Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Ich trauere um Werner Pirker!

BildKommunistisch und national: Ein großer Mann ist von uns gegangen.

Völlig überraschend verstarb der österreichische Kommunist Werner Pirker im Alter von 66 Jahren. Das hat mir wirklich einen schweren Schlag versetzt. Werner war ein Prachtkerl der alten Schule. Ein Kärntner Grantler, mit viel Liebe zum Volk und galligem Spott für die neulinke Randgruppenpolitik. Er gehörte zu den altmarxistischen Sauriern, die im Dschungel der 68er nie heimisch geworden sind und trotz ihrer großen Verdienste für die Arbeiterbewegung zunehmend unter Druck standen.

Werner und ich schrieben Anfang der neunziger Jahre für das Hamburger Monatsmagazin KONKRET. Als ich dann auf dem KONKRET-Ticket 1995 zur Tageszeitung Junge Welt ging, holte ich ihn nach. Schon nach zwei Jahren zerstritten wir uns furchtbar, weil ihm als orthodoxem Linken meine antideutschen Spinnereien überhaupt nicht einleuchteten. Als sich junge Welt spaltete, blieb er dabei, ich hingegen zog mit Jungle World und KONKRET weiter auf dem Sendero Luminoso des Antinationalismus. In dieser Phase haben wir uns bekämpft, und es gab viele böse Worte von beiden Seiten. Kaum war ich, befördert von dem externen Schock des 11. September, 2001 von meinen Verirrungen geheilt, fanden wir von einem Tag auf den anderen wieder zusammen und waren ein Herz und eine Seele. Das zeigt Werners Charakter, den eines Kommunisten der alten Schule: Die Inhalte kommen zuerst. Das Persönliche ordnet sich dem unter. Psycho-Gequatsche und Befindlichkeiten spielen keine Rolle.

Werner kommt aus einer alten Kärntner Arbeiterfamilie und schloss sich früh der österreichischen KP an. Die war damals betont national, und so war auch er, ein österreichischer Patriot. Werner verkämpfte sich schon Anfang der 1970er Jahre gegen die zionistischen Einflussversuche in der Linken und hielt diese Position bis zuletzt durch, was ihm dem Unsinnsvorwurf einbrachte, ein Antisemit zu sein. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR ging er als Korrespondent der Parteizeitung zwei (?) Jahre nach Moskau. Minutiös beschrieb er das neue kapitalistische Raubrittertum: die Goldmänner, die im Zuge der Perestrojka das Volkseigentum an sich rissen.

In der Jungen Welt war er Chefkommentator. Seine Texte waren die Kleinode unter vielem politisch-korrekten Ramsch. Er schrieb scharf und dialektisch, hegelianisch-leninistisch – eine aussterbende Kunstart, ein Genuss für Kenner, ein Anstoß für Neuleser. Nachdem ich bei der Jungen Welt gemobbt worden war, hielten wir weiter Kontakt. Meine dezidierte Hinwendung zu einer nationalen Orientierung hat ihn gefreut, aber natürlich hätte er es lieber bolschewistischer gehabt. Das wurde bei einem grünen Veltliner immer mal wieder diskutiert, aber jenseits der Promillegrenze überwog dann immer der gemeinsame Kampf gegen die globalistische und kleinbürgerliche Verluderung der Linken. Der österreichischen KP, die voll auf EU-Kurs ist, hat er schon lange den Rücken gekehrt und beteiligte sich letztes Jahr an Versuchen, in Form der PdA (Partei der Arbeit) eine Alternative in Österreich aufzubauen. Zum letzten Mal sahen wir uns irgendwann im Herbst 2012 und tranken mit unserem gemeinsamen Freund und Kollegen Hannes ein paar Fläschchen.

Es muss 2010 gewesen sein, als ich ihn überredete, eine Sammlung seiner Texte bei COMPACT herauszubringen. Am Schluss hat er mir doch freundlich abgesagt, denn das hätte vermutlich Ärger mit der Jungen Welt gebracht, und die war immerhin sein Brötchengeber. Nun ist zu hoffen, dass sich wenigstens postum ein Verlag dafür findet – auf dass er wenigstens in seinen Texten weiterlebe.

Werners Tod ist ein großer Verlust. Für mich ist er der erste aus meinen frühen Jahren, der gegangen ist. Ehrlich gesagt: Ich kann es nicht fassen.

