Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

100 Besucher bei COMPACT-Veranstaltung im Leipzig Marriott

Hankel2Großer Zuspruch für COMPACT auf der Buchmesse. Die neuen Thesen von Prof. Hankel

COMPACT ist dieses Jahr erstmals auf der Buchmesse Leipzig, das Interesse ist groß. Am besten war am gestrigen Abend die Veranstaltung mit Prof. Wilhelm Hankel zum Thema „Wege aus der Eurofalle“. 100 Besucher drängelten sich in den viel zu kleinen Saal im Marriott-Hotel – damit war die erste COMPACT-Veranstaltung in der Stadt Leipzig ein Bombenerfolg!

Hankel zog das Publikum in seinen Bann – das kann er, das macht er immer so. Aber gestern nutzte er die Veranstaltung, um zusätzlich einige Thesen vozutragen, die man bisher noch nie von ihm gehört hat: Er will die Euro-Bombe nicht so entschärfen, wie er es bisher immer vorgetragen hat, durch eine kurzfristige Rückkehr zur D-Mark und zu den anderen nationalen Währungen. Stattdessen skizzierte er eine elaborierte Doppelstruktur: Die nationalen Währungen sollen wieder eingeführt, aber der Euro dennoch beibehalten werden. Jeder Bürger hätte also zweierlei Scheine im Geldbeutel: Euro und D-Mark in Deutschland, Euro und Drachme bspw. in Griechenland.  Die eigene Währung könnten die Länder flexibel auf- oder abwerten, der Euro bliebe – so wie früher das Gold – die supranationale Parallel- und Ankerwährung in ganz Europa. Diesem System könnten sich auch bisherige Nicht-Euro-Länder wie die Schweiz oder Russland anschließen, weil sie Franken bzw. Rubel nicht aufgeben müssten. „Europa würde dadurch einheitlicher, stärker.“

Zu diesen Thesen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, auf hohem Niveau. Sowohl unsere Mitveranstalter von den „Zeit-Fragen“, wie auch aus dem Publikum und auch von meiner Wenigkeit kamen Fragen und Einwände. Offen gestanden: Mir waren die „alten“ Thesen Hankels näher…

Hankel selbst sieht seinen Vorstoß auch als Versuch, die eurokratische Klasse zu einer Kompromisslösung zu verführen. „Gehen Sie auf meinen Vorschlag ein, müssen sie den Euro nicht abschaffen oder aussteigen. Das würden Herr Schäuble und Frau Merkel ohnedies niemals tun. Meine Lösung ermöglicht also einen sanften Übergang in ein besseres Währungssystem.“

Sicherlich wird es zu diesen Thesen noch weitere Diskussionen geben. In COMPACT 5/2013 werden wir dazu einen längeren Auszug von der gestrigen Veranstaltung veröffentlichen. Am besten COMPACT gleich abonnieren – so verpassen Sie nichts. Hier geht’s zum Abo.

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22 Responses

  1. Marxist sagt:

    Interessantes Modell.
    Wobei man sagen muß, daß die Idee deutliche Anleihen beim Modell der britischen Konservativen nimmt, die versuchten Maastricht zu entschärfen und deshalb folgendes vorschlugen: Eine harte, inflationsresistente Parallelwährung für die ganze EU, bei gleichzeitiger Beibehaltung aller nationalen Währungen. Geplant war, daß vor allem Reisende und die Wirtschaft von der Währung gebrauch machen, die Bürger im Inland sollten vorzugsweise weiter die eigene Währung nutzen.

    Leider konnten sie sich in Maastricht nicht durchsetzen, denn die Politik des deutschen und französischen Imperialismus war die Abschaffung der nationalen Währungen.

  2. saito sagt:

    Die deutschen Exporteure klagten über die Abwerterei der Weichwährungen. Monatelang mußten sie auf die Bezahlung warten und inzwischen wurde die Währung auch noch abgewertet. Den Ärger und das Risiko wollte man loswerden. €uro und Target II waren die Lösung.
    Die unbezahlten Target II – Forderungen gehen dann einfach zu Lasten der deutschen Steuerzahler. So sind die deutschen Exporteure fein raus, während der deutsche Steuerzahler der Dumme ist.
    Wir verschenken „unsere Exporte“ quasi und das wollen weder die deutsche Exporteure, noch deren südeuropäische „Kunden“ andern.

    mit freundlichen Grüßen

  3. “Gehen Sie auf meinen Vorschlag ein, müssen sie den Euro nicht abschaffen oder aussteigen. Das würden Herr Schäuble und Frau Merkel ohnedies niemals tun. Meine Lösung ermöglicht also einen sanften Übergang in ein besseres Währungssystem.”

    Und es läßt den Puppen ihr Gesicht. Sehr klug!

  4. schnehen sagt:

    Hankel hätte wie JE richtig sagt, bei seinem alten Modell bleiben sollen. Man kann die politische Klasse und ihren finanzkapitalistischen Unterbau, der als einzige Klasse von der Einführung des Euro profitiert hat, nicht zu einer Zwischenlösung oder zu einer ’sanften Landung‘ verführen. Das ist eine Illusion, und wir brauchen heute keine Illusionen, sondern Fakten und nackte Wahrheiten. Und zu diesen Fakten und Wahrheiten gehört, dass man die alte Währung nur wieder bekommt durch eine mächtige, alle Schichten umfassende Volksbewegung gegen die parasitäre schmale Klasse der Neofeudalisten, sprich der Banker und den mit ihnen eng verbündeten Großkapitalisten, die sich die politische Klasse in unserem Land dienstbar gemacht haben.

    Und dieses Pack muss enteignet werden! Das muss gesagt werden. Um diese Erkenntnis darf man sich nicht herumdrücken. Ohne dass man diesen Parasiten und Finanzterroristen die Machtmittel ihrer Bereicherung nimmt, kann es keinen gesellschaftlichen Fortschritt für die Masse geben. Es ist eine Frage‘ wer gegen wen‘. Die großen Finanzinstitute und mit ihnen ihre Medien müssen verstaatlicht werden!

    Weil die Einführung des Euro eine politische Entscheidung (der Rockefeller & Co) war, die Europa nach dem Kriege aufgezwungen wurde, kann diese Einführung auch nur auf politischem Wege, durch die Veränderung des politischen Kräfteverhältnisses wieder rückgängig gemacht werden. Wie man so etwas macht, zeigen die lateinamerikanischen Länder, die von einer neoliberalen Politik abrückten und die Schuldenkrise mit Unterstützung des Volkes gelöst haben, auch wenn sie es insofern leichter hatten, als ihnen ihre alte Währung erhalten geblieben ist. Blicken wir nach Venezuela oder nach Argentinien. Lernen wir von Nestor und Christina Kirchner und von Hugo Chavez!

    Also: Sie kann nur auf dem Wege eines erbitterten Klassenkampfes von unten wieder korrigiert werden, und Hand in Hand damit müssen andere Entscheidungen getroffen werden. Die Wiedereinführung der DM darf keine isolierte Maßnahme bleiben. Andere Maßnahme müssen folgen: Darunter die Verhaftung und Bestrafung der für die Krise verantwortlichen Bankster. Diese Leute müssen wie Chodorkowski hinter Gitter. Also: von Putin lernen!

    Dazu bedarf es der Mobilisierung breitester Massen durch eine im Volk fest verankerte Organisation, aber nicht durch einen teilweise islamophoben Professorenverein, der jeden Tag neue Konzepte aus der Tasche zaubert, die kein normaler Mensch nachvollziehen kann.

    Wir brauchen ein klare Linie, ein klares, kompromissloses Ja zur DM, aber keine Verführungsversuche und schon gar nicht irgendwelche Nord-Süd-Euro-Gedankenspiele, die vielleicht in den Köpfen von Professoren, aber nicht in den Herzen der einfachen Menschen einen Resonanzboden finden. Nur wenn wir eine solche klare Linie entwickeln, wird es eine Massenbewegung geben. Alles andere wird verpuffen.

    Dass die Veranstaltung so gut besucht war, zeigt, wie sehr dieses Thema den Menschen auf den Nägeln brennt und dass sie verzweifelt nach Antworten suchen. Es wäre Hankels Aufgabe gewesen, diese Antworten zu geben, statt wieder neue Gedankenspiele zu entwickeln.

  5. „Leider konnten sie sich in Maastricht nicht durchsetzen“?
    Bist Du Reisender? Wirtschaftender? Seht Ihr nicht, dass das auf eine Assiwährung fürs Volk und eine Suprawährung, für das unerreichbar, hinausläft?

    Der offizielle Tauschkurs D-Mark – Ost-Mark war 1:1, der Schwarztauschkurs 1:10 (bis 1:20 – je nach Region(!!))

