Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Big Brother einst und jetzt

endcoverEditorial von COMPACT 4/2013: Zur Veränderung der Propaganda zwischen „1984“ und 2013

COMPACT 4/2013 kann man hier im Detail anschauen und bestellen: Bestellformular

Big Brother einst und jetzt

Von Jürgen Elsässer (aus: COMPACT 4/2013)

Die Prognose ist nicht besonders gewagt, dass dieses Jahr noch blutig wird. Der Blitzkrieg in Mali hat der NATO Appetit gemacht. Heißt es bald „Panzer marsch“ Richtung Damaskus? Oder Bomben auf Teheran? Am gefährlichsten wäre sicherlich, wenn es zu einem Waffengang gegen Nordkorea käme. Das würde China mit auf den Plan rufen, das sich als Schutzmacht des schwer erziehbaren Nachbarstaates begreift.

Regt sich jemand auf? Demonstriert jemand? Die Bürger der NATO-Staaten haben sich damit abgefunden, dass aus dem früheren Verteidigungsbündnis eine Aggressionsmaschine geworden ist und immer an irgendwelchen Fronten gekämpft wird. Zunehmend erinnert der Nordatlantik-Pakt an das Imperium Ozeanien, das George Orwell in seiner Anti-Utopie 1984 beschreibt.

Heutzutage ist die Erinnerung an 1984 wie ausgelöscht. 1984, da hatten wir richtig Angst vor 1984. Damals bereitete die gerade ein Jahr zuvor gewählte Regierung unter Kanzler Helmut Kohl eine Volkszählung vor, wir fürchteten die Herrschaft des Big Brother und agitierten für einen Boykott. Wir? Dieses Pronomen stand für alle, die irgendwie links oder pazifistisch waren, von den Enkeln Willy Brandts bis zu den Kindern von Karl Marx und Coca Cola und den Wortführern – pardon: Wortführerinnen – der Grünen, Petra Kelly und Jutta Ditfurth.

Wie lange ist das her? Nur 29 Jahre? Das kann nicht sein. Es muss eine Ewigkeit her sein, dazwischen lagen doch mehr als ein halbes Dutzend Kriege – Irak I, Bosnien, Jugoslawien, Afghanistan, Irak II, Libyen, Mali – mit weit mehr als einer Million Toten! Jedenfalls ist heute alles anders. Petra Kelly ist tot, Jutta Ditfurth heißt Claudia Roth. Big Brother ist keine Schreckensvision mehr, sondern eine lange Zeit beliebte Reality-Show, die aber längst vom Ekel-Exhibitionismus à la Dschungelcamp ausgestochen wird. Privatsphäre, das ist etwas von vorgestern – Facebook liefert man die Daten freiwillig aus. Das „irgendwie links“  hat sich aufgelöst: Seit Joschka als einer von “uns” Serbien bomdardieren ließ, haben die Epigonen der Achtundsechziger Geschmack am Imperialismus gefunden. Make Love and War, heißt die neue Parole.

Vieles ähnelt 1984: Es gibt das Ministerium für Liebe, das die Familie zerstören soll. Es gibt das Ministerium für Frieden, das sich mit dem Krieg befasst. Es gibt das amtliche Neusprech, dessen Wörter meistens das Gegenteil bedeuten: “Humanitäre Intervention” etwa nennt man einen zünftigen Bombenkrieg, ermordete Zivilisten werden als “Kollateralschäden” und Terroristen als “Befreiungskrieger”  bezeichnet. Seit zwei Jahren senden alle Kanälen den täglichen “Zwei-Minuten-Hass” gegen einen gewissen Baschar al-Assad, wie Orwells Emmanuel Goldstein  der “Feind des Volkes”. Und ein “Gedankenverbrechen” begeht schon der, der auch nur einen Augenblick zögert, ihn mit den “doppelplus-guten” Begriffen des „Neusprech“ zu bezeichnen: Diktator, Mörder, Schlächter. Weiß überhaupt noch jemand, dass die Staatsmänner Ozeaniens ihn bis vor kurzem als Hoffnungsträger gepriesen haben? Dass Damaskus im Antiterrorkampf nach 9/11 mit Washington verbündet war?

“Die Partei sagte, dass Ozeanien sich nie mit Eurasien verbündet hatte. Er, Winston Smith, wusste, dass Ozeanien vor noch nicht einmal vier Jahren mit Eurasien verbündet gewesen war. Aber wo existierte dieses Wissen? Nur in seinem eigenen Bewusstsein, das ohnehin bald ausgelöscht werden würde,“ sinniert Orwells tragischer Held. Ist das heute genauso? Nein! Denn im Zeitalter des Internet kann Big Brother Fakten über die Vergangenheit nicht mehr unterdrücken. Mit Google lässt sich vieles über Assad finden, was für ihn und gegen den Krieg spricht.

Aber das nützt nichts. Obwohl man heute besser recherchieren kann als 1984, ist der Widerstand seither schwächer geworden. Denn auf eine objektive Information kommen zehn Propaganda-Spins und hundert Seiten Spiele, Musik und Pornos. Das Hirn wird nicht, wie bei Orwell, durch Entzug von Wissen deformiert, sondern durch Überflutung. Das Internet hat sehr viele Leute klüger gemacht und aufgeweckt – aber noch wesentlich mehr verblödet und in Zombies verwandelt. (…)

(Weiterlesen in der Printausgabe COMPACT 4/2013).

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47 Responses

  1. die Stimme sagt:

    Treffend gesagt,
    so ist es, kann man sagen.
    Aber wenn die Nacht am tiefsten ist der Tag am nächsten ..
    immer mehr Zeitgenossen wollen aufwachen, stellen die Glotze ab und verweigern die GEZ-Zwangsabgaben.
    Immer mehr Lesen holen sich Compact-Magazin und informieren sich alternativ.

  2. Treffende Analyse. Wenn auch die Chancen des kritischen Journalismus – heute wichtiger als je – realistisch eingrenzend.

  3. nix_für_ungut sagt:

    es sind übrigens 29 jahre.

  4. Blue sagt:

    Ein schöner wenn auch im Grunde viel zu allgemein gehaltener Vergleich. Die Welt ist zu komplex, um im Einzelnen verstehen zu können, warum jeder Mensch so handelt, wie er oder sie handelt.

    Vor allem das Kapitel mit der angeblichen Zerstörung der Familie ist etwas, in dem ich entschieden widerspreche. Weitab mal nun vom Thema Homosexualität, das so gut wie gar nicht Einfluss darauf nimmt, weshalb auch das Thema Homo-Ehe für mich eher nebensächlich ist. Familien können nur sich selbst zerstören. Und wenn diese auf so empfindlichen Füßen stehen, dann haben sie auf Dauer das Existenzrecht verwirkt.

    Zu Nordkorea muss man sehr differenziert stehen, selbst China hat die Schnauze voll von Kim Jong Un,während das nordkoreanische Regime sogar chinesische Botschaften schließen will. Es wäre also eher wahrscheinlich, dass sich China an einem Einmarsch beteiligt. Oder zumindest versucht, Nordkorea unter Druck zu setzen.

    Ich sehe zumindest noch gigantische Unterschiede zu 1984 und 2013. Davon mal abgesehen, dass man es sich mit solchen stumpfen Vergleichen viel zu einfach macht. Und das in einer Welt, die nicht einfach gestrickt ist. Es gibt kein Gut und kein Böse, sondern nur Grautöne. Und die meisten kriege, die im Nahen Osten stattfanden zogen auch schon zumindest hin und wieder Proteste nach sich. Doch aus einem selbstverständlichen Grund kümmert das die meisten nicht. Als Kind haben mich die Kriege in Afghanistan und im Irak nicht interessiert. Das war weitab. Heute schaue ich natürlich kritischer auf die Außenpolitik, aber demonstrieren gehe ich dennoch nur, wenn etwas geplant wird (Außer es ginge vielleicht um den Iran o.ä. Länder mit solchem Kaliber). Aktiv mische ich mich dagegen, vorerst, nicht ein, da ich vorerst mein eigenes Leben auf die Reihe bekommen muss. Die Älteren wollen mit Krieg nichts mehr zu tun haben und sind müde, die Jüngeren wie ich wollen ihr Leben genießen, weiter kommen, Partys feiern usw.. Krieg wird in wenigen, ernsten Runden kurz diskutiert. Es ist menschlich, auf Kriege zu reagieren, aber es ist ebenso menschlich, Kriege zu ignorieren.

