Claudia Roth: Schadenfreude muss sein

Selbst die Grünen sind genervt von der Tussi. Trotzdem will sie weitermachen…


Was für ne Blamage: Nur 25 Prozent wollten sie bei der Urabstimmung als Spitzenkandatin haben. Ich hab schon in meinem Buch „Make Love AND WAR. Wie Gründe und 68er die Republik verändern“ über sie gelästert… Ein Auszug:

 

Sprechen wir also über eine dieser Träumerinnen und Radikalen, über das unschuldige Opfer par Excellence – sprechen wir über Claudia Roth. Im Frühjahr 2001 mit einem Honecker-Ergebnis zur Parteichefin gewählt, konnte sie im Sommer endlich einmal die Früchte harter Arbeit genießen, zusammen mit einer Amtskollegin. „Bild“ berichtet:  „CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel (47) und Grünen-Chefin Claudia Roth (46) – so bezaubernd, so hübsch, wie wir sie noch nie gesehen haben! Angelas Schultern zart umspielt von flauschigem Marabu, sogar etwas Rot hat sie auf die Lippen getupft. Und Claudia erst! Passend zum Kleid die Haare in Cyclan, die Federkorsage in Violett, die Stola in pink-’grün’, die Ohrringe: Links ein Herz, rechts ein Keil (wir ahnen: voll die Absage ans Perlketten-Establishment). Zu sehen gab’s das Ganze gestern anläßlich der Eröffnung der 90. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth.“

Da lacht der Realo, und der Fundi wundert sich: Die frühere Managerin der Anarcho-Band „Ton, Steine, Scherben“ ist zum Wagner-Fan mutiert? Von „Keine Macht für niemand“ übergelaufen zur germanischen Götterdämmerung? Aufgetakelt wie die Walküre aus dem Konrad-Adenauer-Haus? Doch man lese genau, die Journaille riecht die Dissidenz: Die Grüne trägt keine Perlenkette, das Establishment muß immer noch zittern.

Die Verpackung entspricht dem Inhalt: Asynchron wie die Ohrringe und pink-grün schillernd wie die Stola ist auch das politische Wirken von Frau Roth. Pilgert sie einen Tag in Wagners Walhall, so verteidigt sie am nächsten den „Scherben“-Song „Macht kaputt, was Euch kaputt macht.“ Trittin gibt grünes Licht für die Castor-Transporte, sie setzt sich im Wendland auf den Blockade-Trecker und lächelt in die Kameras. Ihrem Co-Vorsitzenden Fritz Kuhn bescheinigt sie, er sei ein „echter Grüner“ und wolle keineswegs eine „bessere FDP“ aus der Partei machen – obwohl gegen den schwäbischen Oberspießer selbst Guido Westerwelle wie ein Revoluzzer wirkt. Und wer erinnert sich nicht an ihren jahrelangen Kampf gegen Rüstungsexporte und zum Schutz der von deutschen Waffen bedrohten Kurden? Als unter rot-grün diese Exporte auf Rekordhöhe stiegen, jammerte sie zunächst und stimmte schließlich zu: Die im Januar 2000 verabschiedeten neuen Export-Richtlinien bezeichnete sie als „deutliche Verbesserung“. Im Sommer gab das Kabinett grünes Licht für eine deutsche Munitionsfabrik in der Türkei, Roth und andere gaben ihren Protest zu Protokoll, das war’s. „Auf Dauer werden die Menschenrechte als Hauptkriterium (für die Genehmigung von Waffenexporten, Amnm. J.E.) nicht tragen“, hieß es kurz darauf in einem Strategiepapier aus dem Außenministerium.

Joschka Fischer bekannte in seinem Buch Mein langer Lauf zu mir selbst: „Fast meine ganze Energie konzentrierte ich auf den politischen Erfolg und ordnete dem Ziel alles andere untere, auch und gerade mich selbst.“ In diesem Zusammenhang pries er seine „radikale Lebensänderung durch Auswechseln und völliges Umschreiben meiner persönlichen Programmdiskette“.Claudia Roth verkörpert eine andere Variante der charakterlichen Anschmiegung an die Macht: die Schizophrenie. Damit entspricht sie dem kollektiven Unbewußten der grünen Basis vermutlich mehr als der Macchiavellismus des Außenministers: Wasser predigen und Wein trinken, Amnesty International unterstützen und die Nato als deren bewaffneten Arm akzeptieren, Federboa und Palästinensertuch, Feminismus und Karriere, Make Love AND War – der ganze verlogene Schmu, der Fischer in der Partei die Mehrheiten sichert, die er mit seiner Skrupellosigkeit allein nicht bekommen könnte.

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24 Kommentare zu „Claudia Roth: Schadenfreude muss sein

  1. Ich bin froh, dass diese menschliche Heulboje einmal einen gehörigen Dämpfer bekommen hat–vor allem von der Basis, als deren einziger Repräsentant sie sich ja selbst darstellte. Leider kann ich auch nichts an Göring-Eckhardt und Trittin finden.Für mich sind das noch widerwärtigere Spießer, vor allem die Göring Eckhardt, die damals Hartz 4 bejubelte und nun –vor den Wahlen–einen auf soziale Gerechtigkiet macht!!!Dazu diese protestantische Frömmelei, um das Bürgertum zu umwerben.

  2. Dazu steht Göring-Eckhardt für die Option einer schwarz-grünen Koalition.Dann bleibt nur die Hoffnung, dass Merkel Eurobonds-Trittin stoppt!

  3. Was kann man auf der offiziellen Bundestagswebseite über sie als Berufsbezeichnung lesen?

    „Claudia Roth (Augsburg), Bündnis 90/Die Grünen

    Dramaturgin“

    Das passt ja–nur ist das eben keine Götterdämmerung wie bei Wagner mehr und ein Drama schon gleich nicht–nur für sie, die sich auch immer so gerne dramatisch inszeniert!

  4. Ach, die arme Raudia! Wo sie doch Sonne, Mond und Sterne so liebt und die Konflikte in der Türkei!

    Hat alles nix genützt, und dabei will sie doch nur das Beste und das verweigert ihr jetzt die Basis!

    Das ist gemein, ach so gemein, so trügerisch sind Menschenherzen…

    Ob sie jetzt wohl 2 Stück weit betroffen ist?

  5. Das grüne Fußvolk kapiert trotzdem nicht, wem sie hinterher laufen und kettet sich weiter an Schienen an. Und 13% der deutschen Schlafschafe würden jetzt grün trotzdem wählen.
    Die Konzernmedien tun ihr Übriges, um das von den Schatten
    konzipierte Ziel durchzusetzen.

  6. Jaja, selbst der Röttgen hatte mir irgendwie leid getan und ich dacht mir: „ist schon erschreckend, mit wie wenig Anstand die Union ihre Leute entsorgt“, aber bei der Roth fällt mir nur aus Hugo von Hoffmannsthal/Richard Strauss ein:“Triff noch einmal!“ tatatatataaah!

  7. Strafe muss sein, auch für die Grünen!
    Das bewaffnete Unheil haben die sich selbst zu zuschreiben und da ja die berühmte „Basis“ ohne sie nicht kann, bleiben uns wenigstens die Witze über sie.
    Naja und von Tritt-i(h)n mag ich gar nicht reden, da fällt mir spontan nur Salzstock ein, aber janz tief unten…

    Beste Grüsse

  8. Also Herr Elsässer,

    sie haben ja durchaus recht. Und da möchte ich mal auch etwas unhöflicher und weniger stilvoll sein.

    Zu meiner Frau sag ich immer, ach die Claudia Roth, der FASCHINGSKRAPFEN, so sieht sie leider auch immer aus,
    der gehört vom Nockerberg bis nach Italien irgendwo immer wo hin und passt auch immer irgendwo dazu und auch irgendwo rein und labert auch immer irgendwo die gleiche ….Sche…..e. Sie hätten sich die Mühe ersparen können, die Frau irgendwo zu erwähnen

  9. „Von „Keine Macht für niemand“ übergelaufen zur germanischen Götterdämmerung?“

    Wo ist denn da – von der Person Roths einmal abgesehen – der Widerspruch ?
    Wagner kämpfte anno `48 zusammen mit dem russischen Magnaten Bakunin in Dresden auf den Barrikaden. Schon 1976 gab es in Bayreuth eine Aufführung des „Rings der Nibelungen“, der in manchen Kreisen bis heute als antikapitalistisches Fanal gefeiert wird.

    Alle echten Antimodernen sind aus tiefster Seele Verächter des Staates und Verherrlicher prä-moderner Verhältnisse, in denen es drunter und drüber geht und am Ende der Brutalste und Bedenkenloseste den Sieg davonträgt. Nicht ohne Grund stammt die Germanentümelei, von der sich die romantischen Teutomanen inspirieren ließen, ursprünglich aus England, wo die feudale Oligarchie den modernen Staat in der Wiege erdrosselt hatte.–

    Über die olle Roth muß man nichts sagen. Und genau darin liegt ihr Vorzug: Die vielen scharfen Weiber der Linkspartei, diese Wissler, Redler, Kipping und wie sie alle heißen, wären als Anwältinnen einer schlechten Sache ungleich effektiver, als es die olle Roth war; zwischen diese Pseudo-Sozialistinnen und die Partei der Grünen paßt ohnehin kein Blatt Papier.