  6. Paul Singles UK sagt:

    I agree with „Marxist“: it’s much of the old Tory-position Mr. Hankel’s proposition is based upon. But that’s history. And Hankel still is quite courageous. The financial oligarchies in the US, and their german followers or mercenaries, may soon identfy their new enemy. So far he (and his other opponents of ESM and the other witchcraft) have been looked upon as isolated academics without a real impact on public opinion. That is going to change.

    The more subtle new position of Mr. Hankel (compared to his tougher one) may well have to do with aspirations of a new party (still to be founded): Alternative fuer Deutschland. Their speakers, (as far as I know) mostly academics, get some more and better media attention than any anti-EURO movement in Germany before. They hope to reach some 6 or 7 percent in september’s general elections. Which may not be an illusion when we look at the success by not to well managed Stronach party in Austria’s recent provincial elections. German popular resentment against the EURO and the procedures taken to make it survive, is not far from that in Austria (or Italy).

    Although my personal preference (like JE’s) is with former positions of Mr Hankel, I admit that under the auspices of some sort of compromise AFTER the general elections in september, his new concept may well pull people like Schaeffler (of liberal party) or some from CDU into kind of a policy reshuffle when a chancellor has be elected.

  7. Paul Singles UK sagt:

    Repair of last sentence: ….when a chancellor has to be elected. Sorry for my mistake.

  8. @ schnehen am März 16, 2013 um 17:40

    Es ist zwar richtig und prinzipiell eine gute Strategie, das Unmögliche zu verlangen, damit das Mögliche wirklich werden kann aber in diesem Fall dürfte sie imho nicht greifen.

    Hankel ist ein schlauer und politisch erfahrener Fuchs. Er weiß als Volkswirt natürlich, was mit dem Euro passiert, wenn es eine werthaltige Parallel-Währung gibt. (Jeder Volkswirt weiß das.) Und genau darauf setzt er! Und er macht es sehr geschickt: Er macht einen kleinen Riß in den Damm, der dann bei der nächsten Sturmflut brechen muß – wie selbstverständlich.

    So sieht intelligente Politik aus, die den Mächtigen auf eine elegante Art und Weise die Macht nimmt! So, daß sie sich nicht einmal dagegen wehren können, weil es gleichsam Naturgewalten sind, die da über sie hereinbrechen.

    Henkel for Chancellor of the Free Republic of Germany!
    Gandalf for President!

  9. „Henkel“ ist kein Freud’scher. Sollte geistreich sein. Mal wieder in die Hose gegangen😦 Na ja, vielleicht lern‘ ich’s noch. Obwohl man Geist und Mutterwitz nicht lernen kann…

  10. Dr. Gunther Kümel sagt:

    Ich bin skeptisch bezüglich dieser Idee von den Parallelwährungen. Dennoch ist der Vorschlag ausgezeichnet! Denn er scheint mir geeignet, den Kreis der Euroskeptiker zu erweitern. Es ist eine Kompromißlösung und von daher sympathisch.

    Die Leute, die vor einer radikaleren Lösung (die NOTWENDIG wäre!!) zurückschrecken, werden umschwenken und sagen: „Ja, das könnten „sie“ doch wenigstens tun!“

  11. Das Thema Euro macht noch allein kein Programm. Es muß schon mehr sein und da geraten dann sehr schnell neue Parteien in das Schußfeld des gesamten politischen Milieus. Die Bundestagsparteien haben ihre Pfründe zu verteidigen. Ihre Lieblingswaffe ist immer wieder die Nazikeule, wenn damit gedroht wird, versteckt sich dann jeder hinter dem Busch; das Ausgrenzen, Abgrenzen und Eingrenzen findet statt, und schon ist man erledigt. Das geht ja soweit, daß die CSU in Bayern sich nicht zuschade ist, sich dabei sogar bei der SED Nachfolgegruppe unterzuhaken, denn der Zweck heiligt immer die Mittel, meinen diese Berufspolitiker (weil die meistens sonst nichts anderes können). Der Erfolg der Grillo-Bewegung in Italien, FN in Frankreich oder als populistisch verleumdete Parteien in anderen EU-Länder liegt darin begründet, daß die wirklich bewegende Probleme ohne Angst benennen. Wobei die 5 Sterne Bewegung in Italien besonders rigoros ist! Wer die 40 % Nichtwähler ansprechen will, muß auch diese politische Tonlage treffen.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/15/grillo-ein-virus-der-uber-die-alpen-schwappen-konnte/

    Hankel und andere dürfen sich auf das Spiel des Aus- und Eingrenzens keinesfalls einlassen. Auch Themen, wie sie im COMPACT genannt werden, gehören dazu.

  12. Detlev Wulf sagt:

    Das finde ich absolut super! Beide Währungen parallel. Das ist genau die Idee (*) die ich auch seit einem Jahr hatte und ich freue mich, daß ich damit sozusagen von höchster Stelle bestätigt werde. Ich habe gestern meinen Beitritt zur Alternative für Deutschland erklärt und schlage vor, die Bundestagswahl zur Abstimmung über den Euro (bzw. im obigen Sinne über die DM) zu machen.

    Mit der Einführung des Euro (der inzwischen weniger wert ist als die DM) sind all unsere Löhne, Gehälter, Honorare, Renten und Ersparnisse halbiert worden. Es ist einfach eine Frage der Intelligenz, die Parteien nicht wieder zu wählen, die uns das alles angetan haben.

    (*) Das wäre übrigens zunächst der Zustand, wie wir ihn auch bei der Einführung des Euro gehabt haben, da gab es ja auch beide Währungen parallel. Die Schweizer haben den Franken an den Euro gekoppelt (ob das nun wirklich clever war?!!) aber sie haben den Franken behalten. Und das war in jedem Fall klug, denn diese Koppelung können sie natürlich jederzeit auch wieder aufgeben.

    Genau könnten wir zunächst die DM (zum alten Wechselkurs oder wie auch immer) wieder einführen und dann den Wechselkurs den Realitäten anpassen. So hätte man das (das hatte ich damals schon vorgeschlagen) übrigens m.E. auch mit der DDR-Mark machen sollen. Am Bahnhof Zoo und beim Toilettenmann in Ostberlin konnte man DM zu DDR-Mark 1:10 umtauschen, an der Grenze (oder sonst überall in der DDR) zum offiziellen Kurs 1 : 1 – was beides gleichermaßen irreal war. Der reale Wechselkurs lag meiner Meinung nach bei 1 : 2,5 oder 1 : 3. Durch den Umtausch 1 : 1 wurde die ganze Vereinigung ziemlich (m.E. unangemessen) teuer. Würde mich interessieren, ob Herr Prof. Hankel das genau so sieht.

    Herzliche Grüße

  13. me. sagt:

    Hauptsache die Rente mit 75 kommt und man braucht nicht mehr extra ein Überweisungsformular ausfüllen wenn irgendeine Bank, irgendeine Organisation Kohle braucht..
    Bei Organisation denke ich auch an, wer hätt’s gedacht, Deutschlandfunk, ARD, ZDF etc. = GEZ. ( Fuck TV!)
    Nur damit keiner meint bei uns in D wär das nicht möglich ungefragt Geld von ihrem Konto abzuheben.
    NUR DAMIT DAS KEINER MEINT!!!

    Es wird so weitergehen. Wie in Zypern die Zwangsbankenabgabe, in D die Zwangs-GEZ-Demokratiesteuer und bald anderswo in der EU weitere Zwangsabgaben.

    Die Sitten verwarlosen eben. So Stück für Stück.

  14. Detlev Wulf sagt:

    @me

    Diese Form der Schuldentilgung gab es in Deutschland ja schon zweimal 1923 (oder29?) und 1948. Dort wurden Barvermögen beschnitten, und zum „Lasten-Ausgleich“ auch Immobilienvermögen. Die Leute bekamen dann „weil man ja „schließlich“ die anderen (mit ihern Barvermögen) auch zur Kasse gebeten hatte“ einfach auf ihr klein Häuslein eine Hypothek eingetragen, die innerhalb von bis zu 30 Jahren zu tilgen war. (Diese Möglichkeit der Schuldentilgung wurde vor einiger Zeit im Bundestag von einer SPD-Frau bereits mal angesprochen).Wer diese Zahlungen (z.B. wegen Arbeitslosigkeit oder marginaler Pseudo-Rente im Alter) nicht leisten kann, ist dann am Ende sein Haus los, für dessen Erwerb er ein halbes Leben lang gearbeitet hat. Und wo die Bank über die Zinsen eh bereits die Hälfte des Endpreises kassiert hatte, bekommt sie dann auch noch die andere Hälfte.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Schulden (auch) unseres Landes zu tilgen.

    1. Man sagt den Bänkern: Ich habt über die Jahrzehnte genug an uns verdient – jetzt gibt es einfach GAR NIX. Punkt. Das wäre zwar ganz verlockend, aber man hat dann wahrscheinlich ziemlich bald amerikanischen Panzer vor der Haustür stehen.

