Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Droht Nordkorea mit Atomschlag?

north-korea-posterDer Desinformationskrieg ist in vollem Gange. Von Jürgen Elsässer, Chefredakteur COMPACT-Magazin

Ich bekenne freimütig: Von Nordkorea habe ich keine Ahnung. Ebenso wie von vielen anderen Ländern auf dieser Erde. Aber damit bin ich nicht schlechter aufgestellt als alle die Kolleginnen und Kollegen in den Mainstream-Medien, die sich in kürzester Frist zu Experten ernannt haben und nun täglich die „Hungerdiktatur“, den „Steinzeitkommunismus“ usw. geißeln. Seien wir doch ehrlich: Uns allen fehlen die Informationen aus erster Hand. Das Land ist abgeschottet, alle Infos der westlichen Medien stammen aus westlichen Geheimdienstquellen. Die tatsächlich martialische Rhetorik Pjöngjangs – kann man das überhaupt 1:1 nehmen, oder ist das der schwülstige Sprachbarock einer sehr fremden Zivilisation? Oder, was im Westen oft vergessen wird, die Spätfolge eines US-Aggressionskrieges Anfang der 1950er Jahre, der Nordkorea ähnlich verwüstete wie später Vietnam?

Fahrlässig ist es geradezu, wie unsere Medien jetzt die Panik vor einem Atomschlag Nordkoreas hochpeitschen. Die Regierung in Pjöngjang habe „die Streitkräfte jetzt offiziell ermächtigt“, einen Atomschlag gegen die USA zu führen, höre ich gerade in der Tagesschau (Donnerstag, 9.00 Uhr). Das würde ich gerne mal im Original lesen, und von mehreren Übersetzern prüfen lassen. Heißt „ermächtigt“ wirklich im Original „ermächtigt“? Oder eher „ermöglicht“? Ist es ein stand-by-alarm, der immer noch der Freigabe durch den obersten Führer Kim-Yong-Un bedarf? Dann wäre Nordkorea nämlich gerade mal auf dem Stand von „Ermächtigung“/Ermöglichung, den die US-Streitkräfte weltweit ohnedies haben… Im übrigen: Wieviele Stufen hat das nordkoreanische Alarmsystem? Und auf welcher Stufe sind wir jetzt? Keiner weiß es. Dass in einem personenzentrierten System wie Nordkorea das Militär zu irgendetwas „ermächtigt“ sein könnte, was der oberste Führer nicht bis zur direkten Ausführung in jedem Einzelschritt genehmigen muss, ist jedenfalls schwer vorstellbar. Das US-Verteidigungsministerium hat übrigens noch Dienstag Abend gesagt, dass es keine auffälligen Truppenbewegungen oder Bewegungen von Raketenstellungen feststellen kann. Im übrigen sind die Drohungen Pjöngjangs immer, selbst in den westlichen Übersetzungen, als Vergeltungsdrohungen formuliert: Man werde zurückschlagen, falls die USA+Südkorea ihre Aggression fortsetzen. Was „fortsetzen“ bedeutet, ist unklar. Auf jeden Fall lässt die Formulierung die Chance zur Deeskalation.

Bemerkenswert übrigens, dass die offizielle chinesiche Nachrichtenagentur die Lage NICHT dramatisch darstellt. Ein wichtiger Punkt der westlichen Medienkampagne wird sogar dementiert: In unseren Medien heißt es, Pjöngjang habe eine gemeinsam mit dem Süden betriebene Sonderwirtschaftszone abgeriegelt – die Formulierungen wecken Erinnerungen an die Berlin-Blockade und sollen das Atomkriegsszenario unterfüttern. In Xinhua ist aber zu lesen, dass das nicht stimmt. Nur einigen Firmen Südkoreas wurde der Vertrag gekündigt, und zwar erst für den 10. April, wie Südkorea selbst einräumt.

Man muss Nordkorea nicht sympathisch finden, um festzustellen, dass es in eine Ecke getrieben wird. Zu Anfang wurde Kim Yong-Un im Westen als sympathischer Neuer dargestellt, die Rede von einer Perestrojka ging um. Hat der Westen diese Chancen genutzt? Nein, es wurde hübsch weiter dämonisiert. Mittlerweile fliegen US-Tarnkappnbomber an der Demarkationslinie zwischen Nord und Süd – da würde ich an Kims Stelle auch nervös werden.

Gerade bei einem Staat, der unberechenbar ist, müsste verantwortungsvolle Außenpolitik vorsichtig vorgehen. Die potentielle Gefahr eindämmen, aber nicht Öl ins Feuer gießen. Wie man es NICHT machen soll, aber absichtlich doch gemacht hat, zeigt der Umgang von Roosevelt mit Japan vor Pearl Harbour: Man hat Tokyo so sehr isoliert und von lebensnotwendigen Rohstoffen abgeschnitten, dass das Regime nur noch die Möglichkeit hatte, abzutreten oder anzugreifen. Roosevelt wollte geradezu, dass Japan angreift, um so einen Kriegseintritt der USA rechtfertigen zu können. Ist das auch das Kalkül Obamas?

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111 Responses

  1. Vollki Mink sagt:

    Sehr offen und ehrlich gefällt mir sehr gut.

  2. Y.Jones sagt:

    Schließe mich mink an

  3. Brigitte sagt:

    Ablenkung????

  4. Gefängnis Planet sagt:

    Das politische System in Nordkorea: Juche – Die Ideologie der Autarkie und Selbstständigkeit:

    die-rote-pille.blogspot.de/2013/3/das-politische-system-in-nordkorea.html

  5. Jan sagt:

    alexander vagandt berichtete, nordkore bemühe sich seit jahrzehnten um einen friedensvertrag, der von den USA jedoch strikt abgelehnt würde.

  6. saito sagt:

    Schon lange hege ich den Verdacht, daß die USA Nordkorea dazu benutzen, Japan und Südkorea zu drängen, amerikanische „Abwehrwaffen“ zu kaufen.
    Jetzt haben die USA sogar einen Vorwand, einen neuen Militärstutzpunkt einzurichten.
    Statt mehr Ruhe und Frieden in die Region zu bringen, wird die Lange verschärft und es geht immer näher heran an China, denn das ist ja der „gemeinte“ Feind, nicht das armselige Nordkorea.

    mit freundlichen Grüßen

  7. Eveline Kmietzyk sagt:

    Spalten: Nord – Südkorea,
    Ostdeutschland – Westdeutschland es gibt sicher noch mehr Länder, welche so getrennt, sich gut ausgeraubt haben lassen.
    Was hat der Westen alles über Ostdeutschland erzählt und umgekehrt.
    Vielleicht wünscht sich das koreanische Volk – so wie wir auch- endlich einen Friedensvertrag?

  8. Ben Holland sagt:

    Sie sollten mal im einschlägigen US-Militär verherrlichenden Facebook channels stöbern, die Rufe nach „Nuke them first“ und „ich zünde die Lunte persönlich“, „send the Marines“, „they play with fire“ sind so dumm, so unerträglich unterste Schublade.. Diesen, oft jungen, Menschen die nie selbst in einem Krieg waren haben keine Ahnung was sie da fordern. Die us Propaganda die das Lied rauf und runter spielt hat ganze Arbeit geleistet.

  9. sudeki sagt:

    „Roosevelt wollte geradezu, dass Japan angreift, um so einen Kriegseintritt der USA rechtfertigen zu können.“ Ja, und er wusste sogar, dass Japan angreift, es wurde aber niemand in Pearl Harbour alarmiert. Sehr aufschlußreich dazu das Buch des amerikanischen Kongreßabgeordneten Hamilton Fish „Der zerbrochene Mythos“.

  10. vor allem brauche ich keine Leuchte sein um aus den Zeitungsartikeln rauszulesen wer hier wen provoziert… nebenbei ist es einer der letzten Flecken die nicht in Dollar fakturieren oder so… neben dem Iran… irgendsowas in der Richtung hat der eine von Team Stronach beim Interview mit KenFm gemeint.

  11. Mar Tin sagt:

    Oswald: gibt’s das Pearl Harbour Ding auch kürzer als 2:40′? Für alle, die das nicht kennen, gibt es eine nachdenklich stimmende 4-teilige Serie über Nordkorea von da. Stellt euch vor, es gibt eine Gesellschaft, möglicherweise abgeschottet, aber nicht so arm, wie gern behauptet, die nicht auf Gewaltfilme und -spiele abgeht, weil – ach seht selbst, Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=PZ3OJWLWxDQ

  12. Mr Mindcontrol sagt:

    Also, Nordkorea ist die schlimmste kommunistische Diktatur der letzten Jahrzehnte, toppte sogar Rumänien.
    Ein Blick auf Nacht-Satelliten-Bilder zeigt, dass dieses Land als einiges in dieser Region so gut wie unbeleuchtet ist, nur Pjöngjang leuchtet als leichter Schimmer.
    Der Umgang mit Nordkorea steht in keinem Verhältnis zum Umgang mit den (vergleichsweise) vernünftigen Iran. NK hat im Gegensatz zum Iran auch „Die Bombe“ , es gibt einen Führerkult usw. Kann doch sein, dass der Neue an der Macht geisteskrank ist und auch Selbstmord machen will.
    Tja, ich glaube eben NICHT, dass ALLES was in der Politik passiert geplant ist, da gibt es ja die Gesetzte aus der Chaos-Theorie. Wäre ein Witz wenn alle Welt auf den nahen Osten schaut, das Ganze aber in Fernsost losgeht.
    Interessant auch dass die USA eben kaum etwas unternommen haben im Gegensatz zu Irak, Lybien etc. NK hat im Gegensatz zu Irak wirklich Massenvernichtungswaffen.

  13. Katzenvater sagt:

    Da dachte ich doch schon die Tage, dass hier leider nichts von/über Nordkorea und dem dortigen Konflikt zu lesen ist, und schon springt Jürgen prompt in die Bresche. Hochachtung für den Mut und die Courage. Vor allem liest sich der Text nicht einseitig-subjektiv, sondern besticht durch eine gewisse Neutralität. Und es gehört auch etwas dazu sich nicht genau zu positionieren, sondern zuzugeben, dass man keinen genauen Einblick in das Land und die Geschehnisse hat. Die meisten anderen „Experten“ sind ja wieder schnell zur Stelle und überbieten sich in verbalen Angriffen und tendenziöser Verurteilung. Und auch von den hiesigen Linken ist nichts zu vernehmen! Siehe die JW, die, wenn überhaupt, sehr nüchtern-sachlich berichtet. Naja, die weichgespülte Linke hierzulande kann auch nichts mit einer Anschauung anfangen, welche Kommunismus und Patriotismus nicht als Widerspruch sieht, sondern als -notwendige- Ergänzung (Juche-Ideologie). Dazu gepaart mit einer starken Gewichtung des Militärs, welches sich in der Songun-Politik ausdrückt. Patriotischer Sozialismus, Vaterlandsliebe, Verteidigungsbereitschaft, konsequenter Antiimperialismus…alles Artefakte, mit denen die BRD-Linke nichts, aber auch gar nichts anfangen kann. Da hält man es lieber mit Pazifismus, Gender-Geschlechtszerstörung, Ökofaschismus, Ostermarsch-Weicheierei, Multikulti-Wahn, Nationalmasochismus und Religionsfeindlichkeit. Mein Statement ist mitnichten eine Hommage an die DVR Korea, da ich auch nicht weiß, was da so los ist. Es ist aber auch keine Hommage an alle anderen Kräfte, die nur mehr meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und einem neuen Korea-Krieg das Wort reden.

  14. Lutz.D sagt:

    Peinlich wie sich die deutsche angebliche „neutrale objektive“ Presse vor dem Hintergrund/Gesamtrahmen eine westlich inszenierte Farce verhält und aufschwatzen lässt. Bild-Propaganda-Niveau!

    „Anonymus“ hackt nordkoreanische Propagandaseiten…immerhin reichen diese kleinen Parameter aus, um erkennen zu können, wer die Triebfedern und Hebel in dieser Truppe bedient. Seit wann bedienen sich westliche Geheimdienste „Anonymus“?

  15. Nobbi sagt:

    Dazu auch ein Kommentar auf unserem Ohauerha Realsatire Blog. Liebesgrüße aus Nordkorea: http://wp.me/p2KG6k-aD

  16. siempre sagt:

    „Man hat Tokyo so sehr isoliert und von ebensnotwendigen Rohstoffen abgeschnitten, dass das Regime nur noch die Möglichkeit hatte, abzutreten oder anzugreifen. Roosevelt wollte geradezu, dass Japan angreift, um so einen Kriegseintritt der USA rechtfertigen zu können. Ist das auch das Kalkül Obamas?“

    Der Gedanke ist beunruhigend. Als Kind wurde mir, da mein Vater als Soldat in der amerikanischen Army gedient hat, schon eingetrichtert, dass die Russen nur Raketen aus Pappe haben, so in dem Sinne: mach Dir keine Sorgen. Man kann den vermeintlichen Gegner halt so lang reizen, bis er wirklich ernst macht. Wann sagt man endlich, das es irgend wann mal genug ist? Provozieren Sie Herr Elsässer weiter den Mainstream, sonst glaubt man irgendwann noch, der FC Bayern spielt in der dritten Liga und die erste Liga darf man ohne Bezahlung erst gar nicht sehen🙂 Einfacher gesagt, dass mal wieder dank der USA ein paar Hunderttausend Koreaner ins Gras beissen müssen, ist nicht beruhigend, zumal die Russen auch noch zu Vielem in der Lage sind.

  17. Fedor E sagt:

    Dieses ganze Spektakel wird doch nur gemacht, um mehr us-amerikanische Militärpräsenz in der Region zu rechtfertigen. Denn man muss ja „den Irren aus Pjöngjang“ angeblich im Zaum halten. Wers´ glaubt..

    Schon 2011 hat Obama angekündigt, er werde seinen Fokus mehr auf Asien und den Pazifikraum legen;

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/obamas-asien-strategie-amerika-startet-das-projekt-pazifik-a-798305.html

    Des weiteren lohnt ein Blick auf die offizielle Webseite der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA:

    http://www.kcna.kp/kcna.user.home.retrieveHomeInfoList.kcmsf?lang=kor

    (Die Seite ist oben rechts auf englisch umstellbar)

    Bei den Meldungen auf der Seite der KCNA könnte man zu dem Eindruck kommen, das hier NUR die USA provozieren und sonst niemand und das Nordkorea nur warnt, die USA sollen mit ihren Provokationen und „Vorbereitungen auf einen nuklearen Krieg“ endlich aufhören.

