Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Hetze gegen Scholl-Latour – und gegen COMPACT

IMG_0707_convertedDer österreichische STANDARD nähert sich dem deutschen Standard. Von Jürgen Elsässer (Foto: Scholl-Latour und Elsässer auf der COMPACT-Souveränitätskonferenz 24.11.2012 in Berlin. Foto: COMPACT)

Am 24. November 2012 veranstaltete COMPACT-Magazin an der Berliner FU die „Souveränitätskonferenz“ mit über 700 Teilnehmern. „Wie wird Deutschland wieder souverän? Wie lange können wir noch für den Euro zahlen, wie lange wollen wir noch für die USA in Kriege ziehen?“ – diese Fragen, an prominentem Ort mit prominenten Referenten verhandelt, lassen seither die die insouveränen Medien der Reihe nach in Zuckungen verfallen. Zuerst online den Spiegel, dann Die Zeit, zuletzt die österreichische Tageszeitung Der Standard. Der Clou: Keine dieser Zeitschriften hatte einen Reporter vor Ort! Die berichten alle vom Hörensagen! Und das, obwohl in der gerade erschienen Januar-Ausgabe von COMPACT-Magazin etliche Referenten der Konferenz im O-Ton zu Wort kommen, darunter Scholl-Latour, Schachtschneider, Schacht, Falin, Rahr… (Übrigens gibt es bald ALLE Konferenz-Referate auf DVD).

(Heute bei COMPACT-Online: Jürgen Trittin – Die Schatten der Vergangenheit)

Aber bleiben wir nochmal kurz beim STANDARD und seinem Schmäh gegen COMPACT und die Konferenz, was zu aller erst ein Schmäh gegen Scholl-Latour war. In der Wiener Tageszeitung bzw. ihrem Online-Portal heißt es:

(Zitat STANDARD Anfang) Gerade mal drei Wochen ist es her, als der überaus prominente deutsch-französische Auslandsjournalist Peter Scholl-Latour wieder als Redner zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen wurde. Das kommt häufiger vor. Genau genommen mehr als 40 Mal pro Jahr, wie seiner Biografie zu entnehmen ist. Auf der „Souveränitätskonferenz“ in Berlin waren die Umstände jedoch anders als sonst.
Fragwürdige Veranstaltungen
Auf der Veranstaltung, die vom deutschen Monatsmagazin „Compact“ initiiert wurde, ging es unter anderen auch um „Deutschlands Souveränität“. Dabei bewegte sich das Event sehr nah am Rechten Rand: Denn laut mehreren Berichten, darunter auch dem Anti-Nazi-Blog „Störungsmelder“ der deutschen Wochenzeitschrift „Die Zeit“, soll die Veranstaltung, in der Scholl-Latour als prominenteste Persönlichkeit auftrat, „Verstrickungen“ zur „neuen Rechten“ Deutschlands aufweisen.
Diese Einschätzung teilt auch die Aufklärungsbroschüre „Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen“, die 2012 von der gewerkschaftlichen „Verdi-Jugend“ und dem „Anti-Faschistischen-Pressearchiv“ herausgegeben wurde. Laut der Broschüre sei die Zeitschrift „Compact“ ein Versuch, eine Brücke „zwischen extrem Rechten und Rechtskonservativen“ zu schlagen. Im Übrigen findet sich auf der Homepage der deutschen Zeitschrift „Compact“ auch ein Werbebanner mit einem Verweis auf die Seite Unzensuriert.at, einem FPÖ-nahen Blog. (Zitat STANDARD Ende)

Halten wir fest: Auch DER STANDARD war nicht vor Ort. Sein Pamphletist hast sich aus zweiter Hand informiert, was manchmal nicht anders geht – aber zumindest hätte er sich dann bemühen sollen, nicht nur andere Pamphletisten zu hören, sondern auch jemand von COMPACT. Oder Scholl-Latour um eine Stellungnahme zu bitten. Oder Professor Edouard Husson, auch einer unserer Redner – immerhin früher Vizepräsident der Sorbonne. Oder den früheren Staatssekretär Willy Wimmer (CDU) bzw. Staatsminister Helmut Schäfer (FDP), die auch auf der COMPACT-Konferenz referierten. Wollt Ihr beim STANDARD behaupten, dass die alle „fragwürdig“ und „nah am rechten Rand“ sind? Oder seid IHR am Ende die Fragwürdigen, die nah am Rand stehen – nämlich am Rand der journalistischen Unseriosität? Einer schreibt beim anderen ab – das nennt Ihr Recherche? „Et altera pars auditur“, auch die andere Seite zu hören – das ist für Euch „Verschwörungstheorie“? Und da wundert Ihr Euch, dass Euch die Leser davonlaufen und Ihr bankrott geht?

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48 Responses

  1. Eigentlich kenne ich niemanden der sowas abonniert hat. Wozu auch? Umsichtige Aufklärungsarbeit machen heute andere wie NuoViso, Compact, etc. – Schöne Grüße an den Staatsanwalt und die Polizei-Mafia von Stuttgart.

  2. Toringo sagt:

    Auch wenn ich zum wiederholten Male mitteile: Es heißt „audiatur et altera pars“. „audiatur“: Konjunktiv: es möge/soll angehört werden. „auditur“: Indikativ: es wird gehört.
    Nichts für ungut.
    Ich wünsche viel Erfolg im neuen Jahr.

  3. ralf kroke sagt:

    armselig und lächerlich sowas als Zeitung zu bezeichnen

  4. me. sagt:

    Keiner hat ein „Heart of Gold“
    derstandard.at gehört zu den wenigen guten Seiten im Netz.
    Woran ich das merke? An dem was die Foristen und Foristinnen dort schreiben dürfen.
    Staatssender wie DLF, ARD und ZDF dürfen sich an der Meinungsfreiheit dort, ein Beispiel nehmen.
    Übrigens auch an dieser Seite.
    Ich les groß gar keine Seiten mehr mit stalinistischer Forumsbeschneidung wie Badische Zeitung, Fokus, etc.
    Dort ist dasInternet schon das was Pesimisten sagen wo es enden wird. In einer „One Way Street“. In einer Einbahnstrasse, sowas wie Fernsehen, wo man entweder frisst was vorgesetzt wird oder die Tastatur (Fernbedienung) abgibt.

    Zu Peter Scholl-Latour, auch derstandard hat halt kleine Wölfchen die den Mond anheulen müssen.
    Lassen wir sie heulen. Wölfchen soll erst mal rausfinden was heute Rinks und Lechts ist.

    Freut mich das wieder fit sind, J.E.

    (PS: Bin VERDI-Mitglied und spende dem VVN. Schlimm jetzt Wölfchen? )

  5. Zensurnixgut sagt:

    Also in Zeiten, in den man auf U-Bahnhöfen, wegen seiner dunklen Hautfarbe zum Gewaltopfer werden kann, ist es gerade zu unerlässlich den Bürger vor Terror- Publikationen wie Compact zu warnen! Ein perfider Missbrauch unserer Pressefreiheit – von radikalen Rechtskonservativen wie H.J. ElsäSSer, dem die Meinungfreiheit ja ohnehin, ein Dorn in seinem vor Hass entzündeten, rechten Auges zu sein scheint.

  6. lestatxtc sagt:

    außer das mir aufgefallen ist, dass diese Stellungnahme einige grammatische Fehler aufweist, auch das darf einer seriösen journalistischen Stellungnahme nicht passieren, ist eben diese zutreffend und richtig! Nur weiter so! Nur bitte lieber einmal mehr nachlesen bevor man seine Stellungnahme veröffentlicht. Ich kenne das auch nur zu gut! Seine eigenen Fehler sieht man nicht und gerade dann nicht, wenn man „schnell“ handeln möchte…Viele liebe Grüße an Compact und macht bitte weiter so…

  7. Axel B.C. Krauss sagt:

    Von den deutschen Massenlobotomedien erwarte ich schon seit langer Zeit rein gar nichts mehr. Hoffnungslose Fälle, intellektuell insuffizient, träge, maßlos selbstherrlich und ignorant. Die „Verlorene Zeit“, publizistische Heimat des senilen Helmut Schmidt, durch dessen Oberstübchen nicht nur Kalk, sondern schon ganze Säcke Bauzement rieseln und der heute fast nur noch achtkantigen Stumpfsinn absondert, Lieblingsblättchen pseudointellektueller Einachtelgeister und anderer Zumscheindenker – wer kauft solchen Plumpaquatsch eigentlich noch? Eine Zeitung, deren Redakteure unter schwersten Gottkomplexen leiden, sodaß sie jeden, der nicht ihre Meinung teilt, höflich, aber bestimmt auffordern: „Bitte vermeiden Sie Verschwörungstheorien!“. Was wollen diese Witzfiguren und höchstens eines Körbchens Goldener Himbeeren würdigen Intellektuellendarsteller eigentlich? Nimmt die tatsächlich noch jemand ernst? Entschuldigung für die harschen Worte, aber ich habe von solchen Dumpfnasen die Schnauze gestrichen voll. Natürlich: „Rechte“. Alles, was mit den herrschenden politischen Paradigmen nicht konform geht, ist „rechts“. Liebe Kollegen von der „Verlorenen Zeit“: Hängt euren Job doch endlich an den Nagel und macht eure Redaktionsbürostühle mal für ECHTE JOURNALISTEN frei, für BEGABTE KÖPFE, die tatsächlich WAS DRAUFHABEN. Frohes Neues, ihr Rechtsextremismus-Experten.🙂

  8. „… soll die Veranstaltung, … “Verstrickungen” zur “neuen Rechten” Deutschlands aufweisen.“

    Meint Die Gewöhnlichkeit äh… DER STANDARD also. Sie soll also, tut sie aber nicht – wie unfolgsam von ihr! Irgendwie Pech gehabt mit der neusprachlichen Standardisierung, wa? Tja, das ist halt so das Kreuz, mit den 2. Lesarten, in denen sich die Wahrheit am Zensor vorbeimogelt.

    Und überhaupt: Sie weist eher Entwirrungen der alten LInken auf, als “Verstrickungen” zur “neuen Rechten”.

    Neue Rechte braucht kein Mensch. Die alten sind gut genug. Man muß sie nur wieder als Recht einsetzen. Dort, wo das Recht zu Unrecht geworden ist und also der Widerstand zur Pflicht.

  9. ralf kroke sagt:

    Hallo „Zensurnixgut“. Auf welche Compact Ausgabe und welchen konkreten Beitrag bezieht sich Ihre Aussage, Meinung oder Warnung ? Ich kenne lediglich die letzten 13 Ausgaben und habe dann wohl etwas überlesen? Im Falle Sie die Zeitung noch nicht gelesen haben aber trotzdem mal etwas im Internet schreiben wollten, so gibt es viele Gründe die nur Sie kennen oder nicht kennen. Aber ich biete Ihnen gerne an, jeweils 3 Ausgaben im Tausch kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Ich übernehme auch die Portokosten.
    Guten Rutsch !!!!!! bei Interesse können Sie sich bei mir unter ralfkroke@gmail.com gerne melden.

  10. Neukunde sagt:

    Compact hat mit der Souveränitätskonferenz den Nerv getroffen.

    Wer Lust dazu hat, kann sich mal zur Diskussionsseite bei Wikipedia zu PSL reinklicken. Den Sittenwächter dort entgeht nichts…

    Schön, dass es mit diesem Blog weitergeht!

  11. juergenelsaesser sagt:

    ralf kroke: zensurnixgut hat sich ein makabres späßchen erlaubt…

  12. quixote sagt:

    Das ist das Traurige daran – dieses engstirnige, konformistische, doktrinär politisch korrekte Schmierblatt wird in Österreich tatsächlich – noch – gelesen. Andererseits – Compact ist in Österreich so unbekannt, – zumindest was die Kiosk-Verbreitung angeht – dass jede Publicity gute Publicity ist. Außerdem können die System-Medien soviel mediale Deutungshoheit haben wie sie wollen; sie verlieren, sobald jemand die wesentlichen Fakten liefert und die richtigen Fragen stellt, über kurz oder lang zuerst ihre Glaubwürdigkeit und dann auch ihre Leser. Trotzdem sollte man rechtsradikale Unterstellungen nicht auf die leichte Schulter nehmen; diese Blätter, die wie der Stürmer – nur von links – mit Verleumdung und Hetze arbeiten, sind nur beschränkt auf ein Publikum angewiesen, weil sie von eigenen Geldgebern und einem verblendeten Bodensatz fanatischer Intellektueller getragen werden. Ignorieren ist zu wenig. Dem Standard muss als Negativbeispiel, was Meinungsfreiheit und Hetze gegen politisch Andersdenkende angeht, endlich der – zumindest mediale -Prozess gemacht werden. In diesem Sinne ist dieser Artikel von Herrn Elsässer zumindest ein guter Anfang.

