Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Mildernde Umstände für Mursi

Stabilität ist für Ägypten das Wichtigste

Vor dem Verfassungsreferendum in Ägypten wachsen die inneren Spannungen. Fast täglich Demonstrationen, zum Teil mit Gewalt. Es gab schon Tote.

Ich bekenne offen, dass ich mir über die Einschätzung der Lage nicht sicher bin, und rate auch anderen vor vorschnellen Urteilen ab. Die Opposition beklagt, dass die Verfassung „zu islamistisch“ werden wird und geht deswegen auf die Barrikaden. Um das beurteilen zu können, müsste man das Dokument aber sehr genau studieren. Hat das einer gemacht? Ein zweites kommt hinzu: Bei den bisher freiesten Wahlen gingen die islamischen Parteien als eindeutige Sieger hervor; ich glaub, die Muslimbrüder lagen bei 40 und die extremeren Salafisten bei etwa 20 Prozent.

Es ist logisch, dass ein Land mit derart starker islamischer Prägung die Scharia als Bezugspunkt seiner Verfassung wählt. Ein Teil der Proteste hat für mich denselben Zungenschlag wie vor drei, vier Jahren , als man den Ungarn vorgeworfen hat, seine neue Verfassung an das Christentum gebunden zu haben. Das eine ist das Recht der Ägypter, wie das andere das Recht der Ungarn – oder jeder anderen Nation. Entscheidender ist nicht der Verfassungsanspruch, sondern die Verfassungswirklichkeit: Wird der – zunächst vielleicht nur philosopisch-religiöse – Schariabezug der Verfassung in Gesetze gegossen, die die (starke!) Minderheit der Kopten diskriminieren oder die Frauen zu Bürgern zweiter Klasse machen? Das müsste strikt abgelehnt werden. Aber darüber habe ich noch nichts gelesen.

Mursi – im Unterschied zum extremen Flügel der Moslembrüder und im Unterschid zu den Salafisten, die wirklich ein faschistisches Potential haben – hat der Opposition einen weiteren Dialog über die strittigen Punkte angeboten. Diese hat abgelehnt! Die Gewalt bei den Demonstrationen der vergangenen Wochen – zum Beispiel beim Versuch der Erstürmung des Präsidentenpalastes – scheint mir von der Opposition ausgegangen zu sein, die Zelte von Mursi-Anhängern wegprügelten. Die Prügeltruppen der Opposition wurden in der ARD als dieselben identifiziert, die in den letzten Tagen von Mubarak für dessen Herrschaft geprügelt haben. Ein Desinformation? Jedenfalls: Der Sturm auf den Palast eines mit riesiger Mehrheit gewählten Präsidenten ist in jedem Fall eine nackte Provokation, dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung.

Ägypten braucht Stabilität, das ist das Wichtigste. Stabilität ohne Mursi und die Muslimbrüder ist nicht vorstellbar, es ist die mit Abstand die größte Volkspartei. Nur wenn die vernünftigen Teile der Opposition mit Mursi einen Komprmiss finden und die Salafisten, die wirkliche Gefahr, isolieren, kann das Land auf einen guten Weg kommen. Versinkt das Land im Chaos, nützt das nur dem Imperialismus (USA und Israel), die Ägypten unter Mursi fürchten – nicht weil es antiimperialistisch ist (Mursi ist ja leider gegen Assad und sehr irankritisch), sonder weil es mit seinen „durchwachsenen“ Positionen zwischen den Fronten in Nahost (Israel/Hamas, Assad/Opposition, NATO/Iran) vermitteln könnte.

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104 Responses

  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Mursi ist eine Steigerung von Mubarak plus Bart. Seine Scharia ist Wahhabitisch-salfistisch, damit ungültig. Auch er hängt am US-Gängelband und er und seine Klicke brauchen immer neue Dollars, um am Drücker zu bleiben. Leider ist es so, das Ägyptens Vorreiterrolle in der arabischen Welt nichts Gutes ahnen lässt: nämlich einen wahhabitisch-salafistischen Gürtel bis hin zum Iran. Überall wird es dann die grässliche Fratze einer Hochreligion zu sehen geben, die schliesslich und endlich via humanitärer NATO-Intervention ebenfalls platt gemacht werden soll.
    Aber das ist ja nur eine Facette im Mahlstrom der Geschichte, der nun Schritt um Schritt alles durcheinander wirbelt und unerbittlich seine Opfer fordert.
    Eine andere Facette ist natürlich Israel, dass mit den USA an einer gigantischen Höllenmaschine bastelt: http://www.politaia.org/israel/usa-bauen-in-israel-biowaffenlabore-und-atomare-bunker-von-us-steuergeldern/ Die psychische Pathologie des Zionismus und Antisemitismus erklärt ziemlich gut dieses Video: Defamation – Spurensuche einer Verleumdung – Keiner kann uns leiden, und wir sind stolz darauf… Wir vergeben nicht und wir vergessen nicht …In seinem Dokumentarfilm “Defamation – Spurensuche einer Verleumdung” sucht der israelische Regisseur Yoav Shamir nach “modernen” Erscheinungsformen von Antisemitismus. Provokant lotet sein Film die Grenze aus zwischen Antizionismus, der die Vorstellung eines jüdischen Staates ablehnt, und Antisemitismus, der Juden ablehnt. Wird ersteres dazu benützt, um letzteres zu entschuldigen?
    http://www.politaia.org/israel/defamation-spurensuche-einer-verleumdung-3sat/
    Hinweis: Die Metaphysik Avicennas enthaltend die Metaphysik, Theologie, Kosmologie und Ethik, Vorwort: „Wer die Bindung nicht kennt, der findet auch keine Lösung.“

  2. Ich tue mich ebenfalls schwer, diesen Mursi einzuschätzen. Manche sehen in ihm wieder einen „Mubarak mit Bart“. Allerdings ist so ziemlich alles besser als die Salafisten. Einen weiteren Salafistenstaat braucht niemand.
    Aber wie auch immer, es geht nicht, dass der Sitz eines gewählten Präsidenten gestürmt wird. Das ist ebenso demokratiefeindlich wie die Salafisten.
    Aber wenn es gegen einen „bösen“ Muslimbruder geht, kommentiert die „Zeit“ diesen Vorfall äußerst wohlwollend.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/aegypten-verfassung-proteste

    Ich hoffe wirklich, dass Mursi bezüglich Syrien und Iran seine Meinung ändert. Denn von Iran lernen, heißt Unabhängigkeit lernen, und es ist eine Schande, dass Ägypten von Weizenlieferungen aus den USA abhängig ist.

  3. Rudolf Steinmetz sagt:

    @Fatima Özoguz:
    Ob Muslimbruder oder Salafist oder Wahabi oder Qatari: wo ist der Unterschied? Niemand von ihnen hält sich an den Koran, denn dort steht beispielsweise nichts über Bomben, Köpfen, Foltern, Demonstrationen und sich gegenseitig Massakrieren. Dass sich Ägypten nicht mehr selbst versorgen kann (wie zur Zeit der Pharaonen) ist im Heilsplan der „City of London“ enthalten. Wer dem Westen nachläuft, wird durch den Westen umkommen. Und übrigens wollen einige dieser radikalen Bärtigen die Pyramiden sprengen, was zeigt, woher der Wind weht. Nämlich das letzte Tor zu Atlantis zuschlagen, und damit zur Quelle der adamitischen Uroffenbarung. Dieselbigen zerstören Sufi-Schreine, Derwisch-Tekken und die Gräber von den Sahabas und – wenn sie könnten – auch noch das Grab des Propheten Mohammed SAS in Medina. Generationen an fanatisierten Landsknechten, die nur eines gelernt haben: ihrem Ego freuen Lauf zu lassen und das Ego der anderen zu bekämpfen – Fundamentalisten eben, die keinerlei spirituelles Fundament haben.

  4. besucher sagt:

    „Vom Iran lernen heißt …. lernen“ dat kenn ich doch irgendwo her🙂 was macht eigentlich die Sowjetunion.
    Aber interessant dass Mursi hier als CIA-Marionette so wohlwollend wegkommt. Wahrscheinlich vor dem Hintergrund der Normativität des Faktischen?
    Die Ägypter haben zu über 50% islamistische Parteien gewählt, dann akzeptiert Jürgen mit Sicherheit auch dass die Israelis mit überwältigender Mehrheit immer wieder zionistische Parteien wählen, oder😉 ?

    @Fatima

    „und es ist eine Schande, dass Ägypten von Weizenlieferungen aus den USA abhängig ist.“

    Aha, wie kommt denn so etwas? Haben sie sich Ägypten mal angeschaut? Da ist Wüste und das Niltal. Im Niltal leben über 80 Millionen Menschen. Wie sollen die ernährt werden? Von Hosenknöpfen.
    Ägypten hat nichts und davon viel.

  5. Rudolf Steinmetz sagt:

    @besucher sagt:Da ist Wüste und das Niltal. Im Niltal leben über 80 Millionen Menschen. Wie sollen die ernährt werden?
    Mit ökologisch kluger Wirtschaft: Der Assuan-Staudamm (der übrigens ziemlich morsch ist) war ein großer Fehler, denn er verhindert die fruchtbare Nil-Übeschwemmung und deswegen müssen riesige Mengen Kunstdünger auf die Äcker etc. Ägypten hat mehr als Nichts, und davon sehr viel.

  6. Paul Singles UK sagt:

    Egypt needs above all stability. Then lots of irrigation (with desalinated water) in some desert areas close to the populated nile delta. Then a good vovational education for its youth to mobilize small and medium industry again.
    Who ever manages this may rule the country if he can.
    Only then Egypt will be able to get rid of the IMPERIUM which we all should pray for.

  7. schnehen sagt:

    Ich stimme Jürgen Elässer und Paul Singles zu:

    Ägypten braucht jetzt erst einmal Stabilität. Das Aufheizen der Spannungen durch die Opposition nützt nur dem Imperialismus und vor allem seiner internationalen Speerspitze, dem Kettenhund des westlichen Imperialismus: Apartheid-Israel, das sich jetzt schon die Hände reiben dürfte.

    Mursi ist mit etwa 52% der Stimmen vor ein paar Monaten zum Präsidenten gewählt worden. Der Kandidat der alten Mubarak-Kräfte kam auf 46%. Das heißt: Er hat ein klares demokratisches Mandat, so wie die Hamas im Januar 2006 klar die Wahlen vor der Fatah gewann und ebenfalls ein klares Mandat erhielt, was Israel zum Anlass nahm, Gaza zu blockieren, denn Israel liebt es nicht, wenn ein antizionistisches Regime demokratisch legitimiert wird. Es will Streit und Bürgerkrieg und Marionetten. Siehe Syrien.

    Es sind erst ein paar Monate vergangen. Um Mursi beurteilen zu können, brauchen wir mehr Zeit, brauchen wir zwei Jahre. Seine Vermittlung im Gaza-Krieg war eine Großtat. Das hätte Mubarak, der offen mit Israel paktierte und den Raffah-Übergang schließen ließ und so Gaza zu einem Freiluftgefängnis machte, nie geschafft. Außerdem hat er den zionistischen Botschafter nach Hause geschickt. Da, wo er hingehört.

    Vielleicht wäre Mursi gut beraten, die soziale Basis seines Kabinetts zu verbreitern und nicht mit dem Holzhammer zu regieren. Er sollte auch andere, revolutionäre Kräfte mit einbeziehen, damit sie nicht ins Mubaraksche Lager abdriften, sondern eine Chance bekommen, Post-Mubarak-Ägypten friedlich und einvernehmlich mítzugestalten. Der Anti-Zionismus böte die Basis dafür, auf den sich fast alle verständigen können.

    Es ist auch völlig klar, dass die neue Verfassung einen islamischen Charakter erhalten muss, dass die Scharia eingeführt wird, denn Ägypten ist nun einmal ein sehr stark islamisch geprägtes Land, und das muss sich auch in seiner Verfassung widerspiegeln.

  8. Hans mein Igel sagt:

    Das ägyptische Militär hängt am Dollartropf, und damit ist klar, wer dort der Herr im Hause ist.

  9. Ecki sagt:

    BREAKING NEWS: Moskau lässt Assad fallen!
    Russland hat zum ersten Mal öffentlich eine mögliche Niederlage von Präsident Baschar al Assad im syrischen Bürgerkrieg eingeräumt. „Man muss den Tatsachen ins Auge sehen – das Regierungsregime verliert mehr und mehr die Kontrolle über einen großen Teil des Territoriums”, zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-TASS Vize-Außenminister Bogdanow. Ein Sieg der Opposition sei möglich, so Bogdanow weiter. Seine Aussagen wurden von Beobachtern als Zeichen gewertet, dass sich Russland auf einen Machtwechsel einstellt und von Assad abrückt.

  10. juergenelsaesser sagt:

    Ecki: Nicht jeden Scheiß, den der Spiegel als „Beaking News“ plakatiert, auch glauben…

  11. juergenelsaesser sagt:

    Hans mein Igel: Sehr schlichte Analyse.

  12. Jakobiner sagt:

    Scharia ist ja nicht gleich Scharia–da muss man sich schon die jeweilige Interpretation und konkrete Auslegung ansehen.Man muss jedoch sehen, dass sich die FJP und Mursi deutlich von der AKP Erdogans unterscheiden. Als Erdogan Ägypten besuchte, hielt er eine Rede vor der Muslimbruderschaft, in der er dieser anriet Religion und Staat voneinander zu trennen.Bezeichnenderweise wurde auf der Seite der Muslimbruderschaft so alles über den Erdoganbesuch berichtet–vom Babykissing bis zu den Jubelchören–aber eben nichts über Erdogans guten Ratschlag eben keine Theokratie zu errichten. Man muss auch sehen, dass Morsi jetzt überall Klerikerämter einrichten will, die den Ägyptern den Islam eintrichtern sollen.Eine Art Reeductaion.Interessant ist hierbei die Ausage Mursis, dass Islam bedeute hart zu arbeiten und für sich selbst zu sorgen. Dies ist eine an die protzestantische Arbeitsethik anknüpfende Interpretation nd könte durchaus bedeuten, dass der Islam ala Mursi neoliberal aussehen könnte. Es ist auch richtig, dass es eine kleine Gruppe i der Opposition gibt, die Gewalt anwenden (Niederbrennen von Parteibüros der Muslimbruderschaft, zumal da auch jene Fussballhooligans wieder mitmischen), aber es gibt auch Schläger- und Terrortrupps der Muslimbrüder.Die Frage wird aber sein, wo die Armee steht. Ich schätze mal, die rmee ist auch mehr an Stabilität als an Demokratie interessiert. Ich glaube auch, dass sie schon einen Deal mit den Muslimbrüdern eingegangen ist, der ihr den Verteidigungshaushalt, den Verteidigungsminister, eine wesentliche Rolle im Nationalen Sicherheit, sowie die Wahrung ihres Wirtschaftsimperiums garantiert.Ich finde es aber trotzdem gut, dass die Opposition stark demonstzriert, denn diese Wahlen solle nicht die letzten gewesen sein wie im Iran, wo auch eine Verfassung per Volksentscheid eingeführt wurde und ein theokratisches System installiert wurde.

  13. Jakobiner sagt:

    „Der Anti-Zionismus böte die Basis dafür, auf den sich fast alle verständigen können.“

    Klasse, dann hat man einen äusseren Feind, auf denen sich alle einigen können und beschäftigt sich nicht mit den internen und strukturellen Problemen des Landes.Auf zum nächsten Nahostkrieg gegen Israel–da können sich dann alle einig sein und bekommt wieder eins deftig in die Fresse–so löst man Ägyptens Probleme!!!

  14. Jakobiner sagt:

    „Er hat ein klares demokratisches Mandat, so wie die Hamas im Januar 2006 klar die Wahlen vor der Fatah gewann und ebenfalls ein klares Mandat erhielt, was Israel zum Anlass nahm, Gaza zu blockieren, denn Israel liebt es nicht, wenn ein antizionistisches Regime demokratisch legitimiert wird“

    Was Sie aber dabei verschweigen: Die Hamas hat dann durch einen gewalttätigen Putsch im Gaza alle PLO-Leute verhaften und unterdrücken lassen und einen Gottesstaat errichtet, i dem es keine Opposition mehr gibt.Das also soll das Vorbild sein: Ich höre mir diesen Quatsch nicht länger an von den demokratischen Wahlen. Wahlen sind nur insofer die gewählte Partei keine Dikatur errichtet, die diese demokratischen Wahlen zu den eben letzten demokratsichen Wahlen machen. Genauso wurde Hitler durch demkratische Wahlen gewählt.Die Ergebnisse sind ja hinlänglich bekannt.

  15. Jakobiner sagt:

    Und auch damals hiess es: Deutschland braucht Stabilität.Die hat es ja dann auch bekommen. Stablilität um jeden Preis zu fordern, sit eine Einladung zur Tyrannei.Zudemkann Morsi diese Stablität ja recht einfach herstellen, indem er die Opposition in der Ausarbeitung einer Verfassung einbezieht und Minderheitenrechte, bzw. die anderen 48% auch einbezieht.Und nochmals zu demokratischen Wahlen: Bush jr. wurde auch zweimal demokratisch gewählt–die Ergebnisse sind auch hinreichend bekannt. Man sollte also diesen ganzen Demokratiequatsch nie so einseitig verabsolutieren.Mich interessieren eher konkrete politische Inhalte als die formale Zustimmung eines politisch unmündigen Mobs.In einem stimme ich aber J.Elsässer zu: Es hat bisher überhaupt noch keine Analyse oder Darstellung der neuen Verfassung ala Mulsbnrüder gegeben. Ist die denn nicht im Internet oder andersweitig recherchierbar?Wäre vielleicht einmal interessanter Füllstoff für einen zukünftigen COMPACT-Artikel.

  16. Das ist wirklich alles sehr verwirrend und widersprüchlich da unten. Ich denke, daß uns da einfach Informationen fehlen.

    Wir sehen einen Tanz der Schatten. Aber wir kennen die Choreographie nicht. Wir wissen nicht einmal, wer da welche Melodien aufspielt und in was sich die Dissharmonien auflösen sollen.

    Wir wissen nichts, gar nichts.

  17. Jakobiner sagt: Dezember 13, 2012 um 19:22

    Genauso wurde Hitler durch dem[o]kratische Wahlen gewählt

    Wenn die demokratische Wahl anmaßend und verblendet über das Demos hinausgeht, muß (!) sie letztlich zur Tyrannis führen.

  18. @ Altphilologen

    Demos (δῆμος) könnte man in einer gültigen Lesart als „Dorf“ übersetzen oder?

  19. Jakobiner sagt:

    Interessant, was mir ein US-amerikanischer Freund als neue Szenarios für den Greater Middle East hat zukommen lassen:

    Muslimbrüder kommen in Ägypten, Syrien, Jordanien an die Macht–Achse mit einem möglicherweise atomgerüsteten Iran (die Differenzen zwischen Muslimbrüdern und Iran beziehen sich vor allem nur auf Syrien, nicht aber in der gemeinsamen antizionistischen Zielrichtung gegen Israel)–Panislamische Achse Ägypten, Syrien, Jordanien, Iran. Gefahr eines neuen Nahostkrieges.Israel droht mit der Bombadierung des Assuanstaudamms, um Restägypten zu fluten. Ägypten wiederum droht mit der Sperrung des Suezkanals (paralell dazu vielleicht Iran mit der Sperrung der Strasse von Hormuz).
    Airseabattle muss ergänzt werden über die strategischen Punkte Pazifik , Persischer Golf–Suezkanal.Also schon sehr viel potentileer Sprengstoof im Führungsland der Sunniten–Ägypten.

  20. Jakobiner sagt:

    Als Lesetip zu Ägypten noch:“Marshallplan oder Chinas Modell?“

    http://www.global-review.info/2011/03/06/eu-marshall-plan-fur-arabische-demokratien/

  21. Jakobiner sagt:

    Zu Rudolf Steinmetz sagt:
    Dezember 13, 2012 um 13:05

    Mursi ist eine Steigerung von Mubarak plus Bart. Seine Scharia ist Wahhabitisch-salfistisch, damit ungültig.“

    Aus Ihren Äusserungen spricht die nackte Unkenntnis.
    Mursi ist kein Wahhabit, sondern eben ein traditioneller Muslimbruder.Die ägyptischen Salafisten sind Wahhabiten. Diese werden von Saudiarabien unterstützt und könnten innerhalb Ägyptens auch in Zukunft gegen Mursi genutzt werden, falls dieser sich zu sehr auf ein Bündnis mit Itran einlassen sollte.

    Genauso folgende Äusserung:

    „Leider ist es so, das Ägyptens Vorreiterrolle in der arabischen Welt nichts Gutes ahnen lässt: nämlich einen wahhabitisch-salafistischen Gürtel bis hin zum Iran.“

    Das wäre dann ein wahhabitisch.salfsitsicher Gürtel zwischen den Erzfeinden Iran und Saudiarabien.IRan ist weder salafsitsch noch wahhabitisch, noch die Muslimbrüder. Ihre Prognose könnte nur in Erfüllung gehen, wenn sich die Machtverhältnisse in Saudiarabien ändern–aber das wäre dann ein panislamischer-antizionitischer Gürtel von Ägypten bis Iran–worauf sich ja Planer im Pentagon jetzt schon drauf eistellen.

  22. rubo sagt:

    @schnehen:
    Bin ganz bei Ihnen, aber vergessen Sie nicht das Wahlergebnis in Algerien vor ca. 20 Jahren, islamische Parteien hatten gewonnen. Da war das Wahlergebnis dem Weltpolizisten und Frankreich auch nicht das gewünschte und man fegte es mit vielen Toten (wie immer bei dieser Bande) hinweg.
    Außerdem ist jeder Nachbar von Israel nie allein und über diese ägyptische Opposition mache ich mir meine Gedanken, zumal die lybischen und syrischen Erlebnisse noch frisch sind.

    @Jakobiner:
    Bei Parteiendemokratien weiß man nirgends, auch nicht in der BRD, was die gewählte Partei danach macht!
    Hätten Sie gedacht, daß die Koalition ein Königshaus ohne Parlament ein wichtiger Freund wird und Panzer bekommt?
    Natürlich finden Sie das SUPER mit der Kauderschen Begründung.

  23. Jakobiner sagt:

    Zu Rudolf Steinmetz:

    „Provokant lotet sein Film die Grenze aus zwischen Antizionismus, der die Vorstellung eines jüdischen Staates ablehnt, und Antisemitismus, der Juden ablehnt. Wird ersteres dazu benützt, um letzteres zu entschuldigen?“

    Der Punkt ist doch der: Nach der jahrhundetrelangen Geschichte christlichen Antijudaismus in Europa und Deutschland, der antisemitischen Dreyfussaffäre, osteuropäischen und russischen Judenpogromen sowie dem Holocaust kamen die Zionisten eben zur Schlussfolgerung, dass sie einen eigenen Staat brauchten. Der ist zwar auch höchst ungemütich, aber die Diaspora schätzten sie eben auch nicht. Ihnen wurde auch angeboten Israel in Uganda, in Madagaskar oder in China zu errichten. Sie haben sich aber dann mal für Palästina entscheiden, da es ihnen zu mühseelig wurdeDas sollte man mal akzeptieren, Israel ist eben Tatsache–zumal mit Atomwaffen ausgerüstet.Man sollte für das Existenzrecht Israels, der Palästinenser in den Grenzen von 1967 eintreten und alle Kräfte fördern, die diesen hsitorischen Kompromiss unterstützen.Alle anderen Kräfte isolieren.Nicht ewig in die Vergangenheit schaen, sondern in die Zukunft. Bezüglich Israels Reaktion uf die UNO-Aufwertung Palästinas durch die PLO mit einem Ausbau der Siedlungen zu reagieren, sollte einen EU-Wirtschaftsboykott gegen Israel und die Hamas nach sich ziehen, bis ebe beide Seiten einlenken.

  24. Jakobiner sagt:

    Eine interessante Tatsache ist, wie sich Nazideutschlands Antisemitismus und der Philosemitismus seines Achsenverbündeten Japans bemerkbar machten. Die Wurzel war diesselbe: Die Theorie wonach die Juden die Welt regierten, die Schlussfolgerungen aber völlig konträr:

    http://www.global-review.info/2011/03/24/japans-judenpolitik-1933-1945/

  25. Oswald Spengler sagt:

    „BREAKING NEWS: Moskau lässt Assad fallen!“

    Dass wird alle Nase lang berichtet.Wunschdenken.Genauso das Assad in den letzen Zügen liegt.Wenn es also stimmt dass die NATO Todesschwadronen von alleine siegen dann braucht es ja keine NATO mehr nicht wahr.

    „Die Hamas hat dann durch einen gewalttätigen Putsch im Gaza alle PLO-Leute verhaften und unterdrücken “

    Stimmt nicht , die PLO wollte damals gegen die HAMAS putschen und dies wurde vereitelt.

    „Ägypten braucht Stabilität, das ist das Wichtigste“

    Mursi hat vorallem einen Fehler den ich ihm ankreide , er hat sich dem Diktat des IWF gebeugt, dem der Wucherer.
    Neben den Subventionen für Brot ,Backöl und Sprit , die gekürzt wurden ist die Wirtschaftsleistung am Boden.Wo ist der Punkt Mubarak zu stürzen wenn danach dem ägyptischen Volk die Kehle zugedrückt wird ? Es ist allbekannte Taktik des IWF und anderer globalistischer Organisationen Reformen zu fordern die vorallem eines bewirken Unruhe,Aufstände und Verarmung.Die Muslimbrüder hatten ihren Ruf als Verteidiger der Armen, der Kleinbauern – jetzt verspielen sie ihn als Erfüllungsgehilfen der Zinswucherer womit gerade Mursi sich gegen den Quran stellt.
    Man beachte die Aufstände in Jordanien.Dort wurden auch die Subventionen gekürzt oder abgeschafft.Die Folge die Menschen rebellieren.

  26. Andreas M. sagt:

    @Elsässer

    „Der Sturm auf den Palast eines mit riesiger Mehrheit gewählten Präsidenten ist in jedem Fall eine nackte Provokation, dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung.“

    Zur Demokratie gehört nicht nur das gewählt werden, sondern auch, sich an demokratische Spielregeln zu halten, nachdem man gewählt wurde.

    Mursi hatte versucht, per Dekret die Justiz kaltzustellen und seiner Hereschaft damit absulutistische Macht zu verteilen.

    Das ist nichts anderes als ein Staatsstreich.

    Übrigens: Hitler wurde auch demokratisch gewählt…….

  27. schnehen sagt:

    Noch ein Wort oder zwei zu Ägypten:

    Was Ägypten jetzt braucht, um das Land aufzubauen und zu demokratisieren nach über 30 Jahren Mubarak-Diktatur sind drei Sachen: Stabilität, Stabilität, Stabilität. Das hat Jürgen Elsässer gut herausgearbeitet. Diese Stabilität will der Imperialismus nicht. Er will Chaos, Bürgerkrieg und ein ähnliches Szenarium für Ägypten wie für Syrien; er will den Bürgerkrieg, um Israel das Leben wieder leichter zu machen und darauf sein Süppchen zu kochen wie in Libyen.

    Wie kann diese politische Stabilität erreicht werden?

    1. Durch eine neue Verfassung, durch das Verfassungsreferendum, um die alten Mächte, die das Mubarak-Regime gestützt haben, auf den parlamentarischen Prozess zu verpflichten und ihre alte Staat-im-Staate-Position aufzugeben.

    Die Mubarak-Justiz hat das Parlament, in dem die Moslembruderschaft 50% und die Salafisten 25% der Sitze besaßen, durch die ersten freien Wahlen nach 30 Jahren Mubarak-Diktatur einfach per Dekret aufgelöst, und ausgerechtnet diese Kräfte werfen jetzt Mursi vor, mit Dekreten zu arbeiten. Mursis Ermächtigunsdekret, das er jetzt zurückgenommen hat, war nur die Reaktion darauf. Durch eine neue Verfassung, die vom Volk getragen würde, würde Mursi solche Dekrete nicht mehr brauchen und eine stabilere Basis erhalten, um seine Amtszeit als demokratisch gewählter Präsident fortzusetzen. Auch im Iran gab es nach der Revolution von 1979 ein Verfassungsreferendum, in dem sich weit über 90% der iranischen Bevölkerung für die islamische Verfassung aussprachen. Diese Verfassung hat dem Iran die Stabilität gebracht, die dieser so dringend brauchte, um das Land aufzubauen und es gegen die Komplotte des Imperialismus zu immunisieren.

    Der Verfassungsentwurf, den Mursi vorgelegt hat, garantiert übrigens auch die Rechte von Minderheiten.

    Ich bin sicher, dass Mursis Verfassung eine Mehrheit finden wird, und dass dadurch auch die Macht des Militärs in einem weiteren Schritt (den ersten Schritt hat Mursi bereits getan mit der Absetzung von Tantawi) zurückgedrängt werden kann.

    2. Die linken und revolutionären Kräfte sollten nicht auf den Zug der alten Kräfte des Regimes aufspringen und sich von ihnen instrumentalisieren lassen und Mursi das Leben schwer machen, sondern ihm eine Chance und ihm die Gelegenheit geben, neue Erfahrungen in seinem neuen Amt zu sammeln und sich für die neue Verfassung aussprechen.

    Wir dürfen auch nicht übersehen, dass die Moslembruderschaft jahrzehntelang im Untergrund gekämpft und den Widerstand gegen das Mubarak-Regime organisiert hat. Sie ist wie die Hamas eine Widerstandsorganisation. Aber sie darf nicht den Fehler machen, andere säkulare Kräfte, die auch jahrzehntelang im Untergrund unter Lebensgefahr gegen das tyrannische, US-hörige und israelfreundliche Regime gekämpft haben, wie die Bewegung 5. April und viele andere, auszuschließen. Mursi muss sie einbeziehen! Er muss alle anti-Mubarak-Kräfte, alle Kräfte, die an Mubaraks Sturz gearbeitet haben, sammeln und ihnen eine Plattform geben. Das schafft Stabilität, die so nötig ist, um den Demokratisierungsprozess fortzusetzen. Denn wenn er es nicht tut, werden andere Kräfte dies tun, die des alten Regimes nämlich, das noch lange nicht abgetreten ist, auch wenn der Diktator nicht mehr am Ruder ist.

    3. Mursi darf sich nicht auf den IWF einlassen und sich dort Kredite holen, was er anscheinend vorhat. Das wäre ein ganz schlimmer Fehler, weil solche Kredite immer an politische Bedingungen geknüpft sind. Damit würde er den Zugewinn an Souveränität durch die neue Verfassung wieder verspielen.

    4. Mursi muss sich klar für Assad aussprechen und die Widerstandsachse gegen Israel unterstützen und aufhören, die antisyrische Politik der Türkei und Qatars gutzuheißen.

  28. Jakobiner sagt:

    Zu Oswald Spengler:

    „Stimmt nicht , die PLO wollte damals gegen die HAMAS putschen und dies wurde vereitelt.“

    Klar und die NSDAP musste einen Putsch der Kommunisten nach dem Reichtagsbrand verhindern. Lieber Oskar, da sie kein Lafontaine sind, bleiben sie eben ein Ewiggestriger, der sich die Tatsachen nach eigenem gusto zurechtbiegt.

  29. Jakobiner sagt:

    Zu Oswald Spengler sagt:
    Dezember 13, 2012 um 21:17

    “BREAKING NEWS: Moskau lässt Assad fallen!”

    Dass wird alle Nase lang berichtet.Wunschdenken“

    Naja, die FSA hat Teile Damaskus erobert, schiesst mit plötzlich aufgetauchten Antiluftraketen MIGs und Hubschrauber Assads ab und kontrollierte schon mal zeitweilig den ganzen Flughafen über den die russischen Waffenlieferungen kommen. Ich schätze es eben schon so ein, dass um Weihnachten/Neujahr der Endkampf ablaufen wird. Fröhliche Weihnachten auch für das, was danach kommt!!!

  30. Andreas M. sagt:

    @ Spengler

    „Die Muslimbrüder hatten ihren Ruf als Verteidiger der Armen, der Kleinbauern – jetzt verspielen sie ihn als Erfüllungsgehilfen der Zinswucherer womit gerade Mursi sich gegen den Quran stellt.“

    Nun das ist der Unterschied zwischen Opposition und Regierung. Wenn man in der Opposition ist, kann man viel reden und versprechen, wenn der Tag lang ist. Zahlltag ist, wenn man selber die Verantwortung trägt und feststellt, dass die ganzen Wunschträume, von denen man geredet hat, nicht auf Bäumen wachsen, sondern erwirtschaftet werden müssen.

    Und was das angeht, befindet sich Ägypten in einer präkeren Lage. Denn Ägypten hat kein Öl wie die anderen Araber, dafür aber viel zu viele Menschen und die meisten von denen, stehen kurz davor, sich fortzupflanzen.

    Das einzige was die haben sind die Touristen, die jedoch proportional abnehmen werden, je mehr Islam eingeführt wird.

    Auf Ägypten kommen schwere Zeiten zu.

    „Denn von Iran lernen, heißt Unabhängigkeit lernen“

    Das war eindeutig der Witz des Tages, heute. Gratuliere!

  31. Jakobiner sagt:

    Zu Andreas M.
    „Zur Demokratie gehört nicht nur das gewählt werden, sondern auch, sich an demokratische Spielregeln zu halten, nachdem man gewählt wurde.“

    Accord, diese pseudodemokratische Geschwätze von demokratischen Wahlen und Volksetnscheiden für Diktatoren muss mal ins rechte Licht gerückt werden. Wenn ein gewählter Politiker nicht mehr die Macht abgeben will, ist er eben ein Dikator und sollte mit allen Mitteln abgesetzt werden.

  32. Jakobiner sagt:

    Zu Rubo:

    @Jakobiner:
    Bei Parteiendemokratien weiß man nirgends, auch nicht in der BRD, was die gewählte Partei danach macht!

    Dass sich diese Parteien sich nicht an ihre Wahlversprechungen halten, okay. Aber bei allen Parteien von CSU bis Linkspartei ist man sich doch sicher, dass sie keinen wegen einer Teilnahme an z.B. einer Souveränitätskonferenz oder dem Veröffentlichen zustimmender Kommentare zu J. Elsäser in ein KZ sperren.Und bisher haben diese demokratsichen Parteien immer wieder der anderen die Macht überlassen nahc der Wahl.So what?

  33. Yilmaz sagt:

    @ Rudolf Steinmetz sagt: Dezember 13, 2012 um 13:48

    sehe das auch so!

  34. Jakobiner sagt:

    Zu Oswald Spengler:

    „Mursi hat vorallem einen Fehler den ich ihm ankreide , er hat sich dem Diktat des IWF gebeugt, dem der Wucherer.“

    Passt dies denn nicht zu dem von Mursi proklamierten Islam, wonach dieser harte Arbeit und jeder sei sich der nächste verkündet.Nach dieser islamischen FDP-Variante der protzestatischen Arbeitsethik, fehlt nur noch die calcinistische Ausrichtung, wonach der der reich ist von Allah ausersehen sei.Passt dies nicht dazu, dass Mursi und die Muslimbruderschaft die Landreform Nassers, Sadats und Mubaraks rückgängig machen wollen und die alten Grossgrundbesitzer wieder einsetzen wollen?Eröffnet man damit nicht auch ausländischem Landgrabbing Türen und Tore?Passt dies nicht dazu, dass Mursi keinen staatlichen Sozialstaat will, sondern die ganze charity unter Beaufsichtigung der Muslimbruderschaft lassen will. Kurz: Wir nehmen euch das ganze Jahr aus und spenden dann mal was an Ramadan. Und wer bedürftig ist, muss bei den Religiösen betteln und ihnen Dankbarkeit zeigen.Durchaus IWF-kompatibel, es sei denn die Chinesen mischen sich da noch ein.

  35. juergenelsaesser sagt:

    Jakobiner: Sie können nicht bestreiten, dass Hamas die Wahl damals gewonnen hat. Oder? Na, dann aber her mit den Fakten!

  36. Oswald Spengler sagt:

    “ Lieber Oskar, da sie kein Lafontaine sind, bleiben sie eben ein Ewiggestriger, der sich die Tatsachen nach eigenem gusto zurechtbiegt.“

    Und sie erfinden einen Putsch, die HAMAS kam damals der Fatah zuvor die Macht im Gazastreifen an sich zu reißen.Der Westen hätte sich wie immer halt einfach danebengestellt und gesagt man kann da nix machen.
    Zur Erinnerung die Präsidentengarde war damals verantwortlich für Entführung und Tötung von HAMAS im Gazastreifen außerdem hat man sich geweigert den Anweisungen der gewählten Hamas Regierung Folge zu leisten.Was ist dass wohl außer ein Putsch.
    Und jetzt hören sie auf ständig zu lügen.Ich habe weder was zu einem Bombenkrieg noch jemals was zum Reichstagsbrand geschrieben.Dass saugen sie sich aus den Fingern.

  37. Hans mein Igel sagt:

    Lieber Herr Elsässer.

    Eine schlichte Analyse ist: eine Analyse.

    Ohne das dollarabhängige Militär mit Polizeigewalt wäre Mursi diese Woche schon Geschichte gewesen.

    Ob Mursi selbst oder die Generalität eine direkte Leitung zu Clinton und Co. haben, kann ich nicht beurteilen. Aber das beide Seiten sich im Krisenfall von dort eher als vom Volk beraten lassen, ist doch offensichtlich und entspricht auch dem Kontinuum der kolonialen Abhängigkeit.

    Zum anderen: Die „Revolution“ des ägyptischen Volkes ist keine Revolution, sondern eine (Hunger-) Revolte. Die Revolution selbst wurde in USA konzipiert. Und die Revolte als taktische Maßnahme ist die Dienerin der Revolution. Das strategische Moment lag und liegt nach wie vor in USA. Und diese Revolution wird maßgeblich über das ägyptische Militär mittels Dollar in einem für die USA angenehmen Gleichgewicht gehalten.

    Wird die militärische Führung zu volksnah, rollen Generals-Köpfe. (Erdowahn macht es nicht anders.)

    Noch Fragen Herr Elsässer?-

  38. Jakobiner sagt:

    Zu Jürgen Elsässer: Ich habe nie bestzritten, dass die Hamas die Wahlen gewonnen hat.Das waren aber die letzten Wahlen, da sie die Demokratie und die PLO dann mittels eines Putsches beseitigte und einen Gottesstaat errichtete. Khomeini hat auch über die neue Verfassung des Iran abstimmen lassen und eine Mehrheit war dafür–eine Theokratie wurde errichtet.Damit war es auch Schluss mit der Demokratie.Für mich sind demokratische Wahlen nur insofern demokratisch, insofern diese dann eben nicht die letzten Wahlen waren und die Machthaber auch bereit sind sich wieder demokratischen Wahlen zu stellen und gegenfalls eben wieder die Macht an die Opposition zu übergeben, sollte diese gewählt werden.

  39. Jakobiner sagt:

    Zu Schnehen:

    „Aber sie darf nicht den Fehler machen, andere säkulare Kräfte, die auch jahrzehntelang im Untergrund unter Lebensgefahr gegen das tyrannische, US-hörige und israelfreundliche Regime gekämpft haben, wie die Bewegung 5. April und viele andere, auszuschließen. Mursi muss sie einbeziehen! Er muss alle anti-Mubarak-Kräfte, alle Kräfte, die an Mubaraks Sturz gearbeitet haben, sammeln und ihnen eine Plattform geben. Das schafft Stabilität, die so nötig ist, um den Demokratisierungsprozess fortzusetzen.“

    Ganz meine Rede.Es liegt an Mursi die säkularen Kräfte einzubinden–am besten wäre eben eine gemeinsam ausgearbeitete Verfassung, die für beide Gruppen akzeptabel ist. Aber das Macht Mursi bisher nicht. Er setzt ihnen eine Verfassung nach gusto der Muslimbruderschaft vor und stellt die zur Abstimmung.

  40. Rudolf Steinmetz sagt:

    @Jakobiner sagt: Dezember 13, 2012 um 20:47
    Zu Rudolf Steinmetz: “Provokant lotet sein Film die Grenze aus zwischen Antizionismus, der die Vorstellung eines jüdischen Staates ablehnt, und Antisemitismus, der Juden ablehnt. Wird ersteres dazu benützt, um letzteres zu entschuldigen?”

    @Jakobiner spricht diesen Film an: http://www.politaia.org/israel/defamation-spurensuche-einer-verleumdung-3sat/
    Dabei referiert er viele falsche Fakten. Nur soviel: Als Theodor Herzl den Gründungskongress für den Zionismus in München abhalten wollte, da liessen ihn die Münchner Juden nicht in die Stadt, und er musste nach Basel ausweichen. Auch heute distanzieren sich viele Juden von der zionistischen Version der jüdischen Unheilsgeschichte, wie etwa die Juden im Iran. Al diese Juden (vor allem jene, die an Jesus Christus den Messias glauben!) fühlen sich explizit durch die rassistische Politik Israels wie auch die der offiziellen US-Juden bedroht und lehnen diese radikal ab, so wie in diesem sehr sehenswerten Video dargestellt. Äusserst abstossend finde vor allem die Instrumentalisierung des Holocaust zum obligatorischen Brainwashing der israelischen Jugend. Interessant auch in diesem Video, dass Normen Finkelstein (Die Holocaust-Industrie) seinen Professorenjob auf das Betreiben der Zionisten hin verloren hat.

