Antisemiten – Israel 2:0

Wehret den Anfängen! Ob diese Leistung ausreicht, um bei der EM über die Vorrunde zu kommen?

Das musste ja so kommen. Wo der Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaftwurzelt, wurde wieder einmal zum „Sieg“ über Israel geblasen. Warum nicht gleich „Sieg Heil“? Beim 2:0 gestern in Leipzig war besonders entwürdigend, dass die deutsche National(!)elf der jüdischen Mannschaft keinen Gegentreffer gestattete. Wo bleibt die Wiedergutmachung? Und: Gehört die Verteidigung des israelischen Strafraums nicht mehr zur „deutschen Staatsräson“ (Angela Merkel)? Wenn man „Spielführer“ (Führer!!!!) Phillip Lahm und andere teutonische Knochenbrecher sieht, kommt einem unwilkkürlich Paul Celans Gedicht in en Sinn: „Der Tod ist ein Meister aus München“.

Einen Tag, nachdem Bundespräsident Gauck in Jad Vashem der Opfer des Holocaust gedachte, wurde vor dem Anstoß die alte Nazi-Hymne „Deutschland über alles“ gespielt – die gesungene dritte Strophe diente nur der Tarnung. Was dann folgte, war zwar kein „Blitzkrieg“, aber die entfesselten Medien schwärmten vom „Bayern-Block“ und „Granaten“, die auf das israelische Tor abgefeuert wurden. Mit Blick auf die EM sprach Trainer Jogi Löw den geschmacklosen Satz: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem der Titel kroch!“

25 Kommentare zu „Antisemiten – Israel 2:0

  1. Keine Sorge! Der Kicker meldet: „Einen Tag nach dem 2:0 im Testspiel gegen Israel (…) hat eine Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau den Opfern des deutschen Terrors während des Nazi-Regimes gedacht. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball legten an der Gedenkstätte einen Kranz nieder.“

  2. Die gegnerische Mannschaft hat sich bewußt und absichtlich Schlagen lassen, da sie ehrfürchtig dachte, daß der Bundestrainer seinen Namen nach Genesis 49,9, dem hebr. Gur Aryeh trägt. Da sollten wir uns nix einbilden und im Rampenlicht stehen wollen. (oh je Rampe, Autobahn, etc.)

  3. Ausgerechnet zum Länderspiel gegen Israel und der EM in Polen muss ja unbedingt wieder an die alten Geschichten vor 1945 erinnert werden. Wie soll man die Geschichte hinter sich lassen, wenn immer und immer wieder der Schnee von gestern erneut aufwirbelt wird. Irgendwann sollte doch mal schluß sein.

    Deutschland muss mal wieder an seine Kollektivschuld erinnert werden und das am besten auch in den nächsten 100 Jahren.

    Ich kann nur hoffen, dass Lukas Podolski und Miroslav Klose in den KZ auch an das Leid ihrer schlesischen Landsleute, welche von den Polen dort begangen wurden, mitgedenken.
    Außerdem würde mich interessieren, welche polnische Delegation jetzt zur EM in die KZs reist, um an das Leid der unschuldigen deutschen, jüdischen und ukrainischen Opfer durch die Polen nach Kriegsende zu gedenken.
    Aber gut, man kann von den Polen nicht erwarten, dass sie sich auf diesselbe Art und Weise immer wieder ins Hemd wegen ihrer Geschichte machen sollen, wie es nun mal bei den Deutschen der Fall ist. Immerhin sind die polnischen Medien ,was das Leid gegenüber anderen Völkern nach dem Krieg angeht, in den letzten Jahren offener und ehrlicher damit umgegangen, als die deutschen Medien. Da sollte sich mal ein linker Deutscher, der weiterhin auf sein eigenes Land spuckt, seine Gedanken machen. Das zeigt übrigens, dass viele Polen an diesem Punkt viel gescheiter und intelligenter eingestellt sind, wie es bei den meisten Deutschen der Fall ist.

  4. Indessen können wir beruhigt sein, was das Räsonieren anbetrifft. Ein Besuch im Vernichtungslager Auschwitz ist angekündigt: http://www.wz-newsline.de/home/sport/fussball/em/die-em-und-auschwitz-spieler-sollen-diesen-ort-sehen-1.1000973.
    Wann und wo eine Gedenkstätte für den Holodomor besucht wird – z.B. in Kiew – , davon habe ich noch keine Kenntnis. Ich bin aber sicher, das. Denn daran kommt man in der Ukraine doch nun wirklich nicht vorbei.

  5. Satire off:
    Da es „nur“ ein Freundschafts- (Trainings-)spiel war, und man kurz vor dem EM Start ist, muss vor unnötigen Verletzungen gewarnt werden. Ausserdem geht´s um garnix bei einem
    Freundschaftspiel, daher kein Ansporn, keine Motivation alle Kraftreserven zu ver-spielen.