Seinen Freunden und Angehörigen mein herzliches Beileid!

Und an Werner da oben: Dranbleiben! Es ist noch nicht zu Ende!

(Fotoquelle: kommunisten-online)

Einsortiert unter:Uncategorized

44 Responses

  1. Ziemer sagt:

    Werners Tod ist ein großer Verlust. Seinen Freunden und Angehörigen mein herzliches Beileid!

  2. schnehen sagt:

    Auch ich finde es sehr schade, dass Werner Pirker von uns gegangen ist! Ich habe seine Kommentare in der Jungen Welt, die ich oft morgens in einem Bochumer Café las, immer sehr gerne gelesen. Er hat mir sehr viele Anregungen gegeben, aber auch Erkenntnisse vermittelt. Er hat es wie kaum jemand verstanden, Dinge klar auf den Punkt zu bringen.

    Ich hatte auch den Eindruck, dass er einer Fraktion in der Jungen Welt angehörte, die, wie Jürgen Elsässer schreibt, dem Marxismus treu geblieben war.

    Las ich andere Artikel oder Kommentare in der jW, habe ich häufig ob der Blindheit der Verfasser vor der Gefahr des Zionismus mit dem Kopf geschüttelt. Ich glaube, dass die jW mit ihm eine große Stütze verloren hat und hoffe, dass sich jemand finden wird, der seine Nachfolge antritt.

  3. Fred sagt:

    Das sind äußerst schlechte Nachrichten heute!
    Sehr treffend formuliert: „… Seine Texte waren die Kleinode unter vielem politisch-korrekten Ramsch….“
    Vielen Dank dafür verehrter Werner Pirker! Ich werde Ihre Texte vermissen!

  4. Katzenvater sagt:

    O weh, das trifft mich jetzt aber überraschend und wie ein Hammer vor den Kopf!!!
    Werner Pirker war für mich im Grunde der einsame Rufer in der Wüste, weshalb ich mir zumindest noch sporadisch die JW im Hefte-Regal griff. Ansonsten war das Blatt für mich in jüngerer Vergangenheit fast völlig obsolet und unlesbar geworden. Allein die Kommentare zu Themen, die sonst bei Linken hiesiger Couleur kaum oder verzerrt Erwähnung fanden, begründeten schon die gelegentliche Lektüre der JW. Ich fragte mich schon immer, wie Werner dort bei diesem Blatt überhaupt noch tätig sein konnte. Nun, die wirtschaftliche Vernunft wird in der Tat ausschlaggebend gewesen sein. Vielleicht auch die Hoffnung auf Besserung in der Redaktion, zumindest aber die Gewissheit, die JW nicht gänzlich ohne Lichtblick ihren falschen Kurs zu überlassen. Sicherlich wäre vom Inhalt und vom Idealismus her der gute Werner besser bei COMPACT aufgehoben gewesen, ist es doch DIE Neuerung im Mediendschungel, welche die verkrusteten Barrieren auflöste und eine echte Alternative im nonkonformen Geiste schuf. Wo es nicht mehr Rechts und Links im alten Schubladendenken gibt, wo der Faschismus nicht nur rückwärtsgewandt definiert wird, wo linke Gedanken authentisch sind, weil sie patriotische Elemente zulassen, wo man alte Wirrungen und Fehler (danke Jürgen für Deine Offenheit bzgl. antideutscher Positionen in der Vergangenheit!) zugeben kann, kurzum: wo Werner wahrscheinlich eher hingehört hätte. Aber das schmälert nicht seine Leistung, seine Denke, sein Tun und Handeln! Nichts wird vergessen sein, denn tot ist man nur, wenn man vergessen ist!!!

    MÖGE ER IN FRIEDEN RUHEN!!!

  5. John sagt:

    Ich kannte Werner Pirker nicht, aber das was du über ihn schreibst, macht mich sehr neugierig. Thälmann war auch ein Patriot und ich bin dir dankbar, dass du, Jürgen, Werte wie Patriotismus und Familie nicht dem braunen Sumpf überlässt. Es ist unerträglich, dass der Kommunismus heutzutage immer mit der Weltverschwörung der Banker gegen die Völker gleichgesetzt wird. So wie du Werner beschreibst haben wir nun einen Kämpfer weniger.

  6. Obwohl ich nie das Glück hatte, Werner Pirker persönlch kennenzulernen, trauere auch ich um Werner Pirker.

    Werner Pirker war ein anständiger Kommunist alten Schlages, wie sie unseren Breiten immer seltener werden (Griechenland mit seiner KKE ist in dieser Beziehung viel besser dran) und ein glänzender Polemiker in der Tradition seines großen Landmannes Karl Kraus. Pirker hat nur wenige Male danebengehauen und meistens voll ins Schwarze getroffen : nicht unbedingt zur Freude jener einflußreichen Leute aus PDS/Linkspartei/Partei „Die Linke“, die aus dieser Partei einen schlechten Aufguss von SPD und GRÜNEN machen wollen und das Wort „Imperialismus“ höchstens noch im Flüsterton in den Mund nehmen.

    Pirker war einer meiner drei Lieblingsautoren aus der „Jungen Welt“ (die beiden anderen sind Rainer Rupp und Knut Mellenthin). Für seine Zeitung (die einzige deutsche Tageszeitung, deren außenpolitischer Teil sich der freiwilligen Gleichschaltung bisher standhaft verweigert) ist sein Tod ein großer Verlust. Die von ihm hinterlassene Lücke wird dort vorläufig nicht zu schließen sein.

  7. Harald Schmidt sagt:

    Als Juergen bei der „Jungen Welt“ rausgeschmissen wurde, haben alle gesagt: Mensch, er schreibt doch gar nicht anders als Werner Pirker. Jetzt ist er tot, das ist mehr als schade…ich habe den „schwarzen Kanal“ geliebt.Wer macht das jetzt weiter? Jetzt verliert die Linke einen hervorragenden Nationalbolschewisten, der sich hat das Gehirn nicht durch den Mainstream und die „political correctness“ verseuchen lassen. Uebrigens, Juergen, das fand ich gut, „meine antideutschen Spinnereien“, das zeugt von Selbstkritik…

  8. Kant sagt:

    … habe seine Texte auch sehr geschätzt – inhaltlich und sprachlich!
    Ein großer Verlust für die JW – ähnlich wie der von Chr. Semler für die taz …
    Ein Sammelband seiner Kommentare wäre ein journalist.-literarisches Denkmal – hoffe, es findet sich jemand, der das macht.

  9. Seinen Freunden und Angehörigen mein herzliches Beileid!

  10. Tom sagt:

    Ich kann mich dem nur anschließen, gar nicht auszudenken, die Junge Welt am Samstag aufzuschlagen, und keinen Veriss eines bürgerlichen Leitartikels in der Beilage „Arbeit und Faulheit“ von ihm zu finden.

  11. Herzliches Beileid!

    So ist es jeden Linken („ist, wo das Herz ist“) gegangen – blindwütiger Eiferer oder „von den eigenen Reihen“ verachtet, verraten, verkauft …

  12. So gesehe, sind Ihre, Herr Elsässer, und seine Biografie wieder völlig identisch …

  13. Y.Jones sagt:

    Mein Beileid Jürgen. Der Grund warum ich jw kaum bzw. garnicht mehr lese ist eben der, dass Leute wie Pirker eine Minderheit darstellten. Das wird jetzt sicher nicht besser ohne ihn.

  14. Pirx2 sagt:

    Scheiße!

  15. VWL-sagt- Danke sagt:

    Ein liebes Dankeschön für die sehr gefühlvolle, aufrichtige Abschiedsrede. Hab den Verstorbenen leider nie kennengelernt. Auch ich mag lebenslustige, scharfe, patriotische Kommunisten aus dem Arbeitermilieu und keine frustrierten, viagraresistenten NWOLinken ab A14 Besoldung, die ihre Heimat hassen.
    Kritik: Ihr beiden hättet vielleicht lieber roten Rioja/Reserva (das Lieblingsgetränk der Hundertjährigen) trinken sollen, satt diese vergiftete Weissweinbrühe.

