Elsässers Blog

19. September, Berlin: die Identitären kommen! Mit Sellner, Kubitschek, Elsässer. Halong-Hotel, Leipziger Str. 54, Beginn 19 Uhr

Wie Tron er-selbst-mordet wurde

us imperialismus004Whistleblower sterben einsam. Ein Beispiel aus Deutschland…

aus: COMPACT 10/2013

 

Whistleblower sterben einsam

_von Jan Gaspard

Im Oktober 1998 wurde der talentierteste deutsche Hacker Tron erhängt in einem Berliner Park aufgefunden. Er war für Geheimdienste und Großkonzerne zur Gefahr geworden – und damit war nicht der einzige.

++++

„Ein Mitglied des Chaos Computer Clubs (CCC), bekannt unter dem Namen Tron, ist gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei spricht von mutmaßlichem Selbstmord. Wir können uns das nicht vorstellen“, hieß es in einer Mitteilung des CC Ende Oktober 1998. „Knackte er einen Code zuviel…?“, fragte damals auch Bild.

Tron, eigentlich Boris Floricic, war trotz seiner Jugend – er starb mit gerade 26 Jahren! – das Wunderkind der deutschen Hacker-Szene. Er hatte eine „Wunderkarte“ produziert, eine falsche Telefonkarte, die sich selbständig wieder aufladen konnte. Meiner Meinung nach war zum Beispiel auch der Zusammenbruch des Medien-Imperiums von Leo Kirch (Sat1, Pro7) eigentlich Tron zu verdanken: Er entschlüsselte noch kurz vor seinem Tod die Codierung der Pay-TV-Schlüssel von Premiere, nur um zu zeigen, wie schlecht das alles gesichert war. Irgendwer stellte Trons Hack damals ins Internet (ohne sein Wissen), was man anhand einer versteckten „Signatur“ von Tron im Programm-Code seiner Arbeit nachvollziehen konnte. Wenig später stieg Bertelsmann bei Premiere aus – vermutlich, weil Tron bewiesen hatte, dass diese Verschlüsselungen für Pay-TV niemals sicher sein würden, was das Risiko von Investitionen in diesem Bereich damals ins Unermessliche steigerte), Kirch ging daraufhin langsam das Geld aus und musste seinen Konzern verkaufen.

Trons bekannteste Erfindung war das „Cryptophon“, ein ISDN-Telefon mit integrierter Sprachverschlüsselung, das er im Wintersemester 1997/1998 im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Technischen Fachhochschule Berlin entwickelt hatte. Es sollte später zu „Cryptron“ weiterentwickelt werden, welches auch Datenverbindungen hätte verschlüsseln können. Beide Systeme zusammen hätten Spionageprogramme wie Prism von Anfang an ins Leere laufen lassen können, umso mehr, als Tron so simple Technik verwendete, dass sie sich jeder für kleines Geld mit Material  aus dem Baumarkt hätte nachbauen können. „Ihm traute man zu, Codes von Geheimdiensten zu dechiffrieren. Hatte er jetzt ihre Computer angezapft?“, fragte die Bild-Zeitung.

Diie Ermittlungsbehörden bezeichneten – nach anfänglichen Zweifeln – Trons Tod schließlich als Selbstmord. Aber sie können nach wie vor nicht erklären, wieso er sich in einem Park in Berlin-Britz Süd mit einem Gürtel erhängt haben soll, der nie ihm gehört hat. Oder warum er am 22. Oktober 1998 (als er gefunden wurde) noch ein Nudelgericht mit einer ganz speziellen Basilikum-Sorte im Verdauungstrakt hatte (so das Obduktionsergebnis), wie er es nachweislich zuletzt am 17. Oktober gegessen hatte – dem Tag seines Verschwindens. Der Verdacht des Rechtsanwaltes Johnny Eisenberg: Tron muss bereits am 17. Oktober unter Fremdeinwirkung gestorben sein; danach wurde seine Leiche „postmortal gekühlt“. Und nie geklärt wurde auch, was denn eigentlich das Motiv gewesen sein sollte für Tron, sich das Leben zu nehmen. Denn außer den offiziellen Ermittlern hatte keiner aus seinem Umfeld den Eindruck, dass Tron ein debiler Depressiver war, der unter seinen im Asperger-Syndrom begründeten Schwächen im sozialen Umgang mit anderen Menschen litt. Ganz im Gegenteil.

Aber Tron war ganz sicher tot. Und sein Schicksal war das Fanal, das auch mir – damals – Angst machte, als ich mich als Maulwurf in eine mit dem US-Geheimdienst verbundene Firma einschlich (s. Artikel in der letzten Ausgabe von COMPACT). Wer glaubt, dass seien doch alles Verschwörungstheorien, sollte seine eigene Realitätsferne hinterfragen: (…)

Damals hatten wir den Schweizer Friedensforscher und Publizisten Dr. Daniele Ganser für eine gemeinsame Sendung mit dem Sänger Xavier Naidoo zum Thema „Friedenssicherung im Zeiten knapper Ressourcen“ im Studio. Da ich selbst Daniele Ganser seit seiner Forschungsarbeit über die Untergrund-Armeen der NATO (Stichwort: Gladio) sehr verehre, bat ich ihn auch selbst zu einem Interview „hinter den Kulissen“.

Ganser gehört für mich zu den Menschen, die mit ihren Veröffentlichungen das Denken der Menschen nachhaltig und gesellschaftsweit verändern konnten. Auch ich hätte bis dahin nie für möglich gehalten, dass ausgerechnet die NATO mit organisierten Para-Militärs aus dem rechtsradikalen Umfeld linke Terroranschläge in ihren eigenen Ländern simulierten, um mit der „Strategie der Spannung“ die eigenen Leute in Angst vor dem eigentlich nur imaginär existierenden Feind Kommunismus zu halten. Ganser, dem eifrigen Forscher mit Universitäts-Renommée, verdanken wir auch das Wissen um die Ungereimtheiten bei jenem dritten Gebäude, das nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 einstürzte – obwohl es nie von einem Flieger getroffen wurde, sondern „nur“ brannte.

Im Vorgespräch zum Interview hatte mir Daniele Ganser etwas ganz Unglaubliches anvertraut, von dem er mich bat, es bitte vor der Kamera nicht zur Sprache zu bringen. Aber ich missbrauchte sein Vertrauen, und fragte ihn bei laufender Kamera doch danach – und so erzählte er uns allen das, was einen wirklich nur fassungslos machen kann: (…)

Daniele Ganser hat sich nicht einschüchtern lassen, er kämpft weiter. Die einzige Lebensversicherung von Aufklärern wie ihm und Edward Snowden dürfte ohnedies die öffentliche Aufmerksamkeit sein… Dieser Schutz hat dem Hacker-Kollege Barneby Jack gefehlt, der kurz vor einem geplanten Auftritt auf der Black-Hat Sicherheitskonferenz Ende Juli 2013 in Las Vergas tot aufgefunden wurde. Todesursache: Unbekannt. Auch die näheren Umstände seines Ablebens wurden bisher nicht publiziert. (…)

Vollständig lesen in der Printausgabe COMPACT 10/2013.

Einsortiert unter:Uncategorized

21 Responses

  1. Sapperlotte sagt:

    Nicht nur Whistleblower sterben einsam…

    An Italian newspaper, Il Manifesto, reported in an article entitled „Strange Death of Rebel General. News from the Evil Empire“ about a possible assassination of General Achalov by the FSB:

    „The general was the founder and a longtime chairman of the far-right Nationalist organization Rodina (Homeland)“, which was later renamed into the „Union of Officers“.

    Recently, while keeping links to most extreme Nationalist movements, the general founded an organization „Union of Russian Paratroopers“ with clearly subversive goals.

    It was a suspicious death. The official report tells about a „long illness“, without going into further details. But last November, the general was in good health.

    Achalov was linked to another general, Vladimir Shamanov, who participated in last year’s attempt of a military uprising. Shamanov narrowly escaped death in a road incident on October 30, 2010, when a truck collided with his car“.

    Meanwhile, the Nationalist media in Russia noted that Putin had poisoned or violently killed quite a large number of rebel generals and senior officers in the past:

    – Victor Ilyukhin demanded from the FSB and the prosecutor’s office to initiate a criminal case against Vladimir Putin under article 275 of the Russian Criminal Code for state treason. Naturally, on March 19, 2011 Viktor Ilyukhin „suddenly died“ in his country house near Moscow.

    – Recently, Russian freemason Poltoranin blamed personally Putin for the murder of General Rokhlin. Immediately after the assassination of Rokhlin, the FSB head of Kovalev was forced to hand over his post to Putin in accordance with the decree of Boris Yeltsin.

    – On October 28, 2010, at 7 pm, one of the leaders of the united military opposition, the chairman of the Russian Supreme Officers Council, Lieutenant-General Dubrov died under „unknown circumstances“. The 73-year-old retired general „fell under a train“, with no eyewitnesses.

    An All-Russian Officers‘ Meeting was held under the chairmanship of General Dubrov in February 2010 at which it was decided to launch concrete actions to prepare toppling of the Putin-Medvedev’s regime.

    – On October 28, the body of another retired lieutenant general in the Russian Defense Ministry, Boris Debashvili, was found in downtown Moscow. Up till now, no other details have been reported in Russian media.

    – On October 2010, a major general, former head of the Intelligence Command of Internal Troops of the Russian Interior Ministry, a 47-year-old Victor Chevrizov, was killed in Moscow. He allegedly shot himself in the head with a pistol in his apartment building.

    – On August 2010, it became known that Deputy Chief of the Main Intelligence Directorate (GRU), Major-General Yuri Ivanov, who was involved in the FSB terrorist attack on the Polish president’s airplane on April 10. 2010 in Smolensk, was killed „under unknown circumstances“.

    – On November 2009, a GRU officer Anton Surikov suspiciously died after drinking a cup of coffee in a provincial restaurant in the Volga town of Izhevsk.

    – On 21 June 2009, Gen. Petrov, head of the opposition group „Concept of Public Safety“, died in Moscow. Supporters of General Petrov unanimously said that Gen. Petrov had been poisoned.

    – In February 2009, an FSB General Alexander Rogachev died from „heart attack“ in Moscow while driving his car. Later, it became known that investigators found a gunshot wound in the head of the general.

    – In January 2009, a Navy colonel Valentin Polyansky was shot dead in Moscow. According to the „investigation“, the colonel shot himself. The professional trooper obviously forgot shooting skills. First, he fired on the floor, and afterwards on himself.

    – The list seems to be endless and should include the mysterious deaths of such well-known Russian generals as Troshev, Lebed, Rokhlin and others.

  2. Wolfgang Eggert sagt:

    du wirst immer konstruktiver, jürgen. chapeau!
    hacker können ohne geld, macht und beziehungen james-bond-artige wirkungen auf die politische landkarte setzen. und sie sind dem system doppelt ein dorn im auge, weil sie ihre feldzüge häufig ohne anstellungsvertrag oder eine unterwanderungsfähige gruppenbildung betreiben.
    arbeiten sie gegen den dunkelmänner-komplex, dann sind sie imstande die helden der neuzeit zu sein. leider sind die entlohnungs-standards gerade bei dieser spezies eher mau.
    –der schotte „gary mckinnon“ erhackte nachweise, dass die usa ein höchst irdisches ufo/weltraumprogramm im sack haben, mit dem eine hübsche auswahl „auserwählter“ der kommenden abfackelung der erde unbeschadet aus höheren regionen zuschauen kann. festgenommen. die britischen behörden wollen ihn nicht nach usa ausliefern, weil das risiko, dass er dort „nicht mehr lang zu leben habe“ zu hoch sei.
    –karl koch hackte sich in us-hochsicherheitsabteilungen ein, um beim mauerfall eine us-global-governance zu verhindern. er endete in einer magischen „selbstverbrennung“
    –aaron swartz wollte einen child porn ring, dessen spuren zum MIT / boston führen, aufdecken. dann wurde ihm der job wohl zu langweilig und er entschloss sich kurzerhand zum selbstmord.
    –wau holland starb wenige wochen vor 9/11 an einem „schlaganfall“

  3. lothar harold schulte sagt:

    wieviele „selbstmorde“ und tausend lügen! das schlimme, auch hier wird meist die wahrheit systematisch totgeschwiegen oder alles verdreht. die wertvollen informationsquellen, wissen wie immer – nur wenige! gruß lothar harold schulte.

  4. schnehen sagt:

    Der böse Putin hat angeblich ‚Rebellen-Generäle‘ vergiften lassen…Der FSB, Putins Geheimdienst, begeht ‚terroristische Anschläge‘ usw usf. Das Gerücht geht, und es soll etwas hängen bleiben, nachdem Putins Ansehen durch seine diplomatische Initiative zur Abwendung der Bombardierung Syriens international gewaltig angewachsen ist.

    Hier versucht jemand ganz offensichtlich das alte russische Feindbild wieder aus dem Hut zu zaubern, um von den Dingen, die bei uns passieren abzulenken und um mit dem Finger auf den Bösewicht Putin zu zeigen. Aber wir fallen nicht mehr darauf rein. Es ist ein zu durchsichtiges Manöver. Es könnte auch von Netanyahu kommen, der nicht aufhört, immer wieder mit dem Finger auf den bösen Iran zu zeigen, der Tag und Nacht bemüht sei, sich die A-Bombe zu verschaffen, um von den eigenen Schandtaten und seinen inzwischen über 200 Nukes, biologischen und chemischen Waffen abzulenken.

    Bleiben wir bitte beim Thema und kümmern wir uns um das, was bei uns vor der eigenen Haustür passiert! Wir müssen vor der eigenen Tür kehren und einen bestimmten Saustall ausmisten, den Saustall der Geheimdienste, denn wir, der deutsche Steuerzahler, finanzieren schließlich die dunklen Machenschaften dieser ‚Dienste‘, wobei zu fragen wäre, wem sie eigentlich dienen.

    Wir haben nicht die Möglichkeiten, jene Serie von Gerüchten, die uns in dem englischsprachigen Beitrag serviert wurde, im Einzelnen nachzuprüfen. Aber wir können bestimmten Vorgängen, die bei uns passieren und die zum Himmel stinken, nachgehen. Und weil es bei uns keinen echten Ausschuss zur ‚Kontrolle der Geheimdienste‘ gibt und weil die einzige Oppositionspartei bei uns, nämlich die Linkspartei ihren Frieden mit dem Verfassungsschutz geschlossen hat, mit dessen Leiter sie gemütlich am Biertisch geplauscht hat und den sie in Zukunft in seiner Arbeit ‚unterstützen möchte‘, müssen wir es schon selbst tun.

    Also weiter so, Compact! Dranbleiben. Nicht nachlassen!

  5. Gretel sagt:

    Klingt ja irre und ähnelt dem Schicksal von Wolfgang Wiedergut, Der hatte doch auch so ein tolles Telefon erfunden und wurde plötzlich sóoo krank. Außerdem klärte er die Menschen in seinen Vorträgen über vieles auf, u.a. über die Germanische Heilkunde, Das darf natürlich nicht ungesühnt bleiben, Würde sich auch lohnen, wenn das Compact -Magazin auch mal solche Dinge aufnimmt, Ich sage nur; Mut zur Wahrheit!!!

  6. hotteki sagt:

    Putin ist der bessere Schachspieler, sagt den westlichen Staaten auch schon mal die Wahrheit, weil er, im Gegensatz zu Obama autarker denken kann, von seinen Beratern nicht den Druck erfährt, mit dem Obama in der Spur gehalten wird. Momentan ist er den USA mindestens einen Zug voraus, ich hoffe das bleibt so.
    Wenn die Medien hier nicht mehr mitspielen, wonach es momentan allerdings nicht aussieht, wird er verlieren. denn es gibt in der Welt leider zuwenig Staaten, die nicht käuflich sind.
    Und darauf baut die Israel-Lobby.
    Die nächste false-flag müssen sie aber sehr gut vorbereiten, um das Entsetzen und die lähmende Angst der Völker solange medial zu befeuern, bis ein militärischer Angriff akzeptiert wird.
    Wenn ich in die Kommentare und Leserbriefe der FR-Online schaue, oder der Süddeutschen habe ich den Eindruck, es wird besser mit uns.
    Der Verfassungsschutz wird schon lange nicht mehr ernst genommen, was nach den RAF- und NSU- Beteiligungen ja auch kein Wunder ist.
    Aber Schnehen hat schon recht:
    Der beste Schutz für alle ist, die Wahrheit zu sagen. Wenn wir taktieren würden, hätten wir keine Chance, das können die „Dienste“ besser.

  7. hotteki sagt:

    Was mir nicht so gut gefällt:
    Ich dachte, ich hätte da was überlesen, denn (….) deutet ja auf unterschlagenem Text hin, schau in die Zeitung und sehe nur Punkte und keine Klammer:

    „Im Vorgespräch zum Interview hatte mir Daniele Ganser etwas ganz Unglaubliches anvertraut, von dem er mich bat, es bitte vor der Kamera nicht zur Sprache zu bringen. Aber ich missbrauchte sein Vertrauen, und fragte ihn bei laufender Kamera doch danach – und so erzählte er uns allen das, was einen wirklich nur fassungslos machen kann: (…)“

    Das habt ihr nicht nötig, dafür seit ihr zu gut!

  8. zensurnixgut sagt:

    Wann kommt denn die Oktoberausgabe in die Briefkästen?
    Hotekki hat anscheinend schon ein Heft und bei mir kam heut nur Post wegen Falschparken. Gut, besser als gar nichts, aber jetzt mal im ernst…

  9. juergenelsaesser sagt:

    zensurnixgut: Sie müssten die usgabe schon längst haben!! Bitte reklamieren Sie unter abo@compact-magazin.com

  10. juergenelsaesser sagt:

    hotteki: In der Printausgabe ist die Auslassung (…) ausgeführt.

  11. isabella363 sagt:

    Hmm, wieso steht wenn ich das mit WordPress teilen will, bzw. „weiter pressen will“ sofort die Meldung: Schummeln was??
    Hatte nicht vor zu Schummeln, kenne die Seite ja noch nicht lange, dachte das geht so wie auf den Anderen: einfach weiter leiten und einen Satz dazu schreiben??? Verstehe ich nicht ganz?? Darf man das auf wordpress nicht??

  12. Neukunde sagt:

    Karl Koch („Hagbard Celine“), geselbstmordet am 23.5.89 im Alter von 23 Jahren, ware einer der legendären „KGB-Hacker“.

    Die Story wurde in dem Spielfilm „23“ verarbeitet. Musste er sterben, weil er zu viel wusste, oder als Wahrnung für Nachahmer?

    Zur Selbstmordhypothese heißt es:

    „Die anderen zweifeln an, aufgrund merkwürdiger Umstände (am Tatort wurden keine Schuhe gefunden, der Wald hätte aufgrund der großen Trockenheit teilweise abbrennen müssen und dann war Karl auch noch „Kronzeuge“) wohl auch zurecht.“

    http://www.hagbard-celine.de/

  13. Dr. Gunther Kuemel sagt:

    schnehen:

    Unser Singke aus UK hat mt Sicherheit ausvollkommen anderen Motiven Bedenkliches ueber Putins Staatspolitik getextet als Netanyahu das tut. Ich veryraue Sngles. Solñte es Argumnte gegen die seinen geben, muessen die ausgesprochen Werden. Die Kritik, ihn in die geistige Naehe von Netanyahu und NWO_Genossden zu schieben, reicht nicht hin.
    Es ist auch nicht gar so wichtig, ob Putin auch gelegentlich die Methoden Grams-Hess-Barschel-Haider (usw.) anwendet oder nicht. Wichtig ist: DER STAAT MORDET!

  14. Yilmaz sagt:

    „Tron, eigentlich Boris Floricic, war trotz seiner Jugend – er starb mit gerade 26 Jahren! – das Wunderkind der deutschen Hacker-Szene. Er hatte eine „Wunderkarte“ produziert, eine falsche Telefonkarte, die sich selbständig wieder aufladen konnte.“

    Wirklich sehr traurig um diesen jungen talentierten Mann, ich wundere mich dabei warum es niemand in den Masenmedien erwähnte und was er !? Während die MSM über Assange und Snowden fortwährend berichten und diese beiden alles enthüllen, Depechen knacken, emails die Politiker entblössen usw., was doch so systemkritisch ist und trotzdem auf so wundersame Weise immer überleben… das geht doch nur wenn diese beiden vom System selbst geschützt sind…der Beweis ist der, daß die Medien eben fortwährend darüber berichten, während andere einsame Helden im Stillen Er-Selbst-morded werden.

  15. schnehen sagt:

    @Dr. Kümel

    Es war ja nicht Paul Singles, der das getextet hat, sondern eine ‚Sapperlotte‘, die das Wort vom ‚evil empire‘ – Reich des Bösen – aufgriff und Freimaurer zitierte, in Bezug auf Putins Russlands. Das ist übelste Neocon-Propaganda. Diese ‚Einschätzung‘ des heutigen Russlands werden Sie doch wohl nicht teilen oder?

    Nicht ‚der Staat‘ mordet, sondern ganz bestimmte Staaten morden. Ich nehme nicht an, dass z. B. der venezolanische Staat mordet oder der Staat von Evo Morales oder der Raffael Correas. Auch dort gibt es einen Staat. Aber der bolivianische Staat steht heute klar auf der Seite der indigenen Bevölkerung.

    Ein Staat ist eine Organisation, die bestimmte gesellschaftliche Kräfte vertritt, und zwar die herrschenden. Er kann ein Instrument der dunkeltes Mächte sein, z. B. das der Rothschilds oder der Rockefellers wie in den USA oder Großbritanniens; er kann aber auch ein Instrument ganz anderer Kräfte sein.

    Ob ein Staat mordet wie der israelische durch seine Terrororganisation Mossad oder ob er es nicht tut und sich am Gesetz orientiert, und somit als Rechtsstaat bezeichnet werden kann, muss man von Fall zu Fall genau untersuchen.

  16. Wolfgang Eggert sagt:

    Die“Affäre Malu Dreyer“ dürfte inzwischen jedermann bekannt sein. Am 6. September forderte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin (SPD) laut dpa angesichts der fortdauernden NSA-Enthüllungen ein Gipfeltreffen aller deutscher Länderchefs unter Einschluss der Kanzlerin und der Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern. Neue Erkenntnisse zum Treiben der US-Schlapphüte ließen es „absurd“ erscheinen, „dass die Bundesregierung die NSA-Datenaffäre für erledigt erkläre.“ Am 12. September wurde bekannt, dass die Konferenz der Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern die Initiative Dreyers unterstützt. Es müsse endlich eine tiefe inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema der anlaßlosen und umfassenden Überwachung beginnen. Wahltaktik oder nicht, die Genossen formulierten zum damaligen Zeitpunkt recht weitgehende Vorstellungen, welche Konsequenzen aus der ganzen Affäre zu ziehen seien. Kanzlerkandidat Steinbrück empfahl unter anderem ein Aussetzen der von den USA mit Nachdruck betriebenen Freihandelsverhandlungen. Es lag mithin Sprengstoff in der Luft.

    Ob und wenn ja wie dieses deutsche NSA-Gipfeltreffen dann auf den Weg gebracht wurde, ist nicht bekannt. Wissen tun wir eines: Das transatlantische Vorzeigeblatt DIE WELT kam irgendwann in den Besitz eines Schreibfehler-lastigen Briefs, den Dreyer – analog zur dpa-Meldung – am 6. September an die Kanzlerin gerichtet hatte. Und veröffentlichte diesen am 2.10. unter der Überschrift „Malu Dreyer schickt Brief voller Fehler an Merkel“ als Spottartikel: http://www.welt.de/politik/deutschland/article120569122/Malu-Dreyer-schickt-Brief-voller-Fehler-an-Merkel.html Praktisch alle deutschen Zeitungen schlossen sich im gleichen Sinne an.
    Sechs Patzer in sechs Sätzen: Malu Dreyer schickt Merkel Brief …
    DER TAGESSPIEGEL, vor 4 Tagen
    Peinliche Post-Posse: Malu Dreyer schickt fehlerhaften Brief an Merkel
    SPIEGEL ONLINE ‎- vor 3 Tagen
    Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer schickt Brief voll mit Fehlern an Angela Merkel
    FOCUS Online‎ – vor 3 Tagen
    Was hier lief erinnert an eine persönliche Kampagne, der beabsichtigte, die Thematik an sich, wie man im Geheimdienstmilieu sagt, „zu verbrennen“. Denn die Argumente und Forderungen der Ministerpräsidenten waren in sich völlig fehlerlos. Womit einmal mehr klar sein dürfte, woher der Wind in den Chefredaktionen unseres lieben Landes weht: streng aus Westen.

    Offen bleibt bis heute die Frage, wer das Schreiben an die WELT weitergab. Die Pfälzer werden es angesichts des Rechtschreibemalheurs ganz sicher nicht getan haben. Für das WhiteHouse-Organ BILD bleibt damit „nur eine Lösung übrig“: Das Kanzleramt habe den Vertrauensbruch auf dem Gewissen: http://www.bild.de/politik/inland/malu-dreyer/lueftet-dieser-stempel-das-geheimnis-32677128.bild.html
    Aber auch das erscheint zweifelhaft, weil ein solcher Vorgang die laufenden Koalitionsgespräche der Kanzlerin mit der SPD torpediert. Fakt ist, es bleibt noch eine dritte Möglichkeit: Der Brief wurde von den Absendern in Rheinland-Pfalz gescannt und am Computer archiviert. Und die NSA fischte sich ihn dann ebendort „zur geneigten Verwertung“ heraus. Business as usual.

  17. Blogleser sagt:

    @Wolfgang Eggert

    Seltsam finde ich, dass der „Frisierer“ des Briefs zwar an den Stempel gedacht hat, es aber nicht fertigbrachte ihn ganz zu entfernen, was man mit jedem einfachen Grafikbearbeitungsprogramm quasi spurenlos in zwei Sekunden hinbekommen würde.

    Zum Thema mysteriöse Tode möchte ich noch an zwei Schriftsteller und deren plötzliche Tode erinnern:

    Zum einen ist es der deutsche Krimi Autor Andreas Franz, der in seinen Büchern den Alltag von Polizisten (u.a. in Frankfurt und Schleswig-Holstein) sehr genau beschreibt (zu genau?):

    Krimiautor Andreas Franz gestorben – T-Online
    18.03.2011
    t-online.de/unterhaltung/id_45059584/krimiautor-andreas-franz-gestorben.html

    de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Franz_(Schriftsteller)

    Und zum anderen ist es der Autor der Romane Verblendung, Vergeltung und Vergebung (mit den Hauptpersonen Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ):
    Stieg Larsson (eigentlich Karl Stig-Erland Larsson, s. de.wikipedia.org//wiki/Stieg_Larsson)
    der ebenfalls ganz plötzlich an einem Herzinfarkt starb.

  18. Eveline sagt:

    Es ist generell sehr beliebt, die Rechtschreibkeule rauszuholen, als ein letztes Argument….um einen Menschen in die Ecke zu stellen.
    Auch wenn dabei Dialekt und regionale Sprachmelodie vergewohltätigt wird, Hauptsache vorschriftsgemäß.
    Es gibt im Geistigen ein schönes Wort, hier wird von den „gesungenen Landschaften“ gesprochen.
    Und in Deutschland gibt es ihrer viele.
    Klingen dann die regionalen Sprachmelodien nicht mehr im Äther, werden auch keine Kinder mehr geboren, denn sie verstehen einander nicht mehr, der „Klapperstorch“ kann sie nicht mehr zuordnen….( von den Eltern kommen vielleicht englische und hochdeutsche Wortfetzen und die Kinder trällern pfälzisch) und sie landen woanders.😉

    @ Wolfgang Eggert
    Das die NSU im Computer der Rheinland- Pfälzischen Ministerpräsidentin fischte, kann ich mir gut vorstellen.

    Die Politiker werden wie dumme Kindergartenkinder von Onkel Sam behandelt – vielleicht wenden sie sich nach dieser Erfahrung dem Volk wieder zu.

    Es lohnt wieder, konspirativ Papiernotizblöcke zu verwenden, denn die können verbrannt werden.

  19. Wolfgang Eggert sagt:

    @blog-leser

    der brief ist – wie die pfälzer selbst einräumen – authentisch. die einzige frisiermassnahme findet sich bei der stempelung.

    diese KANN echt sein, MUSS es aber nicht. es ist ebenso gut möglich, daß anstelle dessen die originale stempelung komplett entfernt wurde, um den informationsbeschaffungsweg zu vernebeln. trifft dieses NICHT zu, dann ist das stehenlassen der reststempelung eine nachricht an absender und adressaten, WO das schreiben „gefischt“ wurde (die betreffenden ressorts kennen ja ihren archivierungs/ablageaufdruck). die täter zeigen damit dem opfer unausgesprochen an: „wir wissen was du tust“. ergebnis: verunsicherung. zugleich wird die vorherrschende klasse der naiveren regierungsvertreter, die einen bündnisangriff nicht für möglich hält dahin gebracht, den eigenen apparat zu pflügen und damit zu schwächen. ist der reststempel echt, dann wird in dem betreffenden ressort jetzt ganz schön was los sein, weil man dort überwiegend „verrat“ durch parteiinterne spione vermuten wird. den muss es aber wie gesagt gar nicht gegeben haben.

    die kampagne hat einen schritt hin zur ausweitung nationaler souveränität torpediert. damit sollte auf der hand liegen, daß die aktion von aussen gesteuert wurde. dabei – die arbeit der nsa zeigt das klar an – braucht es bis zur veröffentlichung durch „unsere“ israelisch-amerikanische boulevardpresse gar keinen verrat aus den „eigenen reihen“ gegeben zu haben.

  20. Wolfgang Eggert sagt:

    Wo wir grad von Stempeln sprechen. Hier ist ein echter Leckerbissen für alle, die gern in Geheimdienstkategorien denken oder es lernen wollen:
    http://www.physics911.net/pdf/strenggeheim.pdf
    Das Dokument kam im Juni 2002 auf dubiosen Wegen an die Öffentlichkeit. Egal ob echt oder gefälscht, die darin befindlichen Daten sind fast durchgängig verifizierbar.

    Dicke Ausnahme, und das ist wiederum interessant: Für das ganz zu Beginn genannte Gespräch zwischen Ischinger und Bush liegt bislang kein offizieller oder mainstreamiger Beleg vor. Das Dokument terminiert diesen Austausch auf den 6. August 2001. An diesem Tag wurde Bush auf seiner Farm in Texas über
    Hinweise auf einen Bin Laden-Terroranschlag gegen Amerika aufgeklärt:
    *http://en.wikipedia.org/wiki/Bin_Ladin_Determined_To_Strike_in_US
    *http://www2.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB116/
    Die unmittelbare Reaktion des Präsidenten auf die Unterrichtung waren die vorausschauenden Worte „In Ordnung, Ihr habt Euch hiermit den Rücken freigehalten.“ Dann ging er fischen.

    Wenn das Briefing auch auf sehr konkrete Anschlagswarnungen aus Frankreich, Russland und Deutschland abhob (die es damals, auch seitens des BND gab), dann wäre vor Auswerfen der Angel ein Telefongespräch mit den Botschaftern ein angezeigter Vorgang gewesen. Gerade gegenüber Ischinger, dessen politische Bedeutung das gesamte Washingtoner
    Diplomatenkorps toppte:
    http://www.gamhof.org/bio_ischinger.html

    Ischingers Antrittsbesuch bei Bush hatte am 31. Juli 2001 statt gefunden, was dem SPIEGEL seinerzeit keine Zeile wert war. Dafür brachten die Augsteiner einen Tag vor 9/11, am 10.September diesen Artikel:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-20074670.html
    Wer will, kann den Beitrag, in dem sich jemand „ertappt“ fühlt und ein „schlechtes Gewissen hat“ kryptisch verstehen: Bush scheint Interna zu wissen. Und er kannte den Wert der Warnungen Ischingers, der laut „BND-Bericht“ das genaue Datum des Anschlags (10.-11.9. 2001) geliefert hatte: Wenn Sie sich „jede Menge Ärger“ ersparen wollen, dann „tun Sie das, was Ihr Vater Ihnen sagt“, so der Texaner zu Ischingers Tochter. Bush tat´s bekanntlich nicht und 24 Stunden später knallte es in NY und Washington, scheinbar aus dem Blauen heraus.

    Die Authentizität des „BND-Dokuments“ ist schwer zu beurteilen. Eine private Fälschung dürfte ausscheiden: Der gezeigte Wissensstand erscheint – obwohl zur Zeit der Veröffentlichung 90% der Inhalte über öffentliche Quellen zugänglich waren – in seiner Dichte zu hoch, während die finanzielle Einträglichkeit bei Null liegt.
    Das BND-Dokument erschien nur wenige Wochen, nachdem Bush und Tony Blair -damals noch geheim- ihre Irakkriegsplanungen aufgenommen hatten. Hier liegt Motivationsstoff für die Veröffentlichung des Papiers. Durch Geheimdienste. Die eifersüchtig auf ihre „Special US-Relations“ blickenden Briten kommen dabei ebenso als „Täter“ in Frage wie der FSB, ex-Stasi-Leute oder (dann wäre das Dokument echt) der BND.
    Die Bundesregierung wollte auf Nachfrage „ihren“ Hintergrundbericht weder bestätigen noch dementieren.
    Die iranische Regierung hat sich offiziell darauf berufen.
    Ich hatte, damals noch historisch „aktiv“, das Papier in einem meiner Bücher untergebracht, worauf mich ein Insider um ein Gespräch bat. Er sagte, daß sich europäische Sicherheitskreise damit befassten, die Sache also ernst nahmen.

  21. Jens sagt:

    Hacker leben nicht gefährlich
    Burkhard Schröder 10.01.2006
    Der Hacker Tron, eine Einstweilige Verfügung gegen Wikipedia und die Verschwörungstheorien um seinen Tod
    Der Hacker Boris F. alias „Tron“ findet auch sieben Jahre nach seinem Tod am 17. Oktober 1998 keine Ruhe. Ein Amtsgericht in Berlin hat jetzt im Auftrag seiner Eltern eine Einstweilige Verfügung gegen Wikipedia durchgesetzt: Sein Realname soll nicht mehr genannt werden dürfen. Das Reizwort „Tron“ ist immer noch für zahlreiche Flamewars im Internet gut. Das Thema und die Person haben ein virtuelles Eigenleben entwickelt, das mit der Realität nur noch marginal zu tun hat.
    Das Amtsgericht Berlin, das sich Anfang Dezember mit dem Fall befasste, scheiterte zunächst an der Frage, wem man eine deutsche Verfügung gegen Wikipedia zustellen könnte. Unter dem Geschäftszeichen 209C 1015/05 erließ es am 14.12.2005 eine Einstweilige Verfügung „gegen die Wikimedia Foundation Inc, 200 2nd Ave. South 258, 33701-4312 St. Petersburg, Russische Föderation“ – wegen besonderer Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung.

    Der Antragsgegnerin wird untersagt, „den bürgerlichen Namen des Sohnes der Antragssteller“ Boris F. unter der Domain wikipedia.org vorzuhalten bzw. vorhalten zu lassen.“ Fünf Tage später wurde der Beschluss korrigiert: Jetzt wurde Wikimedia laut Beschluss durch „Herrn Jimmy Wales“ vertreten, der in „St. Pertersburg“ (sic), Florida, Vereinigte Staaten von Amerika“ ansässig sei. Die Antragsteller, die Eltern des Verstorbenen, könnten auch in Berlin-Charlottenburg die betreffende Website aufrufen; deshalb und auch für Namensangelegenheiten sei das Amtsgericht zuständig. Man beruft sich auf § 1004 des BGB sowie auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes.

    Interessant ist, dass sich die Verfügung nicht dezidiert gegen die deutsche Version des Wikipedia-Artikels richtet. Man kann davon ausgehen, dass der Beschluss ohnehin nie zugestellt werden und daher auch nie rechtskräftig werden wird. Jan Schlüschen, ein auf Internet- und Urheberrecht spezialisierter Anwalt in Berlin, kommentiert lapidar: „Ich vermute, dass in den USA keine deutschen Ordnungsgelder oder Ordnungshaft vollzogen werden können.“ Der Verfahrenswert wurde auf nur 1.000 Euro festgesetzt. Es ist offenbar nicht ernsthaft beabsichtigt, Wikipedia zu verklagen, zumal das Landgericht Berlin eine eigene Pressekammer hat – die aber nicht angerufen wurde. Friedrich Kurz, der von Trons Eltern beauftragte Anwalt, will zu dem Fall nichts sagen, redet aber vage von einer „Strategie“, die man verfolge.

    Anlass der juristischen Aktion eines deutschen Amtsgerichts gegen die „Wikipedia Foundation“ war vermutlich das Erscheinen des Buches Offenbarung 23 im Lübbe-Verlag. Das Werk ist pure Fiktion und hat mit dem Hacker Tron so gut wie nichts zu tun. Nur die Anzahl und das intellektuelle Niveau der dort verbreiteten Verschwörungstheorien sind vergleichbar. Dennoch wird der Romanheld mit Trons Realnamen genannt. Der Autor „Jan Gaspard“ ist ein Pseudonym, und das sei, wie man bei Lübbe unumwunden zugibt, „Teil der Vermarktungsstrategie.“ Barbara Dietz von der Rechtsabteilung der Verlagsgruppe Lübbe, auch Mitglied der Arbeitsgruppe Piraterie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, weiß nur von einer Unterlassungserklärung wegen der Namensnennung, die die Eltern Trons verlangt hätten. Die habe man aber nicht unterzeichnet, das Buch sei ohnehin ausgeliefert worden.

    Schon im Jahr 2000 postete der Anwalt Günter Frhr. v. Gravenreuth in der Newsgroup de.org.ccc die Nachricht: „Von einem Ivo Floricic (Berlin) wurde „Tron“ als Marke u.a. für ‚Erstellen von Programmen für die Datenverarbeitung‘ angemeldet und vor wenigen Wochen vom DPMA eingetragen.“ Der Vater des Toten hat also schon damals versucht zu verhindern, dass jemand aus dem Pseudonym seines Sohnes Kapital schlagen könnte. Das ist aber gescheitert: „Tron“ ist zu allgemein und wird ohnehin im Ausland mehr mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1982 in Verbindung gebracht als mit einem deutschen Hacker. Auch die Linux-Software Tron und Tron Killer App existieren noch.

    Weiterhin gibt es keine Beweise für einen Mord
    Ob „Tron“ heute eine absolute Person der Zeitgeschichte ist – und unter seinem Pseudonym oder unter seinem realen Namen, können letztlich nur die Gerichte entscheiden. Wer heute nach „Tron“ im Internet sucht, findet seinen Realnamen weltweit und sofort, auch in allen falschen Schreibweisen: Zum Beispiel in Netkwesties, einem niederländischen Online-Magazin, auf ZDNet.com, im britischen Guardian, auf kanadischen Websites oder in der Computerwoche.

    Der Versuch seitens der Eltern Trons, juristisch gegen Wikipedia vorzugehen, erreicht sicher nur das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war – die Öffentlichkeit wird wieder auf das Thema aufmerksam. Die angeblichen Gründe, die Eltern befürchteten „finanzielle Einbußen“, können nicht überzeugen. Ein Urteil, das die „Wikipedia Foundation“ zwänge, wie in der Einstweiligen Verfügung verlangt, „innerhalb von zwei Wochen (…) einen Zustellungsbevollmächtigten“ zu benennen, „der im Inland wohnt oder dort einen Geschäftsraum hat“, hätte aber eine Signalwirkung und weckte weitere Begehrlichkeiten. Der Edit-War auf Wikipedia dient aber nicht den eventuell berechtigten Interessen der Angehörigen, sondern nur der Lobbyarbeit für Verschwörungstheorien.

    Der „Chaos Computer Club“ hat sich bis heute offiziell nicht von den Thesen seines Pressesprechers Andreas Müller-Maguhn distanziert, die trotz der Faktenlage von einem Mord ausgehen (Auch beim diesjährigen Chaos Communication Congress spukt Tron weiter). Müller-Maguhn suggeriert in den Diskussionsbeiträgen, er handelte im Auftrag der Eltern Trons. Das darf getrost bezweifelt werden. Bis vor kurzem stand ohnehin der Name auf dem Deckblatt seiner Diplomarbeit, die der Chaos Computer Club hostete. Warum man jetzt plötzlich den Namen nicht mehr genannt haben will, entzieht sich einem rationalen Urteil.

    Auch nach sechs Jahren angeblicher Recherche gibt es weder potentielle Täter, geschweige denn irgendwelche Motive, die für etwas anders als einen Freitod Trons sprächen. Der rechtsmedizinische Befund lässt rein theoretisch nur die Möglichkeit zu, dass Boris F. höchst professionell ermordet wurde, ohne Spuren zu hinterlassen, die bei einer Obduktion hätten auffallen können, anschließend mehrere Tage gekühlt aufbewahrt wurde, um dann, zur Vortäuschung eines Suizids, an einen Baum gehängt wurde, auch wiederum, ohne gesehen zu werden.

    Aber es ist keine Theorie abstrus genug, als dass sie nicht schon in diesem Fall vertreten worden wäre. Die Gründe für einen vorgeblichen Mord, die immer wieder vom Betreiber der Website tronland.org angeführt wurde, haben sich bisher ausnahmslos als heiße Luft entpuppt. Nur Suizid ist möglich, wenn man die Fakten ernst nimmt. Aber einige Lobbyisten des geheimnisvollen Geraunes haben sich öffentlich zu weit vorgewagt, als dass sie einen Rückzieher machen könnten, ohne das Gesicht zu verlieren.

    Über die wahren Hintergründe von Verschwörungstheorien zu berichten und sie zu zertrümmern, falls sie auf falschen Annahmen beruhen, ist nicht nur Aufgabe der Wissenschaft, sondern auch der Medien. Im Fall Tron haben die meisten deutschen Medien versagt, weil sie sich auf Verlautbarungsjournalismus beschränkten. Daher hat die Öffentlichkeit immer noch den Anspruch und das Recht, sich zu informieren. Genau das bestätigt das Amtgericht in Berlin: Der Tenor der Verfügung sei beschränkt worden. Die Antragssteller hätten „keinesfalls, wie von ihnen angenommen, einen Anspruch auf Unterlassung der generellen Berichterstattung über ihren Sohn“. Allein der Umfang des Eintrags in Wikipedia beweise das. Hacker leben nicht gefährlich – nur im Film und im Mythos, aber nicht in der Realität.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

COMPACT- Buchreihe (das publizistische Brüderchen von COMPACT-Magazin)

Kommentarregeln auf diesem blog

1.) Auf dem blog kann jedermann kommentieren. Die Einschränkung auf COMPACT-Abonnenten wird aufgehoben. (Ersatzweise wird das Angebot auf der offiziellen COMPACT-Seite www.compact-magazin.com ausgebaut). 2.) Auf diesem blog werden keine Diskussionen über die Jahre 1933 bis 1945 geführt. Holocaust-Leugner, Hitler- und Stalinfans mögen sich anderswo abreagieren. Auf diesem blog wird über das HIER UND HEUTE diskutiert. 3.) Auf diesem blog wird niemand beleidigt und auch keine "Rache" gegenüber Politikern angedroht. Kritik kann scharf sein, aber die Persönlichkeitsrechte auch des politischen Gegners und die Bestimmungen des Strafgesetzbuches sind zu beachten. 4) Kommentare müssen sich auf das Thema meines Beitrages beziehen. Wer offtopic postet, riskiert die Löschung – es sei denn, ein Thema fesselt mich echt. 5) Pingpong zwischen zwei Personen ist nur erlaubt, wenn es sich auf das Thema meines Beitrages bezieht. 6) Gegen Schmähreden und persönliche Beleidigungen will ich schärfer vorgehen. Die Schärfe hängt von meiner Tageslaune ab. 7) Copy&Paste-Kommentare werden gelöscht. Strengt Euren Grips an und formuliert selbst. Beiträge, die sich nicht an diese Punkte halten, werden ohne Erklärung gelöscht, auch wenn sie neben den Verstößen Sinnvolles beinhalten.

Kontakt

v.i.S.d.P. dieser Site: Jürgen Elsässer, c/o COMPACT-Magazin, Am Zernsee 9, 14542 Werder (elsaesser@compact-magazin.com)
Oktober 2013
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
%d Bloggern gefällt das: