Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Grabschändung in der „jungen Welt“

Unter Genossinnen mit rotem Halstuch und mit Brecht-Darstellerin Käthe Reichel (ganz rechts): Elsässer in seiner Zeit als jW-Mitarbeiter, ca. 2007

Unter Genossinnen mit rotem Halstuch und mit Brecht-Darstellerin Käthe Reichel (ganz rechts): Elsässer in seiner Zeit als jW-Mitarbeiter, ca. 2007

Herr K. fleddert Werner Pirkers Leiche

Es gibt solche und solche Linke. Sieht und hört man Sahra Wagenknecht, denkt man oft: Mensch, die könnt ich wählen. Dann läuft einem einer von der anderen Sorte über den Weg und man ist wieder kuriert: Gott bewahre!

Mein alter Genosse und Freund Werner Pirker starb vor knapp zwei Wochen. Ich hab mich hier auf dem blog ausgeheult, und viele andere Weggefährten taten das auf ihre Weise ebenso. Selbst bei Pirkers (und meinen) geschworenenen Gegnern in der „Jungle World“ gab es einen Text, in dem man bei aller politischen Feindschaft menschliche Gefühle spürte. Der Nachruf in junge Welt, für die Werner seit 1995 arbeitete,  war voll Wärme geschrieben – von Christoph Meueler, einem der Sympathischen dort (obwohl er selten mit mir einer Meinung war). So hätten wir alle am (virtuellen) Grab stehen bleiben und, jeder auf seine Weise, an den Großen denken können.

Aber Leute wie Herr K. können das nicht. Fast zwei Wochen nach Werners Tod musste er, der Geschäftsführer der „jungen Welt“, die Totenruhe stören und die Leiche nochmal aus ihrem Grab zerren. Dabei hatte es, siehe oben, ja schon den sehr guten Nachruf von Meueler in „junge Welt“ gegeben! Warum also das Ganze? Herr K.s Spätlese hatte nur einen einzigen Sinn: Den Toten als Gespenst zu präsentieren, der das Publikum vor Elsässer warnt. Höhepunkt von K.s Suada ist zweifellos diese Passage:

(Zitat jW Anfang) Wenige Stunden vor seinem Tod habe ich mich mit Werner Pirker darüber unterhalten: Ausgerechnet Elsässer, der Werner und mir aus propagandistischen Gründen jahrelang Schwulen- und Judenhaß vorwarf, bekennt sich heute zu einer dezidiert nationalen Orientierung, verbrüdert sich mit Antisemiten und Rechtsradikalen und bekämpft Kampagnen gegen den Schwulenhaß an baden-württembergischen Schulen. Werner meinte nur: »Wieso, das Arschloch war doch schon immer homophob.«(Zitat jW Ende)

Was man aus dem Gruselkabinett der Weltgeschichte kennt, wird hier als Farce erneut aufgeführt: Ein Erbschleicher der Macht begründet seinen Anspruch mit der Empfehlung eines Gestorbenen, die außer ihm natürlich niemand gehört hat. Und wer Werner auch nur ein bisschen gekannt hat, weiß: Das A-Wort hat er gerne und häufig verwendet, gerne weanerisch mit Oa beginnend. Aber auf einen Terminus wie „homophob“, einen Retortenbegriff der politicial correctness, hätte er sich niemals positiv bezogen – ganz im Unterschied zu K., dem tapferen Kämpfer gegen den „Schwulenhaß an baden-württtembergischen Schulen“.

Aber K.s Leichenfledderei geht noch weiter. Um meine Trauer über Werner zu diskreditieren, macht er sein Publikum darauf aufmerksam, dass ich wenige Tage später auch über Wilhelm Hankel trauerte, der – so K. – „sonst eher in rechtsradikalen Postillen wie Nationalzeitung oder Junge Freiheit possierte“ (Rechtschreibfehler bei K. im Original).

Offensichtlich findet Herr K., man dürfe nur um einen Kommunisten trauern, nicht aber um einen „nationalkonservativen Wirtschaftswissenschaftler“ (K. über Hankel). Aber warum nicht? Sind nicht beides Menschen, die einem etwas bedeutet haben können? Sollen wir menschliche Gefühle – Liebe, Trauer, Schmerz, Leidenschaft – nach politischen Maßstäben sortieren und nur in eine Richtung zulassen, in die andere unterdrücken? Dürfen wir nur um die ruhmreichen Sowjetsoldaten trauern – aber nicht um die deutschen Bombenopfer in Dresden und anderswo?