  16. Rudolf Steinmetz sagt:

    Lieber Jürgen, mein Beileid zum Tod Deines Kumpels. Ich kenne Deine Erfahrung; sie hat sich mir seinerzeit eingebrannt, als ich dem Sarg meines Vaters folgte. Jedoch: ob kommunistisch oder national, weshalb ist Werners Ableben ein so großer Verlust für Dich? Weil er der erste ist aus den frühen Jahren, der gegangen ist – was aber ist daran so unfassbar? Gehen sie (die Toten) uns nicht allen voraus?
    Wohl die häufigste Todesursache von uns Männern über 50 ist der Gehirnschlag und der Herzinfarkt. Die Kräfte schwinden – und plötzlich kommt (innerlich) die Kante unseres Grabes in Sichtweite. Tritt das finale Faktum der Endlichkeit der eigenen Existenz ins Bewusstsein, so ist das oft ein Schock – nicht selten tödlich.
    Dieser Schock wiederholt sich, wenn nahestehende Menschen sterben, etwa Eltern oder Weggefährten. Dann öffnet sich zusätzlich ein mentales Loch: doch womit kann man es füllen?
    Es gibt (neben Alkohol und Schokolade) eigentlich nur Dreierlei, was nachhaltig hilft: Glaube, Hoffnung und Liebe.
    Die Botschaft an Werner: „da oben: Dranbleiben! Es ist noch nicht zu Ende!“, gründet auf der Hoffnung, dass es ein Leben nach dem Tode gibt – dass nach dem physischen Tod etwas übrig bleibt von uns, was zu seinem vorherbestimmten Platz in der Ewigkeit zurückkehrt, wie es uns schon Platon in seiner Anamnesis-Lehre mitteilt.
    Glaube aber, das lehren im Kern alle Religionen, setzt Wissen voraus. Aber jedes Wissen ist für die Katz`, wenn es sich nicht auf das Wissen über einen selbst gründet und damit über die eigenen Schwächen, sowie über die eigentliche Bestimmung des eigenen Lebens. Ein Fundamentalist (ob als Grüner, als Kommunist oder als Islamist) ist ein Mensch ohne dieses Fundament. Der Körper wird dann zum Grab der Seele.
    Diese spirituelle Psychologie ist leider aus der Mode gekommen, nicht zuletzt durch die falsche Wissenschaft von Sigismund Schlomo Freud, der mit seiner materialistischen Psychologie (nebst Derivaten wie der transpersonalen oder der humanistischen) diese überlebenswichtige Tradition zugedeckt hat.
    Noch im Mittelalter wussten die wirklich Frommen, dass die Ars Vivendi, also die Kunst des Lebens, die Ars Moriendi, die Kunst des Sterbens voraussetzt. Und für Mystiker ist der Tod die wahre Geburt. Diese Einsicht wächst auf dem Humus der Askese und der Liebe. Ohne diese „Kehre im Leben“ (Heidegger) ist alles verkehrt: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“, Adorno, Minima Moralia. Und ist es nicht so, dass sich alles, was wir gut gemeint anpacken, unversehens in sein Gegenteil verkehrt, siehe Horkheimer & Adorno, Die Dialektik der Aufklärung.
    Denn der Mensch denkt, und Gott lenkt. Und der Mensch dachte, und Gott lachte – sehr zum Verdrusse jener, die von einer „New World Order“ träumen, sei sie kapitalistisch, kommunistisch, antideutsch oder römisch-katholisch.
    Darin mag für uns alle Trost und Hoffnung liegen.

  17. Katzenvater sagt:

    Man sollte in Stille verharren und nicht gleich wieder „politisch“ werden, doch hätte es Werner sicherlich behagt, wenn man möglichst schnell wieder zum Streiten wider eine bessere Welt antreten würde!

    Dennoch möge hier mein aufrichtiges Beileid an die Familie, Freunde, Wegbereiter und Gesinnungsgenossen ausgesprochen sein. Dies bezieht auch und gerade Jürgen mit ein, dessen Trauer, Schmerz und Unfassbarkeit durch den Äther geradezu zu spüren ist!

    Bezeichnend -und fast entlarvend- ist ein Artikel in der heutigen JW, die ich mir ausnahmsweise des Anlasses wegen gekauft habe. Am Schluss heißt es dort: „…Daß diese Zeitung (also JW) konstant gegen diese Politik (Imperialismus etc.) kämpft, hat sie der Wut des Werner Pirker zu verdanken.“

    Nun, diese Wut kann da aber nicht so groß gewesen sein, denn sie hat auf die JW keinerlei Wirkung gehabt. Ich denke eher, dass es in der Tat eine Wut von Werner gab, die sich allerdings gegen den typischen Stil dieser BRD-Linkspostille richtete.