  13. ralf kroke sagt:

    juergenelsaesser: was ein Lausebengel ! aber erspart mir die Schlange bei der Post🙂

  14. Mal ehrlich, ihr freut euch doch über jede Art von publicity, oder?😉 Und selbst wenn sie von einem österreichischen Käseblatt kommt.
    Leider fiel die Konferenz auf unseren höchsten Gedenktag, sonst wäre ich möglicherweise auch gekommen.

  15. Da schließe ich mich Fatima an. Es wäre ja geradezu ein schlechtes Zeichen, wenn die Gossenjournaille nicht feste jaulen, sondern fleißig applaudieren würde, wenn dem Compactismus mal was gelingt, oder? In diesem Sinne: Viel Schakalgeheule auch 2013!

  16. Enrico Weigelt, metux ITS sagt:

    Noch schlimmer ist ja der Schmiergel. Dieses Hetzblatt schreckt ja nichtmal vor ganz offenen Straftaten ($164, §187 StGB) zurück. Ich war leider nicht zugegen, sonst hätte ich gleich als Betroffener Strafanzeige gestellt.

  17. Enrico Weigelt, metux ITS sagt:

    Korrektur: es war „die Zeit“.
    http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/11/23/weltpremiere-oder-weltverschworung-die-compact-konferenz-in-berlin_10627

    Ich werde mal an die Redaktion anschreiben und nachfragen, ob sie kein Problem damit haben, sich derart strafbar zu machen …

  18. schnehen sagt:

    Was wichtig und was nebensächlich ist:

    1. Was nebensächlich ist:

    Es ist nebensächlich, was bürgerliche Zeitungen wie ‚Der Standard‘, ‚Die Zeit‘, der Schmiergel, BLÖD oder andere zu dem Ereignis schreiben. Was erwartet man von diesen NWO-Blättern? Dass sie eine solche Konferenz loben??

    Es ist weiterhin völlig nebensächlich, welche Ehrentitel die Eingeladenen haben, ob sie prominent sind oder nicht, von der Sarbonne kommen oder aus Niederpfaffenhofen. Das ist alles völlig egal.

    2. Was wichtig ist:

    Wichtig ist, was man eigentlich substanziell unter ‚Souveränität Deutschlands‘ versteht. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

    a. Man versteht darunter ein nationalistisches Konzept; oder

    b. ein fortschrittliches, antiimperialistisches und demokratisches Konzept.

    Zu a. Was wäre ein nationalistisches Konzept, das auch Kräfte wie die NPD unterstützen könnten?

    Ein Konzept, das darauf hinlaufen würde, mit der deutschen Großbourgeoisie an der Spitze, dem Bündnis aus Industrie- und Finanzkapital unter Führung des letzteren, die Souveränität Deutschlands einzufordern, mit chauvinistischen und nationalistischen Parolen, um das deutsche Kleinbürgertum, aber auch große Teile der Arbeiter ins Boot zu holen.

    Zu b. Was wäre das antiimperialistische Konzept?

    Ein Konzept, das darauf hinauslaufen würde, mit der deutschen Arbeiterklasse (also mit den 80% der abhängig Beschäftigten, plus den Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern..) an der Spitze, im Bündnis mit dem deutschen Mittelstand, der heute wirtschaftlich in der Defensive ist, die Souveränität Deutschlands einzufordern, und dabei die deutsche Großbourgeoisie, die sich seit Jahrzehnten an USrael verkauft hat, außen vor zu lassen und sie klar als Gegner zu betrachten.

    Nur das zweite Konzept hat Anspruch auf Unterstützung bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Das erste Konzept hatten wir schon mal. Es ist tendenziell faschistisch.

    Hier muss klar gesagt werden, welches Konzept von Souveränität eigentlich gemeint ist, unter Berücksichtigung der Sozialstruktur und der Klassenverhältnisse in Deutschland. Diese Klassenstrukturen müssen thematisiert, sie dürfen nicht ignoriert werden, denn sie gibt es nunmal.

    Wenn JE das aber nicht klar sagt und sich mit Leuten zusammentut, die das auch nicht klar sagen, und diese Frage offen lässt, muss er sich nicht wundern, wenn ihm Rechtstendenzen untergeschoben werden.

    Hier ist eine Klarstellung erforderlich. Es gibt keinen ‚dritten Weg‘ oder Kompromiss zwischen den beiden Konzepten. Sie schließen sich aus.

    Also: Welches Konzept von Souveränität ist gemeint? Hier ist eine klare Antwort gefordert.

  19. saito sagt:

    Auch die Leser der Massenmedien sind kritischer geworden und lassen sich nicht mehr so einfach indoktrinieren.
    So gesehen, ist es nicht schlecht, wenn die Österreicher jetzt erfahren, daß es COMPACT gibt. Vielleicht kommen so neue Leser und Abonenten dazu.
    Guten Rutsch ins Neue Jahr!

  20. juergenelsaesser sagt:

    Schnehen schreibt: „Wenn JE das (…) sich mit Leuten zusammentut, die das auch nicht klar sagen, und diese Frage offen lässt, muss er sich nicht wundern, wenn ihm Rechtstendenzen untergeschoben werden.“ Welche „Leute“ sind hier gemeint, lieber Schnehen? Hätten wir bestimmte Referenten nicht zur Souveränitätskonferenz einladen sollen? Ist Ihnen Scholl-Latour suspekt, der keinen „klaren Klassenstandpunkt“ vertritt? Oder Schachtschneider, für den wohl das selbe zutrifft? Und: Was tun, wenn es außer einer Handvoll Leute kaum jemanden gibt, die SOWOHL den „klaren Klassenstandpunkt“ ALS AUCH die Souveränität Deutschland vertreten? Soll man dann auf die anderen verzichten und dann mit dieser Handvoll Konferenzen in einer Telefonzelle veranstalten?