    Die USA und Südkorea geben ausserdem selbst zu, dass sie keinerlei Verdächtige Militärbewegungen auf Seiten Nordkoreas wahrgenommen haben. Währenddessen schickt Washington aber das SBX-Radar, B52 Bomber, die USS Decatur usw….Sogar ein Battalion für chemische, biologische und nukleare Kriegsführung wurde schon letztes Jahr im Oktober geschickt:

    http://www.army.mil/article/88652/

    Also wer provoziert hier wen?

    Ich finde es sehr gut von ihnen, Herr Elsässer, dass sie endlich mal auf die Ahnungslosigkeit von uns allen über dieses Land eingehen. Wieviele hier können koreanisch in Schrift und Sprache ? Wieviele Leute informieren sich auch mal auf der Seite der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA ? Wieviele Leute verstehen Kultur und Mentalität der Koreaner/Ostasiaten im allgemeinen ? Mal ganz zu schweigen von der Geschichte Koreas, insbesondere des Korea-Krieges, von der auch nur die wenigsten eine Ahnung zu haben scheinen.

  18. Jakobiner sagt:

    Die neueste Lesweise durch Nordkoreaexperten ist folgende: Die gesamten Provokationen seitens Nordkoreas dienen dazu, Kim Jonguns Machtposition gegenüber dem Militär zu festigen und als Vorbereitung, nach dem Abflauen der Spannung Wirtschaftsreformen durchzuführen.Ich habe einen sehr aufschlussreichen Artikel von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur gelesen, in dem gefragt wird „Was hat Ghaddafi für seine Westöffnung bekommen?“ und in dem Analogien zu Nordkorea gezogen werden.Ghaddafi habe seine Wirtschaft geöffnet, sich dem Westen angenähert und sein WMD-Programm eingestellt. Was war das Resulat? Eine NATO-Invasion und sein Tod.Daher wurde angeraten,dem Beispiel Ghaddafis nicht zu folgen. Was man zumindestens festhalten kann: Nordkoreas Führung wird darauf bestehen als Atommacht mit ICBMs und dem Recht Satelliten abfeuern zu können anerkannt zu werden. Dies dürfte der Minimalkonsens sein–Denuklearisierung ist Utopie.Wirtschaftsreformen könnten kommen.Die Frage wird sein, ob sich Nordkorea auch außenwirtschaftlich öffnen wird–vielleicht weniger dem Westen gegenüber als eben China und anderen asiatischen und nichtwestlichen Ländern. Jedenfalls wird diese Öffnung wohl das Maximale sein, was man erwarten kann. Gerade hat Kim Jongun einen Wirtschaftsreformer eingesetzt–warten wir also mal ab, wenn sich die bellizistische Kriegsrhetorik und das Propagandagewitter wieder gelegt hat.

  19. Jakobiner sagt:

    Auch interessant ein Artikel aus der FAZ über Nordkoreas geplante Wirtschaftsreformen–Zitat:

    Masterplan mit deutscher Hilfe-Nordkorea bereitet baldige Öffnung der Wirtschaft vor

    04.01.2013 · Das kommunistische nordkoreanische Regime hat offenbar schon konkrete Pläne für eine wirtschaftliche Öffnung des Landes für ausländische Investoren. Nach Informationen der F.A.Z. wird Pjöngjang dabei von deutschen Ökonomen und Juristen beraten.

    Nordkorea plant eine wirtschaftliche Öffnung des Landes für ausländische Investoren. Nach Informationen der F.A.Z. wird das kommunistische Land dabei diskret von deutschen Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen beraten. „Es gibt einen Masterplan“, sagte einer an den Beratungen beteiligten Wissenschaftler dieser Zeitung. „Die wollen die Öffnung noch in diesem Jahr.“

    Interesse zeigt das verarmte und abgeschottete Land vor allem an einer modernen Investitionsgesetzgebung. Für die Öffnung wird aber offenbar nicht primär das chinesische Modell mit Sonderwirtschaftszonen für ausländische Investoren kopiert. „Vielmehr sind sie an der vietnamesische Blaupause interessiert, wo gezielt Unternehmen für Investitionen ausgewählt werden“, sagte der Wissenschaftler, der an einer renommierten deutschen Universität lehrt.Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte zu Neujahr eine „radikale Wende“ der Politik seines Landes angekündigt und dabei von einer möglichen Wiedervereinigung mit dem Süden gesprochen. Der junge Diktator, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il Ende 2011 die Macht übernommen hat, kündigte ebenfalls an, dass 2013 ein „radikales Umsteuern“ in der Wirtschaftspolitik bringen werde, um das Land zu einem „wirtschaftlichen Riesen“ zu machen. Die Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum. Sollten sich die Reformer durchsetzen, könnten aber auch ausländische, nicht-chinesische Investoren einen Zugang bekommen. Bislang gibt es die Wirtschaftssonderzone Rason an der nordöstlichen Grenze zu China. Der Onkel des Diktators, Jang Song-taek, den Beobachter wie die Tante als „Graue Eminenzen“ sehen, hat mit den Chinesen im Herbst über die Einrichtung zweier weiterer Sonderzonen auf Inseln im Westen des Landes verhandelt, wo aber bislang noch wenig geschehen ist.(…) Seit einiger Zeit gibt es zaghafte Ansätze für wirtschaftliche Reformen, in begrenzten Bereichen wird kleine unternehmerische Initiative geduldet. Während der Hungersnöte der neunziger haben sich einfache Märkte gebildet, auf denen die Bevölkerung Obst und Gemüse handelte, inzwischen gibt es dort ein breiteres Angebot auch von günstiger Kleidung und Elektronikwaren. Größere Unternehmen dürfen aber immer noch nicht in privater Initiative geführt sein.

    Bislang wirbt Nordkorea vor allem um chinesische Investoren. Diese sind besonders an den riesigen Rohstoffvorkommen des Landes interessiert. Nicht nur gibt es Edelmetalle, sondern auch Seltene Erden in Nordkorea. Zum Teil werden die Rohstoffe schon ausgebeutet und nach China exportiert, doch vermuten Fachleute noch ein gewaltiges unerschlossenes Potential. Auch in der Produktion gäbe es angesichts der massenhaft verfügbaren billigen Arbeitskräfte Möglichkeiten, wenn sich ausländische Investoren fänden.

    Es gibt in Pjöngjang politische Kräfte, die das Land auch für japanische, südkoreanische und westliche Unternehmen öffnen wollen. Der Leiter der nordkoreanischen Joint Venture und Investment Commission ist bemüht, Know how zu gewinnen und hat dafür auch in Deutschland Kontakte geknüpft. „Das Militär in Nordkorea wird aber die Kontrolle nicht abgeben wollen“ sagte der deutsche Wirtschaftswissenschaftler, „daher ist überhaupt nicht ausgemacht, dass die Reformansätze durchkommen.“

  20. Jakobiner sagt:

    Auch interessant in diesem Zusammenhang: Während George W. Bush auf „Axis of Evil“ schaltete, eröffnete die deutsche rot-grüne Regierung damals eine eigene Botschaft in Nordkorea.

  21. Also, ich liefere Wäsche an eine Frankfurter Yoga-Schule, die von sehr gescheiten, freundlichen, kultivierten und gebildeteten Koreanern betrieben wird.

    Ich hab da den Chef gefragt, ob er jetzt keine Angst hat, wegen Krieg und so. Da hat der freundlich gelacht und gemeint :

    „Nö, die machen das immer so…“

    Ich: Ja, wieso denn?
    Er: Damit sie Geld kriegen.
    Ich: Geld? Wieso denn Geld? Geht es denn da um Geld?
    Er: Ja. Wir geben ihnen dann Geld, damit sie nicht verhungern.

  22. Fedor E sagt:

    Man muss auch nochmal über die Wiedervereinigung Koreas sprechen, die die USA auf jeden Fall verhindern wollen, da ein wiedervereinigtes Korea eine neue Macht nicht nur in der Region sondern WELTWEIT wäre. Die nordkoreanischen Nuklearwaffen, ein nordkoreanische Weltraumprogramm, das hochgerüstete nordkoreanische Militär, zusammen mit der starken südkoreanischen Wirtschaft und der modernen Technik Südkoreas…das wäre ein neues Schwergewicht auf der Weltbühne. Ausserdem hätten die US-Truppen nach einer friedlichen Wiedervereinigung der beiden Koreas kein Recht und keine Begründung mehr dort zu bleiben und müssten abziehen. So ein wiedervereinigtes Korea wäre unabhängig und stark. Die USA wollen aber kleine, schwache Staaten, die sie unter ihrer Fuchtel halten können.

    Zwischen den südkoreanischen Präsidenten Kim Dae jung und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il gab es Friedensverhandlungen, von Roh Moo-hyun dem Nachfolger Kim dae jungs´ wurde sogar eine Friedenserklärung unterzeichnet. Das war die Sonnenscheinpolitik Kim Dae Jungs, für die er zu recht den Friedensnobelpreis erhielt.
    (im gegensatz zum Drohnenfürst Obama)

    Zur Erinnerung an Kim Dae Jung;

    Die Witwe Kim Dae Jungs´ auf der Beerdigung von Kim Jong Il im Jahr 2011:

  23. Jakobiner sagt:

    „Bei den Meldungen auf der Seite der KCNA könnte man zu dem Eindruck kommen, das hier NUR die USA provozieren und sonst niemand und das Nordkorea nur warnt, die USA sollen mit ihren Provokationen und “Vorbereitungen auf einen nuklearen Krieg” endlich aufhören.

    Die USA und Südkorea geben ausserdem selbst zu, dass sie keinerlei Verdächtige Militärbewegungen auf Seiten Nordkoreas wahrgenommen haben. Währenddessen schickt Washington aber das SBX-Radar, B52 Bomber, die USS Decatur usw….Sogar ein Battalion für chemische, biologische und nukleare Kriegsführung wurde schon letztes Jahr im Oktober geschickt: “

    Dass die USA einen Nuklearkrieg gegen Nordkorea wollen, halte ich für Quatsch. Zumal darf man nicht vergessen, dass die ganzen jetzigen Spannungen mal wieder zur Zeit der alljährlichen US-südkoreanischen Militärmanöver fallen–dies also ohnehin eine Zeit der erhöhten Nervosität ist.Dass Nordkorea keine realen Militärbewegungen in Grenznähe bisher vorgenommen hat, bestätigte auch der Sprecher des US-Außenministerium. Ich glaube, die Amis sehen die Sache gelassener als der hysterische Medienhype dies tut.

  24. Muslim from Germany sagt:

    sollte nicht die frage heißen: wer kann davon profitieren, in welcher art?

    wer hat nordkorea mit atomwaffen-knowhow rundum versorgt?

    vielleicht sind auch die kassen nordkorea’s mal wieder leer und man klopft freundlich an die tür für etwas kleingeld, da die USA eventuell mit den letzten ressourcen- und geldlieferungen es ein bisschen zu knap hielten oder gar einstellten. aber lebensmüde sind die nordkoreaner sicher nicht, schon garnicht die militärführung

  25. Fedor E sagt:

    Ja doch der Medienhype ist eben gewollt.
    Wie schon gesagt, um neue Militärpräsenz in Asien zu rechtfertigen. Sobald dieses Ziel erreicht ist, hört das Medientheater auch wieder auf. Nebenbei dient es auch immer zur Ablenkung von anderen Problemen, zum Beispiel von diesem hier:

  26. Paul Singles UK sagt:

    North (Socialist) Korea is fairly well covered by chinese and also some russian media. Not by western (US sponsored or embedded reporters). My sources in the US (former intelligence guys) tell me that this new crisis was born when cautious contacts of NK with some south-korean (business) circles targeted for direct talks with US diplomats failed last year. And they confirmed that most of western media reports about „catastrophic living conditions“ in NK were at least 75% propaganda (like those informations about North Vietnam in the nineteenseventies.
    If you look not as close as most commentators do, but from a distance, you may well discover the old strategy of US neocons, to balk at the dog when the dog’s owner/sponsor is meant: China.
    If you analyze all US military and political actions during the last 24 months in the far east you easily find a consistent hypertext/“plot“: to move the chinese into difficult „mill-positions“ where any reaction will entail new problems. Burma/Myanmar is an often overlooked case. Japan’s nationalist furor about some tiny islands in the south china sea is another. That Myanmar’s fragmented society now shows spasms and traditional frictions far apart from the resistance aganst the softened military rule, shows what is also possible to be „produced“ at the western periphery of China (cf Tibet etc.). THe Chinese watch all this with bewildered skeptizism.
    That’s why the Chinese are so cautiously reacting in all NK matters. But since face-saving remains a principle in chinese politics they do not play their game openly: they still need some cooperation with the US in terms of trade and currencies, because open confrontation would leave them still in a weaker position. I personally hope that China will reach in a couple of years, along with their partners in BRICS, a position of (relative) strength, which would leave them less vulnerable to US pressure and blackmailing.
    So far I advise everyone not to believe what we are told by media in NATO countries about north-korean war-maniacs. UK included.

  27. IronCandy sagt:

    Permanente Militärübungen vor deren Haustür zieln doch gerade nur auf Eskalatio ab und dass die USA Kernwaffen gegen Nordkorea in Stellung bringen mittels Tarnkappenbomber ist auch nie in der Tagesschau zu hören.

  28. 006 sagt:

    Oder, was im Westen oft vergessen wird, die Spätfolge eines US-Aggressionskrieges Anfang der 1950er Jahre, der Nordkorea ähnlich verwüstete wie später Vietnam?

    Gestern abend kam in ZDF-History (ja, schon klar … Zweites Deutsches Desinformationsfernsehen, aber trotzdem… einige Fakten sind schlecht zu verdrehen – nicht mal fürs ZDF) eine Sendung über den Korea-Krieg. Demnach hat Nordkorea Südkorea am 25.06.1950 um 4.00 Uhr angegriffen.

    Dabei fällt mir auf: Wenn Nordkorea Südkorea ‚angreift‘ … dann ist das ein Angriff; ginge es um das Verhältnis Deutschland zu Polen, wäre dasselbe natürlich ein ‚Überfall‘ … aber das nur nebenbei.

