleinen Firmen dieses verlieren. Das wird dann als ungewollter Schönheitsfehler entschuldigt werden, man habe sich bei der Gesetzgebung halt völlig unabsichtlich „vertan“… Und die Piraten werden sich dann feiern, weil es ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung sei, und sie werden hoch und heilig versprechen, die „Fehler“ in der Gesetzgebung bald (d. h. in Wirklichkeit: Niemals) zu korrigieren…

  58. @ MadAsHell
    „Dies ist ein grundsätzliches Problem auch Unkontrollierbarkeit genannt.
    Je mehr Daten, desto schwieriger
    Je mehr Nutzer, desto schwieriger
    Je mehr Kontrolleure, desto offensichtlicher
    und dann soll das auch noch asynchron geschehen ohne Fehler? Von Menschen? Nennt mich einen Pessimisten, aber das klappt nichtmal im Laborversuch, ..“

    Die Kybernetik kennt da schon eine (empirisch bestätigte) Möglichkeit, nämlich „Adjust the Adjusters“.

    Jedes System hat Steuer- und Kontrollgrößen. Sonst wäre eine Autopoiesis nicht einmal denkbar. Und tatsächlich ist sie Fakt.

  59. @Ingo Meyer: Um mir ein abschließendes Urteil über die PIRATEN bilden zu können, habe ich schlicht noch nicht genug Informationen aus erster Hand … ABER ich finde es absolut borniert, diese neue reale politische einfach ressentimentgeladen einfach runterzuputzen.

    Dazu fällt mir nur Tucholsky ein: „Bevor man in Deutschland lernt, sich die Nase zu putzen, beherrscht man bereits dieselbige zu rümpfen.“

    Ihr Bezug auf interessante Diskussionen sind ja nett, und in der Theorie sind solche Gedankenaustäusche zwischen Linken, Rechten und Religiösen ja auch putzig … nur wo sehen sie PRAKTISCH die entsprechenden Kräfte, die kurz- und mittelfristig wirkmächtige werden könnten?

    Die kreuzreaktionären Wutbürger, die zwar für den Erhalt eines kotzhässlichen Kopfbahnhof in Naziarchitektur und für den ausländerfreien Schulunterricht ihrer Sprösslinge auf die Straße und zur Volksabstimmung gehen, sich aber ein feuchten Kehricht um Kinderarmut, Hartz-IV-Unrecht, Verarmung etc. scheren? Die Islamisten, die – selbst eine supranationale Bewegung par excellence – nur ihr eigenes trübes Süppchen kochen wollen? Psychiatriebedürftige Mitmenschen, die nix bringen, außer wie eine tibetanische Gebetsmühle „mehr netto vom Brutto“ zu tröten? Eine Linke, die meist aus ressentimentgesteuerten und sich ewig zu kurz gekommen wähnenden Kleinbürgern, oft genug mit Schonarbeitsplatz im öffentlichen Dienst, besteht?

    Dagegen sind die PIRATEN ein echter Lichtblick!

    Solange die Betroffenen der asozialen Politik in Deutschland sich darin gefallen „auf dem Sofa zu sitzen und übel zu nehmen“ (schon wieder Tucholsky, wenn auch frei…) und ohne vorhergehende Bespaßung durch eine NRO ihren Arsch nicht auf die Straße kriegen, ist alles vergebene Liebesmüh’ bzw. folgenloses Rumgemaule.

    Nur mal so zum Vergleich: gegen eine dem Merkelregime ähnliche Politik gingen in Israel fünf Prozent der Bevölkerung zwecks Protest auf die Straße – in Deutschland wären das rund 4 Millionen. Können Sie sich realistischerweise eine solche Demonstration in Berlin vorstellen? Bingo!

  60. „ABER ich finde es absolut borniert, diese neue reale politische (?) einfach ressentimentgeladen einfach runterzuputzen.“

    Also ich kann dem, was Ingo geschrieben hat, nur voll zustimmen, insbesondere folgender Passage:

    „Was wir hier bestimmt nicht brauchen, ist eine neue „kreative“ Mischung aus Grünen und FDP, NOCH eine politisch korrekte Partei! Notwendig ist vielmehr eine soziale, volksnahe und durchaus auch patriotische Bewegung, welche endlich Schluß macht mit dem Eurowahn, dem ganzen überzogenen Ökogequatsche und dem absurden Randgruppenfetischismus sowie der erbärmlichen und unterdrückerischen politischen Korrektheit, welcher die Freibeuter, wie man es in den letzten Tagen im Fernsehen direkt miterleben konnte, exzessivst frönen …“

    Und, lieber Andreas, Sie wollen uns doch wohl nicht ernsthaft die „Piraten“ als eine LINKE Alternative zur „Linkspartei“ verkaufen.
    .

