Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Qatar – Finanzier des Terrors in Syrien und anderswo

EndCoverAuszug aus COMPACT 5/2013

Lesen Sie, was der Nahostexperte Ludwig Watzal in der aktuellen COMPACT-Ausgabe zum Thema schreibt – und abonnieren Sie COMPACT, um unsere Arbeit zu unterstützen…

Der Pate des Terrorismus
Das kleine Qatar ist zum großen Spieler in der Weltpolitik aufgestiegen. Obwohl das Emirat von Libyen über Syrien bis Mali gewalttätige Extremisten finanziell und militärisch unterstützt, erfreut es sich der Sympathie des Westens.
Von Ludwig Watzal
Der sogenannte Arabische Frühling hat nicht nur zum Sturz einiger Autokraten in Tunesien, Ägypten, Jemen oder Libyen geführt, sondern auch die absolutistisch regierten Monarchien auf der Arabischen Halbinsel aus ihrem Märchenschlaf gerissen. Völlig verschont von den Aufständen sind aber bisher die Vereinigten Arabischem Emirate (VAE) und Qatar geblieben. Schön länger war letzteres durch seinen Fernsehsender Al Jazeera auch im Westen bekannt geworden: Der „arabischen BBC“ kam durch einseitige Parteinahme für die Aufständischen eine Schlüsselrolle bei den Veränderungen im sogenannten Arabischen Frühling zu.
Doch die Bedeutung des Emirats geht seit einigen Jahren weit über TV-Produktionen hinaus: Qatar hat sich zu einem wichtigen regionalen Akteur in den internationalen Beziehungen entwickelt. Dabei zählt die absolute Monarchie an der Ostküste der Arabischen Halbinsel – Regent ist Scheich Hamad ibn Chalifa al-Thani – gerade einmal 1, 8 Millionen Einwohner.
Der Aufstieg Qatars fußt auf seinen schier unerschöpflichen Einkünften aus dem Verkauf des Schwarzen Goldes. So stiegen die Öleinnahmen von vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2002 auf 27 Milliarden US-Dollar in 2008. Kostete das Fass Öl 2002 22 US-Dollar, so stieg der Preis 2008 auf 147 US-Dollar. Durch weitsichtige Investitionen in Anlagen zur Verflüssigung von Naturgas machte Qatar seine Reserven, die drittgrößten der Welt, zum Boomfaktor: Im Jahr 2010 erwirtschafte der Gasexport das Doppelte der Ölausfuhren. Die Wachstumsraten Qatars sind schwindelerregend und übertreffen sogar noch die chinesischen: Zwischen 2000 und 2010 stieg die Wirtschaftsleistung in Jahresraten von durchschnittlich 13 Prozent. Sowohl die VAE als auch Qatar haben in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts ihre Handelsbeziehungen in Richtung der aufstrebenden Staaten des Südens ausgerichtet. In 2010 hat das Land zirka sechs Milliarden US-Dollar in die chinesische Landwirtschaftsbank investiert, nachdem ihr Portfolio 2008/09 in den westlichen Industriestaaten stark eingebrochen war.
Saddam Husseins Invasion in Kuwait 1990 und seine Vertreibung durch eine von den USA geführte internationale Streitmacht 1991 hat dazu geführt, dass die kleinen Golfmonarchien sich sicherheitspolitisch an die Vereinigten Staaten angelehnt haben. Ihre Verwundbarkeit gegenüber größeren Staaten war zu offensichtlich geworden.  Qatar betrieb in der Vergangenheit eine geschickte Doppelstrategie. Es orientierte sich einerseits stark an den USA und beherbergt seit 2002 das Hauptquartier des US-Regionalkommandos CENTCOM, das alle Kriegseineinsätze im Nahen und Mittleren Osten leitet. Und es pflegte andererseits auch zu Iran freundschaftliche Beziehungen, ungeachtet der Dämonisierung der Islamischen Republik durch die Vereinigte Staaten. Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 sind die Beziehungen mit Teheran jedoch belastet, weil der Emir Chalifa al-Thani die radikalen Islamisten gegen das säkulare Regime von Baschar al-Assad finanziell fördert, das umgekehrt von Iran, Russland und China gestützt wird.
Zur offenen Parteinahme für den Westen kam es im selben Jahr in  Libyen, als unter dem massiven Einfluss von Qatar die Arabische Liga eine Flugverbotszone forderte und schließlich in der UNO durchsetzte. Die Monarchie gehörte zu den ersten Staaten, die den oppositionellen Übergangsrat als „legitime Vertretung Libyens“ anerkannten und materiell unterstützten. Qatarische Mirage-Bomber beteiligten sich an den Luftangriffen der NATO.
Zuletzt machte Qatar als Gastgeber  der Arabischen Liga Ende März 2013 in Doha Schlagzeilen. Die politisch-schillernde syrische Opposition hat dort den Sitz anstelle von Assads Syrien eingenommen, das im November 2011 ausgeschlossen worden war. Auf der Sitzung kritisierte der zurückgetretene syrische Oppositionsführer Muaz al-Khatib, dass der syrischen Opposition der völlig unbekannte US-Syrer Ghassan Hitto vom Pentagon, den Muslimbrüdern – und von Qatar aufgezwungen worden sei.