  21. Oswald Spengler sagt:

    Das Auseinanderdividieren von Deutschland- als wichtigster Spieler Mitteleuropas durch seine hochentwickelte Industrie und gut ausgebildete Arbeitnehmerschaft und Russland , wichtig durch seinen immensen Reichtum an Rohstoffen und seien immerhin noch beachtlichen militärischen Potentiale ist dass Ziel der City of London, dem eigentlichen Zentrum der Oligarchie.Mit allen Kräften will man den Alptraum Lord Palmerstons verhindern: Den Sieg Lincolns über die Südstaaten, den Aufstieg eines Vereinigten Deutschlands unter Bismarck und den Beistand Russlands unter Alexander III diesen Nationen gegenüber – gerade als das Empire und die Venizianische Fraktion ihrem Sieg so nahe war.Man wird Himmel und Hölle in Bewegung setzen um diese Bestrebungen zu verhindern.

  22. Martina sagt:

    Dazu erinnere ich mich an diesen Spruch:

    „Was kümmert es die Eiche, wenn sich ein Borstenvieh an ihr reibt? “

    War zu erwarten, dass es Schmährufe geben wird, denn dazu war die Veranstaltung zu hochgradig besetzt. So etwas bringt die Neider auf die Bildfläche.

  23. schnehen sagt:

    @juergenelsaesser

    Erst einmal wünsche ich Ihnen von Herzen gute Besserung und dass das mit Ihren Augen wieder besser wird und einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr, vor allem was CP angeht, ein Magazin, das ich ab und zu lese, wenn auch kritisch.

    Doch. Es war richtig, sie alle einzuladen! Sie haben so viele Leute angezogen und Aufmerksamkeit erhalten, was gut war. Das Thema musste endlich auf den Tisch und Sie haben es fertig gebracht! Ich habe nichts gegen Schachtschneider oder gegen den Peter. Aber es gibt im linken Spektrum auch noch Leute. Was ist mit Prof. Norman Paech, der auf der Mavi Marmara dabei war vor zwei Jahren? Was ist mit Inge Höger? Was mit Prof. Hans-Heinz Holz von der DKP?

    Aber das Entscheidende ist, dass Sie klar sagen müssen, wo Sie selbst stehen. Was Sie unter Souveränität verstehen, dass sie das antiimperialistische Konzept und nicht ein nationalistisches, pro-imperialistisches meinen, wovon ich mal ausgehe.

    Von da aus ergeben sich Bündnisse mit Assads Syrien, mit Ahmadinedschads Iran, mit Hugo Chavez‘ Venezuela, nicht aber von dem anderen Konzept aus, mit dem man Bündnisse mit burmesischen Diktatoren und mit Apartheid-Israel haben kann.

  24. Sebastian sagt:

    Ach Gottchen, sind Sie aber dünnhäutig. Die Wahrheit ist doch, dass Sie sich über derartige Verlautbarungen freuen. Sie können als Outlaw, der gegen den Mainstream schwimmt, doch viel mehr Exemplare Ihres Blättchens an den Mann und die Frau bringen. Sagen Sie bloß nicht, Sie hätten sich nicht über die Reaktion des STANDARDs gefreut. Das würde Ihnen kein Mensch abnehmen. Außerdem machen Sie nichts anderes als die Kollegen aus Österreich. Auch Sie schreiben und bloggen über Ereignisse, die Sie bloß vom Hörensagen kennen. Daran ist nichts Unanständiges. Niemand muss immer vor Ort sein, um Geschehnisse richtig einordnen zu können.
    P.S.: Assad allein zu Haus: http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-der-einsame-diktator-assad-a-874927.html

  25. Wulf-Dieter Krüger sagt:

    Demokraten und solche, die vorgeben Demokraten zu sein, die andere Meinungen / unbequeme Meinungen nicht ertragen können, sind Repräsentanten einer Demokratie/von Demokratien, die des Wortes Demokratie nicht würdig ist/sind.
    Die ‚Demokratie‘ BRD seit Anbeginn demokratisch schwächelnd tut sich da zunehmend im negativen Sinne hervor.

  26. @ schnehen

    Stimme Ihrem Ansatz zu. Wohin eigentlich soll die Reise politisch gehen; inhaltlich, konzeptionell, strategisch?

    Das Magazin Compact könnte, wenn es denn wollte, durchaus an seiner Corporate Identity, der öffentlichen und medialen Wahrnehmung seiner politischen Identität, arbeiten.
    Warum bspw. wurde die Konferenz nicht zusammen mit der sozialistischen Presse organisiert? Ich selbst als Herausgeber der Roten Fahne wurde nichteinmal eingeladen.

    Dass der Blick nach Links bei Compact, entgegen der originären Intention, faktisch nicht mehr vorhanden ist, offenbart (ich nenne das nur mal exemplarisch) auch ein Blick auf die facebook-Seite von Compact. Dort finden sich unter der Liste der eigenen „Gefällt mir“-Angaben Namen wie Ron Paul und KOPP, eine sozialistische Publikation hingegen sucht man dort vergebens.
    So nimmt es denn auch nicht Wunder, dass Zeitungen wie der Wiener Standard zu derlei Beurteilungen gelangen, denn Compact bleibt den Gegenbeweis selbst schuldig.

    Sicher, aus Sicht von Compact war die Konferenz gute Marketingarbeit, man kann jetzt das Konterfei Scholl-Latours, ein Sympathieträger des „bürgerlichen Widerstandes“, für die eigene PR nutzen. Das ist professionell, verdient meine Anerkennung und hätte ich genauso gemacht.
    ABER: Was kommt politisch hinten dabei heraus? – ausser der wirtschaftlichen Stabilisierung von Compact.

    Aus politischer Sicht ist es zunächst einmal irrelevant, ob sich 700 Menschen in einem Saal treffen oder 7 in einer Telephonzelle. Zumal die angereisten Teilnehmer sich bereits vorher mehr oder weniger darin einig waren, dass Deutschland nicht Souverän ist und so etwas wie die „Europäische Frage“ auf der globalen Tagesordnung steht.
    Relevant ist die Frage, ob überhaupt und wenn ja, welche politischen, d.h. auch inhaltliche, konzeptionelle, strategische und nicht zuletzt organisatorische, Konsequenzen angestrebt werden?

    Was ist mit der Forderung nach einem Friedensvertrag? Was mit jener nach Austritt aus der NATO? Hat die Konferenz wenigstens ergeben, dass es unter bürgerlichen Demokraten den erkennbaren politischen Willen für diese Forderungen gibt?
    Und falls ja, wer ist bereit, auch organisatorisch, bspw. in einem Demokratischen Forum, für diese Forderungen zu kämpfen?
    http://RoteFahne.eu/spartakus/

  27. schnehen sagt: Dezember 28, 2012 um 22:58

    Was wichtig und was nebensächlich ist:

    Hier ist eine Klarstellung erforderlich. Es gibt keinen ‘dritten Weg’ oder Kompromiss zwischen den beiden Konzepten. Sie schließen sich aus.

    Also: Welches Konzept von Souveränität ist gemeint? Hier ist eine klare Antwort gefordert.

    Darf ich? Es gibt eine dritte – und von mir z.B. präferierte – Lesart von „Souveränität“. Aber es ist nicht leicht, das in wenigen Worten so anzusprechen, das es auch verstanden werden kann. Ich versuch’s halt mal:

    Spätestens mit Maturana hat das schon von Hermes, dem dreimalgroßen gültig ausformulierte Konzept der Selbstreferentialität der Dinge und Prozesse wissenschaftliche Anerkennung gefunden.

    Wenn wir jetzt die Ego-Ich-Selbst Trilogie in diese Rahmung einbringen, ergibt sich zwingend – nämlich als Notwendigkeit – die Existenz eines kollektiven Selbstes in Kollektiven, die nicht aus ihren Mitgliedern bestehen, sondern sich durch die besonderen Beziehungen ihren Mitglieder untereinander und deren Abgernzung nach außen konstituieren und in einem Fließgleichgewicht reproduzieren und sich so auch in ändernden Zeiten er- und durchhalten.

    Die Souveränität eines Volkes, das als Nation in den Besitz eines Staates gelangt ist, ist dann die „Selbst-Herrlichkeit“ des Selbstes dieser Nation, incl. deren Autonomie – Selbstverständlich (!).

    Wobei die Autonomie sich auch in einer notwendig freien Verfassung zum gültigen Ausdruck bringt, die sich das freie Volk selbst gibt, und die dann den Rahmen des Rechts ausmacht, das seinem Wesen nach das schriftgewordene Gut- und Böseempfinden dieses Volkes zum gesatzten und für alle verbindlichen Ausdruck bringt.

    So sollte es imho sein und werden. Das ist das Ziel!

  28. Neukunde sagt:

    Sehr interessant übrigens zu erfahren, dass der STANDARD sich als Teil eines deutschen Medien-Netzwerks (Zeit, Verdi-Jugend und Der Spiegel) sieht und nicht erklärtermaßen als unabhängig.

    Ist die Unabhängigkeit nicht ein wesentliches Merkmal der bürgerlichen Pressefreiheit?
    Ist Österreich ein Teil Deutschlands?
    Werde das umstrittene Blatt weiter im Auge behalten…

  29. juergenelsaesser sagt:

    schnehen/Stephan Steins: Meine Position habe ich immer wieder klar gemacht, in kurzer und bündiger Form in dem Büchlein „Nationalstaat und Globalisierung“. – Sowohl Konferenz wie COMPACT selber haben immer wieder linke Autoren/Referenten und Standpunkte aufzuweisen. So ist Valentin Falin bis heute Kommunist. – Einige Bundestagsabgeordnete der Linkspartei waren zur Konferenz als Referenten eingeladen, haben aber abgesagt. Ein bekannter „linksnationaler“ Kommunist wie Domenico Losurdo war in der Dezemberausgabe 2012 mit einem dreiseitigen Interview! Also, Herr Steins, bevor Sie etwas über COMPACT behaupten – erstmal lesen….

  30. @ Jürgen

    „über COMPACT behaupten“ liegt mir nun wirklich fern. Ich setze mich mit der real existierenden gesellschaftlichen und medialen Rezeption der Unternehmung auseinander, reflektiere Defizite und verweise auf Lösungsansätze.
    Zudem ich selbst zu den Fragen Völkerrecht und Selbstbestimmung politisch aktiv bin. Das sei mir doch als Protagonist der gesellschaftlichen Debatte gestattet.

  31. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    Der Beitrag inm „standard“ ist eigentlich bloß dümmlich.
    Denn er stellt holzschnittartige, substanzlose Behauptungen hin, ohne auch nur die Spur von Recherche und rationaler Analyse. Die haben nicht für’n Groschen überlegt, was sie eigentlich schreiben.

    Das Dümmste darin ist allerdings die Behauptung, COMPACT stricke an Verknüpfungen zur „Neuen Rechten“.

    Häh??
    Wer sowas sagt, hat schlicht keine Ahnung. Und zusätzlich Bösen Willen!

    Die „Neue Rechte“, wenn sie überhaupt irgendwas ist, ist prozionistisch. Und sie ist einseitig islamfeindlich, nicht etwa kritisch gegenüber raumfremder Immigration. Die Frage nach der Finanzierung dieser Gruppen führt zu „reichen Onkels“ und Oligarchen, die ihrer ethnischen Herkunft nach schwierig einzuordnen sind. Deren Interesse an politischen Neophyten in Ländern, die dem ihren so fern liegen wie Rußland oder Schweden der „brd“, bleibt im Dunkeln. Und von wem wird eigentlich DeWinter gesponsort? Direkt von der Botschaft?
    Der scheinbar volksnahe Populismus der Gruppen der „Neuen Rechten“ ist so falsch wie rosa Zucker im Bier.

    Die vielfach mit bequemem Finanzpolster neugegründeten Initiativen der „Neuen Rechten“ sollen heimattreue Gruppen an zionistische Interessen binden, um die europäischen Länder „islamfrei“ zu machen. Das Extrem dieser Un-Geistesrichtung ist der Massenmörder Breivik, der Israel hymnisch verherrlicht, die Immigration von israelkritischen islamischen Massen anprangert und deren Familien mit Gewalt ausradieren will, …und dann viele Dutzende von Kindern seines eigenen Volkes grausam ermordet, die „Boykott Israel!“ vertreten haben.

    Und ausgerechnet mit diesen prozionistischen Stoßtrupps soll COMPACT „verstrickt“ sein??

    Blöder geht wirklich nimmer!

  32. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Schnehen: „Souveränität als politisches Konzept“

    Ich widerspreche Ihrer These.

    Souveränität bedeutet nichts weiter als UNABHÄNGIGKEIT, man kann auch sagen, Selbstherrlichkeit des Volkes.

    Ob das Volk dann seine Selbstbestimmung dazu nutzt, die Mehrheit der Produzierenden und den Mittelstand vor der Ausbeutung durch lokale oder raumfremde Kräfte zu schützen und damit (GG) „den Nutzen des Volkes zu mehren“, oder, ob es sich dazu ausnützen läßt, „mit der Großbourgeoisie an der Spitze, dem internationalen Finanzkapital zu folgen“, um den Nutzen der NWO-Kapitaleigner zu mehren, das gehört nicht zur Definition von Souveränität.

    Wie jede Waffe auch, kann die Selbstbestimmung (Souveränität) in dieser oder in jener Weise genutzt werden.

    Mag schon sein, daß die vorgschickten Lohnkämpfer des NWO-Großkapitals den Begriff der „Souveränität“ als „Konzept“ vereinnahmen und mißbrauchen wollen, um ihre Ziele zu erreichen. Dem Kritiker steht es jedoch schlecht an, die Propaganda-Vokabel des Gegners zu übernehmen.

  33. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Schnehen: Unsicherheit im Begriff „Nationalismus“

    Bei der Darstellung Ihrer These von „Souveränität“ sprechen Sie von „Nationalismus“ und „Chauvinismus“, als wäre das irgendwie dasselbe.

    Es handelt sich um ein GEGENSATZPAAR!

    Nationalismus ist die Ansicht, daß der Geist, die Kultur, das Essentielle am Menschen ist, und daß Kultur in den Völkern lebt und nirgends sonst. Daher tritt der Nationalist für die Erhaltung der Völker allgemein ein. Jedesmal, wenn ein Volk verloren geht, durch Ausrottung (Beispiel Wandalen oder Goten) oder demographisches Verschwinden oder Kulturverflachung (Beispiel Cola, Hollywood und Hamburgers) oder Überfremdung (Beispiel Kosovo) oder Unterwerfung und Kulturlöschung, jedesmal entsteht ein unersetzlicher Verlust für die Menschheit und ihre Kultur.

    Dagegen ist der Chauvinismus die Ansicht, EIN Volk oder EINE Interessengruppe (Beispiel Auserwähltheitsanspruch der Zionisten) sei alleine hochwertig und bei weitem höherwertig als „die andern“.

    Während der Nationalismus in allen Völkern einen hohen Wert sieht, mißt der Chauvinist allen Völkern nur den Wert von Vieh zu, während er seine Interessengruppe als extrem privilegiert ansieht bzw. behauptet.

  34. schnehen sagt:

    1. Voraussetzung für deutsche Souveränität

    Stephan Steins hat den entscheidenden Punkt angesprochen:

    Das Verhältnis zur Nato.

    Wer ja sagt zur Nato und vor allem zum deutschen Verbleib in der Nato, kann nicht gleichzeitig für deutsche Souveränität sein. Das schließt sich aus. Nur jemand, der für den deutschen Austritt aus der Nato eintritt, ist überhaupt ernst zu nehmen in dieser Frage.

    Das ist das entscheidende Kriterium.

    Falls Prof. Schachtschneider oder Peter Scholl-Latour ja zum Verbleib in der Nato sagen, kann man sie nicht ernst nehmen, auch wenn sie ein ein- oder zweistündiges, hochklassisches Referat zur Souveränität halten. Wer kann mir sagen, wo sie in dieser Frage stehen, also ob man sie ernst nehmen kann oder nicht?

    Wurde diese Frage auf der Konferenz gestellt?

    2. Zur Frage der deutschen Großbourgeoisie

    Souveränität unter der Führung der deutschen Großbourgoisie, also unter der Fuchtel der deutschen Industrie- und Finanzkapitäne, ist nur eine Souveränität für die herrschende Klasse oder einen Teil davon, der in einen Gegensatz zur angloamerikanischen, zionistischen Großbourgeoisie geraten ist, der also einen eigenen Weg gehen möchte und nicht den der ‚Transatlantiker‘, der Bilderberger.

    Weil ihre Klassenherrschaft weitergeht (die Banken und Großkonzerne sind nicht verstaatlicht, sondern bleiben in privater Hand), kann es für den Rest der Bevölkerung keine echte Souveränität geben. Um das zu kaschieren, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen, mobilisieren diese Kräfte den Nationalismus, das ‚übersteigerte Nationalbewusstsein‘ (so Duden), das leicht in Chauvinismus übergehen kann, um diesen Rest der Bevölkerung für ihre eigenen aggressiven Absichten und Kriege zu gewinnen.

    Es kann nur eine echte Souveränität im Sinne von Volkssouveränität geben (nicht im Sinne von nationalistischer, pro-imperialistischer Souveränität), wenn man diese Finanzoligarchie entmachtet hat. Nur dann kommt das Volk wirklich zum Zuge. Lässt man sie gewähren, wird alles wieder von vorne anfangen, kann es einen neuen deutschen Faschismus geben. Das ist der Sumpf, den Brecht gemeint hat. Sie werden dann mühelos zum Chauvinismus, der Steigerung des Nationalismus, übergehen, um andere Nationen unter den deutschen Knüppel zu bringen.

    Also auch das hätte man die Teilnehmer der Konferenz fragen können: Wie halten sie es mit der deutschen Finanzoligarchie? Soll sie weitermachen dürfen, trotz ihrer Verwicklung in die Finanzskandale, trotz ihrer Raubzüge? Soll sie unsere Souveränität weiter usurpieren dürfen?

    Ist diese Frage gestellt worden?

    Wer ja sagt zur deutschen Großbourgeosie, kann nicht für Volkssouveränität sein.

    Das Stellen dieser beiden entscheidenden Fragen hätte die Spreu vom Weizen trennen können. Man hätte sofort erkennen können, wer ein wahrer Patriot ist und wer nur scheinbar für deutsche Souveränität eintritt, um in der Öffentlichkeit Punkte zu sammeln.

    Trotzdem ist es wichtig, lieber Stephan Steins, dass es solche Konferenzen gibt und gerade die Teilnehmerzahl ist auch wichtig. Wir müssen aus dem sektiererischen Loch heraus, in das uns die Linke in Deutschland durch endlose sektiererische ‚Anti-Revisionismus-Debatten‘ versacken lassen hat.

    In der Beziehung hat Herr Elsässer Großartiges geleistet. Er hat das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Der Boykott der Medien zeigt, wie unangehm ihnen dies ist. Der Grund: Eine Diskussion dieser Frage ist geeignet, den fortgesetzten Landesverrat, den fortgesetzten Verfassungsbruch der deutschen Politik und ihrer Leitmedien aufzudecken.

  35. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Schnehen: „Souveränität und NATO“

    Die „brd“ ist ja nicht Deutschland, sie ist nicht ein Staat, der souverän sein kann oder vielleicht auch nicht. Die „brd“ ist ein Besatzungskonstrukt von Anfang an, er wurde gegründet als Instrument des „Westens“ im beginnenden Kalten Krieg. Regiert wurde er von Vasallen (so BRZEZINSKI) nach den Interessen der Fädchenzieher. Binsenwahrheiten. Carlo Schmid führte in seiner berühmten Rede vor dem „Parlamentarischen Rat“ aus, die Verfassung Deutschlands sei nichts anderes als das Besatzungsstatut der (West-)-Alliierten. Und die Aufgabe des P. Rates sei keineswegs, einen Staat oder eine Verfassung zu schaffen, sondern dem unter Kuratel der Westalliierten stehenden Teil Deutschlands eine Ordnungsstruktur zu geben.

    Wie könnte ein solches Gebilde denn „aus der NATO austreten“ ?

    Die Haltung zur NATO SETZT DIE SOUVERÄNITÄT VORAUS!

    Erst dann, wenn das Deutsche Volk denn seine Selbstbestimmung wiedererhalten würde, kann die Frage der NATO-Mitgliedschaft gestellt und entschieden werden. Ich halte es für selbstverständlich, daß dann innerhalb von Stunden der förmliche Austritt erfolgen würde. Da die Lenker der NATO das natürlich ebenso gut wissen, ist die Souveränität der „brd“ blockiert, bis die Strukturen der Lenker zusammenbrechen.

    Politische Aktionen wie die Souveränitätskonferenz sind ja nicht dazu da, um ernsthaft zu fragen, ob die „brd“ nun souverän ist oder nicht. Für jeden politisch Denkenden ist das Stellen der Frage zugleich die Antwort. Die Souveränitätskonferenz hat die Aufgabe, die Ohnmacht dieses NATO-Vasallenstaates BEKANNT ZU MACHEN!

    Denn nur dann, wenn ausreichend viele Menschen ERKENNEN, daß die „brd“ eben alles andere ist denn ein unabhängiges, handlungsfähiges Gebilde, kann ein Zipfel dieser Selbstbestimmung erhascht, durchgesetzt werden.

    Erst dann, wenn die Handlungsfähigkeit eines wahrhaft deutschen Staates wenigstens so halbwegs wiederhergestellt ist.

    Fragen wie NATO, Regierungsform, Haltung zur Geldfrage, zur Macht der Großfinanz (die Sie als „Klasse definieren), alle solchen Fragen können erst gestellt werden, wenn das Deutsche Volk von seiner Volkssouveränität Gebrauch machen kann. Nachdenken über diese Fragen kann man natürlich bereits heute.

  36. schnehen sagt: Dezember 29, 2012 um 16:13

    Falls Prof. Schachtschneider oder Peter Scholl-Latour ja zum Verbleib in der Nato sagen, kann man sie nicht ernst nehmen, …

    Prof. Schachtschneider und Prof. Peter Scholl-Latour sind imho freie Geister, die sich wohl kaum in ein solch enges Korsett zwängen lassen werden.

    Es ist – wie ich meine – durchaus denkbar, daß sich auch eine souveräne Nation für eine Mitgliedschaft in der Nato entscheidet, wenn ihre Souveränität dadurch nicht eingeschränkt wird.

    Im Falle Deutschlands wäre das halt a weng schwieirg und paradox, zumindest solange die Feindstaatenklausel noch Bestand hat.

    Die BRD mag ja keine Probleme damit haben, einem Bündnis anzugehören, daß gegen Deutschland ausgerichtet ist und Deutschland explizit als „Feindstaat“ prädiziert. Eine souveräne Nation würde das nicht wollen. Zumindest nicht unter der Bedingung geistiger Gesundheit. Aber man könnte das Feindbild der Nato vielleicht korrigieren und die Klausel streichen?

    Ich meine halt, daß ein souveränes Deutschland für sich allein zu schwach wäre, um sich gegen die imperialistischen Kräfte verteidigen zu können. Im Verbund mit Rußland und Frankreich wäre es stark genug. Aber wenn ein solcher Verbund nicht möglich wird, muß man sich halt irgendwie arrangieren und durchmogeln, ohne die frisch gewonnene Souveränität gleich wieder auf’s Spiel zu setzen. Und da könnte ein Verbleib in der Nato schon eine Option sein, weil er vor einem Angriff der anderen Nato-Staaten schützen würde.

  37. Oswald Spengler sagt:

    „Souveränität unter der Führung der deutschen Großbourgoisie, also unter der Fuchtel der deutschen Industrie- und Finanzkapitäne“

    Totale Fantasie.Es gibt derzeit weder „deutsche“ Finanzoligarchen noch Industriekapitäne.Die Deutschland AG wurde nachhaltig zerstört.Wenn sie ihre Wut an jemanden richten möchten dann bitte in Richtung der City of London.
    Wieso sollte man Großindustrie und Banken verstaatlichen ? Am Privatbesitz von Produktionsmitteln ist nichts auszusetzen.
    Seien bloß kein Sans culottes,Jakobiner !

    „Falls Prof. Schachtschneider oder Peter Scholl-Latour ja zum Verbleib in der Nato sagen, kann man sie nicht ernst nehmen“

    Nunja wenn man aus der NATO austritt, wofür ich ausdrücklich bin, bedeutet man sich dann selbst um seine Verteidigung sorgen muss – inklusive Volksheer/Miliz nach Schweizer Vorbild plus eigene Nuklearwaffen.

    „(die Sie als “Klasse definieren)“

    ja ja ich verstehe die Nationalisten schon-ich bin selbst einer – sie müssen vom Klassenbegriff von Marx wegkommen und hin zu dem von Machiavelli.Dass ist ein gravierender Unterschied.Denken in Klassen und Klasseninteressen ist überlebenswichtig.

  38. @ Latriner:

    Wie wär’s mit „Audi alteram partem“ als Kompromiß? Denn „enes Mannes Rede ist nur die halbe Rede, man soll sie billig hören beede“ könnte man auch so übersetzen, odder?

  39. Fatima Özoguz sagt: Dezember 29, 2012 um 18:46

    Das beseitigt vielleicht alle Unklarheiten:

    http://www.amazon.de/Latein-f%C3%BCr-Angeber-Gerald-Drews/dp/3809416258

    Ja, denn da finden wir: Audiatur et altera pars.

    Im Gegensatz zum ius Romanum. Auch bei Seneca finden wir’s nicht explizit, aber:

    „Qui statuit aliquid parte inaudita altera, aequum licet statuerit, haud aequus fuit.“ Medea, 2, 2, 199

    Daraus lassen sich dann alle in Rede stehenden Varianten ableiten.

  40. katzenellenbogen sagt:

    Ja, der „Standard“ gehört halt auch zu jenen öden Verlautbarungsorganen, die sich arrogant in ihrer völlig ungerechtfertigten Selbsteinschätzung als „Qualitätszeitung“ suhlen, dabei aber nichts anderes bieten, als die ewigen abgedroschenen Klischees der politischen Korrektheit zu verbreiten.
    Und dazu zählt eben auch das hysterische (oder kalt berechnete „Überall Nazis“ – Geschrei der diversen „Antifa“ – Grüppchen. Und so wurde eben auch COMPACT, das, wenn überhaupt etwas, vielleicht linksgaullistisch ist (Jürgen Elsässer als Charles de Gauche?) zum Opfer des „Du nix gut – du Faschist“ – Mobbings.
    Überhaupt frage ich mich, warum in unserer Leitkultur das linksbestialische Regime, im Gegensatz zum rechtsbestialischen, völlig vom Radar gekommen ist. Die Anregung, diese beiden extremen Unrechtsregime unter einem Gesichtspunkt zu sehen, wurde übrigens in der Nachkriegszeit im Wesentlichen von der jüdischen Linksintellektuellen Hannah Arendt gegeben und ist keineswegs nur eine Schnapsidee des bösen Ernst Nolte.
    Na, zum Schluss noch das: Da man als Österreicher ja nicht nur Standard & Co lesen möchte, hab ich einen der freien Weihnachtstage genützt, um vielleicht eine COMPACT – Ausgabe zu ergattern, aber leider gab es sie nicht einmal am Wiener Westbahnhof! (Dafür gleich zwei Stöße „konkret“, passend im schwarz-roten Teufelslayout. Brrr!)

  41. juergenelsaesser sagt:

    kazenellenbogen: In Österreich sind wir noch nicht am Kaiosk, aber im Abo: http://www.compact-magazin.com/abonnements/abonnement-ausland/

  42. Also: schnell hingesetzt, und die Sorgen (nicht nur ÖStandards – wie dort zitiert) zerstreut, oder? Wird doch ein Leichtes…
    Und könnte von Nutzen für den Selbsterhalt sein – wie ich den Laden kenne?

  43. Ja, genau! sagt:

    Immer wieder interessant zu beobachten, wie etablierte Medien ihre ganze Autorität und Deutungshoheit in die Waagschale werfen, um Compact & Co. zu diffarmieren – wo nötig auch völlig frei von Argumenten oder tieferem Verständnis – und als Resultat weiter Leser und Auflage bluten.
    Natürlich ist man sich wieder einmal sicher, dass man insbesondere letzteres Problem längst erkannt und es – genau wie die vermeintlich rechtsradikale Gesinnung von Compact – längst durchschaut hat: „Wir brauchen ein Leistungsschutzrecht!“ sprachen die Dinosaurier – und starben dennoch aus.

  44. kopfüber sagt:

    Was muß Prof. Turtur von seinen Kollegen, von seinen Studenten, von der Obrigkeit, von den Medien befürchten?

    Er sprach auf der 8. AZK in der Schweiz
    (Gute Qualität auf Youtube!)

    Da braut sich wohl was zusammen…

    Ein gesundes, frohes Neues Jahr wünsche ich allen, egal ob
    (noch) frei oder im Gefängnis oder unter Hausarrest!

    Gruß von der Nordsee

    PS.: Herr Elsässer, für die Referenten, die auf Ihrer Veranstaltung sprachen, brauchen Sie sich nicht zu schämen.

  45. Avicenna1968 sagt:

    @ schnehen

    In welcher Zeit leben Sie denn ? Schon in der Weltkriegsperiode war der nationale Bezug der imerialistischen Weltmachtkonkurrenz nur ein fadenscheiniger, und in der heutigen Zeit ist er`s umso mehr. Am Zerfall Jugoslawiens läßt sich studieren, wie die Strategen des Globalismus in ihrem Bestreben, die Nationalstaaten zu entmachten, das pseudo-nationale (nämlich tribalistische) Ressentiment der südslawischen Stämme anheizte – mit dem Ergebnis, daß Jugoslawien in Teilstaaten zerfiel, die, bis auf`s Messer miteinander verfeindet, jeder für sich zu klein sind, um dem Angriff des Globalismus zu widerstehen.

    @ Ozzy Spengler

    Eine teilweise Verstaatlichung der Großindustrien und – banken nach dem Muster des niedersächsischen VW-Gesetzes ist gar nicht zu vermeiden, wenn man den verdammten Heuschrecken nicht das Feld überlassen will.

  46. 9 11 pirat sagt:

    Man diese Hetzer sind echt nervig!Ich freue mich echt mal auf den Tag an dem diese Hetzer sich Entschuldigen!Gute Manieren haben die aufjedenfall nicht!

  47. alpha_bln sagt:

    Wenn man es sich antut diesen Schwachsinn „Standard“ im und anderswo zu lesen, man könnte „so’n Hals kriegen“, doch das bringt nix. Die wenigen lesenswerten Zeitungen und Zeitschriften werden vom Mainstream (der eh nur noch Einheitsbrei und, wenn es gut läuft, die halbe Wahrheit serviert) verunglimpft wo es nur geht.

    „Fragwürdig“, „…nah am rechten Rand“, also nicht Fisch nicht Fleisch, wenn nix mehr hilft wird die Keule gegen Rechts hervorgekramt. Genauso wie vor einiger Zeit mal eine Kampagne gegen die „Junge Freiheit“. Diese erfüllte laut deren Definition eine „Scharnierfunktion zum rechten Rand“.
    Was bilden sich diese selbsternannten Tugendwächter eigentlich ein?

    Ich bin froh, dass es „Compact“ gibt, versäume keine Ausgabe. Als ehemaliger Leser von „SPIEGEL“, zeitweise auch „focus“ oder „ZEIT“ boykottiere ich diese konsequent, nicht mehr einen roten Heller bekommen die von mir…

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