Elsässers Blog

1.3., Altenburg/Thüringen: Jürgen Elsässer/André Poggenburg/Jens Maier: Gegen Schulz und Merkel! Kulturhof Kosma, 19 Uhr

Israel bestückt deutsche U-Boote mit Atomwaffen

Das meldet der SPIEGEL jetzt – Monate, nachdem es COMPACT gleich mehrfach berichtet hatte.

Welch‘ Überraschung: Die israelische Regierung stattet nach SPIEGEL-Informationen die  in Deutschland produzierten und zu großen Teilen mit UNSEREN STEUERGELDERN finanzierten Unterseeboote der Doplphin-Klasse mit Atomwaffen aus. „Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben“, sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak dem Magazin.

Zwar ist es gut, dass die Zeitschrift diese Fakten nun an ein breites Publikum bringt. Aber COMPACT-Leser hatten die Informationen schon seit Monaten. Nicht von ungefähr lautet der Wahlspruch von COMPACT-Magazin: „SPIEGELst Du noch – oder reflektierst Du schon?“

So hieß es auf der Titelseite von COMPACT-Magazin im Dezember 2011: „Krieg gegen Iran? – Israel bereitet den Erstschlag vor!“ Im Editorial schrieb ich: „Dass trotzdem Israel im November einen Erstschlag gegen Iran ankündigte und stolz eine dafür geeignete Interkontinentalrakete erprobte, ist ein Alarmzeichen. Noch empörender: Die Bundesregierung schweigt dazu, ebenso die versammelte Opposition. Obwohl Deutschland seit den 90er Jahren insgesamt fünf atomwaffenfähige U-Boote der Dolphin-Klasse an den jüdischen Staat geliefert hat, co-finanziert mit unseren Steuergeldern, die nun bei einem Angriff zum Einsatz kommen könnten.“

In der COMPACT-Ausgabe vom Februar 2012 berichteten wir über die Genese des israelischen Atomwaffenprogramms und Pläne, im Junikrieg 1967 „Atombomben auf Kairo“ (so der Untertitel des Artikels „Operation Cyanide“ von Dirk Pohlmann) zu werfen.

In der COMPACT-Ausgabe vom April 2012 stand auf der Titelseite: „Iran-Krieg – Macht Merkel mit?“ Im Innenteil waren gleich zwei Beiträge zum Thema. Karel Meissner schrieb unter der Überschrift: „Zieht uns Israel in den Krieg?“. Von Otfried Nassauer war eine spezielle Expertise zur Genese des deutsch-isaelischen U-Boot-Programmes „Delfine mit atomaren Appetit“ zu lesen. Darin wird das technische Detail erläutert, das jetzt auch (jetzt erst…) im SPIEGEL eine Rolle spielt: „Darüberhinaus verfügen die Dolphin-U-Boote jedoch auch über vier Torpedorohre des seltenen Kalibers 650 mm. (…) Die Bundesregierung musste auf Anfrage der grünen Abgeordneten Angelika Beer 1999 (…) zugeben (…): ‚Im Auslieferungszustand können die Boote Sub-Harpoon-Flugkörper und Schwergewichtstorpedos einsetzen. (…) Die Bundesregierung kann letztlich keine Bestückung ausschließen, zu der die Betreibermarine nach entsprechender Umrüstung der Boote (….) in der Lage wäre.'“

Die COMPACT-Ausgabe vom Mai 2012 widmete sich in der Titelgeschichte den Grass-Thesen zu Israel/Iran. „Grass? Hat Recht! Israel als Gefahr für den Frieden“, lautete die Schlagzeile auf dem Cover. In meinem gleichnamigen Artikl schrieb ich unter anderem: „Ende März (2012), beim Staatsbesuch von Verteidigungsminister Ehud Barak in Berlin, warnte dessen Amtskollege Thomas de Maiziere eindringlich vor einem Präventivangriff auf Iran. Es sei das ‚Gebot der Stunde‘, die Verhandlungen fortzusetzen. Trotzdem konnte Barak mit der Zusage der Bundesregierung nach Hause zurückkehren, in diesem Jahr ein sechstes U-Boot aus Deutschland zu bekommen, das atomare Mittelstreckenraketen abschießen kann.“ Und weiter: „Nach einer Aufstellung der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden aus dem Jahre 2004 – Autor war der damalige Bundeswehrleutnant Jürgen Rose – hat Israel den Einsatz seiner Atomwaffen bereits mehrfach erwogen: als strategische Reserve im Krieg 1967, im Yom-Kippur-Krieg 1973 nach dem Durchbruch der ägyptischen Panzerarmeen auf dem Sinai sowie während der Invasion im Libanon 1982, damals auf Drängen von Verteidigungsminister Ariel Scharon. Auch im Golfkrieg 1991 wurde nach dem Einschlag irakischer Scud-Raketen ‚das israelische Militär inclusive der Nuklearstreitkräfte in volle Gefechtsbereitschaft versetzt‘.“

Sie sehen also: Wer COMPACT liest, ist besser und früher informiert! Ein COMPACT-Abonnement lohnt sich für den Leser – und gibt uns die solide Finanzbasis für den Ausbau der Zeitschrift!

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50 Responses

  1. Nanu, was ist denn mit dem Spiegel los? Ich kanns irgendwie nicht ganz glauben, schon gar nicht an Gutes. Diesen Medien traue ich nun mal aus Prinzip nicht, zumal sie es jetzt erst bringen. Daher mal eine kühne Verschwörungstheorie meinerseits: Soll von den Medien Antisemitismus geschürt werden, damit mehr Juden nach Israel gehen? Peres hat ja schon bei seinem Deutschlandbesuch Deutsche jüdischen Glaubens aufgefordert, nach Israel zu emigrieren. Die sehen da nämlich gewissen demographisch bedingten Problemen entgegen 😉

    Denkbar ist auch, dass damit erreicht werden soll, dass die Deutschen das sogar positiv aufnehmen.

    “Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben”, sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak dem Magazin.“

    Danke für die Blumen, Herr Barak. Ich bin sowas von stolz confused 😕

    Hat Herr Gauck sowas eigentlich thematisiert? Glaub ich ja kaum, er war ja zum Schönwetter-Machen da.

  2. Nachtrag:

    Wenn selbst die ultrazionistische „Welt“ das bringt, soll damit wohl kaum Gutes bewirkt werden.

    http://m.welt.de/article.do?id=politik/ausland/article106409430/Atomwaffen-auf-deutschen-U-Booten-fuer-Israel&cid=Startseite

  3. xabar sagt:

    Es ist das Verdienst des ehemaligen BBC-Korrespondenten Alan Hart, die Geschichte des israelischen Atomprogramms in allen Einzelheiten und Facetten beschrieben zu haben:

    ‚Zionism-The Real Enemy of the Jews‘ (‚Der Zionismus, der wahre Feind der Juden‘, so heißt die dreibändige Ausgabe, in der er das Projekt beschreibt).

    Hier einige Einzelheiten aus Harts Buch:

    1. Derjenige, der Israels Atomprogramm wie kein anderer vorangetrieben hat, war der jetzige israelische Präsident Shimon Peres, der damals in den 50iger Jahren schon Vorsitzender einer Kommission war, die damit beauftragt war, Israel zur Atommacht zu machen.