  10. Ehe er gegen Ende seines Lebens zum Frömmler wurde, war Wagner ein Anhänger des junghegelschen Philosophen und Religionskritikers Feuerbach. Zweifelsohne gehört er in die Geistesgeschichte der deutschen 48er-Linken, mag er sich – von heute aus gesehen wie in den Augen einstiger Mitstreiter – durch seinen Pakt mit dem bayerischen König wie durch seinen Antisemitismus diskreditiert haben. Die Motivation für Wagners Judenfeindschaft war jedoch stets eine antikapitalistische. Er trieb, mit anderen Worten, das, was man heutzutage als „verkürzte Kapitalismuskritik“ bezeichnet.–

    Den BILD-Artikel über Miracle und Roth hat bestimmt der schmierige Wagner geschrieben (nicht der Musiktheatraliker, sondern der „Gossen-Goethe“).

  11. „Wann gibt es endlich mal eine Wiedergutmachtung für Elsässers “Braunbuch DVU”?“

    „Nicht, solange ich lebe !“ (Ungulate Miracle)
    Im Zweifelsfall bei der CSU nachfragen, Mr. Ubuntu. Die DVU ist eine false flag-operation des Strauß-Spezis Dr. Frey, mit dem Ziel, radikal-rechte Energien zu binden und unschädlich zu machen. Frey hat seinen Verein von Anfang als NS-Devotionalienhandel aufgezogen. Thaddens NPD war in den 60er Jahren für die Absorption der Reste des deutschnationalen Lagers der Weimarer Zeit zuständig (dessen gemäßigte Kräfte sich in der frühen BRD den teils knackrechts positionierten Landesverbänden der FDP angeschlossen hatten). Freys Haufen dagegen zielte auf die Gewinnung jener Kräfte, deren Spezialität der Stuhlbeinangriff in gegnerischen Parteiversammlungen war.

  12. ZU Avicenna1968

    Für sie sind alle Ausprägungen des deutschen Faschismus, ob DVU. Thadden-NPD, wahrscheinlich dann auch Republikanwer,etc. alles nur gezahlte Söldlinge der US-Geheimdienste, um Deutschland in ein schlechtes Licht zu rücken. Ihrer Sichtweise gab es diese neonazitistischen Extremiste überhaupt nicht.Aber um diesen Gedankengang noch zu perfektionieren: Warum stellen sie dann nicht auch Adolf Hitler und die NSDAP als jüdische Verschwörung dar, die 6 Millionen Juden umbrachte, um Israel endlich herzubekommen?Sie könnten da auch Hanfstengel, Ford,etc. zitieren.Mit der einfachen Tatsache, dass antisemitische Rechtsradikale , die den Gros der Deutschen ausmachten eben für die NSDAP wählten, können sie sich nicht abfinden.Immer ,müssen die Juden an ihrem Massenmord selbst schuld gewesen sein, aber keine Deutschen!!!Das ist Geschichtsrevisionsimus und der wird heute fortgesetzt unter Schlagzeilen von USIsrael,Zionismus, etc.

  13. Um Jürgen Elsässer zu zitieren: Das Finanzkapital ist weder christlich, noch buddhistisch, noch islamisch, noch konfuzianistisch, noch jüdisch, noch griechisch orthodox–sondern es kennt nur einen Mammon–das Geld. Da sind alle Kombinationen denkbar.Als weiteren Tip vom Tausendsassa Jakobiner: Schmeisst diese ganzen deutschtümelden, revanichistischen und neonaziostischen Kommentare raus, die immer nur vom jüdischen Finanzkapital implizit daherschwaffeln!!!

  14. Jakobiner: Außer Dir scheibt hier niemand vom jüdischen Finnzkapital, und wenn Du grade vom Rausschmeißen redest: Du hattest hier schon ne Zeit-Sperre, und ich kann die gerne wieder verlängern. Also PASS AUF, mein Lieber!

  15. Mangelnde Impulskontrolle nennt man das !

    @ Chicano aka Johnny Croat,

    Sie sind doch Sozialarbeiter…ich glaube, da muß jemand CHICANIERT werden !

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