    Unter besagtem Artikel findet sich ein Text von Werner selbst, der am 25.4.2008 in der JW erschienen ist. Der Artikel ist mit „Im Zweifel für Israel – Mit seinem Bekenntnis zum Zionismus hat Gregor Gysi die Koordinaten linker Außenpolitik umgeworfen“. Dort heißt es am Schluss: „…Wäre er (Gysi) als Rechtsanwalt gefordert, würde Gysi auf „Im Zweifel immer für Israel“ plädieren.“

    Diese Kritik richtet sich in meinen Augen nicht nur gegen die Linkspartei, die Mainstream-Linke, die Antideutschen…

    Nein, auch hier wird gelegentlich (wie aktuell zum nicht zustande gekommenen No-Spy-Abkommen) Gysi positiv betrachtet, gar häufiger als fast „Patriot“ gesehen. Willy Brandt galt schon als „Patriot“ im COMPACT-Magazin. Beide waren bis zuletzt gegen die Wiedervereinigung und sind sicherlich keine Patrioten. Bei Brandt denke man auch an die große Verfolgung Andersdenkender (Linke), worunter sich viele patriotische Kommunisten befanden. Ja selbst ein Ströbele scheint gut weg zu kommen, weil er zu Snowden fuhr oder eine Anfrage an die Bundesregierung stellte, wie viele und in welcher Form sich US-Geheimdienste auf deutschem Boden tummeln. Ihnen geht’s um die Positionierung gegen die USA,
    alles richtig und rührig, aber „vergessen“ tun sie ihren Positionierung FÜR Deutschland! Damit aber sind sie quasi selbst „Atlantiker“! Werner hatte schon lange die richtige Positionierung auf seine Fahne geheftet. Die hieß nicht unbedingt JW, die hieß aber auch nicht Gysi, Brandt oder Ströbele.

    Natürlich kann etwas richtig sein, was die „Falschen“ sagen, man muss eben nur auf die Intention und das Interesse dahinter achten, was die Sagenden bezwecken…

    P.S. Auch und gerade die jeweilige Betrachtung zum Zionismus kann da viele Antworten geben. Ist denn z.B. die Hinwendung eines Großteils der Linken zu antideutschen Positionen nicht auch eine Hinwendung zu antiislamischen und antiarabischen Positionen?!?! Und damit eine Befürwortung des Imperialismus, in welchem Gewande auch immer?!?!

  18. Katzenvater sagt:

    P.S. Ich meine natürlich am Anfang: „zum Streiten FÜR eine bessere Welt antreten würde!“

    SORRY!!!

  19. Frank sagt:

    Meinem Lehrer würde ich auch so einen ehrbaren Nachruf widmen.
    Der Schüler muss das Werk des Lehrers weiterführen und in seinem Sinn verbessern, dat wollte der dahingegangene mit Sicherheit auch.
    Jeder braucht Vorbilder, oder etwa nicht?
    Ich kann mich schwer anfreunden damit, das es besondere Menschen gibt , jeder versucht doch im Kleinen die Balance zu waren, mit dem Grundsatz „jeder ist besser sich selbst der Nächste“

  20. Carlo sagt:

    Mein Beileid! Werners Kommentare habe ich immer gerne in der Jungen Welt gelesen.

  21. Ich habe es jetzt geschaftt, auch einen eigenen nachruf zu schreiben. Wer will kan den Nachruf
    „Sturmgeschütz des Antiimperialismus“: Zum Tode von Werner Pirker (1947-2013)
    auf meinem Blog http://hanswernerklausen.wordpress.com/ nachlesen

  22. JVG sagt:

    @hanswernerklausen – Superblog haben Sie! Eine große Sammlung von thematischen Informationen zu den Möchtegern-Hegemonen. Da werde ich immer mal vorbeischauen.

  23. hanswernerklausen sagt: 16. Januar 2014 um 13:19

    Werner Pirker war ein anständiger Kommunist alten Schlages, wie sie unseren Breiten immer seltener werden…

    …umso schmerzlicher ist der Verlust. Mein Beileid an alle, die davon betroffen sind.