    Und die meines Wissens gesicherte historische Tatsache, daß die Nordkoreaner zunächst Seoul erobert und dort ‚Befreiungsmassaker‘ angerichtet haben (nach den Angaben im Film sind genaue Zahlen bis heute nicht bekannt – Schätzungen reichen aber bis 300.000 Menschen, wobei sich diese Zahlen dann aber wohl auf die Gesamtzahl der Zivilisten, die bei den mehrfachen Wechseln – mal Nordkoreaner in Seoul, dann wieder Südkoreaner, dann wieder Nordkoreaner…) beziehen) und dann bis nach Pusan im Südosten Südkoreas vorgedrungen sind.

    Fazit: Der tatsächliche Verlauf des Koreakrieges spricht mMn. nicht wirklich für eine ‚amerikanische Aggression‘.

  29. Fedor E sagt:

    @006:

  30. schnehen sagt:

    Korea hat damals, 1945, nach jahrzehntelanger japanischer Kolonialherrschaft (ich meine seit 1900), ein Recht auf Wiedervereinigung gehabt, und man mag es dahingestellt sein lassen, wer damals, 1950, den ersten Schuss über die Demarkationsgrenze zwischen dem Süden und dem Norden abgefeuert hat, aber Tatsache ist, dass die USA und ihre Verbündeten das Land spalten wollten, genauso wie sie (und nicht die Sowjetunion) damals Deutschland spalten wollten, um das Land oder Teile davon in ihren Machtbereich einzufügen.

    Die Folge des Koreakrieges, der drei Jahre andauerte: über eine Million Nordkoreaner starben und Hunderttausende chinesische Freiwillige. Nordkorea war ein einziges Trümmerfeld in Folge der US-Flächenbombardements (auch damals wurde schon Napalm abgeworfen), und trotzdem war man nicht in der Lage, dieses Land gefügig zu machen. Und heute bietet Nord Korea der aggressivsten Macht der Welt die Stirn, obwohl es kaum über natürliche Ressourcen verfügt, aber dennoch eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat. Ein nordkoreanischer Satellit umkreist die Erde.

    Die Bevölkerungszahl hat sich verdoppelt (von 12 Millionen damals in den fünfziger Jahren auf über 24 Millionen heute), was nicht gerade dafür spricht, dass dort die Menschen verhungern.

    Langfristig, und da muss ich wieder einmal @Paul Singles zustimmen, geht es aber weniger um Nord Korea, sondern um den wachsenden Einfluss Chinas, und die neue US-Strategie unter dem neuen US-Außenminister Kerry (ein Skull & Bones-Mann der eigentlich Kohn heißt – so sein jüdischer Name, den er abgelegt hat) besteht darin, China militärisch einzukreisen mit Hilfe Japans, der Philippinen und Südkorea. Weil China nicht mehr wirtschaftlich, sondern nur noch militärisch zu besiegen ist und weil sich das Dollar-Imperium nur noch militärisch halten lässt (ökonomisch ist der Zug längst abgefahren und das weiß man) und weil sich der Dollar nur noch so international halten kann, setzt man alles auf diese militärische Karte.

    Die tatsächliche Bedrohung geht wieder einmal von den USA aus, die nicht in der Lage sind, aus ihrer eigenen militaristischen Geschichte (Vietnam/Irak/Afghanistan) zu lernen. Diese Lernunfähigkeit rührt daher, dass die USA von Kreisen regiert wird, die am Krieg verdienen, die an Spannungen und Konflikten verdienen. Das profitable Geschäft mit der Rüstung senkt die Lernfähigkeit auf Null.

  31. Avicenna1968 sagt:

    „Schon lange hege ich den Verdacht, daß die USA Nordkorea dazu benutzen, Japan und Südkorea zu drängen (…)“

    Ähem…DAS ist übrigens…RICHTIG. Vor 10 oder 12 Jahren hörte man, daß die Südkoreaner der US-Besatzung ebenso überdrüssig waren, wie der fortschreitenden kulturellen Amerikanisierung. Seltsam genug, konnte man von koreanischen Studenten an deutschen Hochschulen hören, daß in Korea die katholischen (!) Konvertiten die Avantgarde der kulturellen Amerikaniserung seien. In Südkorea begann die Auffassung sich durchzusetzen, daß ohne die US-Besatzung die Wiedervereinigung längst erreicht wäre.

    Vielleicht hatten die Südkoreaner es auch einfach satt, von den Amerikanern „bucketheads“ genannt zu werden.

    Im Vietnamkrieg kämpften 3 südkoreanische Elitedivisionen, deren Offiziere noch im kaiserlich-japanischen Heer ausgebildet worden waren, mit den Amerikanern und Südvietnamesen gegen die Vietcong/Nordvietnamesische Armee. Im Gegensatz zur großen Mehrheit der amerikanischen Baby Boomer-Armee – des feuerkräftigsten Aufgebots der Kriegsgeschichte – waren die Südkoreaner bei den Vietcong gefürchtet wie der leibhaftige Gottseibeiuns – sie erledigten Tausender gefangener Freischärler mit Karate-Schlägen gegen den Kehlkopf und waren bei der Bekämpfung der Insurrektion so erfolgreich, daß einige westliche Beobachter mutmaßten, der Krieg sei nur von gelben Soldaten zu gewinnen. Kein Wunder, daß die USA, die mit zeitweise mehr als 500 000 Soldaten die Hauptlast der Kriegsanstrengungen trugen, die Anwesenheit der Südkoreaner schließlich mit kaum verhohlenem Neid betrachteten.–

    Gut möglich, die Nordkoreaner sitzen wirtschaftlich derart in der Klemme, daß sie gar nicht umhin können, für ein paar Frachter voll Weizen ein bißchen mit dem Säbel zu rasseln.

  32. Avicenna1968 sagt:

    „paar Frachter voll Weizen“

    REIS, nicht Weizen.🙂

  33. Es ist für mich mehr als beunruhigend, dass ein Atomkrieg nicht ausgeschlossen werden kann. Wie kann man die Atomwaffen abschaffen?

  34. Erinnert Euch an die Achse des Bösen. Ist hochaktuell….

  35. Die Welt und die EU in den Händen der USA?

  36. Jakobiner sagt:

    1) Als Leseempfehlung zum Koreakrieg die Chrustschowmemoiren, aus denen klar hervorgeht, wie Stalin und Kim Ilsung den „Wiedervereinigungs-„Krieg gegen Südkorea planten und befehlten.Mao war anfangs dagegen, da er Taiwan erobern wollte.

    2)Gestrige Medlung in der ARD-Tagesschau: Kim Jongun hat laut nordkoeranischem Fernsehen den Generalstab ermächtigt, Atomschläge gegen die USA, bzw. US-Stüzzpunkte vorzunehmen. Mittelstreckenraketen werden in den Osten Nordkoreas stationiert.Dann war wieder von einem „möglichen weiteren Raketentedst“ die Rede. Jedenfalls spielt Kim Jongun mit dem Feuer!!!

  37. Jakobiner sagt:

    Man muss zudem sehen, wie sich die jetzige Lage entwickelt hat. Erst kam ja der nordkoreanische Satelittentest. Von diesem wurde gesagt, dass er ein verdeckter militärischer Test sei und dass Nordkorea kein Recht habe, Sazeliiten in den Wrltraum zu schiessen. Dieses Recht wollen sich aber die Nordkoreaner nicht nehmen lassen. Im Kern geht es darum, ob man rinr Nuklrarmacht Nordkorea mit Satelittentechnologie und Langstreckenraketen akzeptiert oder nicht.Das ist der eigentliche Grund für die Sanktionen und die Eskalation der Situation.

  38. Vollki Mink sagt:

    indem man die Menscheit abschafft.

  39. 006 sagt:

    # Fedor E.

    Danke für die Infos. War mir größtenteils unbekannt, weil … nun ja, Korea eben. Weit, weit weg. Und nachdem ich heute behaupten kann auch heute noch keineswegs alles zur Entwicklung etwa des II. WK zu wissen …. wie sollte ich da alles oder auch nur hinreichend über Korea wissen.

    Trotzdem bleiben für mich auch bei dieser Darstellung durchaus einige Fragen offen. Bei Minute 1 (etwa) ist davon die Rede, daß ‚Landbesetzungen und Aufteilung von Großgrundbesitz‘ stattgefunden hätten … und ‚die großen Fabriken wurden von Arbeiterräten‘ übernommen … – das klingt mir, mit Verlaub, nicht wirklich so als das Resultate innerkoreanischer philosophischer Entwicklung gewesen wären.

    Zunächst mal frage ich mich, wo in einem Land wie Korea, das überhaupt keine Chance hatte sowas wie eine eigenständige Entwicklung zu durchlaufen plötzlich ‚die großen Fabriken‘ herkommen? Und ‚Arbeiterräte‘ … die Verwendung eines solchen Begriffes klingt eben auch nach einem schon Jahrzehnte vorhandenen, ausgebeuteten Proletariat, daß sich seinen Weg ins Licht durch unverzagtes, nächtliches Studium der Werke des Marxismus-Leninismus zu erkämpfen versucht.

    Ich nehme jetzt aber mal nur so für mich an, daß ‚die großen Fabriken‘ wohl bestenfalls irgendwelche japanischen Zweigwerke gewesen sein werden und die vorhandene Arbeiterschaft nach einem Arbeitstag, der sicherlich noch etwas über dem hierzulande bekannten 8-Stunden-Tag, schlagskaputt auf ihr Nachtlager gesunken ist … nachdem sie ein kärgliches Schüsselchen Reis zu sich nehmen konnte (was sie möglicherweise noch zu den Glücklicheren der damaligen Zeit gehören ließ) – wo da, fünf Jahre nach Ende der japanischen Herrschaft über Korea eine ‚klassenbewußte Arbeiterschaft‘, die ihr Schicksal vertrauensvoll in die Hände frei gewählter Arbeiterräte legt, hergekommen sein soll … – ist mir nicht ganz erklärlich.

    Nun kann es natürlich sein, daß in den Jahrzehnten der japanischen Herrschaft, da, wo diese Herrschaft zur Entstehung von … nun ja, ‚Industrie‘ führte (ich vermute mal in Seoul etwa und einigen Hafenstädten), dort natürlich auch eine kleine Arbeiterschaft heranwuchs … aber der Gedanke, daß hier ‚Gewerkschaften‘ (die den Namen verdienen würden) sozusagen als Eigengewächs auf eigenem Mist herangewachsen sind/sein sollen … in einem Land, das Jahrzehnte hinter Japan her war, das ja selber noch nicht mal ein Industriestaat war (das wurde es im Grunde doch erst in den 50er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts) und dabei gleichzeitig in seinen Traditionen noch rigider gewesen sein dürfte als eben dieses Japan … – also dieser Gedanke ‚befremdet‘ mich doch sehr.

    Und folglich halte ich eher dafür, daß hier einige Sprösslinge der Oberschicht auf ausländischen Universitäten (in Paris wie Onkel Ho?) viel jüdische Theorie aufgenommen hatten (ohne diese freilich als jüdische Theorie zu begreifen), die sie dann in koreanische Praxis umzusetzen versuchten. Im Grund also der Versuch aus einer Theorie eine Wirklichkeit hervorgehen zu lassen, statt eine Wirklichkeit erst mal zu der zu ihr passenden Theorie führen zu lassen.

    Aber zum eigentlichen Punkt: dem Krieg. Da steht unter den ‚Pressestimmen des 26.06.1950‘ der Bericht des

    Die Informationen zu diesem Herrn Rhee mögen richtig sein – wenn ich schon dieses ‚milde Abendleuchten‘ im Gesicht des Herrn etwa bei Minute 2 sehe (das soll er wohl sein), dann weiß ich: So jemandem ist alles zuzutrauen. Dass der Herr und seine Fanbase unter dem gemeinen Volk nicht sonderlich beliebt bzw. verhasst war … maybe, kann ich nicht beurteilen. Dass er bei diesem erwähnten kleinen oder großen Gemetzel auf irgendeiner Insel ein Viertel der Bevölkerung umgebracht hat, erinnert mich eher an eine gute alte Tradition der Franz. Revolution (die, wie mir heute klar ist, genauso wie die Russische Rev. weniger eine Französische als vielmehr eine jüdische Rev. war) – Stichwort: Vendee! Ansonsten dürfte das auch noch unter landestypischer Folklore einzuordnen sein.

    Dann zum Punkt des Kriegsausbruchs. Da wird der Bericht des ‚London Daily Herald‘ zitiert, wonach Amerikanische Militärbeobachter sagen, daß südliche Kräfte eine erfolgreich verlaufende Gegenattacke in der Nähe der Westküste unternommen haben, wobei sie 5 Meilen in nördliches Territorium eindrangen und die Stadt Heju einnahmen. Wenn es sich um eine ‚Gegenattacke‘ gehandelt hat, muß ihr logischerweise bereits eine militärische Aktion vorausgegangen sein … und das kann nach meinem bescheidenen Verständnis nur der Angriff des Nordens gewesen sein, von dem auch der ZDF-Film berichtet.

    Und auch das Fazit des obigen Films, wonach es sich um eine gezielt geplante und letztlich erfolgreich durchgeführte Konterrevolution gehandelt habe kann ich aus den mir vorliegenden Informationen – also diese ZDF-‚Doku‘ und der von Ihnen verlinkte Film – nicht wirklich nachvollziehen. Was dazu unter anderem nicht paßt: In dem ZDF-Film wird Singman Rhee so wiedergegeben, daß es sich bei der Flucht der südkoreanischen Truppen mehr oder weniger um eine Strategie gehandelt habe, um die USA zum Eingreifen zu zwingen! Einer Strategie, die auf dem Gedanken fußte, ein USamerikanischer Präsident, der gerade ‚China an den Kommunismus‘ verloren habe, könne sich nicht leisten gegenüber dem nordkoreanischen Angriff keine Härte zu zeigen

    Dieser Gedanke scheint mir nachvollziehbar, um nicht zu sagen: er leuchtet mir ein. Absolut. Und daß dieser Rhee in dieser Beziehung ausreichend ‚asiatische Schlitzohrigkeit‘ besessen hat, um so ein Kakül auszubaldowern … UND durchzuziehen – das scheint mir auch glaubhaft. Wenn er ein ‚Mann der Oberklasse‘ war, dann muß er schon irgendwas draufgehabt haben – Schwein oder nicht Schwein ist dabei nicht die Frage – , denn die Oberklasse war ja sicher nicht einfach nur ’naturblöd‘ … sonst wäre sie wohl niemals Oberklasse geworden.