    2. Man zahlt den Ursprungsbetrag zurück, aber OHNE ZINSEN. Mit dieser Vorgehensweise hätten wir jedenfalls sofort ausgeglichene Haushalte und eine ganz akzeptable jährliche Tilgung. (Wäre eine gute Lösung. Das würden aber die von Milliardären eingesetzten Marionetten-Politiker wahrscheinlich kaum mit tragen, weil sie sonst ganz schnell ausgewechselt werden).

    3. Man zahlt die Schulden mit einigen Lastwagen voller frisch gedruckten Banknoten zurück – das wäre auch fair, weil die Kreditgeber es – per „Wertschöpfung“ ja bei ihrer Kreditvergabe auch nicht anders gemacht haben. Allerdingsgefährdet das die Preisstabilität.

    4. Man legt die geschuldeten Beträge einfach auf alle um. Das wäre in höchstem Maße sozial ungerecht – passiert aber durch die Geldentwertung bereits ohnehin schon.

    5. Man verkauft das aus allgemeinen Steuervermögen bezahlte „Tafelsilber“, also Flughäfen, Autobahnen, Schulen, Gefängnisse etc. etc. das ist nicht weniger ungerecht, weil das am Ende für den Endnutzer neue Gebühren erzeugt und im Übrigen nichts anderes als Raub ist.

    6. Man legt die geschuldeten Beträge z.B. auf die reichsten 10% der Bevölkerung um – das sind nämlich genau die Leute, die von dem ungerechten Zinses-Zins-System profitiert haben, welches die Länder in die Schuldenfalle geführt hat. Wenn also Deutschland 2 oder 3 Billionen Schulden hat, dann könnte man die Vermögen der Reichsten 10 Jahre lang mit 200 – 300 Milliarden besteuern, dann wären wir glatt. Die Armen sollten dann höchstens einen symbolischen Maximal-Betrag von bis zu 100 Euro bezahlen. das erscheint mir als die praktikabelste Lösung.

    Aber die Ärmeren mussen sich „auf die Hinterbeine stellen“, um das auch politisch durchzusetzen. Dies ist wohl am besten vermittelbar, wenn man den Superreichen klar macht, was sie im Falle revolutions-ähnlicher sozialer Unruhen zu erwarten hätten. Manchmal ist es eben besser, sich etwas zu bescheiden.

    In jedem Fall muß das ungerechte Zinses-Zins-System abgeschafft werden. Und es muß dafür gesorgt werden, daß nach einer (wie auch immer bewerkstelligten) Entschuldung nur noch ausgeglichene Haushalte möglich sind, daß also nicht mehr Geld ausgegeben wird, als man hat. das ist der Weg, solche Probleme von vorn herein auszuschließen.
    Das setzt u.a. voraus, daß der Staat nicht für marode Banken oder verschuldete andere Staaten einsteht.

    Mein Fazit:

    DIE HÖCHSTE FORM DER SOLIDARITÄT IST,
    WENN JEDER SEINE SCHULDEN SELBER BEZAHLT !!!

    Schließlich hat er die auch selber verursacht.

  15. Ein gutes Modell bleibt allerdings im monetaristischen Ansatz stecken.Ob Euro oder DM, wie immer sich das Geld nennt – ohne einen New Deal insbesondere für den Süden wird sich nichts ändern.Die EZB muss unter Kontrolle fähiger Politiker gebracht werden, die Tender für Zombiebanken zu lächerlichen Zinsen abgeschafft und das Geld zu 0% direkt an die Regierungen ausgegeben werden um ein New Deal Programm zu starten.
    PS:Compact soeben abboniert

  16. juergenelsaesser sagt:

    Oswald Spengler: danke!

  17. Detlev Wulf sagt:

    @Oswald Spengler

    Leider ist eben der Mangel an „fähigen Politikern“ der Engpaß.
    Prof. Schachtschneider hat den gegenwärtigen politischen Personalbestand sehr treffend als Negativ-Auslese bezeichnet.
    Und eine Handvoll integerer und intellektuell brillanter MdBs können gegen eine uninformierte, dumme und korrumpierte überwältigende Mehrheit leider auch nicht viel ausrichten.
    Das ist systemtypisch (und wahrscheinlich auch gewünscht) bei einer Regierungsform in der zwei Idioten einen Weisen überstimmen können. – Das kann ja nicht das Ideal sein!

    Mit dem Euro sind unsere gesamten Löhne, Gehälter, Honorare, Renten, Ersparnisse halbiert worden.Klügere Leute, wie Prof. Hamer, Schachtschneider etc. hätten die gegenwärtige Krise gar nicht erst entstehen lassen. Darum wünsche ich mir, daß intelligentere Leute in unserer Regierung mehr Einfluß erhalten, als korrumpierbare und dumme.

    Maßnahme #1 ist darum, die Leute, die uns das alles angetan haben, nicht wieder zu wählen. Damit sind rotgrünschwarzgelb raus.

  18. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Detlev Wulf: „eine Handvoll integrer MdBs können gegen …auch nicht viel ausrichten.“

    Gar nichts können sie ausrichten.
    Denn, es gibt den Fraktionszwang.
    Es ist eine Fiktion, der Bundestag bestünde aus Leuten, die die Vorlagen studieren, beurteilen und dann entscheiden, ob sie sie unterstützen.

    Sie haben selbstverständlich recht damit, daß es besser wäre, kluge Leute wären Abgeordnete.
    Ändern würde es jedoch so gut wie nichts.

    Und „anders wählen“ verändert auch nichts, denn (Josef Fischer): die Koalitionen mögen sich ändern, die Politik bleibt die gleiche.

    Der Aufstand, den das Deutsche Volk braucht wie der Verdurstende das Wasser, wäre nur dann über die Wahlen möglich, wenn eine neue Partei gewählt würde, die keine Systempartei ist. Mag ja sein (und das sind optimistische Vorschußlorbeeren), daß die „Alternative“ diese systemkritische Kraft darstellt.

    Wenn die Alternative soviel Stimmen bekäme wie die FPÖ in Österreich, gäbe es eine Menge Autounfälle, und eine Art Strache würde die Partei übernehmen.

  19. Detlev Wulf sagt:

    @Dr.G.Kümel

    Zitat:“ Gar nichts können sie ausrichten.
    Denn, es gibt den Fraktionszwang“.

    Das sehe ich anders. Ich sehe zwar, daß das derzeit so gehandhabt wird (ich bin ja nicht blöd) aber im Grundgesetz gibt es diesen Fraktionszwang ganz und gar nicht. Da heißt es im Gegenteil in Artikel 38:

    Die Abgeordneten…sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“

    sofern vorhanden🙂 Fraktionszwang ist demnach verfassungswidrig. Und wenn es den dennoch gibt, dann muß das ja nicht so bleiben. Die Erfahrung zeigt: Auch von der Verfassung garantierte Bürgerrechte müssen täglich eingefordert werden. Man muß das nur auch tatsächlich tun.

    Nach meiner Einschätzung sind ca. 1/3 der Abgeordneten korrumpiert, 1/3 sind schlicht zu dumm um zu wissen, was lost ist und was ihre Entscheidungen überhaupt bewirken und 1/3 sind möglicherweise integer genug, daß man mit ihnen etwas anfangen könnte. Also wäre es gut, wenn die Bürger Sprechstunden etc. nutzen würden, um ihre Abgeordneten zu informieren und dazu anzustiften, die Interessen der Bevölkerung und nicht die der dunklen Kräfte zu vertreten.
    Wenn es gelingen sollte, das Stimmverhältnis von 1:2 auf 2:1 zu ändern, dann würden Dinge wie der ESM es nicht mehr durchs Parlament schaffen und damit wäre viel gewonnen.

  20. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Detlev Wulf: Fraktionszwang

    Ich gebe Ihnen recht, es muß Rabbatz gemacht werden von vielen intelligenten besorgten Bürgern. Es wird ein Kampf gegen Windmühlen sein, aber dennoch müssen wir denen auf die Nerven gehen.

    Die Hauptstoßrichtung, meine ich, müßte aber sein, VIELE Bürger mit den Informationen zu versorgen, die bewußt unterdrückt werden, um die Leute ruhig zu halten.

  21. Freunde,
    Prof. Hankel, mein Freund im Geiste hat sicherlich ne Menge an Körnern der Wahrheit gefunden.
    Dr. Edgar Mosst hatte schon lange ähnliche Gedanken.

    Nur was sagen Bernd Senf, Franz Hörmann und Frau Kennedy dazu?

    Irgendwie kommen die alle nicht so richtig zusammen – oder?

    Auch das gehört zur Lebendigkeit des Lebens – oder?

    Grundsatzentscheidungen fallen oft über den Herdentrieb,
    noch fehlt das Leittier – oder?

  22. Was istr eigentlich mit Henkels Vorschlag einer Nord-Union (mit Frankreich) und einer Süd-Union…

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