    Leute, wir führen einen Krieg gegen uns selbst und glauben, da gäbe es etwas zu gewinnen.

    Laßt uns damit aufhören und dem Leben dienen, nicht dem Tod.

  24. Nachtrag: Der Tod kann jeden Ort zu einem Ort der Heilung machen, wenn er uns daran erinnert, daß wir kein Körper sind.

  25. Joachim Bullinger – hab ich Sie nicht als (betont bekennenden) Christen in Erinnerung (weil Sie nun so buddhistisch/hinduistisch klingen)?

  26. fatalist sagt:

    Für meinen Jugend-Freund & Weg-Genossen Werner Pirker: sein Tod ist ein herber Verlust für die Linke (auch in der jungen Welt)

    Veröffentlicht am 16. Januar 2014 von Hartmut Barth-Engelbart

    Bild: Belinda Wolff

    Jugendfreund ? Nun ja, wir waren knapp über die 20, als wir uns in Frankfurt getroffen haben und gefühlte 30 Jahre zusammen in zunächst der gefürchteten Uhland-Kommune und dann in der noch berüchtigteren Bäckerwegs-WG zusammenlebten, nächtelang zofften und soffen bis zum Flugbtätterverteilen im Morgengrauen. Drei-vier Jahre mitten (auch) unter solchen Edelproleten wie dem Kaufhausketten-Erben und Honda-Goldwing-Fahrer & MSB-Spartakus-Platzhirschen Herrant Vortisch, dem Chevi-Fahrer und US-Generalkonsuls-Sohn John Rubinow (oder war der Papa nur Leiter des US-Handelszentrums?) , dem Tel-Aviv-Amsterdamer Pelzgroßhandels-Sproß James Dorsey, etlichen späteren Bertelsmännern und -frauen, Mitfahrern auf der Achse des Guten, SPRINGER-Managern, SAP-Anwälten usw…

    http://www.barth-engelbart.de/?p=8590

  27. Ein Artikel aus der Feder Werner Pirkers, der zuerst in der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift „Hintergrund“ (Nr. 4/2013)
    veröffentlich war, ist jetzt auf der website http://www.hintergrund.de kostenfrei zugänglich

    Titel des Artikels
    Antiamerikanismus!
    Denunziation statt Argumentation. Wie Kritiker der USA zum Schweigen gebracht werden sollen –

  28. blechtrommler sagt: 18. Januar 2014 um 23:56

    Joachim Bullinger – hab ich Sie nicht als (betont bekennenden) Christen in Erinnerung (weil Sie nun so buddhistisch/hinduistisch klingen)?

    Wenn Sie das NT objektiv hermeneutisch auf seine Struktur hin abschichten, erschließt sich Ihnen saddharmapuṇḍarīkasūtra, das Sutra der Lotusblume vom wunderbaren Gesetz.

    Eine Wahrheit beliebt stets wahr. Unabhängig davon, wer sie ausspricht oder ob und wie sie in bestimmten Religionen benutzt wird.

  29. fatalist sagt: 19. Januar 2014 um 10:36

    Nun ja, wir waren knapp über die 20, als wir uns in Frankfurt getroffen haben und gefühlte 30 Jahre zusammen in zunächst der gefürchteten Uhland-Kommune und dann in der noch berüchtigteren Bäckerwegs-WG zusammenlebten, nächtelang zofften und soffen …

    Auch bei Dr. Flotte? Dann war ich auch ‚mal dabei, wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt. Der Krahl auch, das war der mit den vielen Pickeln…

  30. Joachim Bullinger – wozu dann das (N)T?

  31. Oder, konkret – as ich mir wirklich (bisher) nicht selbst zu beantworten vermag: ist es ebenso möglich, dass das NT nur eine liebgewordene Handlungsanweisung für Schafe ist, Editor nach wie vor der Zornige Gott, Der Herr über „Israel“?