Es gibt einige fundamental menschliche Werte und Umgangsformen, die stehen über dem politischen Streit. Dazu gehört die Pietät gegenüber den Toten. Man reißt eine Leiche nicht aus dem Sarg, um sie für kleinliches Hickhack zu instrumentalisieren. Man spuckt nicht auf das Grab eines Menschen, und sei es auch ein politischer Gegner. Wenn sich Herr K. mit mir auseinandersetzen will, findet er genug Anlässe bei mir – er muss nicht die Verstorbenen hineinziehen. Es gibt auch so etwas wie Anstand, und es gibt die Rücksicht auf die Hinterbliebenen.

Aber Leute wie Herr K. werden das niemals begreifen. Für diese Apparatschicks heiligt der Zweck die Mittel. Mit dieser Kälte gegenüber den Lebendigen – und den Toten! – haben sie die kommunistischen Ideale besudelt und werden es weiter tun.

Einsortiert unter:Uncategorized

28 Responses

  1. Da mißt einer die Toten mit zweierlei Maß. Willig im Vollstrecken, unfähig zu trauern. Woher kriecht so etwas Fruchtloses , was so dermaßen an den Rockschößen Biedermanns hängt?
    Dieser Herr K. von der jW bemüht tatsächlich die unterste Schublade. Seine Zeilen wirken, als plauderte er am Grabe zu seinen herbeigerufenen Lemuren. Es ist wahrlich mephistotelisch, für den eigenen kleinen Zweck diejenigen zu bemühen, die schon den großen Schritt zu den ewiglichen Dingen getan haben und das Klein-Klein der Niederungen hinter sich ließen. Ihnen zu gedenken ist das Eine. Aber als armer Wicht so zu fleddern, daß ist nichtmal erbärmlich.
    Diese kalte Schnoddrigkeit. Herrn K’s Leitsatz für „sein“ Medium ist mit bitteren Zitronenschrift heimlich an den Rand gekritzelt: Die „Anderen“ sind unser Unglück!

  2. Katzenvater sagt:

    Katzenvater sagt:

    25. Januar 2014 um 14:01

    Gestern sprach ich während eines gemeinsamen Essens mit einem vor der Pension stehenden Schuldirektor. Beginnend mit Demonstrationen gegen die Notstandgesetze startete im Jahr 1967 (mein eigenes Geburtsjahr!) sein politischer Werdegang. Wie eine -im wahrsten Sinne des Wortes- roten Linie setzte sich sein linker Kurs bis heute fort. Diesem Kurs innewohnende Begrifflichkeiten wie “Imperialismus” und Kapitalismus” kamen zur Sprache und wurden mit gleichen Erklärungsmustern bedacht. Wir kamen schnell zur Begrifflichkeit des “Faschismus” und ich muss zu meiner Überraschung gestehen, dass sich auch hier eine Affinität unserer Denke heraus kristallisierte. Meinem Denkanstoß, dass man den “Faschismus ” nicht nur rückwärtsgewandt betrachten dürfe, folgte er unwidersprochen. Wir kamen auf den Nenner, dass der heutige “Faschismus” die Krake der finanzoligarchischen Mächte ist, mithin eben der “globale Faschismus”! Und als Steigbügelhalter dieses neuen Faschismus müssen auch DIE Kräfte gelten, die für sich das Gute, das Antikapitalistische, die bessere Welt, eine gehobene (politische) Moral etc. auf ihre Fahne geheftet haben: die Antifaschisten! Nur zu treffend passt da das Zitat von Ignazio Silone: “Der neue Faschismus wird nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen, ich bin der Antifaschismus!”

    In der heutigen Ausgabe der JW wird ein Artikel zu Werner Pirker mit “National?, Antinational?, International!” überschrieben. Geschrieben von Dietmar Koschmieder. Es geht auch und gerade um Jürgen Elsässer. Erst wird dessen antideutsche Position und das Engagement für die Jungle World benannt. Dann heißt es: “Heute nennt er sich “bekennender Nationaler” und hat keinerlei Berührungsängste gegenüber dem rechten Sumpf”. Dann kommt das Übliche: Verbindungen zur “Jungen Freiheit”, zu NPD-Funktionären, es gäbe eine “absurde Querfrontstrategie” und eine “Einheitsfront mit bestimmten Kräften des deutschen Kapitals”. Und dann Zitat Koschmieder: “Wenige Stunden vor seinem Tod habe ich mich mit Werner Pirker darüber unterhalten. Ausgerechnet Elsässer, der Werner und mir aus propagandistischen Gründen jahrelang Schwulen- und Judenhass vorwarf, bekennt sich heute zu einer dezidiert nationalen Orientierung, verbrüdert sich mit Antisemiten und Rechtsradikalen und bekämpft Kampagnen gegen den Schwulenhass an baden-württembergischen Schulen. Werner meinte nur: “Wieso, das Arschloch war doch schon immer homophob”. Elsässer aber lügt selbst noch in seinem Nachruf: er und Werner hätten sich wieder zusammengefunden und seien ein Herz und eine Seele gewesen. (…) Mit der gleichen verlogenen Intention, mit der Elsässer Werner früher apologetisch als Nationalbolschewisten beschimpfte, versucht er heute eine demagogische Vereinnahmung, indem er ihn als nationalen Bruder umarmt. (…) Werner brachte es schon 1997 auf den Punkt: “National?, Antinational? Ist deren Problem. Wir sind international!”