    Also mein Fazit: Gegen Portugal geht´s volle Power ran, mit 200% .

  6. Auch ich bin der Meinung, dass das Nichtgewinnenlassen der israelischen Mannschaft ein klarer Hinweis auf einen latenten Antisemtismus unserer Mannschaft ist, der entschieden von unserer Bundeskanzlerin, die immerhin dieses Gewinnenlassen zugunsten Israels vor der Knesset zur ‚Staatsräson‘ erklärt hat, hätte verurteilt werden müssen.

    Dass sie dies nicht tat, zeugt fast schon von Holocaustleugnerei.

    Frau Merkel sollte eine Vorladung beim israelischen Botschafter erhalten oder zum Zentralrat der Juden bestellt werden, um Rede und Antwort für ihr völlig untragbares Verhalten zu stehen.

    Außerdem hat sie gegen das 11. Gebot, ‚Israel darf alles‘, verstoßen, das man auch in ‚Israel darf immer gegen Deuschland gewinnen,‘ uminterpretieren kann.

  7. wirklich erschreckend war nur, dass im stadion naziaffen „sieg heil“ brüllten und den hitlergruß voller inbrunst zeigten… fremdschämen ganz groß

  8. Nach dem Spiel gegen die Schweiz konnte man noch sagen, daß ja nur die 2.Garnitur spielte. Nach dem Sieg gegen Israel kann man sagen, daß es ja noch dazu gereicht hat.
    Ich nehme an, im Viertelfinale wird das AUS kommen.

    Mit freundlichen Grüßen

  9. @ Saito
    „Ich nehme an, im Viertelfinale wird das AUS kommen.“
    Mag sein. Möge die beste und sportlichste Mannschaft siegen. Indes – richtig oder falsch, mein Land: Ich wünsche der Deutschen Mannschaft den Turniersieg (und, nachdem wir ausgeschieden sein sollten, der sportlichsten und fairsten Truppe).

  10. Ohne miesepetrig zu sein:
    Ich bitte um ein wenig wertschätzenden Umgang mit patriotischen Devotionalien (z.B. Spiegelkappen mit der deutschen Trikolore). Mich erschauderts, wenn ich die Wimpelchen, Fähnlein, Läppchen oder sonstwas im Straßendreck oder Notdurftgebüsch herumliegen sehe.
    Es muß ja nicht unbedingt sein, daß man wie ein Fähnrich sein Leben gibt, damit die Fahne nicht in den Sumpf sinkt und sie noch zerschossen mit verrinnendem Lebenssaft hochhalten. Aber einen wohlstandsbürgerlichen Versuch sollten die Farben Schwarz-Rot-Gold wert sein.

  11. @Mike F. Juni 01.2012. 16:38

    Erinnerung an deutsche Kollektivschuld nicht nur in den nächsten 100 Jahren!!
    Michel Friedman weiß das besser, ersagte laut „Rheinischen Merkur“ vom 16.11.1985: „Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff, da den Deutschen als Erben des judenmordenden Staates gar nichts anderes zukomme, als die historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer“.

    Eine dazu passende Meinung im „SPIEGEL“ 42/90, Seite 188 von
    R. Augstein: „“Es dürfen sich nicht dieselben Leute, die uns und denen, die nach uns kommen, die Erinnerung an Auschwitz für immer ins Gedächtnis brennen wollen, den Palästinensern gegenüber als Herrenmenschen
    aufführen“

  12. rubo hat @ Juni 2, 2012 um 12:20 geschrieben

    Michel Friedman weiß das besser, ersagte laut “Rheinischen Merkur” vom 16.11.1985: „Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff, da den Deutschen als Erben des judenmordenden Staates gar nichts anderes zukomme, als die historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer“.

    Michel Friedman sagt das imho, weil er keine Versöhnung will, die auf der Grundlage reziproker Anerkennung und Verstehen eine Einheit erzeugt, die zuvor zerbrochen oder nicht existent war.

    Er will – wie ich meine und wo ich mich hoffentlich irre – nicht einmal eine Vermittlung, sondern immer nur einseitige Unterwerfung, Verehrung, Hingabe und die Akzeptanz der „immerwährenden“ (Merkel) Deutschen Schuld als moderne „Erbsünde“, die aufgrund ihrer unendlichen Größe den Gläubiger berechtigt, jederzeit Beliebiges von den Deutschen zu fordern und zu erhalten.

  13. Antisemiten – Israel 2:0 ist schon allein deswegen nicht akzeptabel, weil das allein politisch korrekte Ergebnis 6.000.000 : 0 für Israel hätte lauten müssen und alles andere die Zahlen in Frage stellt, welche sogar die Justiz der Bunten Republik tatbestandlich voraussetzt.