    Dann wird in dem von Ihnen verlinkten Film noch behauptet, die südkoreanischen Truppen hätten größtenteils keinen Widerstand geleistet, weil sie nicht gegen Landsleute kämpfen wollten. Ist so als Annahme erst mal erlaubt. Aber dann frage ich mich natürlich, warum die nordkoreanischen Truppen offensichtlich wesentlich weniger Skrupel gehabt haben ‚gegen Landsleute zu kämpfen‘? Und mit Platzpatronen werden sie wohl nicht in den Kampf gezogen sein, oder?! Ferner wird in diesem Zusammenhang noch darauf hingewiesen, ihr schneller Durchmarsch habe, wie schon erwähnt, nicht an überlegenen Waffen, sondern an der Unlust der Südkoreaner gegen Landsleute zu kämpfen, gelegen. Diesbezüglich behauptet der ZDF-Film nun, es habe hauptsächlich an der Ausrüstung mit T-34 Panzern und MiG 15-Flugzeugen gelegen, da der Süden über keine Panzer und Flugzeuge verfügte.

    Und diese Panzer und Flugzeuge konnten ja wohl nach Lage der damaligen Dinge nur von der großmütig-großmächtigen Sowjetunion und ihrer ruhmreichen Roten Armee stammen, da die Fähigkeiten des koreanischen Nordens wohl kaum in der Entwicklung und Produktion solcher Spielzeuge gelegen haben dürfte – die sind heute, über 60 Jahre später, noch nicht in der Lage ein Auto herzustellen. Wenn also von gezielt geplant und erfolgreich durchgeführt… die Rede ist, so dürfte sich – ausweislich der Ausrüstung mit speziellen Waffensystemen – eher auf den Norden denn auf den Süden bezogen haben.

    Mein Fazit also: Ein Film, der mir viele Informationen brachte, die ich noch nicht kannte (oder vergessen hatte). Der aber auch nicht für sich in Anspruch nehmen kann, die alleinseeligmachende Wahrheit über den Koreakrieg vermitteln zu können. Die Wahrheit … bedarf wohl doch auch schon noch einiger Puzzleteilchen von der anderen Seite. Nichtsdestotrotz: Fanx!

  40. 006 sagt:

    Diese Zeile…

    Aber zum eigentlichen Punkt: dem Krieg. Da steht unter den ‘Pressestimmen des 26.06.1950′ der Bericht des

    gehört nicht in den obigen Kommentar.

  41. schnehen sagt:

    Die nordkoreanische Führung ist nicht dumm und spielt keineswegs mit dem Feuer, wie hier unterstellt wird. Nicht Worte zählen,sondern Taten, und was diese Taten angeht, so ist überdeutlich, dass die USA und nicht Nord Korea diesen Konflikt in den letzten Jahren durch eine gezielte, planmäßige Strategie zunehmender Spannungen angeheizt haben.

    In Nord Korea hat die Lehren aus dem Fall Gaddafis gezogen, der sich von Blair & Co. um den Finger wickeln ließ und auf sein Atomprogramm verzichtete, was zweifellos zu seinem Fall beigetragen hat. Wer vor ihnen einknickt, hat verloren.

    Nachgiebigkeit wird von den US-Imperialisten als Schwäche ausgelegt und sie legen dann nach. Die Sowjetunion hat damals gezeigt, wie man sich schützt gegen die atomare Erpressung der USA: durch die Entwicklung eigener Atomwaffen. Allerdings reicht das nicht aus. Andere Dinge müssen hinzutreten: Man muss das Volk auf seiner Seite haben, und das in Nordkorea der Fall, wo die Mehrheit der Bevölkerung – und das haben die großen Demonstrationen der letzten Zeit bewiesen – hinter seiner Armee steht.

    Das geeinte Volk ist unbesiegbar:

    El pueblo unído jamás sera vencido!

  42. @H. Schramm: „Es ist für mich mehr als beunruhigend, dass ein Atomkrieg nicht ausgeschlossen werden kann. Wie kann man die Atomwaffen abschaffen?“

    Indem man auf die Vorschläge des Iran eingeht.

    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/219202-iran-ist-bereit-mit-der-uno-bei-der-weltweiten-saeuberung-von-atomwaffen-zu-kooperieren

    Ansonsten ist das ein Riesen-Ablenkungsmanöver von der Tatsache, dass sich die USA unverblümt als Führungsmacht aller Völker aufspielt, ohne jemals von diesen dazu ermächtigt worden zu sein.

    Außenminister Hagel sagte, USA dürfe sich nicht den „Luxus“ leisten, sich zurückzuziehen, und wenn sie nicht „führe“, dann würde es ein anderer tun, und so eine Welt wolle er seinen Kindern nicht vererben. Sie untermauern ihren Führungsanspruch militärisch. Wo ist da noch der Unterschied zu Hitler?
    Deutlicher geht es wirklich nicht mehr. Und welcher deutsche oder überhaupt westliche Politiker hat dagegen protestiert? Wer hat gesagt, dass wir keine solche „Führungsmacht“ wollen? Die Politiker der westlichen Welt haben sich leider dem US-Führungsanspruch widerstandslos unterworfen. Warum gibt das keinen Aufschrei unter den sogenannten „Demokraten“?

    http://www.muslim-markt-forum.de/t319f2-Die-Westliche-Welt-versteckt-den-Fuehrer-hinter-der-Fassade-von-Demokratie.html#msg996

  43. Symptomschau einer schwerwiegenden Krankheit … die Geschichte eines ungeborenen Währungskindes:

    http://faszinationmensch.com/2013/04/05/die-welt-aus-sicht-der-viren-und-hacker-und-der-geburtshelfer/

    Gruß

  44. Yilmaz sagt:

    @ Fedor E sagt: April 4, 2013 um 15:17
    „Man muss auch nochmal über die Wiedervereinigung Koreas sprechen, die die USA auf jeden Fall verhindern wollen, da ein wiedervereinigtes Korea eine neue Macht nicht nur in der Region sondern WELTWEIT wäre. Die nordkoreanischen Nuklearwaffen, ein nordkoreanische Weltraumprogramm, das hochgerüstete nordkoreanische Militär, zusammen mit der starken südkoreanischen Wirtschaft und der modernen Technik Südkoreas…das wäre ein neues Schwergewicht auf der Weltbühne. Ausserdem hätten die US-Truppen nach einer friedlichen Wiedervereinigung der beiden Koreas kein Recht und keine Begründung mehr dort zu bleiben und müssten abziehen. So ein wiedervereinigtes Korea wäre unabhängig und stark. Die USA wollen aber kleine, schwache Staaten, die sie unter ihrer Fuchtel halten können.“

    Ich war schon öfters in S-Korea/Seoul und Umgebung und kenne die Kultur der Koreaner ganz gut.
    Es ist korrekt, daß dort Wiedervereinigungsbestrebungen zwischen Nord- und Südkorea stattfanden und man sich auch ernsthaft wiedervereinigen möchte, der Wille beider Seiten ist da.
    Da beide Seiten zum gleichen Volk gehören, also Brother-Country sind, steht man einem Krieg sehr ablehnend gegenüber, obwohl der verstorbene Kim Jong Il (Nordkorea) als der Verrückte im Norden bei den Südkoreanern gerne benannt wurde.
    Meine Meinung ist dieselbe von Elsässer, nicht von den Medien blind alles abnehmen, streng hinterfragen was genau wie übersetzt wurde, denn hier wird von der Hochfinanz gelenkten Medienpropaganda kräftig in der Suppe gerührt.

    Es geht hierbei definitiv nicht um ein wirtschaftlich starkes Korea was zu verhindern gilt (in Südkorea steckt enorm viel ausländisches Kapital: Citibank & Konsorten), denn Japan ist um ein vielfaches stärker als Südkorea, es geht vielmehr darum wie das Imperium einen neuen Weltkrieg anzetteln kann, die brauchen immer einen Blaming-Guy, auf den man das Lügenkonstrukt für einen Krieg schieben kann und dann genügend Pro-War-Publicity in der Weltöffentlichkeit zu schaffen, beim Iran hats wohl nicht geklappt, irgendwie ist dort Ruhe eingekehrt, so jetzt probierts man im asiatischen Raum einzufädeln um das Boot letzendlich gegen China und Russland zu fahren, denn das wäre genug Potential für einen Weltkrieg…mein Fazit: für einen Weltkrieg benötigt man bekanntlich viele Länder die da mitmachen, „die“ haben zwei Spielkarten a) islamische Welt gegen Usrael oder b) Western-Asian-Pacific vs. Big China & Russia oder vielleicht doch c) beides zusammen !?

  45. Jakobiner sagt:

    Zu 006:

    Hervorragende Analyse des Anitwar TV-Videos über den Koreakrieg. Leider finden sich dann auch solche paranoiden Ausführungen wie:

    „Und folglich halte ich eher dafür, daß hier einige Sprösslinge der Oberschicht auf ausländischen Universitäten (in Paris wie Onkel Ho?) viel jüdische Theorie aufgenommen hatten (ohne diese freilich als jüdische Theorie zu begreifen), die sie dann in koreanische Praxis umzusetzen versuchten.(…)Dass er bei diesem erwähnten kleinen oder großen Gemetzel auf irgendeiner Insel ein Viertel der Bevölkerung umgebracht hat, erinnert mich eher an eine gute alte Tradition der Franz. Revolution (die, wie mir heute klar ist, genauso wie die Russische Rev. weniger eine Französische als vielmehr eine jüdische Rev. war) – Stichwort: Vendee!“

    Marxismus und Liberalismus als jüdisch-bolschewistische Verschwörung–das kennt man ja sattsam aus der deutschen Geschichte und man braucht nicht zu fragen, woher diese Wahnideen stammen.

  46. Jakobiner sagt:

    Zu Schnehen:

    „Man muss das Volk auf seiner Seite haben, und das in Nordkorea der Fall, wo die Mehrheit der Bevölkerung – und das haben die großen Demonstrationen der letzten Zeit bewiesen – hinter seiner Armee steht.“

    Bei den staatlich befohlenen Aufmärschen von „Demonstrationen“ und Willensbekundungen des Volkes zu reden, ist ja absurd.Wer nicht „demonstriert“, landet im Gulag oder wird eben gefoltert und erschossen.So frei ist man in Nordkorea!

  47. juergenelsaesser sagt:

    Jakobiner: Jakobiner weiß alles, er war ja persönlich dort! Er ist, seit er auf diesem Blog auftritt, der Experte zu allem und jedem, keine Weltregion, kein Fachgebiet, kein Ereignis der Weltgeschichte, wo er nicht wie aus der Pistole geschossen seine Heilsgewissheiten verbreitet. Ein Wunderkind!

  48. IronCandy sagt:

    Diese Menschen nennt man Trolle und größere Portale tendieren dazu Trolljäger Squads von selbsternannten Ordungshütern und Berufstrolle zur Verteidigung der freien Rede auszubilden.

    Daher nen TicTac, kalter nasser Lappen oder ne Zigarette und weiter.

    Lassen wir des Trolletariat in Ruhe.

    @Topic
    Der Grund warum vermutlich dieser skurrile Kult weiter das Land anführt ist das Nordkorea ne Art neutrale Zone zwischen China und Russland bildet und man sich gegenseitig davon abhält in Nordkorea mittels Wirtschaftshilfe etwas zu öffnen man aber gleichzeitig nen Buffer gegen die USA will und dass das Land jetzt seit Jahrzehnten im Krieg ist.

    Nordkorea hätte längst den Weg von Vietnam gehen können.

    Eigentlich wär es nett wenn China nen Militärbündnis mit den eingehen würde, dann wäre Ruhe, aber sowas ist halt unter den momentanen Umständen undenkbar.

  49. Areopagitos sagt:

    Meiner Meinung nach ist das nur eine willkommene Ablenkung vom heimischen Fiasko. Ich spare es mir, mich darüber groß zu informieren.

  50. Fedor E sagt:

    Wenn die Kim-Familie in Nordkorea angeblich die schlimmen, üblen Dikatatoren wären, denene es nur um den Erhalt des eigenen Reichtums geht während die Bevölkerung hungert, dann stellt sich für mich eine Frage;

    Warum handeln sie dann nicht einfach mit den USA und den Multinationalen-Konzernen einen Vertrag aus, der ihnen vollen Zugang zu Nordkorea ermöglicht, im Austausch für viel Geld auf den Konten der nordkoreanischen Eliten und Immunität ? Ich habe es irgendwo einmal sehr schön formuliert gelesen:

    „Wenn Kim Jong Il angeblich gern Cognac im Wert von 60000 Dollar trinkt, während sein Volk hungert, warum arbeitet er nicht einfach mit den USA zusammen ? Die würden ihn doch in Cognac baden lassen !“

    Kim Jong Il hätte es sich also so leicht machen können, ginge es ihm nur um sich selbst.

    @Yilmaz:
    Die Aussage „der Verrückte aus dem Norden“ zeugt nicht gerade von hohem Niveau der Koreaner die das gesagt haben. Ich finde es einfach so absurd, dass das angeblich das so große Leid von Millionen Nordkoreanern die Schuld eines einzigen Mannes gewesen sein soll und ist. (Ähnlich wie in Libyen mit Gaddafi)
    So ein Mann bzw. ein System braucht IMMER einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung

    Ich sprach auch nicht von einem nur wirtschaftlich starkem Land, sondern von einer von den USA unabhängigen Nuklearmacht die ein wiedervereinigtes Korea möglicherweise werden könnte. Man stelle sich vor Korea wäre wiedervereinigt – natürlich friedlich, anders geht es ja garnicht – und die Amerikaner müssten ihre 30000 Soldaten aus dem Süden abziehen, da die Bedrohung aus Nordkorea dann verschwunden wäre.

    (Es soll ja jetzt schon immerwieder Proteste von Südkoreanern gegen das dort stationierte US-Militär geben.)

    Die USA würden einen großen Aussenposten gegen China in Asien verlieren. An dessen Stelle könnte ein militärisch und wirtschaftlich starkes und unabhängigeres Korea treten. In meinen Augen wollen die USA eben das verhindern.

  51. schnehen sagt:

    @JE

    Bingo! Aber diese ‚I-Know-All-Haltung‘ ist gar nicht mal so entscheidend. Entscheidend ist, in welchem Lager man steht. Er steht ganz eindeutig im imperialistischen Lager und übernimmt die Sprechblasen der Medienhuren auch zu Nord Korea. Wir stehen im antiimperialistischen Lager und verteidigen Chavez‘ Venezuala oder Ahmadinedschads Iran, auch wenn wir in anderen Fragen Meinungsverschiedenheiten haben, die ich aber für nicht so gravierend halte, auch wenn ich mich manchmal wahnsinnig über Sie ärgern kann, wie Sie sich wohl schon oft über mich geärgert haben. Aber dieser Mr Jacob All-Know würde den Iran niemals verteidigen und immer vom ‚Mullah-Regime‘ sprechen, so wie es viele angebliche Linke tun, die längst bei Bushbama und ihren Kriegen gelandet sind. Viele ‚Linke‘ haben ja auch damals 2003 den Irak-Krieg unterstützt und sind voll auf die Neocon-Propaganda abgefahren und haben ihre Seele, das urlinke Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden, verkauft.

    Sein Ausspruch:

    „Die Nato hat uns 60 Jahre Frieden und Freiheit garantiert“, sagt eigentlich schon alles. Auch das, was er zur IDF geschrieben hat, ist sehr bezeichnend, sehr pro Israel.

    Jetzt wird er sich natürlich ordentlich echauffieren, wie wir das kennen und gleich fünf Beiträge hintereinander schreiben.

  52. Jakobiner sagt:

    Zu juergenelsaesser sagt:
    April 5, 2013 um 12:05

    Jakobiner: Jakobiner weiß alles, er war ja persönlich dort!“

    Ja, 5 Jahre in Asien, davon 3 in China, 1 Jahr in Indien und jeweils 1 Monat in Nord- und Südkorea.Und wenn man selbst schreibt:“Ich bekenne freimütig: Von Nordkorea habe ich keine Ahnung.“ sollte man besser denen das Wort überlassen, die davon eine Ahnung haben.

  53. Jakobiner sagt:

    Und Nordkorea ist der absolute Polizeistaat. Man kann nicht wie in China oder Vietnam als Individualperson herumreisen im Land wie man will.In China gab es die einzigen Restriktionen wegen Tibet, aber im Rest des Landes (mit Ausnahme Xinjiangs) kann man rumrerisen. In Nordkorea wird jeder Schritt, den man vor den anderen setzt, überwacht und kontrolliert. Das ist wie China in den 60r Jahren unter Mao.

  54. Jakobiner sagt:

    ZU Jürgen Elsässer:

    Jetzt kannst du natürlich sagen: In den 60er Jahren unter Mao kannst du noch nicht in China gewesen sein. Dann frage besser deine Freunde aus den K-Gruppen, die zu dieser Zeit als einzige da waren und uns die Wunderstorys von Potemkinschen Dörfern im Westen erzählt haben–wie auch der KBW über Pol Pot-Kambodscha.Gerade als ehemaliger K-Gruppenmann müsstest du doch ein kritischeres Verhältnis vor den „Vor-Ort- Wissenden“ haben.VIelleicht aber aus dieser Zeit auch die Affinität für die letzten Diktaturen dieser Welt.

  55. Jakobiner sagt:

    Aber um es klar zu machen: Solange die USA und die NATO nicht gegen die Caymannislands, die Bahamas und andere Steueroasen Sanktionen und Seeblockaden verhängt oder diese invadiert und die Reichen für die Finanzkrise zahlen lässt, bin ich auch nicht für eine Invasion Nordkoreas.

  56. Jakobiner sagt:

    Zu Iron Candy:

    „Nordkorea hätte längst den Weg von Vietnam gehen können.“

    Da hast du scheinbar nicht meinen Verweis auf den FAZ-Artkel gelesen. Nordkorea will den Weg Vietnams gehen, nicht den chinesischen mit Sonerwirtschaftszonen.Das haben deutsche Ökonomen und Juristen schon Weihnachten 2012 für die nordkroeanische Regierung als blueprint der Wirtschaftsreformen definiert. Der Punkt ist nur der: Vietnam vertraut auf die USA, die Nordkoreaner wollen als eigenständige Atommacht mit Interkontionetalraketen und Satelliten akzeptiert werden, bevor sie Wirtschaftsreformen durchführen.Nur: Inzwischen lehnt dies auch Russland ab, was die Sache nochmals komplizierter macht.

  57. Jakobiner sagt:

    Um dem ganzen mal wieder eine weltpolitische Dimension zu geben: Ich komme mir von der Wall Street, der City of London oder ihren Ablegern in Caymann, Bahamas, Cypern,etc. und all ihren „jinanziellen Massenvernichtungswaffen“ /Warren Buffezz) bedrohter vor als von einer abgefuckten kommunistisch-dynastischen Mini- Diktatur in Ostasien.

  58. Jakobiner sagt:

    Jakobiner– „Troll“oder „Wunderkind“–argumentiert lieber mal inhaltlich zum Thema!

  59. angelo petersen sagt:

    was ist eigentlich von Benjamin Fulford zu halten ?

    http://www.politaia.org/englische-reporte/fulford/was-es-wirklich-mit-nordkorea-auf-sich-hat/

    die ganze meinungsorgel wird von ihm immer wieder so auf den Kopf gestellt, diametral gepatcht sozusagen. nur: (was) kann man ihm glauben ?
    habe ihn vor Jahren beim Project Camelot gesehen, er kam mir sehr authentisch vor, und er scheint eine aussergewöhnliche herkunft und vita zu haben .
    (aber er hätte genausogut ein genialer Schauspieler gewesen sein können.)

    vielleicht kann mir da mal jemand über die strasse helfen?

  60. angelo petersen sagt:

    @Jakobiner

    die on-command- massenflennerei als Kims Vater gestorben war (samt o-ton) war auch meinem eindruck nach völlig unglaubwürdig. alles bezahlt und erzwungen!
    jahrzehntelange indoktrination plus kameras des staatsfernsehens plus regie-anweisung !

    aber das ist wohl trotzdem nicht alles.

    in Thailand soll es ganz ähnlich sein . eine liebevolle Identifikation mit dem König, und die sei ganz real und aufrichtig. ein weniger distanziertes denken und fühlen,

    als man sich das zuhause hinterm rechner auf der suche nach merkwürdigkeiten so vorstellen kann.
    (dies abo auf dauerskepsis und raffinesse könnte zwischendurch auch mal beargwöhnt werden werden. )

  61. alias sagt:

    Mein Gott, die eklatanten unfundierten Annahmen schreien hier ja zum Himmel!
    1) DDR sollte zur Genüge ins Gedächtnis rufen, was bei einer Vereinigung durch die Nordkoreaner zu schultern wäre. Und ein amerikafreundliches Korea als Anrainer ist das Letzte, was Peking will.
    2) Die DRK bezog ihre atomare Bewaffnung durch Kanäle aus Libyen und Iran.
    3) Sogar die Chinesen haben die Nase langsam voll und die Kosten übersteigen den Nutzen.
    4) Der Handel Drohungen/Hilfe hat immer funktioniert, nur in letzter Zeit weniger gut, daher musste die DRK schwerere Geschütze auffahren.
    5) Eine Wiedervereinigung wäre für die USA ganz hervorragend, s. 1.

  62. alias sagt:

    Hallo Herr Petersen,

    von dem Artikel des Herrn Fulford ist zu halten, was ein Kommentator auf der Originalseite schrieb:

    „Not long ago Ben stated that Japanese ninjas were going to wipe out the Illuminati.Seriously.Still waiting on that one.“

  63. Yilmaz sagt:

    @ Fedor E sagt: April 5, 2013 um 16:07
    „@Yilmaz:
    Die Aussage “der Verrückte aus dem Norden” zeugt nicht gerade von hohem Niveau der Koreaner die das gesagt haben. Ich finde es einfach so absurd, dass das angeblich das so große Leid von Millionen Nordkoreanern die Schuld eines einzigen Mannes gewesen sein soll und ist. (Ähnlich wie in Libyen mit Gaddafi)
    So ein Mann bzw. ein System braucht IMMER einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung.“

    Viele Südkoreaner schämen sich sehr für das Bild in der Welt das in den Medien über Nordkorea gezeigt wird, da dies auch mit den Südkoreanern irgendwie assoziert wird, dafür machen die Südkoreaner dann logischerweise den Staatsführer verantwortlich der das Land ja regiert und repräsentiert.

    Zudem ist die Koreanische Gesellschaft allgemein sehr stark hierarchisch strukuriert bzw. organisiert, im Staat, Militär sowieso, aber auch in den Konzernen, der Oberste befielt und keine Wiederrede.
    Wie ich bereits schrieb, ich bin auch der Meinung wie auch Bloggerkollege „schnehen“ kommentierte, daß der eigentliche Kriegstreiber die USA sind und nicht Nordkorea, zudem die Südkoreaner nicht so Recht wissen was zu tun ist: den USA folgen, die ja ohnehin tausende Soldaten im Land haben oder auf den „Good Will“ von Kim hoffen…schwierig, schwierig.

    Aber im Grunde sind wir uns schon einig, wie so oft hier.
    Schönen Gruß.

  64. Jan sagt:

    die einen schauen nordkorea, die anderen bundesliga.

  65. Leser09 sagt:

    „Nordkorea blickt auch nach Libyen, wo Gaddafi seine Massenvernichtungswaffen aufgegeben hat und irgendwann aus der Regierung gebombt wurde. Ohne Fr./NATO wären die Rebellen nie so weit gekommen. Das haben sich die Nordkoreaner angeschaut und gesagt: diesen Fehler machen wir ganz sicher nicht.“

    http://derstandard.at/1363706654510/Nordkorea-will-einfach-in-Ruhe-gelassen-werden

  66. Irgendwie scheinen bei diesem Theater um Nordkorea andere reale Kriegsschauplätze aus dem Fokus der Beobachtung zu geraten. Und tatsächlich sind die Geschäftsmodelle heute gut angepasst, z.B. für das Billionengeschäft mit dem Drogen aus Aghanistan unter Nato- und CIA Aufsicht.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/04/05/billionen-drogengeschaft-in-afghanistan-unter-natoaufsicht/

  67. Harun sagt:

    Vielleicht kommt Korea so davon…

    Die schrecken vor nichts zurück, die Amis.
    Irak:Uranmunition – das strahlende Vermächtnis.
    -ARD-Mediathek- ca. 8 min.

    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/swr/2013/irak-uranmunition-100.html

    Frieder Wagner hat 2003 nichts anderes erzählt.

  68. angelo petersen sagt:

    @alias

    klar die Kommentare sind skeptisch und ich bin es auch. trotzdem ist sein fundus, seine informellen Kenntnisse und das unermüdliche stricken verborgener plots an sich schon beeindruckend.

    Humor hat er zum 1. April : „riesiger Plasmaball über dem Mt. Fuji“ (die Sonne)

    und den Abtritt Benedikts hat er wohl korrekt vorausgesagt.

    er wirkt manchmal fast etwas durchgeknallt, als hätte er bereits unartikulierbare Fakten vor Augen gehabt – von denen er seither erzählen will , auf eine überlaufende, delirierende Art mit der er sich um die aufklärerische Glaubwürdigkeit bringt.
    so liesse sich auch politaias handhabe deuten.

    keiner weiss genaueres nicht?

  69. IronCandy sagt:

    @Jakobiner
    Entspann dich.

    Zu deiner weltpolitischen Einsicht: Ähm darum sind wir hier… oder wie sonst kommt man dazu nen Blog von sonem aus Mainstreamsicht links-rechts-esoterischen-Verschwörerwirrkopf zu besuchen der bereits freiwillig drüben war?

    Bzgl. des vietnamesischen Ansatzes:

    1. Vietnam ist vereinigt und hat seit jeher eine historisch gewachsene Feindschaft mit China, daher dienen die USA lediglich als Mittel zum Zweck um Vietnam in Terretorialfragen dienlich zu sein.

    2. Nordkorea ist im Krieg mit Südkorea welche wiederrum mit den USA verbündet sind und man handelt nicht mit dem Feind.

    3. Nordkorea ist ein Bufferstaat für China, Russland und ehemals (vielleicht auch noch heute).. Japan. Wer Norkorea nimmt dominiert die Region da Gebirge und co nen guten natürlichen Schutz garantieren. In der momentanen Situation herrscht dort praktisch nen Regime was niemanden in der Region stört und keiner Großmacht wirklich gehört…

    China ist mehr oder weniger inoffiziell die Stütze des Landes aber insgesamt haben alle was davon.

    4. Nordkorea ist neben Kuba auf der Agenda bzw. Achse des Bösen die die USA ins Leben gerufen haben und man will dieses Land zerschlagen denn man braucht einen starken Brückenkopf wenns mal gegen China und Russland losgehn soll.
    Im Prinzip könnte man jedem in der Region ans Bein pinkeln wenn man dort sässe… zB auch den Japanern wenn die mal gegen US-Interessen aufmucken.

    Bzgl. deiner Asien-Reisen könnte man deine möglicherweise existenten Bild aus Norkorea mal sehen?

  70. Gandalf sagt:

    @alias

    Die Voraussetzungen für eine Widervereinigung sind im Fall Koreas leider weit weniger günstig als bei uns damals.

    Nordkorea ist im Verhältnis zum Süden viel unterentwickelter und verarmter als die DDR damals im Verhältnis zur BRD. Gleichzeitig hat sie aber eine relativ große Bevölkerung.

    Südkorea hat nur doppelt so viele Einwohner wie der Norden. Die BRD hatte fast vier mal so viele Einwohner als die DDR.

    Dieser Vergleich ist also, auch wenn er sich auf den ersten Blick anbietet, leider nicht zuztreffend.

    Die Last die Südkorea zu schultern hätte ist um ein Vielfaches höher als das was die BRD damals leisten musste und das war ja auch schon nicht wenig. Wir spüren bis heute diese Last.

    Das ist der Hauptgrund für den Unwillen zur Widervereinigung: Wer soll das bezahlen? Südkorea kann es alleine nicht und will es auch nicht. Die Amis? Die Chinesen? die EU? Warum sollten sie? Und wie verhindert man, dass am Tage der Widervereinigung alle Nordkoreaner „rübermachen“? Auch so ein Ding.

    Dieses heiße Eisen will keiner so recht anfassen, daher lässt man Kim wo er ist, und schiebt das Problem vor sich her. Wirschaftlich ist eine Widervereinigung für alle Beteiligten nur ein Kostenfaktor.

    Und vor allem die Südkoreaner wollen das nicht. Ich weiß gar nicht, warum das hier behauptet wird. Die Südkoreaner wollen einen Friedensvertrag und ihre Verwandten besuchen dürfen. Aber Widervereinigung? Davon wollen die spätestens nichts mehr wissen, wenn sie hören, wie viel das ihre Volkswirtschaft kosten würde.

    Allen anderen Gründe, wie der Puffer zu China oder irgendwelche Welteroberungspläne von irgendwem, die hier schon genannt wurden, das ist alles weniger wichtig.

  71. Gandalf sagt:

    Vietnam hat vor allem den Vorteil, dass es ein Klima hat, das Touristen anzieht. Tourismus ist ein großer Wirtschaftszweig und gute Einnahmequelle.

    Das Wetter in Nordkorea ist dagegen noch beschissener als hier. Das meiste Jahr über ist es kalt und in dem bisschen Sommer regnet es die ganze Zeit.

  72. Söderstrup sagt:

    schnehen sagt:
    April 5, 2013 um 16:13
    Jetzt wird Jakobiner sich natürlich ordentlich echauffieren, wie wir das kennen und gleich fünf Beiträge hintereinander schreiben.

    Jakobiner sagt:
    April 5, 2013 um 18:19, 18:24, 18:34, 18:42, 18:49, 19:30 und 20:10

    LOL. Schnehen lag nur leicht daneben, aber ansonsten wie inszeniert! Geile Show!

  73. Eveline Kmietzyk sagt:

    @ Gandalf
    …….Die Last die Südkorea zu schultern hätte ist um ein Vielfaches höher als das was die BRD damals leisten musste und das war ja auch schon nicht wenig. Wir spüren bis heute diese Last.

    Bitte nicht vergessen, es sind alles Luftbuchungen, alles Irre, Vorstellungen von Zahlen im Computer … ein ganzer Planet wird geplündert – aber ich denke, das wissen Sie auch.

  74. Fedor E sagt:

    @Gandalf:

    Richtig. Ich denke mal hätte Nordkorea ein ähnlich „Touristenklima“ wäre es wohl in einer weit besseren Situation. Das Klima ist auch immer für die Stimmungslage der Bilder die von dort kommen verantwortlich; karg, kalt, regnerisch, grau.

    Nicht gerade ein Ort, an dem man leben möchte, ähnlich wie England, Deutschland oder aber auch Russland.

  75. alias sagt:

    Hallo Gandalf,

    ich stimme ob des unangemessenen Vergleiches vollends zu. Ich bezog mich damit auf ausgesuchte Kommentare, die eine Wiedervereinigung als ein Horrorszenario für den globalen Drahtzieher USA darzustellen suchten. Ein Fall des Regimes der DRK ist in niemandes Interesse, ein ökonomisch vor dem Abgrund stehendes strategisches Vakuum eines wiedervereinigten Korea ebenfalls nicht. China geht es in erster Linie um Stabilität, die durch ein zu den USA neigendes Korea mehr bedroht wäre als eine sich durch Drohungen diplomatisch artikulierende DRK.

    Herr Petersen,

    ich gebe zu, von Herrn Fulford noch nichts gehört zu haben (mit Ausnahme eines französischen WP-Eintrages), aber der Plasmaball über dem Fujisan spricht nicht für ihn. Der arme Mann braucht einen guten Therapeuten.
    Zu seiner zutreffenden Prophezeihung des Rücktritts: Das habne offenbar andere auch, http://www.wnd.com/2013/02/final-pope-authors-predicted-benedict-would-resign/.
    Wäre Nordkorea eine US-amerikanische Strohpuppe, der Präsident hätte keinen Bedarf für einen „pivot to Asia“, geschweige denn die stillschweigende Zustimmung Chinas. Clinton ist in den neunziger Jahren wegen Menschenrechten vor China eingeknickt. Jetzt hat China die amerikanische Wirtschaft in der Hand: Sanktionen, wie eine amerikanische Bastion direkt vor Pekings Haustür sie provozieren würde, könnten leicht eine amerikanische Rezession auslösen. Politaia spricht interessante Fragen an und sollte einen klassischen Weltverschwörer nicht nötig haben, der sie nur deskreditiert.

  76. IronCandy sagt:

    Diese ganze Kostendebatte ist einfach lächerlich.
    Als ob ein Imperium sich um die Kosten seiner Vasallen kümmert…
    Und Tourismus soll Vietnam’s Standbein sein? Guter Witz.

    Vietnam ist ein Großexporteur was Reis, seltenen Früchten, Kaffee(dank DDR-Kooperation) und Blumen angeht und in unzähligen japanischen Joint Ventures.

    Die einzigen Touristen die in Massen kommen sind Japaner und danach Russen, aber zu glauben davon könnte das Land leben ist irre und teilweise typisch für die Denke da unten ware nur irgendwelche Bananenrepubliken.

  77. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Fatima

    Bitte schreiben Sie nicht über den „Führungsanspruch von Hitler“, das ist das Niveau des Agitprop-Historikers Knopp.

    Eine Diskussion ist hier nicht möglich und in der „brd“ allemal schwierig. Vielleicht treffen wir einander einmal auf ein Bier, dann erzähle ich Ihnen den Witz vom Grafen Bobby und dem Grafen Rudi mit dem Globus („weiß das der Führer?“), der die Unterstellung der Weltherrschaftspläne Deutschlands bloßlegt.

  78. Dr. Gunther Kümel sagt:

    Nordkorea und dessen Regierung wissen ganz genau, wie viele A-Sprengköpfe und Trägersysteme aller Art (plus Zweitschlagskapazität) die USA haben, und sie wissen auch, daß weder Rußland noch China einen Angriff von NK auf Wen-auch-immer dulden würden.

    Zu unterstellen, Kim würde dennoch ernsthaft mit Angriff drohen, ist blutige Propaganda. Wieder einmal „ein Irrsinniger“, wieder einmal mit „Weltherrschaftsplänen“ ??

    Da muß doch gleich mal der gute Uncle Sam mit dem Big Stick nach dem Rechten sehen…!

    Ich vermute, NK will signalisieren, daß es für eine „Demokratisierung“ nach dem Modell Libyen, Irak, Afghanistan, Pakistan (usw.) nicht zur Verfügung steht: NK als Stolperstein für die Panzerknackerbande aus Washington.

    Und nebenbei hat NK keinen einzigen Lastwagen bewegt, die Kosten der Aktion sind also gering. Die USA haben dagegen hastig Flugzeuge, Schiffe, Truppen in hoher Zahl um die halbe Welt geschickt. Die USA sind schon pleite. Noch drei Reden von Kim und sie sind pleitissimo. Schon einmal wurde eine Supermacht durch Gerede („Krieg der Sterne“) totgerüstet, bis sie wirtschaftlich kollabierte.

    Daß die USA ihre Drohkulisse auch in SO-Asien steigern WOLLEN, glaube ich schon. Aber man kann daran zweifeln, daß sie dergleichen auch auf Dauer BEZAHLEN KÖNNEN, trotz aller Ausbeutung der Vasallen.

  79. schnehen sagt:

    Ich möchte zu Nord Korea nur kurz zwei Dinge hinzufügen, die mir spontan einfallen:

    1. Seit den achtziger oder neunziger Jahren gibt es dort eine Wirtschaftsreform. Man ist also dort nach dem Tod von Kim Il Sung von einem rigiden Planungssystem abgegangen. Man hat Sonderwirtschaftszonen für westliche und südkoreanische Firmen eingerichtet, besonders in der Zeit der ‚Sunshine-Ära‘, als Südkorea noch eine andere Führung besaß, die ernsthaft an guten Beziehungen interessiert war. Die heutige ist eine reine Marionette der USA. Diese Zonen, aber auch Joint Ventures wird man jetzt in NK wieder schließen, weil man erkannt hat, dass die USA und ihr südkoreanisches Marionettenregime gutnachbarliche Beziehungen und eine Annäherung zwischen den beiden Koreas nicht zulassen wollen, sondern nur an einer Eskalation der Spannungen interessiert sind, um ihre aggressiven Militärpolitik gegen NK und China fortzusetzen.

    Es ist eine Politik der Stärke etwa vergleichbar mit der PdS in der Adenauerära, als das Adenauerregime mit Staaten, die die DDR anerkannten, sofort die diplomatischen Beziehungen (Hallstein-Doktrin) wieder abbrach, um sie zu bestrafen und als die USA Atomwaffen in der BRD stationierten.

    2. Auf Press TV oder Russia Today, ich weiß es nicht mehr genau, kam Brian Becker von der US-amerikanischen ANSWER-Koalition zu Wort (einer US-Friedensgruppe) und berichtete von seinem Besuch in Nord Korea. Er war in Begleitung eines Südkoreaners, der Verwandte in Nord Korea besuchen wollte. Becker hatte einen positiven Eindruck von der Entwicklung des Landes. Zum Schluss seines Berichtes erwähnte er, dass sein südkoreanischer Begleiter gleich nach der Rückkehr in seinem Land große Schwierigkeiten wegen dieses Besuches bekam. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern an das, was ihm passiert war, aber es war nichts Positives.

    Man hatte ihn also bespitzelt und genau beobachtet. Hier zeigt sich einmal mehr, wer wirklich Entspannung und gutnachbarliche Beziehungen will: Es ist nicht das heutige südkoreanische Regime, es ist Nord Korea. Das muss man bei aller Kritik an dem Land einmal laut sagen.

    Aber wen interessieren schon solche Feinheiten…

  80. angelo petersen sagt:

    @alias

    Man weiss es nicht . Deswegen hatte ich ja gefragt .

    Sein Witz mit dem Plasmaball war Selbstironie.
    Ich finde das als Aufhänger Ihres Urteils, der Mann brauche eine Therapeuten, eher ungeeignet .
    aber meine Güte, ich wollte nicht zum Lanzenbrecher Fulfords werden.

  81. Gandalf sagt:

    @IronCandy

    Ihr Bild von Vietnam als Agrarstaat ist von gestern. Die Landwirtschaft erwirtschaftet mittlerweile nur noch etwa 15% des BIP.

  82. Gefängnis Planet sagt:

    DVRK-Nordkorea: Kriegspropaganda und Lügen von CIA-Springer-Presse „Die Welt“

    http://die-rote-pille.blogspot.de/2013/04/dvrk-nordkorea-propaganda-und.html

  83. Gefängnis Planet sagt:

    Korea-Konflikt: Wie das faschistische US-Regime seit 60 Jahren den Frieden verhindert

    http://die-rote-pille.blogspot.de/2013/04/korea-konflikt-wie-das-faschistische-us.html

  84. IronCandy sagt:

    @Gandalf

    als ob das BIP alles wäre.. natürlich gibt es etliche Joint Ventures die Samsung, Hyundai, Nokia usw. viel Kohle bringen aber die Mehrheit der Menschen lebt dort trotzdem noch vom Reisanbau was auch durch die Regierung gefördert wird mittels Landvergabe.

    Ich war nen Monat in Vietnam ich weis was ich gesehen habe sry.

  85. Jakobiner sagt:

    Lesetip einer Blamage: Denis Yücel in der „taz“ vergleicht die Kapitalismuskritik der Linken und von „Internetspinnern“ mit einem nordkoreanische Propagandavideo. Peinlicherweise stammt das nordkoreanische Propagandavideo aber gar nicht aus Nordkorea.O-Ton taz:

    „Nordkoreanische Propaganda
    Wir Linkskoreaner

    Ein Propagandavideo zeigt, wie Nordkorea die westliche Welt sieht. Das Ergebnis: Ungefähr so, wie viele Linke in aller Welt auch.““

    http://www.taz.de/Nordkoreanische-Propaganda/!114030/

  86. IronCandy sagt:

    Ein Beispiel dafür wie ZEIT, TAZ und andere pseudointerlektuelle Blätter die Propagandamaschinerie ankurbeln.

    Manchmal kann ich nicht verstehen wie führende Linke wie Petra Pau diese Zeitschrift lesen können ohne auszurasten und dann auf die junge Welt eindreschen weil da extreme Tendenzen und fehlendes Feingefühl auftreten.

  87. Jakobiner sagt:

    Neueste Meldung: Die USA sagen einen Raketentest ab, um zu deeskalieren. Gleichzeitig berichten die USA davon, dass ein nordkoreanischer „Raketentest“ kommen werde–das scheint man schon zu akzeptieren–klingt, als ob die wirklich deeskalieren wollen.

  88. Dr, Kümel: Auf ein Bier? Das wird schwierig in meinem Fall….hier ging es mir um den Führungsanspruch der Amis. Einen Hitlerfan macht aus mir aber keiner, auch wenn vielleicht das eine oder andere in der heutigen Geschichtsschreibung nicht ganz korrekt wiedergegeben wird. Auch Sie nicht, nichts für ungut.

  89. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Fatima: „Führungsanspruch, Weltherrschaft“

    Nun ja, wenn es mit dem Bier nichts wird, muß ich Ihnen den Witz doch hier erzählen.

    Bekommt der naive Graf Bobby zum ersten mal einen Globus und fragt seinen Freund Graf Rudi:

    „Du hast doch gesagt, auf dieser Kugel sind alle Länder der Erde? Dann ist doch bestimmt das Rote da, das um die ganze Kugel geht, Großdeutschland?“

    „Nein“, sagt Rudi, „das ist das Britische Empire!“

    „Ah! Dann ist das Grüne Großdeutschland? Ist ja auch richtig groß!“

    „Auch nicht!“, sagt Rudi, „Das ist Frankreich mit allen seinen Kolonien!“

    „So? Dann kann ja nur noch das Orange da Großdeutschland sein?“

    „Aber nein“, sagt Rudi, „das ist doch die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken! Und gelb sind die Vereinigten Staaten von N-Amerika eingezeichnet.“

    „Hmmm“ sagt Bobby nach langem Nachdenken. „Du, Rudi, wo ist denn dann Großdeutschland?“

    Da nimmt Graf Rudi einen spitzen Bleistift, rückt die Brille zurecht und zielt ein Pünktchen auf der nördlichen Halbkugel an: „Siehst Du, Bobby, da! da ist Großdeutschland!“

    Jetzt schweigt Graf Bobby. Dann fragt er leise: „Du? Weiß das der Führer?“

    Nun kann man ja mutmaßen, die deutsche Regierung (oder jene Nordkoreas) hätte damals eben auch noch nie einen Globus konsultiert. Aber sehr glaubwürdig ist eine solche Annahme nicht. Aus den Tatsachen alleine (da braucht es gar keine historischen Kenntnisse, und die sind ja auch schwierig zu erlangen!) kann man ableiten, wie wahrscheinlich es ist, daß Deutschland damals (oder N-Korea heute) einen „Weltführungsanspruch“ oder ein „Streben nach Weltherrschaft“ vertreten (haben).

    Ich habe keine Sorge, daß aus Ihnen gleich ein „Hitler-Fan“ wird, oder ein Befürworter des NK-Regimes, wenn Sie sich diese Tatsachen durch den Kopf gehen lassen.

  90. Jakobiner sagt:

    Zu IronCandy sagt:
    April 4, 2013 um 17:07

    „Permanente Militärübungen vor deren Haustür zieln doch gerade nur auf Eskalatio ab und dass die USA Kernwaffen gegen Nordkorea in Stellung bringen mittels Tarnkappenbomber ist auch nie in der Tagesschau zu hören.“

    Das Militärmanöver findet wie die nordkoreanischen Militärmanöver alljährlich einmal statt–auf beiden Seiten. Das ist ein Ritual und hat nichts mit Eskalation zu tun. Die USA brauchen gar keine Atomwaffen in Südkorea oder auf Stzealthbombern zu stationieren–ihre Atom- U-Bootflotte reicht da völlig–mit einer Treffgenauigkeit von 20 Metern.

    Zu Schnehen:
    „Sein Ausspruch:

    “Die Nato hat uns 60 Jahre Frieden und Freiheit garantiert”, sagt eigentlich schon alles. Auch das, was er zur IDF geschrieben hat, ist sehr bezeichnend, sehr pro Israel.“

    Da haben sie mal wieder schwarz-weiß nur die Hälfte von mir zitiert.Erstens: Dass ich gesagt habe, dass die NATO wie die Bundeswehr seit den 90er Jahren umgebaut wird und ich mit diesem Umbau und einem Teil der „Auslandseinsätze“(sprich: Kriege) Probleme habe.Zweitens bin ich ein Sympathisant der PLO und kritisiere Israel eben auch–aber ich gestehe ihm im Gegensatz zu vielen Antizionisten und Hamasbefürwortern auf dieser Seite sein Existenzrecht in den Grenzen vor 1967 zu.

  91. Jakobiner sagt:

    Zu Schnehen: Natürlich werde ich das Mullahregime nicht verteidigen–als säkularer Mensch schon gar nicht. Wie käme ich denn dazu–das überlasse ich solch antiimperialitsichen Betonköpfen wie Ihnen. Das bedeutet aber umgekehrt auch nicht, dass ich Schahanhänger bin oder für einen Krieg gegen den Iran. Da wäre ich der entschiedenste Gegner. Wohl hätte ich aber nichts dagegen, wenn eine demokratisch-säkulare Bewegung der Theokratendiktatur von innen her den Garaus macht. Bei ihnen gibt´s eben nur das übliche antiimperialistische Schwarz-Weiß.

  92. Eveline Kmietzyk sagt:

    Dr. Kümel
    Der Witz ist tiefsinnig gut.

  93. schnehen sagt:

    Hat Israel ein Existenzrecht?

    Kann ein Staat, der den Palästinensern weder ein Existenzrecht, noch einen Staat, noch das Leben in sicheren renzen, noch überhaupt eine sichere Existenz zubilligt, für sich selbst ein solches in Anspruch nehmen?

    Erst kürzlich sperrte dieser auf sein Existenzrecht pochende Staat zehn palästinensischen Ortschaften auf der West Bank das Wasser, das die Palästinenser in diesen Ortschaften nun per Tanklaster teuer ‚einführen‘ müssen, an zahllosen Checkpoints vorbei. Israel ist der einzige Staat auf der Welt, in dem das Oberste Gericht die Folter sanktioniert und legalisiert hat. Israel sperrt zehnjährige Kinder ein und foltert sie.

    Existenzrecht in welchen Grenzen denn?

    a. In den Grenzen, die das Teilungsabkommen vom November 1947 vorsah, das Jerusalem übrigens als ungeteilte Stadt unter internationale Kontrolle ansah, also 55% Land für die Juden, 45 % des Landes an die Palästinenser?

    b. In den neuen Grenzen nach dem Sieg über die arabischen Staaten im Jahre 1949?

    c. Oder in den Grenzen vor Israels Aggression im Juni 1967?

    d. in den neuen Grenzen jenseits der Apartheidsmauer, die Teile der besetzten West Bank direkt an Israel seit Beginn des Mauerbaus im Jahre 2002 annektiert?

    e. in Grenzen einschl. oder ausschl. der inzwischen von Israel annektierten und besiedelten syrischen Golanhöhen?

    f. in den Grenzen einschl. oder ausschließl. der von Israel besetzten südlibanesischen Gebiete, also der Sheba-Farmen?

    g. in den Grenzen von Groß-Israel, einschl. der West Bank und der Golan-Höhen?

    Kann ein Staat, der ständig palästinensisches Land enteignet und neue Kolonien bauen lässt, der kein internationales Recht einhält, der sich nur an die Teilungsresolution der UN vom November 1947 hält, aber sich über alle UN-Resolutionen, die auf eine Anerkennung eines palästinensischen Staates beziehen, wie Resolution 242, hinwegsetzt, der ständig expandiert und annektiert und andern Ländern, z.B. dem Iran, mit Krieg droht, für sich ein Existenzrecht in Anspruch nehmen?

    Kann ein Staat, der auf der gewaltsamen Enteignung und Vertreibung der Ureinwohner, der palästinensischen Bevölkerung beruht (1948 wurden 750.000 palästinensische Araber vertrieben, deren Nachfahren heute noch in Flüchtlingslager leben), für sich ein Existenzrecht beanspruchen, um seine Verbrechen sanktioniert zu bekommen?

    Die Antwort ist ein klares NEIN.

    Wer das Existenzrecht Israels anerkennt, erkennt das Vertreibungsunrecht an den Palästinensern an, erkennt deren gewaltsame Vertreibung an, erkennt die ‚Nakba‘ an, erkennt Israels Expansionsdrang an.

    Israel ist ein Unrechtsstaat, ein Apartheidsstaat schlimmer als das ehemalige weißrassistische Südafrika (Bischof Desmond Tutu). Dieser Staat, dieses zionistische Gewaltregime, muss verschwinden, damit Frieden im Nahen Osten eintreten kann.

    Zionismus und Frieden sind unvereinbar. Für Zionismus kann es kein Existenzrecht geben, wie es für das weißrassistische Apartheidsregime in Südafrika, zu dem Israel eine nukleare Zusammenarbeit unterhielt, kein Existenzrecht geben konnte.

    Wer für Israel ein Existenzrecht fordert, muss so konsequent sein und sagen: ‚Ich hätte auch für das weißrassistische Apartheidsregime ein Existenzrecht verlangt!‘

    Ein Existenzrecht kann nur ein Staat für sich in Anspruch nehmen, der andere Staaten, der internationales Recht respektiert. Da dies bei Israel nicht der Fall ist, kann es auch kein Existenzrecht für das zionistische Regime geben.

    Die Lösung:

    Ein einheitlicher demokratischer, antizionistischer Staat, der allen Menschen die gleichen Rechte zubilligt, unabhängig davon, ob es sich um Israelis oder Palästinenser handelt, ein Staat ohne Rassismus, Zionismus und Apartheid, der das Rückkehrrecht der Palästinenser anerkennt und sich für die Wiedergutmachung des Unrechts an den Palästinensern entscheidet.

  94. Mark sagt:

    „“Jakobiner sagt:
    April 7, 2013 um 10:01
    Lesetip einer Blamage:

    Denis Yücel in der “taz” vergleicht die Kapitalismuskritik der Linken und von “Internetspinnern” mit einem nordkoreanische Propagandavideo. Peinlicherweise stammt das nordkoreanische Propagandavideo aber gar nicht aus Nordkorea.““

    Ich hoffe einigen, die den Artikel gelesen haben, ist aufgefallen, wohin der Link führt, den die TAZ unter das Wort „Internetspinner“ gelegt hat. Ja, JEDER hier darf sich angesprochen fühlen.

    Da fällt mir grad ein:

    @Jürgen Elsässer,

    in der Ausgabe 03/13 im Artikel „Jagdszenen an der Spree“ erwähnen Sie eben jenen Herrn Yücel wie folgt:
    „….wenn… ein derart hartgesottener Deutschenfeind wie Deniz Yücel… selbst gegen die Verharmlosung von Ausländerkriminalität Stellung nimmt.“

    Mir scheint, der Mann hat den Compact-Artikel gelesen und sich jetzt ein wenig revanchiert.
    Könnte ich da richtig liegen?

  95. Mark sagt: April 8, 2013 um 22:47

    Ich hoffe einigen, die den Artikel gelesen haben, ist aufgefallen, wohin der Link führt, den die TAZ unter das Wort “Internetspinner” gelegt hat. Ja, JEDER hier darf sich angesprochen fühlen.

    Ja, und mit Stolz und Befriedigung festhalten, daß der Internet-Spin den Spin-Doctores aus dem Ruder läuft und sich zwar regelgeleitet aber normverletzend vollzieht.

  96. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Jakobiner: „antiimperialistisch“ = „BÖSE“ ??

    Sie formulieren:

    „…antiimperialistische Betonköpfe…“

    Ist also jeder ein Betonkopf und ein bißchen blöde, der sich gegen den Imperialismus wendet?

    Oder wie kommen Sie zu dieser Formel?

  97. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Jakobiner: PRO oder KONTRA Israel?

    „…kritisiere Israel eben „auch“…“

    Es ist ein bißchen widersprüchlich, wenn Sie sagen, Sie träten für die PLO und gegen Israel ein, aber zugleich die Grenzen von 1967 fordern.

    Genau das wird der vorderasiatische Raubstaat NIEMALS akzeptieren. Das Ziel dieser imperialistischen Macht ist „Eretz Israel“, das heißt, die (bislang undefinierten) Grenzen liegen dort, wo der „tollwütige Hund“ (so Moshe Dajan) eben hingelangen kann, durch Mord. Krieg, Vertreibung, Unterdrückung.

    Man kann also nicht Israel „ein klein wenig“ kritisieren.
    Wer das tägliche, verbrecherische Verhalten dieses Gebildes nicht an den Pranger stellt, der KRITISIERT ISRAEL ÜBERHAUPT NICHT!

    Es ist klar, daß Israel in Palästina überhaupt kein Existenzrecht hat, wenn man die Angelegenheit nach dem Völkerrecht betrachtet. Aber in der Weltpolitik geht es eben nicht nach dem Völkerrecht. Kann man etwa daran sehen, daß Polen, Litauer und Russen in Ostpreußen wohnen, übrigens ebenso lang, wie Khasaren im semitischen Palästina. Aber was soll man schon mit den in Palästina hausenden Menschen tun? Man kann sie schlecht nach Birobidjan evakuieren, und im „Medinat Thüringen“ sind sie auch nicht willkommen. Also ist die Forderung nach den Grenzen von 1967 schon ein mögliches Kompromiß zwischen Recht und Realität.

    Angesichts des grenzenlos imperialistischen Vorgehens des Zionismus ist die Formel vom „Existenzrecht“ ein Euphemismus für das Eingehen auf die Praxis der Unterdrücker.

  98. Jakobiner sagt:

    Zu Schnehen:
    „Existenzrecht in welchen Grenzen denn?“ Wie ich sagte: Israel in den Grenzen vor dem 1967er Krieg.
    Wenn man ewig auf der Nakba rumreitet, wird man nie zu einem Kompromiss kommen. Hätte die Deutschland ewig auf dem Unrecht, das die Heimatvertriebenen erlitten haben, herumgeritten, dürfte man auch heute nicht Polen, Tschechien, die Slowakei,etc. völkerrechtlich anerkennen.
    Das haben wir aber auch gemacht und es ist auch gut so.
    Seitdem haben wir Frieden in Europa.

  99. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Schnehen: „Existenzrecht“

    Sie haben in jedem einzelnen Punkt recht.
    Nur eine Kleinigkeit: Niemals hat die UNO die Errichtung Israels gebilligt! Es gab einen TEILUNGSPLAN, der durch die Vollversammlung gebilligt wurde. Also einen VORSCHLAG, wie man das Problem vielleicht würde lösen können, daß eine Menge Immigranten gegen den erklärten Willen der Einheimischen in das Mandatsgebiet gekommen waren.

    Selbstverständlich war die UNO-Vollversammlung KEINESWEGS befugt, ein Land an Immigranten zu verschenken. Die Enteignung des Landes war in jedem Falle rechtswidrig, sie widersprach eklatant allen Grundsätzen und Verträgen des Völkerrechts, etwa der Atlantic Charta oder der Haager Landkriegsordnung. Aber ZUMINDEST hätte der VORSCHLAG der Vollversammlung im SICHERHEITSRAT behandelt werden müssen. Der hätte allenfalls entscheiden können, daß die Bewohner Palästinas (Einheimische und „Siedler“) über diesen Vorschlag abstimmen sollten.

    Die Abstimmung der Vollversammlung war dagegen völlig irrelevant.

    Nun gut, die rechtlichen Fragen hätten wir geklärt: es gibt ÜBERHAUPT kein Existenz-„Recht“, wenn „Recht“ denn auch nur irgendwas bedeuten soll. Die Israelis haben ebensowenig „Recht“ auf Palästina wie die Polen auf Danzig, Stettin, Breslau.

    Aber welche reale Option gibt es zur Durchsetzung des Rechts in Palästina?

    Befürworten Sie die Evakuierung nach Birobidjan? Oder die Einreise in das „Medinat Weimar“? Oder die Auflösung des Staates Israel, und jeder Immigrant wird dorthin ausgewiesen, woher er, seine Eltern oder seine Gr0ßeltern gekommen sind?

    Ich vermute, daß Sie das Kompromiß der Einstaatenlösung befürworten, ein friedlicher, demokratischer Staat in den Grenzen von (sagen wir) 1967 für Israelis und Einheimische, in dem streng jede Diskriminierung unmöglich gemacht wird. Dann müßten allerdings (meine ich) die Siedler im Westjordanland weichen, die Alt-Flüchtlinge bekämen das Recht, in einen der beiden Staaten zu übersiedeln.

  100. schnehen sagt:

    @Dr. Kümel

    Sie haben recht, was die UN-Vollversammlungsresolution vom November 1967 angeht. Es ist auch interessant, wie diese eigentlich unverbindliche Resolution zustande gekommen ist, nämlich durch die Korrumpierung gleich einer ganzen Serie von Staaten, die zunächst ablehnen wollten, darunter Costa Rica oder die Philippinen. Die Zustimmung zu der Teilungsresolution basierte nur auf dem Ja von 33 Staaten.

    Der Antizionist Alfred M. Lilienthal beschreibt die Vorgänge in ‚The Zionist Connection II‘. Man arbeitete mit politischer Erpressung und Geld.

    Und sogar der damalige Präsident Harry Truman wurde bestochen: Er erhielt von Abraham Feinberg, einem jüdischen Megareichen einen Koffer mit Geld und dem Versprechen, wenn er zur Staatsgründung Israel ja sagen würde, dann würde er die Wahlkampfunterstützung, verborgen in jenem Koffer erhalten, und da Truman 1948 in den Umfragen klar hinten lag, konnte er das Geld gut gebrauchen. Er war dann der erste, der Israel am 14. Mai 1948 anerkannte und gewann die im gleichen Jahr stattfinden Wahlen.

    Feinberg, nach den am 3. März 2011 freigegebenen Dokumenten, sagte:

    ‚Ich gab Truman, was er brauchte – Wahlkampfgelder.‘

    Feinberg war ein israelischer Spion, so das FBI 1952. Er stand an der Spitze einer aus 70 Leuten bestehenden israelischen Spionagegruppe, die in den USA aktiv war.
    (Angaben nach Texe Marrs).

    So ist die Anerkennung Israels durch die USA, die führende Politiker wie z. B. Marshall, der damalige Außenminister strikt ablehnten, entstanden.

    Dieser Staat ist illegitim und ein solcher Staat besitzt nicht nur moralisch kein Existenzrecht (Vertreibung und Enteignung von 750.000 Palästinensern), sondern auch juristisch nicht.

    Die Vertreibung der Palästinenser geht bis heute weiter, denn Israel erkennt keine festen Grenzen an und bricht alle mit ihm abgeschlossenen Verträge. Deshalb kann es keinen Frieden mit Israel geben. Frieden wird und kann es nur geben, wenn das zionistische Regime beseitigt ist wie der Fall des weißrassistischen Regimes in Südafrika damals die Voraussetzung für die Einkehr von Frieden in Südafrika war.

  101. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Schnehen: „Permanenter illegaler Kampf gegen die Einheimischen“

    In welcher Weise der Kampf gegen die Palästinenser täglich und stündlich weitergeht (neben Mord und Totschlag), das beschreibt der kenntnisreiche christliche, antizionistische Israeli Roy Tov aus seinem Exil in Bolivien: http://www.roitov.com/articles/alfeimenashe.htm

  102. schnehen sagt:

    @Dr. Kümel

    Danke für den Tipp. Er hat ein Buch geschrieben, ‚The Cross of Bethlehem‘. Tov wurde von einem Kill-Team überfallen und trägt bis heute eine schweres Handicap davon; kann kaum noch sprechen.

    Etwas Ähnliches passierte Christopher Bollyn, der Tov interviewte und der ein bemerkenswertes Buch über 9/11 schrieb: ‚Solving 9/11. The Deception That Changed The World‘. Bollyn war gerade von einem Interview bei einer israelischen Firma, die in 9/11 verwickelt sein soll, zurückgekommen, als er von einem Agententeam in Zivil entführt wurde. Er floh dann nach Europa.

    Hier bei uns stören sie nur Veranstaltungen oder lassen Redner aussperren. Dort in den USA und in Israel gehen sie mit Whistleblowern härter zur Sache, bis hin zum Berufsverbot oder gar zum Mord an antizionistischen Aufklärern, seien sie nun Juden oder Nicht-Juden.

    …und die Linke mobilisiert gegen ‚Neonazis’…

    Deshalb sprach ich von der verschaukelten Linken. Sie sehen den wahren Gegner nicht mehr. Je mehr sie sich auf ‚Nazis‘ fixieren, umso stärker werden die Zionisten in ihren eigenen Reihen – die fünfte Kolonne, die dann eines Tages den ganzen Laden übernimmt, was bei der Linken inzwischen eingetreten ist.

  103. Atheist sagt:

    @Katzenvater:
    Die ‚junge Welt‘ befasst sich sehr wohl mit dem derzeitigen Konflikt um Nordkorea. Und zwar ganz deutlich auf Seiten von Nordkorea! http://www.jungewelt.de/2013/04-11/042.php Und nicht nur gemäß der Formel: „Der Feind meiners Feindes ist mein Freund“!

  104. Eveline Kmietzyk sagt:

    Ist aus der Astro Zeitung, aber viele Infos,
    1.Teil Von Claude Weiss vom 11.04.13

    Die Hoffnungen, dass mit dem neuen koreanischen Führer Kim Jong Un, der Ende 2011 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters übernahm, eine Phase der Entspannung anbricht, sind rasch verflogen. Kims Ankündigungen der letzten Monate sind sogar für nordkoreanische Massstäbe in ihrer Aggressivität einzigartig. Nach Sanktionen der Uno im Anschluss an den dritten Nukleartest des Landes im Februar, wurden den USA Raketenangriffe mit Nuklearwaffen gegen deren Städte auf dem Festland und deren Militärbasen in Hawai und Guan angekündigt. Gleichzeitig erklärte Kim, dass sich Nordkorea mit Südkorea im Kriegszustand befinde und ein nach 2007 stillgelegter Reaktor zur Produktion von Plutonium wieder in Betrieb genommen würde. Der letzte Streich von Ende letzter Woche betraf die Aussperrung von südkoreanischen Mitarbeitern eines gemeinsamen, kommerziellen Projektes im Süden des Landes, womit Kim signalisierte, dass er in Zukunft an keinerlei Zusammenarbeit interessiert ist. Schliesslich wurden ebenfalls Ende letzter Woche ausländische Botschaften angewiesen, ihr Personal von Pjöngjang abzuziehen, da nach dem 10. April Nordkorea deren Sicherheit im Konfliktfall nicht mehr garantieren könne. Die Spannungen zwischen Nordkorea sowie Südkorea und die USA befinden sich damit auf dem schlimmsten Stand seit 1994, als Nordkorea und die USA knapp an einem Krieg vorbeischrammten (als die Spannung im Juni 1994 einen Höhepunkt erreichte, wurde die Bevölkerung Südkoreas auf eine denkbare Invasion von Seiten Nordkoreas vorbereitet). Damals fand wie dieses Jahr mit einem Mondknotentransit im Bereich von 15 – 25 Grad Skorpion am 10. Mai eine Sonnenfinsternis auf 20 Grad Stier (Fig. 1), und am 25. Mai eine Mondfinsternis auf 4 Grad Zwillinge/Schütze statt und diese Parallele gilt auch für den 3. November, der 1994 und 2013 von einer Sonnenfinsternis auf 11 Grad Skorpion begleitet ist.

  105. Eveline Kmietzyk sagt:

    2. Teil

    Parallelen zwischen 1994 und 2013

    Die damalige Spannung löste sich nach einer inoffiziellen Mission des amerikanischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter in Nordkorea mit dem Abschluss einer in Genf unterschriebenen Vereinbarung vom 21. Oktober 1994, gemäss welcher die Produktion von Plutonium im Reaktor von Yongbyon eingestellt und dies regelmässig kontrolliert wird, und die USA sich dafür zur Finanzierung von Reaktoren verpflichten, die kein Plutonium erzeugen. Das Horoskop für diese Vereinbarung ist aufgrund fehlender Uhrzeit in Fig. 2 für 12 Uhr Mittag ohne Häuser eingezeichnet.

    Diesem Horoskop ging – eine Zeit grösster Spannungen voraus, als am 1. Juni 1994 Nordkorea eine Trägerrakete testete und am 13. Juni aus der internationalen Atomenergieagentur austrat – symbolisiert durch die in Fig. 1 für Pjöngjang aufgezeichnete Sonnenfinsternis vom 10. Mai.

    Unschwer erkennt man folgenden Ablauf: Das bedrohliche Atompotenzial von Nordkorea tritt unter einer Sonnenfinsternis Opposition Pluto in Erscheinung, eine Konstellation, die an die Symbolik der Atomexplosion von Tschernobyl erinnert, welche mit Pluto damals auf 6 Grad Skorpion zwei Tage nach einer Mondfinsternis auf 4 Grad Stier/Skorpion und damit in Konjunktion mit Pluto stattfand. Die Entsprechung zwischen 1994 und 2013 überzeugt umso mehr, als es auch 1994 vor der Sonnenfinsternis vom 10. Mai am 25. April zu einem Vollmond auf 5 Grad Stier/Skorpion kam und Ähnliches nun auch 2013 geschieht, worauf wir später zu sprechen kommen.

    Der damalige Konflikt fand seine glückliche – wenn auch vorläufige – Auflösung im Vertragswerk vom 21. Oktober, als Mond und Lilith am absteigenden Mondknoten in Opposition zur rückläufigen Venus und zum Jupiter (Fig. 2) den Bereich von 18 – 22 Grad Stier erreichten.

    Zwischen den beiden Ereignissen des Jahres 1994 fand aber – ähnlich wie dies in Nordkorea vor kurzem erneut geschehen ist – ein Führungswechsel statt. Spitzte sich der Konflikt noch unter dem Gründer des nordkoreanischen Staates Kim Il Sung (Fig. 3) zu, der symbolträchtig am 15. 4. 1912, am Tag des Untergangs der Titanic, geboren wurde, so überlebte dieser die Sonnenfinsternis vom 10. Mai 1994 (Fig. 1) auf dem Saturn seines Geburtshoroskops physisch lediglich um knapp zwei Monate. Er starb am 8. Juli 1994, wobei er – eine der vielen nordkoreanischen Absurditäten – de jure weiterhin als „ewiger Präsident“ des Landes gilt: Ein gutes Beispiel für die Doppelnatur des Saturn, einerseits physischer Tod, andererseits Unsterblichkeit. Ihm folgte sein Sohn, Kim Jong Il (Fig. 4), der mit der gleichen Saturnstellung ausgestattet (allerdings in Konjunktion mit Mars und Uranus) das Pokerspiel seines Vaters durch Verhandlungsbereitschaft zum Vorteil beider Seiten erfolgreich zum Abschluss führte.

  106. 006 sagt:

    Als ich meinen ersten Kommentar zur Koreakrise schrieb, wusste ich … so gut wie nichts. Und zwar sowohl über Nord- wie über Südkorea (außer den entsetzlichen Hundeschlachtereien, die für sich genommen mir schon ausreichend sind den Kauf koreanischer Waren zu vermeiden, wo ich mir darüber bewusst bin, dass es sich um solche handelt). In den Tagen danach stolperte ich dann aber, so ein Zufall aber auch, über noch einige interessante Infos zum Thema ‚Korea’, die ich hier noch nachtragen möchte.

    Zunächst fand ich in einem Artikel bei ‚eigentümlich frei’, der sich eigentlich mit etwas ganz anderem als ‚Korea’ beschäftigte, diese Passage, die darauf hinweist, dass es doch eine US-Strategie gegeben haben könnte, die zur Auslösung des Korea-Krieges führte:

    Amerikas erster Verteidigungsminister, James Forrestal, drohte gegen Ende der 40-er Jahre des letzten Jahrhunderts damit, die von ihm gesammelten mehr als 3.000 Seiten mit Notizen über die „wahren Absichten“ seiner Vorgesetzten zu einem Buch zu binden. Präsident Truman bat daraufhin um seinen Rücktritt – offiziell natürlich aus anderen Gründen als der angekündigten Veröffentlichung –, eine Bitte, der Forrestal am 2. März 1949 nachkam. Weitere zwei Monate später begab sich Forrestal, ebenfalls auf Anordnung Trumans, in das Bethesda Naval Hospital für eine „Routineuntersuchung“. Der verantwortliche Arzt teilte seinem Bruder mit, es gehe James gut, allerdings durften sich die beiden nicht sehen – das Besuchsrecht wurde strikt verweigert. Am Tag, als sein Bruder ihn aus dem Krankenhaus abholen wollte, fand man James Forrestal tot – mit einer Schlinge um den Hals. Offiziell wurde behauptet, er sei zu dieser Zeit bereits wahnsinnig geworden und habe Selbstmord begangen. Seltsamerweise schien Forrestal aber immerhin noch klar genug denken zu können, um den Koreakrieg vorherzusagen, teilte er doch einem Freund kurz vor seiner Einweisung ins Krankenhaus mit, dass schon in naher Zukunft amerikanische Soldaten in Korea sterben würden. Er sagte dies 15 Monate vor dem „Überraschungsangriff“ Nordkoreas auf den Süden. Die Notizen und Tagebücher Forrestals wurden nach seinem Tod von der Regierung beschlagnahmt; etwas mehr als ein Jahr später wurden sie in „bereinigter“ Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine der wesentlichen politischen Kräfte hinter dem Vietnam- und Koreakrieg: das CFR

    Der Link dazu:

    http://www.ef-magazin.de/2013/03/26/4123-die-faz-ueber-eberhard-hamer-gepfeffertes-geschichtsgraffiti-fuer-studienabbrecher

    Als nächstes noch diesen interessanten Link:

    http://www.hintergrund.de/201304032517/politik/welt/saebelrasseln-in-korea.html

    Und schließlich noch ein Interview mit Christofph Hörstel auf KenFM zum Korea-Thema:

    http://julius-hensel.com/2013/04/nordkorea-christoph-horstel-auf-kenfm/

    Ich weiß jetzt zwar immer noch so gut wie nichts über Korea, aber diese Infos schienen mir wert nachgetragen zu werden.

  107. juergenelsaesser sagt:

    006: Mehr zu Korea in der Mai-Ausgabe von COMPACT-Magazin!🙂

  108. 006 sagt:

    # Elsässer

    Danke für den Hinweis – wird sicher ausgesprochen … interessant!

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