Veranstaltung am 23. März mit Max Otte, ehem. Botschafter Walter Suter, Elsässer/Erne u.a.
Das Buch von Jürgen Elsässer / Matthias Erne “Erfolgsmodell Schweiz: Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität” wird endlich in Berlin in großem Rahmen vorgestellt:
Am 23. März um 20 Uhr im Hotel Hilton am Gendarmenmarkt. Veranstalter ist die renommierte Preußische Gesellschaft.
Es sprechen:
Wirtschaftsprofessor und Bestsellerautor Max Otte (“Der Crash”);
der ehem Schweizer Botschafter in Venezuela, Walter Suter;
die Buchherausgeber Erne und Elsässer.
Bitte verbreitet diesen Termin weiter – und das Buch auch!
Und bitte nicht vergessen: VORHER ist noch eine andere wichtige Veranstaltung, nämlich die Buchvorstellung von Christoph Hörstels COMPACT-Band “Afghanistan/Pakistan – NATO am Wendepunkt” am 12. März in Berlin, Russisches Haus, Friedrichstr. 176, ebenfalls 20 Uhr.
Es folgt die Rezension von “Erfolgsmodell Schweiz” aus der aktuellen Ausgabe der 14-Tages-Schrift “Ossietzky”. Autor ist Paul Schreyer:
(Artikel Ossietzky Anfang)
Die Schweiz, von der andern Seite
In Zeiten staatlich angekaufter Daten-CDs und lebhafter Debatten über die Steuerflucht ins Land der Eidgenossen mutet es seltsam an, wenn ein Buch unter dem Titel „Erfolgsmodell Schweiz“ erscheint. Dabei ist jedoch keine versteckte Ironie im Spiel. Vielmehr handelt es sich um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Prinzipien des südlichen Nachbarn, die im Untertitel des in diesen Tagen veröffentlichten Bandes bereits zusammengefaßt werden: „Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität“.
Präsentiert wird eine kompakte Sammlung von Reden und Aufsätzen namhafter Autoren, zum Beispiel des ehemaligen Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes, Cornelio Sommaruga, einiger Schweizer Politiker (unter ihnen auch Verteidigungsministers Ueli Maurer) und Unternehmer sowie der Herausgeber des Buches, Jürgen Elsässer und Matthias Erne.
Die Texte bieten eine Sicht auf die Schweiz, die in deutschen Medien zumeist nur wenig Raum bekommt, was die Lektüre um so interessanter macht. Steuerhinterziehung, schreibt Elsässer, sei in jedem Fall unsozial und Strafwürdig, doch keineswegs Kern der Finanzkrise. Diese gehe vielmehr auf Operationen auf Offshore-Finanzplätzen wie den britischen Kanalinseln zurück, denen die G20 keinerlei Sanktionen androhten. Die massive Kritik an der Schweiz sei vorrangig eine Ablenkung – mit dem gewollten Nebeneffekt, das Image des demokratischen Modellstaats zu schädigen, so eine der Aussagen des Buches in Kürze.
Vieles erscheint nach der Lektüre schlüssig, in jedem Fall lädt der Band zu einer Debatte ein, in der beide Seiten zu Wort kommen. Paul Schreyer
Jürgen Elsässer / Matthias Erne (Hg.): „Erfolgsmodell Schweiz“, Kai Homilius Verlag, 160 Seiten, 8,80 €
(Artikel Ende)









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Apropos ‘Erfolgsmodell Schweiz’:
Wie ‘gantenbein’ richtig feststellt: Es kommt darauf an, aus welcher Perspektive man es sieht.
Nehmen wir die Perspektive derjenigen, die ganz unten sind: Derjenigen, die in der Schweiz wegen politischer Verfolgung im eigenen Land Asyl beantragt haben:
Nach dem neuen Asyl- und Ausländergesetz der Schweiz vom 1. Januar 2008 werden Anträge nur noch bearbeitet, wenn der Antragsteller innerhalb von 48 Stunden gültige Papiere vorzuweisen hat. Das Verfahren für die Anerkennung als Flüchtling wurde beschleunigt. Es gibt keine Sozialhilfe mehr, wenn ein Bewerber in dem beschleunigten Verfahren erst einmal abgelehnt wurde. Die Dauer der Abschiebehaft wurde verdoppelt, auf 24 Monate.
Selbst der EU-Kommissar für Flüchtlingsfragen, Franco Fratini, hat dieses Gesetz kritisiert und mit EU-Standards als unvereinbar hingestellt.
Man dürfe Asylanträge nicht einfach ignorieren, wenn der Antragsteller noch keine Papiere hat. Dieser Kritik schlossen sich an:
UNHCR, das UN-Flüchtlingshochkommissariat: das Schweizer Gesetz sei eines der härtesten in Europa, die Schweiz betätige sich als ‘Scharfmacher’. Es widerspreche sowohl der Genfer Konvention als auch der Menschenrechtskonvention.
Amnesty International und Human Rights Watch schlossen sich der Kritik an.
Vor Verabschiedung des Gesetzes kam es in mehreren Schweizer Städten zu Demonstrationen gegen das neue Gesetz, dessen Annahme dann später durch eine Volksabstimmung bestätigt wurde.
Das Schweizer Modell von unten betrachtet.