Qatar unterstützt nicht nur die autokratischen und despotischen Regime am Golf, sondern auch islamistische und fundamentalistische Terrorbewegungen überall in der arabischen Welt und in Teilen Afrikas. Mitte Januar 2013 warf die französische Regierung Qatar und den VAE vor, die Islamisten in Mali zu protegieren und die Abspaltung des Nordens zu betreiben, da sich dort große Erdölvorkommen befänden. Frankreich dagegen sei bemüht, die Einheit Malis zu erhalten. Obgleich auf der einen Seite Frankreich, die NATO und die USA den Islamismus und Al-Qaida-Strukturen in einigen Ländern im so genannten Krieg gegen den Terrorismus bekämpfen, arbeiten sie auf der anderen Seite mit solchen Ländern wie Qatar zusammen, die gerade diese terroristischen Kräfte finanziell und militärisch unterstützen. Diese nihilistischen Chaosstrategie scheint Methode zu haben: Ein Land nach dem anderen wird entlang religiöser und ethnischer Linien gespalten, was zum Zerfall des Nationalstaates, der Zentralregierung und schließlich zum Bürgerkrieg führt. Als nächster Schritt erfolgt die Implantierung einer Regierung von außen, die die Interessen des Westens oder der radikalen Golfstaaten vertritt, wie die Beispiele Libyen, Irak und Afghanistan zeigen.
Dass es zu solchen eigenartigen Allianzen zwischen westlichem imperialen und neokolonialistischen Kräften und den despotischen reaktionären Kräften in der arabischen Welt kommt, scheint am neoliberalen Kapitalismus zu liegen. Westliche Wirtschaftsinteressen sind dort am besten aufgehoben, wo autoritäre Regime jegliche abweichende Meinung unterdrücken. So meldet die französische Tageszeitung Le Monde am 30. November 2012, dass der Qatarische Dichter Mohammed al-Ajami zu lebenslanger Haft verurteilt worden sei, weil er den Emir von Qatar kritisiert habe. Der ehemaligen französische Staatspräsident Valery Giscard d’Estaing hat die Intervention Frankreichs in Mali als „Neokolonialismus“ bezeichnet. Die Linke in Frankreich dagegen benutzt diesen Begriff nicht, sondern fordert im Namen der Menschenrechte noch zusätzlich ein Eingreifen in Syrien…
Die geopolitischen Interessen der reaktionären Golfmonarchien sind jedoch nicht immer identisch. So unterstütz zum Beispiel Qatar die Muslimbruderschaft in Syrien, wohingegen Saudi-Arabien Assad eher durch eine Allianz von Aufständischen und von außen kommenden Dschihadisten stürzen will. Gleiches ist für den Libanon geplant, wo die schiitische Hisbollah zunehmend unter sunnitischen Druck gerät.
Wie stark die Unterstützung Qatars für die Muslimbrüder ist, zeigt das Beispiel ihres palästinensischen Ablegers, der Hamas.  Der Emir von Qatar war im Oktober 2012 der erste ausländische Staatschef, der einen offiziellen Besuch im Gaza-Streifen machte. Ministerpräsident Ismail Hanija, der den Potentaten persönlich herumchauffierte, erhielt Zusagen über Hilfsgelder in Höhe von 400 Millionen US-Dollar. Ohne Beziehungen zu Israel wäre dieser Besuch jedoch nicht möglich gewesen – angeblich war der Emir im selben Jahr auch zu einer Geheimvisite in Tel Aviv gewesen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass sich Khaled Mashaal, der Leiter des Auslandsbüros der Hamas, im Januar 2013 für Verhandlungen mit Israel über eine Zweistaatenlösung aussprach. Auch über eine Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967 durch Hamas wird spekuliert. Mashaal, so sagen viele, könnte dann Mahmoud Abbas als Palästinenserpräsident nachfolgen.
Wie widersprüchlich die so genannte Antiterror-Strategie des Westens ist, zeigt folgendes Beispiel. Als Assad senior 1995 Hamas in Damaskus ein Büro eröffnen ließ, wurde Syrien von den USA auf die Liste der Terrorstaaten gesetzt. Als Hamas 2011 ihren Sitz nach Doha verlegte, bedeutete das jedoch nicht, dass Qatar auf dieser Liste landete. Und es geht nicht nur um Hamas: Qatar unterstützt auch die Al-Nursa-Terroristen in Syrien und die Schabab-Mudschaheddin in Somalia, die nach Ansicht der USA Verbindungen zu Al Qaida unterhalten. Selbst die Taliban konnten in Doha ihr erstes Büro eröffnen. Pikant: Als der afghanische Präsident Hamid Karzai Ende März 2013 zu „Friedensgesprächen“ nach Doha reiste, lehnte die dortige Taliban-Vertretung jeglichen Kontakt zu ihm ab, weil er eine „Marionette der USA“ sei.
(…)

