Elsässers Blog

19. September, Berlin: die Identitären kommen! Mit Sellner, Kubitschek, Elsässer. Halong-Hotel, Leipziger Str. 54, Beginn 19 Uhr

COMPACT über Wagenknecht und Goethe

Sahra_Wagenknecht_2012_1War Goethe ein Marxist? Auszug aus der aktuellen Ausgabe COMPACT 12/2013.

Den Artikel vollständigen lesen in der Printausgabe COMPACT 12/2013. Und denken Sie dran: Weihnachten naht! Es wäre doch schön, sich und/oder anderen ein COMPACT-Abo zu schenken? Einfach das Abo hier ausfüllen! Achtung: Der Neuabonnent ODER der Schenkende erhält als Aboprämie ein Buch bzw. eine DVD und ZUSÄTZLICH das schice COMPACT-T-Shirt mit „Mut zur Wahrheit“!!

Foto: wikimedia/xtranews.de

Auszug aus COMPACT 12/2013:

War Goethe ein Marxist?

Goethe und Wagenknecht: Die Linkspolitikerin sieht den Dichterfürsten als heimlichen Sozialisten. Dabei muss sie unter anderem seine Kritik am Papiergeldsystem ignorieren –  weil die über Marx hinausweist.

_von Andreas Rieger

«Während Löhne und Renten bestenfalls stagnieren, explodiert der Reichtum des deutschen Geldadels», kommentierte Sahra Wagenknecht Anfang Oktober die Rangliste «Die 500 reichsten Deutschen 2013» des Manager Magazins. Die Politikerin der Linken, die die Sache der Gerechtigkeit gerne auf ihre Fahne schreibt, war wieder einmal ganz in ihrem Element: Wortgewaltig prangerte sie in ihren zahlreichen Interviews die bekannten sozialen Schräglagen an.

Im Grunde läuft sich die derzeitige Vizefraktionschefin der Linken im Bundestag für höhere Aufgaben warm. (…)

Aber Sahra Wagenknecht beherrscht auch die leiseren Töne: Ende Oktober schrieb sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen längeren lesenswerten Beitrag über Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichterfürst ist laut Wagenknecht ein Visionär, der sogar die Gefahren einer «durchkommerzialisierten Gesellschaft» vor Marx sah. Sein Vermächtnis sei vor allem sein Gerechtigkeitssinn. Ist Goethe für sie «also gar ein Vorläufer der deutschen Linken»?

Hochzeit von Geist und Politik

Auslöser der Debatte um die politische Aktualität des wohl größten deutschen Dichters ist die neue Biographie von Rüdiger Safranski. Auf 650 Seiten schildert der Philosoph die wichtigsten Episoden im Leben des Meisters, seine Fähigkeiten, Abgründe, Höhepunkte, und schafft so eine faszinierende Einführung in das einmalige «Kunstwerk des Lebens». Goethes Forscherdrang hin zu den Phänomenen, die seltene Hochzeit von Geist und Politik in der Weimarer Zeit, sein unerschöpflicher Gestaltungswille, aber auch seine menschlich-allzumenschlichen Neigungen, Liebschaften und erotischen Abenteuer regen den Leser noch heute an. Und sei es auch nur, um festzustellen, dass so ein Leben heute eben nicht mehr möglich ist. Oder doch?

Auch Sahra Wagenknecht fühlt sich in dem Buch, das die Entwicklungsgeschichten menschlicher Größe in der deutschen Klassik aufzeigt, aber auch die zeitlosen Möglichkeiten von Verwandlung und geistiger Souveränität andeutet, ganz zu Hause. Sie lobt Safranski dafür, in Sachen Goethe nicht etwa der «Kleinmacherei» verfallen zu sein, sondern die «Selbstbestimmtheit, Souveränität und Freiheit» dieses Mannes herausgearbeitet zu haben. Safranski habe, so Wagenknecht, (…)

Zweifellos lebte Goethe selbst an der Schnittstelle zwischen alten Traditionen und der beginnenden Modernisierung einer ganzen Epoche. Hier setzt auch Wagenknecht an, die in dem Verhältnis Goethes zur Ökonomie – von ihrem politischen Standpunkt aus gesehen sicher nicht ganz absichtslos – das eigentliche Erbe des Dichters wittert und Safranski vorwirft, hier die geschichtliche Dimension Goethes eher zu unterschätzen. Goethe sei zwar kein Technikgegner gewesen, so Wagenknecht, er habe aber die «drohende Zerstörung von Kultur, Zivilisation und Humanität in einer durchkommerzialisierten Gesellschaft bereits lange vor Marx mit verblüffender Klarheit vorhergesehen».

Als wichtiger denn die Frage, ob er in revolutionären Zeiten Demokrat war, erweisen sich für sie dabei die Hinweise auf die Kernfrage, die schon Goethe damals durchaus bewusst war: das Problem der Verhinderung zu großer wirtschaftlicher Macht. (…)

Bei aller Sympathie für den Lobgesang auf die Charaktereigenschaften Goethes, die ihn für Sahra Wagenknecht beinahe schon alleine groß machen, darf man hier allerdings auch nicht (…)

Polarisierend und zeitlos

Immerhin: Obwohl Nietzsche das Denken Goethes als einen – für die Deutschen – «Zwischenfall ohne Folgen» definierte, beruft sich heute sogar der Chef der deutschen Bundesbank auf das diesbezügliche finanzpolitische Credo des Dichters. Mehr noch: «Goethe und das Geld» war 2012 Thema einer wichtigen Ausstellung inmitten des Finanzzentrums Frankfurt. Safranski mögen diese Zusammenhänge nicht wirklich interessieren, aber ist es ein Zufall, dass Sahra Wagenknecht das wichtige «Geldthema» inmitten der aktuell wütenden Banken- und Eurokrise übersieht?

Es lässt sich trefflich streiten, ob Goethe heute noch als Vordenker für ein anderes politisches Verständnis gelten kann. Angesichts der Ohnmacht gegenüber den gewaltigen Umgestaltungen seiner Epoche blieb er immer mehr Dichter als Politiker, und wohl schon deswegen auch zeitlebens den religiösen Fragen zugewandt. Will man das Politische, wie es ein Carl Schmitt zu tun pflegte, «als die eigene Frage als Gestalt» definieren, dann gehören für das ganzheitliche Denken Goethes immer auch der aktive Austausch mit Dichtung und Offenbarung dazu. Sein Erkenntnisverfahren ist immer auf das gleichberechtigte Erfahren von Innerem und Äußeren gerichtet: «Der Mensch kennt nur sich selbst, insofern er die Welt erkennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird.»

Der heute oft zu beobachtende Rückzug ins rein Geistige oder ins Private wäre für einen Goethe also keine Option gewesen. In den politischen Dingen blieb er dennoch Realist, (…)

Safranski fasst in seiner Biographie diesen Aspekt seiner Überzeugungen so zusammen: «Wenn man sich allzu sehr mit einem politischen Ganzen identifiziert, gerät man in die Gefahr des Kollektivismus.»

Überliefert ist eine Teerunde, in der Hegel über das Wesen der Dialektik dozierte, die – so Hegel – als Widerspruchsgeist jedem Mensch innewohne und als Gabe «Wahres» von «Falschem» unterscheiden ließe. «Wenn nur», wandte Goethe trocken ein, «solche geistigen Künste nicht häufig gemissbraucht und dazu verwendet werden würden, um das Falsche wahr und das Wahre falsch zu machen!» «Theorien», schrieb Goethe an anderer Stelle spöttisch, «sind gewöhnlich Übereilungen eines ungeduldigen Verstandes, der die Phänomene gern los sein möchte». So wirkt die tiefere Beschäftigung mit Goethe nach wie vor gegen die Anmaßungen, die jede mit religiösem Eifer vorgetragene Überzeugung – und sei es die Verlesung von Börsennachrichten – mit sich bringt.

Es ist zweifellos ein Phänomen und ein bleibender Verdienst Safranskis, dass die neue Biographie Goethes bereits in den Bestsellerlisten ganz oben steht. Das Vermächtnis des großen Mannes könnte – dies zeigt auch letztlich der Beitrag Wagenknechts – neue Debatten über die – je nach Sicht – Folgen oder Folgenlosigkeit des Wirkens dieses Genies anstiften. (…)
Ein anderer großer Denker, Martin Heidegger, hatte angesichts der schwindenden Gestaltungskraft des politischen Menschen ja bekanntermaßen und eher pessimistisch ausgerufen: «Nur ein Gott kann uns retten.»

Andreas Rieger ist Rechtsanwalt und Publizist. In COMPACT 10/2013 schrieb er über kritische zeitgenössische Denker wie den “großen Unbekannten” Botho Strauss.

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30 Responses

  1. Johann Wolfgang von Goethe

    Was die Weiber lieben und hassen,
    Das wollen wir ihnen gelten lassen;
    Wenn sie aber urteilen und meinen,
    Da will’s oft wunderlich erscheinen.

  2. Körnerpicker sagt:

    Wenn ich jemanden für einen „Marxisten“ halten würde, dann eher F.Schiller!

  3. Vafti sagt:

    Auf jeden Fall waren beide Freimaurer !
    Gruß Vafti

  4. Der Safranski ist brillant und die Wagenknecht ist es auch. Aber beide verfehlen eine imho entscheidende Dimension: Goethe war initiiert, ein Eingeweihter.

    Versehen mit der höchst seltenen Begabung, das Unanschauliche in seiner Komplexität so weit herunterzubrechen, daß es sich reimen konnte. Und wir uns einen Reim darauf machen können.

    Er konnte, wollte oder durfte die Dinge und Prozesse nicht explizit machen. Seine Implikationen und Präsuppositionen sind dafür umso deutlicher. Und in ihrer Deutlichkeit gewaltig, Ur-Gewaltig. Goethe zeigt uns ewig gültige Gesetzlichkeiten von Mensch und Welt.

    So, daß der BRD-Neusprech mit „Fack ju, Göhte“ reagiert und die Vorzüge von netten und per se ganz tollen, kriminellen Mihigrus propagiert, welche die verarmte scheißdeutsche Kultur mal so richtig aufmischen und allein mit ihrer schieren Präsenz so bereichern, daß selbst Schule wieder funktional und menschlich wird.

  5. Noch zu Goethe

    Nur der Adept kennt das Geheimnis des Devachan. Goethe zeigt es uns implizit sehr deutlich, indem er die Sonne tönen läßt.

    Faust im Himmel, in der geistigen Welt, ist umgeben von Devas. Und da tönt die Sonne, da tönen die Sphären:

    Die Sonne tönt nach alter Weise
    In Brudersphären Wettgesang,
    Und ihre vorgeschriebne Reise
    Vollendet sie mit Donnergang

  6. schnehen sagt:

    Warum muss man Goethe gleich mit Wagenknecht in Verbindung bringen, nur weil sie mal einen Vortrag zu Goethe gehalten hat? Warum misst man Leute an Vorträgen, die zur Selbstdarstellung dienen? Bleiben wir doch einfach mal bei Goethe selbst und seinem unsterblichen Werk und lassen wir Vergleiche sein, ob er mehr ahnte, wusste oder vorhersagte als Marx oder umgekehrt.

    Wenn ich an Goethe denke und ihn auf unsere heutige Zeit beziehe, fällt mir ein Gedicht ein, das ich mal auswendig wusste. Jetzt habe ich es wieder gefunden. Es ging so:

    Die Freuden

    Es flattert um die Quelle
    Die wechseln Libelle,
    Mich freut sie lange schon;
    Bald dunkel und bald helle,
    Wie das Chamäleon,
    Bald rot, bald blau,
    Bald blau, bald grün.

    ‚O dass ich in der Nähe
    Doch ihre Farben sähe!‘

    Sie schwirrt und schwebet, rastet nie!
    Doch still, sie setzt sich an die Weiden.

    ‚Da hab‘ ich sie! Da hab‘ ich sie!‘

    Und nun betracht‘ ich sie genau,
    Und seh‘ ein traurig dunkles Blau.
    So geht es dir, Zergliedrer deiner Freuden!

    Dieses Gedicht fasst Goethes Weltanschauung in wenigen Worten zusammen:

    1. Das Verlangen, etwas haben und besitzen zu wollen, zerstört die Freuden des Lebens, zerstört das Leben und die Natur letztlich selbst (‚wird ein traurig dunkles Blau‘). Haben wird schnell zur Machtgier, die sich immer mehr steigert, so dass man nur noch auf Kosten anderer etwas haben kann, wozu man dann eines Tages Kapital braucht, das sich wiederum vermehren will und schon sind wir bei Kapitalismus und Ausbeutung angelangt.

    2. Goethe steht, wie sich der Psychoanalytiker Erich Fromm in ‚Haben oder Sein‘ ausdrückt, für die Existenzweise des Seins, er ist Anwalt des Lebens und ‚Kämpfer gegen die Zerstückelung und Mechanisierung des Menschens‘ und genau das hat er mit Marx gemeinsam (vgl. seine Ökonomischen und Philosophischen Manuskripte).

    Marx erkannte, dass nicht durch ein paar kleine Reformen an den Höfen der Herzöge (Goethe war Berater des Weimarer Herzogs und setzte auf Reformen statt auf französische Revolutionen), sondern nur durch die Erkämpfung einer völlig neuen, sozialistischen Gesellschaft die Existenzweise des Seins, die des Lebens, die der vollen Selbstverwirklichung des Menschen, die des Respekts vor der ‚Libelle‘, also vor der Natur, für die breite Masse verwirklicht werden kann.