  32. Es ist der moralische Antrieb immer mein Betrachtungsfilter bei der geistigen Inbesitznahme der „Weltereignisse“, und Sie verdächtige ich Selbigen, Herr Bullinger, darum (in einem „alten“ Tread) immer meine Entgleisungen zum „Religiösen“ …

  33. bei „Kommunisten Online“ dokumentiert

    ein ebenso weinerlicher wie denunziatorischer Leserbrief des „Genossen“ Ulrich Sander anläßlich einer Pirker-Polemik aus dem Jahre 2002

    Diese Leute müssen Werner Pirkers spitze Feder nun nicht mehr fürchten, doch sie werden auch viel schneller vergessen sein.

    http://kommunisten-online.de/Archive/blackchanel/ulrich_sander2.htm#Wie

  34. blechtrommler sagt: 19. Januar 2014 um 15:34

    Joachim Bullinger – wozu dann das (N)T?

    Damit jeder [jeder !] erkennen kann, daß das AT ungültig ist, weil von dem Christus aufgehoben und daß der Vulkangott Jahwe von Gott verworfen ist.

    Nix mit Strafe, Feuer und Schwefel, Verdammnis, Hölle und ähnlichem, rein phantasmatischen Unsinn…

    Gott liebt seinen Sohn! Und Jesus ist unser Bruder. Wir alle sind geliebte Kinder Gottes!

    Ich bin auch Du, denn auch Du bist Ich – und umgekehrt. Weil es halt nur ein Ich gibt! „Ich“ steht im Singular. „Iche“ gibt es nur in unserer falschen Ego-Vorstellung.

    Übrigens gibt es auch nur einen Geist. Und in seiner Ganzheit ist das der heile und heilende, Heilige Geist.

    Auch „Geister“ sind reine Phantasie und falsche Ego-Vorstellung.

    Merke: Das Ego steht vor den Dingen und verdeckt so die Sicht auf diese. Alles, was wir sehen, ist unsere Vorstellung.

    Wir sehen nie (!) die Dinge selbst. Jedenfalls nicht mit unseren physischen Augen.

  35. hanswernerklausen – die übliche Keule; daran sind sie vielleicht zu erkennen?! – danke für die Kenntnisgabe …

  36. J. Bullinger – Allgemeinplätze; solche kenn ich viele, danke dennoch!

  37. Wolfgang Eggert sagt:

    gerechter tribut einem titanen der aussenpolitischen wahrheit, der gottseidank nicht mehr in die bredouillie kam den sowjetkommunismus gegen machiavellistische aggressionen verteidigen zu „müssen“, die er zu recht den amerikanern ankreidete. wirtschaftlich lag dieser große geist allerdings schwer daneben. marx ist murks, und zwar ganz schwerer. den fehler der westlichen politiker, die großkapitalisten (die sie schließlich bezahlen) die restlichen 90% ausbeuten zu lassen macht der kommunismus durch die forderung, das proletariat an die spitze zu setzen spielend wieder wett. im ersten fall regieren die blutsauger, im letzteren – angeblich – die wenig innovativen malocher. das ist der grund, warum der „dritte weg“ – vom peronismus bis zu den „unappetitlicheren“ varianten – beiden vorgenannten varianten ökonomisch-sozial überlegen ist: sie ehren den innovativen mittelstand, nationalisieren das großkapital, und heben den 3. stand. sorry 2 say this, werner! schade dass wir nie darüber streiten durften. aber vielleicht gibt jesus dir da oben ja recht😉

  38. schnehen sagt:

    Ich meine, wir sollten an dieser Stelle nicht darüber diskutieren, ob Werner Pirker Recht hatte oder nicht, ob ‚Marx Murx war‘ oder nicht. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, wenn er sich mit den Quellen ausführlich befasst hat und sich ein eigenes Urteil gebildet hat.

    Werner Pirker war ein aufrechter Mann, ein Antiimperialist, der große Verdienste hat, und das ist entscheidend. Ich vermisse ihn und seine Kommentare sehr!

  39. Eveline sagt:

    @blechtrommler/sagt: J. Bullinger – Allgemeinplätze; solche kenn ich viele, danke dennoch!

    Die Wahrheit sagt sich nicht, der Verstand hat nur Zugriff auf unsere Worte.
    Sind Sie im Verstand, können Sie die Wahrheit nur umkreisen, Wahrheit können Sie nur fühlen. Sind Sie im tiefen Gefühl, z.B über Trance, können Sie nicht reden, oder nur so ein scheinbares zusammenhangsloses Zeug, das der Psychiater schon winkt.