    2. Die USA waren damals strikt gegen eine nukleare Aufrüstung Israels. Die Gegnerschaft des US-Präsidenten Eisenhower gegen Israel zwangt das zionistische Regime, sich an andere Mächte zu wenden, um die Bombe bauen zu können, und es waren dann drei Mächte, die Israel halfen, seine Atomanlagen in Dimona zu bauen:
    a. Das damals rassistische Südafrika, das das Uran lieferte;
    b.Norwegen sowie das vor-De-Gaullsche Frankreich.

    3. Eine US-Inspektion der Anlagen in Dimona unter Präsident Kennedy bereitete den Zionisten damals arges Kopfzerbrechen, aber es gelang ihnen, das US-Inspektorenteam zu täuschen, das dann zufrieden damit, dass Israel nur für ‚friedliche Zwecke‘ Atomanlagen installiere, wieder abzogen. Dafür, für das Versprechen, keine Atomwaffen herzustellen, wurde Israel dann auch noch unter Kennedy mit Waffenlieferungen belohnt. So hatten sie beides: Die Bombe und die neuen, hochmodernen Raketen. Kennedy konnte gegen diesen Betrug nicht mehr protestieren, weil er im November 1963 erschossen wurde.

    Mitte der achtziger Jahre brachte der israelische Atomwissenschaftler Mordechai Vanunu alles an den Tag: In der britischen Sunday Times ließ er seine Bilder von den Anlagen und seine Informationen veröffentlichen.
    Mossad entführte den Wissenschaftler über eine Agentin, die ihn nach Rom gelockt hatte, nach Israel, wo er eine 18-jährige Haftstrafe erhielt, die er inzwischen abgesessen hat. Trotzdem steht Vanunu weiter unter Hausarrest.

    Die Atommacht Israel bezeichnet den Iran, der keine Atomwaffen herstellt, als ‚größte Gefahr für den Frieden im Mittleren Osten:‘

  4. So neu ist das alles auch für den Spiegel nicht. Bereits am 14. 10. 2003 (!) hieß es in einem Spiegel-Artikel (Rüstungsexport „Deutschland hat Israel Abschussrampen für Atomraketen geschenkt“) über Waffenexporte: „Drei deutsche U-Boote hat Israel bereits zu Atomwaffenträgern umgebaut. Jetzt will es zwei weitere Tauchboote der „Dolphin“-Klasse ordern. Mit einer solchen Lieferung würde Deutschland Beihilfe zur Verbreitung von Massenvernichtungswaffen leisten, warnen Sicherheitsexperten.“
    (http://tinyurl.com/6psouuv)

    Das ganze Ausmaß der Heuchelei in der Atomwaffenfrage wird deutlich, wenn man bedenkt, dass es beispielsweise US-Regierungen kraft Gesetz verboten ist, Staaten finanziell zu unterstützen, die Massenvernichtungswaffen weiterverbreiten. Dennoch erhält Israel ca. 3 Milliarden Dollar an Militär- und anderer Hilfe von den Vereinigten Staaten.

    Auch aus diesem Grunde hat die israelische Regierung bisher noch nicht offiziell zugegeben, Atombomben zu besitzen, auch wenn sich der damalige Ministerpräsident 2006 bei SAT1 verplapperte: „Iran, openly, explicitly and publicly, threatens to wipe Israel off the map. Can you say that this is the same level, when they are aspiring to have nuclear weapons, as America, France, Israel and Russia?“ (The Guardian, 13 December 2006: http://tinyurl.com/88aoclr)

    Es ist sicher verdienstvoll, wenn COMPACT diesen Themenkomlex bereits vor Monaten angesprochen hat. Aber der deutschen Öffentlichkeit sind diese Tatsachen schon seit Jahren bekannt. Nur wird so etwas immer wieder schnell vergessen.

    Diese Gedächtnisstörungen sind in Atomwaffenfragen ziemlich häufig. So wurde beispielsweise auch in Sachen taktisch nuklearer Verteidigung Deutschlands durch Mini-Nukes (Atomic Demolition Munition) immer wieder alter Wein in neue Schläuche gegossen.

  5. Also, ich bin kein Jurist aber das ist doch so offenkundig (hüstel) GG-widrig, daß imho sogar der VS dagegen vorgehen müßte, wenn er seine Aufgabe ernst nimmt.

    Gibt es denn in diesem Rechtsstaat wirklich niemand, der zumindest versucht, dem geltenden Recht auch Geltung zu verschaffen?

  6. Und noch was, an all‘ die Ferkel mit ihren lockeren Schräubles und okzidentalen Wellen:

    Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo die erste von deutschen U-Booten abgefeuerte Atomrakete im Iran (oder sonstwo) einschlägt, werdet ihr erfahren dürfen, was reale Schuld bedeutet.

    Und das ist nicht besonders spaßig. Und hat auch eine ganz andere Dimension, als wenn beim Kasperle das Krokodil kommt…

    Dann ist nämlich Ende im bunten Gelände. Dann wird alles ziemlich grau und schwarze Löcher tun sich auf, die alles an sich ziehen, verschlingen und vernichten, was das Leben irgendwo noch lebenswert macht.

    Und aus solcher Hölle kommt man so leicht auch nicht wieder heraus. Auch nicht durch einen Suizid oder ähnliches.

    Da kann man nur noch zerknirscht bereuen und auf Vergebung hoffen. Mehr geht dann nicht mehr…

  7. @Joachim Bullinger:

    „Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo die erste von deutschen U-Booten abgefeuerte Atomrakete im Iran (oder sonstwo) einschlägt, werdet ihr erfahren dürfen, was reale Schuld bedeutet.“

    ja, und zerknirscht bereuen wird dann auch nicht mehr helfen, fürchte ich. Gott gebe ihnen Verstand…was soll man sonst noch sagen? Anscheinend ist den Verantwortlichen selbiger völlig abhanden gekommen.

    Broder nutzt eine Laudatio für Friede Springer zur Kriegstreiberei:

    (…)Man könnte diese drei Affären auch positiv deuten: Ein Land, das solche Probleme hat, hat keine Probleme, es lebt in Saus und Braus. Realistischer freilich wäre eine andere Sichtweise. Auch das Orchester an Bord der Titanic spielte, bis den Musikern das Wasser bis zur Hüfte stand. Ich bin von Natur aus eher Optimist als Pessimist. Allerdings bin ich überzeugt, dass alles, das schiefgehen kann, irgendwann auch schiefgehen wird und dass man ‚die notwendigen Grausamkeiten‘ am Anfang begehen muss.

    Den Iran zum Beispiel hätte man längst entwaffnen müssen. Je länger die USA, die Nato oder wer auch immer abwarten, um der Diplomatie noch eine allerletzte Chance zu geben, umso schwieriger wird eine solche Operation, umso mehr Opfer wird sie am Ende kosten. Derweil räsonieren deutsche Intellektuelle und Pazifisten darüber, wer wen bedroht. Nicht nur Günter Grass ist der Ansicht, dass ein israelischer Erstschlag ‚das iranische Volk auslöschen könnte‘; auch der Konfliktforscher Andreas Buro, der Doyen der deutschen Friedensbewegung, sagt: ‚Der Iran ist gegen Israel wehrlos, weil er keine Atomwaffen besitzt.‘

    Israel, so groß wie das Bundesland Hessen und von sieben Millionen Menschen bewohnt, stellt eine Bedrohung für die staatliche Existenz des Iran dar, in dem 75 Millionen Menschen auf der fünffachen Fläche der Bundesrepublik leben? Die politischen und geistigen Führer des Iran haben wiederholt erklärt, dass Israel ein Krebsgeschwür ist, das aus der Region entfernt werden müsse.

    Wer dennoch glaubt, dass Israel den Iran bedroht, der ist auch davon überzeugt, dass die Juden dem Deutschen Reich den Krieg erklärt und die Polen mit dem Überfall auf den Sender Gleiwitz den Zweiten Weltkrieg angefangen haben.(…)

    http://www.bild.de/politik/inland/friede-springer/moses-mendelssohn-medaille-laudatio-henryk-m-broder-24443496.bild.html

  8. Alex sagt:

    Welche Reichweite haben die Raketen – reicht sie z.b. bis München?

  9. Petrus Urinus Minor sagt:

    @Alex
    Die U-Boote sind wohl mit Marschflugkörpern mit einer Reichweite von ca. 1500 Kilometern bestückt. In gewisser Weise ist dieses Vorgehen Isreals sogar aus deren Sicht und Sicherheitsinteresse leggitim, da Nuklearwaffen auf U-Booten eine unangreifbare Zweitschlagskapazität geben – Raketenbasen und Flugplätze kann man zerstören, ein getauchtes U-Boot zu finden ist fast unmöglich.

    Was die Fähigkeit zum Erstschlag angeht, die hat Isreal längst mit seinen Jagdbomdern und -besonders eklig- mit Interkontinentalraketen der Jericho III/IV-Klasse. Die kommen unter anderem auch bis München.

  10. juergenelsaesser sagt:

    Petrus: Eine Zweitschlagskapazität ist legitim, wenn ein Gegner über Atomwaffen verfügt. Da dieser nukleare Gegner im Falle Israel nicht vorhanden ist, sind die U-Boote einfach eine Verstärkung der Erstschlagskapazität.

  11. @juergenelsaesser: So einfach ist die Sache vermutlich wohl doch nicht. Israel ist natürlich ein hochgerüsteter Staat mit effektiven Streitkräften. Aber es ist auch ein sehr kleines Land. Es ist zumindest fraglich, dass es einem Angriff militärisch starker, größerer Gegner oder einer Allianz von Gegnern allein mit konventionellen Mitteln auf Dauer standhalten würde. Insofern ist die Drohung mit einem nuklearen Zweitschlag nach verheerenden, existenzgefährdenen konventionellen Angriffen durchaus als legitim zu betrachten und die nuklear bestückten U-Boote könnten in der Tat als Verstärkung der Zweitschlagskapazität aufgefasst werden.

    Der Haken an der Geschichte besteht natürlich darin, dass man mit Nuklearwaffen auch zum Erstschlag ausholen kann. Hätte der Iran Atombomben, dann wäre natürlich oben geschilderte Abschreckungsstrategie obsolet und es herrschte das aus dem Kalten Krieg bekannte Gleichgewicht des Schreckens. Israel will sich mit einer solchen Entwicklung nicht abfinden und drohte bereits wiederholt mit Angriffen auf Nuklearanlagen des Irans.

    Das macht die Situation unberechenbar. Der Iran ist ein großes, gebirgisches Land mit einer patriotischen Bevölkerung. Es ist gut bewaffnet, wenn auch nicht nuklear. Ein paar Nadelstiche gegen Atomanlagen würden seine Fähigkeit, irgendwann einmal Nuklearwaffen zu bauen, nicht dauerhaft gefährden. Um diese zu unterbinden, müsste man das Regime stürzen und durch ein Marionettensystem ersetzen. Dies wäre allerdings unter den geschilderten Umständen auch durch die vereinten Anstrengungen der USA und Israels allein mit konventionellen Mitteln nicht zu machen. Die Brisanz liegt nun darin, dass selbst dann, wenn der Iran keine Atomwaffen produziert, Militär- und Geheimdienststrategen im Lager seiner Gegner auf die paranoide Idee kommen könnten, er täte es doch.

  12. Alex sagt:

    @Petrus Urinus Minor

    Danke. Bei einer Reichweite der Atomraketen von 1.500 km müssten es die U-Bote bis zur Südspitze Italiens schaffen, um sie auf München abfeuern zu können. Dies sollte für die israelische Marine machbar sein.

    Gibt es ein „Raketenabwehrschirm“ gegen diese „hypothetische“ Bedrohung?

    Weiß jemand, wie weit die landgestützten Atomraketen Israels fliegen können?

    Kann Israel mit seinen Atomwaffen eigentlich Deutschland „erpressen“, also nicht nur gegenüber dem Iran sich in einer Position der Stärke befinden?

  13. juergenelsaesser sagt:

    Gresch: Soso, Sie betrachten dein Einsatz von Atomwaffen gegen einen nicht-nuklearen Gegner als „durchaus legitim“? Das Völkerrecht sagt nein dazu, never.

  14. @juergenelsaesser: Es ist im Grunde unerheblich, wie ich das betrachte. Wenn Seymor Hershs Buch „The Samson Option: Israel’s Nuclear Arsenal and American Foreign Policy“ mehr als nur das berühmte Fünkchen Wahrheit enthält, dann dürfte sich israelische Regierungen im Falle einer drohenden Vernichtung ihres Staates durch einen Angriff mit konventionellen Waffen vermutlich dazu berechtigt sehen, mit Atomwaffen zurückzuschlagen.

    Ich halte dies jedoch nur für eine theoretische Möglichkeit, weil ich nicht erkennen kann, dass irgend einer der Gegner Israels so wahnsinnig ist, sich auf ein solches Spiel einzulassen, zumal er es dann ja auch mit den USA zu tun bekäme.

    Und hier kommt ein zweiter Aspekt ins Spiel, demgegenüber meine persönlichen Ansichten ebenfalls höchst unerheblich sind:

    1996 argumentierten die Vereinigten Staaten schriftlich und mündlich vor dem International Court of Justice, es sei illegal, urbane Zentren oder militärische Ziele mit einer signifikanten Zahl von größeren Atombomben zu attackieren. Legal sei es jedoch, eine kleine Zahl von militärischen Zielen in nicht-urbanen Gebieten mit Atomwaffen geringer Sprengkraft (also mit den so genannten Mini-Nukes) anzugreifen.
    (Legality of the Threat or Use of Nuclear Weapons, International Court of Justice, Advisory Opinion, General List (July 8, 1996))

    Die USA vertreten hier und in der Folge auch anderswo die Auffassung, man sei in der Lage, den Effekt kleiner Nuklearwaffen durch (precision
    targeting), also die berühmten „chirurgischen Schnitte“ zu kontrollieren. Sie meinen also, dass diese Form des Nukleareinsatzes mit dem Völkerrecht verträglich sei.

    Ohne mich also auf meine Begriffswahl „legitim“ (im Sinne des Völkerrechts) festlegen zu wollen, hätte ich durchaus *Verständnis* dafür, wenn Israel einen vernichtenden, konventionellen Angriff mit Atomwaffen parieren würde, wobei, wie gesagt, dies wohl auf lange Sicht nur eine theoretische Möglichkeit sein dürfte.

    Um ich vermute, dass diesbezüglich sehr viele Menschen ähnlich denken, denn wer verteidigt sich unter Lebensgefahr nicht mit allem, was ihm zur Verfügung steht.

    Und dies ist allerdings ein Hebel der psychologischen Kriegsführung. Es wird suggeriert, dass dieses kleine und verwundbare Land Atomwaffen notwendig zu seiner Verteidigung brauche – wobei dann gar nicht mehr in den Blick gerät, dass in militärischen Kreisen des Imperiums, das im Falle Irans immer involviert ist, ein „preemptive nurclear strike“ durchaus als eine Option diskutiert wird.

    Um es krass zu sagen: Angesichts der realen Machtverhältnisse und Interessen auf diesem Planeten sind die atomar bestückten U-Boote Israels gar nicht das zentrale Problem. Es könnten wirklich katastrophale Dinge geschehen, auch wenn diese Schiffe niemals auslaufen würden.

  15. Dagobert sagt:

    Gaucks Gefühls-Orgie trifft auf Realpolitik

    Dies ist ein Skandal der öffentl.rechtl. Medien, die bezüglich Israel nur e i n e Bezeichnung verdienen : 3 Affen.
    Viel besser fährst du mit den alternativen Blogs -ua ‚Elsässers‘ oder ausländ. Medien oder Newsmails wie REAL NEWS etc. Ein Bankrott des Programmauftrags, den unser BVerfG ihnen erteilt u. beschützt. Desinformation durch Weglassen u. Weichspülen.
    Der Spiegel will vielleicht durch seinen Pseudo-Scoop den Kontrast zwischen Gaucks Gefühls -Orgie in Israel und der Realpolitik dieses unseres Landes andeuten.- Komisch, die ‚umfragten‘ Bundesbürger haben Israel viel besser eingeschätzt als es die Amtsträger und ihre Hofberichterstatter wollen. (Über die BBC-Umfrage hatten die Öff-Rechtler auch nichts gebracht.) Deutschland wird immer irrelevanter.

  16. Kabarettist:REINER KRÖHNERT

  17. juergenelsaesser sagt:

    Gresch: Ganz objektiv betrachtet ist Ihre abgeklärte Haltung ein Tranquilizer für andere. Regt Euch nicht auf, lautet Ihre Botschaft. Da ist mir Grass mit seinem Gedicht lieber, der regt sich auf und rüttelt andere wach.

  18. @juergenelsaesser: Grass hat durch sein Gedicht die eingespielte bundesrepublikanische Empörungsmaschinerie in Gang gesetzt. Das war schon beeindruckend. Sie lief auf Hochtouren. Nach ein paar Tagen war allerdings wieder Ruhe. Wenn der Aufregung nicht eine nüchterne Haltung und Bestandsaufnahme folgt, war der Impuls, den Grass gesetzt hat, für die Katz. Sonst hangeln wir uns nämlich wie die Affen an Lianen von einer Aufregung zur nächsten, ohne dass dies die Gesetze des Dschungels auch nur im entferntesten ins Wanken bringt.

  19. juergenelsaesser sagt:

    Grsch: Habe den Eindruck, die Bundesregierung ist bei Syrien und Iran auf Distaz zu den aggressivsten Kräften gegangen, s. Putin-Besuch. Dazu mag die Grass-Debatte mit ihren eindeutigen Mehrheiten beigetragen haben.

  20. Dr. Hans Ulrich Gresch hat @ Juni 3, 2012 um 19:22 geschrieben_
    Die Brisanz liegt nun darin, dass selbst dann, wenn der Iran keine Atomwaffen produziert, Militär- und Geheimdienststrategen im Lager seiner Gegner auf die paranoide Idee kommen könnten, er täte es doch.

    Liegt die Brisanz nicht eher darin, „dass selbst dann, wenn der Iran keine Atomwaffen produziert, Militär- und Geheimdienststrategen im Lager seiner Gegner“ mit Hilfe einer willigen Journaille, diversen Politolunken und Photoshop suggerieren können, er täte es doch?

  21. @Jürgen: Schön wärs ja. Allerdings tönte Mißfelder mal wieder was von einem „überlegenswerten Militärschlag“, und auch Hollande ist nicht abgeneigt.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/wegen-neuer-gewalt-missfelder-nennt-militaereinsatz-in-syrien-ueberlegenswert/6694834.html

    Mißfelder ist immerhin der außenpolitische Sprecher der Union.

  22. Andreas M. sagt:

    @jürgenelsässer

    Sie präsentieren das so, als seinen Israels Atomwaffen exklusiv gegen den Iran gerichtet und gebaut worden und gegen niemanden sonst. Ist natürlich Käse.

    Die sind prinzipiell gegen jeden beliebigen Feind gerichtet, der Israels Existenz bedroht. Der Iran ist nur zur Zeit – auf eigenen Wunsch wohlgemerkt – der Hauptfeind. Früher war der Iran unter einer anderen Regierung ein Freund Israels und der Irak der Hauptfeind. Dieses freundschaftliche Verhältnis haben die Mullahs beendet, nicht Israel.

    Und vergessen wir nicht, dass da noch die Atommacht Pakistan existiert, wo aufgrund der fortschreitenen Talibanisierung jederzeit irgendein Irrer an die Macht kommen kann….

    Und wenn nächstes Jahr die Regierung von Timbuktu beschließen sollte, Israels Existenz zu bedrohen, dann werden die auf die potentielle Abschussliste kommen – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Und noch zum Schluss extra für Sie ein Zitat von Ayatollah Rafsanjani, iranischer Ex-Präsident und heute Vorsitzener des Expertenrats:

    „Eine einzige Atombombe innerhalb Israels würde das zionistische Gebilde zerstören. Der Schaden des Gegenschlags für die islamische Ummah wäre dagegen begrenzt. Solch eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen, ist daher nicht irrational.“

  23. Paul Singles UK sagt:

    When will the german public learn that it is not the nuke-arms issue which makes Israel and the US so aggressive.

    The hypertext is written by those circles in the US which have developed a strategy to destabilize all countries resisting the „new world order“: the bought revolutions (W.Tarpley) in north Africa destabilized these countries, the effort to reach the same in Syria is close to success, after that we will see so called civil rights- protests in Iran (and Pakistan, where it will be „necessary“ to get out the nukes..), after that the turn is on Russia and China.

    No war needed, just some human rights rhetoric, a lot of pious money (cf Qatar and some rich guys in Saudi Arabia and Lebanon) and good facebook or twitter exchanges and some 500-1000 paid soldiers who take care of action for some professional civil war-pics with bad massacres like the one in Hula. Just to bad that israeli weapons were found in the environment. Used by Salafist special missionaries. Strange.

    At last I am quite happy that mainstream german media like SPIEGEL now wake up. There is still hope that Europe does no longer follow the wargamers in Washington (Langeley) and other places.

  24. Noch ein interessanter Aspekt: Nachdem es jetzt im SPIEGEL steht, ist es keine Volksverhetzung mehr und man kann nicht mehr dafür bestraft werden, wenn man das öffentlich sagt.

    Das ist heute bei uns in der Bunten Republik mit dem SPIEGEL anscheinend so ähnlich, wie mit der Prawda damals, in der roten.

    Vielleicht wird er ja auch nur noch deswegen in seinen verbliebenen Restgrößen gelesen, damit man als Bunter Bürger weiß, was man in Dschland straflos sagen darf und was nicht.

  25. xabar sagt:

    Die israelischen Atomwaffen, an denen der Apartheidsstaat seit Ende der fünfziger Jahre gebastelt hat, sind ursprünglich nicht gegen den Iran gerichtet gewesen, was JE auch nicht behauptet hat.

    Sie sind gegen die arabischen Staaten gerichtet gewesen, also gegen Ägypten, Syrien oder den Libanon – Staaten, die Israel bei mehreren Gelegenheiten – so 1956, 1967 oder 1982 – überfallen und mit Tod und Zerstörung überzogen hat.Aber auch Gaza muss man hier erwähnen, denn vor dem Gaza-Überfall Israels im Dezember 2008 drohte der israelische Außenminister Lieberman der Enklave mit dem Einsatz israelischer Atomwaffen.

    Der Iran war lange Zeit, und zwar bis zur Islamischen Volksrevolution ein Verbündeter Israels und der USA, denn der iranische Diktator, Schah Reza Pahlevi, war der Statthalter amerikanischer Ölinteressen und ein Garant des zionistischen Regimes in Tel Aviv.

    Nach der Revolution von 1979, als die Diktatur abgeschafft und das iranische Öl verstaatlicht wurde, änderte sich auch die Haltung gegenüber dem Apartheidsstaat. Heute ist der Iran neben Syrien, der Hisbollah und der Hamas in Gaza einer der Staaten, die den palästinensischen Widerstand gegen die völkerrechtswidrige Besatzung palästinensischer Gebiete aktiv unterstützt, was den Iran zur Zielscheibe israelischer Bedrohungen, auch der nuklearen Bedrohung, gemacht hat.

    Israel bezeichnet all jene als seine Feinde und als ‚ Bedrohungen‘, die sein Besatzungsregime, seine Siedlungspolitik und seine Gaza-Blockade ablehnen, also all jene Staaten, die sich dem internationalen Recht und humanitären Erwägungen verpflichtet fühlen.

  26. Alberto sagt:

    hollande ist auch nur so ein instrumnt der amerikaner und der imperialisten. wer wußte es nicht von anfang an ? ein traumtänzer, wer es nicht wußte !

  27. chicano sagt:

    @ xabar

    „Nach der Revolution von 1979, als die Diktatur abgeschafft und das iranische Öl verstaatlicht wurde, änderte sich auch die Haltung gegenüber dem Apartheidsstaat. Heute ist der Iran neben Syrien, der Hisbollah und der Hamas in Gaza einer der Staaten, die den palästinensischen Widerstand gegen die völkerrechtswidrige Besatzung palästinensischer Gebiete aktiv unterstützt, was den Iran zur Zielscheibe israelischer Bedrohungen, auch der nuklearen Bedrohung, gemacht hat.“

    einen scheiss unterstützen diese länder, jedenfalls nicht die palästienenser.

    für all diese von ihnen aufgezählten staaten ist palästina nichts als ein faustpfand ist und eine minifront gegen den großen feind israel.

    bei allem unrecht das israel den palästinensern angetan hat und noch immer antut, hat TROTZDEM jedes jüdische krankenhaus mehr für für die menschen getan als all die staaten zusammen.

    niemand fühlt mit den palästienensern mit, außer die palästinenser selbst wie es scheint.

  28. xabar sagt:

    Warum soll ‚jedes jüdische Krankenhaus mehr für die Menschen getan haben als all die Staaten zusammen‘?

    Ihnen scheint zu entgehen, dass es Staaten und Organisationen gibt, die tatsächlich einiges für die Palästinenser getan haben und tun, darunter der Iran und Syrien, darunter viele Nichtregierungsorganisationen.

    Nehmen wie nur das Beispiel Syrien:

    Syrien hat seit der Vertreibung der Palästinenser 1948 Hunderttausende Flüchtlinge bei sich beherbergt, so wie das Land auch sehr viele irakische Flüchtlinge aufgenommen hat. Ist das nichts? Sie haben dort sogar das Recht zu arbeiten.

    Sie vergessen, dass auch der Libanon Zehntausende palästinensische Flüchtlinge aufgenommen hat, wenn auch nur in Flüchtlingscamps, aber immerhin hat man sie nicht abgewiesen. Heute leben viele dieser Menschen in der zweiten und dritten Generation in Beirut oder im Süden des Libanon.

    Was die jüdischen Krankenhäuser, die sie besonders hervorheben, betrifft, so ist es für Menschen aus Gaza oder der West Bank allerdings nicht leicht, in ein solches Krankenhaus aufgenommen zu werden. Ich erinnere mich an den Fall einer schwangeren Palästinenserin vor zwei oder drei Jahren, die an einem israelischen Checkpoint auf die Erlaubnis wartete, in ein israelisches Krankenhaus aufgenommen zu werden. Die Erlaubnis wurde ihr verwehrt und sie starb mit ihrem Kind an dem Checkpoint, wo sie stundenlang aufgehalten worden war.

    Wenn Menschen aus Gaza schwer krank werden und im Städtischen Krankenhaus von Gaza, wo es wegen der Blockade an allem fehlt, nicht mehr behandelt werden können, beantragen sie oft, in Israel behandelt zu werden. Sie müssen dann aber oft unterschreiben, dass sie für den israelischen Geheimdienst Shin Bet Spitzeldienste leisten und tun sie dies nicht, weist man sie ab.

    Es ist also nicht so einfach für Palästinenser in den Genuss eines jüdischen Krankenhauses zu kommen. Der Rassismus steht im Weg.

  29. chicano sagt:

    „Es ist also nicht so einfach für Palästinenser in den Genuss eines jüdischen Krankenhauses zu kommen. Der Rassismus steht im Weg.“

    welcher rassismus xabar?
    der der israelischen ärzte? sicher nicht.

    also sollen jetzt die juden in israel leiden, weil sie geiseln einer regierung sind? warum dann nicht deutschland auslöschen, es war schließlich am krieg gegen die jugoslawische heimat beteiligt?!

    wir können die fehler und verbrechen immer wieder neu aufzählen. sie werden doch überall kritisiert und verachtet.

    wir werden dies aber nicht ändern, indem wir israel z.b. das existenzrecht absprechen oder wie sie im andern thread erklären, dass der mufti aus ner mottenkiste gezogen wird, während die sich auch auf ereignisse beziehen, die ebenso lange zurückliegen.

    worum gehts? um recht haben? niemand wird abstreiten, dass das verbrechen sind an den palästinensern. aber frieden für BEIDE wird man nur durch einen kompromiss erreichen können.

  30. xabar sagt:

    Warum werden kranke und notleidende Palästinenser, die eine Behandlung in einem israelischen Krankenhaus oft nur dann behandelt, wenn sie sich bereit erklären, Spitzeldienste zu leisten? Weil das Teil der täglichen Schikanen ist, weil der Staat Israel und seine Repräsentanten (natürlich nicht die Ärzte!) so mit Ihnen umgehen. Er tut dies durch die erniedrigenden Behandlungen an den Checkpoints auf der Westbank, von denen ich sprach, er tut dies durch Häuserabrisse, er tut dies durch tägliche Angriffe auf Gaza, er tut dies, in dem er für die arabische Bevölkerung Israels (20% der Bevölkerung) erniedrigende Gesetze erlässt.

    All dies ist Teil eines Systems, eines Apartheidssystems wie das im damaligen Südafrika.

    Und dieses System muss abgeschafft werden, damit es zu einer friedlichen Lösung kommt.

    Selbst ehemalige israelische Soldaten berichten über diese täglichen Schikanen, wenn sie auf der Seite

    breakingthesilence.org.

    über ihren Alltag auf der West Bank berichten. Sie schildern dort, was sie mit den palästinensischen Familien gemacht haben, deren Häuser sie abreißen mussten und verurteilen dies.

    Hier zeigt sich, dass nicht alle Israelis das System mittragen, dass es Anstand gibt, Reue gibt, Menschenlichkeit gibt.

    Aber in den zionistisch beherrschten Medien und im Apparat selbst finden sich solche Stimmen nicht.

    Es gilt, dieses System abzuschaffen und einen einheitlichen Staat zu schaffen, in dem Israelis und Palästinenser friedlich und gleichberechtigt zusammenleben können, in dem jeder ein würdiges Leben führen kann.

    Das Problem sind nicht ‚die Juden‘, sondern der Zionismus, eine Form des Rassismus und ein Staat, der diesen Rassismus zur Staatsräson gemacht hat.

  31. chicano sagt:

    @ xabar

    stimme ich ihnen zu, dass das system der zerstückelung und checkpoints usw. rückgängig gemacht werden muss, damit ein palästinensischer staat überhaupt entstehen kann.würde also alles unterschreiben, was sie da von sich geben. aber am ende offenbaren sie sich und ihre wahre intention:

    „Es gilt, dieses System abzuschaffen und einen einheitlichen Staat zu schaffen, in dem Israelis und Palästinenser friedlich und gleichberechtigt zusammenleben können, in dem jeder ein würdiges Leben führen kann.“

    heißt: es gilt einen staat abzuschaffen (nicht ein system!! irreführung, die man an diesem punkt nur heuchelei nennen kann. nennen sies doch beim namen wenigstens) und ruch einen neuen staat zu ersetzen, der, und das weiß jeder, mittelfristig ein palästinensischer sein wird.

    das ist entweder naivität eines 3jährigen, zynismus oder unverholener hass. kein normal funktionierender geist wird glauben, dass die juden auf mittelfristige sicht in ihrem einheitsstaat noch etwas zu lachen oder zu sagen hätten.

    wer den einheitsstaat fordert, der fordert den selbstmord der jüdischen kultur.

    sinnslos auf diese art diskutieren zu wollen.

  32. juergenelsaesser sagt:

    chicano: mir erscheint die debatte etwas abstrakt. ich bin ja, ganz pragmatisch, auch für die 2-staaten-lösung – man kann auf dauer nicht leute zum zusammenleben zwingen, die das nicht wollen. wie bei der ehe. ABER: Die israelische politik selbst favorisiert mittlerweile die einstaatenlösung, allerdings unter zionistischer hegemonie. deswegen ist der ur-pragmatismus von dir und mir, lieber chicano, mittlerweile auch unzeitgemäß, und es könnte paradoxer weise mittlerweile pragmatischer sein, sich auf den einheitsstaat einzurichten und daraus das beste – das demokratischste, toleranteste – zu machen. deswegen sind die schlachten, die beide seiten derzeit in den kommentarspalten dieses blogs schlagen, irgendwie gestrig…

  33. Peter sagt:

    Herr Elsässer die zwei Staaten gibt es doch längst!Einen in Gaza wo die Hamas der Opposition Freiflüge von den höchsten Dächern der Stadt anbietet.Kostenlos habe ich mir sagen lassen,und einen in der WB do die Fatah das Sagen hat, das sind die gemäßigten die „belehren“ die Opposition und andere hinter verschlossenen Türen.Aber seine wir doch ehrlich die Plser.wollen doch gar keine eigenen Staat.Arafat hätte ein haben können im Camp David.Aber Arafat ist wohl zurückgeschreckt davor einen Staat zu führen,vor der Verantwortung,denn dann hätte er nämlich für alles gerade stehen müssen und das wollte er nicht.Lieber alles platzten lassen und für alles die Zionisten verantwortlich machen und für die Leute kommt die UNRWA auf man kann den Flüchtlingsstatus sogar vererben,Wahnsinn!

  34. xabar sagt:

    @juergenelsaeser

    Selbst der jüdische Historiker Ilan Pappe, den Sie sicherlich kennen werden, setzt sich mitlerweile für die Einstaatenlösung ein, weil infolge der Besiedelung der West Bank (immerhin 500.000 Siedler) nur noch kleine Bantustans einen palästinensischen ‚Staat‘ abgeben könnten.

    Eine Einstaatenlösung wäre das Vernünftigste, was allerdings vorausgesetzt, dass der Zionismus in Israel von den Israelis selbst überwunden wird, denn er ist es, der das Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern unmöglich macht. Auch ein binationaler Staat wäre denkbar, wie Prof. Pappe schreibt.

    Man muss sich schon um Alternativen zum bestehenden System Gedanken machen, weil die Zweistaatenlösung praktisch tot ist.

  35. chicano sagt:

    @ xabar

    selbst ehemalige deutsche minister und aktive minister setzen sich für das aufgeben deutschlands ein. das soll ein schlagendes argument sein?

    jürgen

    „chicano: mir erscheint die debatte etwas abstrakt. ich bin ja, ganz pragmatisch, auch für die 2-staaten-lösung – man kann auf dauer nicht leute zum zusammenleben zwingen, die das nicht wollen. wie bei der ehe. ABER: Die israelische politik selbst favorisiert mittlerweile die einstaatenlösung, allerdings unter zionistischer hegemonie. deswegen ist der ur-pragmatismus von dir und mir, lieber chicano, mittlerweile auch unzeitgemäß, und es könnte paradoxer weise mittlerweile pragmatischer sein, sich auf den einheitsstaat einzurichten und daraus das beste – das demokratischste, toleranteste – zu machen. deswegen sind die schlachten, die beide seiten derzeit in den kommentarspalten dieses blogs schlagen, irgendwie gestrig…“

    das ist ein aspekt, den ich nachvollziehe. wenn beide seiten sich darauf einigen, wunderbar. gut das du dich mal eimschaltest und etwas die heiße luft rausnimmst bzw. in eine andere richtung lenkst das ganze.

    ich würde mich für beide seiten freuen, wenn sie zusammenkommen würden und es hinbekomme in frieden etwas „neues“ entstehen zu lassen.

    mir ging es darum, dass das nie etwas werden kann, wenn dabei auf zwang gesetzt wird und das siehst du ja genauso.

    palästinenser und juden, hand in hand in israel, gemeinsam eine neue zukunft aufbauend, dass wäre wunderbar. gegenseitiger respekt und vergebung der vergangenheit sind dafür notwendig auf beiden seiten.

    beide seiten hätten dabei also sehr, sehr viel zu lernen vorher, müssten einiges aufgeben….könnten gar vorbild für die welt werden. und nichts andere meine auch ich die ganze zeit.

    möglich ist es alle male, wenn beide es wollen in der mehrzahl.

    wenn da aber mit hass und zwang unmögliches gefordert wird….dann wird diese option, die du hier einbringst, die definitiv das höchste wäre….unmöglich.

    gefällt mir sehr, wie du das angehst!

  36. Dirk Heinen sagt:

    Gar nicht lang her, da hab ich den Spiegel für investigativ gehalten … Naja, man entwickelt sich weiter. „Hut ab“ vor Compact jedenfalls!
    Zur Situation im nahen Osten: Ich denke, eine Einstaatlösung ist auf demokratischer Basis undenkbar. Bei der demographischen Situation der beiden Völker hätten dann ja bald die Palästinenser das sagen. Nicht zu erwarten. Für eine friedliche Zweistaatenlösung muss das Regime weg. Ich bin überzeugt, dass die große Mehrheit der israelischen Bürger großartig und willig und fähig zum Frieden sind.

  37. chicano sagt:

    kann dirk heinen nur vollstens zustimmen!

  38. Dazu noch ein ergänzender Beitrag über die geheuchelte Empörung der rotgrünen Opposition.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/06/06/spd-grune-und-linke-von-kollektiver-amnesie-befallen/

  39. xabar sagt:

    Warum ist die antizionistische Einstaatenlösung die vernünftigste Lösung für das Nahostproblem?

    Ich möchte folgende Argumente ins Feld führen und würde darum bitten, darauf sachlich und unpolemisch zu antworten:

    1. Über Jahrhunderte hinweg haben Juden und Araber im Mittleren Osten friedlich zusammen gelebt. Als Palästina zum Osmanischen Reich gehörte und einen autonomen Status besaß, funktionierte das Leben in den arabischen Dörfern und Städten zwischen Christen, Juden und Muslimen völlig normal. Die Palästinenserin Ghada Kharmi schildert dieses Zusammenleben in ihrer Biografie.

    Die historischen Erfahrungen, auch in anderen Ländern, zeigen, dass Juden und Nichtjuden friedlich in einem Staat zusammenleben können.

    2. Auch in Südafrika zur Zeit des weißrassistischen Apartheidregimes, als die schwarze Bevölkerung in kleinen Bantustans zusammengepfercht wurde und Passgesetzen unterlag, warnte die weiße Minderheit davor, ja nicht das System abzuschaffen, weil sonst die weiße Kultur von den Schwarzen ‚ausgelöscht‘ werden würde. Das Gegenteil ist nach Abschaffung der Apartheid und des Rassismus eingetreten. Die Rechte der weißen Minderheit sind im ganzen Land gewahrt worden, z. B. auch das Recht auf Landbesitz.

    3. Das Beispiel vieler Länder zeigt, dass gleichstarke Bevölkerungsteile friedlich in einem Staatenverband zusammenleben können, ohne dass es zu größeren Problemen kommt wie in Belgien (Flamen und Wallonen), wie in derr ehemaligen CSSR (Tschechen und Slowaken) wie im ehemaligen Jugoslawien unter Marschall Tito wie in verschiedenen anderen Ländern.

    4. Das entscheidende ist, dass eine Versöhnung zwischen Palästinensern und Juden stattfindet so ähnlich wie dies in Südafrika der Fall war. Beide Gruppen haben unverzichtbare Rechte, die Palästinenser wie die jüdischen Einwanderer, die niemand vertreiben will. In einer einheitlichen Regierung unter Wahrung dieser Rechte könnte das Zusammenleben in einem demokratischen Staat, in dem niemand diskriminiert und benachteiligt werden dürfte wieder so funktionieren, wie dies jahrhundertelang, ja jahrtausendelang der Fall war.

    5. Das entscheidende Hindernis ist der Zionismus, eine Spielart des Rassismus. Dieser Zionismus und das Regime in Tel Aviv, das sich diesem System verpflichtet fühlt und es im Alltag praktiziert, muss abgeschafft werden. Dies ist die Grundvoraussetzung für eine friedliche Lösung.

  40. Monika H. sagt:

    @JE
    “ man kann auf dauer nicht leute zum zusammenleben zwingen, die das nicht wollen. wie bei der ehe.“

    Der Vergleich hinkt, denn die erzwungene Ehe funktioniert im Islam ja recht gut [Sarkasmus Ende]

    @Israel
    Rein politisch wird man nicht viel ausrichten können, weder mit einer 1-, noch mit einer 2-Staaten-Lösung. Rabin war knapp davor, dann war er tot.

    Das ist ein Krieg der drei Welt-Religionen, der seit Jahrhunderten währt. ‚Worüber im Westen diskutiert wird, sind Symptome – nicht die Ursache.

    „Das betrifft besonders die Geografie: alle drei sind sich einig, dass der apokalyptische Endkampf im Nahen Osten, speziell im Heiligen Land stattfinden wird. Darum kann keiner dort einen Fußbreit Boden aufgeben.
    […]
    Diese Geistesart existiert, sie steht Europa fern, daher neigen wir zu ihrer Unterschätzung, aber sie kommt uns näher; sie lässt mit sich nicht reden, und das Furchtbare an ihr ist, dass die Todfeinde zusammenpassen wie Schlüssel und Schloss an der Tür zum Abgrund.“

    Qu:http://tinyurl.com/bufyxot

    Den Juden wurde dazumal von England als Judenstaat ein Teil Uruguays angeboten, das sie – selbst zum Erstaunen von Herzl – ablehnten. Es musste Palästina sein, um jeden Preis. Wie hoch dieser Preis bis heute war und ist, wissen wir. Darum kann man die Situation mit Südafrika nicht vergleichen. Das ist eine ganz andere Baustelle.

    Frieden wird es erst geben, wenn sich alle Religionen vereinen. Das übrigens ist das Ziel der NWO. Traurig, wenn wir dazu wirklich erst eine „Apokalypse“ brauchen.

  41. juergenelsaesser sagt:

    Monika H: Danke für den Buchtipp! Hört sich spannend an.

  42. Monika H. sagt:

    PS: Ich glaube nicht, dass der Artikel vom Spiegel nur Quotenmacherei ist – dazu hätten die bestimmt Brisanteres in den Schubladen.

    Es sieht absolut nicht nach Zufall aus, dass dieser Artikel kommt, gleich nachdem Gauck mit seiner bedeutenden Botschaft in Israel war und kurz zuvor vom Spiegel in sein Amt gehievt wurde.

    Das ist Strategie, kein Erwachen der Medien, wie Paul UK meint.

  43. chicano sagt:

    @ monika

    fast 100%ige zustimmung aber eben nur fast. der entscheidende punkt findet keine berücksichtung in ihrer sonst trefflichen analyse:

    „Frieden wird es erst geben, wenn sich alle Religionen vereinen. Das übrigens ist das Ziel der NWO. Traurig, wenn wir dazu wirklich erst eine “Apokalypse” brauchen.“

    frieden ist etwas aktives. er muss aus dem herzen kommen, um dauerhaft zu sein. er hat vor allem mit gegenseitigem verständnis und toleranz zu tun.

    es wird ihn also erst geben, wenn keine religion einen anspruch darauf erhebt, dass IRGEND JEMAND diese relogion azunehmen hat. jeder frei-willig seine religion annehmen, ablegen und auch wieder annehmen kann, wie und wann immer er es will und zwar ohne den GERINGSTEN nachteil dadurch zu haben.

    wenn die menschen das nicht hinbekommen, warum auch immer, dann wird es zum erzwungenen frieden kommen, durch einheitsreligion der nwo oder durch sonst wen. ebenso wie auch die völker unter eiserner knute vereint werden, weil sie es aus humanen, ganz normal menschlichen gründen, wie mitgefühl und solidarität nicht hinbekommen.

    es scheint eine evolutionäre forderung an unsere gattung zu sein in frieden zusammenzukommen oder, wenn wir das nicht wollen, dann eben in gefangenschaft.

  44. xabar sagt:

    @Monika H.

    Mit der Balfour-Declaration von 1917 wurde Palästina als ‚homeland‘ den Juden anheimgegeben, obwohl es besiedelt war.

    Die spätere Mandats-oder Kolonialmacht in Palästina, Großbritannien, hat dann in enger Zusammenarbeit mit dem Zionistischen Weltkongress die Einwanderung nach Palästina gefördert und hat schon 1936 an der Seite der Zionisten den großen Aufstand der einheimischen Bevölkerung gegen die Besiedlung mit aller Härte niedergeschlagen.Die Idee: Die koloniale Präsenz im Nahen Osten durch das Siedlerprojekt zu untermauern, so ähnlich wie man es in Nord Irland und in afrikanischen Staaten gemacht hatte. 1947 zog sich Großbritannien aus Palästina zurück, nachdem zionistische Milizen das King-David-Hotel, der Sitz der Besatzungsmacht Englands, in die Luft gesprengt hatten, mit fast einhundert Toten, darunter zahlreichen Juden.

    Dass England Uruguay bevorzugt hat, ist mir nicht bekannt. Bekannt ist mir nur, dass Uganda um die Jahrhundertwende als Einwanderungsland auf den Kongressen der Zionisten diskutiert wurde – ein Projekt, das zwar von Theodor Herzl, dem Gründer des Zionismus, bevorzugt wurde, aber keine Mehrheit erhielt.

  45. Monika H. sagt:

    @chicano

    Sie sagen es – ich wollte mich halbwegs kurz fassen. Danke für die Ergänzung!

    @xabar
    Entschuldigen Sie bitte, natürlich Uganda – wo war ich heute nur mit meinen Gedanken! Allerdings darf ich Sie zurück korrigieren, denn Herzl war nicht der Gründer des Zionismus bzw. nur des politischen. Den ursprünglichen Gedanken zum Zionismus finden Sie bereits ca. 70 n. Chr. und noch früher begründet.

  46. xabar hat @ Juni 7, 2012 um 17:38 geschrieben
    1947 zog sich Großbritannien aus Palästina zurück, nachdem zionistische Milizen das King-David-Hotel, der Sitz der Besatzungsmacht Englands, in die Luft gesprengt hatten, mit fast einhundert Toten, darunter zahlreichen Juden.

    Das war glaube ich Menachem Begin mit seiner Irgun. 1952 wollte er wohl auch einen Bombenanschlag gegen Konrad Adenauer durchführen lassen.

    Später wurde er Ministerpräsident und Außenminister.

    In den 80ern gab’s dann die Quittung dafür (und für anderes, er soll z.B. auch im Libanon für Massaker verantwortlich sein) in Gestalt von Depressionen und er mußte sich aus der Politik zurückziehen.

    Hat er eigentlich den Friedensnobelpreis dafür bekommen?

  47. xabar sagt:

    @Joachim Bullinger

    Begin, der als Irgun-Chef verantwortlich war für die Sprengung des King-David-Hotel, dem Sitz der britischen Mandatsmacht, hat dann als israelischer Ministerpräsident 1982 den Einmarsch in den Libanon befohlen. Er erhielt den ‚Friedens’nobelpreis für das Abkommen, das er in Camp David mit dem ägyptischen Präsidenten Sadat schloss, wonach Israel den 1967 eroberten Sinai wieder an Ägypten zurückgeben musste. Ägypten verpflichtete sich in dem Abkommen, aus der Allianz gegen Israel auszuscheren und Israel ägyptisches Gas zu Vorzugspreisen zu liefern.

    Der Dichter Erich Fried hat Begin wie Albert Einstein schon als Terroristen bezeichnet. Der in London lebende Fried schrieb ein Gedicht über Israel:

    Höre, Israel

    Als wir verfolgt wurden,
    war ich einer von euch.
    Wie kann ich das bleiben,
    wenn ihr Verfolger werdet?

    Eure Sehnsucht war,
    wie die anderen Völker zu werden,
    die euch mordeten.
    Nun seid ihr geworden wie sie…

    Der Eindruck der nackten Füße
    im Wüstensand,
    überdauert die Spur
    eurer Bomben und Panzer.

  48. xabar hat am Juni 8, 2012 um 17:20 Erich Fried zitiert:

    Eure Sehnsucht war,
    wie die anderen Völker zu werden,
    die euch mordeten.
    Nun seid ihr geworden wie sie

    Das ist das Problem des (negativen) Kampfes gegen (!) etwas. Wir werden dann zu dem, was wir bekämpfen.

  49. xabar sagt:

    @Joachim

    Hier noch die beiden Strophen von dem Fried-Gedicht, die ich dir unterschlagen habe:

    Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
    ‚Zieht eure Schuhe aus!‘
    Wie den Sündenbock habt ihr sie
    iin die Wüste getrieben..

    in die große Moschee des Todes,
    deren Sandalen Sand sind,
    doch sie nahmen die Sünde nicht an,
    die ihr ihnen auferlegen wolltet.

    In Bezug auf die Sünde, fällt mir der Spruch der Kriegsverbrecherin Zipi Livni ein, die maßgeblich an Israels Krieg gegen Gaza 2008/9 als damalige Außenministerin beteiligt war, als sie in Bezug auf den Goldstone-Bericht, der von dem jüdischen Richter Goldstone, ein Freund Israels, mitverfasst wurde und Israels Verbrechen auflistet:

    „Dieser Bericht ist in Sünde geschrieben!“
    (Zitiert nach Norman G. Finkelstein, ‚This Time We Went Too Far‘).

    Es ist die alte zionistische Strategie, die man auch als ’shooting & crying‘ bezeichnet: Sie morden und fühlen sich moralisch im Recht und die anderen sind die Sünder.

  50. xabar hat @ Juni 9, 2012 um 13:20 geschrieben

    doch sie nahmen die Sünde nicht an,
    die ihr ihnen auferlegen wolltet.

    So, darum geht’s. Die Zuweisung von Sünde ist das zentrale Konzept im Denksystem von Ego, aus dem sich alles (!) Unheil ableiten läßt.

    Und der zerstörerische und grausame Vulkangott Jahwe ist nichts anderes als eine Projektion dieser spezifischen Ego-Struktur auf Gott.

    So kann man dann – im Zirkelschluß – die eigenen Untaten mit dem Willen Gottes rechtfertigen und legitimieren.

    Die Sünde nicht anzunehmen, die man uns auferlegen will, ist die einzig wirksame Strategie dagegen.

    Deshalb wird diese Strategie in der BRD strafrechtlich verfolgt – könnte man versucht sein zu meinen, wenn man nicht wüßte, daß es sich bei der BRD um einen Rechtsstaat handelt. 😉

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v.i.S.d.P. und Jugendschutzbeauftragter gemäß § 7 JMStV dieser Site: Jürgen Elsässer, c/o COMPACT-Magazin, Am Zernsee 9, 14542 Werder (elsaesser@compact-magazin.com)
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