  61. „gegen eine dem Merkelregime ähnliche Politik gingen in Israel fünf Prozent der Bevölkerung zwecks Protest auf die Straße – in Deutschland wären das rund 4 Millionen. Können Sie sich realistischerweise eine solche Demonstration in Berlin vorstellen? Bingo!“

    ?
    Warum soll man sich das nicht vorstellen können? Das hatten wir doch 2004/2005 in Deutschland auch schon, und das führte damals bekanntlich zur Gründung der WASG … leider ging diese dann in der „Linkspartei/PDS“ auf, und Leute wie Lafontaine änderten nicht selbige, sondern wurden im Gegenteil von ihr in Richtung „Political Correctness“ umfunktioniert (und brachten außerdem auch selber aus der ideologisch sehr heterogenen WASG entsprechend gepolte Leute mit, die ebenfalls entsprechend tätig wurden, sodaß die Partei „Die Linke“ inzwischen deutlich „politisch korrekter“ ist, als es die alte PDS jemals war).

  62. Und einen Link hätte ich noch: In Berlin ist es bei den Wahlen offenbar zu gewissen…Unregelmäßigkeiten…gekommen.

    Durchaus dubios! So was sollte eigentlich nicht vorkommen, in unserer angeblichen Musterdemokratie. Die volle Wahrheit darüber werden wir wohl nie erfahren. Ich finde aber, diese bedenkliche Entwicklung passt ins Bild des allgemeinen gesellschaftlichen Verfalls.

    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1771393/Weitere-Panne-Wahlunterlagen-im-Muell-gefunden.html

  63. @Sixty: die PIRATEN sind sowenig links, wie sie sich auf die marx’sche Kritik der politischen Ökonomie berufen – also gar nicht, und insofern hatte ich und werde ich sie nicht als linke Alternative zur herrschenden Politik verkaufen. Das war auch nie meine Intention!

    Ich wehre mich nur gegen das – für sich genommen politisch korrekte – Herrunterschreiben derselbigen. Audiatur et altera pars!

    Als sprichwörtliches Sand im Getriebe können sie aber durchaus nützlich sein.

  64. @fatimaoezoguz: So wiederlich der Umgang mit den Stimmen der berliner Wahlbürger auch ist – wenn Sie jetzt das aber mit den Vorgängen bei und vorallem nach der Präsidentenwahl im Iran gleichsetzen, dann ist dies geradezu obszön! Dass selbst in der entwickelsten Demokratie es zu solchen Pannen kommt, dass auch manchmal bei der Stimmenauszählung „nachgeholfen“ wird – geschenkt. Hierzulande lässt aber niemand auf gegen ein gefälschtes Wahlergebnis Demonstrierende schießen!

  65. Den Iran als Vergleich heranzuziehen finde ich etwas unverhältnismäßig. Solche kleinen „Patzer“ passieren in jeder Demokratie. Wobei natürlich das eine oder andere die SPD etwas absacken lassen könnte (wenn auch nicht sehr).

    Im Iran hingegen wird manchmal schon so massiv betrogen, dass solche Patzer dort gar nicht ins Gewicht fallen würden.

  66. @ Blue: Ich verstehe nicht, was du da so vor sich hin formulierst, Tschuldigung! Du redest erst irgendwas von einer Demokratie, dann wechselst du im gleichen Satz völlig zusammenhangslos das Thema und kommst auf einmal auf Deutschland zu sprechen, und auf die Berlin-Wahl. Mir fehlt da der Zusammenhang!!

  67. @AndreaTT: Andreas, ich muss sie nun fragen: Wessen Interessen dienen Sie, warum agieren Sie hier offen auf Seiten der Herrschenden gegen die Bevölkerung, warum stellen Sie sich auf Seiten von Merkel, Westerwelle, Ackermann, Soros und der CDU, und unterstützen die verachtenswerte politisch angepasste orange (!) Piraten-Partei, welche den Herrschenden dient? Warum lehnen Sie dieses unmoralische System nicht ab??? Waum verharmlosen Sie die Berliner Unregelmäßigkeiten? Haben Sie etwas begründete Angst, dass bei einer Nachzählung die angepasst-konformistischen Piraten unter 5 Prozent fallen?

  68. @AndreasTT, Zitat: „Als sprichwörtliches Sand im Getriebe können sie aber durchaus nützlich sein.“

    Klar sind die sogenannten „Piraten“ Sand im Getriebe jeder Opposition und jedes Einigungsversuches von oppositionellen Kräften. Als dieser Sand werden sie von den Herrschenden ja auch gezielt ausgetreut! Und Sie finden das auch noch richtig? Da kann ich sagen: Pfui!!

    Entweder steht man auf Seiten des Volkes, oder aber auf Seiten seiner Gegner, des Finanzkapitales, des korrumpierten etablierten Parteinkartells und der Massenmedien, und deren neuester infamer und volksbetrügerischer Schöpfung, der „Piraten“…

  69. @Yilmaz: Danke, das freut mich! Habe bewusst hart formuliert, denn dieser medial inszenierte Hype um die Freibeuter nervt mich wirklich…

  70. @Ingo: Was verstehen sie denn bitteschön nicht? Ich habe lediglich aufgezeigt, dass der vergleich von Wahlbetrugen hier und im Iran unverhältnismäßig ist.

  71. @Blue: Mit Herrn Ingo Meyer zu diskutieren ist so, wie einen nassen Schwamm an die Wand nageln zu wollen; da wo ich gebürtig herkomme hält man es mit solchen Zeitgenossen wie folgt: „ah need ahmoal ignorieren“. Ausser Allgemeinplätzen aus dem Arsenal der sich ewig zu kurz gekommen Wähnenden, nichts zur Sache.

    Bei der Berichterstattung über die PIRATEN nicht den oft abwertenden Unterton gelesen bzw. gehört zu haben … na ja, wenn man wie Erich Honnecker unseligen Angedenkens daran festhält, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, dann ist’s halt so.

    Ach, Herr Meyer lassen Sie mich doch mit ihrem „Volk“ in Ruhe. Wer oder was ist denn und was macht es? Soll ich’s Ihnen sagen? Entweder es fühlt sich pudelwohl als Konsummonade, hockt stundenlang vor’m Privatfernsehen oder surft durch’s Internet und mault und mosert im privaten Kreis vor sich hin, oder es tut alles, um das bißchen Wohlstand, was ihm noch geblieben ist, ja nicht durch Engagement zu gefährden. Ja da sind mir die Nerds von den PIRATEN echt lieber! Und wenn sich mal Protest zeigt, dann von Seiten der Bionadebourgeoisie – für Ökoschnullipulli und Eliteschulen.

    Die Schuld an der Misere suchen Sie bitte nicht bei anderen; auch eine LINKE kann nur insoweit Systemopposition sein, wie Menschen auch auf die Straße gehen, sich empören und „Nein!“ sagen. Mit den ominösen „Herrschenden“ oder ein mustergültig verkürzten – Ackermann, Soros – System-, also Kapitalismuskritik brauchen Sie auch niemanden zu kommen – frei nach Brecht: Jedes Volk hat die herrschende Klasse, die es verdient oder mit dem Genossen Lenin: „Wenn die Deutschen Revolution machen und einen Bahnhof besetzen wollen, dann kaufen sie sich erstmal eine Bahnsteigkarte.“

  72. @Andreas: Er folgt halt einfach nur dem Schema „Wer nicht meinem Denken entspricht, ist gegen mich“ und die Piraten sind nur mal solche, deren Motive er noch nicht versteht. Dabei kann noch niemand sehen, was aus dieser Partei wird, man kann quasi nur abwarten und Tee trinken, es sei denn, man ist dort selbst engagiert. Diese Partei ist vielleicht nicht nun DER goldene Schein gegen die etablierten Parteien, aber in jedem Fall verleiht es der politischen Landschaft in Berlin etwas neues und jugendliches.

    Beim Rest gehe ich ebenso in Konsens mit ihnen. Man mag der Linkspartei vieles vorwerfen, aber momentan ist sie auchs ehr darauf bedacht, die eigene Wählerschaft zu halten, und wenn es zu radikal wird, dann wissen sie, dass ein Teil, der milder gestimmt ist, schnell wieder abspringen könnte. Ein Problem, das im übrigen alle großen Partein haben oder haben werden.

  73. Die Piratenpartei ?

    Nachdem sie vor zwei, drei Jahren in einem Strohfeuer verglüht war, ist sie nun mithilfe regierungs- UND SPD-naher Medien aus strategischen Gründen der Obskurität entrissen worden. Man hält die Piraten zu Recht für einen Haufen von geistig schlichten Nerds, traut ihnen aber immerhin zu, den Grünen Wähler abspenstig machen zu können – Erstwähler vor allem, die für gewöhnlich grün wählen, weil`s unter ahnungslosen jungen Leuten heute eben so üblich ist. Die Piraten verdanken ihre Rückkehr auf die große politische Bühne Erwägungen, die denen ähnlich sind, aufgrund welcher der mecklenburgische SPD-Filosof Brody Brodkorb sich eine rechtsliberale Partei wünscht, die den Unionsparteien ihre konservativen Wähler abspenstig macht (da eine erfolgreiche rechtspopulistische Partei auch im Revier der SPD wildern würde, müßte es sich um eine Partei handeln, die die wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen der Esterschwelle-FDP teilt). Die strukturelle Misere der Sozen beruht ja doch in erster Linie darauf, daß die SPD ihren linken Hinterhof nicht so saubergehalten hat, wie die Union ihren rechten. Ein Interesse daran, ein Wachstum der Grünen zur Volxpartei zu vereiteln, hat neben den Regierungsparteien natürlich auch die SPD. Die einzige Partei, die das grüne Monopol auf die virtuelle großstädtische boheme asociale brechen kann, sind die Piraten. Es darf sich eben nicht um eine Kraft handeln, die, falls sie Erfolg hat, auch in die Stammwählerschaften der SPD Breschen schlägt, und diese Gefahr ist bei den Piraten vorderhand so gering als nur möglich…

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