    Im tiefen Gefühl ist alles grenzenlos und voller Vertrauen und Freude, aber schon etwa 1/4 Stunde später habe ich mir meinen Nachbar schon immer wieder sehr viel kritischer angeschaut.😳 Die Fülle ist z.Z noch nicht zu halten,

    Das hat alles mit den drei offiziellen Religionen nichts zu tun.
    Gott verbietet auch nichts, z.B Du sollst nicht töten…..es gibt keine Negation im Unterbewusstsein, denn die Menschen können nur verstehen : Du sollst töten. Kennt jeder, der Kinder hat. „Pass auf und lass das Glas nicht fallen“…..und es fällt.

    (Es gibt kein NEIN im Unterbewusstsein, keine Destruktivität, dafür haben wir den Einflüstere , das Ego. )

    Der Traum Europa zerplatzt, die Grenzen sind viel zu früh geöffnet, wir können die uns allen verbindende Kraft der Liebe nicht so fühlen und der Verstand ist hier völlig unbrauchbar.
    Die Spinner in Deutschland, die dieses Europa verzapft haben, sollten 7 Tage im Acker eingebuddelt werden, Kopf muss rausschauen, damit sie die Gesetze der Erde hautnah studieren können und von ihrer Luftgrütze geheilt werden.

  40. Wolfgang Eggert sagt:

    richtig schnehen, aber ich hab den leisen verdacht daß sich pirker irgendwo am firmament, von seinem (roten) stern herab am nicht endenden diskurs freut…

  41. KHH sagt:

    Die Junge Welt im Supermarkt zu kaufen, bedurfte meist des Kontrollblicks, ob ein Kommentar von Werner Pirker enthalten war. Schade, daß es diese Augenblicke nicht mehr gibt. Ich trauere um einen ganz großen des des deutschsprachigen Journalismus.

  42. katzenellenbogen sagt:

    So widerwärtig und abstoßend mir die Schwulen- und Israelanbeter, die bei jedem Schas „Diskriminierung“-Brüller, die Gender-Mainstreamer, die Inländerhasser und die germano- und katholophoben Künschtler und Intelellen sind, so bewunders- und liebenswert erschienen mir oft manche „old School“-Kommunisten, von denen wohl W.P. auch einer war.
    „Wenn wir noch beten könnten“(Freiligrath), würden wir seine Seele Gott empfehlen. Auf jeden Fall wünschen wir ihm:“ Schlaf wohl, du kleiner Trompeter…“
    Ich mag ein „Erzreaktionär“ sein, ich mach´ den A…löchern nicht die Freude, das winselnd zu bestreiten, aber ich hab mir schon oft gedacht. „Man kann zwar den Genossen lieben, den Zeitgenossen aber nicht“. (Das sollte immer die Schlusszeile jeder Strophe eines längeren Gedichtes werden, das mir aber nie gelungen ist, da hätte ich gern das Talent von Horst Tomeyer, der aber auch zum Reich des Bösen gehört)
    „Bald wirst du Karl Marx sehen“, das soll Deng Xiaoping zu dem sterbenden Mao Zedong gesagt haben. Ich weiß nicht, was Werner Pirker sehen wird, aber wenn es überhaupt etwas zu sehen gibt, dann wünsche ich ihm von ganzem Herzen, dass es etwas sehr Schönes ist.

  43. katzenellenbogen sagt: 22. Januar 2014 um 22:46

    “Bald wirst du Karl Marx sehen”, das soll Deng Xiaoping zu dem sterbenden Mao Zedong gesagt haben. Ich weiß nicht, was Werner Pirker sehen wird, aber wenn es überhaupt etwas zu sehen gibt, dann wünsche ich ihm von ganzem Herzen, dass es etwas sehr Schönes ist.

    Die Chancen dafür sind nicht schlecht. Wenn wir wach geworden sind und es uns gelingt zu individuieren, dann werden wir damit unteilbar und überstehen auch den Zerfall im Tod vollkommen unbeschadet.

  44. katzenelle – die Sportschau; und kennt alle Ergebnisse vorher; die Hölle!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Sellners cooler IB-T-Shirt-Shop


--

Kontakt

v.i.S.d.P. dieser Site: Jürgen Elsässer, c/o COMPACT-Magazin, Am Zernsee 9, 14542 Werder (elsaesser@compact-magazin.com)
Januar 2014
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
%d Bloggern gefällt das: