Elsässers Blog

Görlitz, 17.12, 17 Uhr, Marienplatz: Elsässer bei Kundgebung "Weihnachten statt kultureller Selbstaufgabe"

Zum 1. Advent: Christkind im Multikulti-Land

compact-weißJürgen Elsässers Editorial in der Dezember-Ausgabe von COMPACT-Magazin

COMPACT-Magazin 12/2012 ist seit Donnerstag (29.11.) am Kiosk. Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis und können das Heft bestellen. Beahten Sie auch das Dossier „Die neue Christenverfolgung“ in derselben Ausgabe. In diesem Sinne allen Lesern einen gesegneten 1. Advent!

Ist das Christkind politisch nicht korrekt?

Editorial COMPACT 12/2012. Von Jürgen Elsässer

Eigentlich ist Weihnachten schon seit Jahrzehnten weitgehende zur Kommerzorgie verkommen. Deswegen fällt den wenigsten auf, dass der wichtigste christliche Feiertag jetzt in Gefahr steht, ganz zu verschwinden. Gehen Sie mal durch die Kaufhäuser und werfen Sie einen Blick auf die Weihnachtsartikel. In den Schoko- und Marzipanabteilungen steht auf den Grußkarten meist nur noch „Frohes Fest“. Überall sieht man den fetten Santa Claus, daneben Renntiere, Schlitten, Pinguine und Eichhörnchen, jede Menge Schnee und Eis – aber kaum noch Engel und Jesuskind. Ein bekanntes bayrisches Brauhaus hat ein „Winterfestbier“ herausgebracht – als habe dort die SED die Geschäftsführung übernommen, die auch durch Umbennenungen die religiösen Feiertage vergessen machen wollte. Eines der bekanntesten Berliner Einkaufszentren hat im Eingangsbereich keinen geschmückten Tannenbaum aufgestellt, sondern einen überlebensgroßen Buddha.

Die Umerziehung wird auch über die politische Ebene betrieben. So hat die Stadtverwaltung im altehrwürdigen Oxford 2008 den Begriff „Christmas“ verboten und im amtlichen Sprachgebrauch dafür „Winter-Light-Festival“ vorgeschrieben. Die EU-Kommission hat drei Millionen Schülerkalender drucken lassen, in denen weder Weihnachten, noch Ostern vermerkt sind. Stattdessen finden sich darin Hinweise auf den islamischen Fastenmonat Ramadan, das Lichterfest der Sikhs und Hindus oder das chinesische Neujahr. In Hamburg hat der Senat im September 2012 die drei höchsten moslemischen Feiertagen dem ReformationStag und Buß- und Bettag gleichgestellt. In Berlin-Kreuzberg gab es letztes Jahr keinen Weihnachts-, sondern einen Weihnukka-Markt, also die Verschmelzung des christlichen Gedenkens mit dem jüdischen Lichterfest Chanukka. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit lobte das als „gute Idee“. Kein Wunder, dass Berlin auch in Puncto Beschneidung vorgeprescht ist, ohne auf eine bundeseinheitliche Regelung zu warten.

Den Minderheiten will der Staat die Befolgung ihrer Gebräuche leichter machen, während das Fundament der Mehrheitsgesellschaft vom US-Schund immer stärker unterspült wird, ohne dass der selbe Staat Dämme baut. So konnte Halloween mittlerweile das gleichzeitige Erntedankfest fast vollständig verdrängen. Und während sich kein Politiker – was nur richtig ist! – erlauben würde, den Koran oder die Thora zu verspotten, sind gegenüber Bibel und Papst alle Zoten erlaubt. Man bedenke: Die Blasphemie von Pussy Riot war den Honoratioren der Lutherstadt (!) Wittenberg preiswürdig… Masochistischer geht‘s nimmer.

Gerechtfertigt wird die Abwertung unserer Religion – und die Aufwertung fremder – damit, dass nur so ein gleichberechtigtes Miteinander in einer „multikulturellen“ Gesellschaft möglich sei. Würde das Christentum bevorzugt, müssten sich Juden und Muslime diskriminiert  fühlen. Aber stimmt das überhaupt? Michael Blumenthal, der Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, erinnert sich an seine Kindheit im Berlin der 1920er Jahre. „Heiligabend versammelte sich die Familie um den Weihnachtsbaum (…). Dann sangen wir Weihnachtslieder – ‚Oh Tannebaum‘, ‚Ihr Kinderlein kommet‘ und natürlich auch ‚Stille Nacht‘. Darüber hat sich meine jüdische Familie (denn getauft waren wir ja nicht) auch keine weiteren Gedanken gemacht. Das gehörte sich so in einer deutschen Familie (…).“ Besser lässt sich das Positive einer einheitsstiftenden Leitkultur nicht illustrieren. Sie grenzt die Minderheiten nicht aus, sondern schließt alle ein. Die Blumenthals und andere Juden übernahmen diese Kultur, ohne dass sie ihre eigene  verleugnen mussten, weil sie Deutschland als ihre Heimat ansahen. Erst die Nazis zerstörten dieses Miteinander. Warum sollten Einwanderer heute nicht ebenso unsere Sitten pflegen können?

(Weiterlesen in der Printausgabe COMPACT 12/2012)

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120 Responses

  1. Chris sagt:

    Eigentlich ist Ostern der wichtigste christliche Feiertag, ist aber ebenso dabei zu verschwinden – Coca-Cola-Santa-Claus und Schoki-Osterhasen werden alles sein was davon bleibt.

    Ganz dalli-dalli hat sich EU-Kommissar John Dalli dafür entschuldigt, dass der EU Schülerkalender keine christlichen Feiertage enthält:

    „+++ Update im Januar 2011 +++

    Der vorausgegangene EU-Schülerkalender 2010 / 2011 enthält einen Fehler, da er keine christliche Feiertage, wohl aber andere religiöse Festtage und diverse zivile Gedenktage enthält. EU-Kommissar John Dalli hat sich für die Fehler bei der Erstellung des EU-Schülerkalenders entschuldigt und angekündigt, die Ursachen dafür aufzuklären.“

    http://www.europedirect-aachen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=489:eu-schuelerkalender-20112012-ist-bestellbar&catid=3:ed-aktuell&Itemid=59

  2. Muslim from Germany sagt:

    Warum sollten Einwanderer heute nicht ebenso unsere Sitten pflegen können?
    ——————-
    warum sollten christen buddistische oder hinduistische feste in ihre sitten übernehmen? deshalb sind die christen kaputt , daß verlassen ihrer wurzeln und blinde folgen der kirche hat den glauben vernichtet. ein überzeugter, gläubiger christ gibt mir jedenfalls das gefühl von brüderlichkeit. ein christ der atheistischen materialismus auslebt. weiß nicht mehr wo oben und unten ist. wichtiger ist der respekt, der friedliche umgang miteinander, das akzeptieren der differenzen. leider sind viele menschen agressiv aufgeladen, übelste verhaltensweisen werden an den tag gelegt, gnadenloser egoismus treibt inzwischen viele an.

  3. Zensurnixgut sagt:

    Solidarität mit dem Weihnachtsmann!
    Möge seine Rache gerecht sein!

    Ich bin jetzt wirklich etwas traurig…
    …schönen ersten Advent !

  4. Warum sollten Einwanderer heute nicht ebenso unsere Sitten pflegen können?

    Die Frage greift imho zu kurz. Aktuell neigt sich nämlich das Werk des Saulus/Paulus seiner Vollendung zu. Der listig wie Odysseus – nachdem es den Pharisäern nicht gelang, das Christentum von außen zu zerstören – den Petrus in die Knie zwang und den Geist des Christus in seiner Kirche zu zersetzen suchte.

    Wir sehen aktuell das Ergebnis dieser Zerstörung von innen.

  5. Seid doch froh, dass wenigstens wegen uns kein armer Baum sein Leben lassen muss😉

  6. H. Schramm sagt:

    Dies dient der Auflösung der Völker und Grenzen.

  7. saito sagt:

    Was tun denn die christlichen Kirchen? Sie geben doch sonst immer ihren Senf dazu, aber Weihnachten verteidigen gegen
    deren Entchristlichung? Das tun sie nicht. Sie schwimmen doch eifrig mit auf der Multikulti-Welle. Die Kirchen schaffen sich und das Christentum selber ab und Weihnachten wird wieder das heidnische Lichterfest, das es einmal war.
    Mich stört es nicht. Ich bin schon lange aus der katholischen Kirche ausgetreten. Die Protestanten sind aber noch schlimmer.

    mit freundlichen Grüßen

  8. Absolut richtig.. dazu passend
    Zur HorrorPolitik aus Brüssel der passende Baum:
    http://de.euronews.com/2012/11/30/moderner-horror-bruessels-weihnachtsbaum-erregt-die-gemueter/

  9. Louise sagt:

    Das war ereignisreich das Jahr.
    Pussy Riot, die Ablehnung des Spiegels ihrer Konferenz mit NWO-Argumentation, die Artikel in der Sueddeutschen Zeitung am Wochenende, vergesse man die christliche Erziehung
    lebe man mit Wotan, oder wie soll man das begreifen, Wisnewski ist das schon mal aufgefallen und schrieb darueber.
    In den Kaufhaeusern war ich nicht.

  10. Louise sagt:

    Die Artikel erschienen am vergangenen Wochenende.
    Auch eine Aufforderung zum gegenseitigen toeten, damit sich die Weltbevoelkerung vermindert.
    Herr Karasek fand, dass ein bisschen viel der Tod besprochen wurde, Berliner Morgenpost, selbes Wochenende.

    Weiss ferner nun, dass die griechische Kultur gleich zu setzen ist mit der, die nur wissen, dass man ums Feuer tanzt.

  11. konsorten-chicano sagt:

    jürgen: compact die holzköpfe knackt. klasse heft wieder. die ausgewogene mischung ist top. christenverfolgung aufzeigen un gleichzeitig da wo es vorurteile gibt, diese auch aufzeigen.
    wenn ich das heft bisher mochte, beginne ich es zu lieben.

    und der brüsseler weihnachtsbaum rico…aua! bitter, bitter….

    @ fatima

    ja, die armen bäume, das stimmt. aber es gibt ja auch künstliche hübsche, ein großer echter auf nem schönen platz des volkes täte es doch auch……

    leider gibts keine kunstbluttierchen wenn das große halalschlachten wieder losgeht, wo die lebend ausblutenden lebewesen mit gefühl, laaaangsam ihrem ausbluten beiwohnen dürfen.

    obwohl, tofukälber mit gummibärchenblut. das wär mal ne alternative😉

  12. Rosalie sagt:

    Das Weihnachtsfest ist mit dem Tannenbaum ein klarer okkulter Hintergrund. Tannenbäume gehören zur Symbolik der okkulten Sekten >> (von Sektierung !! also Abspaltung innerhalb der Christen ) welche nicht die Bibel als Grundlage nehmen, sondern einegns ausgedachte Rituale, besonders die kath. Kirche benutzt, um die Menschen von Gott zu entfernen.
    In der BIbel steht weder etwas von einem Tannenbaum, noch von dem Tag 24.Dez. als Geburtstag Christi. Das sind okkulte Ritualtage, die die kath Kirche abhält, um den wahren Glauben an Gott in andere Wege zu leiten. Der Tannenbaum ist eines der höchsten Symbole der Freimaurer und wird oft und offen als Spitze in den „Bildern“ ihrer frei zugänglichen Stätten, besonders in USA, gezeigt. Dazu muss man noch die Nummerologie erwähnen, die ständig in den Hausnummern und, oder, Blocks dazu verhelfen, ihre Eingeweihten dort hin zu leiten.

    Das Ei und der Hase sind genau so verankert, wie der Tannenbaum. Das Ei ist die Legung der Brut im Christentum, des teuflischen Plans, die Bedeutung der Auferstehung Chriti in eine vom Menschen gemachte Auslegung zu verwandeln.

    Und das hat ja hervorragend geklappt..!

    Wer weiß? das Ostern nichts mit Eiern zu tun hat ??
    Eier sind hier ganz klar die Brut des Bösen. So deutlich muss man es sagen, sonst ist es nicht richtig.

    Nichts, aber auch Nichts lässt sich in der Bibel finden, was auf Eier und, oder Tannenbäume hinweist.

    Und in wie weit alle Menschen im okkulten Brauchtum verwickelt sind, lässt sich am Zustand der Welt erkennen.

    Fällt keine Bäume und lasst die Hasen und Hühner in Ruh, das ist Okkultismus pur..!
    Jesus möchte euch verstehen, gibt ihm Grund dazu.
    Tut Buße, Buße heisst, sich zu vergewissern auf welchem Pfad du bist und ggf. umzukeheren. Buße heisst nicht, nieder zu kniehen und jammern..! Buße tuen heisst, umkehren und Jesus Christus folgen, der das Leben ist, wovon wir alle träumen, das ist so einfach..!

  13. schnehen sagt:

    Nur wer Glauben an Ritualen, irgendwelchen Festen und anderen Äußerlichkeiten festmacht, dem kann allerdings etwas genommen werden. Wer jedoch hinter seinem Glauben steht, in ihm lebt, ihn aus vollster Überzeugung lebt und darin Sinnerfüllung für sein Leben findet, dem kann kein Weihnachtsfest genommen werden.

    Und würde die Nation Schaden nehmen durch einen Buddha vor der Tür eines Kaufhauses? Stehen wir vor der Auflösung als Volk, vor dem Untergang des Abendlandes? Haben wir solche Angst? Zeigt nicht diese Angst, wie verunsichert wir sind, wie haltlos, dass wir keinen Halt in uns selbst haben, in unserer eigenen Vernunft?

    Seit je war das Christentum, was unterstellt wird, nicht prägender Bestandteil der deutschen Nation und Bollwerk gegen Überfremdung, sondern ein Instrument der Klassenherrschaft einer Minderheit über die Mehrheit. Im Kaiserreich begann jede Schulstunde damit, dass für Gott und Kaiser gebetet werden musste. Später für seine Kriege.

    Nach dem Krieg sprang die Kirche, nachdem sie das Naziregime gestützt hatte, über zu den Alliierten und besorgte deren Geschäfte, verhinderte jede grundlegende Demokratisierung und Entmilitarisierung eines unabhängigen, freien Deutschlands, unterstützte den Weg in die Wiederbewaffnung, in die Nato, in die Renazifizierung und schickte die Militärpfarrer in die Bundeswehr.

    Heute braucht die international gut vernetzte herrschende Klasse der Finanzoligarchen und ihr politischer Anhang nicht mehr diesen Stützfpeiler Christentum. Auch einen Nationalismus braucht man nicht mehr. Heute hat man die zionistisch dominierten Lügenmedien, die es richten: Bertelsmann, Spiegel, ZEIT, BLÖD. Das Staatschristentum hat ausgedient, weil man andere, stärkere ideologische Instrumente hat.

    Aber was soll ein Zurück zu einer ausgedienten Ideologie, die nie feste Wurzeln bei den Deutschen fand, die ihnen im Frühmittelalter mit brutaler Gewalt aufgezwungen wurde? Wäre es nicht besser und vernünftiger, sich beim Kampf gegen die neue herrschende Klasse der Finanzoligarchen sich anderer Instrumente als das des Christentums zu bedienen? Wie wärs mit der Aufklärung? Wir wärs – oh Schreck oh Graus wird mancher sagen – mit den fortschrittlichen Traditionen aus der ehemaligen DDR, der Freidenkerbewegung? Wie wärs mit Brecht und Marx?

    Alles schon vergessen, dass es so etwas mal auf deutschem Boden gab?

  14. Rosalie sagt:

    Und, ich vergass, …man kann sich frei entscheiden, ob du das Böse willst oder das Gute. Die Entscheidung liegt bei Dir persönlich.
    Entgegengestzt aller politischen oder wie auch immer Aussagen und Meinungen..!
    Du kannst dich frei entscheiden, ob du es glaubst oder nicht, die freie Entscheidung liegt in Deiner Hand, entscheide Dich…!!!!!!!!!!!!!!
    Willst Du kein Fleisch essen, gehe am Metzker vorbei…
    Willst Du keinen Krieg, gehe an den Kriegshetzern vorbei…
    Willst Du Wahrheit und Liebe und Gerechtigkeit, schaue wo du das alles bekommst und entscheide Dich dann..!
    Spreche ich oder Du oder Elsässer die Wahrheit..?
    Ganz sicher nicht..! Von Liebe und Gerechtigkeit ganz zu schweigen…
    Wo..? das ist die Frage aller Fragen… wo ist die Gerechtigkeit…und damit auch der Friede..?

    Ich hab gefunden, wonach ich so innerlich gesucht habe..!
    Die Anleitung hierzu ist ein tolles Buch, ein Buch des Lebens, eine Anleitung zum überleben..die Bibel.
    Dort steht alles drin, was man braucht, um zu Leben und um zu überleben. ( In dieser Zeit muss man es so sagen…überleben)

    Geht ihr nicht auch kaputt an den Lügen der „Heute Nachrichten“ ?
    Anne Will uns verarschen und Klaus Kleber…will, oder muss Kleben am verhängnisvollen Tag des 11. Sptember 2001, wo uns die Führung des Bösen, wie nie zuvor offen gezeigt hat, wo es lang geht.
    Und immer noch, kann man sich frei entscheiden….es ist nie zu spät !

  15. Rosalie sagt:

    Ah, ich vertsehe… die freie Entscheidung muss auch auf eine Möglichkeit der Wahl zurückgreifen können, also mindesten 2 Möglichkeiten, die dann zur Wahl stehen.
    Die Möglichkeit, Jesus Christus zu wählen, und damit das Leben, steht in den Statuten der meisten Menschen gar nicht drin.
    Die kath. Kirche hat so ein erfolg damit, Jesus Christus nicht in unserem Herzen aufzunehemen, das wir nicht bemerken, dass Jesus Christus eine Möglichkeit zur Wahl darstellt.
    Jesus Christus wird dermassen falsch dargestellt und untergebuttert, dass wir glauben müssen, er sei nur ein Prophet gewesen. Ja, die kath Kirche hat sogar die 10 Gebote verändert um Gott zu schmälern um sich selbst als die Vertretung Gottes auf Erden zu profilieren.
    Mehr geht nicht…
    Der Pabst ist in höchster Not, wenn Leute erkennen, wie der selbige sich erhöht, Jesus zu sein, obwohl 1 Milionen glauben, er sei es.
    Ist das nicht verrückt.?
    Der Pabst selbst, also Razi, weiß um die Sünde und er findet sie gut, sonst währe er nicht Pabst. Also ist die Sünde im Sinne der eigenen Erhöhung zum Stellvertreter Gottes, das ist eigentlich Jesus, wissentlich, genau definiert und vertreten durch den Pabst, ….amtlich. !
    Wer sich aber erhöht zum Gott, sagt die kath. Kirche ist ein Ketzer und gehört verbrannt oder zum Tode gefoltert.
    Nun muss man folgern, da der Teufel die Ansprüche hat, Gott gleich zu sein, ist eine unnübgertroffene Übereinstimmung, mit dem Pabstum, nichts mehr entgegen zu setzen.
    Also ist der Pabst Teufelsgleich.
    Gleich mit Gott gibt es, laut Bibel nicht, es gibt nur mit Gott, aber nicht gleich mit Gott. Ist auch gut so, weil gleich mit Gott hiesse ja, mit dem Wort erschaffen zu können, und das können wir nicht.
    Oder hat der Pabst mit seinem Wort irgendetwas erschaffen?
    Der Pabst ist der Teufel auf Erden…schaut genau hin… er benützt auch das umgedrehte Kreuz.
    Und Bush ist die Puppe im Kampf gegen den internationalen Gaubens an Gott.
    Der einzige Weg ist Jesus… wenn du das ewige Leben haben möchtest, wenn nicht, bleib so wie du bist…

  16. @ Rosalie sagt Verschiedenes

    Jesses, Rosie, Sie gehen aber ganz schön in die Vollen und greifen an. Und erzeugen damit eine schwierige Gemengelage aus Wahrheit und Irrtum.

    Hm, hmm… Was mache ich damit? Wie kann ich damit umgehen? So stehenlassen mag ich’s auch nicht.

    Ich fokussiere mal auf den Angriff. Das ist – in solchem Kontext – meist ein Versuch, unsere Schuldprojektion auf den Anderen zu rechtfertigen, indem wir seine Sünde aufzeigen und geisseln, damit wir uns frei davon fühlen können.

    Das ist nicht der Weg, den uns der Christus aufzeigt. Der Christus empfiehlt uns eher eine Art von „Geisteswandel“, die unsere „Falschnehmung“ von der durch unser Ego erzeugten Welt von Sünde, Schuld und daraus resultierender Angst vor Strafe als „Wahrnehmung“ auf das Wunder der Vergebung durch den Heiligen Geist richtet, der beide Welten kennt.

    Ich weiß, daß Sie es gut meinen und mit ganzem Herzen dabei sind. Aber Sie können die Sünde so nicht loswerden.

    Wenn Sie aber erkennen könnten und wollten, daß die Absonderung von Gott schiere Phantasie ohne jegliche Realität ist, weil selbst im Multikulti-Land das Christkind stets in uns ist, immer schon war und immer sein wird, dann wird das zu Ihrer Befreiung führen.

    Und die Entscheidung für den Christus ist dann die, dieses Kind in uns in Liebe aufzuziehen. So, wie es Maria und Josef mit dem Jesuskind getan haben.

    Gottes Segen für Sie …

  17. Ach, übrigens, nachdem wir gerade bei christlichen Themen sind. Der Urinduscher hat es wohl geschafft: Kreuz.net ist offline. Und die Undeutsche jubelt.

  18. Hans mein Igel sagt:

    @ Rosalie

    „Der Tannenbaum hat einen okulten Hintergrund…“? „Und die Eier sind die Brut des Bösen“? Und die Bibel, besonders das AT, ist Maßstab für alles Wahre, Gute, Schöne und Erlösende?

    Hui, da fliege ich doch lieber auf meinem Besen hinfort.

  19. Ob der Tannenbaum zum Chstentum gehört oder nicht, klärt ihr mal unter euch.
    Einige junge Muslime haben wirklich mal überlegt, zu Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen, einfach als Solidaritätserklärung an gläubige Christen. Aber ist das eigentlich sinnvoll? Fühlen sich da Christen nicht gestört?

  20. juergenelsaesser sagt:

    fatima; bin dafür

  21. Andreas M. sagt:

    „Einige junge Muslime haben wirklich mal überlegt, zu Weihnachten einen Gottesdienst zu besuchen, einfach als Solidaritätserklärung an gläubige Christen. Aber ist das eigentlich sinnvoll? Fühlen sich da Christen nicht gestört?“

    Nein, im Gegensatz zu Moscheen, sind Kirchen immer und für jeden offen. Jeder kann reingehen und an der Messe teilnehmen oder auch nur zugucken.

    Außerdem: Woher sollen die Christen in der Kirche denn überhaupt wissen, dass da irgendwo in den Reihen Muslime sitzen?

  22. Umgekehrt ist es leider so, dass da, wo das Wort „Weihnachten“ in der Werbung vorkommt, es in den meisten Fällen jedes Zusammenhangs mit dem christlichen Fest und damit überhaupt jedes Sinnes entbehrt. In meinem Sprachblog habe ich ein paar Beispiele gesammelt. Man muss die Sätze laut lesen und sich vorstellen, sie seien ernst gemeint.

    http://textundsinn.wordpress.com/2012/11/14/mullsammlung/

  23. Hans mein Igel sagt:

    @ Fatima

    Den letzten Gottesdienst zu Weihnachten habe ich vor drei Jahren im Kölner Dom besucht. Da sprang der kleine Kardinal mit seiner Leibwächtertruppe in Springerstiefeln und dem Weihrauchschwenker hinten dran durch die Reihen der Anwesenden. Ich konnte dem Kardinal kurz in die Augen schauen. Was ich sah, waren die Augen eines eiskalten Machtpolitikers und nicht die eines seeligen Gottesmannes. Das anschließende salbungsvolle Gewäsch von ihm auf der Bühne war unerträglich. Vielleicht war er auch schon benebelt.