  5. JVG sagt:

    29 Jahre, 29😉.

    Die Vision 1984 wird ergänzt mit „Schöne neue Welt“. Und die ist/wird ebenfalls – nicht wie Aldous Huxley damals prophezeite, mehr als 1984 – sondern gleichzeitig Realität.

    Die Lautsprecher am Kopfende des Bettes sind bittere Realität, natürlich in vielerlei Varianten ohne auch nur einen sichtbaren Lautsprecher sehen zu können.

    Die Gammas, Betas, Deltas, Alphas kann man täglich beobachten.

    Nun, es scheint, wir leben doch in einer Matrix. auf das Aufwachen bin ich ernsthaft gespannt.

  6. Lukas Richter sagt:

    Wieder einmal eine gestochen scharfe Analyse unserer Gesellschaft.
    (Mittlerweile frage ich mich sogar, ob sich Petra Kelly wirklich selbst umgebracht hat.)
    Mag die allierte Gegenmacht auch noch so groß sein — Artikel wie diese sind Balsam für eine BRD-geschundene Seele.

  7. JVG sagt:

    @Blue

    „, aber demonstrieren gehe ich dennoch nur, wenn etwas geplant wird (Außer es ginge vielleicht um den Iran o.ä. Länder mit solchem Kaliber).“

    Es wird nicht geplant, es ist bereits geplant. Die detaillierten Angriffspläne gegen den Iran sind seit 2006 fertig. Und wahrscheinlich nur deshalb noch nicht umgesetzt, weil der Iran Öl noch nicht frei und ohne Dollar handelt. Bislang- jedenfalls ist so mein Stand, wird neben Dollar nur zusätzlich in Rial gehandelt, und es werden Bartergeschäfte mit einigen Ländern gemacht.

    Und natürlich ist es genau der Punkt, daß jeder erstmal sein Leben auf die Reihe bekommen muß, warum kaum jemand gegen den geplanten Krieg agiert. Die Beschäftigungstherapie funktioniert hervorragend. Und es wird wahrscheinlich nur ein Mittel dagegen geben: in gewissem Maße aussteigen aus dem Hamsterrad…

  8. JVG sagt:

    @Blue

    „Familien können nur sich selbst zerstören. Und wenn diese auf so empfindlichen Füßen stehen, dann haben sie auf Dauer das Existenzrecht verwirkt.“

    Dem widerspreche ich entschieden! Wenn die einzelnen Familienmitglieder über verschiedene Methoden indoktriniert werden und es nicht merken (oder merken können), kann man die Familienbande sprengen, ohne das der wahre Grund zum Vorschein kommt.

    Angesetzt wird insbesondere bei den Frauen und bei den Kindern. Aber natürlich werden auch die Männer mit verschiedenen Methoden bearbeitet. Bloß wichtiger für den Zusammenhalt der Familie waren schon immer die Frauen.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, er braucht nahe menschliche Kontakte. Und diese sind nunmal in erster Linie in der Familie möglich. Weil dort menschliche Liebe geboren wird. Weil es dort die Mutter gibt mit ihrer grenzenlosen Liebe zum Kind.

    Und bitte nicht die vielen negativen Beispiele anführen, die Ausdruck der ökonomischen Verhältnisse als auch der ideologischen Beeinflussung sind.

    Da paßt im Übrigen auch nahtlos hinein die perverse veränderung der Formulare und Medienberichterstattung in Richtung „Elter 1“ und „Elter 2“. Da kriegt man nämlich die „Mutter“ weg. Und genau dazu benötigt man die Minderheit der Homosexuellen. Man instrumentalisiert diese, um die Mehrheit umzuerziehen. Und dann haben wir die „Schöne neue Welt“, in der weder Mutter noch Vater gesagt werden darf, und in der kleine Homunukulis in Flaschen großgezogen werden. Ohne menschliche Verbindungen. Nur noch als Arbeitssklaven und Konsumenten.

    Und genau das wollen ein paar Irre auf diesem Planeten. Da ist nichts Zufall.

  9. Karl_Murx sagt:

    @JVG:

    Nun, es scheint, wir leben doch in einer Matrix. auf das Aufwachen bin ich ernsthaft gespannt.

    Es deutet einiges darauf hin, daß die Matrix ihren Einfluß verliert. Man braucht nur die Kommentarspalten der MSM zu lesen, wie dort trotz aller Zensur im Namen einer Netiquette und aller spin doctores die Zahl der Beiträge wächstg, die sich gegen das verordnete politisch-korrekte Neusprech und das Doppeldenk auflehnen.

    Auch ist es immer ein Zeichen des nahenden Zusammenbruchs, wenn die Regierenden anfangen, irrational anmutende Dinge zu tun. Dieser Schauprozeß des Staates gegen sich selbst, gemeint ist die Anklage der Generalbundesanwaltschaft gegen die „NSU“ getaufte Operation des Verfassungsschutzes, der am 17. April diesen Jahres beginnt, deutet darauf hin. Auch andere nur bizarr zu nennende Handlungen lassen darauf schließen:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ermittler-sind-50-frueheren-aufsehern-des-kz-auschwitz-auf-der-spur-a-892902.html

  10. die Stimme sagt:

    – Angesetzt wird insbesondere bei den Frauen und bei den Kindern. Aber natürlich werden auch die Männer mit verschiedenen Methoden bearbeitet. Bloß wichtiger für den Zusammenhalt der Familie waren schon immer die Frauen.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, er braucht nahe menschliche Kontakte. Und diese sind nunmal in erster Linie in der Familie möglich. Weil dort menschliche Liebe geboren wird. Weil es dort die Mutter gibt mit ihrer grenzenlosen Liebe zum Kind.

    Und bitte nicht die vielen negativen Beispiele anführen, die Ausdruck der ökonomischen Verhältnisse als auch der ideologischen Beeinflussung sind.

    Da paßt im Übrigen auch nahtlos hinein die perverse veränderung der Formulare und Medienberichterstattung in Richtung “Elter 1″ und “Elter 2″. Da kriegt man nämlich die “Mutter” weg. Und genau dazu benötigt man die Minderheit der Homosexuellen. Man instrumentalisiert diese, um die Mehrheit umzuerziehen. Und dann haben wir die “Schöne neue Welt”, in der weder Mutter noch Vater gesagt werden darf, und in der kleine Homunukulis in Flaschen großgezogen werden. Ohne menschliche Verbindungen. Nur noch als Arbeitssklaven und Konsumenten.

    Und genau das wollen ein paar Irre auf diesem Planeten. Da ist nichts Zufall.-

    @JVG
    Danke, gut rübergebracht.
    Lesenswert dazu:
    Ist das Wort Mutter sexistisch?
    http://ef-magazin.de/2010/06/04/2202-genderwelsch-ist-das-wort-mutter-sexistisch

  11. Jakobiner sagt:

    Meiner Ansicht nach hängt die geringe Anzahl der heutigen Friedensbewegung mit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht in den USA und den meisten NATO-Ländern zusammen. Früher, zu Vietnam konnte jeder Jugendliche und Erwachsene an die Front kommen und aufgrund dieser unmittelbaren Betroffenheit hat sich dann auch die Meinung dazu polarisiert und gebildet.Dazu war der Atomkrieg eine unmittelbare Bedrohung. Heute ziehen „Freiwillige“ in die „Auslandseinsätze“ und herrscht eher die Stimmung: Was kümmert´smich wenn fremde ferne Völker sich den Kopf einschlagen.Dass nur rot-grün an allem Schuld sei, ist auch etwas einseitig.Man stelle sich einmal vor, in welcher Lage wir wären, wenn der damalig allseits gefeierte Jungstar der Konservativen Guttenberg Verteidigungsminister geblieben oder gar Kanzler geworden wäre.Hierzu nur einmal aus dem heutigen Münchner Merkur (6./7.April 2013, S.4):

    „Guttenberg fordert Vorbereitung eines Angriffskiregs

    Mit Empörung hat der Buchautor und frühere Medienmanager Jürgen Todenhöfer auf die Kritik von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg an der deutschen Nahostpolitik reagiert.Guttenberg hatte in einem Beitrag für das „Wallstreet Journal“gefordert, „Berlin sollte beginnen darüber nachzudenken, wie man Israel angesichts eines potenziellen Luftangriffs auf Iran unterstützt.“Es sei besser, einen Plan jetzt zu erarbeiten, als sich hektischen ad-hoc-Entscheidungen hinzugeben, wenn die Krise ausgebrochen sei.Damit, so Todenhöfer rufe Guttenberg die Bundesregierung dazu auf, einen völkerrechtswidrigen Angriff gegen den Iran mit vorzubereiten. „Die deutsche Verfassung und das deutsche Strafrecht scheinen ihn dabei nicht zu interessieren“,schreibt Todenhöfer auf seinem Facebook-Account.“

  12. derherold sagt:

    „Die Bürger der NATO-Staaten haben sich damit abgefunden, …“

    Man ja auch alles getan, oder besser:gezahlt, damit die potentiellen „Anstifter“ von Protest, die radikale Linke „eingebunden“ wird.

    Von der Ersatz-Identität des „Kampf gegen Rechts“ (der in anderen NATO-Staaten selbstverständlich „… gegen Rassismus“ heißt, über linke Vorzeige-Hochschulen der 70iger als frisch gekürte Elite-Universitäten bis zu den Top-Karrieren ehem. KBW-Mitglieder hat man einiges getan, um ein linkes Wohlgefühl zu konstruieren, daß über die eigene Korruption hinwegtröstet.

    Man schaue sich die EKD an: von „Maoismus-Nähe“ zu den absurden Auftritten einer ehem. Bischöfin und des Auslandsbischofs zu Libyen bzw. Syrien.

    Und zu JvD: Ich meine mich daran erinnern zu können, daß sie nach dem Mauerfall gar nicht schnell genug der Bitterfeld-SED um den Hals fallen konnte. „Umweltschutz“ interessierte auf einmal nicht mehr.😉

  13. Schrecklicher als der KT Guttenberg kann sich ein angeblich Deutscher wohl kaum an unsere Freunde verkaufen.

  14. Jakobiner sagt:

    Hier noch der Originalartikel Guttenbergs in WSJ:

    Germany Must Have Israel’s Back
    Counterproductive settlement proposals, and German demographic and generational changes, risk undermining popular support for the Jewish state.
    By KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG AND ULF GARTZKE
    As Israel’s new government takes office, chances are that in 2013 the crisis over Iran’s nuclear program will finally come to a head. Tightened international sanctions have crippled Iran’s economy, but Tehran continues to power ahead with its uranium-enrichment efforts. Negotiations with the P5+1 group are being drawn out, buying the regime valuable time to build 3,000 next-generation centrifuges and to disperse them around the country in increasingly hardened sites.
    Speaking to the European Parliament last month, Israeli President Shimon Peres called Iran „the greatest danger to peace in the world.“ Days earlier, Prime Minister Benjamin Netanyahu warned that Tehran is nearing the „red line,“ and that sanctions must be „coupled with a clear and credible military threat“ in case diplomacy and economic pressure fail.
    Germany bears a special historical and moral responsibility to support Israel against an Iranian threat. First, Israel’s leaders and the Israeli public view the Iranian peril primarily through the prism of the Holocaust. Proponents of a military strike on Iran often point to the Shoah as ultimate proof that Tehran’s threats to destroy the State of Israel must be taken seriously. Second, ever since she became the first German chancellor to address the Knesset, in 2008, Angela Merkel has repeatedly declared that „Israel’s security is part of Germany’s raison d’être“ and that it can „never be negotiable.“
    The chancellor’s statement is as true as it is important. There can be no doubt that Germany is Israel’s closest and most vital ally in Europe. The two countries enjoy exceptionally close defense and intelligence ties. Berlin provided significant funding to help Israel acquire Germany’s advanced „Dolphin“ submarines, a critical boost to the Israeli Defense Forces‘ deterrence capability. The German government also worked behind the scenes to negotiate the release of former Israeli soldier Gilad Shalit from Hamas captivity.
    What’s missing, however, is a broader debate—both in public and among top German officials—about what Berlin should do if diplomacy fails and Israel is compelled to take military action against the Iranian nuclear threat. Berlin’s opposition to a strike on Iran’s nuclear sites is well-known. In fact, German diplomacy seems careful to avoid creating the impression that Berlin expects or is even preparing for such an outcome. The fear is that this kind of contingency planning might only encourage Israel to pursue a military solution above other options.
    There are good reasons for opposing a military showdown. But Berlin needs to explain its options to the German people, while clearly stating that an Iran with nuclear weapons would threaten core security interests for Israel, the West and the region. This kind of strategic communications effort is even more important in a crucial Bundestag election year, and at a time when counterproductive Israeli settlement proposals, as well as German demographic and generational changes, risk undermining popular support for the Jewish state. Opinion polls indicate that a majority of Germans view Israel as an „aggressive“ country that „pursues its interests without consideration for other nations.“
    Berlin should also start thinking about how to support Israel in the wake of potential air strikes on Iran. It is better to develop a plan now than to engage in hectic ad-hoc decision making once the crisis has erupted. Germany’s first priority should be to offer Israel civil and military assistance to defend against potential counterattacks. This could be by offering medical equipment or reconnaissance specialists for weapons of mass destruction, or by shoring up the Bundeswehr’s naval presence in the eastern Mediterranean. The deployment of Patriot antimissile batteries, though logistically challenging, should also be considered.
    Even if Israel’s actual needs are limited, offering quick, tangible support is a powerful show of solidarity and demonstrates that Israel is not facing this crisis alone.
    Second, Berlin should immediately push for a comprehensive cease-fire to limit Iran’s ability to retaliate, for instance via its Hamas and Hezbollah proxies. This is not only in the interest of the Israeli generals. It is also vitally important for the Western world to keep the Straits of Hormuz open, to maintain Gulf stability and prevent attacks on moderate Arab states, to deter large-scale international terrorist violence, and to avert war between Israel and Lebanon or even Syria.
    Tehran may cry foul if an Israeli ally asks for a cease-fire following a pre-emptive strike. Nevertheless, Berlin shouldn’t underestimate its influence in a region where America’s credibility is strained, to put it mildly.
    Finally, Germany needs to marshal its full political and economic weight to maintain a tough international sanctions regime against Tehran. An attack on Iran might benefit the mullahs if existing sanctions were eased as a result, thereby allowing them to reconstitute their nuclear program with fewer restrictions moving forward.
    Certainly, all of these undertakings come with risks. But at the moment, there isn’t even a closed-door discussion taking place about the potential options and responses. Unless this changes, Germany risks a further deterioration of public opinion at home even before any crucial decisions have been made.
    The stakes are high. Germany cannot afford to be on the wrong side of history.
    Mr. zu Guttenberg is a former German defense minister, now at the Center for Strategic and International Studies. Mr. Gartzke teaches at Georgetown University’s BMW Center for German and European Studies.

    http://online.wsj.com/article/SB10001424127887323296504578396113845689862.html#

  15. MultiStar83 sagt:

    @ juergenelsaesser
    Off-topic: Wann nehmen Sie denn Stellung zum aktuellen Putin-Interview der ARD, Herr Elsässer? Da würde mich Ihre Meinung sehr interessieren. Ich denke, Putin hat dort größtenteils Wahrheiten ausgesprochen. Zum Beispiel warf er den westlichen Medien Desinformation und das Verbreiten von Halbwahrheiten vor. Zudem verteidigte er die Razzien gegen „NGOs“, die von westlichen Regierungen Geld erhalten…Aber ich habe auch gelesen, dass er angeblich Vertrauen in den Euro geäußert haben soll. Da scheint er wohl irgendwas noch nicht verstanden zu haben oder? Oder nur westliche Desinformation?

  16. Blue sagt:

    @JVG: Sie haben mich falsch verstanden: Ich meinte wenn DEMONSTRATIONEN geplant sind, nicht Kriege, dann mache ich mit, aber selbständig organisieren tue ich eher nicht, außer vielleicht z.B. bei einem Krieg gegen den Iran.

    Dass im übrigen Kriegspläne gegen den Iran und China existieren, überrascht und schockiert mich kein wenig. Jedes Militär, das etwas auf sich hält, hat für den jeweiligen Notfall Pläne gegen den jeweiligen Gegner bereit. Dies ist noch kein Indiz dafür, dass diese Pläne auch Anwendung finden werden. Weder das US-Militär noch die NATO würde solch einen Kriegszustand ohne größere Schäden überstehen. Insofern halte ich auch die Kriegspläne gegen China eher für eine Notfalllösung anstatt für einen festen Plan. Von der Tatsache abgesehen, dass die Verwaltung von USA und NATO bereits mit Afghanistan, dem Irak, Lybien, Syrien und etwaiigen weiteren Konfliktgebieten nicht wenig ausgelastet sind.

    „Dem widerspreche ich entschieden! Wenn die einzelnen Familienmitglieder über verschiedene Methoden indoktriniert werden und es nicht merken (oder merken können), kann man die Familienbande sprengen, ohne das der wahre Grund zum Vorschein kommt.“

    Durch was indoktriniert bitteschön? Fernsehen? Jeder guckt das, was er oder sie will und Familien, die sich irgendeinen Schrott reinziehen, sind so oder so leicht beeinflussbar.
    Spiele? Spiele haben einen vergleichsweise geringen Einfluss, je nach Alter und Geisteszustand des Spielenden. Jedoch haben gerade Eltern hier großen Einfluss, Und wenn da nicht aufgepasst wird, ist das deren eigene Schuld, in Teilen zumindest.
    Nachrichten? Auch hier gilt: Jeder hört, sieht und liest das, was er oder sie will.
    Zeitungen und Zeitschriften? Sind je nach dem, was man lesen will und mag unterschiedlich. Das Compact Magazin ist sehr interessant für politisch interessierte, aber es gehört nicht zu meinen Hauptinteressen.

    „Angesetzt wird insbesondere bei den Frauen und bei den Kindern. Aber natürlich werden auch die Männer mit verschiedenen Methoden bearbeitet. Bloß wichtiger für den Zusammenhalt der Familie waren schon immer die Frauen.“

    Aha, inwiefern bei Frauen und Kindern? Sollen Frauen wieder in die Küche, die ganze Zeit zu Hause sein, ohne die Möglichkeit, sich zu bilden oder zu arbeiten? Soll das Recht auf eine Abtreibung genommen werden? Und dürfen Frauen nicht mehr selbst entscheiden, OB sie Kinder haben wollen oder nicht?
    Und die Kinder selbst? Kinder kann man im Grunde schwer erziehen, und ebenso schwer indoktrinieren, doch dieses Thema ist zu groß. Hinsetzen und nochmal genauer mit der Thematik auseinandersetzen.

    „Der Mensch ist ein soziales Wesen, er braucht nahe menschliche Kontakte. Und diese sind nunmal in erster Linie in der Familie möglich. Weil dort menschliche Liebe geboren wird. Weil es dort die Mutter gibt mit ihrer grenzenlosen Liebe zum Kind.“

    Ja und? Das wird sich doch in Zukunft nicht ändern. Der Mensch wird sich IMMER nach Liebe und Geborgenheit sehnen. Selbst Politiker, Finanzmänner und was auch immer sind nur Menschen. Keine Teufel, Dämonen, sondern Menschen. Sie haben ebenso Familie, Kinder, Liebe und Trauer erfahren, Freude und Schmerz, Spaß und Wut. Wieso sollten sie solche Bande ABSICHTLICH zerstören wollen? Das kann ich mir schwer vorstellen, vor allem dann nicht, wenn diese selbst Familie haben.

    „Und bitte nicht die vielen negativen Beispiele anführen, die Ausdruck der ökonomischen Verhältnisse als auch der ideologischen Beeinflussung sind.“

    Die 68-er sind nicht aus negativer Beeinflussung entstanden, sondern, zumindest in Teilen, weil sie gerade mit der momentanen gesellschaftlichen und familiären Situation unzufrieden waren. Hätten die damaligen Familien funktioniert, dann wäre solch eine Bewegung gar nicht erst entstanden.

    „Da paßt im Übrigen auch nahtlos hinein die perverse veränderung der Formulare und Medienberichterstattung in Richtung “Elter 1″ und “Elter 2″. Da kriegt man nämlich die “Mutter” weg. Und genau dazu benötigt man die Minderheit der Homosexuellen. Man instrumentalisiert diese, um die Mehrheit umzuerziehen. Und dann haben wir die “Schöne neue Welt”, in der weder Mutter noch Vater gesagt werden darf, und in der kleine Homunukulis in Flaschen großgezogen werden. Ohne menschliche Verbindungen. Nur noch als Arbeitssklaven und Konsumenten.“

    Ob Elter 1 und Elter 2 oder Vater und Mutter ist mir im Prinzip gleich. Das ist nur Behördenkauderwelsch und beeinflusst die Familie nicht. Und die Homosexuellen werden wohl kaum instrumentalisiert. Wenn ein Homosexueller Vatergefühle oder Muttergefühle entwickelt, dann ist das aus meiner Sicht ok. Ich habe einen Kumpel, einen Trans, also war mal eine sie und ist jetzt ein er, und er ist, soweit ich das erkennen kann, zumindest mal nicht schlechter als die meisten anderen Väter.

    Das mit „Babys in Flaschen“ klingt nach abenteuerlicher Science-Fiction. Ob dem so wird, bezweifle ich. Die Menschen können immer noch über sich selbst bestimmen. Und sowas kann man nicht schleichend einführen, ohne dass die Menschen nichts merken.

    „Und genau das wollen ein paar Irre auf diesem Planeten. Da ist nichts Zufall.“

    Wie gesagt, das sind auch nur Menschen. Und wenige Irre könnten sowas nicht bewerkstelligen, da es dazu viel Macht und viele Personen braucht. Leute wie du, machen sich die Welt zu einfach, ihr denkt ihr seid die Guten und müsst das Böse bekämpfen, das im Hintergrund die Strippen zieht. Dass es Lobbys, Einflussgruppen usw. gibt bestreite ich nicht, die ganze Finanzwelt ist kriminell. Aber dahinter steckt aus meiner Sicht kein großer Masterplan. Die Welt ist zu komplex, um sie kontrollieren zu können.

  17. Jürgen, Text überzeugt, aber Du hast vergessen, „die Intoleranz, die man heute Toleranz nennt“.

    Nur ein kleines Beispiel: http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/24/eu-menschen-die-fur-die-familie-demonstrieren-werden-niedergeknuppelt/

  18. Avicenna1968 sagt:

    Darf ich den großen Kritiker und Humoristen IL RAGNO zitieren ?

    >>It’s becoming pretty clear if there’s ever to be anything resembling a second wind to Western Civilization, it’s going to be built on the smoldering ashes of the Internet. The nice thing about old fuddy-duddy, human-interaction, analog society is that the guy dancing a jig in a tinfoil hat to get attention usually got the heave-ho straightaway, whereas the Internet affords him endless opportunities to piss in your punchbowl without the prospect of two broken legs to give him pause.<<

  19. me. sagt:

    @ Jakobiner

    Guttenberg alias Jim Glitschi – Der Mann der aus der Tube kam steckt jetzt im Popo der AIPAC. Der Mann geht seinen Weg konsequent nach unten. Finden sie nicht?

  20. Jan sagt:

    Ich kann nur empfehlen, folgenden link an freunde zu senden:

    Putin führt WDR-Mann Schönenborn vor: „Wie heißen Sie?“ Das Interview gerät für den WDR-Chef zum peinlichsten Alptraum seiner Karriere:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/06/putin-fuehrt-wdr-mann-schoenenborn-vor-wie-heissen-sie/

    googelt man nach den beiden Namen, finden sich nur öffentlich-rechtliche seiten. Google musste alles zensieren. HAHAHA! Google-News liefert nur ein einziges Ergebnis.

  21. Tom Nässbjer sagt:

    Beispiel

    Der neue Leiter der schwedische sozialdemokratische Partei, Stefan Löfven, sagt in seiner erste Rede als Vorsitzender der Partei, daß Schweden noch eine männliche Geschlechtmachtsordnung („en manlig könsmaktsordning“ auf swedisch) hat. Es wäre nötig diese eine feministische Agenda entgegenzuhalten, meint er. Die Partei, sie nennt sich noch „Arbeiterpartie“ („Arbetareparti“ auf Swedisch), ist, leider; ein treibender Kraft der Destruktion der Familie geworden; durch „Reeducation“, „Gender Main-Streaming“
    und durch gesteuerte staatlichen Subventionen will man seine Ziele erreichen. Die Partei ist, leider, ein Schönredenden und verharmlosenden Agentin der
    verantwortungslosen Globalisierung geworden; die Kindern, Muttern och Vätern der Arbeiterschaft opfert man dem hungerten Moloch.

    Die Familien zerstören nur sich selbst? Nein, sie werden geholfen.

  22. Ein geboren schöner ARD-Kleiner-Bruder (aka Mini-Big-Brother) wollte Putin vorführen und wird selbst vorgeführt. Sehr schön und klar…

  23. MultiStar83 sagt:

    Zum Thema Syrien und „Neusprech“: Der „Schmiergel“ („Spiegel“) schreibt in seiner neuesten Ausgabe doch tatsächlich, dass der Westen sich „bedauerlicherweise“ viel zu sehr zurückhalte. So wird explizit die Merkel-Regierung dafür kritisiert, dass sie noch immer das Waffen-Embargo für Syrien aufrechterhalten will, da man verhindern wolle, dass Waffen in die „falschen Hände“, sprich in die Hände von radikalen Islamisten fallen könnten. Zwar wird erstaunlicherweise (für den „Schmiergel“) endlich darauf hingewiesen, dass amerikanische Waffen via Jordanien und Türkei an die Rebellen geliefert würden, doch kämen diese offensichtlich viel zu selten an! So etwas kann man immer wieder in den Mainstream-Medien, v. a. im aggressiv-imperialistischen „Schmiergel“ lesen: denen kann es gar nicht schnell genug gehen mit der westlichen Intervention in Syrien zum Zwecke „Regime-Change“. Da eine direkte Intervention oder eine „No-Fly-Zone“ wegen des Widerstands von Russland und China „leider“ nicht zu erreichen sei, müsse man dafür jetzt eben aber unbedingt die Rebellen und zwar koste es was es wolle, massiv aufrüsten. Viel mehr als man es unter dem Tisch ja ohnehin schon tut…Und da solle man doch bitte nicht so kleinlich sein mit „vereinzelten“ Menschenrechtsverletzungen der Rebellen. Es wird sogar die kühne These aufgestellt, dass man bei einem islamistischen Regime (im Gegensatz zu einem weltlichen, wie dem Assad-Regime) schon längst militärisch interveniert hätte zum Schutze der armen, geschundenen Bevölkerung!

  24. Yilmaz sagt:

    Messerscharfe Analyse unserer heutigen Gesellschaft, für mich das beste Editorial bisher! Hat mir sehr gefallen.

  25. schnehen sagt:

    Das Thema ist ‚Big Brother einst und jetzt‘.

    Ist es nicht möglich, sich ausschließlich dazu zu äußern? Mir missfällt sehr, gerade bei einem so trefflichen Artikel von JE, dass man oft geneigt ist, wieder eigene Hobbys und Steckenpferde zu pflegen, um mit seinem Wissen anzugeben oder um eine andere, eine eigene Agenda, in den Vordergrund zu schieben. Schluss mit Offtopics! JE bestimmt hier die Agenda und sonst niemand.

    Diskussionen und Beiträge bringen nur etwas, wenn sie hart an der Sache bleiben. Was haben wir sonst davon? Wir müsssen doch zu Ergebnissen kommen, zu etwas Greifbarem. Was nützt uns aber ständiges Gezanke und eitles, divahaftes Auftreten?

    Zum Thema:

    Wenn man nach Amerika sieht, was sich dort momentan an Big Brother abspielt (der Patriot Act von George Bush, das US-Ermächtigungsgesetz, wurde von Obama beibehalten und noch durch NDAA ausgeweitet, Habeas Corpus ausgehebelt, FEMA-Lager sind in Planung, der private Prison Industrial Complex wird ausgebaut…), dann ist da noch ein weiteres neues Gesetz zur Ausweitung des Überwachungsstaates, was es den Geheimdiensten erlaubt, ohne weiteres und flächendeckend Telefongespräche, E-mails und anderes zu überwachen, ohne die Überwachten auch nur zu informieren, dann Obamas beispielloses Vorgehen in der Geschichte der USA gegen Whistleblower, die Beibehaltung und sogar den geplanten Ausbau der Hölle von Guantánamo, und wenn man sich weiter überlegt, dass das auch zu uns kommen kann, dann sind die Warnungen Orwells vor solch einem totalitären Staat schon sehr, sehr ernst zu nehmen. Er wird zu uns kommen, wenn wir dem nicht Einhalt gewähren.

    Obama spielt hier eine Vorreiterrolle für den Big Brother. Nein, er hat ihn inzwischen in seinem Land eingeführt, dieser ehemalige Professor für Verfassungsrecht, der die eigene Verfassung mit Füßen tritt.

    Dass sich bei uns gegen ähnliche Bestrebungen so wenig Widerstand regt, ist das Verschulden besonders auch der Gewerkschaften oder anderer Massenorganisationen, besonders aber ihrer Führungen, die eng mit dem imperialistischen System bei uns vernetzt sind, ja ein Bestandteil davon sind. Wenn man sich aber als einen Träger des Systems, das den Überwachungsstaat gesetzmäßig hervorbringt, sieht, dann kann man nicht gleichzeitig die Interessen der Menschen, die in diesen Organisationen sind und ganz andere Erwartungen haben, vertreten. Das schließt sich aus. Es wird Zeit, dass diese Organisationen neue Führungen bekommen, dann braucht man nicht mehr auszutreten und braucht keine neuen zu gründen.

    Sich außerhalb von solchen Organisationen zur Wehr zu setzen ist immer sehr schwierig und zeitraubend. Und wer hat heute schon Zeit und wer ist heute durch die Medien über diese Gefahren ausreichend informiert?

    Was mir vor allem brauchen sind neue Medien und in dieser Beziehung können wir froh sein, dass es wenigstens ‚Compact‘ gibt.

  26. Jakobiner sagt:

    Westerwelle redet von der „Politik der militräischen Zurückhaltung“. Guttenberg skizziert, was wohl von US- und israelischer Seite bei einem Militärschlag gegen Irans Atomanlagen mindestens an deutscher Unterstützung fällig wäre:

    „Berlin should also start thinking about how to support Israel in the wake of potential air strikes on Iran. It is better to develop a plan now than to engage in hectic ad-hoc decision making once the crisis has erupted. Germany’s first priority should be to offer Israel civil and military assistance to defend against potential counterattacks. This could be by offering medical equipment or reconnaissance specialists for weapons of mass destruction, or by shoring up the Bundeswehr’s naval presence in the eastern Mediterranean. The deployment of Patriot antimissile batteries, though logistically challenging, should also be considered.“

    Medizinische Aüsrüstung, ABC-Aufklärungstrupps, Aufstockung der Bundesmarine im östlichen Teil des Mittelmeers und deutsche Patriotraketen für Israel.Mal sehen, wie sich Merkel verhalten wird, wenn die Krise sich im Jahresverlauf 2013/14 zuspitzt, nachdem ja jetzt die P5+1-Gespräche mit Iran in Kasachstan geplatzt sind.

  27. Jakobiner sagt:

    Zum Stand der Friedensbewegung und dem geistigen Zustand ihrer Kritiker, ist folgendes taz-Interview bezeichnend:

    30.03.2013
    Kritik an der Friedensbewegung
    „Pazifismus ist feige“
    Aktionskünstler Philipp Ruch erklärt sein Konzept des „aggressiven Humanismus“, eine geplante Aktion gegen Heckler&Koch und warum er Ostermärsche unmoralisch findet.Interview: Konrad Litschko

    taz: Herr Ruch, am Samstag gehen wieder Ostermarschierer in 80 deutschen Städten auf die Straße. Für Sie als Friedensaktivist ein Pflichttermin, oder?

    Philipp Ruch: Nein. Ich halte es für unmoralisch, auf Demonstrationen zu gehen, wenn ich gleichzeitig etwas tun kann. Wer auf Demonstrationen geht, hat nicht wirklich vor, etwas zu ändern. Da geht es um alle möglichen Motive, nur nicht um den Frieden in Syrien oder im Kongo.
    Da werden die Ostermärschler vehement widersprechen.
    Bei den Ostermärschen geht es um abstrakten, nicht um realen Frieden. Ich glaube, diese Einsicht spiegelt sich auch in den marginalen Teilnehmerzahlen. Wo war die Friedensbewegung, als 1992 ganz Sarajevo zusammengeschossen wurde? Wer ist zu den Millionen Menschen gereist, die in den letzten zwanzig Jahren aus Somalia flüchten wollten? Wer hat ihre Pässe gefälscht und Schiffe organisiert, so wie Varian Fry 1941, der die halbe intellektuelle Elite Europas vor den Fängen Hitlers rettete?
    Wie soll zeitgemäßer Anti-Kriegs-Protest dann aussehen?
    Wir leben in einem der reichsten Länder, mit Rechten für politische Künstler, von denen frühere Jahrhunderte nur träumten. Es wäre angebracht, nicht nur gegen den eigenen Tiefbahnhof zu protestieren, sondern für die Rechte derer, die leiden.
    Am Wochenende
    Am Wochenende rufen Kriegsgegner wieder zu ihrem alljährlichen Ostermarsch: Mehr als 80 Veranstaltungen sind bundesweit geplant. Die Pazifisten kritisieren diesmal vor allem den Einsatz unbemannter Kampfdrohnen. Die Bundesregierung erwägt derzeit, diese anzuschaffen. „Diese Killerroboter töten Menschen ohne Anklage oder Urteil“, empört sich Organisator Lühr Henken. Die Drohnen senkten die Schwelle zum Kriegseinsatz und könnten eine „neue Rüstungsspirale“ auslösen. Innerhalb von zwei Tagen hätten sich bereits 97 Gruppen, darunter auch der Chaos Computer Club, einen Aufruf unterstützt, die Drohnen weltweit zu verbieten und völkerrechtlich zu ächten. (ko)
    Und da hilft ein Kopfgeld von 25.000 Euro auf die Eigentümer des Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann, das Sie jüngst ausgesetzt hatten?
    Wir nennen solche Aktionen „aggressiven Humanismus“. Der Humanismus soll sich nicht als Masse freundlich durch irgendwelche Straßen schleppen, sondern Pässe fälschen, Beamte bestechen und Büros besetzen. Der Kampf um die Menschenrechte geht im 21. Jahrhundert in eine neue Runde. Er muss wehtun. Das hat er mit der Kunst gemein.
    Sie wollen demnächst die Waffenfabrik von Heckler & Koch im baden-württembergischen Oberndorf mit Zement zuschütten. Ist das Ihr Ernst?
    Wir wollen von Helikoptern aus das Flüssigzement abwerfen, so wie in Tschernobyl. Die G36-Sturmgewehre dürfen Oberndorf nie wieder verlassen. Es ist unser moralischer Bankrott, dass wir zugesehen haben, wie diese Waffen illegal in diverse Bürgerkriege gelangten. Durch Heckler & Koch starben nach Schätzung des Rüstungskritikers Jürgen Grässlin mindestens 1,5 Millionen Menschen. Wie erklären wir das unseren Kindern?
    Das ist doch nicht mehr als eine symbolische Aktion.
    Nicht unbedingt, wir haben mehrere tausend Euro Spenden gesammelt. Da Heckler & Koch aber hoch verschuldet ist, warten wir den April noch ab, ob sie nicht vorher in die Insolvenz rutschen. Wir wollen uns nicht unnötig in Unkosten stürzen.
    Auf den Ostermärschen wird vor allem gegen unbemannte Drohnen protestiert. Zu Recht?
    Es wäre wichtig, ein Zeichen gegen den unverhältnismäßigen Einsatz von US-Drohnen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zu setzen. Ich hoffe, dass die Opfer irgendwann vor US-Gerichten stehen und die USA auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Ich will Ihnen aber gerne verraten, dass unser Zentrum für Politische Schönheit darüber nachdenkt, eigene Drohnen zur Überwachung von Genozidgebieten anzuschaffen.
    Sie sind gar kein Pazifist?
    Ich halte den rigorosen Pazifismus von Menschen, zumindest wenn sie Krieg nicht erlebt haben, für eine Form von Verantwortungslosigkeit oder Feigheit. Zwei Wochen vor dem Genozid von Srebrenica rief die Grüne Marieluise Beck im Bundestag dazu auf, die Zivilbevölkerung militärisch zu verteidigen. Dabei sprach sie einen Satz, dessen Weisheit die meisten Pazifisten nie verstanden haben: ’Auschwitz wurde von Soldaten befreit.‘

    http://www.taz.de/Kritik-an-der-Friedensbewegung/!113649/

  28. Karl_Murx sagt:

    @Joachim Bullinger:

    Ein geboren schöner ARD-Kleiner-Bruder (aka Mini-Big-Brother) wollte Putin vorführen und wird selbst vorgeführt. Sehr schön und klar…

    So ist es dann eben, wenn das wishful thinking der hiesigen transatlantischen Propagandasprachrohre auf die reale Welt trifft. Der ponyhofidyllengewohnte Journalistendarsteller Schöneborn will dem Realpolitiker Putin an die Karre pinkeln, der im Lauf seiner Karriere mit ganz anderen Brocken fertigwerden mußte. Da zeigt es sich, auf welchem Grund das demokratische Bekenntnis der hiesigen linksgrün gestrickten Journaille eigentlich steht.

  29. Dr. Gunther Kümel sagt:

    Familienpolitik

    Die Ansicht, die Familien müßten sich doch selber helfen, ist ja gut gemeint. Tatsächlich ist dies aber die Absage, irgendwelche Politik zu betreiben. Man könnte diesen Gedanken auch auf die Rentner oder die Arbeitslosen oder auf die Sozialhilfeempfänger beziehen: „Helft euch doch selber!
    Wir machen doch keine Arbeitsmarktpolitik, Sozialpolitik, …!“

    Denn unterläßt das „System“ weiterhin jede Anstrengung, effektive Familienpolitik zu treiben, so steht es bald mal ohne die Menschen da, die das GG als Souverän nennt, das DEUTSCHE VOLK (Großschreibung im Original!).

    Gibt es also den Souverän nicht mehr, für wen und zu wessen Nutzen sollte noch irgend eine Politik betrieben werden?
    Als Staatsräson bleibt dann bloß noch irgend ein ferner Staat, Afghanistan oder Israel.

    Freilich muß jede einzelne Familie sehen, wie sie zusammenhält und über die Runden kommt. Das enthebt aber doch die Volksgemeinschaft (bzw., den Staat) nicht der Notwendigkeit und der Verpflichtung, zu fördern, was er am dringendsten braucht, intakte, kinderreiche Familien von Angehörigen des Souveräns des GG, des Deutschen Volkes.
    Es geht ja nicht um irgendwas wie „soziale Gerechtigkeit“ oder eine moralische Verpflichtung. Es geht um das schiere Überleben des Volkes und damit des Souveräns.

    Die Unterlassung effektiver Familienpolitik ist bewußte, offenkundig staatsfeindliche, GG-feindliche Politik.

  30. rubo sagt:

    @Jakobiner:
    Geplatzt sind in Kasachstan die Gespräche nur laut deutschem Mainstream, den Sie nicht für bare Münze nehmen sollten, Sie sind doch sonst immer „Hans Dampf in allen Gassen“. Der Mainstream setzt das in die Welt, was er wünscht, selten reine Fakten. Das da alles noch offen ist, können Sie bei rianovosti u.a. so lesen:
    „Frau Ashton wird sich nach Konsultationen mit den Außenministern der sechs Länder mit mir in Verbindung setzen, um zu erörtern, wie wir unsere Gespräche weiter führen sollen. Wir gehen davon aus, dass die Diskussionen in dieser Runde gut waren. Alles wird jetzt von den Vermittlern abhängen, von ihrer Aufrichtigkeit und von der Bereitschaft zu entsprechenden vertrauensbildenden Maßnahmen“, sagte Dschalili.

    Teheran habe in Alma-Ata einen eigenen Aktionsplan vorgelegt. Aber die Gruppe sei dazu nicht bereit gewesen, sofort eine Antwort zu geben. „Eben deshalb bat die andere Seite uns um eine gewisse Bedenkzeit, um unsere Ideen zu prüfen.“ Details der Vorschläge wollte Dschalili nicht preisgeben.

    Ich würde an Irans Stelle sowieso nur handeln, wenn Israel auch auf Atombomben verzichtet. Nur so würde im umgekehrten Fall Israel handeln, das zeigen 50 Jahre Verhandlungen mit Palästina!
    Israel entblödet sich nicht einmal, ihre Atombombendrohunge
    einzustellen unter Beifall der Welt.

  31. Jakobiner sagt:

    Noch zu dem Tazinterview:Wenn Leute wie Phillip Ruch Einfluss entfalten würden, wäre es durchaus vorstellbar, dass die zukünftige Friedensbewegung dann lautstark für “humantiäre Interventionen”auf die Strasse geht und von der NATO und ihre jeweiligen Regierungen Invasionen und Kriege einfordert.Times are changing.

  32. Dr. Gunther Kümel sagt:

    BIG BROTHER: EU-Trolle im Netz!

    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/eu/9845442/EU-to-set-up-euro-election-troll-patrol-to-tackle-Eurosceptic-surge.html
    http://www.heise.de/tp/blogs/8/153684

    EU plant Propagandapatrouille
    „Institutionelle Kommunikatoren“ sollen vor den Wahlen im nächsten Jahr das Internet überwachen und in eurokritische Debatten eingreifen!

    Dem Daily Telegraph gelang es, an „Politische Richtlinien für eine institutionelle Informations- und Kommunikationskampagne“ der EU zu gelangen. In diesem als vertraulich gekennzeichneten internen Papier (zu dem
    man im EU-Parlament bislang keine Stellungnahmen abgeben möchte) wird beschrieben, wie „institutionelle Kommunikatoren“ die öffentliche Meinung im Internet mit Hilfe von „Werkzeugen“ beobachten und beeinflussen könnten.

  33. Avicenna1968 sagt:

    Dazu passend:

    Crosby, Stills, Nash & Young – Find the cost of freedom

  34. Söderstrup sagt:

    @vicenna1968
    noch besser passend:
    David Crosby – What Are Their Names

    I wonder who they are
    The men who really run this land
    And I wonder why they run it
    With such a thoughtless hand

    What are their names
    And on what streets do they live?
    I’d like to ride right over
    This afternoon and give
    Them a piece of my mind
    About peace for mankind
    Peace is not an awful lot to ask

  35. Söderstrup sagt: April 8, 2013 um 03:47

    @vicenna1968
    noch besser passend:
    David Crosby – What Are Their Names

    I wonder who they are
    The men who really run this land
    And I wonder why they run it
    With such a thoughtless hand

    What are their names

    Sie sind die Herren der Namen, haben aber selbst keinen. Zumindest darf man ihn nicht aussprechen. Sie sind anonym.

    Und so können wir bestenfalls die Choreographie des Tanzes erkennen, nicht aber den dunklen Tänzer in der Mitte, um den alle herumtanzen.

  36. Avicenna1968 sagt:

    @ Dr. B., Söderstrup

    Fürwahr, in der Tat.

  37. Söderstrup sagt:

    @Namen
    Derweil kann sich David nicht an seinen eigenen erinnern… – im Nebel der Drogen verlustig gegangen.
    Der Westen gebiert die totale Dekadenz und Abgehobenheit – kulminierend in solchen Würmern wie Schönenborn, den zu zertreten Putin sich scheut, Zwitter aus Arroganz und Ignoranz. Wie Kröpfe sind sie der Wirklichkeit völlig fremd geworden, der Abschaum schwimmt noch fröhlich auf der Suppe.
    Aber im System lodern Feuer auf, es fängt bei den Narren an; eben sah ich Switch Reloaded – beachtlich, wie böse es da zur Sache geht. Selbst Atlantiker wie Mißfelder scheinen zur Vernunft zu kommen („Der Dollar genießt Vertrauen durch die US-Militärpräsenz“ – im Gespräch mit Olaf Henkel auf Phönix, Unter den Linden.)

  38. Dr. Gunther Kümel sagt:

    EU, der BIG BROTHER:

    Ein Beispiel ist die „Zypernrettung“.
    Schon seit dem „haircut“ in GR war klar, daß die zypriotischen Banken zusammenbrechen, denn sie hielten griechische Anleihen in Milliardenhöhe. Hätte die EU sofort (2010) etwas unternommen, so hätten, Dominoeffekt, andere europäische Banken schwer gelitten, nicht zuletzt die allmächtige Deutsche Bank. Wegen der fast um das Fünffache höheren Zinsen in Zypern hielten die Banken Europas Einlagen in Zypern, mehr als 20 Milliarden!

    Insider-Geschichte: Die europäischen Banken haben zunächst von den guten Zinsen auf Zypern profitiert. Das Geld zum Spielen bekamen sie von Mario Draghi – zum Null-Zins! Als es heiß wurde, hat die Troika den deutschen und französischen Banken so lange den Rücken freigehalten, bis diese ihr Geld aus Zypern gerettet haben.

    Also hat die EU ein Eingreifen verzögert und frisch-fröhlich das Abfließen der Milliarden aus Zypern ermöglicht. Das war mit verursachend für die Katastrophe der zypriotischen Banken.

    Merkel: Die Zwangsabgabe “ein guter Schritt”, weil die “Verursacher der Krise auch zur Verantwortung gezogen werden müssen”.

    Und wenn nun das Merkel selber zu den Verursachern gehört?
    Gibt es irgendwo noch die Todesstrafe wegen Korruption auf höchster Ebene?

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/09/betrug-an-zypern-eu-half-euro-banken-ihr-geld-vor-abgabe-zu-rettenvon-langer-hand-geplant/

  39. Dr. Gunther Kümel sagt:

    OFFSHORE-SKANDAL:
    US-Erpressung gegen den Rest der Welt?

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/f-william-engdahl/daten-aus-offshore-steuerparadiesen-gehackt-etwas-ist-faul-an-diesem-skandal.html

    Das ICIJ (Intern. Konsortium investigativer Journalisten), Washington D.C. meldet den Besitz vertraulicher Daten über Kunden von Offshore-Banken aus 170 Ländern.

    GUT.
    James S. Henry, Ex-Chefvolkswirt bei McKinsey schätzt, daß Reiche 21 bis 32 Billionen (!!!) Dollar in privaten Fonds in Offshore-Steueroasen angelegt haben – das entspricht grob den Staatshaushalten der USA und Japans zusammen genommen. Der Umfang der Vermögenswerte, die von den 50 größten »Privatbanken« verwaltet werden habe sich von 5,4 Billionen Dollar im Jahr 2005 auf über zwölf Billionen 2010 erhöht.

    ABER:
    Welche Behörde welcher Regierung verfügt über die Möglichkeit, solch eine massive Hackoperation sämtlicher Offshore-Bank-konten weltweit durchzuführen, um sie dann »anonym« den handverlesenen Journalisten des ICIJ in Washington zu übergeben ?

    UND WER IST DIE ICIJ?
    Der Begründer des ICIJ ist das „Center for Public Integrity“. Es ist eine Kreation der mächtigsten Familien an der Wall Street und der amerikanischen politischen Elite.
    Finanziert wird ICIJ u.a. von Soros‘ Open-Society-Stiftungen, in vielen Ländern aktiv, die das US State Department für einen Regimewechsel oder eine »Farbenrevolution« ins Visier ge-nommen hatte, etwa Georgien, Ukraine, Burma und Libyen. Weitere Förderer sind die David and Lucile Packard Foundations des Hewlett-Packard-Gründers und früheren Vize-Verteidigungsministers David Packard, die äußerst traditionsbewussten Pew Charitable Trusts und andere.

    FAZIT:
    Handelt es sich um eine weltweite Hexenjagd auf – legale oder illegale – Privatvermögen? Werden die USA die Übergabe der ICIJ-Daten fordern und die riesigen Guthaben beschlag-nahmen, ohne Gerichtsverfahren und ohne den Beweis von kriminellem Verhalten?

  40. Dr. Gunther Kümel sagt:

    DEMOGRAPHIE: „taz bringt es“ von Herrn Deniz Yücel

    taz | „Endlich! Super! Wunderbar! Was im vergangenen Jahr noch als Gerücht die Runde machte, ist nun wissenschaftlich (so mit Zahlen und Daten) und amtlich (so mit Stempel und Siegel) erwiesen: Deutschland schafft sich ab!“

    http://www.taz.de/%2175707/

    „Nur 16,5 Prozent der 81 Millionen Deutschen, so hat das Statistische Bundesamt ermittelt, sind unter 18 Jahre alt, nirgends in Europa ist der Anteil der Minderjährigen derart niedrig. Auf je 1.000 Einwohner kommen nur noch 8,3 Geburten – auch das der geringste Wert in Europa.“

    „Woran Sir Arthur Harris, Henry Morgenthau und Ilja Ehrenburg gescheitert sind, … übernehmen die Deutschen nun also selbst,…“

    „…stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist, der bald in der Mitte Europas entstehen wird: Zwischen Polen und Frankreich aufteilen? Oder lieber in einen Rübenacker verwandeln? “

    Oder, das Medinat Weimar errichten?

  41. angelo petersen sagt:

    @Jakobiner

    danke für den Taz Link!

    los geht’s!

    Dazu passt Harald Welzer und sein Buch „Selber Denken“
    im Fischer Verlag

    1. Selber denken

    2. Trauen Sie endlich Ihrem Gefühl, dass um Sie
    herum ein großes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen
    simulieren Stabilität, aber das Stück ist eine Farce: Immerfort treten dicke Männer auf und brüllen »Wachstum!«, Spekulanten spielen Länderdomino, und dauernd tänzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern über die Bühne. Das Publikum ist genervt und wütend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung
    sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?

    3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und
    beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden größer, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft wächst?

    4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und
    Freunden nach Antworten.
    Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen wandert. Weil viele börsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften bilden.

    5. Beschließen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen,
    falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.

    6. Fangen Sie damit an, aufzuhören. Hören Sie auf,
    Europapolitikern zu glauben. Hören Sie erst recht auf, Wirt –
    schaftsforschungsinstituten zu glauben. Und hören Sie um
    Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erzählen zu
    lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.

    7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr
    jeden Blödsinn tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielräume.

    Sie leben in einem der reichsten Län der der Erde, Sie sind
    hervorragend ausgebildet, Sie haben Spass am Leben und
    finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?

    8. Wie Sie Ihre Spielräume nutzen sollen?
    Schauen Sie sich einfach an, was andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ansätze und Projekte: Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsgärten, fairen Konsum, lokale Währungen, großartige
    Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang
    verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen Sie für eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben.
    Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie essen gehen.
    Interessieren Sie sich für die Zukunft Ihrer Schüler, falls Sie
    Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans Höllenfeuer, wenn Sie einem der großen Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie »cradle to cradle«, wenn Sie eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich für intellektuell halten.

    9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugehören, wo Sie stolz sagen können: »Wir machen das anders!« Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einfällt. Zukunftsfähig zu sein bedeutet das Gegen –
    teil vom »business as usual«: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.

    10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie
    Spass dabei. Vergessen Sie das »5-vor-12«-Blabla der Ökobewegung und das Gerede von der »Weltgemeinschaft« und der Notwendigkeit globaler Lösungen. Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: »Lars, du bist zu uns
    gekommen, um die Welt zu retten!« Es genügt völlig, wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und zukunftsfähig umzugehen. Das aber bitte gleich.
    Stornieren Sie Ihre nächste blöde Flugreise (Sie wollen da
    sowieso nicht hin), bestellen Sie Ihr nächstes Auto erst gar
    nicht (es wird Sie unglücklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie glücklicher), kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat ir gend jemand zu wenig bekommen). Säbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ändern werden. Das wird Ihnen helfen, es tatsächlich zu tun (denn jetzt können Sie nicht mehr
    zurück).“

  42. Yilmaz sagt:

    @ Dr. Gunther Kümel sagt: April 10, 2013 um 12:54
    „OFFSHORE-SKANDAL:
    US-Erpressung gegen den Rest der Welt?“

    da wird wohl was faul dran sein, so einfach die Bankkonten knacken…. wer das wohl war!?
    Übrigens ist William Engdahl für mich einer der besten Investigativ-Journalisten.

  43. Dr. Gunther Kümel sagt:

    „Big Brother“
    Folterung eines Gefangenen in den USA.

    Das Video zeigt die langanhaltende sytematische Folterung eines wehrlosen, an Armen und Beinen gefesselten und geknebelten Strafgefangenen, der einen Wärter angespuckt hat.

    Und dieses Video wurde freigegeben!
    Was würde auf den Zehntausenden von Videos zu sehen sein, die NICHT freigegeben wurden?
    Was erwartet Gefangene in den FEMA-camps?

    Übrigens: „Waterboarding“ ist noch weitaus schlimmer.
    Der Gefolterte erlebt bei vollem Bewußtsein den Horror des Ertrinkenden.
    Von einem der Guantanamo-„Häftlinge“ wurde bekannt, daß er über Jahre mit dieser Technik gefoltert wurde, auch mehrfach täglich. Und, Erfolg!! Er hat gestanden!

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/04/so-werden-gefangene-in-amerika-gefoltert.html

  44. Dr. Gunther Kümel sagt: April 12, 2013 um 19:45

    “Big Brother”
    Folterung eines Gefangenen in den USA.

    Freedom und Democrazy.

  45. Louise sagt:

    Jack London hat auch einen Zukunftsroman geschrieben
    er hat sich auch in diesen speziellen Kreisen bewegt.

  46. Roland sagt:

    Besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken und zusammenfassen. Obgleich die Möglichkeiten an sich deutlich größer geworden sind, ist dennoch der Nutzen dessen doch entsprechend auch zurückgegangen. Interessant ist dies auf unterschiedliche Art und Weise, doch ich finde auch wie ihr, dass der Widerstand entsprechend kleiner und geringer geworden ist. Aber denkt ihr nicht das hat auch etwas mit dieser Entwicklung zu tun? Schließlich kann jeder auch entsprechend schnell durchleuchtet und vergleichsweise einfach zur Zielscheibe gemacht werden, weshalb sicherlich einige Personen von solchen Aktivitäten Abstand halten. Aber echt ein Klasse Artikel von Euch. Den muss ich gleich weiterreichen an meine Freunde.

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