(Weiterlesen in der Printausgabe COMPACT 5/2013)

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16 Responses

  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Der „Prince of Darkness“, jener unsägliche Ölscheich von Qatar, der gegen seinen Vater putschte, welcher noch ein gläubiger Muslim war, ist innerlich zerfressen von der Gier nach westlichem Komfort, und er will alles Mögliche & Käufliche auch noch ins Unermessliche steigern. Damit steigert er auch das Böse ins Unermessliche, denn der Islam. der sich dem Westen anbiedert, wird vergiftet. Darüber gibt es ein hervorragendes Buch von Thomas Bauer, Die Kultur der Ambiguität, EINE ANDERE GESCHICHTE DES ISLAMS: http://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2011/mai/PM_Eine_andere_Geschichte_des_Islams.html

  2. ups2009 sagt:

    OT zum guten Monsanto

    March against Monsanto – Auf die Straße gegen Monsanto

    http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/march-against-monsanto-auf-die-strasse-gegen-monsanto

    Am Samstag den 25. Mai startet eine weltweite Aktion mit dem Titel: “March Against Monsanto”

    https://www.facebook.com/events/354326308002717/

    25. Mai: Die Welt geht gegen Monsanto auf die Straße
    http://www.politaia.org/umwelt-und-gesundheit/25-mai-die-welt-geht-gegen-monsanto-auf-die-strase/

    March Against Monsanto_Auf die Straße gegen Monsanto
    http://terraherz.at/2013/05/10/march-against-monsanto_auf-die-strasse-gegen-monsanto/

  3. schnehen sagt:

    Zwei Dinge werden in dem Artikel gar nicht oder kaum angesprochen:

    Die Tatsache, dass es sich bei Katar um eine Tankstelle derUSA handelt, die keinerlei Autonomie oder Unabhängigkeit besitzt und dass diese Golfmonarchie heute genauso wie Kuwait, vielleicht in etwas geringerem Ausmaß,auch von einer Demokratiebewegung bedroht wird.

    In Kuwait und Saudi Arabien hat die Bewegung ‚Islamic Awakening‘ bereits lautstark an die Türen der tyrannischen antimuslimischen Herrscher geklopft, die offen mit Israel paktieren;in Qatar sind diese Töne etwas moderater, weil der überwiegende Teil der Bevölkerung aus ausländischen Lohnsklaven besteht. Nur ein paar hundertausend Menschen, ich glaube etwa 250.000, wie auf AllesSchallundRauch zu lesen war, sind Kataris und die Oberschicht davon ist eng mit dem Herrscherhaus verbunden.

    Heute führt Katar die Befehle der USA und Israels aus und führt deren konterrevolutionäre, gegen die Demokratiebewegungen gerichtete Strategie aus. Die Wandlungen in der katarischen Außenpolitik sind das Produkt der gewandelten US-Strategie für die Region. Es sind keine Eigenprodukte, wie in dem Artikel unterstellt wird.

    Sollte diese Bewegung weitere Fortschritte machen und nicht nur die schiitischen Minderheiten in den überwiegend sunnitisch geprägten Golfstaaten erfassen, wird sie auch um Katar keinen Bogen machen. Die finanziellen Mittel des Scheichtums, diese Bewegungen zu manipulieren, z. B. über Al Jazeera und gegen den Iran oder Syrien zu desorientieren, sind natürlich nicht zu unterschätzen.

    Sollte sich Assad gegen die internationale Verschwörung der USA und ihrer Tankstellen durchsetzen, wird dies auch Konsequenzen für die innenpolitische Lage in Katar haben.

  4. Yilmaz sagt:

    sehr guter Artikel, hat mir sehr gefallen!
    Weg mit den radikalen Despoten in Saudi Arabien und Qatar und auch die freimaurerische Sekte der Muslimbrüder.

  5. an Ende werden auch diese wirklichen Despoten zu den Verlierern gehören. In der rassistischen Denke von USREAL ist für die kein Platz vorgesehen.Das sind auch nur Vasallen die zu funktionieren haben.Am kleinen Tisch der wirklichen Machtelite steht für die kein Stuhl.

  6. Yilmaz sagt:

    @ schnehen sagt: Mai 22, 2013 um 17:08

    guter Input, dazu sei auch angemerkt, daß die Zionisten in Israel mit den Despoten in Saudi Arabien und Qatar paktieren (natürlich indirekt über den Bypass USA), das erscheint äußerst paradox, da sich die israel. Regierung einerseits von Arabern bedroht fühlt und so seine permanenten Angriffskriege gegen seine Nachbarn rechtfertigt, aber mit den beiden schlimmsten Dark Lords (Saudi & Qatar) gemeinsame Sache machen… ich sags ja, die Zionisten, die Wahabiten und die radikalen Evangelikalen gehören zur ein und derselben Fraktion.

  7. Paul Singles UK sagt:

    Agree with Yilmaz and Schnehen: what a mess of cognitive dissonance in those regimes. Gast-Station of the US: a creative term.
    But, please, all who support secular Assad here: what can be done to cope with the Cyber War, waged by the US and Israel against Syria’s air defenses??

  8. Mister Panopticon sagt:

    http://lupocattivoblog.com/2013/05/21/der-gaskrieg-die-gas-falle-als-das-praludium-zum-dritten-weltkrieg/

    Marat Musin ist ein in Rußland tätiger Wissenschaftler. In diesem Artikel behandelt er, wie die USA/England über Qatar „Geopolitik“ machen.
    Es geht, selbstredend, wie schon immer („das große Spiel“), auch um Rußland – und nicht „lediglich“ um den Nahen/ Mittleren Osten. Sehr lesenswert!

  9. ups2009 sagt:

    … des Terrors …
    von vorgeblich NSU & IJU und weiss der Geier was von Rechts-Links-Schema, so bin ich von *** über ein Archiv zum Beitrag „Die Norwegian Defence League als trojanisches Pferd“ gekommen.
    NDL kenn ich nicht, nun ja … „rechtsextreme“ Nationalistengruppe im sozialen Netzwerk Facebook existent. Aha.
    Wie jetzt Facebook ausgerechnet DAS USA Facebook von Mark Zuckerberg?
    Aber dann taucht da noch ein English Defence League (EDL) auf und auch eine “German Defence League” in “echt”, auch eine JDL aus dem Jahr 1968😮

    Beim suchen nach GDL, kommt Facebook und PI-News
    German Defence League meets Antifa so PI’t es am 29. Mai 2012
    … sagt eigentlich schon alles, dann gibt es noch
    German Defence League – jenseits von Klischees vom 06. Jun 2012
    … sogar mit „Leader“ einer Berliner Division … wie „passend“

    Aber nicht nur Rechts nein auch Links nach dem CIA-arabischen Frühling kömmt nun ein europäischer Frühling mit Pascoe Sabido, Pascoe Sabido – United Kingdom | LinkedIn “ International Climate Campaigner at Friends of the Earth.“ (Friends of the Earth | Rockefeller Brothers Fund)

    “europäischer Frühling” nun zumindest seit 2011 scheinen Kräfte daran zu arbeiten … „London brennt! – Wann folgt endlich Berlin?!“ die sich chamäleonartig umfärbenden Revo-luschen können die Unruhen offenbar nicht mehr erwarten.

  10. Jakobiner sagt:

    Katar, ZIEM und die französische Aussenpolitik

    Katar soll Hauptfinanzier der islamischen Moschee ZIEM in München werden. In Frankreich gibt es eine Debatte, welche Politik eigentlich Katar verfolgt—unterstützt es Dschihaddisten, die französische Truppen töten? Spielt es eher eine Vermittlerrolle oder möchte es gar beide Seiten gegeneinander ausspielen? Jedenfalls kursieren Gerüchte und Dementis über die Unterstützung von Katar für malische Dschihaddisten.
    Gehen wir einmal der Quelle der Gerüchte und der Dementis über Katars Rolle nach:
    Zuerst gibt der französische Militärgeheimdienst des Verteidigungsministerium DRM Informationen bezüglich Katars Waffenlieferungen an malische Dschihaddisten an die Presse.

    “More worryingly, and to be treated with caution, is information taken from Le Canard Enchaîné and reprinted by the French and international press to the effect that Qatar is helping to fund armed groups, and that the Qatari Special Forces are supporting certain rebel factions in northern Mali by training their recruits (especially those of Ansar Ed-Dine). This information comes from a recent report by the French DRM (Military Intelligence Directorate under the Ministry of Defense)”
    http://www.opendemocracy.net/mehdi-lazar/qatar-intervening-in-northern-mali
    Der Auslandsgeheimdienst (des Aussenministeriums) DGSE lässt dann die vom DRM in Zirkulation gebrachten Gerüchte wieder dementieren.

    „Les services secrets français ont assuré le gouvernement que le Qatar n’avait pas envoyé des agents sous couverture humanitaire auprès des djihadistes, qui contrôlent le nord du Mali.
    Après la publication de récentes informations en ce sens dans la presse, des agents de la DGSE ont enquêté et n’ont pas trouvé trace d’émissaires qatariens venus aider les extrémistes islamistes au nord du Mali.“

    Übersetzung: „Die französischen Geheimdienste haben der Regierung versichert, dass Katar keine Agenten unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe zu den Djihadisten geschiockt hat, die den Norden Malis kontrollieren.“

    http://blog.lefigaro.fr/malbrunot/2012/10/presence-dagents-du-qatar-au-n.html
    „Die“Geheindienste ist gut. Gemeint ist ja der DGSE und nicht der DRM.Im Gegenteil: Da erzählt der eine Geheimdienst also das Gegenteil vom anderen.Das wäre so als wenn der MAD/bzw. der Auslandsgeheimdienst der Bundeswehr eine Version und der BND das Gegenteil behaupten würde.Ein sehr interessanter Vorgang, der auch auf Fraktionskämpfe innerhalb der Nachrichtdienstgemeinde und der Regierung hinweisen könnte-Für mich sind dies eher Indizien, dass die Kataris die Dschihaddisten bewaffneten. Der DRM als Organ der kämpfenden französischen Truppe war davon direkt betroffen und wollte so auf diesem Weg dagegen protestieren. Der DGSE als Organ der französischen Regierung und des Aussenministeriums muss die übergeordneten diplomatischen Beziehungen mit Katar im Auge behalten, die sich eben nicht nur auf militärische Aspekte und Waffenleiferungen an Dschihhhadisten begrenzen lassen und will es sich nicht grundsätzlich mit den Kataris verderben, sondern sie hinter verschlossenen Türen zu einem Richtungswechsel bewegen. Daher kommt der DGSE mit einer entlastenden Meldung, die aber auch nicht richtig sein muss, sondern dem aussenpolitischen Interesse und der raison d etat gschuldet ist, mit Katar weiterhin konstruktive Beziehungen zu unterhalten. SO erklärt sich mir dieser scheinbare Widerspruch.Interessanterweise reiste ja der französische Verteidigungsminister (also der Chef des DRM, welcher die Kritik an Katar in die Welt setzte) nach Katar, um da einige Sachen mit den Kataris zu klären. Scheinbar erst NACH dieser Reise kommt Entwarnung vom DGSE mittels eines Persilscheins.

  11. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Lynch:

    Lauschen Sie der Stimme Rußlands beim Thema, wer Waffen an die syrischen Terroristen liefert:

    http://german.ruvr.ru/2013_05_22/Wessen-Waffen-schie-en-in-Syrien/

  12. Jakobiner sagt:

    „Heute führt Katar die Befehle der USA und Israels aus und führt deren konterrevolutionäre, gegen die Demokratiebewegungen gerichtete Strategie aus. Die Wandlungen in der katarischen Außenpolitik sind das Produkt der gewandelten US-Strategie für die Region. Es sind keine Eigenprodukte, wie in dem Artikel unterstellt wird.“

    Das halte ich für falsch. Katar ist nicht nur der Exektutor der US-Außenpolitik. Lead from behind heißt Aufgaben delegieren–daraus erwächst eine eigenständige Mittlerrolle. Katar ist vergleichbar mit Singapur, das zwar beste Verbindungen zu China unterhält, aber eben auch einen US-Stützpunkt hat und innerhalb der ASEAN eine führende Rolle spielt und immer wieder mit eigenständigen Initiativen vorprescht–von asiatischen Freihandelszonen bis weltweitem Wassermanagement (die Brauchwasserfilteranlagenmodellanlagen in Singapur gelten inzwischen als die Lösung für die Wasserprobleme des Nahen Osten, Afrika , aber auch industrieller Länder).Katar fördert die Muslimbruderschaften in den sunnitischen Staaten, die Shahabmilz in Somalia, die Islamisten in Jemen, Syrien, Lybien und Mali, es unterhät Verbindungsbüros zu Taliban und Hamas und unetrstützt nicht etwas die PLO, sonder die Hamas.Die USA und Frankreich haben hinter den Kulissen dagegen schon öfters protestiert. Die Kataris fördern dierse Konflikte, um sich dann als Vermittler anzubieten und ihre eigene Stellung in der Staatenwelt dadurch zu erhöhen.Ähnlich macht dies auch Pakistan: Unterstützt die afghanische Taliban, um stratgische Tioefe gegen Indien zu erreichen, aber nimmt US-Militär-und Wirtschaftshilfe. Die USA kennen das doppelbödige Spiel der Pakistanis, aber sie wollen eben auch nicht, dass Pakistan ganz nach China abdriftet, weswegen sie da alle Augen zudrücken.

  13. schnehen sagt:

    Tatsächlich ist Katar ein Arm der US-Außenpolitik und führt den Willen der USraelischen Elite aus, wie es die deutsche Außenpolitik tut. Belege:

    1. Die USA besitzen in Katar zwei Militärstützpunkte. Hinzukommt, dass der Emir den USA Zugang zu katarischen Militäreinrichtungen gewährt hat, z. B. zu Militärflughäfen. Wikileaks hat 2010 aufgedeckt, dass es eine enge militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gibt. Das katarische MCC – ein Militärkomitee – besucht regelmäßig die USA.

    2. Katar hat auch enge Beziehungen zur zionistischen Einheit:

    Hohe Vertreter Israels dürfen Konferenzen in Doha besuchen. Israel besitzt eine Art Wirtschaftsbotschaft in Doha. Katars Außenminister Jasem hat regelmäßige Kontakte zum Apartheidstaat.

    3. Katar ist eng mit dem Imperialismus verflochten. Beleg: Anteile an Porsche. Katar ist dort Großaktionär.

    4. Katar unterstützt vor allem finanziell die Strategie der CIA gegen Syrien. Inzwischen flossen 3 Mrd Dollar in die Unterstützung der Opposition, die sich in Doha treffen darf. Für eine Desertion aus der syrischen Armee zahlt das Scheichtum 50.000 US Dollar.

    5. Katar unterstützt die Moslembruderschaften in Ägypten und Tunesien, aber auch die Syriens, die heute die Politik der USA gegen die Palästinenser in Worten verurteilen, aber in Taten unterstützen (vgl. Schließung des Raffah-Zugangs zu Gaza).

    6. Katar hat die Bewegung ‚Islamic Awakening‘ mit brutaler Gewalt niedergeschlagen und lässt kein freies Parlament zu, damit die Interessen der USA und die der Monarchie gewahrt bleiben. Es ist und bleibt eine absolute Monarchie, die von der Arbeit von über einer Million ‚Gastarbeitern‘, hauptsächlich aus Indien, lebt (bei einer Bevölkerung von nur 1,7 Millionen).

    7. Der derzeitige Herrscher, Sheik Hamad bin Khalifa II al Thani kam Mitte der neunziger Jahre durch einen Putsch gegen seinen Vater an die Macht. Dass dieser Putsch von der CIA organisiert wurde, darf angenommen werden.

    Also:

    Katar ist eine Tankstelle der USA wie Bahrain, die VAE oder Saudi Arabien, die direkt die Befehle der Imperialisten in der Golfregion ausführt. Katar ist und war ein wichtiger Bestandteil des internationalen zionistisch-imperialistischen Netzwerks.

  14. Paul Singles UK sagt:

    @SCHNEHEN: well researched background information.

    A further look shows that the US (and it’s other „gas-stations“..) are also preparing for the case that the Saudi regime gets into trouble at home. Also in this case the not so pious Qataris may be used along with some chiefs of tribes in Saudi-Arabia so far subdued by the Saudi regime to establish some sort of control over a weakened Saudi-Arabia. And of course the oil wells.

  15. schnehen sagt:

    @Paul

    Thanks for this piece of valuable information. Could you be more explicit than that? What exactly are they, the US and its proxies, preparing as far as Saudi Arabia ist concerned? What’s the source of your information? I would like to know lot’s more, curious as I am.

    Greetings!

  16. Paul Singles UK sagt:

    @schnehen: Due to my former jobs in the US and UK I still maintain a confidential network of sources. But I kindly ask you to understand that these persons, mostly still active in gathering and processing information (I am now retired), prefer not to be referred to. I ask for your understanding.
    The issue touched in my last contribution is especially sensitive. During my last stay in Saudi-Arabia (not a free country!) in 2000 and also 2007 I had met some semi-political figures for a coffee or so to discuss the long term development of the Kingdom in terms of education, vocational training, social and professional development and their consequences for tribal and family-loyalties (still very strong there).
    Also from these discussions though led very cautiously I could draw some conclusions which support my recent view.
    Without my background mentioned above many of my pieces here would not have been written.
    Best regards PS

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