    Typisch auch die JW als Vertreter der BRD-Linken: Patriotisch und Links geht nicht, auch hier bleibt der “Antifaschismus” hängen in alten Definitionen und wird der heutige Faschismus zumindest verharmlost, wenn nicht bewusst negiert!

    Jürgen, Du hast das Wort…

    Obiges hatte ich ja schon zum Thema „Nein zum Global-Faschismus“ geschrieben. Und dann schrieb ich: „Jürgen, Du hast das Wort“…und Du hast es auf beeindruckende und inhaltsschwere Weise auch ergriffen. Ich denke auch, dass in dem Nachruf der gute Werner instrumentalisiert wurde, um eine Breitseite gegen Dich im Besonderen und gegen linke Patrioten im Allgemeinen abzuschießen. Die JW wäre auch sonst ihrem heutigen Stil nicht treu geblieben…traurig, aber wahr!

  3. rubo sagt:

    Sehr gut und in Würde hat J. E. Herrn K. geantwortet. Ich achte Menschen besonders hoch, die fähig und willens sind, über ihre Einsichten, Wandlungen und Veränderungen im Laufe ihres politischen Lebens öffentlich zu sprechen, wie es Jürgen nach seinem Luzerner Vortrag auf Nachfrage der Zuhörer getan hat. Ich kenne viele andere (allgemein als Betonköpfe bezeichnet), die Änderungen des allgemeinen Umfelds in der Welt in ihre Denkvorgänge nicht einbeziehen
    können oder wollen.

  4. Wahr-Sager sagt:

    Was für ein erbärmliches Geschmiere einer wichtigtuerischen Zeitgeistnutte, die meint, moralisch unantastbar zu sein, indem sie nur häufig genug Worte wie „Antisemitismus“ oder „Rechtsradikalismus“ vor sich her trägt.

  5. Willi Winzig sagt:

    Ich kenne mich zwar nicht in den einzelnen Beziehungen aus. Aber dennoch finde auch ich das stil- wie pietätlos, wenn man den Tod einer Perösnlichkeit nur dazu nutzt, um Seitenstiche gegen Widersacher auszuteilen.

    Oalls Oaschlöcher sans…wo ‚d auch hiinschaosd…

    Oder um es nach Sokrates zu sagen:
    Sokrates ging eines Tages mit einer hellen Leuchte auf den gefüllten Marktplatz. Darauf angesprochen, warum er mit einer hellen Lampe mitten am Tage auf den Marktplatz gehe, sagte er, er suche nach wahren Menschen, nur fand er bisher keinen…

  6. das Arschloch, schon immer homophob,

    und

    der Werner und mir aus propagandistischen Gründen jahrelang Schwulen- und Judenhaß vorwarf

    ist auch wieder nur durch die Verblendung mittels gleißender Vokabulissen ein Satz, dessen Unmöglichkeit nach logischem Standpunkt ins Auge springen müsste; arme junge welt

    Aber: Dass Sie, Elsässer, sich aus abkürzerend zur Stigmatisierung (in einem Fall gar mittels eines Totschlag-Arguments, wie Sie dann eben später erst begriffen) hätten hinreißen lassen – wo spricht der Mann da wahr?

    Vierzehn Tage Totenruhe sollen auch reichen, ich versteh auch Ihre persönliche Betroffenheit, vielleicht, aber Pirker ist ja nun kein Teurer Toter, sondern – Sie legten das nahe? – ein
    zitationswerter Zeuge einer wichtigen meinungsbildenden Zeit. Wie der K. zu seiner Behauptung über Sie käme, ob Sie sich die Jacke anziehen müssen, oder ob er auch da nur „falsch zitiert“, hätte auch mein ein netter Beitrag sein können.

    (Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – Sie erwähnen es vielleicht nur nicht, weil es der durchschaubarste aller K.’schen Atacken war – aber in der Welt ist es nun eben doch …

  7. nicht – „mein netter Beitrag““ – soll heißen “ …e i n netter Beitrag …“

  8. Die JW, für das nicht wissende schnell, gab es schon im Osten; da war sie das Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend, dem „Deutsches Jungvolk“ vergleichbar;
    währen meiner Armeezeit, in den November/Dezembertagen 89, war sie in den Kasernen nicht mehr verfügbar.
    Sie war nicht mehr verfügbar, weil der Geist nicht mehr unterdrückbar war

    Daraus wurde schnell die Mär entwickelt, JW sei einst renitent gewesen …

  9. De mortuis nil nisi bene
    heißt nicht
    De mortuis nullum nisi bonum

    Und wird also im Allgemeinen falsch übersetzt und verwendet.

    „Bene“ ist nämlich ein Adverb und bezeichnet hier also die Art und Weise des Sprechens von dem Toten als gut im Sinne von ethisch und moralisch richtig.

    Dagegen hat Herr K. wohl verstoßen.

  10. Kant sagt:

    Na ja, hier bemühen Leute ihr Gedächtnis … und was wahr ist oder nicht (s.v. Schwulenhass- und Antisemitismus-Vorwürfe von JE gegenüber WP), da müsste mensch in den Archiven wühlen….
    Der Text vom Genossen DK ist kritisch gegenüber JE – na und ? Wer die Seiten gewechselt hat, der muss halt was aushalten können und sollte nicht gleich losflennen.

  11. VWL-gehoert-JW-Springer sagt:

    Danke für den wenn auch bittertraurigen Beitrag. Ich WAR, bin privat extremistisch tolerant, aber politisch DDRBewunderer und streng kritisch gegen jede prokapitalistische Propaganda. Ich bin froh, dass es JE als Institution gibt, weil patriotisches Fühlen, Denken und Volkseigentum am erwirtschafteten Reichtum zusammengehören. Aber eine Frage an den ehemaligen JW-Chef Redakteur: Warum setzen die noch immer auf verbiesterte Emanzen, vom Staat finanzierte Antifa,
    viagraresistente Intellektuelle, Asyl für ALLE, pro EU ???
    Warum findet die JW das toll, wenn die karrieregeile Wagenknecht (selbst in der DDR fand die absichtlich keine ordentliche Arbeit) in sogenannte Talkshows geht ? In diesen Brot und Spiele LIGHT Talkshows, sind die Sponsoren, das Jubelpublikum, die NWOTeilnehmer, das Thema, die Sendezeit doch so festgesetzt, dass so ne Wagenknecht sich nur lächerlich machen kann ? Also ich blick da NICHT durch.

  12. Richtiger sagt:

    Am besten wäre es, Herr K äußert sich selbst mal zu den hier vorgestellten Vorwürfen. Jürgen Elsässer, ich habe einen Vorschlag: stellen Sie ihn zu einer direkten Diskussion ! solche Dinge wie die Arschloch-Sache müssen von Mann zu Mann geklärt werden.

  13. Solaris Post sagt:

    Lieber JungeWelt-Geschäftsführer, liebe jw-Redaktion.

    Ihr solltet dringend an der korrekten Verwendung der Begriffe arbeiten.
    Hier ein paar Hinweise:

    Nationalismus:
    Das ist die Überbewertung und Idealisierung der eigenen Nation und Missachtung und Diskreditierung der anderen Nationen und Völker. Nationalistisch denkt und handelt auch wer die bestimmende Rolle der sozialen Fragen und der Klassenverhältnisse negiert.

    Nation:
    Bestimmend für eine Nation sind ethnische Merkmale, Sprache, Bindung an das heimatliche Territorium, Besonderheiten der Lebensweise und er Kultur, Gebräuche und Traditionen aller Art sowie das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit. Auch die Art des Wirtschaftssystems prägt eine Nation. Die kapitalistische Nation ist eine Entwicklungsform der kapitalistischen Gesellschaft. Diese kann nur bedingt als Gemeinschaft betrachtet werden, weil sie durch eine zunehmende soziale Ausdifferenzierung, durch Klassenwidersprüche und sich verschärfenden Klassenkampf charakterisiert ist.
    Im Stadium des Imperialismus entsteht ein immer tiefer werdender Konflikt zwischen den Interessen der Nation und denen der herrschenden Monopol-/Finanzkapitalisten.
    Das internationale Monopol- und Finanzkapital schafft „supranationale“ und transnationale Vereinigungen und Bündnisse mit dem Ziel die einzelnen Nationen rationeller auszubeuten.
    Der Prozess der Globalisierung und die wissenschaftlich-technische Entwicklung werden durch die Macht- und Verwertungsinteressen des Monopolkapitals bestimmt. Globalisierung ist mit gewaltsamer Angliederung, Unterwerfung und Ausbeutung schwächerer Nationen verbunden. Dadurch werden unversöhnliche Widersprüche produziert. Der Imperialismus verschärft die nationale Frage bis zum Entstehen von nationalen Befreiungsbewegungen.

    nationale Frage:
    Auch die nationale Frage stellt sich in der EU dringender denn je. Je mehr Ungleichbehandlung, Unterdrückung und Ausbeutung von kleineren und schwächeren Staaten
    institutionalisiert wird durch das herrschende Regime, je weniger demokratische Entscheidungsprozesse möglich sind und je unübersichtlicher und intransparenter das EU- System arbeitet, umso weniger legitimiert sind die Ergebnisse und Entscheidungen.
    Die einzelnen Nationen sehen sich benachteiligt und in ihrer Eigenschaft als souveräne Nationen nicht respektiert.

    Anti-national kann es demzufolge gar nicht geben, es sei denn man erklärt damit seinen Willen, den Menschen als soziales Wesen mit unterschiedlicher Herkunft und Kultur bekämpfen zu wollen. Diese Wortschöpfung stellt auf die herrschende Begriffsverwirrung ab. Es muss richtig heißen: anti-nationalistisch, was für Humanisten, Antiimperialisten und Liberale im besten Sinne eine Selbstverständlichkeit darstellt unnd sicher auch für Jürgen Elsässer.

    Internationalismus:
    Theorie und Praxis des gemeinsamen Kampfes der internationalen Arbeiterklasse für
    ihre politische und soziale Befreiung UND für ein auf Achtung, Selbstbestimmungsrecht, und Gleichberechtigung aller Völker und Nationen begründetes Zusammenleben in Frieden und Freundschaft. Auch dafür setzt Jürgen Elsässer sich ein, jederzeit hier nachlesbar.

    Antiimperialisten, Aufklärer und Humanisten haben die Pflicht auch die nationale Frage zu thematisieren. Und logischerweise sollte jeder politisch denkende Mensch inhaltlich die Bedeutung von Nation, Globalisierung und Internationalismus herausarbeiten dürfen, ohne deswegen diskriminiert oder verleumdet zu werden.

    Ach, übrigens: Nazis gibt es nicht mehr, die sind schon alle tot. Es gibt Neonazis, Rechtsextreme aller Art und natürlich Faschisten.

    Frage: Wem nützt eigentlich die in Reihen der Linken und Pseudolinken verbreitete Begriffsverwirrung?

    Viel Erfolg jedenfalls bei Euren Bemühungen um die deutsche Sprache.

    Mit sonnigen Grüßen

  14. schnehen sagt:

    @Kant

    Ich finde Ihren Beitrag überheblich und unverschämt. Jürgen Elsässer ist der letzte, der ‚losflennt‘. Sie sagen hinter der Tarnung Ihres Pseudonyms leichtfertig solche Sachen. Ich würde vorschlagen, dass Sie hier unter Ihrem Klarnamen auftreten und sich nicht länger den Namen eines großen deutschen Philosophen zulegen. Warum tun Sie das nicht? Haben Sie Angst?

    Auch stimmt es nicht, dass er nach seinem Rausschmiss bei der jw ‚die Seite gewechselt‘ hat. Richtig ist, dass die jw keinen klaren Standpunkt mehr hat, einfach nicht in der Lage, ist, einen klaren antiimperialistischen Standpunkt zu vertreten, so wie wir dies noch von Werner Pirker gewohnt waren, der dort nur noch Aushängeschild war. Elsässer hat sich weiterentwickelt, mit bestimmten Irrtümern, die er selbstkritisch eingesteht, abgerechnet hat (was ich ihm hoch anrechne, weil ich von mir selbst auch weiß, wie schwer dies ist) und steht haushoch über dem nach hinten ausschlagenden Herrn K.

    Wie heißt dieser K. eigentlich wirklich? Heißt er Herr Kleinbürg, Herr Kleingeist, Herr Kleinkariert, Herr Kinkerlitz, Herr Klugscheiß, Herr Knalltüt oder gar Herr Kotzbrock?). Wer kann mir das sagen?