    Aber die Musik, die war schön.

    -Sollte jemand die Möglichkeit haben, zur Weihnachtszeit den Trompetenprofessor Güttler aus Leipzig in einer Kirche zu hören, unbedingt wahrnehmen. Denn das hat sakralen Charakter.

  24. „Im Gegensatz zu Moscheen“… Soso.
    Wir wollten eine Grußkarte vorbeibringen, als Papst Benedikt gewählt wurde. Alle Kirchen waren zu!

    Die Synagogen sind auch zu, aus gutem Grund, wegen Vandalismus.. Aber Moscheen sollen immer offen sein? Auf eine ist hier in Delmenhorst schon mal ein Brandanschlag verübt worden. Sollen wir die rund um die Uhr offenhalten, damit sie gleich ganz abgefackelt werden kanvn?!
    Und uns sieht man an, dass wir Muslime sind. Vor allem sieht man es an den Kopftüchern der Frauen, außerdem kennt man uns hier in der Stadt, hier ist es nicht so anonym wie in Berlin.

    Zum hässlicher Skulptur in Brüssel: Anders als einschlägige Ekelblogs behaupten, sind daran Muslime unschuldig. Dieses Mal jedenfalls.

  25. Jakobiner sagt:

    Zu Schnehen:
    „Seit je war das Christentum, was unterstellt wird, nicht prägender Bestandteil der deutschen Nation und Bollwerk gegen Überfremdung, sondern ein Instrument der Klassenherrschaft einer Minderheit über die Mehrheit.“

    Das sehe ich auch so.Wie sagte der Fürst zum Pfaffen: „Ich mach´sie arm, du hälst sie dumm!“

  26. Jakobiner sagt:

    Ich habe mal in meiner Studentenzeit als Weihnachtsmann für ein Bekleidungsgeschäft gejobbt. „Hohoho“-Schreien, wenn zahlungskräftige weibliche Kundschaft aus Grünwald logierte und ihnen eine Kunstledertasche mit Firmenlogo in die Hand drücken.Man wurde da aber, als man auf der Einkaufsstrasse stand zu einer Art Psychotherapeut für alle Lebenslagen. Zuerst musste ich einen Streit zwischen einem Liebespärchen schlichten, dann die missratenen Kinder eines Italieners zur Räson rufen und zuletzt wurde ich von etlichen alten, einsamen Grossmütterchen angesprochen, die mir in Kindersprache ihre harte Lebensgeschichte erzählten.Zum Schluss kamen dann noch die Engel von Lucky Strike und sind Weihnachtsmann und Engelchen zusammen zum Glühweinstand gezogen.War ein ganz schönes Weihnachten!

  27. juergenelsaesser sagt:

    Jakobiner: Gefällt mir!

  28. Yilmaz sagt:

    Was sagte denn einst Heinz Rühmann:

    „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern,
    Keine Angst, keine Angst Rosemarie,
    Wir lassen uns das Leben nicht verbittern,
    Keine Angst, keine Angst Rosemarie,
    Und wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt….
    Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern…“

  29. chicano sagt:

    @ rosalie

    vieles sehe ich anders als du.
    hier aber stimme ich mit dir voll und ganz überein:

    „Buße tuen heisst, umkehren und Jesus Christus folgen, der das Leben ist, wovon wir alle träumen, das ist so einfach..!“

    buße ist erkenntnis und aus ihr resultiert umkehr, geraderücken, den weg der liebe einschlagen, den keiner in so vollkommener art und weise vorgelebt hat, wie Jesus, auch in seinen bittersten stunden und bis zum bitteren ende, mit seinem Vater vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun.

    Das ist der Eckstein und nichts könnte dies steigern…..

    einfach vielleicht nicht aber das ist der goldene maßstab, die fahrkarte ins glück und in eine gottgefällige gesellschaft und welt.

    alles gute ihnen

  30. Andreas M. sagt:

    „Wir wollten eine Grußkarte vorbeibringen, als Papst Benedikt gewählt wurde. Alle Kirchen waren zu!“

    Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Natürlich gibt es in Kirchen Öffnungszeiten.

    Aber innerhalb dieser Öffnungszeiten ist die Kirche für jeden geöffnet, egal ob Christ oder nicht und jeder kann sich anhören, was dort gepredigt wird.

    In Moscheen darf man als „Ungläubiger“ nicht einfach so zum Gottesdienst kommen und sich anhören, was gepredigt wird. Da wird ein großes Geheimnis draus gemacht.

    Ich habe es sogar selbst mal ausprobiert. Da hat man mir gesagt, ich solle doch zum Tag der Offenen Tür kommen, denn die regulären Predigten seien nur für Muslime bestimmt und man wolle unter sich bleiben…..Ein Schelm, wer Böses dabei dekt…….:-)

  31. Avicenna1968 sagt:

    „(..)..sondern ein Instrument der Klassenherrschaft einer Minderheit über die Mehrheit.”

    MÖ-MÖÖÖÖÖH !

    Wo lernt man denn solche Platitüden ? Genauso gut könnte man sagen, der Marxismus diente einer blutsaugerischen Funktionärskaste zur Rechtfertigung ihrer parasitären Herrschaft über die Mehrheit.

    Ein berühmtes Zitat zum Thema:

    >>Die „Unsterblichkeit“ jedem Petrus und Paulus zugestanden war bisher das grösste, das bösartigste Attentat auf die vornehme Menschlichkeit. – Und unterschätzen wir das Verhängniss nicht, das vom Christenthum aus sich bis in die Politik eingeschlichen hat! Niemand hat heute mehr den Muth zu Sonderrechten, zu Herrschafts-Rechten, zu einem Ehrfurchts-Gefühl vor sich und seines Gleichen, – zu einem Pathos der Distanz … Unsre Politik ist krank an diesem Mangel an Muth! – Der Aristokratismus der Gesinnung wurde durch die Seelen-Gleichheits-Lüge am unterirdischsten untergraben; und wenn der Glaube an das „Vorrecht der Meisten“ Revolutionen macht und machen wird, das Christenthum ist es, man zweifle nicht daran, christliche Werthurtheile sind es, welche jede Revolution bloss in Blut und Verbrechen übersetzt! Das Christenthum ist ein Aufstand alles Am-Boden-Kriechenden gegen das, was Höhe hat: das Evangelium der „Niedrigen“ macht niedrig …<<

  32. Avicenna1968 sagt:

    Ernst Bloch hat es – aus der entgegengesetzten Perspektive des Revolutionstheologen – nicht anders gesehen. Was dem Nietzsche ein Greuel war, das war ihm die verleugnete, da religiöse Vorgeschichte der revolutionären Bewegung. Darum hat er sich positiv auf Figuren wie Thomas Müntzer bezogen.
    Festzuhalten bleibt, daß die kategorische Verwerfung des Christentums, wie sie aus dem oben zitierten Passus spricht, eher Sache bürgerlicher Aufklärungsideologie als des Marxismus war.

  33. Avicenna1968 sagt:

    Marx selbst hielt die Religion für abgetan, für eine überwundene Gestalt auf dem Wege der Selbstbefreiung des menschlichen Geistes; aber eben darum war er von einer kategorischen Verwerfung im Sinne der bürgerlichen Aufklärungsideologie, der die Religion als „Priestertrug“ galt, weit entfernt. Dies der Grund, warum er sich – im Gegensatz zu den anderen Vertretern der junghegelschen Schule – mit Religionskritik nicht aufhielt.

  34. Plebiszit sagt:

    Rituale, Symbole wie auch nationalkulturelle Denkmale, sind immer sinn-und friedensstiftend. Neben der Sprachpflege gehören sie zur Identität jeder Schicksalsgemeinschaft.
    Das deutsche Volk ist gerade dabei das alles zu verlieren.

    Bei einem Verlierer gibt es immer Gewinner. Deren und ihrer Vasallen größter „coup“,- sie besitzen das Labor.
    Prometheus , Dr.Faust und Frankenstein sind hierbei austauschbar,- stellvertretend auch als Warnung vor den Götzen der NWO-Trust.

    Schon die Römer wussten was tun, -gegen all zu freies Denken.
    Das Kolosseum von heute ist deshalb rechteckig, wie auch das zwangsversteuerte TV Lügenfenster,
    google mal: Rundfunkanstalten, legitimiert mit Behördenrecht

    Das heutzutage widerspruchslose, organisierte Hetzen gegen die christliche Werteordnung, Rassismus gegen die Weißen, das Schleifen von-und mittels Gegendenkmale,u.v.m., ist mitnichten einem neurotischen „Westen“ anzulasten, sondern einer Minorität die nahezu sämtliche Institute besetzen. Keineswegs verwunderlich ist es daher, daß ihr Kampfmittel-Räumdienst sukzessiv .-nicht nur symbolisch,-ganze Arbeit leistet. Die Gewöhnung ist eine Droge.

    Deshalb lehne ich es schlicht ab, meine Information geprellten Landsleute pauschal als Michel, Lemminge, couchbedürftig oder gar als Falschwähler zu verorten. Es wäre, als würde man einem Opfer noch nachtreten.
    .Jeder Erkenntnis, -ausserhalb der Netzkritik,- steht die „Vierte Gewalt“ entgegen, -die zutiefst begründete aller Ursachen,- die Desinformation.
    Ein Werkzeug der Extrem-PC Ideologie, verwerflicher als die hinterfragbare Lüge.

  35. schnehen sagt:

    Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Christentums, wie es entstanden ist, wie es missbraucht wurde, liest man z. B. das lesenswerte Buch von Johannes Maria Lehner ‚Das Kreuz mit der Bibel‘, mit einem Vorwort von Prof. Horst Herrmann, dann würde man nicht mehr so schnell sagen, dass die Instrumentalisierung des Christentums für die Herrschaft einer kleinen ausbeuterischen Minderheit, eine ‚Platitüde‘ ist.

    Das Römische Reich fing damit an, bzw. Kaiser Konstantin und machte die christliche Religion im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion, um den Traum der einfachen Menschen, die Sklaven waren, die Sklavenhaltergesellschaft Roms in der realen Welt durch Aufstände abzuschütteln (vgl. Aufstand des Spartakus) ins Reich des Jenseits zu verlagern und um dem untergehenden Riesenreich neues Leben einzuhauchen. Auf verschiedenen Konzilien wurde dann nach und nach von einer kleinen Minderheit festgelegt, was Bestandteil der Bibelgeschichten sein sollte und was lieber nicht. Jesus, so einigte man sich, sei als Gott anzusehen und nicht mehr nur als Prophet. So entstand ein Buch im Laufe von Jahrhunderten, das voller Widersprüche ist und das Dinge wie die Sklaverei befürwortet – ein übles Buch der Rache und Vergeltung mit einem ‚auserwählten Volk‘, wenn man das AT nimmt. Das NT ist sicherlich etwas anders zu beurteilen.

    In der mittelalterlichen Feudalgesellschaft waren es die Fürsten, die dafür sorgten, dass das Christentum, deren wichtigste Schrift damals noch nicht übersetzt war (Gottesdienste wurden auf Lateinisch abgehalten, was niemand verstand) und auf deren Übersetzung später harte Strafen standen, in der einen oder anderen Form Landesreligion wurde – nach dem Motto ‚cuios regio, eius religio‘, wer die Macht hat, bestimmt die Religion, woraus sich ergibt, dass den einfachen Menschen in den deutschen Landen, die zum größten Teil aus armen Bauern und Handwerken bestanden, nichts zu sagen hatten, was die Annahme der Religion anging. Es wurde einfach von oben bestimmt. Punkt. Aus.

    Die Instrumentalisierung setzte sich im Kapitalismus fort, um die Menschen, denen es nicht vergönnt war, Kapital zu besitzen und die gezwungen waren, ihre Arbeitskraft billig zu verkaufen, still zu halten und auf Jenseits zu vertrösten, sie davon abzuhalten, sich ihrer sozialen Lage bewusst zu werden und sie kollektiv zu ändern. Auch in dieser Periode hat sich die christliche Kirche immer mit der herrschenden Klasse verbündet.

    Besonders beschämend aber war die Rolle des Christentums oder genauer gesagt seiner Institutionen im Faschismus. Die katholische Kirche gehörte 1933 zu den ersten, die das Naziregime anerkannten, weil es ‚antibolschewistisch‘ war und das war für Papst Pius XII, den damaligen Oberhirten, die Hauptsache. In Spanien war die katholische Kirche eng mit den Franco-Faschisten liiert, und welche Schandtaten beging der Katholizismus erst an den lateinamerikanischen Ureinwohnern! 70 Millionen Menschen, so schätzt man heute, wurden Opfer der Missionierungen und der kulturellen Entwurzelungen.

    Widerstand kam auch aus den Reihen der Kirche, aber es waren nur wenige, Einzelpersonen wie der Antifaschist Martin Niemöller oder, aber auch sehr spät, Dietrich Bonhoeffer – Menschen, die ihrem Gewissen folgten, aber um seinem Gewissen zu folgen, braucht man kein Christentum, braucht man nicht Christ zu sein. Das einzige, was man dazu braucht, ist ein gutes Herz und einen klaren Verstand.

  36. Wildvögelein sagt:

    @ Rosalie

    „Und in wie weit alle Menschen im okkulten Brauchtum verwickelt sind, lässt sich am Zustand der Welt erkennen.“

    Weltweit geht das vielfältige, jahrtausende alte Brauchtum ja gerade zugrunde, weil alles Alte verpönt, verdreht und vereinheitlicht wird.
    Den Tannenbaum als okkulte Saat des Bösen zu verunglimpfen, zeugt von wenig Wissen um die Enststehung von Brauchtum und Mythos rund um den immergrünen „Baum des Lebens“, der in nahezu allen Kulturen der Welt verehrt wird. Auch in der Bibel.
    Er steht nämlich wie der Baum der Erkenntnis im Paradies, und ging Aufgrund des Sündenfalls den Menschen der Menschheit verloren. Erst durch Jesus wird er den Gläubigen zurückgegeben.
    „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben vom Baume des Lebens, der im Paradies meines Gottes ist“ (Apoc. 2,7)
    Er wird sein wie der Baum des Lebens, der am Wasser gepflanzt ist und in feuchtem Grunde wurzelt. Er fürchtet sich nicht, auch nicht wenn die Hitze kommt, denn sein Blatt bleibt grün!“ (Jer 17,8 Ps 1,3)
    In der Bibel wird der Baum des Lebens oft als Gleichnis für Gottes Weisheit und die Wiederauferstehung Jesus Christus verstanden.
    Übrigens hieß früher der Tannenbaum in den deutschsprachigen brauchtümlichen Weihnachtspielen >i>Paradeisl
    Der immergrüne Baum (heute die Tanne) ist ein internationales Sinnbild für die Wiedergeburt, ob nun kosmisch-naturreligiös verstanden oder christlich.
    Seit der Übernahme des Weihnachtsbaumes ins christliche Brauchtum war er immer Sinnbild für den Baum des Lebens des Paradieses und Gottes Weisheit. Ebenso, wie in der deutschen Sage das Holz der Kreuzes an dem Christus starb, von einer Zeder (oder Tanne) stammte und diese sei der Baum des Lebens des Paradieses.

    Ist die christliche Botschaft nicht Liebe, Güte und Verzeihung menschlicher Schwächen?
    Wer tief mit dem deutschen Weihnachtsbrauchtum rund um den 24. und den Tannenbaum verwachsen ist, und dieses Fest in Freude, Besinnlichkeit und Liebe mit seinen Mitmenschen feiert, ist mehr der christlichen Liebe verwachsen, als eine Blogteilnehmerin die dieses Fest als okkulte Saat des Bösen verschreit, und damit auf den Gefühlen anderer herumhackt. Das ist der satanisch-missionarische Zug, der in manchen besserwisserischen Bekehrern lauert und Zwietracht sät.
    Ich halte mich lieber an die Weisheit Friedrich des II.

    „Die Toleranz muß in einem Staate jedem Freiheit geben, alles zu glauben, was er will, aber sich nicht so weit erstrecken, daß sie die Frechheit und Ausgelassenheit junger unbesonnener Leute autorisiert, die dem kühn Hohn sprechen, was das Volk verehrt.“

  37. Wildvögelein sagt:

    @ Plebiszit
    Volle Zustimmung!

  38. Yilmaz sagt:

    @ Andreas M.
    „In Moscheen darf man als “Ungläubiger” nicht einfach so zum Gottesdienst kommen und sich anhören, was gepredigt wird. Da wird ein großes Geheimnis draus gemacht.“

    Jetzt machen Sie mal bitte halblang, alle Touristen in der Türkei konnten bisher in Izmir, Istanbul oder in anderen Städten in Moscheen eintreten und sich ruhig umschaun, sogar als einige Betende anwesend waren, niemand hatte sich beschwert.

    In Moscheen darf man nicht unbedingt lautstark eintreten oder wenn man im Grunde genommen betrunken, unhygienisch usw. ist, das gilt für jedermann! Eigentlich geht das in einem Mönchskloster doch auch nicht anders, die Reinheit der Gedanken, die Ruhe und die Spritiualität sollen nicht gestört werden usw., es ist ja gerade andersherum das die Moschee allen wohlwollenden Menschen offen steht.

    Und nochmal, Christen oder Andersgläubige gelten nicht als Ungläubige wie so häufig fälschlicherweise dargestellt wird, diese Art von Interpretation machen gerne heutzutage die Saudis im Wahabismus, aber die Zions machen ja mit den Wahabis gemeinsame Sache, nicht wahr!?
    Mit Ungläubigen im Koran ist vielmehr der heutige materialistische und neodarwinistische Atheismus gemeint.

    Ein Gotteshaus bleibt ein Gotteshaus, egal welcher Religion angehörig, ich habe schon desöfteren Kathedralen und Basilika besucht und habe mich dabei sehr Wohl gefühlt!
    Ein wahrer Christ, Muslim oder Jude weiß das und man versteht sich untereinander, aber wenn man darauf aus ist um zu Spalten wird man immer alles verdrehen können…..

    Zudem, die gerne häufig zitierten und umstrittenen Gewaltpassagen im Koran werden aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissen, der Islam entstand etwa im 6.Jh., sozusagen als Gegenreaktion zu den sehr aggressiven Äusserungen über Nichtjuden (Goyim) im Talmud und „müssen“ daher in diesem zeitlichen Kontext verstanden werden.

    Wünsche Euch eine angenehme Adventszeit!

  39. rubo sagt:

    Die Diskussion hier betrifft doch im weitesten Sinne das Multikulti-Problem.
    Ich fand dazu folgende treffende Erklärung von Putin, zwar auf Rußland bezogen, aber meiner Meinung nach auf andere Länder wie unseres ebenso passend:

    Der ‚Schmelzkessel’ der Assimilation ist nicht in der Lage, den wachsenden Migrationsstrom zu ‚verdauen’“, betont Putin. Eine Widerspiegelung dafür sei der „Multikulturalismus“, der eine Integration auf dem Wege der Assimilierung ablehnt. „Das Recht der Minderheit auf Anderssein“ werde absolutisiert, wobei dieses Recht nicht mit Verpflichtungen (der Migranten) gegenüber der Urbevölkerung und der Gemeinschaft insgesamt in der Verhaltensweise und in der Kultur austariert wird“, stellt der Premier fest.

    Auszug aus Putins Wahlprogramm 2012

  40. katzenellenbogen sagt:

    Mir hat sehr gut gefallen, was Michael Blumenthal über seine Kindheit im Berlin der 1920er-Jahre gesagt hat. Und während ich die hiesige, angeblich aus Rücksichtnahme durchgeführte Kriecherei extrem zum Kotzen finde, hat es mich sowas von „überhauptz“ nicht gekratzt, als ich in Thailand 200 Bath Eintritt in einem Tempel zahlen musste, während die Thais als buddhistische Leitkulturalisten umsonst reindurften. Also. mehr „Diskriminierung“ bitte und schiebt euch euren Wahn der absoluten Gleichmacherei sonst wo rein…

  41. Heider sagt:

    Fatima Özoguz, Dezember 3, 2012 um 12:44
    „Ob der Tannenbaum zum Chstentum gehört oder nicht, klärt ihr mal unter euch.“

    Eine Frage, die aber nur für Christen interessant sein kann.

    Soweit unter „euch“ alle Deutschen subsummiert sind, ist das auch falsch, weil es bedeutete alle Deutschen sind Christen. Doch dies ist nicht der Fall.
    Statistiken nennen gegenwärtig 32 bis 40% der Deutschen konfessionsfrei (konfessionslos), nach den meisten Statistiken ist diese Gruppe alleingenommen schon zahlreicher als jeweils Katholiken und Ev.-Lutherische.

    Weitere Statistiken ergeben, dass Konfessionsfreie tatsächlich als Nicht-Gläubige anzusehen sind; denn auch amtlich festgestellte Christen (Kirchenmitglieder) teilen fundamentale Voraussetzungen des Christglaubens nicht und beteiligen sich an keinen kultischen Gemeinschaftshandlungen, sodass man durchaus sagen kann: das Staatschristentum in seiner gegenwärtigen Ausprägung repräsentiert keine Mehrheit:

    Glauben Sie an Jesus‘ Auferstehung von den Toten?
    62% sagen: Nein!

    Glauben Sie an Gott als Schöpfer des Menschen?
    61% sagen: Nein!

    Würden Sie sagen, Sie sind religiös?
    54% sagen: Nein!

    Wie oft gehen Sie in die Kirche?
    53% sagen: Nie!

    Sind Sie für eine striktere Trennung von Staat und Kirche?
    44% sagen: Ja!

    Glauben Sie an einen Gott?
    38% sagen: Nein!

    uvm.:
    Statistiken und Studien zu Religion in Deutschland
    http://de.statista.com/themen/125/religion/

    Im erheblichen Widerspruch dazu steht das Bekenntnistum der sogen. Volksvertreter im Bundestag.
    Nur 27 von ihnen nennen sich konfessionslos, und nur 2 bekennen sich zum Atheismus.
    Im Verhältnis zur Abgeordnetenzahl (622) ergibt sich, dass bis zu 40% der Deutschen in der Religionsfrage keine Vertretung ihrer Interessen haben.
    http://www.kirchenaustritt.de/statistik/bundestag.htm

    Würde der Christglaube tatsächlich für eine Mehrheit der Deutschen stehen, so liesse sich auch daraus kein institutioneller Anspruch ableiten.

    Der institutionalisierte Glaube und seine kultische Praxis sind generell mit wahrer Religionsfreiheit unvereinbar, wo sie gegen eine Minderheit durchgesetzt sind. Das wirkt in der Sache oder in dem Punkte besonders schwer, da Glaube keine wissenschaftlich klärbare Frage ist und natürlich auch nicht kommandiert werden kann.

    Je grösser die Minderheit wird, desto unglaubwürdiger ist das System des Staatschristentum, das fortgesetzt dafür sorgt einen bestimmten Glauben in den Rang einer allgemein verbindlichen Staatsreligion zu erheben, auch wenn sie nicht ausdrücklich so heisst. Am Beispiel der rein christlichen Adventswochen, die noch nichtmal eine ursprüngliche heidnische Entsprechung haben, lässt sich jedoch das herrschende Reglement sehr gut ablesen.

  42. Heider sagt:

    schnehen sagt, Dezember 2, 2012 um 22:01
    „Heute braucht die international gut vernetzte herrschende Klasse der Finanzoligarchen und ihr politischer Anhang nicht mehr diesen Stützfpeiler Christentum. Auch einen Nationalismus braucht man nicht mehr. Heute hat man die zionistisch dominierten Lügenmedien, die es richten: Bertelsmann, Spiegel, ZEIT, BLÖD. Das Staatschristentum hat ausgedient, weil man andere, stärkere ideologische Instrumente hat.“

    Das Christentum, namentlich die Papstkirche mit Frontorganisationen von Caritas bis Opus Dei, ist weltweit gut organisiert wie nie zuvor; getreu Jesus‘ Missionsbefehl sind nach wie vor hunderte von Kirchen auf allen Kontinenten unterwegs, um noch dem vorletzten Naturvolk die christliche Offenbarung zu bringen oder anderen Religionen die Anhänger abspenstig zu machen. Demgemäss wächst, ausser in Europa, seine Anhängerschaft auf neue Rekordmarken an. Die bekannte westliche Wertegemeinschaft versteht sich als christlich, und ihre Führer benehmen sich auch so; die Berufung auf „Gott“ ist für US-Präsident oder Kongress und auch bei uns selbstverständlich; hier eines der prägnantesten Beispiele:
    Weihnachtsansprache 2011, Präsident Wulff im Staatsfernsehen:
    Fröhliche Weihnachten, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

    An diesem Weihnachtsfest grüße ich Sie alle: die Gläubigen, die heute der Geburt Jesu Christi gedenken – und all diejenigen, die einen anderen Zugang zu diesem Fest haben.
    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/12/111225-Weihnachtsansprache.html

    Der Papst muss als einer der mächtigsten Männer der Welt angesprochen werden, er befehligt wohl keine Armeen aber ist der inoffizielle Spiritus rector von Dutzenden Staatsmännern, gegen den sie niemals einen falschen Zungenschlag anbringen. Einige der herausragenden Staatsmänner Europas der letzten Jahrzehnte, die ein besonders inniges Verhältnis zum Vatikan hatten waren bspw. Konrad Adenauer, König Juan Carlos und Václav Havel. Warum, wenn sie ihn, das Vermächtnis der Lehre (als deren Hüter er auftritt) und die Milliarden Menschen, die ihn offiziell verehren, nicht wirklich brauchen?

    Zugleich waren die Genannten zufällig(?) wichtige Motoren der sogen. europäischen Einigung. Was die herrschende Klasse darunter wirklich verstanden hat, das kann man ja heute sehen. Adenauer, der span. König und Havel führten ihre Länder der EU zu, für diese „Verdienste“ wurden sie u.a. mit dem „Karlspreis“ geehrt. Der Namensträger war der berüchtigte Blutkönig Karl I., den die Geschichtsschreibung „den Grossen“ nennt, der Gründer des „Heilgen Römischen Reiches“; er verhalf dem Christentum zur Staatsmacht, nach diesem Vorbild ist Europa fortan organisiert worden.
    Welche Bedeutung das Christentum auch für die heute Herrschenden hat, dafür ist der Karlspreis und sind seine Preisträger ein wichtiges Indiz:

    Wikipedia
    „Der Karlspreis(…), wird alljährlich in Aachen für Verdienste um die Europäische Einigung verliehen. Verliehen wird neben der Urkunde auch eine Medaille, deren Vorderseite das Bildnis Karls des Großen auf seinem Thron zeigt,…“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karlspreis

    Auf den Zusammenhang von NWO – die Schaffung eines Weltstaates mit einheitlicher Ökonomie und Kultur unter dem Kommando global tätiger Finanzeliten – und Vatikan hat Conrad C. Stein hingewiesen; signifikant sind die dokumentierten Äusserungen mehrerer Päpste der letzten 80 Jahre, die eine Weltregierung verlangten und als erste Schritte dazu die UN und auch die Militärleistungen der Nato(!) begrüssten.
    (Wie einheitlich die politischen und geistig-religiösen Führer der westlich-kapitalistischen Welt Schritte zu ihrer Veränderung unternehmen zeigt der Fall Syrien – trotz verzweifelter Appelle der dortigen christlichen Kirchen auch an den Papst sind sie offensichtlich auserwählt ihre Heimat verlassen zu müssen oder von Al Kaida-Banden umgebracht zu werden)

    „Anders als die jüdische Religion, die eine typische Stammesreligion des von Jahwe auserwählten Volkes ist, hat die christliche Ideologie einen supranationalen und egalitären Anspruch („Et unum sint!“). Keine der vielen christlichen Kirchen aber vertritt den Supranationalismus dieser Religion entschiedener und militanter als die im Vatikan ansässige „römisch-katholische“ Kirche, die wegen ihrer spezifischen Riten und Gebräuche von anderen Vertretern dieser Religion als bloßer Kult abgetan wird. Der ideologische Anspruch des Vatikans ist supranational. Dies ergibt sich schon aus dem Namen der dort verwalteten Religion; denn „katholisch“ ist ein Synonym für „universal“.

    Nach der traditionellen römisch-katholischen Ideologie ist die Nation eher ein fossiles Relikt, wenigstens aber in ihrer Unabhängigkeit einzuschränken. Die Entwicklung einer „internationalen Ordnung“ (Pius XII, Botschaft, Un ora grave, 24. August 1939) ist geradezu ein Glaubenbekenntnis dieser Religion.“
    (aus Stein, „Die geheime Weltmacht: Die schleichende Revolution gegen die Völker“)

    Noch einmal ein Blick auf die politische Gegenwart in der BRD.

    Die Bundeskanzlerin – eine Pfarrerstochter,
    der Bundestagspräsident – ein Katholik und ehem. Stipendiat des kathl. Casanuswerkes (Aufsicht: deutsche katholische Bischofskonferenz),
    die Vizepräsidentin – Präses der Synode der EKD und Ratsmitglied,
    der Bundespräsident – ein Pfarrer

    Es kann sich nicht um Einzel- oder Zufälle handeln, es ist vielmehr das System Staatschristentum selbst, das hier in persona um die Ecke schaut.
    Wer mehr über die unglaubliche Verflechtung von Kirche und Staat wissen möchte kann es nachlesen – Fakten statt Glauben, Wissen statt blosse Hoffnung, das Christentum habe sich ideologisch überlebt und sei politisch unwichtig:

    Deutschland: Staat und Kirche sind immer noch nicht getrennt
    Das Staatsross
    und sein kirchlicher Reiter

    http://www.theologe.de/kirche_staat.htm

  43. Muslim from Germany sagt:

    @ Yilmaz

    also da möchte dir raten, nochmals in einigen themen nachzuforschen, ganz objektiv. differenzen bedeuten nicht respektlosigkeit oder gar feindschaft. z.b. nur weil eine person dem buddismus angehört, sprechen wir nicht ihm seine menschenwürde ab. darin liegt das problem, personen mit übertriebenen, radikalisierten gedankengut. und selbst diesen personen dürfen wir nicht mit haß begegnen, sondern
    mit dialogbereitschaft. wenn keiner mit der person spricht, wie kann derjenige jemals seine fehler erkennen. das war das merkmal aller propheten, ihre enorme geduld, edle charaktereigenschaften, herausragende dialogfähigeiten hin zu allen menschen.

  44. schnehen sagt: Dezember 3, 2012 um 20:00

    Das Römische Reich fing damit an, bzw. Kaiser Konstantin und machte die christliche Religion im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion, …

    Unter der Bedingung, daß es sich dem Mitras-Kult unterwirft. Deshalb (!) auch der 24.12. als der Geburtstag des Lichts (hat mit der Sonnenbewegung zu tun).

    Und zum für alle stets sichtbaren Zeichen und als Symbol dieser Unterwerfung hat er dem Pappa die Mitra aufgesetzt. Und siehe da: Er trägt sie heute noch! Und ein Kreuz mit einem leidenden und sterbenden Christus vor sich her. Als weiteres Symbol des römischen Sieges über den Christus.

    Nichts gegen die Katholen! Bitte nicht so verstehen. Man kann bei den Katholen immer noch leichter zu Gott finden, als bei den Evangelen.

    Aber daß das überhaupt noch möglich ist – in den „christlichen“ Kirchen – das ist für mich ein Wunder! Das ist ein veritables Wunder, das mich immer wieder staunen und erkennen läßt, wie wenig ich weiß.

    Und dann frage ich die Leute, die was wissen. Die lächeln dann immer so weise, freundlich und so gütig, daß ich es mit meinen Aggressionen zu tun kriege und schweigen.

    Sie schweigen! Könnte mir das bitte mal jemand erklären, daß die, die was wissen nichts sagen?

    Diese ganze Welt ist in sich paradoxal strukturiert. Warum? Sie ruht auf mindestens einem Fehler auf. Und deshalb muß alles in dieser Welt stets mit mindestens einem Fehler behaftet sein. Es kann hier keine Perfektion geben. Wir leben hier im Imperfekt (Doppelsinn) und sind also imperfekt. Nämlich unvollkommen und längst schon vergangen. Und alles, was wir über die Vergangenheit sagen können, ist, daß sie nicht wahr ist, weil sie eben schon vergangen und also im jetzt nicht oder nicht mehr ist. Wenn sie auch unendlich nahe daran heranreichen kann: Sie kann die unmittelbare Gegenwart nicht erreichen. Diese muß ein stets unerreichter Grenzwert bleiben.

    Und genau deshalb brauchen wir den Heiligen Geist! Denn Gott kennt das Nichtige nicht, das aus dem Nichts entsteht und also wieder in das NIchts vergehen muß. Warum? Weil er schiere Wahrheit ist und Wahrheit weder entsteht noch vergeht.

    Der Heilige Geist (und seine Inkarnation als der Mensch Jesus) kennet aber beide Seiten und kann daher vermitteln. Zwischen dem phantasmatischen Imperfekt, in dem wir leben, und der wahren Wirklichkeit Gottes.

    Deshalb muß imho der christliche Gott eine Drittheit sein, welche die symbiotische Gott-Teufel-Dyade trinaguliert.

    Der Heilige Geist ist der dritte Andere (im Sinne von Lacan), der dem Menschen die Möglichkeit von Individuierung öffnet, in seiner psychosexuellen Entwicklung.

  45. Jakobiner sagt:

    Zu Avicenna1968 sagt:
    Dezember 3, 2012 um 18:30

    “(..)..sondern ein Instrument der Klassenherrschaft einer Minderheit über die Mehrheit.”

    MÖ-MÖÖÖÖÖH !

    Wo lernt man denn solche Platitüden ? Genauso gut könnte man sagen, der Marxismus diente einer blutsaugerischen Funktionärskaste zur Rechtfertigung ihrer parasitären Herrschaft über die Mehrheit.“

    Genauso war es ja auch.Der Marxismus diente der „Avantgarde der Arbeiterklasse“zur Rechtfertigung ihrer Herrschaft zumal immer unter Berufung auf die schon fast christlich anmutende Erlösung durch eine klassenlose kommunistische Gesellschaft, dem „Paradies auf Erden“.
    Wohl richtig, dass Marx selbst die Junghegelianer und ihre Sorte Religionskritik im Anti-Dühring angriff und Religionskritik per se nie eine sonderlich bedeutende Rolle beimass, da er Religion eher als Überbauphänomen ansah, das verschwinden würde mit der Entwicklung der Produktivkräfte.
    Interessant auch, dass das „Kapital“ nie auf die schwarze Liste des Vatikans kam (wie auch „Mein Kampf“), da sich die Autoren in diesen Werken jeglicher Religionskritik enthielten.Auch hat Marx von Religion als dem Opium des Volkes und nicht vom „Opium für das Volk“gesprochen, wusste da also doch zu unterscheiden.

    „Festzuhalten bleibt, daß die kategorische Verwerfung des Christentums, wie sie aus dem oben zitierten Passus spricht, eher Sache bürgerlicher Aufklärungsideologie als des Marxismus war.“

    Wohl möglich, nicht umsonst ist mein Nickname auch Jakobiner.

  46. Jakobiner sagt:

    „Der immergrüne Baum (heute die Tanne) ist ein internationales Sinnbild für die Wiedergeburt, ob nun kosmisch-naturreligiös verstanden oder christlich.“

    Wohl wahr–siehe auch „der Baum des Lebens“ in dem Science Fictionfilm „Avatar“.Da organisiert sich ein Naturvolk um einen riesigen Baum herum, der mittels Synapsen organisch mit ihm verbunden ist. Und auch die alten Germanen schützten ihre Eichen, als christliche Missionare aus Irland selbige absägen wollten.Das gab letzteren zu denken und da haben sie wohl den Baum als Brauchtumssymbol übernommen.

  47. Jakobiner sagt:

    Zu
    rubo sagt:
    Dezember 3, 2012 um 22:34

    „Die Diskussion hier betrifft doch im weitesten Sinne das Multikulti-Problem.
    Ich fand dazu folgende treffende Erklärung von Putin, zwar auf Rußland bezogen, aber meiner Meinung nach auf andere Länder wie unseres ebenso passend:“

    Dann sollte man dem alten KGBler mal Goethe zu lesen geben–jener meinte nämlich: „Die Grösse eines jeden Volkes bemisst sich danach, wie es mit seinen Minderheiten umgeht“.

  48. Jakobiner sagt:

    Zu Hans Mein Igel:
    „Aber die Musik, die war schön. “

    Stimmt, selbst als Atheist mag ich vieles an der Kirchenmusik–seien es nun greogorianische Choräle oder Bach–und solch eine Kathedrale oder christliche Kuppel ist da ein hervorragender Resonanzkörper.

  49. Jakobiner sagt:

    Gestern erfuhr man bei „Hart,aber fair“ von Plasberg noch, dass es jetzt auch überall schwule und lesbische Christkindlfeste auf öffentlichen Plätzen gibt.Die Tatsache, dass Weihnachten zum zweiten Christopher Street Day genutzt wird, erregte da doch einige Konservative. Ich selber weiss auch nicht, was ich davon halten soll.

  50. Andreas M. sagt:

    @ Yilmaz

    Ich will nicht behaupten, dass das in allen Moscheen so ist und in den Touristenattraktions-Moscheen gewiss nicht. Ich sprach mehr von 0815-Moschee in Castrop-Rauxel.

    Wie gesagt, mich hat man nicht reingelassen, als ich hinging und mir das mal angucken wollte und nein, ich war weder betrucken noch habe ich gerochen wie ein Iltis;-)

    @Wildvöglein

    Dank für Ihren Beitrag, Sie haben vollkommen recht. Defacto ist aber auch egal, ob der Baum oder der Weihnachtsmann nun religiös begründbar sind oder nicht. Weihnachten ist eben auch ein kulturelles Fest der Freude, der Liebe und des Miteinanders. auch für die, die mit den religiösen Aspekten nichts anfangen können. Das ist ja das schöne. Es ist für jeden das dabei, was er möchte. Für den Religiösen die Religion für den Atheisten das Kulturelle.

    Und genau DAS, dieses Universelle, die Freude und die bunte Glitzerwelt des Baumes und des Weihnachtsmanns macht die Attraktivität von Weihnachten aus ist der Grund, warum Weihnachten auch außerhalb der Christlichen Welt so populär wird – sogar in der Islamischen Welt!

    Das ist etwas was einige Leute, die z.B. ständig drauf rumhacken, dass der Weihnachtsmann von Coca-Cola erfunden wurde (was übrigens gar nicht stimmt) nicht verstehen. Es sind genau diese bunten Bräuche, die Weihnachten so beliebt machen. Ohne die diese Bräuche und die Fröhlichkeit wäre Weihnachten so langweilig wie Pfingsten, wovon die meisten nicht mal wissen, was da gefeiert wird und es daher auch gar nicht feiern. Und nicht ohne Grund ist Weihnachten beliebter als Ostern, obwohl Ostern religiös gesehen viel wichtiger ist.

    Denn Ostern ist ein Fest der Traurigkeit und Weihnachten eines der Freude. Und die Freude wird bei Menschen immer beliebter sei als die Trauer.

  51. @Hans mein Igel:

    Dass der Kardinal in einem berühmten Bauwerk wie dem Kölner Dom eine Schutztruppe hat, sehe ich weniger kritisch als die Tatsache, dass er leider eine braucht. Denn dort fallen auch gern mal Schlägertrupps ein, die den Gottesdienst stören wollen, wie zuletzt ein paar Pussy-riot-Trittbrettfahrer.

    @chicano: „Buße tuen heisst, umkehren und Jesus Christus folgen, der das Leben ist, wovon wir alle träumen, das ist so einfach..!”

    wenn das so einfach ist, warum tun es dann so wenige?

  52. @Heider: Ich meinte damit alle, die sich wirklich als Christen betrachten, und nicht nur als „Kulturchristen“.

  53. rubo sagt:

    @Jakobiner:
    Das Goethe-Zitat spricht nicht gegen Putins Meinung und außerdem ist KGB Vergangenheit und CIA/Mossad sind immer noch da mit alten und moderneren „tot“sichereren Arbeitsmethoden.

  54. Gantenbein sagt:

    „Denn Ostern ist ein Fest der Traurigkeit“

    Wo lernt man denn sowas?

  55. Yilmaz sagt:

    @ Rosalie
    „Der Tannenbaum ist eines der höchsten Symbole der Freimaurer und wird oft und offen als Spitze in den “Bildern” ihrer frei zugänglichen Stätten, besonders in USA, gezeigt.“

    Das ist sehr abwegig und stimmt meines Erachtens überhaupt nicht. Das Symbol der Freemasons in den meißten bedeutenden Städtender Welt sind die Obelisken, nur mal umschaun wo einer steht…

    @ Mfg
    ich glaube Du hast mein kommentar nicht ganz richtig verstanden, aber im Grunde sind wir uns schon einig.

    @ Wildvögelein
    „Seit der Übernahme des Weihnachtsbaumes ins christliche Brauchtum war er immer Sinnbild für den Baum des Lebens des Paradieses und Gottes Weisheit. Ebenso, wie in der deutschen Sage das Holz der Kreuzes an dem Christus starb, von einer Zeder (oder Tanne) stammte und diese sei der Baum des Lebens des Paradieses.“

    Stimmt, die Tanne oder besser gesagt die „Zeder“ wurde bereits in der Mythologie eine sehr hohe Bedeutung zugemessen, der Brauch des Weihnachtsbaumes entstammt meines Wissens aus der Vor-Christlichen Zeit, aus den Zeiten der Kelten und Naturvölker.

    Übrigens, das Wort Paradies entstammt ur-sprünglich aus dem persischen Wort „Pardis“ .

    —————————————————————

    Meiner Meinung nach ist es doch so daß die Naturvölker um die Geheimnisse der Schöpfung besser wissen…, hier ein wunderschönes Video von Jamiroquai „Corner of the Earth“:

  56. rubo sagt:

    Am Samstag 01.12. 21:45 brachte der WDR die Jürgen Becker-Sendung „Kabarett am Minarett“. Die fand zwar nicht unter der Kuppel der Kölner Hauptmoschee statt, aber immerhin in einem großen Nebenraum mit Zuschauern. Da traten Vertreter der jüdischen, moslemischen, christlichen Religion und Atheisten auf mit mutigen selten gehörten Ansichten auf und am Ende waren sich alle einig, daß letztlich alle gläubigen doch einen Gott anbeten und es daher keinen Grund gibt, sich die Köpfe einzuschlagen.
    Vielleicht können Juden in einer Synagoge das auch machen?

  57. Gantenbein: “Denn Ostern ist ein Fest der Traurigkeit”

    Wo lernt man denn sowas?“

    ein ketzerischer Gedanke: Im Religionsunterricht vielleicht? Zumindest was den Karfreitag angeht. Da gedenken Christen doch der Kreuzigung Jesu, oder hab ich das falsch in Erinnerung? Das liegt bei mir allerdings eine Weile zurück…

  58. Zensurnixgut sagt:

    „Das Goethe-Zitat spricht nicht gegen Putins Meinung(…)“

    Nun könnte man mal spekulieren, wie sich der alte Goethe über die heutigen Zustände ausgelassen hätte.
    …und ob die Kanzlerin seine u.U. „umstrittenen Thesen“ für „hilfreich“ erachten würde…

  59. chicano sagt:

    @ fatima

    „wenn das so einfach ist, warum tun es dann so wenige?“

    einfach ist es ganz sicher nicht die nachfolge Christi anzutreten, lesen sie mal „Johannes vom Kreuz – die nachfolge Christi“ und selbst Christus wankte in manchen stunden (Vater, kann dieser kelch nicht an mir vorrübergehen….aber Dein wille geschehe), der versuch und echte wille aber zählt, denke ich.

    keine ahnung warum es so wenige versuchen. weil sie lieber mohamed folgen, der auch das schwert zur verteidigung seines glaubens nutze, mal ein paar köpfe rollen ließ und die frauen der geköpften als sklavinnen weitergab?

    weil andere an nichts mehr glauben können in einer welt, die scheinbar jeden sinn verloren hat?

    weil wieder andere denken alles sei illusion und das aufgehen im großen nichts sei der einzige ausweg, wie manche buddhistische schulen und advaita-vedantas.

    es gibt sicher viele gründe.

    wie dem auch sei, „es ist so einfach1“, dass schrieb die gute rosalie, ich antworterte darauf:

    „einfach vielleicht nicht aber das ist der goldene maßstab, die fahrkarte ins glück und in eine gottgefällige gesellschaft und welt.“

  60. Gantenbein sagt: Dezember 4, 2012 um 10:42

    “Denn Ostern ist ein Fest der Traurigkeit”

    Wo lernt man denn sowas?

    In den Schulen des Antichristen. Ostern ist das Erwachen aus dem Traum des Todes. Ostern identifiziert uns mit unserem wahren und unsterblichen Ich, nämlich dem Christus-Selbst.

    Das ist die froheste aller Botschafrten überhaupt. Ostern ist für Christen das Fest der Fröhlichkeit schlechthin.

    Tod, wo ist dein Stachel – Hölle, wo ist dein Sieg? An Ostern lachen wir über euch!

  61. chicano sagt:

    @ rubo

    „Da traten Vertreter der jüdischen, moslemischen, christlichen Religion und Atheisten auf mit mutigen selten gehörten Ansichten auf und am Ende waren sich alle einig, daß letztlich alle gläubigen doch einen Gott anbeten und es daher keinen Grund gibt, sich die Köpfe einzuschlagen.
    Vielleicht können Juden in einer Synagoge das auch machen?“

    so schön das klingt, einer muss hierbei seinen glauben verleugnet haben, denn im christentum ist Jesus der Erstgeborene, Sohn Gottes und mit diesem Glauben steht und fällt das Christentum. das aber lehnt der islam als irrglaube ab.

    man kann zu seinem glauben stehn, muss nicht alles gleichmachen und kann dennoch frriedlich nebeneinander gehen, koexisitieren, oder? man muss nicht jeden glauben nivelieren nur damit es kein köpfe einschlagen gibt, oder?

    Sesus gab jednefalls nicht das geringste beispiel dafür, das das köpfe einschlagen durch seine lehre zu legitimieren wäre, er hielt die andere wange hin und überließ den rest Gott allein.

    bulli würde sagen, nicht mal die alt-testamentarier haben den gleichen Gott wie die des neuen testamentes, also des christentums.

  62. chicano sagt:

    @ wildvögelein

    wie so oft…schöne kommentare von dir (oder soll ich „sie“ sagen?)

  63. Jakobiner sagt:

    Zu
    rubo sagt:
    Dezember 4, 2012 um 10:37

    @Jakobiner:
    Das Goethe-Zitat spricht nicht gegen Putins Meinung und außerdem ist KGB Vergangenheit und CIA/Mossad sind immer noch da mit alten und moderneren “tot”sichereren Arbeitsmethoden.

    Naja, der KGB ist jetzt der FSB neben anderen russischen Geheimdiensten und versteht sich ebenso auf todsichere Methoden–vor allem die Vergiftung von Exildissidenten und ausländischen Staatsmännern mit Pulonium.

  64. Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Wer oder was ist Gott?
    Der Mensch existiert auf der Erde als Mensch unter der Bedingung seiner Mentalität und deren Form von Leben und Körper. Gott wäre hier nicht möglich, wenn wir dieses bewußte Sein verlassen müßten um Sein, Bewußtsein und Glück erlangen zu können. Es muß also ein Vermittlungsglied zwischen Existenz und Transzendenz geben. Dieses ist das genuine Mental. Es ist genuin, weil es in der fundamentalen, ursprachlichen Wahrheit der Einheit der Dinge ist und handelt, und nicht, wie unser davon abgeleitetes Mental, in dem manifest-sprachlich konstituierten, fiktiven Möglichkeitsraum der phänomenalen Zerteilungen (oder dem projezierten, interaktiven Welt-Movie-Cyberspace).
    Seine Existenz ist logisch notwendig, denn Welt ist im Gegensatz zu dem an sich raumzeitlosen Absoluten eine relationale Ausdehnung in Raum und Zeit. Die Relationen und Möglichkeiten sind dabei einer Strukturgesetzlichkeit unterworfen, die wir als Kausalität bezeichnen. Diese Kausalität ist göttliches Gesetz. Das Wesen dieses Gesetzes ist die Selbst-Entfaltung der Wahrheit der Sache, die ihr als Idee immanent ist. Es ist prädestinierte Ent-Wicklung in einem bewußt selegierten Raum möglicher Alternanten.
    Die entfaltende Kraft des bewußten Willens kann dabei nicht mental sein, denn das humane Mental kennt das Gesetz nicht und ist eines seiner Resultate. Es bewegt sich innerhalb der Phänomene und nicht in ihrer konstitutiven Struktur. Das menschliche Mental beobachtet die Ergebnisse der Entfaltung als getrennte Dinge und müht sich vergeblich zu ihrem Ursprung vorzudringen. Es verfügt nur sehr mangelhaft über einen kleinen Teil der Vielfalt, nicht aber über das Wissen der Einheit der Dinge, das notwendig ist, um aus ihr deren Vielfalt zu gestalten. Deshalb muß es ein dem (uns bekannten) Mental überlegenes Prinzip geben, das die Bedingungen erfüllt, denen das Mental nicht genügen kann. Dieses ist die reine Macht des Seins in ihrer doppelten Sinndimension von Kraft und Bewußtsein.
    Wissen und Wille müssen daher die Form sein, welche diese Dimension in ihrer Projektion auf und in Raum und Zeit annimmt um eine spannungsvolle Welt selbstrelationaler Reziprozität zu erzeugen. Genuine Mentalität ist dann etwas, das nach außen in ein determinierendes Selbst-Wissen hinaustritt, seine Wahrheit selbst wahrnimmt, selegiert und die Selektion in einer raumzeitlichen Ausdehnung seiner selbst realisieren will.
    Das, was in seinem eigenen Wesen enthalten ist, nimmt dabei die Form der Real-Idee an. Und weil das Selbst-Wissen zugleich Selbst-Kraft ist, erfüllt und verwirklicht sich die Real-Idee in Raum und Zeit. Das Wesen, das auf diese Art und Weise weiß, will und wirkt nennen wir Gott.
    Solcher Gott ist allgegenwärtig, denn alle Formen sind gültige Ausdrucksgestaltungen seines bewußten Wesens. Er ist allwissend, denn alle Dinge existieren in seinem bewußten Wesen, sind durch es geformt und ihm unverlierbar eigen. Und er ist allmächtig, denn sein Eigentum ist zugleich von ihm besessen. Sein Wille und sein Wissen können nicht wie beim Menschen einander entgegenstehen, denn sie sind eine einzige Bewegung seines Wesens. Nichts kann ihr wider-stehen, denn es gibt kein Bewußtsein und keine Kraft, die außerhalb wäre. Alle Energien und Wissensgestalten sind nur ein Kompositions-Spiel seines wissenden Willens.

  65. Muslim from Germany sagt:

    @ chicano

    „weil sie lieber mohamed folgen, der auch das schwert zur verteidigung seines glaubens nutze, mal ein paar köpfe rollen ließ und die frauen der geköpften als sklavinnen weitergab?“
    ———————–
    und wie wär’s angemessen zu anworten, statt kopflos.

    die ihre köpfe ließen, waren jene, die versuchten das staatsoberhaupt zu liquidieren, obwohl das staatsoberhaupt,also prophet muhammed jene in frieden und freiheit leben ließ und sie miteinander ein friedensabkommen hatten. die frauen waren an der revolte und mordplanung beteiligt, statt sie jedoch in gefängnisse an ketten gefesselt verotten zu lassen, wurden sie auf Familien verteilt, dort unter aufsicht lebten, aber als bestandteil innerhalb der familien. eine wesentlich bessere, menschenwürdige strafe als in feuchten kellern dahin zu vegetieren.
    ————

    „Jesus gab jednefalls nicht das geringste beispiel dafür, das das köpfe einschlagen durch seine lehre zu legitimieren wäre, er hielt die andere wange hin und überließ den rest Gott allein.“ “
    ———-
    so so!

    Matthäus im 10. Kapitel, Verse 34 bis 39.

    „Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.“
    —-
    für mich ist Jesus ein heiliger Prophet, habe auch keine probleme es korrekt einzuordnen.

    chicano, schnitz dir deine religion zurecht, wie du willst.
    du dein glauben, ich mein glauben, jedoch kein grund beleidigend zu werden, noch ich zu dir.

  66. @J. Bullinger : Das sind Fragen, mit denen ich mich auch oft beschäftige, wer oder was Gott ist, was der Mensch ist und was wir hier für eine Aufgabe haben.
    Zu Ihrem Text: Alle Achtung. Haben Sie Theologie studiert? Dazu hätte ich einige Fragen, aber das würde wohl hier völlig den Rahmen sprengen, fürchte ich…

  67. Fatima Özoguz sagt: Dezember 4, 2012 um 17:10

    @J. Bullinger
    Zu Ihrem Text: Alle Achtung.

    Danke

    Haben Sie Theologie studiert?

    Nein. Aber Psychoanalyse bei Christa Rohde-Dachser und Objektive Hermeneutik bei Ulrich Oevermann.

    Wenn man beides miteinander kombiniert, kommen manchmal ganz interessante Texte heraus.

  68. Jakobiner sagt:

    Zu Joachim Bullinger sagt:
    Dezember 4, 2012 um 16:49

    Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Wer oder was ist Gott?“

    Dazu: Gott ist eine Projektion menschlicher Triebe, vor allem der Leugnung der Todesangst, die alle Religionen zu dämpfen suchen mit ihrem Paradies oder Niravana. Zweitens: Gott ist tot– und seitdem hat sich seit Nietzscxhe nichts mehr daran geändert.Und psychoanalytische Stdien sollte den UNO-Psychoanalytiker Sullivan einbezihen, der meintze, dass das Beten zu Gott nichts anderes sei, als der Hilfeschrei des Babys, dass dann von der mütterlichen Brust beantwortet werde–somit ein Urvertrauen aufbaue und somit eien Glauben an Gott!

  69. chicano sagt:

    @ muslim schnitz mal ruhig, kein problem für mich…

    wer zum schwert greift wird durch das schwert umkommen, sagt Jesus. schnitz mal schön um aus dem wort Jesu, dass die trennung meint zwischen denen ihm folgen und denen die es nicht tun…..ein kopfrollen zu machen. auch nicht mein problem, höchstens das deine, weil du dann aus dem sinn unsinn machst.

    beleidigend? warum beleidigend?
    wenn du meinst alle geköpften waren mordkomplott-schmiede gar die frauen, dann glaub das mal. und die frauen, obwohl auch mordkomplott-schmiede, die durften als sdklaven weiterleben, ohne ihre ermordeten männer waren sie dann auch ganz lieb geworden und mussten nich mehr gefürchtet werden. man, hier liegen aber reichlich schnitz und bastelspäne herum finde ich.

    ich habe kein problem amit das jemand mohammed folgt aber ich finde es nicht angebracht alles in einen topf zu werden. jesus ist gestorben und befahl seinen leuten das schwert steckenzulassen und noch am kreuz vegab er seinen mördern. mohammed hat selbst das schwert geschwungen.
    für mich, ein massiver unterschied. das darf soch wohl gesehen werden, oder nicht? oder ist das benennen eines unterschiedes eine beleidigung?

  70. rubo sagt:

    @Jakobiner:
    Vielleicht sollten Sie beiden Seiten das gleiche Mißtrauen entgegen bringen, sonst wollen Sie mich und andere hier noch überzeugen, daß Nato und die Türkei sich vor einem Angriff Assads durch deutsche Patriots schützen müssen. Für Sie sicher eben so logisch wie Netanjahus Ansicht, daß der paläst. UN-Antrag ein „Angriff auf den Zionismus und Israel ist“.

  71. Jakobiner sagt: Dezember 4, 2012 um 19:23

    Zu Joachim Bullinger sagt:
    Dezember 4, 2012 um 16:49

    Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Wer oder was ist Gott?”

    Dazu: Gott ist eine Projektion menschlicher Triebe, vor allem der Leugnung der Todesangst, die alle Religionen zu dämpfen suchen mit ihrem Paradies oder Niravana.

    Das gilt für Jahwe, vielleicht auch für Allah aber nicht für den Christus.

    Zweitens: Gott ist tot– und seitdem hat sich seit Nietzscxhe nichts mehr daran geändert.

    Versuchen Sie sich jetzt auch als grenzenloser Papagei? Lesen Sie die Stelle bitte mal im Original. Dann werden Sie leicht feststellen können, daß der Protagonist uns klarmacht, daß wir ihn umgebracht haben. Und das ist ja meine Rede seit der Steinzeit: Wir kreuzigen das Christkind in uns. Und überhaupt war Nietzsche so mit dem gekreuzigten Kind Gottes identifiziert, daß er persönliche Briefe schon mal als „Der Gekreuzigte“ unterzeichnet hat.

    Und psychoanalytische Stdien sollte den UNO-Psychoanalytiker Sullivan einbezihen, der meintze, dass das Beten zu Gott nichts anderes sei, als der Hilfeschrei des Babys, dass dann von der mütterlichen Brust beantwortet werde–somit ein Urvertrauen aufbaue und somit eien Glauben an Gott!

    Da sei Melanie Klein vor! Wenn Sie wüßten, wie böse die Brust sein kann… und wie paranoid-schizoid die Position des kleinen Kindes.

    Merke: Wir werden als krankes Dividuum geboren und individuieren mit Hilfe des heiligen und heilenden Geistes, der uns wieder ganz macht – also zum Individuum werden läßt.

    Das ist fast schon das ganze Geheimnis. Diese Welt ist eine Art von Sanatorium für kranke (oder erkrankte) Seelen.

  72. Andreas M. sagt:

    @Bullinger

    Ich war auf keiner Anti-Christen-Schule;-)

    Zugegeben, vielleicht lag ich da nicht richtig. Es ist eher die Erfahrung aus meiner Familie und meinem Umfeld. Meine Familie ist nicht sooooo religiös und christliche Feste werden eher als traditionelles und kulturelles Ereignis betrachtet und nicht als ein religiöses.

    Und so war Ostern bei uns meist ziemlich öde, im Vergleich zu Weihnachten jedenfalls. Ich bin froh, dass es zumindest den Osterhasen und das Eiersuchen gegeben hat, weil das Fest für mich ohne das wohl endgültig zur müßigen Pflichtveranstaltung geworden wäre.

    Mir ging es in meinem Beoitrag auch nicht so sehr um den Vergleich von Ostern zu Weihnachten sondern darum, darzulegen, dass der ganze kulturelle Glitzerprunk des Weihnachtsfestes eben auch das Schöne und Attraktive an Weihnachten ausmacht – so sehr dass Weihnachten oder zumindest Teile davon, wie der Baum oder Santa auch außerhalb der christlichen Welt sehr populär sind bzw. immer mehr werden.

    Weihnachten kann dadurch auch denen Spaß machen, die nicht eintmal Christen sind und von Jesus noch nie was gehört haben. Bei Ostern geht das z.B. nicht mehr so gut und bei jüdischen oder muslimischen Festen noch weniger, weil die noch religiöser sind und weniger „Kultur-event-charakter“ haben. Wer da nicht an das Religiöse glaubt, der kann damit nichts anfangen.

    Außerdem scheinen mir die Feste der anderen zwei Montheistenreligionen auch nicht so fröhlich zu sein. Ist jedenfalls so mein Eindruck. Kein Vergleich jedenfalls zu Weihnachten. Ich sage mal so: Wenn ich Muslime irgenwelche Feste „feiern“ sehe, dann sieht das i.d.R. so aus, dass sie wegen irgendwas ‚rumheulen.

    Kein Wunder, dass das bei einem chinesischen Kind weniger gut ankommt, als die Freude des Weihnachtsfestes, wo ein witziger, rotgekleideter, fetter Typ Gescheke bringt. Damit kann auch ein chinesisches, unchristliches Kind was anfangen – mit sich auf den Kopf hauen und rumheulen aber nicht.

    Lange rede kurzer Sinn. Der ganze Weihnachtstrubel macht Weihnachten zum Export- und Verkaufsschlager! Ohne ihn wäre Weihnachten nur ein Nieschenprodukt für hartgesottene Christen.😉

  73. chicano sagt:

    @ bulli

    genau so ist es, was du über nietzsches gedankengänge schreibst, kann man selbst nachlesen und erkennen, das das „gott ist tot“ in einemm längeren zusammenhang zu sehen ist. auch das christentum an sich ist für nietzsche kein unsinn gewesen, allein er sah keinen christen außer christus, meinte aber, auch das läge an uns und das christentum können genauso gut leben, würde es denn durch uns und unsere leben……was er als den königsweg ansehen würde.

    individuum, das unteilbare, sehr richtig, indem wir alle anteile des selbst bewusst machen und dadurch integrieren entsteht das unteilbare individuum.

    treffend auch der vergleich dieser lebenssphäre als eine art sanatorium für die erkrankte oder eben zerspplitterte seele.
    liebe und mitgefühl ist letztendlich der kitt, der leim, der alle unversöhnlichen anteile in einen guss schmieden kann und nicht anderes……daher hat jesus christus auch den königsweg aufgezeigt, der nur der weg der liebe, der vergebung und des mitgefühls sein kann.

    neben ihm gab es viele große und inspirierte seelen, vieleicht einige andere avatar, wie z.b. krishna für die inder, meist aber eben menschen mit menschlichen schwächen, große geister und erneuerer aber eben keinen zweiten wie christus, der ohne den menschlichen schatten des zwei-fels oder eben nur einen hauch dessen über diese welt ging um die wahrheit zu verkünden.

    das auch er zumindest einen hauch davon in sich trug, tragen musste, lässt vermuten das bulli auch hierrin recht hat, dass es auf der erde das absolute nicht geben kann. bei ihm erklang der zwei-fel im „kann der kelch nicht…..aber dein wille geschehe“.

    das klingt natürlich alles für einen hart gesottenen, von allen „guten geistern“ und den irrtümern der kirchen geprägten menschen, wie „am himmel ist jahrmarkt“, leider und ich verstehe das absolut.

    doch wer sich wirklich in leib und seele damit auseinandersetzt, wird dankend erkennen, dass sehr viel daran ist, auch wenn menschliche zunge und wortkraft eben nur darum herum kreisen können und es nicht wirklich auszudrücken vermag.

    was könnte an dem wichtigsten gebot aber falsch sein, am goldenen maß: liebe gott über alles und deinen nächsten wie dich selbst. (?)

    Gott sei dank ist Gott der Gott, dem die Liebe das allerwichtigste fach in der schule des lebens für den menschen ist. was für ein glück, das nicht z.b. hass oder krieg oder egoismus Sein wille für uns ist. wir können wahrlich froh sein🙂

    na ja, frohe adventstzeit. gute zeit um liebe und klarheit zu üben.

  74. @Andreas:
    „Kein Wunder, dass das bei einem chinesischen Kind weniger gut ankommt, als die Freude des Weihnachtsfestes, wo ein witziger, rotgekleideter, fetter Typ Gescheke bringt. Damit kann auch ein chinesisches, unchristliches Kind was anfangen – mit sich auf den Kopf hauen und rumheulen aber nicht.Lange rede kurzer Sinn. Der ganze Weihnachtstrubel macht Weihnachten zum Export- und Verkaufsschlager! “

    Stimmt, als kapitalistischer Konsum-Exportschlager eignet sich Aschura sicher nicht, und darüber bin ich nicht sonderlich traurig. Da gedenke ich doch lieber Imam Hussains , bzw. „heule rum“, wie Sie sich auszudrücken belleben, als irgendwelchen sinnentleerten Ritalen zu huldigen und damit den Herstellern und Verkäufern unsinniger Dinge die Taschen zu füllen. Wie das Rumballere bei Sylvester beispielsweise. Dafür ist mir das Geld zu schade. Ganz zu schweigen von dem Dreck, das das Zeug auf den Straßen hinterlässt.

    Da pfeife ich auf sämtlichen „Kultur-Event – Charakter“! Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich finde die Weihnachtsstimmung trotzdem schön…

  75. „Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Wer oder was ist Gott?”“

    Wenn Sie nicht „Allah“ gesagt hätten, hätte ich mich hier gar nicht eingemischt. Wer oder was Gott ist, da lasse ich lieber Ali ibn Abi Talib sprechen:

    Aller Preis gebührt Allah, Den die Sprechenden nicht in dem Maße lobpreisen können, das Ihm zusteht, Dessen Gaben die Rechnenden nicht aufzählen können, Welchem die sich (auf Seinem Wege) Anstrengenden nicht gerecht werden können. (Er ist ) Derjenige, Der durch die hohen Bestrebungen nicht erreicht werden kann, Den tiefschürfende Intellekte nicht erlangen können, Der, Dessen Eigenschaften keine Grenzen gesetzt sind, Dessen Charakter nicht existiert (so dass er beschrieben werden kann). Der, Der nicht zeitlich begrenzt ist, Der die Schöpfung hervorbrachte durch Seine Allmacht(…)
    (…)Denn wer Allah Den Erhabenen beschrieben hat, hat Ihn bereits (mit dieser Eigenschaft) verbunden, und wer Ihn (damit) verbunden hat, betrachtet Ihn als Zwei, wer Ihn als Zwei ansieht, hat Ihn geteilt, und wer Ihn geteilt hat, kennt Ihn nicht, und wer Ihn nicht kennt, hat auf Ihn gezeigt. Wer auf Ihn gezeigt hat, hat Ihn begrenzt, und wer Ihn begrenzt hat, hat Ihn gezählt. Wer gesagt hat, worin Er (enthalten) ist, behauptet, dass Er (in irgendetwas) enthalten ist, und wer sagt, womit Er gehalten wird, hat es ohne Ihn dargestellt. Er existiert (ka´in), doch ohne irgendetwas, was Ihn in die Existenz gebracht hat, Er existiert, doch nicht aus der Nicht – Existenz heraus. Er ist mit allen Dingen, doch nicht (physisch ) verbunden, und Er ist anders als alle Dinge, doch ohne (physisch) getrennt zu sein.
    Er handelt, doch nicht im Sinne von Bewegung und Werkzeugen, Er ist Sehend, selbst wenn es nichts gibt, was für Seine Geschöpfen sichtbar ist. Er ist Der Einzige, so dass es niemanden gibt, mit dem Er Gesellschaft hält und keinen, aufgrund dessen Verlust Er sich einsam fühlt(…). “

    Nahdsch al- Balagha, Auszug aus der 1. Predigt. Die geht noch viel weiter, aber ich denke, das genügt, um das Gottesbild des Islam etwas zu beschreiben.

    Der Mensch ist laut Quran nicht weniger als der Stellvertreter (chalifa) Gottes auf Erden.

  76. Andreas M. sagt:

    @Fatima Özoguz

    „Stimmt, als kapitalistischer Konsum-Exportschlager eignet sich Aschura sicher nicht, und darüber bin ich nicht sonderlich traurig.[…] Da pfeife ich auf sämtlichen “Kultur-Event – Charakter”!“

    Ist ja in Ordnung.

    Aber dann sollten Sie es auch sportlich nehmen, dass Weihnachten oder auch andere westliche Kulturgüter (Halloween, Valentinstag usw. ) beliebter sind und nicht ständig rumstänkern von wegen „Kulturimperialismus“ und „Verwestlichung“.

    Lassen Sie die Leute selber entscheiden, was sie besser finden, ohne irgendwelche Zwänge und Verurteilungen, sodass die beliebtere Kultur sich durchsetzten möge – ob in China oder Iran.

    …..aber ich habe den Verdacht, dass Sie das eben doch nicht so sportlich und gelassen sehen wie Sie behaupten……..

    P.S. Ich knalle auch nicht an Sivester.

  77. Halloween halte ich auch nicht gerade für eine kulturelle Errungenschaft, im Gegensatz zum Erntedankfest übrigens, wo man Gott für die Feldfrüchte dankt.
    Und wer hier verurteilt bzw. ziemlich abgewertet und lächerlich gemacht hat, waren ja wohl sie „rumheulen“.

  78. Andreas M. sagt:

    „Halloween halte ich auch nicht gerade für eine kulturelle Errungenschaft, im Gegensatz zum Erntedankfest übrigens, wo man Gott für die Feldfrüchte dankt.“

    Das schöne an unserer westlichen Gesellschaft ist, dass niemand die Deutungshocheit darüber hat, welche Feste kulturelle Errungenschaften sind und welche nicht. Wie gesagt: Lassen Sie die Menschent doch selbst entscheiden, was Ihnen gefällt.

    Wovor haben Sie solche Angst?

    „Und wer hier verurteilt bzw. ziemlich abgewertet und lächerlich gemacht hat, waren ja wohl sie “rumheulen”.“

    Ja, nur würde ich niemals jemandem verbieten an Aschura teilzunehmen, und auch niemals wollen, dass der (westliche) Staat es den Menschen verbietet, sowas zu praktizieren.

  79. „Ja, nur würde ich niemals jemandem verbieten an Aschura teilzunehmen, und auch niemals wollen, dass der (westliche) Staat es den Menschen verbietet, sowas zu praktizieren.“

    Wo wollte ich hier irgendjemandem was verbieten? Ich bin gespannt. Wer Halloween so toll findet, soll es halt feiern.

  80. Andreas M. sagt:

    „Wo wollte ich hier irgendjemandem was verbieten? Ich bin gespannt. Wer Halloween so toll findet, soll es halt feiern.“

    (zensiert; nicht jeder Propagandaunsinn muss hier stehen; gehen Sie doch zu pi-news… Der Hausmeister)

  81. Heider sagt:

    Die christlichen Weihnachten basieren auf älteren Vorbildern, auf Traditionen, die sich nicht vollständig unterdrücken liessen und im Volksbewusstsein noch lange lebendig blieben. Da man zum Feiern der Geburt Jesu notgedrungen das Volk brauchte, wurde die Jahreszeit okkupiert, das Brauchtum womöglich geduldet und mit neuer Symbolik ergänzt, die nun eine andere Begriffsdeutung bekamen.
    Zur ursprünglichen und späteren (Volksmund) Bedeutung der Rauhnächte, von denen einige heute „Weihnachten“ genannt werden:

    Nexusboard
    Die Rauhnächte
    http://www.nexusboard.net/sitemap/12943/die-rauhnachte-t498/

    Zur modernen Kultfigur des Christfestes – Original und Fälschung:

    Nexusboard
    Nikolaus, Ruprecht und der Weihnachtsmann
    http://www.nexusboard.net/sitemap/12943/nikolaus-ruprecht-und-der-weihnachtsmann-t497/

    Harry Radegeis, Heide der Gegenwart, zum Unterschied von Heiden und Atheisten:

    „„Naturreligion“ klingt primitiv, unreif, abergläubisch, zurückgeblieben. Naturwissenschaft dagegen: aufgeklärt, klug, weise, gebildet. Dabei ist der einzige wesentliche Unterschied derjenige, dass Naturwissenschaft sich mit dem Ausschnitt des für uns Erfassbaren beschäftigt, der z.Z. mit den von der Naturwissenschaft selbst aufgestellten und akzeptierten Mitteln beweisbar ist, die Naturreligion jedoch den gesamten Bereich menschlicher Empfindungen in den Zusammenhang mit kosmischen Abläufen bringt und nach Ursprung und vor allem nach dem Sinn allen Daseins sucht. Sie stellt sich durchaus nicht in Widerspruch zu den Naturwissenschaften, sondern versucht, über sie hinauszugehen.“
    (aus: Das heidnische Weltbild, 2000)
    http://www.efodon.de/html/archiv/geschichte/radegeis/weltbild.html

    Nach der Theorie getrennt – Vereint bei der Tat,
    Atheisten und Heiden – Gemeinsame Rauhnächte:

    „Für Richard Dawkins und viele andere Freigeister ist es kein Widerspruch, Weihnachten zu feiern.
    (…) Sie eignen sich Weihnachten auf ihre Art an.Nicht als christliches, sondern als säkulares Fest, bei dem die Familie im Mittelpunkt steht.

    (DER TAGESSPIEGEL – Weihnachten für Atheisten)
    http://www.tagesspiegel.de/wissen/wissenschaft-weihnachten-fuer-atheisten/1402972.html

    „Da es sich bei Weihnachten um ein weltliches Fest zur Feier der Wintersonnenwende handelt, bei dem die Rückkehr der Sonne gefeiert wird und mit viel Licht und Freude die dunkeln Tage aufgeheitert werden, spricht nichts dagegen, dass auch wir Atheisten Weihnachten genüsslich feiern, wohlwissend, worum es wirklich geht. Wir Atheisten respektieren die Sonne als Spenderin des Lebens und freuen uns, wenn die kürzesten Tage des Jahres zu Ende gehen, und das Neue Jahr neues Licht und vielleicht auch etwas Frieden auf die Erde bringt.“
    (Atheismus in der Schweiz – Feste & Feiern)
    http://atheismus.ch/06_lebenshilfen/feste_und_feiern

    „Was er an Weihnachten mache, wird Silverman (Verband Amerikanische Atheisten, Anm.) gefragt. Er werde bei einer Atheistenversammlung in San Francisco sprechen. Atheisten fänden schon was zu feiern. Kurz vor Weihnachten sei ja die Wintersonnwende.
    (DIE WELT – US-Atheisten kämpfen gegen „Mythos Weihnachten“)
    http://www.welt.de/politik/ausland/article11741988/US-Atheisten-kaempfen-gegen-Mythos-Weihnachten.html

    Die gute Nachricht zum Schluss. „Heiden haben Weihnachten zurückerobert„.
    Der Psychiater und Theologe M. Lütz räumt ein:

    „Der 25. Dezember war mal ein heidnisches Lichterfest, eine Sonnwendfeier (gemeint ist das Julfest zur Wintersonnenwende am 21. Dezember, Anm.). Die Christen haben damals das Geburtsfest Jesu auf diesen Tag gelegt, um das Heidentum zu verdrängen. Inzwischen hat das Heidentum das Fest zurückerobert.“
    (aus: Atheist Media Blog, Link zu nachrichten.at)
    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2012/12/02/lutz-heiden-haben-weihnachten-zuruckerobert/

  82. chicano sagt:

    @ monika

    sie schreiben hier nicht mehr. es gab einige diskussionen, manche wurden auch mit harten bandagen geführt, sowohl vo ihnen als auch von mir und anderen.

    ich wollte ihnen nur schreiben, falls sie hiher noch mitlesen, dass ich es wirklich bedaure, dass sie hier nicht mehr aktiv sind. auch wenn wir sehr oft diametral verschiedene meinungen hatten, so finde ich, dass sie viele wertvolle dinge hier geschrieben haben.

    ich wünsche ihnen eine wundervolle adventszeit im kreise ihrer lieben und das sie glücklich sein mögen. schön wäre es auch, wenn sie einmal zurückkommen, auch wenn wir uns vielleicht das eine oder andere mal wieder „fetzen“ würden. ich habe daran gezweifelt, dass sie alles gut meinten, egal ob ich anderer meinung war in bezug darauf, ob das denn dem guten dienen würde oder nicht.

    eine schöne adventszeit nochmal, liebe monika.

  83. Yilmaz sagt:

    @ Fatima
    sehr schön geschrieben diese Predigt von Nahdsch al- Balagha!
    Im übrigen ist dieser Halloween Mumpitz mir auch überhaupt nicht gelegen, neuer US-Kultimport.

    Dagegen erfreue ich mich auch sehr an der schönen alljährlichen Weihnachtsschmuck & Deko in den Städten und Geschäften, an den Weihnachtsmärkten könnten ruhig mehr Holzhandwerker teilnehmen.
    Von mir aus könnte der ganze Weihnachtsschmuck in den Städten von November bis Ende Februar bestehen bleiben um die kalte Jahreszeit angenehmer zu überstehen bis der Frühling naht.

    Zudem erscheint mir der Neujahrstag der Perser am 20. oder 21. März viel logischer da mit dem Frühlingsbeginn das neue Jahr gefeiert wird, hat natürlich eine tiefere Bedeutung als der 31. Dezember.

  84. Andreas M. sagt:

    @Hausmeister

    Der Beitrag ist nur an Sie gerichtet, Sie müssen ihn nicht veröffentlichen:

    Sie würden das nicht für Propaganda halten, wenn sie entsprechende Beiträge z.B. zum Thema Halloween von Frau Özoguz sowie ihren GlaubensgenossInnen in einschlägigen islamistischen Foren kennen würden. Sie können mir glauben, das hat schon alles Hand und Fuß was ich sage.

  85. Die Sache ist schon weniger zu vernachläsigen, als hier von manchen Kommentator angenommen; Katharer oder Arianer haben sicher auch glaubensfest anfänglich über die Anmaßung aus Rom gelächelt, und ein Luther nebst folgend übergreifenden Reformatismus war noch längst nicht ausreichend, dieser okkulten Sekte den (Blut-) Hahn abzudrehen.

    20.01.2007, focus.de

    „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den europäischen Verfassungsvertrag kritisiert, weil dessen Präambel keinen Bezug auf Gott enthält.

    Die CDU-Vorsitzende erinnerte an das „klare Bekenntnis“ des Grundgesetzes zur „Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Wenn dieses fehle, sei zweifelhaft, ob „das Prägende des Christentums für die alltägliche Politik aufrecht erhalten“ bleibe.

    „Ich hätte mir ein klareres Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln gewünscht“, sagte die EU-Ratspräsidentin in einem Gespräch, das FOCUS mit ihr und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, organisiert hatte…“
    Quelle http://www.focus.de/politik/ausland/eu-verfassung_aid_123057.html

    „Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland. Neben den Diözesanbischöfen gehören der Bischofskonferenz die Koadjutoren, die Diözesanadministratoren und die Weihbischöfe an. Derzeit (Stand Mai 2012) gehören ihr 68 Mitglieder aus den 27 deutschen Diözesen an.“
    wikiped-zit.

    Ratzinger scheint der Agenda des Allereligionenineinentopfwerfens allerdings diesmal nicht zuzuarbeiten ?

    „Videobeiträge – Schöne Vorbereitung auf Weihnachten – Erzbischof Zollitsch empfiehlt das neue Jesusbuch des Papstes“
    http://www.dbk.de/presse/videobeitraege/#c5925

  86. Andreas M. sagt:

    @Yilmaz

    Nicht dass Sie denken, ich sei missionarischer Anhänger von Halloween. Mir geht das Fest am Allerwertesten vorbei. Aus dem Alter bin ich auch raus.

    Ich würde nur gerne verstehen, was hinter Ihrer Denkweise steckt und ob es mehr ist, als die plumpe Ablehnung von allem Amerikanischen.

    Vielleicht können Sie mir einen Gefallen tun:

    Betrachten Sie Halloween doch einmal losgelöst davon, dass es aus den USA kommt* und schauen Sie sich das Fest mal rein objektiv an.

    So wie ich Halloween kenne, verkleiden sich da Kinder als Gespenster, ziehen von Haus zu Haus und bekommen Süßigkeiten geschenkt.

    Was genau ist daran jetzt so schrecklich schlimm? Vielleicht können Sie mir das erklären, denn ich sehe darin nicht mehr als einen harmlosen Spaß, der Kindern Freude bereitet.

    Zumal die „Komponenten“ davon der Deutschen Kultur nicht fremd sind. Wir verkleidung uns an Karneval und Kinder, die von Haus zu haus ziehen und Süßigkeiten bekommen, kennen wir vom Sankt Martinssingen. Halloween ist, wenn man so will, eine Symbiose davon.

    Danke im Voraus

    Andreas.

    *P.S. Halloween kommt gar nicht aus den USA sondern aus Irland.

  87. Wildvögelein sagt:

    @ Heider
    Schön zusammengetragen und dargestellt.

    Ich bin der Überzeugung, daß die Zusammenfügung der
    alteuropäischen Forn sidr (Alten Sitte), des Feierns der Wiedergeburt der Sonne als Lebens- und Hoffnungsbringer in dunkler Toter Zeit, mit dem christlichen Glauben an die Wiederauferstehung des Heilands, der den Gläubigen ewiges Leben verspricht, zu einer wunderbaren Verschmelzung und eigenen, gefühlten Deutung im echten(!) Volksbrauch geführt hat.

    Besonders auch bei unserem deutschen Weihnachtsfest.
    Der Weihnachtsbaum, als Sinnbild für den kosmischen Weltenbaum und Baum des Lebens, war in der Mythologie auch stets der Mutterbaum, auf dem die Seelen der künftigen Menschen und Götter auf ihren Eintritt ins Leben warteten. Er ist das Urbild der Ewigkeit und des Lebens, und in frühen Kulturen mitunter auch Gott/Göttin selbst.

    Auch in vielen alteuropäischen Mythen kommt dieser sogenannte Mutterbaum vor, eng verknüpft mit der Gestalt der Frau Holle (Sagen erzählen, dass sie die Kinder vom Kindlesbaum schüttelt) und ähnlichen heidnischen (Mutter-) Göttinnen und dem wiedergeborenen Gott(essohn)

    In der Mutternacht (Modernahten) – so wurde im Volksmund die Heilige Nacht auch genannt – wurde der junge erneuerte Gott (wiedergeboren/als eigener Sohn geboren) zu Füßen (bei oder unter den Wurzeln) eines Baumes oder vom Baum selber geboren.

    Dieser Mythos zieht sich durch viele Religionen. So wird z.B. der Sonnengott Mithra(s) nach seinem (jährlichen) Tod, wenn die Sonne am 25.12. im Sternbild Jungfrau aufgeht somit ebenso „jungfräulich“ unter einem Baum geboren (der 25.12 war, anders als heute, in der Antike der Tag der Sonnenwende)

    Der hinduistische Krishna ist die die Inkarnation des Gott Vishnu, dem Bewahrer der Welt, der sich immer dann neu erschafft, wenn auf der Welt Verbrechen und Ungerechtigkeiten (Notzeiten) zunehmen und durch die Wunder-Energie Maya geht er dann in einen Mutterschoß ein und ein göttliches Kind wird unter einem Baum geboren.

    Auch Siddharta (Buddha) wird von seiner Mutter Maya unter einem Baum geboren.
    sankrit. Maya ist verwandt mit althochdeutschen Meyen (grüner Busch oder grüner Baum). Weihnachtsbäume und wintergrüne Buschen wurden früher auch Wintermeyen genannt.

    Auch Odhins Mutter hieß Berka (Borke) und deutet auf einen solchen Baummythos hin. Spuren seiner Eigenschaften sind im Winterbrauchtum auf den Ruprecht („der Ruhmglänzende“) und den Weihnachtsmann als Blühten- Früchte-, Segen- und Heilbringer in dunkler, „toter“ (Not-)Zeit erhalten geblieben.

    Sogar die Schamanen der Tungusen (Sibirien) begeben sich in der Wintersonnwendnacht auf einer Geistreise zum Weltenbaum und begegnen dort den verstorbenen und künftigen Schamanen-Seelen. Dieser unsichtbare kosmische Weltenbaum, der in ihrer Vorstellungswelt der nordischen Yggdrasil gleicht, da auch er nicht von dieser Welt ist und gleichzeitig aber alle Welten beherbergt. Unter der Borke der Weltenesche Yggdrasil überlebt auch das letzte Menschenpaar den Weltuntergang (Ragnarök) und die Menschheit entsteht aus diesen Baumgeborenen neu.

    Christus stirbt für die Heilung der Welt, für die Hoffnung der Menschen und das Versprechen des ewigen Lebens am Holze (Kreuz und Lebensbaum haben ofz dieselbe mythologisch Bedeutung) und steht wieder auf.
    Christus wurde metaphorisch ebenfalls oft mit der Sonne verglichen. „Aufgehen wird euch die Sonne der Gerechtigkeit“
    So wie Mithra (persisch „Vertrag“) der Sol invictus war, und Odhin Attribute des Sonnengottes führte (Auge, weißes Ross, goldener Speer). Der christliche Gott wird in Christus Mensch, so wie Vishnu in Krischna.
    Das ist jeweils die Manifestation, Inkarnation des Gottes im Menschen (Avatar). Es gibt noch unzählige Beispiele ähnlicher Gleichnisse bei antiken und paganen Völkern)

    Die Ähnlichkeiten der heidnischen und christlichen Mythen (göttlicher Heils- und Licht- und Hoffnungsbringer in Not, Tod, Dunkelheit und Winter, Wiedergeburtsglaube, Auferstehung nach dem Tod, ewiges Leben) ermöglichten die Symbiose beider Glaubenswelten miteinander.

    Vermutlich aber ist beider Kern irgendwo in der Urzeit derselbe gewesen und hat sich von Region zu Region, von Kultur zu Kultur von Deutung zu Deutung verändert und mit dem reifen der Menschen weiterentwickelt.
    Oft trägt gerade das volktümliche Brauchtum dieses Wissen versteckt (verkahlt) weiter.

    Es gibt mehr Verbindendes als Trennendes zwischen heidnischem und christlichem Weihnachten.

    Ein tiefer Sinn liegt in den Bräuchen!
    Friedrich Schiller

    PS: Harry Radegeis hat Großartiges in der Heidentum- und Runenforschung geleistet. Leider ist er während des Schaffens eines weiteren Werkes viel zu früh verstorben und der Verbleib seines letzten Manuskriptes leider nicht bekannt.

  88. Wildvögelein sagt: Dezember 6, 2012 um 22:09

    Es gibt mehr Verbindendes als Trennendes zwischen heidnischem und christlichem Weihnachten.

    Ein tiefer Sinn liegt in den Bräuchen!
    Friedrich Schiller

    Und tiefe Wahrheit in den Mythen und Märchen. Deshalb werden sie – von interessierter Seite aus – diskreditiert.

  89. Yilmaz sagt:

    @ Andreas M.
    Mit Halloween assoziert man „Horror“-Light“ und jemanden einen Schreck einjagen, dagegen erinnere ich mich immer mit Wohlwollen an St. Martin zurück, als ich in der Grundschule war. Wir sind losgezogen und haben bei den Leut geklingelt und vorgesungen und wurden mit viel Süssigkeiten beschenkt, die Erwachsenen hatten sich so sehr darüber gefreut.

    Das kann man mit Halloween nicht vergleichen, während St. Martin das Gute zu tun zeigt, fördert Halloween das Er-Schreckende…. oder etwa nicht !?

  90. Andreas M. sagt:

    @Yilmaz

    Ich denke, man kann es mit allem Übertreiben. Wenn Sie in einer 7jährigen im Geisterkostum das sich ausbreitene Böse sehen wollen, dann kann ich Ihnen wahrscheinlich nicht mehr helfen.

    Übrigens, da wo Halloween verbreitet ist, freuen sich die Erwachsenen doch auch. Die Kinder sind schon zwei Wochen vorher völlig aus dem Häuchen und Platzen vor Freude, wen sie endlich ihr Kostüm anziehen und losziehen können. Und die Freude der Erwachsenen an der Haustür ist dieselbe wie beim Sant Martinssingen. Die Freude der Erwachsenen entsteht durch die Freude der Kinder.

    Natürlich nur bei denen, die gut gelaunt sind, und nicht notorische Halloween-Hasser sind. War beim St. Martinssingen früher aber auch so. Es gab immer mal wieder Kotzbrocken, die uns Kinder verscheucht haben.

  91. Andreas M. sagt:

    @Yilmaz

    Nachtrag:

    „Das kann man mit Halloween nicht vergleichen, während St. Martin das Gute zu tun zeigt, fördert Halloween das Er-Schreckende…. oder etwa nicht !?“

    Verkennen Sie bitte nicht, dass das Streiche spielen, (sich und andere) erschrecken und das Gruseln ein Teil der menschlichen und vor allem kindlichen Natur ist.

    Einem Kind macht es mehr Spaß jemandem einen Streich zu spielen, als nach DIN-Norm artig zu sein.

    Wenn Sie auf einer Klassenfahrt den 10jährigen verkünden, dass es nach dem Mittagessen einen Wanderung von A nach B geben wird, ernten Sie dafür nicht mehr als ein müdes Lächeln der Kinder. Kündigen Sie dagegen an, es gibt eine NACHT-Wanderung durch den Gespensterwald, dann bekommen Sie strahlende Auge der Kinder zu sehen. Und wenn die Kinder dann abends am Lagerfeuer sitzen oder in ihren Betten liegen, dann erzählen sie sich keine Kuschel-Geschichen, sondern Grusel-Geschichten!

    Und das ist bei Erwachsenen auch vorhanden, deswegen gucken sich die Leute ja auch Horrorfilme an. Gruseln kann Spaß machen.

    Meine Antwort auf ihre Frage lautet also: Ja, Halloween fördert das Er-Schreckende – ja und, was ist daran schlimm?

  92. chicano sagt:

    ich finde das man so nicht diskutieren kann.
    wenn die menschen halloween feiern wollen, dann sollen sie es tun. das als schwarzmagisch oder falsch oder sonstwie neagativ zu bewerten, wohin führt das? in eine gesinnungsdiktatur letztendlich.

    was ist mit dem aschurafest, was mit den massentierschlachtungen im islam als religiöse rituale und feste? für mich echt nichts, um es mal gelinde auszudrücken. aber was soll es bringen darüber herzuziehen oder auch nur den muslimen zu zeigen, das mich das vielleicht enekelt?

    das spaltet. wer kein blut spritzen sehen will, der wird nicht dahin gehen.
    wer keine kleinen halloweengeister nach süßigkeiten suchen geht, der wird seine kinder nicht losschicken.

    einersseits kämpfen hier viele gegen gleichmachrerei aber wenn die auf vilefalt treffen ist alles mist außer die eigene gesinnung.

    freiheit hört da auf wahre freiheit zu sein, wo sie fälschlicher weise für einen freifahrtsschein gehalten wird andere menschen und wesen dominieren, sie verletzen oder ihnen sonstwie zu schaden zu dürfen. ansonsten soll jeder machen was er will, jeder muss es ja auch allein verantworten.

    ein alter sazu lautet: liebe und tu was du willst.
    da spricht höchste weisheit für mich….

    missionieren ist echt sowas von ätzend. man kann mal was anbieten, mal einen rat geben, etwas vorschlagen oder eine frage aufwerfen, wenns freundschaftlich und liebevoll geschieht. aber alles was darüber hinausgeht ist von übel.

    ja, ich weiß, ich muss mir selbst ne dicke scheibe von meinen worten abschneiden und zu gemüte führen, immer wieder😉
    aber wenn ich kulturelle oder religiöse eigenheiten kritisiere, dann da wo sie menschen oder anderen wesen schaden und leid zufügen. ansonsten ist mir alles egal was einer macht oder tut. jeder muss seinen eigenen weg finden und froh werden im herzen. der eine kann es mit mohammed als prophet, der andere mit jesus als sohn gottes. und auch hier sollte man nicht gleichmachen wollen und damit letztlich den anderen glauben dominieren und auslöschen, im namen der toleranz und eine falschen friedens, der nur durch auslöschung des anderen entsteht dabei.

    andreas m. hat hier mal wieder recht in meinen augen….lasst die menschen in ruhe, egal ob mit weihnachtsmann, halloween-kostüm oder sonst was aber lasst sie nicht in ruhe, wo sei anderen ihren willen aufdrücken wollen oder sonstwie reales übel über die welt bringen.

  93. Wildvögelein sagt:

    Bis vor kurzem kamen bei uns in Deutschland Nikolaus, Ruprecht und Weihnachtsmann mit dem Schimmel (oder manchmal, wie im Thüringer Wald mit Hirschen) und nicht mit Elchen und rotnasigen Renntieren, wie uns die modernen amerikanisierten Konsumtempel vorgaukeln.

    „Leg ich dem Schimmelchen Heu vor das Haus, packt gleich der Ruprecht den großen Sack aus.“

    „Bimmel was die Straß entlang, kommt mit kling und kommt mit klang, hält ein Schlitten vor dem Tor, und ein Schimmel schnauft davor“

    Altdeutsche Oblate:

    @ Yilmaz
    @Andreas M.

    Halloween ist ja nur noch ein verfälschtes Überbleibsel eines (einstmals) auch in Europa weit verbreiteten Winterbrauchs. Früher glaubte man in der Zeit ab dem 31. Oktober (bei den Kelten) und in den Rauhnächten um die Wintersonnenwende (bei den Germanen) würden die Grenzen zwischen Toten- und Geisterreich (den Ahnen und Dämonen) auf der einen Seite und dem Diesseits auf der anderen Seite dünner und die Tore öffneten sich zur Anderswelt (Totenreich/Hel).
    Das war die Zeit, in der man die Ahnen in den Feenhügeln (Hügelgräbern) Gelage feiern hörte, in der Frau Holle mit den Heimchen (Kinderseelen) umzog und das Wilde Heer Wotans mit schraurigem Gefolge über die Hell- und Kreuzwege stürmte.
    Im Volksglauben gingen in dieser Zeit die Toten (Ahnen) unter die Menschen, aber auch in die verkleideten Menschen ein (positiver Besessenheitsgedanke) .

    Der Segen der Ahnen galt damals als fruchtbarkeit- und heilbringend. Wo diese Umzüge durchzogen, kam Glück und Segen ins Haus. Deshalb auch die Schläge mit der
    (Lebens-)Rute.
    Man stellt(e) zu Allerheiligen und Allerseelen (Halloween) Lichter in die Fenster, um den (auf Besuch kommenden Toten) den Weg zu leuchten.

    Bräuche die diese Umzüge nachspielten. die Verkleidungen und Masken (vgl, Perchtenläufe, Schwarzgesichter etc.), die zugleich Schutz vor übelgesinnten Toten und bösen Geistern geben sollten, waren fester Bestandteil dieser Winterbräuche.

    Diese Winterumzüge, die auch in Deutschland früher weit verbreitet waren, bei denen man Rüben aushöhlte und Lichter reinsetzte (Fragmente sind die Martinslichter/Laternenumzüge um St. Martin), bei denen Schimmelreiter (St. Martin reitet wie Odhin einen Schimmel), gruselige Tiermasken, Riesengestalten, mehrfüßige Pferde (von Menschen nachgespielt), Bären(häuter) und Werwölfe und andere felltragende Gestalten (z.B. Pelzmärten in Schwaben) mit geschwätzten Gesichtern umzogen, waren meist verbunden mit Heischebräuchen, bei denen die Jungburschen von Haus zu haus zogen und Essen oder Feuerholz (fürs Martins- oder Sonnwendfeuer) einforderten. Wer nichts gab wurde geschmäht oder mit Streichen geärgert. (lt. Edda: Gabe (Fruchtbarkeit, Heil und Glück) erfordert Gegengabe (Äpfel, Nüsse, Pfeffernüsse etc.).

    Zu diesen Umzügen gehörten neben dem lichtbringenen Schimmelreiter auch die weiße Frau (Hl. Luzia, Christkind, Frau Holle, Frigg, Bertha, Perchta etc.) und blühende Zweige (Barbarazweige) bringende Gestalten.
    Zudem trugen diese Umzüge oft auch einen Wintermeyen (einen mit Glocken (Sinnbild für Seelen) und bunten Bändern geschmückten kleinen Baum) mit in die heimgesuchten Stuben.

    Mit den Einwanderern aus Europa kamen diese Volksbräuche nach Amerika und wurden, weil der tiefe Sinn und Ursprung in Vergessenheit geriet, zu einem oberflächlichen Faschingsklamauk.

    Die oben erwähnten Winterbräuche sind zum Teil noch im ländlichen und regionalen Volkbrauchtum Europas erhalten.
    Die naturentfremdeten bürgerlichen Städter kennen sie leider oft schon lange nicht mehr.

    Wir sollten vielleicht nicht so sehr über den albernen Rückimport Halloween passiv schimpfen, sondern uns aktiv an dem Erhalt, der Ausführung oder der Wiederbelebung des alten Brauchtums beteiligen, ob in der Gemeinde, Nachbarschaft oder in der eigenen Familie.
    Das Konsum-Halloween füllt doch nur die zunehmenden Lücken im eigenen Brauchtum. Wo lebendiges Brauchtum noch existiert, kann ein sinnentleerter Konsum-Kult keinen Fuß fassen.
    Macht die Kindern mit der Bedeutung des ursprünglichen Halloween (Ahnenkult) bekannt, dann gruselt es ihnen möglicherweise erst recht. Sie sind dann vielleicht ehrfürchtiger und es fällt es ihnen nicht mehr so leicht in dunkler Nacht Gespenst zu spielen.

    Wir Toten sind nicht tot, wir gehen mit.
    Unsichtbar sind wir nur, unhörbar unser Tritt.

    Gorch Fock

    @ Bullinger
    Und tiefe Wahrheit in den Mythen und Märchen. Deshalb werden sie – von interessierter Seite aus – diskreditiert.

    Ja. Das sehe ich auch so. Umso aktiver sollten wir gegenwirken.

    Übrigens schöne traditionelle Weihnachtslieder-CDs gibt es bei Cantorka. Wer also genug von Gingel-bells. Last Christmas und Winterwonderland hat:

    http://www.cantorka.de/Unsere-Neuheiten/Es-ist-fuer-uns-eine-Zeit-angekommen::3.html
    oder
    http://www.cantorka.de/Birkler-CDs/Birkler-Winter-und-Weihnachtslieder::2.html

    Nicht die typischen christlichen Lieder, aber traditionelle fast vergessene wunderschöne Weihnachtslieder für groß und klein.

  94. Yilmaz sagt:

    @ Wildvögelein

    sehr interessant dargelegt die Ursprünge von Halloween, das macht so irgendwo Sinn und spricht auch an.
    Die Welt der Mythen und Legenden ist ja sowieso sehr interessant, die Materialisten (Neodarwinisten) versuchen ohnehin die wahre Geschichte der Menschheit zu vertuschen und wer weiß schon ob zB die Harry Potter Filme nicht auch auf wahren Gegebenheiten beruhen…!?

  95. Andreas M. sagt:

    @Wildvöglein

    Gestern schreiben Sie einen – wirklich guten – Artikel darüber, wie sich Bräuche von Völkern gegenseitig beeinflussen und verändern und jetzt schreiben Sie genau in die andere Richtung. Nämlich so, dass „unser“ jetzige Brauch ein einzig richtige ist, der von niemandem beeinflusst werden und sich bis in alle Ewigkeit nicht verändern darf.

    Ihr Satz….::

    „Bis vor kurzem kamen bei uns in Deutschland Nikolaus, Ruprecht und Weihnachtsmann mit dem Schimmel….[…]“.

    …ist natürlich totaler Käse. Was Sie hier als „bis vor kurzem“ bezeichnen, ist doch auch nur eine Phase gewesen. Vor 500 Jahren gabs weder einen Weihnachtsmann noch einen Nikolaus der Gescheke auf nem Schimmel mit bringt. Und das was es vor 500 Jahren gab, das gab es vor 1000 Jahren noch nicht. Und vor 2013 Jahren gabs nicht mal einen Christus, dem das Ganze gewidmet ist.

    Kultur und Bräuche sind ein Prozess, der sich ändert und entwickelt. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Es gibt keinen Jetzt-Zustand, der der einzig wahre, richtige und für alle Zeiten gültige ist.

    Und das ist auch gut so!

    @Chicano

    Volle Zuzstimmung, danke!

  96. Wildvögelein sagt:

    @ Yilmaz
    wer weiß schon ob zB die Harry Potter Filme nicht auch auf wahren Gegebenheiten beruhen…!?

    Zumindest hat sich die Autorin mit Sichheit mit der antiken und alteuropäischen Mythologie Märcehn und Volksglauben beschäftigt und diese Dinge in ihrer phantastischen Zaubererwelt zum Leben erweckt.
    Von der unsichtbar machenen Tarnkappe (kappe = cape = Umhang) Siegfrieds, über Dumbledor mit Merlins humorvollen zweideutigen Charakterzügen, Animagi (Gestaltwandlern) und
    dem Symbol des Phönixs (die Phönix-Feder in den Zauberstäben von Gut und Böse, Leben und Tod) als Sinnbild für den Lebenskreislauf, das Ying-Yang, das zyklische Weltbild und vielen anderen Hinweisen mehr. Wer sich ein bisschen mit dem Thema Mythologie und Brauchtum beschäftigt, findet in ihrem Werk viele solche versteckten oder offen geschilderten Hineise auf altes Wissen und Brauch, leider aber oft verfremdet oder sinnentleert. Und daran zeigt sich, daß sie die alten Überliefungen als Gerüst ihrer fantastischen Zaubererwelt benutzt, aber nicht immer wirklich selbst den versteht, bzw. den Sinn den Menschen vermitteln kann und möchte.

    Deshalb: Trotz der vielen interessanten Entlehnungen aus der Mythologie bleibt ihr Werk, zwar gelungene, aber reine Phantasie.

  97. Wildvögelein sagt:

    @ Andreas M.
    Ich sehe keinen Widerspruch darin, eigenes Brauchtum zu pfelgen und gleichzeitig zu erkennen, daß dieses auch Wandlungen unterlag und unterliegen wird.
    Der Brauch mit dem Schimmel hat sich ja zum Bespiel langsam (jahrtausende lang) aus einem antiken Kult um die Bedeutung des „weißen Pferdes“ als Sinnbild der Sonne als Reittier der Götter, Könige und Heiligen entwickelt.
    Es könnte gerne z.B. ein weißer Hirsch die Symbolik ablösen (ist ja auch regional zum Teil sogar so), aber schon das rotnasige Renntier Rudolph ist nur einer neuzeitlichen gut vermarkteten Phantasiegeschichte entsprungen, und hat keinerlei tiefere Bedeutung mehr.
    Beim echten Brauchtum handelt es sich um eine langsame Entwicklung aus den (gerne von anderen und durch Wanderbewegungen und verschiedene Geschichte, Kultur, Lebensumfeld (Natur) und Religion beinflußten) Völkern heraus.
    Bei vielen neuzeitlichen Halloween und Weihnachtsfesten handelt es sich aber um oberflächlichen sinnentleerten, industriell hergestellten und vermarkteten Klamauck. Das ist eben kein gewachsener, sich langsam verändernder Brauch, sondern eine initiierte sinnentleerte Mode, von einer Handvoll Werbedesigner und Kulturbanausen erdacht. Eine Mode, die vielleicht Spaß macht, und uns materiell befriedigt, aber mehr auch nicht.
    Brauchtumspflege hat nichts mit Stillstand zu tun.

  98. Wildvögelein sagt:

    @ Andreas M.
    Ergänzung: Gerade die internationale und regionale Vielfalt der noch gepflegten(!) Volksbräuche geht durch das moderne amerikanisierte Weihnachten mehr und mehr verloren und gerät in traurige Vergessenheit.

    Der Verlust dieses alten Wissens und der echten Bräuche wird auch die gegenseitige befruchtende (!) Inspiration unter den Völkern beenden, weil nichts mehr da ist, was man weiterreichen und ausbauen könnte. Nur internationale Gleichmacherei. Wenn es so weiter läuft mit dem Verdrängen des echten Brauchtums durch kommerzielle Modeerscheinungen, werden die unterschiedlichen regionalen Ausprägungen des Brauchtums, die verschiedene Wahrnehmung und Begegnung der Kulturen mit dem Göttlichen, der Natur und dem tiefen Weltempfinden für immer verlorngehen. Dann gibt es einen Stillstand, weil die Wurzel rausgerissen wurde, aus der Baum der Vielfalt erwachsen kann.

  99. Andreas M. sagt:

    @Wildvöglein

    Ein Übergang vom Pferd zum Hirsch ist für mich absolut nicht tiefsinniger als vom Pferd zum Rentier. Für mich besteht zwischen einem Hirsch und einem Rentier auch kein besonders großer Unterschied.

    Und auch die Tatsache, dass sich Bräuche früher mangels geeigneter Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie auch geeigneter Medien langsamer beeinflusst und verändert haben als heute, weil allein schon die Information: „das gibts was neues“ von Berlin nach Lissabon mittels Mundpropaganda vermutlich 50 Jahre brauchte, macht diese Veränderungen weder tiefsinniger noch besser oder intelligenter.

  100. Andreas M. sagt:

    „Ergänzung: Gerade die internationale und regionale Vielfalt der noch gepflegten(!) Volksbräuche geht durch das moderne amerikanisierte Weihnachten mehr und mehr verloren und gerät in traurige Vergessenheit. “

    Das kann ich nicht beobachten. Da müssen Sie mir erst einmal sagen, was „amerikanisierte Weihnachten“ sind.

    Wenn überhaupt, dann sehe ich überall „deutschisierte Weihnachten“. Denn überall auf der Welt gibts den Tannenbau, der aus Deutschland kommt und das berühmteste und am meisten verbreitete Weihnachtslied ist „Stille Nacht, heilige Nacht“. Da kann „Rudolf the red nose reindeer“ aber einpacken.

    Welchen amerikanischen Weihnachtsbrauch kennen Sie, der sich so verbreitet hat, wie der deutsche Weihnachtsbau und Stille Nacht, heilige Nacht? Oder ist die Zerstörung der Vielfalt nur dann schlimm, wenn sie von den Amis kommt?

  101. Dabei soll die Intention der ersten Auswanderer gewesen sein, in „Neu-England“ die guten Seiten Europas hinüberzuretten, auszubauen, um dann als wegweisendes Licht wieder nach Europa zu kommen. Irgendwer muss ihnen das dann wohl ausgetrieben haben…

  102. Yilmaz sagt:

    @ Andreas M.
    „Verkennen Sie bitte nicht, dass das Streiche spielen, (sich und andere) erschrecken und das Gruseln ein Teil der menschlichen und vor allem kindlichen Natur ist.

    Einem Kind macht es mehr Spaß jemandem einen Streich zu spielen, als nach DIN-Norm artig zu sein.“

    Wer bitte hat jetzt behauptet das Streiche spielen nicht OK ist!? Wir selbst haben Klingelmännchen, Luft aus dem Fahrradschlauch lassen und was weiß ich noch gespielt, auf jeden Fall wenn ich mir die heutigen Kids anschaue ist das ein Bild von Traurigkeit: Internet, Facebook, Nintendo, Sony Playstation, fast keine Kinder mehr die mal so richtig draussen Dampf ablassen, oder mal Fussball auf der Strasse spielen.
    Da wird sich eher noch über zu laute Kinder beschwert usw.

    ————————————————————————–

    @ Wildvögelein
    nochmals Danke für Ihre Darlegungen der alten Bräuche, war mir jetzt so gar nicht bekannt.

    Vielleicht würde ich gerne noch eins hinzufügen, mit den Hexenverbrennungen in Europa wurde das ganze Spirituelle als auch das Heilwissen vernichtet. Die Hetzjagd auf die Kräuterfrauen wurden eigentlich mit dem Erscheinen des Buches „Hexenhammer“ (im Jahre 1487) der Dominikanermönche und Inquisitoren Jakob Sprenger und Heinrich Institoris beschlossen und dauerte ca. 300 Jahre.
    Es wurde eine Angst im Volke vor den angeblichen Hexen geschürt, die Menschen machten die „Hexen“ (eigentlich Wunderheiler etc.) für ihr Elend und nicht die sozialen Verhältnisse verantwortlich.
    So wurden im Laufe der Zeit viele Frauen und das damit zur Verfügung stehende Wissen ausgeschaltet – und – das vor allem aus wirtschaftlichem und machtpolitischem Interesse…

  103. chicano sagt:

    ich glaube das problem ist nicht so sehr, das spezielles brauchtum verloren geht, sondern das das verloren geht, was viele bräuche, märchen und ismen eigentlich transportieren wollten: es gibt etwas das unabhängig von mode und zeit wahrheit ist und immer bleiben wird. auch wenn der mensch die macht hat sich von dieser wahrheit zu trennen und in tiefste dunkle natur zu stürzen, die nur eine wahrheit kennt: der stärkere frisst den schwächeren.

    der sinn der märchen und bräche und aller religionen war das nicht vergessen wird: es gibt etwas, dass einen eigenen unveränderlichen wert besitzt, den es zu erhalten gilt, egal unter welchen bildern und vorzeichen.

    das den menschen schützen sollte vor der hybris alles erklären wollen. alles durchscchauen zu wollen, was gar keinen sinn macht wenn es übertrieben wird. den ein fenster zum beispiel macht nur sinn, weil ich dadurch auf etwas schaue, das nicht durchschaut wird, z.b. ein garten. wenn alles durchschaubar wäre, wäre gleichsam alles durchsichtig, unsichtbar und abgeschaft. man kann die letzten wahrheiten daher nicht durchschauen und wieder dem menschen unzertan machen, ohne den menschen selsbt abzuschaffen, denn diese letzten wahrheiten sind der grund des menschseins an sich. jendseits dessen beginnt grausam naturgesetz…..

    es ging um etwas das für sich steht und auch über den erbramungslosen gesetzen der natur steht.

    einen bleibenden wert, der erst das leben als mensch möglicht macht und ohne den der mensch nicht mehr wäre, als ein affe mit vernunft, ein tier.

    eben nicht die verhängnisvolle scheinwahrheit, das schönheit, liebe, ehre, wahrhaftigkeit, treue, frieden nur menschliche erfindungen sein und keine eigene wirklichkeit besitzen, immer nur im auge des betrachters liegen. lediglich sentimentalitäten sein, emotionelle gedankenspiele ohne eigenen bestand. doch diese sind das gesetz nach denen der mensch leben soll, leben muss, will er sich nicht genau dem vollständig unterwerfen, was er vorgibt beherrschen zu wollen: die erbarmungslose natur und ihre unerbittlichen gesetze.

    es ging darum etwas zu bewahren, das über uns steht und mehr ist als das erbarmungslose gesetz der natur und das in unseren herzen gefunden werden kann und wenn nicht, alles menschsein keinen sinn mehr hat.

    wegen dessen man nicht alles seziert und wesen nicht als dinge ansieht, die man benutzen, ausschlachten kann und denen gegenüber keine verantwortung besteht.

    wenn dies mit den bräuchen zusammen abgeschafft wird, dann ist das das ende des menschen selbst und der beginn des endes des „zauberlehrlings“, der während er noch denkt die natur gänzlich erklären und beherrschen zu können, letztlich im gesetz der natur untergeht, vollkommen untergeht.

    mögen sich die bräuche ruhig ändern aber nicht die botschaften darin, aber leider geschieht genau dies und dies wird in der abschaffung der menschlichhkeit selbst enden. genau das ist auch das, was als luciferisches prinzip zu verstehen ist, das beherrschen der gesetze der natur, alles wird zum manipulationsobjekt, auch der mensch selbst inzwischen.

    nicht deutschland schafft sich ab. die menschheit schafft sich ab.

    na ja, vielleicht kann ich nciht gut erklären, was ich eigentlich erklären wollte aber vielleicht versteht es ja einer😉

  104. Wildvögelein sagt:

    @ Chicano
    „… ich glaube das problem ist nicht so sehr, das spezielles brauchtum verloren geht, sondern das das verloren geht, was viele bräuche, märchen und ismen eigentlich transportieren wollten: es gibt etwas das unabhängig von mode und zeit wahrheit ist und immer bleiben wird (…)
    der sinn der märchen und bräche und aller religionen war das nicht vergessen wird: es gibt etwas, dass einen eigenen unveränderlichen wert besitzt, den es zu erhalten gilt, egal unter welchen bildern und vorzeichen.Sie haben die tiefe Bedeutung echten Brauchtums wunderbar geschildertdas besser(…)“

    Genau das ist es, was ich meinte. Danke für die schöne Erläuterung der Bedeutung echten Brauchtums. Es ist eben keine ausgedachte Geschichte, sondern geht tieer ins Unbewußte, Archaische und tiefste Seelenleben des Menschen.

    @ Andreas M.
    Der Hirsch war ja nur ein Beispiel und könnte durchaus wie in Skandinavien auch ein Renntier sein, wenn dieses aus brauchtümlich mythologischer Tradition und Verständnis das Pferd oder den Hirsch ablösen würde. Ist es aber nicht, sondern eine mocerne neuschöpung ohne teifen Sinn wie z.B. Mickey Maus oder Schreck.
    Modeerscheinungen gab es immer, auch in der antiken Welt. Unterschätzen Sie auch nicht die Verbindungen, welche de Menschen schon damals international hatten, und wie sie sich durch Handelskontakte gegenseitig auch kulturell stark beeinflußt haben.

    1. Der Weihnachtsbaum ist 1. kein rein deutsches Erbe, denn sein Bedeutungsursprung ist alteuropäisch und vielleicht sogar noch internationaler. Man denke nur an das uralte hinduistische Divali (Indien) das auch dort das Schmücken von Bäumen mit Gold und Lichtern kennt,m und auch dei jüdische Menora-Leiuchter ist z.B. ein stilisierter Baum mit brennenden Lichtern.
    2. Ist der Weihnachtsbaumbrauch wie auch der Mistelbrauch aus Europa mit den europäischen Auswanderen als mitgetragenes Kulturgut nach Amerika gekommen, anders als Stille Nacht Heilige Nacht, wenn es heute in Japans Wohnstuben gesungen wird. Letzteres finde ich für Japans Kultur schade.

    Oder ist die Zerstörung der Vielfalt nur dann schlimm, wenn sie von den Amis kommt?

    Wie kommen Sie darauf, daß ich das die Internationalisierung eines deutschen Brauchtums besser finde, als die amerikanisierung deutschen Brauchtums. Das habe ich nirgends auch nur angedeutet.
    Brauchtumszerstörung durch politisch oder wirtschaftlich forcierte(!) oberflächliche Modeerscheinungen ist überall in der Welt bedauerlich.
    Ich fände es genauso tragisch, wenn die Inder, statt der Schildkröte als Inkarnation Vishnus plötzlich ein Silvester-Glückschwein oder einen Julbock aus unserem Brauchtum per Werbung untergeschoben bekämen.

    Das Tragische an dem aus Amerika nach Europa zurückschwappenden Weihnachtsklimbims ist seine komplette Loslösung aus dem gewachsenen kulturellen brauchtümlichen Zusammenhang.
    Ein Weihnachtsmann der mit einem Coca Cola-Truck kommt, Rotlichtviertel ähnliches illuminieren der Vorgärten mit grellen Blinklichtern, Playboy-Weihnachtsgirls und ähnliches sind für mich Beispiele für amerikanisiertes Weihnachten. Ebenfalls die Reduzierung des einst vielfältigen lebdenigen Liedguts der Völker auf eine Handvoll in der ganzen Welt gedudelten „Hits“. Sinnentleerter Mist halt.

  105. Wildvögelein sagt:

    O weh, ich habe wohl zu früh „Kommentar absenden“ gedrückt und leider erst danach die vielen Schreibfehler in meinem Text bemerkt. Ich bitte um Entschuldigung!!!

  106. Andreas M. sagt:

    @Wildvöglein

    „1. Der Weihnachtsbaum ist 1. kein rein deutsches Erbe, denn sein Bedeutungsursprung ist alteuropäisch und vielleicht sogar noch internationaler. Man denke nur an das uralte hinduistische Divali (Indien) das auch dort das Schmücken von Bäumen mit Gold und Lichtern kennt“

    Ohne Frage kennen Sie sich da besser aus als ich. Daher will ich nicht abstreiten, dass der Baum in zahlreichen Kulturen eine rituelle oder religiöse Bedeutung hat. Aber der konkrete Weihnachtsbaum kommt meines Wissens doch eindeutig aus Deutschland, oder?

    „anders als Stille Nacht Heilige Nacht, wenn es heute in Japans Wohnstuben gesungen wird. Letzteres finde ich für Japans Kultur schade.“

    Ich fände es vielleicht dann schade, wenn es japanische Lieder vollkommen verdrängen würde. Aber wenn es sie ergänzt – warum nicht? Es ist ein sehr schönes Lied, warum also sollen Japaner es nicht auch genießen dürfen? Wie ich anfangs sagte: Das attraktiviere Kulturgut setzte sich durch. Das ist vollkommen natürlich. Dann haben wir eben eine japanische Weihnachtskultur, wo eine Japanische Version des Liedes mit dazugehört. Und in 100 Jahren ist es vielleicht ein chinesisches Weihnachtslied, was in japanischen Wohnzimmern gesungen wird. So what?

    „ich fände es genauso tragisch, wenn die Inder, statt der Schildkröte als Inkarnation Vishnus plötzlich ein Silvester-Glückschwein oder einen Julbock aus unserem Brauchtum per Werbung untergeschoben bekämen.“

    Schon dieses Wort „untergeschoben“…..So als ob die Inder alle vollkommen bescheuert wären und sich verarschen lassen würden ohne es zu merken. Sie sprechen diesen Menschen ja jegliche Mündigkeit und eigenen Willen ab. Ist es so schwer zu akzeptieren, dass der indische Mensch vielleicht bewusst und freiwillig Sivester feiern möchte, weil er es einfach schön und als eine kulturelle Bereicherung empfindet?

    „Ein Weihnachtsmann der mit einem Coca Cola-Truck kommt, Rotlichtviertel ähnliches illuminieren der Vorgärten mit grellen Blinklichtern, Playboy-Weihnachtsgirls und ähnliches sind für mich Beispiele für amerikanisiertes Weihnachten.“

    Ach, jetzt spinnen Sie doch nicht rum! Sie glauben doch wohl nicht wirklich, dass die Coca-Cola Trucks und die Playboy-Bunnys in irgendeiner Weise von irgendwem auf der Welt als Bestandteil des Weihnachtsfestes wahrgenommen oder zelebriert werden.

    Der erleuchtete Vorgarten – ok, das mag sein. Das ist aber im Grunde nur eine Verstärkung des Altbekannten. Der erleuchtete Weihnachtsbaum, wie wir ihn kennen, wird eben ein wenig „gepimpt“ und es wird der Vorgarten erleuchtet Das ist kein Widerspruch zu unserem Weihnachtsbrauch, sondern bestenfalls eben eine Uberteibung. Da geht nichts verloren. Zumal das eh nur ein Randphänomen einer kleinen Minderheit aller Vorgärten ist.

  107. Monika H. sagt:

    @chicano

    Das ist ja süß von Ihnen – vielen Dank für den lieben Adventsgruß, der geht ja mitten ins Herz. Allerdings besteht kein Grund zur Sorge, ich wurde nur – passend zum Thema – vom Weihnachtsgeschäft über Nacht aus dem schriftlichen Verkehr gezogen und damit hat es mir auch kurzfristig einen Strich durch die Rechnung gemacht mit der geplanten Reise nach Berlin zur Konferenz. Schade, aber man muss das Leben auch nehmen können wie es kommt und Geschäft nehme ich immer gerne. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ich hier wieder ordentlich mitlesen, -denken und -schreiben kann – insbesondere Ihren Satz: „Liebe, und tu was du willst“ halte ich für diskussionswürdig, vielleicht hält sich dieser Thread noch 1-2 Wochen am Laufen, um konzentriert darauf einzugehen. Beim Überfliegen der Threads kommt mir allerdings nicht gerade der große Verdacht, dass Ihnen zwischenzeitlich ohne mich langweilig wird *g

    Auch Ihnen die besten Wünsche in dieser Zeit und die hellsten Sterne auf Ihrem Weg!

    @in Kürze

    >Wildvögelein: ich bin der Überzeugung, daß die Zusammenfügung der alteuropäischen Forn sidr (Alten Sitte), des Feierns der ….zu einer wunderbaren Verschmelzung … geführt hat.

    Dann freuen wir uns doch über die „wunderbare Verschmelzung“, die aktuell stattfindet. Nur kenne ich keinen Moslem, der sich durch Weihnachten diskriminiert fühlt, und in Wien wurde der Weihnachtsbaum sogar von einer Jüdin eingeführt durch Fanny von Arnstein (http://tinyurl.com/crhsw9x). Es ist also wirklich Nonsens, was uns da vorgekaut wird. Zudem wurde der Sonnenkult verdeckt vom Christentum weiter betrieben und insbesondere in den Logen wird dieser bis heute hoch gehalten, im Vergleich zum Weihnachtsbaum, der bis in die Neuzeit vom Christentum als „heidnisch“ verpönt wurde. Worin besteht also der Unterschied? Im Zufall?

    Das Vermischen der heidnischen mit den christlichen Bräuchen in der Vorzeit halte ich für ebenso gewollt inszeniert wie den aktuellen „Trend“.

    Soll jeder die Bräuche pflegen, die er „braucht“ und soll jeder feiern, was er feiern will, aber man sollte uns nicht für blöd verkaufen – hinter Religionen steckten und stecken immer politische Interessen.

    Es gibt imho auch keinen Grund, in einem laizitären Staat religiöse Feiertage oder Bräuche gesetzlich vorzuschreiben, außer man möchte den Bürger in Unmündigkeit halten. Ein Feiertag für den Staat (Nationalfeiertag) und gut is. 7-10 Tage im Jahr sollten jedem Menschen dann frei stehen, selbstbestimmt zu wählen.

  108. chicano sagt:

    @ monika

    „Das ist ja süß von Ihnen – vielen Dank für den lieben Adventsgruß, der geht ja mitten ins Herz.“

    das freut mich!

    „Allerdings besteht kein Grund zur Sorge..“

    das freut mich auch!

    “Liebe, und tu was du willst” halte ich für diskussionswürdig, vielleicht hält sich dieser Thread noch 1-2 Wochen am Laufen, um konzentriert darauf einzugehen.“

    oh oh, dass wird sicher wieder wild mit uns🙂

    „Auch Ihnen die besten Wünsche in dieser Zeit und die hellsten Sterne auf Ihrem Weg!“

    danke🙂

  109. chicano sagt:

    @ wildvögelein

    „Genau das ist es, was ich meinte. Danke für die schöne Erläuterung der Bedeutung echten Brauchtums.“

    gern, ferut mich wenn es für jemanden sinn macht, denn ich finde, das nicht nur die gefahr besteht, dass wir verlieren, was allem erste inen sinn gibt, sondern es schon in großen teilen verloren haben

    „Es ist eben keine ausgedachte Geschichte, sondern geht tieer ins Unbewußte, Archaische und tiefste Seelenleben des Menschen.“

    ja, ich würde es gar noch tiefer ansiedeln (oder höher, wie man es eben betrachten möchte), aber ja…..es iast nicht ausgedacht sondern….ent-deckt.

    schönen 2. advent übrigens dir….und allen anderen

  110. Monika H. sagt:

    @Wildvögelein + Harry Potter

    Leider habe ich heute keine Zeit mehr gefunden, näher darauf einzugehen, aber so möchte ich den Harry Potter einfach nicht stehen lassen, denn die Bücher sind Meisterwerke – nicht nur an Unterhaltung.

    >Wer sich ein bisschen mit dem Thema Mythologie und Brauchtum beschäftigt, findet in ihrem Werk viele solche versteckten oder offen geschilderten Hineise auf altes Wissen und Brauch, leider aber oft verfremdet oder sinnentleert.

    Mit „ein bisschen Mythologie und Brauchtum“ kommen Sie natürlich nicht weiter. Es geht hier um Magie und Alchemie und da kann man nicht auf Frau Holle zurück greifen, sondern sollte schon Hermes Trismegistos heran ziehen, den „Meister der Meister“ – dann sind die Bücher alles andere als sinnentleert.

    Mit diesen Lehren von Alchemie und Magie arbeiten übrigens auch die Hochgradlogen – darum besitzen sie so viel Macht.

    >Zumindest hat sich die Autorin mit Sichheit mit der antiken und alteuropäischen Mythologie Märcehn und Volksglauben beschäftigt …..

    Frau Rowling hat sich mit wesentlich mehr beschäftigt als mit herkömmlichem Volksglauben, Zitat Rowling: „I’ve never wanted to be a witch, but an alchemist, now that’s a different matter. To invent this wizard world, I’ve learned a ridiculous amount about alchemy. Perhaps much of it I’ll never use in the books, but I have to know in detail what magic can and cannot do in order to set the parameters and establish the stories‘ internal logic.“

  111. Heider sagt:

    @ Wildvögelein

    Vielen Dank für das Lob. Ich fürchte, das kann ich nicht ohne Weiteres zurückgeben.

    Nun mal ganz langsam. Als persönliche Empfindung, nicht hingegen als ganze Deutung der Entwicklung der Volksbräuche, kann man Folgendes ja noch stehen lassen:

    „Ich bin der Überzeugung, daß die Zusammenfügung der
    alteuropäischen Forn sidr (Alten Sitte), des Feierns der Wiedergeburt der Sonne als Lebens- und Hoffnungsbringer in dunkler Toter Zeit, mit dem christlichen Glauben an die Wiederauferstehung des Heilands, der den Gläubigen ewiges Leben verspricht, zu einer wunderbaren Verschmelzung und eigenen, gefühlten Deutung im echten(!) Volksbrauch geführt hat.“

    Das ganze Ende des Kommentars legt religiöse Motivation nahe, wenn Sie eine Synthese vorstellen, die es realiter nicht gegeben haben kann:

    „Die Ähnlichkeiten der heidnischen und christlichen Mythen (göttlicher Heils- und Licht- und Hoffnungsbringer in Not, Tod, Dunkelheit und Winter, Wiedergeburtsglaube, Auferstehung nach dem Tod, ewiges Leben) ermöglichten die Symbiose beider Glaubenswelten miteinander.

    Vermutlich aber ist beider Kern irgendwo in der Urzeit derselbe gewesen und hat sich von Region zu Region, von Kultur zu Kultur von Deutung zu Deutung verändert und mit dem reifen der Menschen weiterentwickelt.
    Oft trägt gerade das volktümliche Brauchtum dieses Wissen versteckt (verkahlt) weiter.

    Es gibt mehr Verbindendes als Trennendes zwischen heidnischem und christlichem Weihnachten.“

    Sie haben sich vermutlich eine Formel geschaffen, mit der Sie leben können, ohne ständig Widersprüche aushalten zu müssen – der Kompromiss von sehr viel Wissen über heidnische Religiosität, den früheren Formen und späteren Veränderungen, und der bedrängenden Lebenswirklichkeit aus christlicher Überschichtung. Heraus kommen dann solche Empfindungen.

    Von der Sache her ist unbedingt zu widersprechen, wenn Sie die fragmentarischen Reste des ursprünglichen Heidentums (die Volksbräuche) als eine Art natürlichen Anpassungsprozess darstellen, der zu einem Gewinn für das Volkstum geworden sei. Tatsächlich ist das Volksbrauchtum eine Degeneration, und die Volksbräuche (= das kollektive Erinnerungsvermögen des Volkes an den alten Glauben!) sind zu jeder Zeit nur im offenen und geheimen Widerstand gegen die Massnahmen der Kirche so weit erhalten geblieben – Christianisierung war Kulturkampf!
    Die erzwungene Annahme des Christglaubens umfasste nicht den einfachen Austausch von Göttern und Kulthandlungen, er bedeutete vielmehr die Auflösung einer gewachsenen Kultur in all ihren Bestandteilen, vor allem Rechtlosigkeit, Friedlosigkeit und ein seelisches Chaos mit allgemeiner Ungläubigeit und Nihilismus solange die neue Sittenordnung noch nicht errichtet war. In der Edda werden solche Zeiten so gekennzeichnet:

    „Brüder kämpfen
    Und bringen sich Tod,
    Brudersöhne
    Brechen die Sippe,
    Arg ist die Welt,
    Ehbruch furchtbar,
    Nicht einer will
    Des anderen schonen.
    Blutzeit,
    Beilzeit,
    Der Riese kommt los.“

    (Nach der german. Mythologie ist die Entfesselung der Riesen, den Antagonisten der Götter, der Untergang der alten Menschenordnung zusammen mit der Ordnung der Götter, die Entsittlichung des menschlichen Lebens ist eine der Folgen, Anm.)

    Ein Beispiel ist die christliche Namensgebung männlicher Täuflinge, die zunächst erzwungen werden musste; sie löschte darüber (Vaterrecht) die Namen der Vorläufergenerationen über die Zeit praktisch aus – ihre Nachfahren wurden die Adams, die Christiansens, die Martins, die Valentins uvm.
    Die christliche Verfolgung der Namensgebung ist besonders gut an Seen, Wäldern, Bergen zu erkennen: überall wo heutzutage ein „Teufelssee“ liegt, hat mit einiger Sicherheit eine heidnisch-germanische Weihestätte gelegen.
    Noch im 19.Jahrh. durften Verstorbene nicht verbrannt werden, warum? Auf Betreiben der Kirche war die heidnisch-germanische Feuerbestattung seit Einführung des Christglaubens verboten. Das Verbot der alten Sitten bezog sich auch auf viele andere Formen der Trauer und des Bestattungswesen; so waren die mehrtägige Totenwache im Haus von Verstorbenen, die Beigabe von Schmuck, Waffen, Haushaltsgegenständen ins Grab oder die laute Trauerklage sowie Musik am offenen Grab verboten. Ich bin in der Lage andere Beispiele zu nennen, wie brutal, beharrlich und detalliert herrschende Christen alle Ausdrücke der alten Sittenordnung und des Glaubens zu unterdrücken suchten, hoffe aber, dass dies nicht wirklich nötig ist.

    Die Kraft und Ausstrahlung der Volksbräuche ist dann mit der Industrialisierung bei Landflucht, Verstädterung und Ausbildung neuer Wirtschaftszweige im Verlauf des 19.Jahrhunderts zunehmend erloschen, und ohne die Gebr. Grimm besässen wir heute vermutlich noch viel weniger Wissen über das Brauchtum.
    Den Meisten ist es heute gar nicht klar, dass die Deutschen bis vor rd. 200 Jahren ein Bauernvolk waren, das mit 90 Prozent auf dem Lande und von der Landwirtschaft lebte, und dass überhaupt nur unter solchen Bedingungen (sesshaft und ortsgebunden, ein hartes Leben mit den Jahreszeiten und den Naturgewalten, der Natur dauernd ausgesetzt in einem Masse, wie der moderne Grossstadtbewohner sich das kaum vorstellen kann) das Brauchtum mündlich weitergegeben und erhalten werden konnte.
    Es ist vermutlich kein Zufall, dass die ehedem heidnischen und dann christlich okkupierten Feste noch heute verkindlichte oder jugendlich wirkende Formen aufweisen: an Weihnachten erhalten gerade Kinder Geschenke und haben glänzende Augen, an Ostern suchen Kinder die „Ostereier“ (eine absolute Verballhornung, denn das Ei war Fruchtbarkeitssymbol), und an allen Festen (Osterfeuer anzünden, auch Sommersonnenwende) steht eher die Jugend als die Älteren im Vordergrund. Man darf sich das in Anfängen als reaktive Entwicklung auf die christliche Umformung der alten Sitten und den allgemeinen Zwang zur Teilnahme denken: die heidnischen Bauern nahmen den neuen Glauben nur gezungenermassen an – zu den Festen schickten sie fortan nur ihre Kinder, um an den sinnentleerten Festlichkeiten unter der Aufsicht der Pfaffen nicht selbst teilnehmen zu müssen.

    Über das Wintersonnenfest ist verhältnismässig wenig überliefert: Freude, dass die Tage fortan länger werden und sich die Sonne häufiger zeigt; man versammelte sich und zündete grosse Feuer an. Die – auch neuheidnische – Erklärung dazu erscheint nicht befriedigend. Vor allem muss man doch auf den inhaltlichen Gegensatz der Erklärung des Wintersonnenfest und der Rauhnächte hinweisen. Ersteres als Fest der Freude und Hoffnung, direkt anschliessend die zweitgenannten als Tage der Dunkelheit, Bedrückung und seelischen Gebundenheit an wandelnde Tote (Ahnen) und nichtmenschliche Wesen (Zwerge, Dämonen, Götter in Verkleidung) – da passt wenig zusammen.
    Über die Rauhnächte weiss man durch den Volksmund, die Volksbräuche, deutlich mehr. Sie haben selbst dazu in zwei Beiträgen ausgeführt, einmal im oben zitierten und dann unter:
    Wildvögelein sagt:
    Dezember 7, 2012 um 12:18
    Ein gewisses Manko ist die Vermengung des einen Festes (Wintersonnenwend-) mit den anschliessenden Rauhnächten, was nicht unbedingt gewollt erscheint aber Sie doch dahin führt, den Charakter der Rauhnächte bei der Darstellung der verchristlichten Formen bis in die Jetztzeit zu vernachlässigen. So entsteht die Konstruktion eines gemein heidnisch-christlichen Festes der Freude und des Lichts. Die Rauhnächte sind aber – von Ihnen sehr gut zusammengefasst – eine Zeit, wo „die Grenzen zwischen Toten- und Geisterreich (den Ahnen und Dämonen) auf der einen Seite und dem Diesseits auf der anderen Seite dünner [werden] und die Tore zur Anderswelt (Totenreich/Hel) [sich öffnen]“ und,
    „Im Volksglauben gingen in dieser Zeit die Toten (Ahnen) unter die Menschen, aber auch in die verkleideten Menschen ein (positiver Besessenheitsgedanke).“

    Bleiben wir zunächst bei den Rauhnächten, um beim begrenzten Thema „Weihnachten“ zu bleiben.
    Gerade die Rauhnächte bieten m.E. eine einfache und schlüssige Möglichkeit zur Erklärung germanischer Religiosität im späteren deutschen Sprachraum, da sie im Volksbrauchtum noch vor wenigen Jahrzehnten vielfältig präsent waren (es marginal auch gegenwärtig noch sind) und da die Quellenlage verhältnismässig gut ist. Dass gerade das Wissen der Rauhnächte, im Vergleich zu den anderen Festen und rituellen Handlungen, eher „gut“ erhalten wurde deutet auf besonders tiefe Verwurzelung.

    Heidnisch-germanische Religiosität besass eine materielle Basis, nämlich die Natur selbst einschl. des Menschen aus einer bestimmten Abstammungsgemeinschaft, also die Blut- bzw. Verwandtschaftslinien. Auf dieser Basis entstand offenbar Religiosität; anders ist die Präsenz der eigenen Toten (Verwandten, Ahnen) zur Zeit der Rauhnächte kaum zu erklären.
    Das Verehren (besser: Gedenken) bezog sich zuallererst auf die Toten der eigenen Familie und Grossfamilie (Sippe) aus der letztvergangenen Zeit. Gerade den eigenen Familienangehörigen wurden für die erste Zeit nach ihrem Tod besondere Fähigkeiten zugeschrieben. Man glaubte, dass die Toten im Verborgenen (ein Winkel des Hauses; auf dem benachbarten Hügel; im nahen Wald; im Erdreich unter dem Haus, wo der Verstorbene einmal gelebt hatte) noch eine Zeitlang weiterleben, die Lebenden beobachten, beschützen und ihnen durch bestimmte Zeichen hin und wieder ihre Anwesenheit verraten. Solches Erscheinen der Ahnen, etwa ein Schatten, eine flüchtige Bewegung im Dunkeln, ein seltenes Geräusch u.a. (von den Kirchen als böse Geister denunziert) wurde von den Lebenden als Zeichen der Anwesenheit oder gar als geheimer Rat in bestimmten Lebensfragen gewertet. Man stellte den Verstorbenen Speisen und Getränke hin, vor allem aus Ehrerbietung und Dankbarkeit, und um sie “bei Laune” zu halten. Die Toten blieben eine gewisse zeitlang Teil des Familienlebens. Diese Unruhe der Toten war eine Übergangszeit, die vorübergehende Existenz in einem Zwischenreich, bis die Toten endlich nach Hel (Walhall, Folkwang; nur Namen für denselben Ort) eingehen. Es liegt nahe Ahnenverehrung für den frühesten (ältesten) Kult zu halten, den unsere Vorfahren hatten, und es scheint auch der natürlichste, verstehbarste.

    Die verständlichen Zusammenhänge, übrigens auch aus anderen Kulturkreisen (China, Japan), in denen der Kult noch heute weit verbreitet gilt, beschreibt das Buch von
    Jürgen Rieger: Ahnenverehrung

    Das Christentum entbehrt dergleichen, die Ahnen spielen für den Gläubigen im christlichen Neuen Testament und für heutige Gläubige an Weihnachten praktisch gar keine Rolle; es ist eine freie Erfindung des Geistes, die sich wohl nicht zufällig an alle Völker weltweit richtet, also einen wahrhaft universellen Charakter entblösst. Die geheimnisvollen Schreiber der “Bibel” kennt man bis heute nicht. Im Unterschied zu heidnischen Auffassungen, die keines Dogmas bedurft haben werden, ist die Christlehre noch in einer sog. Heiligen Schrift niedergeschrieben. Der Inhalt ist wiederum Gegenstand laufender Auseinandersetzungen von Christen untereinander, und das seit mind. 1700 Jahren. Wie künstlich ist denn das! Somit ist Ihre Aussage von der „Ähnlichkeit“ heidnischer und christlicher Mythologie sicher nicht am Beispiel der Rauhnächte festzumachen.

    Das Dilemma Ihrer Darstellung ist der Parcoursritt durch die Zeiten und über die Kulturen mehrerer Kontinente, sodass nicht bestimmt ist, von welchem Heidentum wo und wann geschrieben wird.
    Nur zur Verständigung: unter Heiden verstehe ich primär die germanischen Stämme vor +/- 2000 Jahren im mittel-, mittelost- und nordeuropäischen Raum, die man unsere Vorfahren nennen könnte, und soweit sie vom Christentum noch unbeeinflusst geblieben waren.

    Die bei Ihnen auch angeschnittene Grundfrage:
    Hat es in Germanien jemals eine religiöse Höherentwicklung aus einfacheren Formen gegeben, und stellten die gegenständlichen heidnisch-germanischen Formen (Mehrzahl der Götter, Riesen, untergeordnete Wesen wie Alben -Elfen, Zwerge- u.a.) an sich wieder eine Degeneration dar,
    ist mit meiner Darstellung des Ahnenkult selbstverständlich nicht beantwortet, da es sich bei ihm nur um einen Teilaspekt handelt.

    Zum Gott Odin (Wodan, Wodes, Wotan), der in den Rauhnächten eine wesentliche Rolle füllt, und dem der sogen. Knecht Ruprecht zugrunde liegt (typisch für das Christentum: es machte aus einem Gott einen Knecht!), wäre zu ergänzen: Nach
    Kris Kershaw: Odin, Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde
    muss Odin als ein sehr alter Gott, unter anderen Namen in sämtlichen indogermanischen Kulturen verbreitet, und als ein Sondergott angesprochen werden. Demnach handelt es sich um den Schutzpatron von Männerbünden, die gesellschaftliche Aussenseiter waren, sich regelmässig ausserhalb der Sippen- und Stammesgemeinschaft bewegten, hierbei auch Fremdstämmige einschlossen, und jedenfalls ein streitlustiges, kriegerisches Leben bevorzugten – nach heutiger Auffassung Unzufriedene, zu Kurz Gekommene, Tagediebe, Abenteurer, Räuber. Damit wäre auch der in der Mythologie umschriebene zweigesichtige Charakter Odins sehr gut erklärt – ein germanischer Hauptgott, der sich von einem ursprünglichen Gott gesellschaftlicher „Outlaws“ ableitet. Kershaws These stützt die aus der Gegenwartsschau naheliegende Vermutung (man sehe sich den bestialischen Mensch der Moderne nur einmal an!), dass auch die frühen (vorgeschichtlichen) Gesellschaften nicht homogon, spannungs- und widerspruchsfrei und jeweils perfekt gewesen sein k ö n n e n . Darin liegt für mich der eigentliche Wert dieses Buches.

    Bei dieser eher materialistischen Sicht auf Entwicklung, Religiosität und den Umgang mit dem Glauben möchte ich im grossen und ganzen auch bleiben.
    MfG

  112. Wildvögelein sagt:

    @ Heider
    Eigentlich kann ich Ihnen gar nicht widersprechen.
    Auch wenn sie meinen, gegen mich zu argumentieren, sprechen sie mir mit ihren Darlegungen ganz aus dem Herzen.
    Sie haben Recht, dass das Christentum aufgezwungen war und gewaltsam vieles verdrängte, verbot und überlagerte. Mir ging es auch gar nicht darum, die Synthese beider Glaubensvorstellungen als einzige richtige und unbeeinflußte Entwicklung darzustellen und gut zu heißen, dagegen ein Verbleiben bei altheidnischen Vorstellungen als überholt oder abgewertend zu betrachten. Schon deshalb nicht, weil mir die Forn Sidr auch in meinem Lebensalltag viel näher ist als das Christentum. Noch weniger wollte ich behaupten, dass das Christentum mit dem Heidentum identisch wäre.

    Mir ging es vielmehr darum, den positiven Aspekt der real existierenden Synthese herauszuheben, Gemeinsamkeiten hervorzuheben, die es trotz aller Unterschiede eben auch gibt. Gemeinsamkeiten, die vielleicht viele Religionen miteinander teilen, weil sie einen Grundgedanken der Gottvorstellung an sich betreffen. Die Synthese beider Religionen ist Teil unserer Religionsgeschichte und kultureller Lebenswirklichkeit. Ob man sie mag oder nicht. Sie hat dazu geführt, dass unser Volk das Christentum so verinnerlicht hat, wie es heute verstanden wird. Ob heidnisiertes Christentum oder christianisertes Heidentum, es ist unser heutiges allgemeines Verständnis der Weihnachtgedankens und des Weihnachtsbrauchtums und wird in dieser Form heute weitesgehend wahrgenommen und tradiert.

    Das Volk hat jahrhundertelang mehr oder weniger offen gegen die (Zwangs-)Christianisierung Widerstand geleistet und, wie Sie ja auch oben richtig darlegen, gerade in den echten, ländlichen Volkbräuchen, Altes zu bewahren versucht.
    In einigen Gebieten Deutschlands sogar bis heute (z.B. Allemannische Fasnacht, Perchtenläufe uvm).
    Im Gegensatz zum, im alten Glauben stark verwurzelten, bäuerlichen Volk, trat der Adel aus Machtinteresse meist freiwillig zum Christentum über und ließ seine Kinder in Klöstern erziehen.
    Gerade das Beharren auf dem überlieferten Brauchtum war über die Jahrhunderte hinweg der aktive Widerstand des Volkes gegen die Bevormundung durch den fremden Religion und der ihm dienenden adeligen Obrigkeit.

    Man wagte viel, aber man wagte es. Nicht überall konnten die Spione des Klerus sein und denunzieren noch die Häscher und Henker der Mächtigen immer gegenwärtig sein, um zu bestrafen.😉

    Nicht allein Gewaltherrschaft, Krieg, Androhung von Todesstrafe und Vertreibung haben dem Christentum zum Sieg verholfen, sondern die zunehmende Übernahme der alten Bräuche ermöglichte es erst der Kirche, überhaupt, dauerhaft Fuß zu fassen und so mächtig zu werden.
    Denn die von den Ahnen überlieferten Bräuche waren dem Volk heilig, denn die alte Sitte, der von den Ahnen überlieferte Brauch stand höher als die Religionslehre.

    Rein heidnische Feste mit Götterverehrungen wurden noch im 18. Jhd. gegen den Protest der, gegenüber diesem Treiben ohnmächtigen, Geistlichen gefeiert (Überliefert ist beispielsweise noch eine Ostara-Verehrung im Wald seitens des „ungehorsamen“ Volkes im Raum Osnabrück durch einen Brief eines Pastoren an seinen Bischof). Einige der Handlungen für bestimmte Volksbräuche laufen übrigens heute noch im Geheimen ab. Selbst Volkskundler und Brauchtumsforscher haben z.T. bis heute keinen Zugang zu diesen geheimen Handlungen.

    Der Kern eines alten Glaubens ist auch nicht dann schon zerstört, wenn sich die Namen und Legenden ändern, wenn aus Frigga Maria wird und aus Wotan der Knecht Ruprecht oder der Sinner Klaas.
    Entscheidend ist, was das Volk in den Bräuchen und ihren Gestalten noch erkennt und versteht. (auch intuitiv!)
    Wenn das Volk im Nikolaus noch einen Wotan erkennt, kosmische Sinnbilder in den goldenen Kugeln in der dazugehörenden Heiligenlegende, wenn es in Maria, noch das Wesen einer Erd- und Muttergöttin verehrt, dann ist der Glaubenswechsel noch nicht ganz vollzogen und hat somit der neue Glaube noch nicht den alten gänzlich verdrängt.
    Es ist nichts anderes, als wenn man in einer Region die Erdgöttin Horn, im nächsten Erke und im übernächsten Akka nennt. Jetzt war es eben Maria, oder die Hl. Rosalia. Entscheidend ist das Urbild, was dahinter steht. Durch das Brauchtum wird dieses Urbild losgelöst von der jeweilig herrschenden Staatsreligion weitrgetragen und bewahrt.

    Auch vor der Christianisierung hat es bei unseren heidnischen Vorfahren wechselnde Götter, Sitten Vorstellungen gegeben.
    War nicht vor Wotan, Tyr oder Tiu oberster Volksgott? Und was war davor? Waren es immer viele Götter oder zu Göttern gewordene Ahnen, oder gab es auch eine Epoche mit einer Monotheistischen Vorstellung von einer Sonnen-, Baum-, Weltachsen- oder Säulengottheit, dessen Spuren in der antiken Welt über den ganzen Globus nachgewiesen wurden, und deren Grundzüge sich auch in unseren Bräuchen noch wiederspiegeln. Wie alt war das sakrale Wissen unserer Altvorderen wirtlich? So alt, dass gleiche, gemeinsame Urbilder in den Religionen der Ägypter, Babylonier, Hethiter, Kanaaniter, ja sogar der Ainu (Urjapaner), der Uramerikaner und der Nordleute gefunden werden könnten?

    Ein gemeinsamer göttlicher Ur-Gedanke, der auch dem mosaischen und christlichem Glaube möglicherweise zugrunde liegen könnte, oder diese beien zumindest schon vor über 3000 und mehr Jahren inspiriert und beeinflusst haben könnte? So verankert, um bis heute nachzuwirken und Ähnlichem im heidnischen Glauben wieder zu begegnen und die Verschmelzung beider Religionen zu erleichtern. Das war mein Gedanke, das war meine These.

    Leugnen lässt sich leider auch nicht, dass dieses alte Verständnis der Ur- und Sinnbilder, über die Jahrhunderte hinweg insbesondere nach den Umwälzungen durch die Industrialisierung und dem letzten Weltkrieg, dem gemeinen Volk leider fast gänzlich verloren gegangen ist, bzw. nur noch christlich verstanden wurde (ohne es wirklich zu sein).

    Das was Sie meinen, was mir widerfahren sei „Sie haben sich vermutlich eine Formel geschaffen, mit der Sie leben können, ohne ständig Widersprüche aushalten zu müssen.“ ist nämlich genau das, was dem ganzen Volk widerfahren ist. Es hat für sich einen Weg gefunden, jene Teilaspekte der Vorstellungswelten aus dem ererbten Wissen und dem eingewanderten Christentum, die zueinander passen und denen ähnliche Grundvorstellungen zu Grunde liegen, für sich, ihrer Mentalität und Lebenswirklichkeit gemäß zu vereinnahmen und zu verschmelzen.
    Auch die Ahnenverehrung ist übrigens im verchristlichten Volksbrauch erhalten geblieben. Z.B. Christliche Gottesdienste in Hünengräbern (Klecken b. Buchholz), Reliquienschreine, Heiligenverehrung, Lichterkult zu Allerseelen, all das und vieles mehr sind Überbleibsel aus dem Ahnenkult, verschmolzen mit dem christlichen Glauben.
    Übrigens die christlichen Mormonen glauben auch an die Möglichkeit, durch frommes, gottgefälliges Leben selber ein Gott werden zu können. Das ist urheidnisch: Nämlich besondere, herausragende Ahnen werden zu Göttern = godumlikr. Ganze nordische Geschlechter stammen von Göttern ab, haben also Ahnen, die Götter sind.

    Ein Gedanke:, Dass viele Feste vornehmlich heute noch für Kinder gefeiert werden, könnte vielleicht auch aus alten Initiationsriten rund um diese Bräuche entstanden sein. Es gibt zumindest Hinweise auf eine alte Tradition der Prüfung der Jugend zu Weihnachten z.B. der Jungen durch einen schwarzgesichtigen Riesen, den Busch-Nikkel (Ahnen/Wotan?) und der Mädchen durch drei, Schine genannte, weißgekleidete Frauen mit Gesichter verhüllenden goldenen Scheiben, bei den zu Weihnachten in die Stuben einkehrenden Umzügen (bis 1945 Brauchtum in den sächsischen Bergmannsdörfern) und Hinweise auf eine germanische Schwertleite (Skandinavien) zu Weihnachten und die regional (z.B. in der Schweiz) erhaltene Traditionen, den Jungs, denen der Bart anfängt zu sprießen, zu Weihnachten das erste Messer zu schenken.

    @ Monika H.
    Na gut, Frau Rowling hat sich auch mit Alchemie beschäftigt und ihr Wissen in die Potter-Geschichte einfließen lassen. Und ja, die Bücher sind in gewisser Weise ein Meisterwerk, diese Dinge gekonnt und spannend zusammenzutragen und mit Leben zu füllen. Damit bleibt das Buch trotzdem ein Phantasie-Roman und ist kein Lehrbuch der okkulten Geheimwissenschaften und auch kein Geschichtsbuch.

    Brauchtum und Mythologie kann man übrigens nicht einfach von Magie und Alchemie trennen. Gerade das echte Brauchtum versteht sich auch als magische Handlung und die Mythologie trägt das Wissen verkahlt weiter. Die Alchemie ist praktiziertes mytholoisches Wissen.
    Dem modernen Bürger ist heute der eigentliche Sinn und die kultisch-magische Bedeutung des alten Volksglaubens in seiner ursprünglichen Tiefe nicht mehr bewußt, da er aus seiner Lebenswirklichkeit verschwunden ist, überlagert vom wissenschaftlich-aufklärerischen Geist der Moderne.

    Das Entzünden eines Feuers z.B. war eine magische Handlung. Das Auspusten einer Kerze zum Beispiel ein Od-Opfer (Odem = ausgeatmete Lebensenergie), ein Feueropfer. Das Anzünden der Tannenbaumkerzen ist heute nur noch eine schöne Sitte, ebenso wie das Auspusten der Geburtstagkerzen in Verbindung mit einem Wunsch. Die ursprüngliche Magie hinter der Handlung, dem echten kultischen Brauchtum, ist uns heute nicht mehr bekannt. Aber sie wird unwissentlich im Brauchtum weiter getragen.

    @ Andreas M.
    Ihren Vorwurf, ich machte mir nur über die Verdrängung eigenen Brauchtums sorgen, hätte aber nichts gegen die weltweite Ausbreitung des deutschen Brauchtums, konterte ich damit, dass ich eine ähnliche Verdrängung des traditionellen Brauchtums anderer Kulturen durch unser importiertes deutsches Kulturgut (beispielsweise bei Japanern und Indern) genauso schade fände. Daraus basteln sie gleich wieder, dass ich die Inder für Menschen ohne eigenen Willen halten würde. Wieso lesen sie eigentlich immer krampfhaft solche Wertungen aus meinen Worten heraus? Bitte lassen sie solche Unterstellungen.

    Ich kritisiere einen Verlust des echten Brauchtums durch initiierte, kurzlebige Moden, die mitunter wie eine vernichtende Welle über eine Kultur schwappen und das alte Brauchtum und die Bindung der Menschen zu diesem nachhaltig zerstören.
    Brauchtum ist mehr als eine schnelllebige Mode, die man zwar exotisch und schön findet, nach kurzer Zeit aber mit was neuem vordergründig Intressanten austauscht.

    Das ist für mich ein oberflächliches, hedonistisches Abgleiten in die Beliebigkeit. Echtes Brauchtum hat etwas tiefer Verehrung und Achtung zu tun. Zum Brauchtum gehört eine tiefe Herzens- und Seelenbindung, ein Erbe das man treu bewahrt, auch wenn man es nicht immer ganz versteht. Ergriffenheit und Gemeinschaft fördernde Teilnahme gehören auch dazu. Das sich, mit den sich verändernden Menschen und Lebensumständen und kulturellen Kontakten zu Nachbarvölkern, ein langsamer Wandel von Generation zu Generation im Brauchtum vollzieht, ist nicht dasselbe wie ein schnelllebiger Austausch nach Eintagsfliegen-Manier.

    Und ja, es ist forciert, wenn im Radio weltweit nur eine handvoll gleicher Lieder zu Weihnachten gedudelt werden, und anderes, traditionelles Liedgut nach und nach, gegen den Widerstand der Hörer(!) aus dem Radio- und Fernsehprogamm verschwinden, wenn heimischem Brauchtum immer mehr Hürden auferlegt werden (z.B. das Osterfeuerverbot) und in der Schule deutsche Lieder nur noch stiefmütterlich gelehrt werden, so dass 60% der Deutschen zu Weihnachten nicht mehr singen, und wenn sie es tun, dann zunehmend nur amerikanische Weihnachts-Hits, wenn in städtischen deutschen Kindergärten immer öfter gar kein Weihnachten mehr gefeiert wird, um die muslimischen Kinder in der Gruppe nicht zu kränken und ähnliches mehr, wenn grundsätzlich Tradition lächerlich gemacht oder politisch geächtet wird.
    Die heutige, zunehmend schnelle Veränderung des Brauchtums hat also nicht zwangsläufig damit zu tun, dass sich das schöner Empfundene durchsetzt, denn es wird den Menschen ja zunehmend die Möglichkeit entzogen, dass eigene, altüberlieferte überhaupt noch kennen zu lernen.

  113. Wildvögelein sagt: Dezember 11, 2012 um 00:31
    Das Volk hat jahrhundertelang mehr oder weniger offen gegen die (Zwangs-)Christianisierung Widerstand geleistet …

    Und tut das heute noch, überall. Das zeigt sich z.B. in aller Klarheit, wenn man das ubiquitäre Phänomen des Antisemitismus aus der Positionalität einer Objektiv Hermeneutischen Psychoanalyse betrachtet. Dann kann man nämlich genau an diesem Phänomen ablesen, daß sich eine unbewußte Wissensinstanz der zu missionierenden Menschen gegen das Judentum 2. Klasse zur Wehr setzt, das ihnen damit aufgezwungen werden soll.

  114. Anchora sagt:

    http://s7.directupload.net/file/d/3103/6gmrfuxb_jpg.htm

    Bleib fröhlich mit fröhlichen Weihnachten und schmeiß den Mythos auf den Mist. Eine gelungene Botschaft!

  115. @Anchora: Genau, Weihnachtsmännchen statt Jesus, und her mit der Coka-Cola-Light-Kultur.

  116. Herbert Klein sagt:

    Niemand hat das Monopol auf Weihnachten, und jeder nicht gläubige Mensch darf Weihnachten auf seine Art und Weise feiern! Ein frohes Fest des Winters mit seinen kurzen Tagen und langen Nächten, eine Zusammenkunft mit Familie oder Freunden, die man mit Geschenken erfreut, gute Musik, gutes Essen und Trinken, und allem was sonst noch dazu gehört! Bei alledem steht nicht ein imaginärer „Gott“ im Mittelpunkt, sondern der real existierende Mensch. Und ganz nebenbei bemerkt ist es mir, wie sicher vielen anderen auch, piepschnurzegal, ob z.B. der Nikolaus Weihnachtsmann genannt wird oder dass man einen Weihnachtsengel als Jahresendfestflügelfigur bezeichnet.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schon heute ein frohes Tannenbaumfest.

  117. Monika H. sagt:

    @Wildvögelein

    >magische Handlung als Brauchtum, … Das Entzünden eines Feuers z.B. war eine magische Handlung.

    Es gibt nichts, was nicht magisch ist. Alles ist Schwingung (= Energie = Information) – so betrachtet beeinflusst alles alles und alles ist Magie. Selbstverständlich. Und ein Ritual konzentriert ua. die Gedankenkraft und lässt einen durch Wiederholung (Erinnerung) schneller in einen konzentrierten Zustand kommen, je mehr Personen daran beteiligt sind, umso besser.

    Sie beziehen sich stets auf „Brauchtum“ und „Volksglauben“ und übersehen dabei, dass das Volk noch nie „gewusst“ hat – das große Wissen ist immer einzelnen vorbehalten gewesen und daraus resultiert auch das Dilemma, in dem sich die Menschheit heute befindet. Natürlich finden Sie Wahrheit unter jedem Stein, es heißt aber nicht umsonst „Volksmagie“, die Magie für die Masse, die auch niedere Magie genannt wird. Dieser steht die hohe Schule Magie gegenüber, die einer Wissenschaft gleicht. Den „Volkstanz“ konnten die Menschen durchführen, aber jedes Dorf hatte nur einen Medizinmann, Schamanen oder seinen Miraculix, der über die Wissenschaft verfügte. Teils bestimmt aufgrund einer Begabung, teils aber auch, weil jeder seine spezielle Aufgabe hatte und man dies nicht mal nebenbei als Bauer oder Mutter von 6 Kindern erlernen kann.

    Für den „echten“ Meister der hermetischen Praxis bedarf es jahrelanger, wenn nicht lebenslanger Übung und Schulung des eigenen Geistes und vor allem des Willens. Ein Adept muss nicht nur die Elemente beherrschen können, sondern vor allem sich selbst – er muss die totale Kontrolle über seinen Geist und seine Körper erwerben (den ätherischen, den astralen, den physischen, den mentalen … ), und schlussendlich sein Ego und damit den luziferischen Fall in die Materie überwinden.

    Um halbwegs gut durchs Leben zu kommen, genügen die Bräuche und die Volksmagie. Sie reichen aber nicht aus, um die Orden und Logen und deren Macht zu verstehen, die das Volk stets „glauben“ ließen und die Macht für sich behielten. Sehe sich heute einer an, wohin es geführt hat: Mit Magie verbinden wir heute David Copperfield und sein Hokuspokus, und die oben lachen sich ins Fäustchen (in den Faust *g), weil sie dadurch ungestört arbeiten können. Man muss noch einmal betonen: Magie ist eine Wissenschaft um die geistigen=spirituellen Ebenen und Kräfte, aber eben eine geheime und keine die man an der Uni lehrt.

    >Alchemie

    „Die Alchimie ist so alt wie die Menschheit. Sie ist eine besondere Variante der Magie, weil gesetzmäßigen Abläufen gemäß, der Alchimist auch Magier sein muss. […] Sollte sich nun ein Schüler der Magie auf dieses dünne Eis wagen, könnte ihm nichts gelingen. Der `Rote Löwe´ könnte nur so vollkommen sein, wie sein Schöpfer. Da jedoch dieser Stein in seiner Qualität ausnahmslos immer gleich ist, denn die Prima Materia ist der höchstmögliche Ausdruck der Materie selbst, so muss sein Schöpfer stets edel, gläubig, rein und sehr ausgeglichen sein. Wer glaubt, dass Alchimie ausschließlich in Reagenzgläsern stattfindet, ist im großem Irrtum. Der hohe Eingeweihte greift in die Luft und hat IHN schon. “ (Bardon / Orienta)

    >Dem modernen Bürger ist heute der eigentliche Sinn und die kultisch-magische Bedeutung des alten Volksglaubens in seiner ursprünglichen Tiefe nicht mehr bewußt, da er aus seiner Lebenswirklichkeit verschwunden ist, überlagert vom wissenschaftlich-aufklärerischen Geist der Moderne.

    Der wissenschaftlich-aufklärerische Geist der Moderne wird unsere Zukunft sein!

    „Dank Newtons Dilemma ist die Wissenschaft heute unser Geburtsrecht. Wissenschaft, wie wir sie kennen, wurde zum größten Teil wegen ihm zu einer Realität. Doch sie trägt besonders in den Biowissenschaften die Bürde einer tiefen Irrationalität, die von einem Fehler im Gebrauch der Sprache resultiert, der darin bestand, dass die menschliche Intelligenz unbeabsichtigterweise als allgemeingültig erklärt wurde. Die menschliche Intelligenz ist eine wunderbare Sache, doch sie hat nicht die Natur geschaffen, was der Gebrauch von einer verdeckten Intentionalität und einer mechanischen Bildersprache in Darwins Theorie unbewusst implizierte.

    Mit der Last einer falschen Logik kann die Wissenschaft im dritten Jahrtausend nicht sehr weit kommen, ohne sich einer außergewöhnlichen Krise gegenüberzusehen. In der Quantenphysik hat man bereits damit begonnen, eine Umkehrung anzuregen, doch in den Biowissenschaften hängen wir immer noch an einem falschen Materialismus, da der oben genannte Fehler unbeabsichtigter Weise einen Dualismus einführte. Die Wissenschaft muss einen Weg finden, sich selbst in einen kompromisslosen Monismus zurückzuverwandeln, der heute, wie ich meine, nur ein Monismus des Geistes sein kann, eine kritische Wissenschaft des Geistes, mit der Newtons andere Seite hätte leben können und die er geschätzt hätte. Doch der Materialismus musste aus Gründen der Entwicklung zuerst kommen. Daher haben die Streiche von Harry Potter und seinen Freunden eine ernste Seite.

    Denn die Kinder, die heute von ihnen verzaubert werden, werden vielleicht die sein, die der Wissenschaft helfen werden, diese schwierige Umwandlung vorzunehmen. Sie wird uns unter anderem helfen, die faszinierende Arbeit von Rupert Sheldrake besser verstehen zu lernen und das für die Bedeutung der Wissenschaft lange Zeit vernachlässigte erkenntnistheoretische Denken des großen österreichischen Sehers und Wissenschaftlers Rudolf Steiner, der in seiner Doktorarbeit Wahrheit und Wissenschaft der Wissenschaft gab, was Chomsky als unerreichbar beschrieb: eine kritische Theorie vom Wissen, die ihre zukünftigen Bestrebungen unterstützen wird. “

    Link: http://tinyurl.com/cro3kcr

    >Na gut, Frau Rowling hat sich auch mit Alchemie beschäftigt und ihr Wissen in die Potter-Geschichte einfließen lassen. Und ja, die Bücher sind in gewisser Weise ein Meisterwerk, diese Dinge gekonnt und spannend zusammenzutragen und mit Leben zu füllen.

    Es ist mehr als das, Wildvögelein, sie beschreibt in HP den hermetischen Weg, und nicht ein einziges(!) Detail ist ohne Bedeutung. In jedem großen Werk gibt es immer mehrere Bedeutungsebenen und je nach eigenem Bewusstsein offenbart sich die entsprechende: Das Mysterium schützt sich selbst. Jeder erkennt nur das, was er schon weiß. Ob bei Goethe, Schiller oder Harry Potter.

    Wenn man es in diesem Sinne (noch) nicht verstehen kann, macht das nichts, denn:
    „Die Innenwelt ordnet sich, ohne dass das Kind die Mechanismen, die zu der Ordnung geführt haben, immer bewusst wahrnimmt.“ (Rosenkreuzer)

    Möge das Werk gelingen!

  118. Monika H. sagt:

    @chicano

    > „Liebe, und tu was Du willst“

    Meine Gedanken dazu:

    Warum steht die „Liebe“ davor?

    1. Benötige ich dieses Wort, dann weiß ich nicht wer ich wirklich bin (nämlich Liebe).

    2. Wenn ich meine, das Wort zu benötigen, dann habe ich auch Angst vor mir selbst, d.h. vor meiner eigenen dunklen Seite, die Liebe wirkt hier als eine Art Rückversicherung vor mir selbst (!), und Angst bedeutet immer Trennung.

    3. Liebe ist eine individuelle Definition. Wieviel wurde schon unter dem Label der Liebe gemordet? Oder wenn jemand sagt, er liebt die Sissi, dann „liebt“ er ja, was ihn nicht daran hindert, der Oma ums Eck die Tasche klauen zu „wollen“. Die Liebe in diesem Fall müsste also konkret definiert werden, wenn sie schon da steht. Andernfalls könnte man sie gleich weg lassen.

    4. Viel wichtiger aber noch ist der Aspekt des „Wollens“ – Sie gehen von einem freien Willen aus, ich meine wir haben einen und gleichzeitig haben wir keinen. Bevor wir tun was wir wollen, sollten wir uns also zuerst einmal sehr gründlich Gedanken darüber machen, was wir wirklich wollen und vor allem woher dieser Wille kommt. Denn unser vermeintlich freier Wille ist das Resultat einer Konditionierung aus sozialem Antrainiertheit: aus Kultur, Gesellschaft, Religion, elterlicher Erziehung etc. Und bevor wir diesem Wollen nicht auf die Schliche gekommen sind, sollten wir gar nicht großartig damit hantieren, denn ohne diese Einsicht bedeutet es nichts anderes als: „Liebe, und tu was die anderen wollen, das Du willst.“

    5. Was unterscheidet Ihren Satz von Aleister Crowley´s „Tu, was Du willst, soll das Ganze des Gesetzes sein. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“?

  119. Avicenna1968 sagt:

    Als Beitrag zu der auf diesen Seiten immer wieder aufflammenden Grundsatzdiskussion zum Thema Christentum/Religion lege ich allen Beiträgern die Lektüre von Dostojewskijs „Der Großinquisitor“ ( zugleich das 5. Kapitel seines Romans „Die Brüder Karamasov“) nahe.

    Herunterscrollen zum 5. Abschnitt:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/2095/6#vol5chap5

  120. Avicenna1968 sagt:

    *schubs*

    @ Schnehen

    „Alles schon vergessen, dass es so etwas mal auf deutschem Boden gab ?“

    Da Sie nun schon die DDR erwähnt haben, erlaube ich mir, Sie und die anderen Teilnehmer dieser Diskussion auf den ausgezeichneten Fünfteiler des DDR-Fernsehens aus dem Jahre 1983 zu verweisen. Wer es nicht bereits wüßte, könnte aus der untenstehenden Szene (Streitgespräch Dr. Luthers mit Anhängern Thomas Müntzers) erfahren, daß zwischen der von Ihnen postulierten „Erbe-Rezeption“ und derjenigen von christlicher Seite nicht notwendig ein Gegensatz besteht.

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