    Goethe war Humanist und Reformer, Marx war Humanist und Revolutionär. Das Erbe dieser beiden großen Deutschen gilt es zu bewahren und zu pflegen. Was aber falsch ist, ist, sie gegeneinander zu stellen.

    Es gilt heute als Konsequenz hieraus, Goethe und Marx wieder zu lesen, sich dieses Kulturerbe wieder anzueignen, statt den einen in den Himmel zu heben und den anderen ins Totenreich zu verbannen, wie es bei uns Mode geworden ist.

  7. Kant sagt:

    Der schwerreiche Patriziersohn Göthe hat eine Karriere gemacht, die es vergleichsweise heute auch noch gibt: Geboren mit goldenem Löffel im Mund, gehätschelt und gehegt, ein paar Jährchen revoluzzt und spätestens ab Einstellung beim Hofe zu Weimar ein ‚bald geadelter Knecht‘ des Herzogs und der feudalen Kaste.
    Fürstenerziehung als Programm war schon immer zum Scheitern verurteilt … und Göthe hatte das wohl nie wirklich vor (im Gegensatz zu Schiller!) –
    Sarah hat im Sinne der alten Erbe-Theorie Göthe heimholen wollen bzw. das referiert, was mensch in der DDR-Literatur-geschichte schon vorexerziert hatte! …. aber der olle Göthe bleibt schwere Kost für Marxisten … und die kluge Sarah wird sich bei solchen Bemühungen
    bloß den Magen verderben.
    Aber immerhin zeigt sie, was sie so alles drauf hat … im Gegensatz zu so derb-tumben Frauen wie die Nahles.

  8. Brigitte sagt:

    „Aber immerhin zeigt sie, was sie so alles draufhat….“

    und, ganz wichtig nicht zu vergessen: sie ist für ihr Alter immer noch die knackigste Politikerin und hätte durchaus mehr Auswahl an Männern gehabt, als sich nun grade an Oskar ranzuschmeißen – man fragt sich, wie das mit den beiden im Bett funktionieren soll ???!!

    Aber da wird sie sicher keine Interviews drüber machen.

  9. Frank sagt:

    „Wenn die Untergebenen aufhören zu kriechen, hören die Herrschenden auf zu herrschen.“
    Das war nicht Göthe aber der Name wurde bereits erwähnt.🙂

  10. Vafti sagt:

    „Die 500 reichsten Deutschen“…mag ja schön und gut sein,
    aber wirklich reich, sind doch Diejenigen, die ihren Reichtum
    vor dem Staat verheimlichen können !!
    Hier finden wir auch alle anderen Großverbrechen…
    die etwas mit Korruption oder Steuerhinterziehung zutun
    haben (!) und ohne gestoppt zu werden, sich in der heute
    vogelfreien Marktwirtschaft und Politik „der Demokratie“
    ergießen.
    Wirklich reich und mächtig sind nämlich Die,über die der
    offizielle Journalist und seine Journaille nicht schreiben
    oder berichten darf!
    Und, so, kann man sie auch „erkennen bzw. sehen“ !!
    Über wen,gut gesprochen wird…ist einer von denen;
    Über wen offiziell negativ gesprochen wird, ist „den Herr-
    schenden“ im Weg…also keiner von denen !!
    Gruß an alle souveränen…Vafti

  11. sivispacemcoleiustitiam sagt:

    @Brigitte:

    …Es gibt einfach Dinge im Leben, da versuche ich nach Kräften meine Phantasie zu zügeln… Das betrifft unter anderem auch Deine Frage….😉

    Zum Artikelinhalt: Es war schon immer so, daß jedwede Politiker versuch(t)en geschichtsträchtige Dichter, Philosophen, Feldherren, Entdecker, Erfinder & Genies für sich einzunehmen und sich mangels eigener Standpunkten und Charisma besser darzustellen…
    Auch die Linken poltern nach des Volkes Maul am Rednerpult der Macht, predigen am Fließband, wie lecker das H²O doch sei…trinken aber dennoch Wein…

  12. Eveline sagt:

    Goethe lässt Mephisto sagen: „Ich bin die Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft“ oder umgekehrt.

    Ein sehr oft gehörter Satz in der Esoterik, – auch von sehr hohen Geistern – um damit das Böse als ein notwendiges Übel hinzunehmen.

    Aber Goethe war ein Initiierter, bedeutet, er verkrüppelte seinen Geist nicht mit der materiellen Dualität,
    sondern schaute und wusste um, da Freimaurer, der Mensch stammt nicht vom Affen ab.

    Mit diesem obigen Satz lassen sich nämlich gut alle Kriegszüge erklären…..

  13. JVG sagt:

    @Frank – auch Zitate wollen korrekt wiedergegeben werden;-)

    Deshalb Frage in die Runde: wer hat eine genaue Quelle? Die meisten Einträge, die man im Netz findet lauten so:

    http://www.veitblog.de/zitatekiste-friedrich-schiller

    Ich habe aber die genaue Quelle „verlegt“…:-(

  14. JVG sagt:

    Dieses Zitat von Goethe steht im Faust I und soll laut Dr. Lanka in der Urfassung (Uraufführung) absichtlich von Goethe rausgelassen und später wieder eingefügt worden sein:

    „Hier war die Arznei, die Patienten starben und niemand fragte, wer genas, so haben wir mit höllischen Latwergen, in diesen Tälern, diesen Bergen weit schlimmer als die Pest getobt, ich selbst habe das Gift an Tausende gegeben, sie welkten hin, ich muss erleben, dass man die frechen Mörder lobt.“

    Also Goethe wußte schon, was läuft! Und im Gegensatz zu Schiller ist er nie zu weit gegangen. Deshalb hat man ihn ja auch nicht behelligt, Schiller schon. Bei dem wurde der Tod auch schon früher gemeldet als tatsächlich geschehen (wie bei WTC7). In der offiziellen Geschichtsschreibung findet man davon natürlich nichts.

    In der Schule war mir Faust
    ein Graus,
    heute nach Kenntnis von Verschwörungenstuß
    ein Genuß.

  15. JVG sagt:

    @Brigitte – diese Aussage hätte ich jetzt maximal (wenn überhaupt) von einem Mann erwartet, nicht von einer Frau…;-)

  16. JVG sagt:

    @schnehen – das ist unglaublich! Ja klar, diese Interpretation!

    Ich stimme voll mit Ihnen überein, das müssen wir uns wieder und neu aneignen. Und das muß auch in die Schule, natürlich nicht so wie früher, das es graust, sondern richtig.

  17. Die Pentos-Gruppe innerhalb der SPD konnte – vermutlich durch ihren hohen Lehreranteil – das “Fack ju, Göhte” Paradigma des gegenderten Schulungs-Mainstreams der Bunten Republik in Deutschland derart wirkungsmächtig operationalisieren und durchsetzen, daß rund 30.000 der bislang eingetroffenen 300.000 SPD-Mitglieder-Stimmen über die große Koalition ungültig sind.

    Hurra! Ein großer Sieg des Genderismus und der Bildungsreform!

    Aber warum sind nur die Gegenstimmen ungültig? Ist das schon ein Zeichen von Vermerkelung infolge Groko? Oder einfach nur clever und smart?

    Ach was, da war wieder einmal dieser seltsame Gott der BRD im Spiel, namens Zufall, Vorname Reiner. Reiner Zufall alles.

  18. Würde Goethe heute nach Italien reisen, so fände er vielleicht sein Wohlgefallen an dem Movimento dei Forcon:

    Il Movimento dei Forconi è un’Associazione di agricoltori, pastori, allevatori stanchi del disinteresse quando non del maltrattamento da parte delle istituzioni.

    So, das ist gelebte und lebendige Querfont! Und die wächst schneller, als die Herrschenden gucken können.

  19. Der Gott der Heugabel. Deus ex Arbeitsgerät. Sehr schön…

  20. Eveline sagt:

    Die Leiden des Lichts,
    Noch eine Seite Goethes, der eines ganzheitlichen Wissenschaftlers. Seine Farbenlehre, er sprach hier von den Leiden des Lichts, …..
    widersprach Newtons mechanistischem Weltbild, denn Newton stellte zwar universelle Gesetze auf, aber nur für 4 Prozent, für die sichtbare Welt.
    Kein Handy funktioniert nach dem Newtonschen Weltbild,

    Schade das Goethe nicht gesiegt hat, dafür Newtons Weltbild, welches bis heute noch gilt, uns wären die Kriege erspart geblieben und all der uns heute umgebende Wahnsinn.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/goethes-farbenlehre-die-taten-und-leiden-des-lichts-11010484.html

  21. schnehen sagt:

    @JVG

    Ja – Goethe an die Schule und richtig vermitteln, aber auch Marx müsste an die Schulen, denn er gehört zum nationalen deutschen Kulturerbe genauso wie Walter von der Vogelweide, Schiller, Heine, Rilke, Lessing, Brecht, Kleist, Thomas und Heinrich Mann, Christa Wolf, Willi Bredel, Erich Kästner und viele andere. Aber wer entscheidet das letztendlich? Es sind die Kultusminister bzw. die Kultusministerkonferenz, und diese Damen und Herrn haben daran heute kein Interesse. Sie reagieren nur im Auftrag ihrer jeweiligen Partei, es sind bornierte Parteipolitiker ohne jeden Anflug von Kultur und Belesenheit (bei gewissen Ausnahmen). Sie reagieren, wenn es darum geht, den Schulterschluss zwischen Wirtschaft (spricht Finanzkapital und Großkonzernen) und Schule noch enger zu schließen (z. B. in Sachen Berufsvorbereitung) oder die ‚transatlantische Freundschaft‘ (sprich die deutsche Unterordnung unter USraelische Interessen) noch intensiver zu pflegen und was das bedeutet, wissen wir. Sie reagieren und werden rührig, wenn es darum geht, Großverlagen, die eng mit der Hochfinanz verbunden sind, wie Bertelsmann die Tore zu unseren Bildungseinrichtungen noch weiter zu öffnen. Bertelsmänner und Bertelsfrauen führen heute eifrig Lehrerfortbildungen durch.

    Diese Verlage bringen ja ohnehin schon die Lehrwerke heraus, die sogar relativ unabhängig von Kultusministerkonferenzen unsere Schulen erreichen, und diese Lehrwerke sind schlicht und einfach grausam, vor allem was den Inhalt, was die Ideologie, die still in den Texten verborgen ist, angeht. Das betrifft nicht nur Geschichts-oder Politikbücher, sondern auch z. B. Sprachbücher. Man müsste diese ‚Werke‘ (Machwerke wäre wohl das bessere Wort) mal auf orwellschen Neusprech, Euphemismen, auf Stereotypen, Desinformation, antikommunistische Schablonen, Antisozialismus, Antihumanismus und Geschichtslügen etc. abklopfen und darauf, was sie an wichtigen Informationen für eine ganzheitliche, umfassende Bildung und Informiertheit unseren Schülern vorenthalten.

    Der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann hat mal gesagt: Wenn ihr, liebe Schüler, eine Lüge in euren Geschichtsbüchern findet, dann reißt die Seite heraus! So viele Seiten kann man heute gar nicht mehr herausreißen. Das ganze Buch müsste man dann wegwerfen.

    Also das, was Sie oder ich sagen, kann man fordern, aber es ändert sich nichts. Wir brauchen eine ganz neue Politik. Ein Ruck muss durch dieses verschaukelte Land gehen, ein frischer politischer Wind muss wehen – winds of change!

  22. Frank sagt:

    @schnehen
    „Wenn ihr, liebe Schüler, eine Lüge in euren Geschichtsbüchern findet, dann reißt die Seite heraus!“

    Ich halte das für eine Worthülse, wohlwissend geäußert, weil Schüler noch nicht in der Lage sind eine Lüge zu erkennen, die Weisheit kommt erst mit dem Alter und den Erfahrungen oder?

    Hilflose und dumme kann man so führen aber nicht die anderen.

  23. Frank sagt:

    JVG sagt:

    12. Dezember 2013 um 16:45

    @Frank – auch Zitate wollen korrekt wiedergegeben werden;-)

    Es kommt auf die Seite des Betrachter an, der „Kleine“ baut möglicherweise seine Position in den Vordergrund, verändert so das Zitat, sprich seine Position zum Anfang des Satzes, ob Schiller überhaupt geahnt hat, was wir mal daraus machen werden? Es ist interessant das wir darüber sprechen.

    mfg

  24. Oswald Spengler sagt:

    Ob Goethe ein Agent der City of London war, ich bezweifle es.Marx war es mit Sicherheit.Seine Werke sind eine komplette Verdrehung von Machiavelli.Sie erzeugen falsches Klassenbewusstsein.

  25. besucher sagt:

    ich dachte laut Andreas Abu Bakr Rieger wäre Goethe ein Moslem? Jetzt tendiert man Richtung Marxismus, andere werden sagen er war Humanist und libertär…für die ganz Scharfen ist er ein teil der freimaurerischen Weltverschwörung. Herrlich🙂

  26. queermom sagt:

    Sehr geehrte(r) JVC!

    Ich sehe Ihren Punkt oben nicht. M.E. haben Sie durch geschickt gelegten Schnitt Goethes Aussage verfälscht. Sieht man die Aussage komplett, so beschreibt er doch den ganz normalen Fortgang jeder Wissenschaft vom größeren zum stets kleineren Irrtum. (Wobei Faust zugegeben am Ende pessimistisch ist. Allerdings war wohl schon zu Goethes Zeit die Pest besiegt, weshalb erkennbar ist, dass er seinen Helden in diesem Pessimismus absichtlich irren läßt.)
    Goethe war wohl Freimaurer, aber das hieß zu der Zeit nur „im Dienste der Klassik und Frankreichs gegen die von England ausgehaltenen Romantiker“.

    JVC zitiert Goethe:
    “Hier war die Arznei, die Patienten starben und niemand fragte, wer genas, so haben wir mit höllischen Latwergen, in diesen Tälern, diesen Bergen weit schlimmer als die Pest getobt, ich selbst habe das Gift an Tausende gegeben, sie welkten hin, ich muss erleben, dass man die frechen Mörder lobt.”

    Zitat JVC:
    „Also Goethe wußte schon, was läuft! Und im Gegensatz zu Schiller ist er nie zu weit gegangen. Deshalb hat man ihn ja auch nicht behelligt, Schiller schon. Bei dem wurde der Tod auch schon früher gemeldet als tatsächlich geschehen (wie bei WTC7). In der offiziellen Geschichtsschreibung findet man davon natürlich nichts.“

    Zitat Goethe Faust I:
    „WAGNER:
    Welch ein Gefühl mußt du, o großer Mann,
    Bei der Verehrung dieser Menge haben!
    O glücklich, wer von seinen Gaben
    Solch einen Vorteil ziehen kann!
    Der Vater zeigt dich seinem Knaben,
    Ein jeder fragt und drängt und eilt,
    Die Fiedel stockt, der Tänzer weilt.
    Du gehst, in Reihen stehen sie,
    Die Mützen fliegen in die Höh;
    Und wenig fehlt, so beugten sich die Knie,
    Als käm das Venerabile.
    FAUST:
    Nur wenig Schritte noch hinauf zu jenem Stein,
    Hier wollen wir von unsrer Wandrung rasten.
    Hier saß ich oft gedankenvoll allein
    Und quälte mich mit Beten und mit Fasten.
    An Hoffnung reich, im Glauben fest,
    Mit Tränen, Seufzen, Händeringen
    Dacht ich das Ende jener Pest
    Vom Herrn des Himmels zu erzwingen.
    Der Menge Beifall tönt mir nun wie Hohn.
    O könntest du in meinem Innern lesen,
    Wie wenig Vater und Sohn
    Solch eines Ruhmes wert gewesen!
    Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,
    Der über die Natur und ihre heil’gen Kreise
    In Redlichkeit, jedoch auf seine Weise,
    Mit grillenhafter Mühe sann;
    Der, in Gesellschaft von Adepten,
    Sich in die schwarze Küche schloß,
    Und, nach unendlichen Rezepten,
    Das Widrige zusammengoß.
    Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
    Im lauen Bad der Lilie vermählt,
    Und beide dann mit offnem Flammenfeuer
    Aus einem Brautgemach ins andere gequält.
    Erschien darauf mit bunten Farben
    Die junge Königin im Glas,
    Hier war die Arzenei, die Patienten starben,
    Und niemand fragte: wer genas?
    So haben wir mit höllischen Latwergen
    In diesen Tälern, diesen Bergen
    Weit schlimmer als die Pest getobt.
    Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben:
    Sie welkten hin, ich muß erleben,
    Daß man die frechen Mörder lobt.WAGNER:
    Wie könnt Ihr Euch darum betrüben!
    Tut nicht ein braver Mann genug,
    Die Kunst, die man ihm übertrug,
    Gewissenhaft und pünktlich auszuüben?
    Wenn du als Jüngling deinen Vater ehrst,
    So wirst du gern von ihm empfangen;
    Wenn du als Mann die Wissenschaft vermehrst,
    So kann dein Sohn zu höhrem Ziel gelangen.
    FAUST:
    O glücklich, wer noch hoffen kann,
    Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
    Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
    Und was man weiß, kann man nicht brauchen.
    Doch laß uns dieser Stunde schönes Gut
    Durch solchen Trübsinn nicht verkümmern!…“

  27. JVG sagt:

    @queermom – Sie unterstellen mir geschickt gelegte Verfälschung? Hallo?

    Mal abgesehen, daß es um genau diese Stelle ging, ändert der Gesamttext die Aussage nicht. Es geht nicht um die Pest. Es geht um absichtlich bzw. bekannt nicht wirksame oder gar schädliche, aber trotzdem eingesetzte Arzneien.

    Das Meer des Irrtums ist m.E. auch nicht wirklich ein Meer des Irrtums. Anders hätte er es kaum darstellen können. In den folgenden 2 Zeilen blickt das durch.

    Wie ist heute bitte die Situation in einigen Bereichen der Medizin? Genau so!

    Mit der Medizin wird teilweise das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Mehr Impfschäden als verhinderte Erkrankungen. Auf den Packungsbeilagen finden sich regelmäßig die Krankheiten als Nebenwirkungen, gegen die die Medikamente wirken sollen. Und sie treten ein.

    Medikamente werden verabreicht, obwohl wenig hilfreich, besser Wirkendes nicht bezahlt oder verboten.

    Regierungen werden bestochen (und lassen sich bestechen), um schädliche Medikamente zuzulassen.

    Und nach einer anonymen Befragung unter Onkologen würden nur wenige Prozent dieser die gleiche Behandlung an sich durchführen lassen, für die sie bei ihren Patienten Unsummen einstreichen.

    Eine ähnliche Situation beschreibt m.E. Goethe. Das Zitat gibt genau das wieder.

  28. queermom zitiert am15. Dezember 2013 um 10:46
    FAUST:
    O glücklich, wer noch hoffen kann,
    Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
    Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
    Und was man weiß, kann man nicht brauchen.

    Ich zitiere mich dazu ‚mal selbst:

    Das Wissen, das „man“ uns Menschen von außen vermittelt, macht uns dumm und krank. Das Wissen aber, das sich (sein Ich) in unsere leere Mitte öffnet und diese damit füllt und erfüllt, dieses Wissen macht uns gescheit, integer, wieder heil und gesund. Weil es bewußtes Wissen ist und zugleich eine wissende Kraft. Es ist eine gute, wissende und heilende Kraft, die um das weiß, was sie will und wie selbstverständlich bewirkt, weil sie durch das Verständnis des eigenen Selbst wirkt.

    http://drbullinger.de/1.html

  29. Eveline sagt:

    S. Wagenknecht — J. W. Goethe

    In ihren DDR Schuljahren hungerte Sara, weil sie nicht an den Wehrkunde Unterricht teilnehmen wollte. ….Thema : Selbstverteidigung.

    Demgegenüber verfasste sie ihre Doktorarbeit nur auf Englisch – da geht aber jetzt ein anständiger Riss durchs Gemüt.

    In ihrer Arbeit bemühte sie die hohe Mathematik, es heisst, sie suchte und probierte eine Formel ,um das Sparvermögen im Niedrig -lohnsektor voraus zurechen. Für die nächste Agenda.
    Vielleicht glaubt sie mit einer Formel den auf Krieg gebürsteten Amerikanern nebst ihren EU Vasallen zu überzeugen….
    was ein Spiel.

    Anders Goethe, er dichtete mit und im deutschen Geiste.

    Es war die Art zu allen Zeiten, Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten. 😏

  30. schnehen sagt:

    @Oswald Spengler

    ‚Marx war mit Sicherheit ein Agent der City of London‘. Können Sie das anhand von Fakten belegen?

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COMPACT- Buchreihe (das publizistische Brüderchen von COMPACT-Magazin)

Kommentarregeln auf diesem blog

1.) Auf dem blog kann jedermann kommentieren. Die Einschränkung auf COMPACT-Abonnenten wird aufgehoben. (Ersatzweise wird das Angebot auf der offiziellen COMPACT-Seite www.compact-magazin.com ausgebaut). 2.) Auf diesem blog werden keine Diskussionen über die Jahre 1933 bis 1945 geführt. Holocaust-Leugner, Hitler- und Stalinfans mögen sich anderswo abreagieren. Auf diesem blog wird über das HIER UND HEUTE diskutiert. 3.) Auf diesem blog wird niemand beleidigt und auch keine "Rache" gegenüber Politikern angedroht. Kritik kann scharf sein, aber die Persönlichkeitsrechte auch des politischen Gegners und die Bestimmungen des Strafgesetzbuches sind zu beachten. 4) Kommentare müssen sich auf das Thema meines Beitrages beziehen. Wer offtopic postet, riskiert die Löschung – es sei denn, ein Thema fesselt mich echt. 5) Pingpong zwischen zwei Personen ist nur erlaubt, wenn es sich auf das Thema meines Beitrages bezieht. 6) Gegen Schmähreden und persönliche Beleidigungen will ich schärfer vorgehen. Die Schärfe hängt von meiner Tageslaune ab. 7) Copy&Paste-Kommentare werden gelöscht. Strengt Euren Grips an und formuliert selbst. Beiträge, die sich nicht an diese Punkte halten, werden ohne Erklärung gelöscht, auch wenn sie neben den Verstößen Sinnvolles beinhalten.

Kontakt

v.i.S.d.P. dieser Site: Jürgen Elsässer, c/o COMPACT-Magazin, Am Zernsee 9, 14542 Werder (elsaesser@compact-magazin.com)
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