  15. Kant sagt:

    @schnehen:
    … ich habe nicht Lust, Zeit und die Möglichkeiten (ein Archiv),die Behauptungen von Koschmieder zu prüfen und auch nicht die Entgegnung von JE.
    Ich lass es so stehen … und das hätte JE vielleicht auch tun sollen.
    Wenn Koschmieder sich an JE reiben will, soll er doch, aber warum dann hier dieser larmoyante Artikel nach dem Motto: der ganz Schlimme von der JW verleumdet mich ?

    Zum Namen Kant: … es gibt Leute, die heißen so.
    Ich zwar nicht, aber die Wahl dieses Namens hat etwas mit der Sympathie für diesen Philosophen und für sein Werk zu tun:
    z.B. für sein ‚Sapere aude‘ oder z.B. für seinen Kategor. Imperativ und seine Absage an Pfaffentum und Dunkelmänner …

    Zur JW: … bin seit einigen Jahren Genosse dort, weil ich die Zeitung und ihre antiimperialistische Ausrichtung einfach richtig finde und sie insgesamt journalistisch gut gemacht ist. .. und diese Qualität hing an Pirker, hängt an Mellenthin, an Rupp, Leukefeld, Wangerin, Jelpke u.v.a.m.

  16. Alfred Tetzlaff mein Ideologe. sagt:

    Kleiner Gedankensplitter. Kürzlich marschierten allerlei Linke und sich links nennende wieder an den Gräbern von Rosa und Karl auf. Aha, die Gräber haben das Dritte Reich also überlebt.
    Weniger Glück hatte da das Grab von Horst Wessel. Sowieso ständig geschändet und besudelt, wurden 2013 die Reste des zertrümmerte Grabsteins (von Wessels Vater, einem Pastor) auch noch abgeräumt. Das war der Evangelischen Kirchengemeinde ganz wichtig, weil da die falschen trauern. Und stolz verkündet man, daß die dennoch am geschändeten Ort niedergelegten Blumen und Kerzen allabendlich weggeräumt werden. Na, wenn das keine Zivilcourage ist…

  17. Louise sagt:

    Ich habe nicht die Zeit die anderen Beiträge zu lesen.
    Ich möchte zu dem Artikel schreiben, daß er mich überfordert.
    Ich habe keine Meinung dazu, wenn man das dritte Reich nicht ernst nimmt. Und dazu noch Bildung hat.
    „Verbrüdert sich mit Antisemiten und Rechtsradikalen“.

    Ich bin betroffen vom dritten Reich. Ich habe einen Großvater der ein halbes Jahr im KZ war, 1944.
    Und sehr wahrscheinlich habe ich einen spanisch-jüdischen Namen in der Familie.

    Ich habe den Artikel nicht zu Ende gelesen.

    Ich mag östlichen Antifaschismus lieber als westlichen, gemeint
    deutsch-deutsch.

  18. Anonymous sagt:

    schnehen – „Koschmieder“; Herr K. heißt Dieter Koschmieder
    nach
    https://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/01/25/nein-zum-global-faschismus/#comment-82955

  19. Dietmar, nicht Dieter, sorry

  20. schnehen sagt:

    Es ist gut, dass jedes Jahr im Januar an die bestialische Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch die deutsche Konterrevolution erinnert wird. Die beiden deutschen Revolutionäre wurden nach ihrer Gefangennahme und Ermordung durch Freikorpsleute in Berlin in den Landwehrkanal geworfen. Mit ihnen zusammen wurde damals auch Wilhelm Pieck, der spätere Präsident der DDR verhaftet, aber merkwürdigerweise schon nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

    Leider gedenkt man meist nur diesen bekannten Helden, die während des Ersten Weltkrieges in Deutschland einer erbarmungslosen Hetze und Verfolgung ausgesetzt waren. Rosa Luxemburg wurde 1916 verhaftet und eingekerkert. Aber an andere Leute, die es genauso wert wären, denkt man nicht:

    Zum Beispiel an Rudolf Herrnstadt oder Wilhelm Zaisser, die nach dem, aber auch schon vor dem 17. Juni 1953, einen zähen Kampf um die Demokratisierung der SED und um die Beendigung von Parteiklüngel, von Ulbricht-Diktatur und Administrieren von oben führten und dann als ‚parteifeindliche Fraktion‘ aus der SED ausgeschlossen wurden.

    Die Apparatschiks, die nie Wert auf innerparteilich Demokratie legten und hartnäckig ihre Macht und ihre Privilegien verteidigten, konnten sich bis zum Schluss in der SED behaupten, darunter der Ulbricht-Zögling Erich Honecker, der bei der Verleumdung der beiden hervorragenden deutschen Marxisten – der eine ein gestandener Spanien- und Ruhrkämpfer (der ehemalige Volksschullehrer Zaisser), der andere (der Journalist Herrnstadt) ein jüdischer Intellektueller, der jahrelang für die sowjetische Abwehr arbeitete und nach 1945 Chefredakteur des Neuen Deutschland wurde – eine unrühmliche Rolle spielte und sich durch seine Liebedienerei die Nachfolge von Ulbricht sicherte.

    Herrnstadt wurde von Ulbricht und seinem Spezi Frank Oelsner nach dem 17. Juni ‚Kapitulantentum‘ und ‚Sozialdemokratismus‘ vorgeworfen und Zaisser ‚Fraktionismus‘. Beide hatten in Wirklichkeit darum gekämpft, die SED stärker im Volk zu verankern. Beide starben nach ihrem Ausschluss aus der SED einen frühen Tod. Als Herrnstadt an einem Lungenleiden starb – ich glaube 1966 – durften keine Traueranzeigen in überregionalen Zeitungen erscheinen, nur in örtlichen. Ulbricht verfolgte seinen ärgsten und konsequentesten Kritiker noch über den Tod hinaus.

    Ich gedenke auch diesen deutschen Kommunisten, die keiner mehr kennt, die keiner mehr nennt, an die auch die junge Welt nie erinnert.

  21. Leprakäse sagt:

    Ganz so fleddernt fand ich das jetzt nicht. Da finde ich so manch eine „Meinung“, die in der Compact oder ihren Lesern vertreten wird, grauenvoller. Kritisiert wird, dass Elsässer versuchte, Pirker irgendwie mit seiner rechtskonservativen Schiene in Assoziation zu bringen (also das mit dem „Kommunist und national“). Und das Wort „Arschloch“ ist bei weitem nicht verletztend wie „Neger“. EIn Wort, dessen Erhalt viele Compactleser wollen.
    Lieber Elsässer. Geben Sie endlich zu, dass Sie schon längst weit rechts gelandet sind. Und ja Sie sind homophob. Unser einer verleugnet ja auch nicht, dass er den Kapitalismus beseitigen und eine sozialistische Ordnung schaffen möchte.

  22. schnehen sagt:

    @Leprakäse

    Sie denken in alten ausgetretenen Kategorien, die vielleicht noch vor vierzig oder fünfzig Jahren gültig waren, aber heute längst überholt sind.

    Wenn jemand den Stellenwert der Nation betont wie Jürgen Elsässer in einer Zeit, wo die Bilderberger, die Trilateralisten, die Wall Street Banker und ihr medialer Anhang, die City of London… daran gehen, ihre global faschistische Agenda sämtlichen noch einigermaßen funktionierenden Nationen aufzudrücken, um sie als letzte Bastion gegen die Pläne der Soros & Co klammheimlich funktionsunfähig zu machen (das jüngste Beispiel ist die Ukraine), dann ist er heute fortschrittlich und im alten Sinne ‚links‘ und nicht ‚rechts‘ anzusiedeln. Allerdings darf der, die Nation heute verteidigt, nicht vergessen, dass es in jeder kapitalistischen Nation im Grunde zwei Nationen gibt, nämlich eine herrschende Klasse und eine unterdrückte, und dass die herrschende Klasse, die Finanzoligarchie, eng mit den internationalen Globalfaschisten zusammenarbeitet. Diese Oligarchie ist antinational, ist pro-EU, pro-Nato, pro-Israel, pro-USA und kennt kein Vaterland, sie kennt nur den Maximalprofit, den schnellen Superprofit, der sich im Finanzgeschäft am schnellsten realisieren lässt, sie kennt nur Absatzmärkte, Kapitalexport, Arbeitsplatzabbau, Austeritätspolitik und Rohstoffklau, Ausplünderung ganzer Staaten durch Derivate und andere Finanzinstrumente, die es diesen Kräften ersparen, militärisch in ein anderes Land einzumarschieren, weil sie auch auf diese Weise sich die Reichtümer einer anderen Nationen aneignen können. Die antideutsche Deutsche Bank ist das beste Beispiel dafür.

    Nicht umsonst werden regelmäßig vier oder fünf ausgesuchte Vertreter und Hoffnungsträger aus Deutschland zu den jährlichen Bilderbergtreffen eingeladen, um dann die dort beschlossene Politik bei uns umzusetzen. Ein gutes Beispiel ist das Werkzeug Olaf Scholz mit seiner Law & Order-Politik in Hamburg (war Bilderberger in Sitges/Spanien). Diese Leute, dieser ‚Sozialdemokrat‘ ist ein Vertreter dieses Globalfaschismus und steht, wenn man die alten Begriffe verwendet, weit ‚rechts‘ von Leuten, die sich heute als Nationalisten verstehen.

    Neues Denken ist angesagt, Umdenken ist angesagt. Aber ich weiß, dass das schwerfällt.

  23. Leprakäse sagt: 29. Januar 2014 um 17:29

    Lieber Elsässer. Geben Sie endlich zu, dass Sie schon längst weit rechts gelandet sind. Und ja Sie sind homophob. Unser einer verleugnet ja auch nicht, dass er den Kapitalismus beseitigen und eine sozialistische Ordnung schaffen möchte.

    Mhm, denken Sie denn, JE wollte das nicht?

  24. Fischer | Freiweh sagt:

    Ach, lieber Herr Leprakäse,
    so so, Fritz Wolffheim und Karl Radek waren also auch rechtskonservativ? Was das Ganze nunmehr mit der Verwendung des Wortes „Neger“ zu tun hat, erschließt sich wohl auch nur Ihnen. Indessen trotzdem soviel: Sprachwächter und Blockwarte haben vieles gemein; gemein finde ich aber vor allem, daß solche, die sich höchstselbst in die linke Schublade stopfen, sich über die Verwendung althergebrachter Worte in einer Viertelstunde Hass echauffieren, sich aber schon lange auf die wohlige Seite der imperialen Ausbeuter des schwarzen Kontinentes geschlagen haben und bei den letzten und angekündigten kolonialen Kriegen höchstens mit den schmalen Schultern zucken. Wenn Sie in Worten kramen und drumherum ein System bereiten wollen, dann tun sie’s. Aber doch bitte nicht mit dieser Scheinheiligkeit der agonisch Angepassten. Einfach sagen: „Leute, ich plappere jetzt einfach mal ne Runde wirres Zeug. Wer bietet mehr?“ Wie wär’s damit?

  25. Wahr-Sager sagt:

    @Leprakäse (hört sich ziemlich ungenießbar an):

    Was genau ist „weit rechts“? Wie definiert sich diese Position? Das würde mich jetzt mal interessieren, zumal ich immer noch nicht weiß, was an „rechts“ so schlimm sein soll…

    Und „homophob“ – was soll diese Lobby-Vokabel aussagen? Dass jemand Angst haben soll, homosexuell zu sein, nur weil er nicht will, dass die Homo-Ehe mit der traditionellen Ehe gleichgestellt wird? Gehört es nicht gerade zur Toleranz dazu, auch die zu tolerieren, die Homosexualität nicht als normal empfinden (was im Übrigen nicht automatisch damit einhergeht, Homosexuelle abzuweisen!)?
    Mittlerweile wird dieses bekloppte Wort ja schon gebraucht, wenn in einer Werbung keine Homosexuellen vorkommen:
    http://klassenbewussterkleinbuerger.wordpress.com/2014/01/26/almighurt-ist-homophob-und-diskriminiert-samoaner/

    Beknackt – beknackter – Homo-Lobbyisten.

  26. Wahr-Sager sagt:

    Nachtrag: Inwiefern ist es verletzend, den Begriff „Neger“ zu gebrauchen? Haben sie ihn etwa mit „Nigger“ verwechselt? „Neger“ bedeutet einfach „negro“ (spanisch) bzw. „niger“ (lateinisch) und bedeutet „schwarz“. Erst eine findige Lobby, die sich gegen angebliche Diskriminierung richtet, hat daraus etwas Negatives konstruiert, um ihre Existenzberechtigung zu legitimieren.
    Tatsächlich verletzend dagegen ist die Verwendung von „Nazi“ für einen Deutschen, weil dieser damit bewusst in eine unterlegene Position gedrückt werden soll.

  27. Louise sagt:

    Fand ganz interessant, was meine Mutter zu Hitler sagt.
    Schrieb was zu Antifaschismus in West und Ost hier, weil für mich Herr K. das dritte Reich nicht ernst genommen hat mit seinen „Reflexionen“. Er hat für mich keinen Antifaschismus.
    Meine Mutter hat die Zeit erlebt.

    Sie sagt grausam war die Zeit, weil H. die einen Familien unterstützt hat, und die andren umgebracht hat.

    Abscheulich war das dritte Reich, weil so viel gestorben (und soviel auf furchtbare Weise).

    Durch die Einführung der Todesstrafe konnte man nicht mehr Denken was man wollte.

    Zu dem Jahr von 1944 sagt sie, es war ein besonders furchtbares Jahr, da war ihr Vater im KZ, man wollte Zeugen umbringen, weil man merkte es geht dem Ende zu.

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