  41. „Passt dies denn nicht zu dem von Mursi proklamierten Islam, wonach dieser harte Arbeit und jeder sei sich der nächste verkündet.Nach dieser islamischen FDP-Variante der protzestatischen Arbeitsethik, fehlt nur noch die calcinistische Ausrichtung, wonach der der reich ist von Allah ausersehen sei“

    Wo hat Mursi denn das verkündet? Falls das so ist, dann erinnert mich das eher an Fethullah Gülen, so eine Art Neoliberaler auf islamisch. Und das wäre für Ägypten nicht gut, eben weil es kapitalistische Auswüchse wie Landgrabbing begünstigen würde.

  42. rubo sagt:

    Irgend jemand hat mal klug gesagt: „Wenn Dich Dein Feind lobt, hast Du was falsch gemacht“

    Ria novosti 23:35: US-State Department lobt Moskau für „Anerkennung der Realitäten“ in Syrien

    Hat jetzt Putin den gleichen Fehler wie Medwedjew bei der UN-Abstimmung zu Lybien gemacht?
    Oder ist den Russen ihr Hemd näher als Syrien?
    Auf jeden Fall haben USrael und Nato den wiederholten Beweis für die Wirksamkeit ihrer Destruktuierungsstrategie und sie werden sie mit verfeinerter Logistik fortsetzen. Wer ist der nächste?

    Wieder ein Beweis, daß nackte militärische Überlegenheit zum Ziel führt – heute wie seit Menschengedenken.

    Was unterscheidet den Menschen vom Affen? — Waffen!!

    Werden Merkel und de Maziere weinen, daß sie ihre Bußbereitschaft – ich meine Bündnispflicht – nicht beweisen können?

  43. Was mir grundsätzlich ziemlich auf den Nerv geht: Egal wo über Wahlen in islamischen Ländern diskutiert wird, es müssen diese unsäglichen Hitlervergleiche kommen „Hitler wurde auch demokratisch gewählt.“ Ja und, ist das jetzt ein Argument, denen, die in westlichen Augen „falsch“ wählen könnten, die Demokratiefähigkeit abzusprechen? Soll man ihnen wieder einen Diktator vorsetzen, nur weil sie „zu dumm“ zum Wählen sind? Also mit anderen Worten: Demokratie ist nur dann gut, wenn das Ergebnis dem Westen passt. Beispiele dafür gab es viele, nicht nur die Wahl der Hamas im Gazastreifen, sondern auch in Algerinen. Dort gewann die FIS, eine gemäßigte islamische Partei, 1991 die Parlamentswahlen . Die vom Westen unterstützte Militärregierung annullierte die Wahlen, die Führer Madani und Benhadj wurden verhaftet, es entstand Bürgerkrieg unter Bildung von militant-salafistischen Gruppen wie GIA, die viele Anschläge verübten.

  44. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Jakobiner: „… Aber bei allen („brd“)-Parteien von CSU bis Linkspartei ist man sich doch sicher, dass sie keinen wegen einer Teilnahme an z.B. einer Souveränitätskonferenz oder dem Veröffentlichen zustimmender Kommentare zu J. Elsäser in ein KZ sperren…“

    Richtig!

    DESHALB nicht.

    Sie können also auch in Zukunft zustimmende Kommentare von sich geben. Es gibt aber durchaus Fälle, wo mit Zustimmung aller „staatstragenden“ Parteien in der „brd“ Dissidenten lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt werden, weil sie gewaltfrei (versteht sich) Streitfragen zur Diskussion gestellt haben, von denen die „Vasallen“ (BRZEZINSKI) nichts hören wollen (dürfen).

    Lebenslänglich wegen gewaltfreier Meinungsäußerung.

    Und nicht einmal ein Nobelpreis…!

  45. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    Ägypten:

    Die Situation ist kaum zu durchschauen, eine zweischneidige Sache, die auf der Grundlage der bisherigen Informationen kein Urteil zuläßt.

    Mursi hat sich selbst per Dekret (nicht etwa durch legale Abstimmung im Parlament) diktatorische Vollmachten verliehen. Nach allen anlegbaren Maßstäben ist er also ein Diktator.

    Immerhin noch besser, als er wäre ein Hampelmann, der nichts zu sagen hat und auch nichts tun will, aber eine „demokratische“ Fassade aufrechterhält. Die formale Demokratie in den USA und den europäischen Ländern verdeckt die Abhängigkeit von „Ich-weiß-nicht-wem“ nur mehr sehr mühsam. Ist eine „Vasallen“-Herrschaft etwa keine Diktatur?

    Also keine Aufregung, wenn irgendwer sich offen als Diktator darstellt: Offene Diktaturen gibt es in vielen Ländern der Erde und verdeckte noch sehr viel mehr.

    Es kommt darauf an, was Mursi WILL, was er für Projekte vor hat. Und das weiß keiner!

    Eine von Staats wegen oktroyierte „Verfassung“ ist keine, das wissen die „brd“-Bürger nur allzu gut. Die par ordre Mursi „vorgeschlagene“ sogenannte Verfassung ist gerade so viel wert, wie wenn Schräublelocker eine EU-„freundliche“ sogenannte Verfassung durchdrückt mit den (immer weniger werdenden) Stimmen der „brd“-Bürger, die noch zu Wahlen und Abstimmungen gehen, um „das kleinere Übel“ zu wählen.

    Andererseits, wenn die Unzufriedenen im Dezember mit irgendwelchen Milizen den Präsidentenpalast stürmen, nennt man das dann nicht „Revolution“, Oktoberrevolution?

  46. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    MÖGLICHE MURSI-Projekte:

    Mursi hat keineswegs sein Selbstherrscher-Dekret zurückgenommen, sondern nur eine Klausel daraus.
    Formal verfügt er also über die absolute Macht im Staate.
    kann er sie behaupten, dann wird er (vom Volk) daran gemessen werden, was er damit zustandebringt.

    Probleme hat Ägypten nun wahrhaftig genug. Will er einige davon lösen, dann hat er einen Haufen konstruktiver Arbeit vor sich.

    Es gibt also zweierlei Gefahr für ihn und für Ägypten:
    Einerseits die, daß ein wohlmeinender Mursi von gewaltsamen Demonstranten aus der Macht geprügelt wird, die vom Ausland aus gesteuert werden (Beispiel Libyen, Syrien, Kerenski).
    Andererseits die Gefahr, daß Mursi überhaupt nicht „wohlmeinend“ ist und seine formale macht dazu mißbraucht, ein weiterer Vasall des „Westens“ zu werden.

  47. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    SCHARIA:

    Enthält der Vorschlag eines „Grundgesetzes“ den Verweis auf „die Scharia“, dann ist das gefährlich. Denn die Auslegungen, was das bedeutet, reichen von vernünftigen Regelungen zum Geld- und Kreditwesen, über vernünftige Richtlinien zur Volksgemeinschaft und karitativen Fürsorge hin zu Frauenunterdrückung, Mord an Ungläubigen, Handabhacken und Steinigung. Ein Pauschalbezug zur Scharia könnte dem Staat die Grundlage entziehen.

    Es ist klar, daß ein islamisches Land die Grundzüge seiner Identität in seiner Verfassung sehen will. Wir sollten tunlichst darauf verzichten, da die Maßstäbe unserer Identität anzulegen. Aber die Gefahr willkürlicher Auslegung müßte dadurch vermieden werden, daß die Regelungen aus der Scharia explizit angeführt werden: „In Übereinstimmung mit der Scharia soll das Kredtitwesen folgendermaßen geregelt werden…“

  48. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Jakobiner: „Russische Pogrome“

    Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen das Werk von Solschenizyn: „200 Jahre zusammen“.

    Eine minutiöse Zusammenstellung der Rolle des Judentums in Rußland und Osteuropa, die gängige Vorurteile korrigieren hilft.

  49. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Ressourcen von Ägypten

    Öl ist nicht alles.
    Ein visionärer Intellektueller aus Österreich hat folgenden Vorschlag einer internationalen Kooperation gemacht, an der Ägypten stark profitieren könnte.

    Es gibt in Libyen, gleich hinter der Grenze, eine Landsenke unter dem Niveau des Meeresspiegels. Man könnte Nilwasser durch einen Tunnel in diese Senke pumpen. Die Energie für die Pumpen könnte teilweise durch Stromgewinnung aus den in die Senke abstürzenden Wassermassen geliefert werden.
    Es entsteht dann ein libyscher Binnensee, der eine Klimaveränderung in der Region bewirken würde. Er würde auch Wasser für die Bewässerung der Wüste liefern. Aufforstung wäre möglich.

    Sonnenfarmen auf verbleibenden Wüstenflächen könnten ganz Europa mit Strom versorgen.

  50. Andreas M. sagt:

    @Jakobiner

    „Wenn ein gewählter Politiker nicht mehr die Macht abgeben will, ist er eben ein Dikator und sollte mit allen Mitteln abgesetzt werden.“

    Das sehe ich ganz genauso, inbesondere die Formulierung mit ALLEN Mitteln. Ich habe keinerlei Probleme damit, dass Gewalt angewendet wird, um einen Gewaltherrscher zu stürzen, wenn es friedlich eben nicht geht.

  51. Claudia Wädlich sagt:

    @Jakobiner:
    Nicht Israel droht mit der Sprengung des Assuanstaudammes, sondern die USA haben damit 1997 gedroht, wie ich 1998 in Ägypten aus verlässlicher Quelle erfahren habe. ( Ali Hassan, der Neffe von Dr. Ali Hassan )

    Und Ihre Einschätzung, Herr Elsässer, ist typisch für diejenigen, die dieses Land nicht kennen.
    Mursi ist eine 100 % ige Amimarionette. Er wurde von den Mainstreammedien in den Himmel gehoben, als er angeblich und nicht die soufflierende Clinton für den Waffenstillstand eintrat. Sie fliegt zurück und er führt sofort aus, was sie und brezinzki, ihr Sicherheitsberater schon lange wollen, reisst die ganze Macht an sich, hebt die Gewaltenteilung auf. Lügt den Leuten was vor.
    Die Amis wollten Mubarak weghaben, um Mursi, der einen US-Hintergrund hat, durchzudrücken. Er macht schön die Aussenpolitik, die Brezinzki und Yinon vorgedacht haben. Auch die Auflösung der Grenzen hat er in seiner Planung.
    Und wer sagt denn, dass es bei dieser Wahl mit rechten Dingen zugegangen ist. Die USA sind doch, was solche Manipuliermethoden angeht, sehr gewieft. Man denke nur daran, wie Bush sich in Florida damals gegen Al Gore durchgesetzt hat. Natürlich sind auch in der Opposition Kräfte, die für die CIA, für die USA arbeiten. Wie El Baradei.
    Dennoch sind die vielen Ägypter, die ich kenne und die meisten im Land und nicht nur die wenigen auf dem Tahrirplatz, die nicht einmal die 20 Millionenbevölkerung in Kairo ausmachen, für eine echte Demokratie und nicht für die US-Machtspiele, wozu auch Bürgerkrieg, Uneinigkeit gehört, was die Ägypter wirtschaftlich runterfährt.
    Mursi ist kein demokratischer Kandidat und die Ägypter weltoffen. Der schleichende Prozess der Umwandlung in eine geschlossene rückwärtsgerichtete Gesellschaft wie in Saudi – Arabien hat längst eingesetzt.
    Die Muslimbruderschaft ist nach ihrem Attentat auf Präsident Nasser in die USA gezogen, sind dort zu grossen Vermögen gelangt. Warum ? Weil sie von den USA in Ägypten gegen zuviel Unabhängigkeitsstreben aufgebaut und installiert werden sollten. Eine Art extremistische und diktatorische Globalisierung, die in ihrer Polarisierung den USA immer eine Hintertürchen für ein Eingreifen offenhält, sollten sie plötzlich ihre Ziele ändern.
    Die Muslimbrüder sind keine Ägypter im unabhängigen Sinne wie Mubarak, der sich im Sinne eines nach Unabhängigkeit strebenden Nordafrikas, gegen das Militärbündnis unter amerikanischer Führung africom gewehrt hat und gegen viele weitere US-Pläne wie den Rettungsschirm gegen Iran und Militärbasen in Ägypten.
    Die Nato, die Terroristen aus Katar, Saudi – Arabien, al Qaida hätten in Libyen und Syrien unter Mubarak nicht so einfach über diese Länder herfallen können. Mubarak wollte auch, dass Assad eine Chance zur Friedensbewährung eingeräumt wird. Mit seinem Sturz hat sich die Lage in Nordafrika und Nahost in die von Brezinzki gewünschte Schieflage begeben. Mursi wird schön bei Fuss sein, was US-Pläne angeht. Seine Kinder sind in den USA , und im Altertum waren sie dann Geiseln für die Macht.
    Und die Einführung der Scharia ist genauso fundamentalistisch wie die Regeln der Sekten in den USA.
    Es besteht ein erhebliches Interesse dieser Sekten, überall auf der Welt ihre Diktaturen einzuführen.
    Und mit Religion hat die Muslimbruderschaft nichts zu tun.
    Das Al Azhar Institut hat Mursi am meisten gerügt.
    Von ihr gingen immer gemässigte und weise Hinweise aus. Ich erwähne ihre Rolle auch in meinem Roman “ Das Sonnenschiff “ . Sie verlangten,dass er seine Vollmachten annullieren und sich mit allen Gruppierungen an einen Tisch setzen solle, ohne Vorbedingungen.
    Die rechtslastige NZZ hat in ihren Artikeln Mursi in den Himmel gehoben, entgegen den Ägyptern, die mich gebeten haben, mit der falschen Berichterstattung westlicher Medien aufzuräumen. Und dazu gehört auch ihre Ablehnung fundamentalistischer Parteien und Strömungen. Die Amerikahörigkeit der NZZ ist bekannt. Das weiss ich von Leuten, die bei dem Blatt gearbeitet haben.

  52. @Dr. Kümel: Scharia ist der neue Kampfbegriff DES Westens GEGEN den Islam geworden, aber es ehrt Sie immerhin, dass Sie der Scharia auch „vernünftige“ Regelungen zuerkennen. Übrigens muss es auch in einem System, in dem nach der Scharia geurteilt wird, nicht zwangsläufig Handabhacken oder Steinigungen geben, das beste Beispiel ist der Iran. Woanders gibt es wenn überhaupt dann nur eine Möchtegern-Scharia.

    @Jakobiner: Die Volksabstimmung, die Imam Khomeini seinerzeit abhielt, drehte sich allein darum, wie das Land regiert werden sollte, und nicht um seine Person. Also um das Grundgesetz, wenn man so will.
    Nach Ihrer Definition müsste ja dann alle paar Jahre eine Abstimmung über das GG in Deutschland stattfinden, ob man es überhaupt noch haben will. Aber hier gilt das GG als nicht verhandelbar, und Änderungen kann man nur mit einer 2/3-Mehrheit erreichen, wenn ich recht informiert bin. Warum soll dann das System in anderen Ländern verhandelbar sein, hier aber nicht?

  53. Andreas M. sagt:

    @Jakobiner

    „Passt dies denn nicht zu dem von Mursi proklamierten Islam, wonach dieser harte Arbeit und jeder sei sich der nächste verkündet.“

    Zumindest der erste Teil, also die harte Arbeit, wäre etwas, was den Arabern mal ganz gut tun würde. Was ist gegen harte Arbeit denn einzuwenden? Klar den ganzen Tag rumhängen und vom Öl-Export leben wäre natürlich viel schöner, aber das geht in Ägypten eben nicht.

    @Dr. Kümel

    Diese Projekte für Nordafrika sind sehr interessant. Wobei ich persönlich etwas Sorge damit habe, wenn der Mensch in so großem Stil an der Umwelt herumbastelt und z.B. das Klima in einer ganzen Region verändern möchte.

    Dennoch halte ich das alles für keinen Ersatz für eine anständige industrielle/postindustrielle Wirtschaft, wo jeder Mensch morgens zur Arbeit geht. Diese Projekte z.B. Deserttec gehen wieder stark in die Richtung: „wir kriegen Geld von den Europäern für unseren Solarstrom und müssen nichts tun“…….So wie bei der Ölwirtschaft.

    Aber ich habe so einen gewissen Verdacht, dass die Aufrechterhalten dieser Mentalität und dieser Zustände im Nahe Osten von Westen durchaus gewollt sind. Bei Bedarf kann ich das ausfürlicher Erklären, warum ich das glaube.

  54. Oswald Spengler sagt:

    „Egal wo über Wahlen in islamischen Ländern diskutiert wird, es müssen diese unsäglichen Hitlervergleiche kommen “Hitler wurde auch demokratisch gewählt.”“

    Dass ist eben der Tanz um die heilige Kuh „Wahlen“.Wenn man sich die USA so anschaut mit ihrer Geschichte der Wahlfälschungen,Manipulationen und Vorselektion möglicher Anwärter auch bei der aktuellen Wahl dann ist da wohl eher das Wort von Heuchelei angebracht.
    Die Länder des Westens sind keine Demokratien sondern Oligarchien die sich demokratischen Anschein geben.Mittel des Machterhalts nicht die Panzer und Gewehrläufe sondern Medien,Social Engineering,Behavior Placements,Predictive Programming,Political Correctness und wenn nötig Verurteilung wegen Gedankenverbrechens.
    Kalten Stahl gibt es nur wenn etwas zusehr aus dem Ruder läuft – Barschel,Haider,Leichsenring etc.
    Überhaupt ist die USA oder UK heute totalitärer als es die DDR jemals war.Überwachungsdrohnen,Mikrofone in Straßenlaternen,TSA am Flughafen,Flugverbote für Privatpersonen in anonymen Datenbanken,Töten von US Bürgern durch Drohnen,Taser als Folterinstrumente.
    Man stößt immer wieder auf die Meinung Demokratien können sich z.bsp Brandbomben abwerfen aber eine Diktatur nicht wie jüngst im Spiegel zu der Verwendung derselben bei Assad.
    In China wird man zur Zeit auf den Flughäfen weniger kontrolliert als in den USA.
    Dieser Argumentationsfaden ist der beliebteste bei den transatlantischen Werteapologeten.Deren Motto ist: Wir sind besser also dürfen wir sowas und ihr seid Barbaren und wir müssen euch erziehen und diziplinieren.
    Hitler ist quasi die Allzweckwaffen.Peinlich wird es für diese Leute immer dann wenn man darauf hinweist dass Hitler eben vom Geldadel in den sogenannten Demokratien erst ermöglicht wurde- eben durch die gezielte Einleitung der Depression und die direkte Finanzierung von Hitler und seiner Partei.Wenn man dann noch auf die Verbindungen zur deutschen Rüstungsindustrie,Eugenik und Auschwitz hinweist oder dass Herr McCloy 1937 mit Hitler auf der Tribüne saß ist meistens Sendepause bei dieser Klientel.Deswegen ist das historische Wissen um diese Umstände zu ungeheuer wichtig.Damit man sich kein X für ein U Vormachen kann.

  55. schnehen sagt:

    Es stimmt nicht, wie hier behauptet wird, dass die ‚Amis Mubarak ‚weghaben wollten‘. Das Gegenteil war der Fall:

    Bis zuletzt haben Obama und Clinton, Seite an Seite mit den Saudis, an Mubarak festgehalten, und auch noch versucht, seinen Spymaster und Folterchef, der das beste Verhältnis zu den Israelis hatte, als Nachfolger einzusetzen. Als auch dieser Plan scheiterte, hat man versucht, die Bewegung ‚Islamic Awakening‘ in eine ihnen genehme Richtung zu bewegen und sich überlegt, wer das kleinste Übel innerhalb dieser großen Volksbewegung sein könnte und ist dann auf bestimmte Kräfte in der sehr uneinheitlichen Moslembruderschaft gestoßen.

    Die Ägyptische Revolution kam für die US-Administration völlig überraschend. Über 30 Jahre hatte man auf Mubarak und seinen Polizeistaat gebaut, wie man dies vor der Islamischen Revolution im Iran 1979 auch getan hat, als man den Shah bis zuletzt unterstützte. Damals durch Jimmy Carter.

    Mursi war auch gar nicht die erste Wahl der Moslembruderschaft gewesen. Er wurde erst zum Präsidentschaftskandidaten ernannt, als andere Kandidaten von dem höchsten Gericht des Landes, das noch ein Bestandteil des Mubarakstaates ist, abgelehnt worden waren. Er ist also eine Art von Notlösung gewesen, auch für die Moslembruderschaft selbst, und die vielen Fehler, die er begeht, zeigen, wie unerfahren dieser Mann ist, zeigen, dass er zweite Wahl ist.

    Alle Spekulationen, dass die USA von vorneherein Mursi wollten und Hosni Mubarak ‚weghaben wollten‘, sind gegenstandslos, da sie den Tatsachen und realen Abläufen widersprechen.

  56. Rudolf Steinmetz sagt:

    @ Kümel: Diese Projekte für Nordafrika sind sehr interessant: Falls diese Projekte erfolgreich sein sollten, aber nicht dem Rockefeller-Design entsprechen (anti-nachhaltig und zinsfördernd), dann läuft so wie in Libyen mit seinem Wasserprojekt.

  57. Andreas M. sagt:

    @ Frau Wädlich

    „Mursi ist eine 100 % ige Amimarionette“

    Da gebe ich Ihnen im Prinzip Recht. Bedenken Sie aber bitte, dass Ägypten unabhängig von der Regierung einfach grundsätzlich extrem abhängig von den USA. Und zwar nicht wegen der Weizenlieferungen, die hier angesprochen wurden, sondern wegen der mulit-milliarden Dollar Wirtschafts- und Militärhilfen, die es aus den USA bekommt. Und diese Hilfen können die USA einstellen, wann immer es ihnen passt.

    Sie haben als ägyptische Präsidentin also gar keine andere Wahl, als sich irgendwie mit dem Amerikanern gut zu stellen, außer Sie haben eine zündelnde Idee, wie Sie sonst an so viel Geld rankommen sollen.

    Und in dieser Abhängigkeit befinden sich noch eine weitere arabischer Staaten und Israel, was auch der Grund ist, warum im gesamten Friedensprozess im Nahen Osten die Amerikaner immer mit am Verhandlungtisch sitzen, während man auf die Deutschen getrost verzichten kann.

    Wer zahlt, hat Einfluss.

  58. Sehr guter Artikel von Rieger, der auch in compact schreibt.

    Mursi eine neuer Diktator?

    Im Dresdner Augustinum hängt eine berühmte Bildersammlung des Malers Max Slevogt. Ein großes Thema des begnadeten Impressionisten war Ägypten. Der Maler war zu Beginn des letzten Jahrhunderts nach Kairo aufgebrochen und hatte eine faszinierende Landschaft vorgefunden, malte Wüstenszenen oder Fischer am Nil, besuchte Moscheen und zeigte Einheimische beim Studium des Korans. Die Reihe gilt als Höhepunkt des Schaffens von Slevogt und als ein Zeichen der Orientsehnsucht der Deutschen.

    Nicht ganz einhundert Jahre später befindet sich der inzwischen etablierte Massentourismus in einer Krise. Die Bilder von Straßenkämpfen und Revolution haben die Touristen aus aller Welt verschreckt. Fährt man durch das heutige Kairo, fällt der desolate Zustand der Stadt auf. Viele Gebäude sind baufällig, der Schmutz hat sich festgesetzt und nur hier und da blinzelt die alte Größe auf. Inmitten der Tristesse wächst eine junge Bevölkerung auf, oft genug in den modernen Wohnsilos der Stadt zu Hause, frustriert und perspektivlos. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent und auch wer Arbeit hat, weiß oft nicht, wie er seine Wohnung bezahlen soll.

    In einem Satz beschreibt er sehr treffend, warum die sogenannte Scharia in den meisten Ländern, die sie für sich beanspruchen, eigentlich gar keine ist:

    „Das Schlagwort von der «Scharia» , dass die Islamisten am Nil gerne gebrauchen und mit Nachteilen für die Frauen des Landes oder religionspolizeilichen Maßnahmen verknüpf wird, wird dagegen nicht etwa als Regelwerk gegen die Armee, Banken oder Oligarchen in Stellung gebracht.“

    Allerdings wird dieses Schlagwort nicht nur von Extremisten gebraucht, sondern vor allem dient es als Schreckgespenst im Westen.

    Den Kampfbegriff „Islamismus“ sollte sich ein Muslim nicht aufzwingen lassen.

  59. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Fatima

    Wie Sie wissen, verstehe ich nicht viel von „Scharia“.
    In ihrem Namen werden jedoch schreckliche Dinge getan, man legt sie halt je nach Gusto aus. Gerade vom Iran „hört man“ doch von Steinigen angeblich ungetreuer Frauen und vom Aufhängen von Homosexuellen (Selbstverständlich weiß ich nicht, ob diese Berichte Erfindungen der allgegenwärtigen Propagandafabriken sind).

    Da „Scharia“ offensichtlich so oder so oder anders ausgelegt werden kann, wäre es wohl besser, die erwünschten Regelungen explizit zu kodifizieren, anstatt den vieldeutigen Begriff als Staatziel zu nennen.

    Stellen Sie sich vor, ein Staat würde als oberstes Staatsziel „Sozialismus“ in die Verfassung zu schreiben.
    Vom einfachen Humanismus über die US-servile SPD bis zum GULAG kann Sozialismus fast beliebeig ausgelegt werden.

  60. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Fatima. „Wahlen nur dann gut, wenn es dem ‚Westen‘ paßt“

    Eine Kritik am ERGEBNIS von Wahlen ist in Wirklichkeit eine Kritik am System der Demokratie durch Wahlen. Das gilt ganz besonders für das genannte historische Beispiel. Damals haben die Unzufriedensten binnen weniger Tage KRIEG ERKLÄRT.

    Dieses System ist tatsächlich SEHR reformbedürftig.
    Zunächst wird ganz bewußt im Nebel gehalten, was denn eigentlich durch Wahlen festgestellt werden soll: Die Meinung des Stammtischpublikums zu den aktuellen SACHFRAGEN? Oder eher zu den Parteiprogrammen der wahlwerbenden Gruppierungen? Oder eher dazu, wer die telegenste Wahlwerbung gemacht hat, und wessen Kandidat wohl Omas liebster Schwiegersohn sein könnte?

    Soll die „volonté des tous“ festgestellt werden, damit eine olgarchische Clique nach der Wahl argumentieren kann, die „volonté generale“ sehe aber nun mal ein bißchen anders aus?

    Die Parteien haben ja längst keine aussagekräftigen Programme mehr, über die man entscheiden könnte.
    Und die Wahlversprechen…!

    Die Wahlen haben also kein wirkliches Ziel.
    Auch die vorgesehenen Mittel taugen überhaupt nichts.
    Ein unbekannter Kandidat wird von unbekannten Kräften aufgestellt, keiner kennt ihn, der ihn wählt. Und was er „tun“ wird, das ist schon vorher klar: er wird nach dem Fraktionszwang abstimmen über Gesetze, die er nicht gelesen hat.

  61. Jakobiner sagt:

    Zu Claudia Wählich:

    „Mursi ist eine 100 % ige Amimarionette.“

    Da wäre ich mir einmal nicht so sicher. Mursi hat als ersten Staatsbesuch China auf seiner Reiseroute gehabt, zudem ist er trotz Ermahnung der USA und Israels auf das Gipfeltreffen der Nichtpaktgebundenen nach Teheran geflogen, bei dem Iran erstmals der Vorsitz gegeben wurde und hat zumal iranische Staatsmänner in Ägyptzen offiziell hofiert.
    Er möchte zwar–anders als Iran-dass seine Kollegen von der syrischen Muslimbruderschaft an die Macht kommen, aber danach könnte sich durchaus eine Kooperation mit dem Iran ergeben.Ob das im Sinne Brzezinskis und der USA ist?

    Die Drohung mit der Bombadierung des Assuanstaudamms stammt aber schon von Israels Aussenminister Liebermann.

    2) Zu Andreas M. sagt:
    Dezember 14, 2012 um 11:43

    @Jakobiner

    “Passt dies denn nicht zu dem von Mursi proklamierten Islam, wonach dieser harte Arbeit und jeder sei sich der nächste verkündet.”

    Zumindest der erste Teil, also die harte Arbeit, wäre etwas, was den Arabern mal ganz gut tun würde. Was ist gegen harte Arbeit denn einzuwenden?“

    Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Natürlich könnte den Muselmannen etws protestantische oder konfuzianische Arbeitsethik nicht schaden. Mich stört vor allem der zweite Teil, wonach jeder für sich selbst sorgen solle. Das scheint mir doch ein Angriff auf die Sozialstaatlichkeit und potentiell sozialdarwinistisch–ganz nach dem US-Motto „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“.In diesem Fall dann eben Allah..

  62. Jakobiner sagt:

    Arbeitsethik.Als Vorbild könnte vielleicht auch mehr Südkorea dienen. Ein Artikel der FAZ vergleicht die Zustände des jetzigen Ägyptens mit der Lage von Südkorea in den 50er Jahren:

    „Vor 50 Jahren gab es ein Land, das der arabischen Großmacht in den meisten wichtigen Daten glich: Südkorea. Die asiatische Republik hatte ungefähr genauso viele Einwohner, deren Anzahl im gleichen Tempo wuchs. Die Leute waren genauso arm wie die Ägypter, sie litten ebenso unter einer Diktatur und hohen Militärausgaben. Heute ist Südkorea eine technologiegetriebene Industriemacht, die Südkoreaner sind fünfmal so reich wie die Ägypter, sie leben zehn Jahre länger, und das in einer echten Demokratie. […] Südkoreas Führung propagierte seit den sechziger Jahren erfolgreich kleine Familien. […] Diese Politik brachte Südkorea die sogenannte demografische Dividende: Familien und der Staat mussten weniger in Kinder investieren. Das asiatische Land profitierte aufgrund stärkerer Kapitalbildung und niedrigerer Kosten für wirtschaftlich abhängige Altersgruppen von einem sprunghaften Anstieg des nationalen Einkommens. […] Die Folgen sind frappierend: Südkorea schafft es, seine jungen Bürger in Lohn und Brot zu bringen, in Ägypten ist die Söhne- und Töchter-Generation von Arbeits- und Perspektivlosigkeit bedroht und auf die Schattenwirtschaft zurückgeworfen“ (FAZ vom 06.02.2011).“

    Die Frage ist auch, ob die Muslimbrüder als islamistische Partei überhaupt im Sinne von Bevölkerungskonrolle agieren werden.Der so geschmähte Mubarak hat ja zumindestens versucht durch Bewässerungsprojekte im Nilgebiet, die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen.Leider hat die Bevökerungsexplosion ihm die Zugewinne wieder weggefressen.

  63. Gantenbein sagt:

    „Übrigens muss es auch in einem System, in dem nach der Scharia geurteilt wird, nicht zwangsläufig Handabhacken oder Steinigungen geben, das beste Beispiel ist der Iran.“

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/der-fall-bahrami-er-soll-leiden-wie-ich-fotostrecke-43301-2.html

  64. Jakobiner sagt:

    Zu Andreas M.

    „Dennoch halte ich das alles für keinen Ersatz für eine anständige industrielle/postindustrielle Wirtschaft, wo jeder Mensch morgens zur Arbeit geht. Diese Projekte z.B. Deserttec gehen wieder stark in die Richtung: “wir kriegen Geld von den Europäern für unseren Solarstrom und müssen nichts tun”…….So wie bei der Ölwirtschaft.“

    Dem möchte ich ausdrücklich zustimmen. Ägypten sollte sich einmal genau die asiatischen Wachstumsmodelle ansehen und vielleicht Sonderwirtschaftszonen wie in China einführen.
    Vielleicht hat sich Mursi aber auch bei seinem Chinabesuch über das dortige Wirtschaftswunder erkundigt–wäre den Ägyptern zu wünschen!

  65. Jakobiner sagt:

    Zu Fatima Özuguz:
    @Jakobiner: Die Volksabstimmung, die Imam Khomeini seinerzeit abhielt, drehte sich allein darum, wie das Land regiert werden sollte, und nicht um seine Person. Also um das Grundgesetz, wenn man so will.“

    Nun ja, die millionenfachen Demonstranten der Grünen Revolution zeigen doch ganz klar, dass da mindestens die Hälfte der iranischen Bevölkerung mit dem Khomeini-GG nicht mehr einverstanden ist.Und im Iran kann man nur zwischen eingestezten Mullahs „wählen“-.-säkulare oder moderat islamische Parteien sind gar nicht zugelassen.

  66. Yilmaz sagt:

    @ Claudia Wädlich sagt: Dezember 14, 2012 um 11:24

    danke, daß es mal jemand so klar auf den Punkt bringt!

  67. Jakobiner sagt:

    Zu Rudolf Steinmetz:

    „Auch heute distanzieren sich viele Juden von der zionistischen Version der jüdischen Unheilsgeschichte, wie etwa die Juden im Iran.“

    Das wiederum glaube ich nicht. Die meisten Juden unterstützen Israel leider unkritisch und leider auch die Politik Netanjahus und Liebermanns. Gush Shalom, J Call, J Street sind ja bisher eher kleinere Organisationen, die bisher gegen AIPAC und ADL gar nicht ankommen. Jene religiös-fanatischen ultraortjhodoxen Juden, die Israel ablehnen,weil der Messias noch nicht gekommen sei und auf den proiranischen Quds-Demos rumlaufen würde ich an Ihrer Stelle lieber nicht als Zeugen anführen. Und es ist ja nicht nur eine Frage der Uterstützung der Juden. 80 Millionen US-Evangelikale, die Israel als das heilige Land sehen und Israel für ihre Zwecke instrumentalisieren sind viel mächtiger als die eigentliche Israellobby.

    Ich fand den Film sehr gut. Er liess alle Beteiligten ausführlich zu Wort kommen. Abe Foxmann von der ADL, Gush Shalom,
    Mearsheimer, Walt, Finkelstein, die israelischen Jugendlichen–sehr eindrucksvoll und gut gemacht.

  68. Jakobiner sagt:

    Zu Rudolf Steinmetz:

    „wie etwa die Juden im Iran.”

    Das ist ja wohl mehr Selbstschutz. Ein Jude im Iran, der sich für Israel aussprechen würde, würde von der Mullahdiktatur sofort als Mossadagent eingelocht und gefoltert. Wie die ultraorthodoxen Rabbis sind Juden im Iran denkbar schlechte Zeugen für ihre These.

  69. OT: Es gibt da einen Blog, der mir in seiner zwar politisch inkorrekten aber struktural manichäischen hoch 3,14 Einteilung der Welt in den bösen Islam und das gute Israel in der Regel nicht allzu nahe steht. Aber jetzt hat da ein tapferes Schneiderlein die klassischen Riesen neu klassifiziert, geradeheraus und wortgewaltig attackiert, und mit einem Streich moralisch niedergemacht. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn unser Schneider nicht selbst einer bürgerlichen sozialen Schicht angehörte, die in der Regel mit den herrschenden Schatten identifiziert ist und als willige Erfüllungsgehilfen deren Job betreibt.

    Habt ihr schon mal Wasser beobachtet, wenn es zu kochen beginnt? Da steigen zuerst noch sehr vereinzelt einzelne Blasen auf. Der Artikel ist imho lesenswert. Er taugt nämlich gut als polemische Waffe in dem neuen Klassenkampf, mit dem neuen Frontverlauf, wo Arbeiter und Akademiker erkennen, daß sie gemeinsam unterdrückt und ausgebeutet werden, von der „Superclass“ wie unser wirklich und ohne Ironie ebenso tapferes wie gescheites Schneiderlein sie nennt.

  70. Jakobiner sagt:

    Zur Rolle des ägyptischen Militärs. Es ist doch bezeichnend, wie schnell das Militär seinen Oberten Tantawi absetzen liess und Morsi gegen Zugeständnisse freie Bahn gab.Mal ein anderes Beispiel: Das sudanesische Militär war jahrelang auf sozialistischem Kurs.Geradezu über Nacht wechselte es dann diese Ideologie mit dem Islam aus und liess auch den Islamisten Turabi mitregieren.Militärs können also recht pragmatisch reagieren. Mursi hat dem Militär das Kontrollrecht über den Verteidigungsetat, einen starken Sitz im Nationalen Sicherheitsrat und die Stellung des Verteidigungsministers überlassen, ebenso bleibt das Wirtschaftsimperium des Militärs bisher unangetastet..Ob das ägyptische Militär so unabänderlich prowestlich ist, bleibt auch abzuwarten. Die US-Militärhilfe an Ägypten beträgt gerade einmal 2 Mrd. US-Dollar. Ein Betrag, den etwa China aus der Portokasse zahlen könnte, wenn es denn wollte.SO abhängig ist Ägypten auch nicht von der US-Militärhilfe als dass es sich nicht auch anderen Mäzenen zuwenden könnte!!!

  71. Jakobiner sagt:

    Zu der Rolle des ägyptischen Militärs.Es ist schon bezechnend, wie reibungslos und schnell die jüngeren Offiziere ihren bisherigen Oberbefehlshaber Tantawi abgesetzt und Mursi freie Bahn gegeben haben.Ist das Militär so unabänderlich prowestlich und säkular? Z.B. Sudan: Jahrzehntelang hielt das sudanesische Militär am Sozialismus fest. Über Nacht wechselte es dann seine Ideologie mit dem Islam und liess sogar einen Islamisten wie Turabi mitregieren.
    Militärs können mnachmal eben sehr pragmatisch sein.Mursi hat dem Militär zudem das Kontriollrecht über den Verteidigungshaushalte, einen starken Sitz im Nationalen Sicherheotsrat, die Stellung des Verteidigungsministers überlassen, sowie auch das Wirtschaftsimperium des Militärs bisher nicht angetastet. Damit kann es wohl gut leben.Zur Frage, ob das ägyptische Militär so unabänderlich prowestlich ist: Die US-Militärhilfe an Ägyptens Militär beträgt gerade einmal 2 Mrd.Dollar.Ein Betrag, den z.B. China oder Indien aus der Portokasse zahlen könnten, wenn sie es denn wollten. Das heisst: SO abhängig von den USA ist das ägyptische Militär nicht, als dass es sich nicht auch einen anderen Mäzen suchen könnte.

  72. Jakobiner sagt:

    Noch als Lesetip zu Mursi, Muslimbruderschaft und Militär ein Artikel von Daniel Pipes, der zeigt,wie die Muslimbrüder über die Jahre hinweg ein Netzwerk innerhalb des Militärs aufgebaut haben:

    http://de.danielpipes.org/12205/morsi-aegypten-macht-uebernahm

  73. Dr. Gunther Kümel sagt:

    @ Ecki und Jakobiner: „Rußland und Assad“

    Rußland läßt Syrien keineswegs „im Sich“ und es hat seine Zurückhaltung aufgegeben!

    Breaking News:
    Putin hat Syrien MARSCHFLUGKÖRPER geliefert, die das strategische Umfeld der gesamten Region verändern!!

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/redaktion/russland-liefert-syrien-ss-26-marschflugkoerper.html

    Es handelt sich um 24 mobile taktische Marschflugkörper-Batterien vom Typ Iskander-9K720 l (NATO-Bezeichnung »SS-26«), die als Gefechtsfeldwaffen eingesetzt werden können.

    Zeitgleich zur Stationierung der Patriot-Systeme waren auf syrischer Seite fünf mobile Abschussvorrichtungen mit jeweils zwei Iskander-Raketen in Stellung gebracht worden, die direkt auf amerikanische und türkische militärische Ziele gerichtet sind. Weitere fünf Systeme wurden an der syrischen Grenze zu Israel und Jordanien positioniert, wo sie ebenfalls auf amerikanische militärische Ziele in den beiden Ländern ausgerichtet sind. Syrische Bedienungsmannschaften wurden in den vergangenen drei Jahren in besonderen Lehrgängen in Rußland geschult und können daher ohne Verzug die Kontrolle über die Iskander-Systeme übernehmen.

    Diese Waffensysteme heben die militärischen Fähigkeiten Syriens auf eine neue Ebene und verändern die Ausgangsbedingungen vor Ort grundlegend. Infolgedessen haben die amerikanischen Einheiten in der Nahmittelostregion sowie die Streitkräfte der Türkei, Israels und Jordaniens sowie anderer westlicher und arabischer Staaten ihre Vorbereitungen für ein militärisches Eingreifen in Syrien im Zusammenhang mit dem angeblich bevorstehenden Einsatz von Chemiewaffen durch das Assad-Regime abrupt unterbrochen. Die amerikanischen, türkischen, israelischen, jordanischen, französischen und britischen Truppen, die sich seit der vergangenen Woche in Gefechtsbereitschaft befanden, wurden erst einmal angewiesen, stillzuhalten.

    Keine dieser Streitkräfte hat eine Antwort auf die russischen Iskander-Raketen. Es ist noch nicht einmal sicher, ob die modernsten Raketenabwehrsysteme des Westens oder Israels Arrow-2-Flugabwehrraketen – den russischen Marschflugkörpern gewachsen sind. Immerhin fliegen diese Raketen mit mehr als siebenfacher Schallgeschwindigkeit (mehr als zwei Kilometer pro Sekunde), und ihr 725 kg schwerer Sprengkopf kann große Ziele mit hoher Genauigkeit treffen.

  74. Dr. Gunther Kümel sagt:

    „brd“-Komplizenschaft des Israelkrieges gegen GAZA??

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/12/waren-deutsche-drohnenpiloten-am-gaza.html

    Die „brd“-Luftwaffe kaufte Drohnen einer israelischen Firma zum Einsatz in Afganistan. Die Ausbildung der „brd“-Piloten erfolgt auf einer Basis in Israel. Das Service erfolgt durch die Firma Rheinmetall-Defence.

    Es gibt jetzt glaubhafte Aussagen von Zeugen in Israel, Drohnen der Bundeswehr wurden auch beim letzten Angriff auf Gaza im November in der Luft gesichtet. Drohnen mit deutschen Hoheitszeichen waren im Luftraum über Gaza. War das auch ein Teil der Ausbildungsübung oder haben die deutschen Piloten aktiv beim Angriff mitgeholfen? Was ist besser als ein echter Krieg, um zu lernen wie man es macht?

  75. Jakobiner sagt:

    Sehr aktuell zur Frage: Welche Bündnisse braucht Deutschland?!!!!

    |
    Szenario: Ägypten-Syrien-Iran-Russland-China versus the West

    Ein Szenario, das wir in den Hauptstädten Europas einmal durchdenken sollten, da sie in Washington, Peking und Moskau schon durchdacht werden:

    Muslimbrüder kommen in Ägypten, Syrien, Jordanien an die Macht–Achse mit einem möglicherweise atomgerüsteten Iran (die Differenzen zwischen Muslimbrüdern und Iran beziehen sich vor allem nur auf Syrien, nicht aber in der gemeinsamen antizionistischen Zielrichtung gegen Israel)–Panislamische Achse Ägypten, Syrien, Jordanien, Iran. Gefahr eines neuen Nahostkrieges.Israel droht mit der Bombadierung des Assuanstaudamms, um Restägypten zu fluten. Ägypten wiederum droht mit der Sperrung des Suezkanals (paralell dazu vielleicht Iran mit der Sperrung der Strasse von Hormuz).
    Airseabattle muss ergänzt werden über die strategischen Punkte Pazifik , Persischer Golf–Suezkanal.Also schon sehr viel potentieller Sprengstoof im Führungsland der Sunniten–Ägypten.

    Es gibt eine ägyptsiche-syrisch-russisch-chinesisch-iranissiche Achse im Nahen Osten, die die wesentlichen strategischen Nadelöhre für die Ölversorgung und den Welthandel stören können- den Suezkanal und die Strasse von Hormus. China wird der Unterstützer dieser Achse und ab 2025 kommt der erste chineische Flugzeugträger in den Perischen Golf (Wikistratszenario. „When Chinese aircraft carriers enter the Persian Gulf

    http://www.wikistrat.com/simulation-summaries/when-chinas-carrier-enters-the-persian-gulf-simulation-executive-summary/).

    Frage: Wie reagiert der Westen darauf, die NATO, die EU, die USA, Israel—wird es dann noch diesen Zusammenhalt geben oder sich alle in alle möglichen Windrichtungen auflösen und vielleicht die EU eine Achse mit Russland und China eingehen?

  76. Anonymous sagt:

    liebe fatima: völlig richtig, was die in ihren ländern machen, ist wohl absolut deren sache. problematisch wird es nur, wenn sich die europäer in ihren ländern zu sehr fremden regeln anpassen!

  77. Louise sagt:

    Gute Besserung.

  78. Jakobiner sagt:

    Gute Besserung an Jürgen Elsässer. Grüner chinesischer Tee hilft bei Erkältung und Magenleiden hervorragend.Möge er bald genesen.

  79. Jürgen, wenn Du nach Weihnachten mal Zeit findest, oder Deine Lebensgefährtin: Ich wäre doch dankbar, wenn Ihr meinen Beitrag vom Dezember 14, 2012 um 15:05
    irgendwann freischalten könntet, danke.
    Einer unter „Wegen Krankheit“ ist auch schon durchs Raster gefallen. War aber nicht so wichtig, es ging nur um Genesungswünsche von meinem Mann und mir.

  80. Jakobiner sagt:

    Was die US-Strategie bezüglich Ägyptens, Syriens und des Greater Middle East betrifft, dazu zwei Lesetip über die neuen Strategievorschläge der Heritage Foundation für den arabischen Raum und des Washington Institutes, das versucht einen parteiübergreifenden Konsens bezüglich der US-Politik gegenüber Ägypten zu formulieren:

    http://www.global-review.info/2012/12/29/us-strategien-zum-arab-spring-heritage-und-proactive-thoughtful-engagement/

    http://www.global-review.info/2012/12/29/usa-neue-strategie-gegenuber-dem-neuen-agypten/

  81. Jakobiner sagt:

    Zu Dr. Gunther Kümel sagt:
    Dezember 15, 2012 um 16:01

    @ Ecki und Jakobiner: “Rußland und Assad”

    Rußland läßt Syrien keineswegs “im Sich” und es hat seine Zurückhaltung aufgegeben!

    Breaking News:
    Putin hat Syrien MARSCHFLUGKÖRPER geliefert, die das strategische Umfeld der gesamten Region verändern!!“

    Gegen wen sollen denn diese Marschflugkörper und cruise missiles eingesetzt werden–macht doch nur Sinn, wenn gegen Israel und die USA.Will also Assad den Krieg auch noch exportieren?Das wäre dann sein sicheres Ende!Gegen die syische Opposition machen russische Marschflugkörper kaum Sinn. Bester Kümmel, egal was Russland noch macht: Assad ist Geschichte und bald wird der Bürgerkrieg unter der Opposition ausgefochten.Dabei wird es wohl nicht so wohlgeordnet und zivil zugehen, wie es sich die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in ihrem Papier der Exilopposition „The Day after“ ausmalt.

  82. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Ja-ja-jakobiner!

    Sie unterstellen also, Rußland liefert und Assad akzeptiert Ausrüstung, die so offensichtlich unsinnig und sogar schädlich ist, daß sogar ein kleiner jakobiner aus dem frontfernen Germanistan es „besser wissen“ kann.

    Na gut.

    Sie können offenbar nur in Katagorien „Angriff und Export von Krieg“ denken, nicht wahr.

    Eigentlich wurden hier schon genügend Informationen gegeben, daß Sie wissen könnten, daß nicht Assad Krieg führt und sein Gegner wären die lieben braven demokratischen Demonstranten. Der Krieg geht von den Kräften aus, die imstande sind, raumfremde fanatische Söldner zu bewaffnen, zu finanzieren und von der Kette zu lassen.

    ES IST NICHT ASSAD, DER KRIEG FÜHRT!!
    Also kann er denselben auch nicht „exportieren“:
    Krieg wird gegen Syrien und dessen Administration geführt, Assad verteidigt Syrien gegen diese Angriffe.

    Nun, und wenn Sie sich zurücklehnen und nachdenken, dann könnten Sie eventuell verstehen, daß diese Marschflugkörper Defensivwaffen gegen eine hundertmal angedrohte militärische Intervention des „Westens“ sind.

    Es sind V-Waffen: „Greift ihr uns an, dann vergelten wir Bombe mit Bombe!“

  83. Dr. Gunther Kümel. sagt: Dezember 29, 2012 um 18:24

    @ Ja-ja-jakobiner!

    Nun, und wenn Sie sich zurücklehnen und nachdenken, dann könnten Sie eventuell verstehen, daß diese Marschflugkörper Defensivwaffen gegen eine hundertmal angedrohte militärische Intervention des “Westens” sind.

    Und nachdem der “Westen” leicht außerhalb der Reichweite liegt, dürften dann Ziele in Israel angegriffen werden.

    Hm, hm… ziemlich gefährlich. Erinnert mich struktural an Adi, der wohl meinte, die USA vom Kriegseintritt abhalten zu können, indem er ihnen für die diesen Fall die Vernichtung der Juden androhte.

    Er hat die Prophezeiung mit den 6 Mio weniger und Staatsgründung dann 1948 wohl nicht gekannt.

    Da laufen Dinge, zu denen uns einfach die Info fehlen…

  84. schnehen sagt:

    Ich kann Dr. Kümel nur voll und ganz zustimmen:

    Syrien ist einer internationalen Verschwörung des Westens unter Führung von Usrael ausgesetzt, die von langer Hand geplant worden ist. Auch Deutschland ist mit von der Partie.

    Unmittelbar nach 9/11, nämlich nur 10 Tage später, am 20. September bekam der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clerk im Pentagon mit, dass die Neocons, darunter Paul Wolfowitz, damals stellvertretender Kriegsminister unter Rumsfeld und andere Israel-Firsters sich bemühten, die US-Generäle für eine ganze Serie von Kriegen zu gewinnen. Sie hatten Rückenwind durch das von ihnen selbst inszenierte Ereignis. Wolfowitz zählte sieben islamische Länder auf, die auf der Abschussliste stünden: Afghanistan, Irak, Sudan, Somalia, Libyen, Syrien und schließlich der Iran. Innerhalb von fünf Jahren sollten sie erledigt sein. Darauf der skeptische General: Warum all diese Kriege? Habt ihr nichts Besseres zu tun? Habt ihr Langeweile? Die Antwort: Wir haben doch das militärische Potenzial. Warum es nicht nutzen?

    Die Agenda wird unter Obama weiter vorangetrieben. Jetzt ist Syrien dran, ein Staat, der zur Achse des Bösen zählt, weil er den Widerstand gegen das zionistische Regime immer ohne viel Aufhebens unterstützt hat und kein Befehlsempfänger des Westens ist, sondern ein unabhängiger, antiimperalistischer Staat. So etwas ist Sand im Getriebe. Schließlich soll der Mittlere Osten neu strukturiert werden, was man schon in dem Dokument ‚A Clean Break‘, das die israelische Regierung 1996 in Auftrag gab und das später zur Vorlage für die Bush-Regierung wurde, nachlesen kann.

    Hier ist ein Regime-Change angesagt, um Israel einen unangenehmen Kontrahenten zu nehmen, und um den Weg für eine Aggression gegen den Iran freizumachen. Der Weg nach Teheran führt über Damaskus. Deshalb auch die Stationierung von Patriot-Raketen in der Türkei, die auch gegen den Iran gerichtet ist. Es ist richtig, wenn Russland gegensteuert, um das militärische Kräftegleichgewicht wieder herzustellen.

    Russland ist das größte Hindernis für jene aggressiven Pläne. Auf allen Ebenen, auf der diplomatischen, politischen, aber auch auf der militärischen versucht Putins Russland gegenzusteuern, um die Pläne der Zioimperialisten zu vereiteln. Sergej Lawrow, der russische Außenminister: „Es wird kein zweites Libyen geben!:“ Klare Worte.

    Kharascho! Pravilno delo! Schützt das antiimperialistische Syrien!

  85. Jakobiner sagt:

    Bester Dr. Kümmel,

    falls sie es noch nicht mitbekommen haben: Keiner im Westen will in Syrien eine direkte militärische Intervention.Die Cruise missile sollen wohl die Patriot-Rakten der NATO obsolet machen, aber: Selbst US-Rechtsaussen wie John Cain fordern nur die militärische Ausrüstung der Rebellen mit Waffen. Man unterstützt die Rebellen mit Waffen und logistischer Hilfe und lässt diese den Job erledigen. Dabei sind sie jetzt schon sehr weit gekommen, kontrollieren grosse Teile Alepos und der Zufahrtsstrassen, schon Teile Damaskus und sogar zeitweise den Flughafen, über den die russische Waffenhilfe kommen soll.Zudem haben die Rebellen jetzt auch Flugabwehrraketen, mit denen sie Assads Migs und Hubschrauber herunterholen können. Die Marschflugkörper könnte Assad als Abschreckung gegen eine westliche Intervention nehmen, die aber nicht kommen wird–gegen die Rebellen nutzt es ihm nicht sehr viel. Assad wird sich 2013 nicht mehr halten können.Sehen Sie mal den Tatsachen ins Gesicht.Ihr Wunderglaube an die V-2-Wunderwaffen erinnert mich an die letzten Durchhalteparolen aus dem Führerhauptquartier.

  86. Claudia Wädlich sagt:

    Einige Kommentatoren behaupten über Mubarak etwas, was sie allenfalls aus anderen Internetquellen haben, schnehen und Jacobiner. Sie waren nicht in dem Land. Sie kennen nicht den Zusammenhang zwischen dem Anschlag von Luxor, der Erpressungen seitens der USA gegen Mubarak und das hinterhältige Spiel, Mubarak über facebook weghaben zu wollen.
    Alle Fakten, die vorgefallen sind, kennen Sie nicht. Ich weiss auch bei diesen Pseudonymen nicht, wer sich dahinter verbirgt. Ihre vermeintlichen Argumente zeigen mir, dass Sie für diese US-Macht auftreten. Geben Sie mal Ihren richtigen Namen an, damit man sich von Ihrer “ Seriosität “ überzeugen kann.

  87. Gantenbein sagt:

    “Übrigens muss es auch in einem System, in dem nach der Scharia geurteilt wird, nicht zwangsläufig Handabhacken oder Steinigungen geben, das beste Beispiel ist der Iran.”

    Anderes Beispiel, bitte!

    http://www.bild.de/news/ausland/urteil/hier-werden-ihm-die-finger-abgesaegt-28246142.bild.html

  88. andere Quelle, bitte. Den Springer-Schmierfinken glaub ich keine Silbe. wer weiß von wann das Foto stammt, oder es ist sogar eine Montage.

  89. Dr. Gunther Kümel. sagt:

    @ Fatima: „andere Quelle“

    Ihre Forderung mag ja zunächst apologetisch klingen, aber sie ist vollkommen berechtigt! Selbst wenn Sie 20 Bilder sehen, die scheinbar alle in Ordnung sind, kann es sich um eine bösartige Fälschung handeln. Ich bin selbst (und nicht nur einmal!) auf dergleichen hereingefallen. Ganz offensichtlich gibt es Agenturen, die den Interessierten gehören, die systematisch und gezielt gefälschte Horrorgeschichten verbreiten.

    „Es bleibt immer etwas hängen“. Die Breivik-Agenda wurde für die breite Öffentlichkeit auch erfolgreich umgefälscht. Dabei meine ich nicht die Indizien, die auf eine Aktion unter falscher Flagge einschlägiger Dienste deuten, sondern die angeblichen Motive dieses „Nationalisten“, der zur Bekämpfung der „muslimischen“ Immigration (eine andere interessiert ihn nicht!) an die hundert Kinder und Jugendliche SEINES EIGENEN VOLKES mordet. Sein Motiv war vermutlich die „Bestrafung“ einer palästinenserfreundlichen Kampagne.

    Warum ist die Schmierpropaganda der Interessierten in Europa erfolgreich? Ein Grund dafür ist Unkenntnis und die Angst, steinzeitliche „Strafen“ und Gebräuche könnten demnächst uns selbst und unsere (spärlichen) Kinder treffen.

    Fatima, warum nehmen Sie uns nicht diese Ängste??
    Klären Sie uns doch auf, was „Scharia“ heute eigentlich bedeutet. Vielleicht würde sich ein COMPACT-Artikel zu diesem Thema anbieten. Handabhacken, Steinigen, Fingerabsägen, Kopfabhacken oder blutrünstige Selbstgeißelung (und der kleinen Kinder!), das will dem Mitteleuropäer nicht so recht gefallen. Nun seid ihr in großer (und wachsender) Zahl mitten unter uns. Wir können dies alles also nicht als wundersame Bräuche in fernen Ländern abtun.

    Ist es so, daß dergleichen wohl im Koran steht, aber heute keine Bedeutung hat, außer vielleicht bei extremistischen Fanatikern? Oder muß man auch die Berichte aus Saudiarabien (Auge herausoperiert als Ausgleich), Iran (Steinigung), Handabhacken (Mali), Kopf absäbeln (Palästina) als Propaganda einstufen?

  90. Ich würde Ihnen gerne Ihre Ängste nehmen Dr. Kümel. Es gibt darüber einen Artikel von Andreas Rieger, deutscher konvertierter Muslim wie ich, der auch in Compact , schreibt. leider finde ich ihn auf die Schnelle jetzt nicht, und ich muss gleich weg.
    Vorschlag: Melden Sie sich im Muslim-Markt an, da kann man das glaube ich besser diskutieren als hier.

  91. Gantenbein sagt:

    andere Quelle – etwas älter. Bitteschön!

    http://www.welt.de/politik/ausland/article10344800/Ladendieb-im-Iran-wird-die-Hand-abgehackt.html

    Ach ja, wieder Springer. Muslimmarkt? Dort Fehlanzeige. Klar.

    Mal sehen …. hier:

    „Gesetz über die islamischen Strafen vom 8. Mordad 1370 / 30. Juli 1991

    Zweites Buch

    Vierter Abschnitt

    Die hadd-Strafe für Diebstahl

    Art. 201 – Die hadd-Strafe ist, wie im folgenden erläutert:

    a) beim erstenmal Abschneiden von vier Fingern der rechten Hand des Diebes von ihrem Ansatz an, so daß ihm sechs Finger und die Handfläche verbleiben;

    b) beim zweitenmal Abschneiden des linken Fußes des Diebes und zwar von unten her am Fußrist, so daß der halbe Fuß und ein Teil des Fußballens übrig bleiben;

    c) beim drittenmal lebenslange Gefängnisstrafe;

    d) beim viertenmal, wenn der Dieb auch im Gefängnis noch stiehlt, die Todesstrafe.

    (…) “

    Quelle: http://www.igfm.de/Auszuege-aus-den-Strafgesetzen-der-Islamischen-Republik-Iran.593.0.html

  92. Gantenbein sagt:

    Halloooo! Frau Özoguz! Nachdem Sie in anderen Diskussionssträngen wieder fleißig kommentieren: Was stimmt den nun wieder nicht mit meiner Quelle?

  93. i. Das Gesetz gibt es grundsätzlich, aber es wird nicht vollstreckt zur Zeit, weil die gesellschaftlichen Umstände nicht danach sind.
    Davon abgesehen, wenn ich lese, dass alte und / oderBehinderte ausgeraubt werden, wünsche ich mir manchmal schon solche Strafen….
    Außerdem sind diese Auszüge sehr selektiv, denn die Voraussetzungen, um überhaupt solche Strafen verhängen zu können, sind nicht erwähnt.

  94. Gantenbein sagt:

    Zur Zeit nicht vollstreckt? Auch iranische Medien scheinen über den Amputationsfall zu berichten. Die Nachricht ist vom 24.1.2013. Und das vermeintlich gestellte Springer-Foto taucht dort auch auf.

    http://fars.isna.ir/Default.aspx?NSID=5&SSLID=46&NID=23776

    Google übesetzt wie folgt (Auszug):

    „Der Angeklagte in diesem Fall. S.. H., 29 Jahre alt, führte eine Bande, die verantwortlich für den Raub nach Festnahme 47 Menschen klagen der Justiz Shiraz Shkat während der Untersuchung Prozess war, zusätzlich zu der Strafe der Amputation 3 Jahre Bob aus dem Gefängnis zahlreiche Diebstahl und wurde zu 99 Peitschenhieben verurteilt, weil der Ehebruch.“

    Können Sie vielleicht eine genauere Übersetzung geben?

  95. @Gantenbein: Nach meiner bisherigen Information war das so der Fall, aber möglicherweise wird es in Extremfällen (immerhin eine Hehlerbande) doch vereinzelt vollstreckt. Ich habe mal im Iran nachgefragt, kann etwas dauern!

  96. Gantenbein sagt:

    14.12.2012: „Übrigens muss es auch in einem System, in dem nach der Scharia geurteilt wird, nicht zwangsläufig Handabhacken oder Steinigungen geben, das beste Beispiel ist der Iran.“

    28.01.2013: „Den Springer-Schmierfinken glaub ich keine Silbe. wer weiß von wann das Foto stammt, oder es ist sogar eine Montage.“

    30.01.2013: „Das Gesetz gibt es grundsätzlich, aber es wird nicht vollstreckt zur Zeit, weil die gesellschaftlichen Umstände nicht danach sind. Davon abgesehen, wenn ich lese, dass alte und / oder Behinderte ausgeraubt werden, wünsche ich mir manchmal schon solche Strafen…“

    31.01.2013: „Nach meiner bisherigen Information war das so der Fall, aber möglicherweise wird es in Extremfällen (immerhin eine Hehlerbande) doch vereinzelt vollstreckt. Ich habe mal im Iran nachgefragt, kann etwas dauern!“

    Gut, dann warten wir also auch noch auf Nachricht aus dem Iran. Bis dahin mögen Sie vielleicht einen Blick in den Bericht des Menschenrechtrates der Vereinten Nationen vom 14. März 2011 zur Lage im Iran werfen:

    http://www.unhcr.org/refworld/country,,,,IRN,,4d8b40812,0.html

    Allein für die zweite Jahreshälfte 2010 listet der Bericht – unter Bezugnahme auf iranische (!) Nachrichtenagenturen – vier weitere Fälle von Amputationen auf (S. 4 des Berichts, Fn. 2-5). Übrigens: Ab Seite 5 finden Sie dann auch Darstellungen zu Todesstrafe, öffentlichen Hinrichtungen, Todesstrafe bei Minderjährigen usw. usf. – größtenteils ebenfalls unter Bezugnahme auf iranische Agenturen. In jedem Fall also lesenswert.

  97. ich habe im Iran nachgefragt, aber man konnte mir den Vorfall nicht bestätigen. Aber wenn das stimmen sollte, was im Text steht , und was ich mit meinem leider noch etwas mageren Persisch dem Text entnehmen kann, handelt es sich hier um den Anführer einer Räuber- und Hehlerbande. Und wenn so einer hart bestraft wird, dann habe ich damit definitiv kein Problem, muss ich ehrlich sagen.
    Auch wenn ich immer wieder lese, dass alte , behinderte und wehrlose Leute wiederholt Opfer von Diebstählen, Trickbetrügern oder gar Raubüberfällen werden, wünsche mich mir schon teilweise härtere Strafen als hier üblich, muss ja nicht gleich Handabhacken sein.
    Gerade eher Konservative, bei denen ich die meisten hier aufgrund der Beiträge einordnen würde, beklagen immer wieder die Kuscheljustiz in Deutschland, und dass den Tätern mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als den Opfern (schlimme Kindheit, Partnerschaftskonflikte usw.) . Aber wenn ein Staat nun mal durchgreift, dann ist es auch wieder nicht recht. Und das war, um in der heutigen Sprache zu bleiben, ein sogenannter Intensivtäter, kein kleiner Ladendieb. Das der Fall durch alle Medien geht, zeigt ja eigentlich, dass so eine Bestrafung im Iran recht selten vorkommt. Über Saudiarabien wird das kaum berichtet, eben weil es so alltäglich ist, und dort wird jeder kleine Ladendieb so bestraft, auch wenn er aus Not gestohlen hat. Das ist im Islam verboten. Ich habe in Mekka ein schwarzes Mädchen mit abgehackter Hand betteln sehen…nun kann das auch in ihrer Heimat passiert sein.

  98. Meine Quelle im Iran sagt, dass zumindest in der Region Saveh keine öffentlichen Hinrichtungen mehr stattfinden würden.

  99. @Gantenbein, noch vergessen:

    dass Imam Khamenei anlässlich des Geburtstags des Propheten viele Delinquenten begnadigte oder zumindest ihre Strafen milderte, wird natürlich in westlichen Medien nicht erwähnt.

    http://german.irib.ir/nachrichten/revolutionsoberhaupt/item/216494-verehrtes-revolutionsoberhaupt-stimmt-der-begnadigung-und-milderung-von-strafen-einer-anzahl-verurteilten-z

  100. Gantenbein sagt:

    Daß Sie das Handabhacken in besonderen Fällen befürworten, daß in Saudi-Arabien möglicherweise gar noch mehr Hände abgehackt werden, daß die deutschen Hauptstrommedien nicht über die mutmaßliche Begnadigung von Straftätern anläßlich des Geburtstags des Propheten berichtet haben – all dies kann dahinstehen, war Ihre Ausgangsthese doch folgende:

    „Übrigens muss es auch in einem System, in dem nach der Scharia geurteilt wird, nicht zwangsläufig Handabhacken oder Steinigungen geben, das beste Beispiel ist der Iran.“

    Das Fazit ist: Nein, der Iran ist kein gutes Beispiel für Scharia ohne Handabhacken.

    (Auch die Strafe der Steinigung wird bis zum heutigen Tage verhängt, aufgrund eines seit gerade mal zehn Jahre bestehenden Moratoriums derzeit aber nicht vollstreckt; Quelle: Bericht der VN zur Lage der Menschenrechte im Iran, S. 9, abrufbar unter: http://www.unhcr.org/refworld/docid/4d8b40812.html).

    Der Iran ist nicht das Puppenstübchen, das Sie hier in Pastellfarben zeichnen.

  101. Gantenbein sagt:

    „Meine Quelle im Iran sagt, dass zumindest in der Region Saveh keine öffentlichen Hinrichtungen mehr stattfinden würden.“

    Das ist natürlich sehr aussagekräftig:

    Eine nicht näher benannten Quelle im Iran hat behauptet, in der Region Saveh – dort leben laut wikipedia bei der letzten Volkszählung 2006 gerade mal 235.843 von insgesamt über 75 Millionen Iranern – fänden keine öffentlichen Hinrichtungen mehr statt.

    Was sollen wir daraus schließen?

  102. @Gantenbein:
    1. Meine Aussagen bezogen sich auf den jeweils aktuellen Informationsstand.
    2. Ist der Iran für Verbrecher in der Tat keine Puppenstube – und das ist gut so!

  103. Gantenbein sagt:

    „1. Meine Aussagen bezogen sich auf den jeweils aktuellen Informationsstand.“

    Dafür kamen Ihre Aussagen aber recht apodiktisch daher. Formulierungsvorschlag für die Zukunft: „Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand …“. Oder eben gleich drei Minuten Google-Recherche (natürlich gehen andere Suchmaschinen auch).

    „2. Ist der Iran für Verbrecher in der Tat keine Puppenstube – und das ist gut so!“

    Meinetwegen. Allerdings sind Verbrecher nach den iranischen Strafgesetzen eben auch Homosexuelle, Ehebrecher und Apostaten. (vgl. http://www.igfm.de/Auszuege-aus-den-Strafgesetzen-der-Islamischen-Republik-Iran.593.0.html#content2954). Auch gut so?

    Interessant ist auch folgendes: Soeben loben Sie den Iran noch als leuchtendes Beispiel für Scharia ohne Handabhacken. Kaum damit konfrontiert, daß auch im Iran Hände abgeschlagen werden, entdecken Sie Sympathie für diese Form des Strafens und loben den Iran nunmehr für sein hartes Durchgreifen. Der Iran, der Iran, der hat immer Recht! Und Genossen es bleibe dabei; … lalala, lalala … Sehr glaubwürdig!

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