    /Satire, kleiner Hinweis für die mitlesenden Staatsanwälte und Berufsdenunzianten.

  14. Moses-Mendelssohn-Medaille
    Friede Springer für ihre Verdienste um deutsch-jüdische Beziehungen geehrt
    Laudator Henryk M. Broder: „Liebe Friede Springer, bleiben Sie, wie Sie sind. Wir brauchen Sie!“
    http://www.bild.de/politik/inland/friede-springer/mendelssohn-medaille-fuer-friede-springer-24440104.bild.html

    Nach dem Völkermord an den Juden im ‚Dritten Reich’ grenze es „an ein Wunder, dass Juden und Nichtjuden hierzulande wieder ins Gespräch gekommen sind“.

    Tja, BILD sprach zuerst mit den Toten.

    Oder so ähnlich oder ganz anders…

  15. Ich wünsche mir ein unverkrampftes Verhältnis zwischen Israelis, deutschen Juden und nichtjüdischen Mitbürgern. Immer diese Polarisierungen. Wir sind alle gemischt, leben in einer Welt. Haben alle eine Existenzberechtigung und Anspruch auf gegenseitige Achtung.

  16. @Claudia Wädlich

    Sie schreiben: ‚Immer diese Polarisierungen‘.

    Einige Polarisierungen werden künstlich in die Bevölkerung durch die Medien hineingetragen: Deutsche gegen Türken, Sozialhilfeempfänger gegen Menschen, die von der eigenen Arbeit leben, Sunniten gegen Schiiten usw.

    Durch solche Polarisierungen soll von den eigentlichen Verursachern von Problemen abgelenkt werden.

    Wenn ich aber Israels Apartheidspolitik verurteile oder die Apartheidspolitik der ehemaligen weißrassistischen südafrikanischen Regierung dann polarisiere ich zwar auch, aber gegen den Verursacher von Problemen, von Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen.

    Eine solche Kritik ist heute dringend erforderlich, denn sie entlarvt die eigentlich Verantwortlichen für bestimmte Probleme, und man kann nur richtig kämpfen, wenn man weiß, wogegen und gegen wen man kämpfen muss, um die Probleme an der Wurzel zu packen.

    Diese Verursacher aber, z.B. die Likud-Clique, die Israel heute regiert, verursacht durch falsche Polarisierungen der Kritik auszuweichen und sie zu delegitimisieren, wenn sie eine Kritik an ihrem Besatzungsregime als ‚antisemitisch‘ oder ‚antijüdisch‘ hinstellen.

    Immer mehr Juden kritisieren heute Israel und seine Verbrechen in Gaza und auf der West Bank, darunter namhafte jüdische Intellektuelle, aber auch in Israel selbst gibt es eine Protestbewegung gegen Zustände, die von der heutigen Regierung Israels mit zu verantworten sind, die Milliarden in Rüstungsprojekte,die IDF und die illegalen Siedlungen pumpt (Geld, das zu einem Teil aus den USA kommt) und immer mehr die sozialen Probleme, die es im Land selbst gibt (hohe, unerschwingliche Mieten und Wohnungsnot ua.) vernachlässigt.

    Neulich haben in Berlin jüdische und deutsche Studenten gemeinsame gegen die Kriegsdrohungen Israels gegen den Iran demonstriert, unverkrampft und spontan. So sollte es immer sein.

    Aber dann traten auch die Antisemtismus-Schreier auf:

    Die Demonstration wurde von zionistischen Gruppen gestört, von Leuten, denen dieses unverkrampfte Verhältnis anscheinend ein Dorn im Auge ist.

  17. @xabar: Super Beitrag, wie fast immer. Teile und herrsche, das ist wohl ein Rezept, das immer funktioniert. Wird die Menschheit nie klug?

  18. Apropos Autobahn:

    „Natürlich greifen wir die Holocaust-Thematik mit den Spielern auf“, hatte Bierhoff im März gesagt und ergänzt, es sei noch nicht entschieden, in welcher Form dies geschehen werde: „Es kann ein Kamingespräch sein oder ein Vortrag.“

    Das Benutzung des Wortes Kamingespräch, sagte Graumann nun am Sonntag in Hamburg, sei unerträglich vor dem Hintergrund, „dass in Auschwitz Menschen, zum Beispiel meine Großeltern, vergast, verbrannt und durch den Kamin gejagt wurden“

    (Die Welt v. 3.6.2012; zitiert bei http://www.steinbergrecherche.com/09zentralrat.htm#Kamingespraech )

  19. @ Gantenbein
    Ich dachte zunächst, das wäre Satire… Dann mußte ich lachen.
    Dann habe ich mit dem Kopf geschüttelt. Dann wieder gelacht.
    Ich denke, so werd ich’s weiter halten.

  20. @ Claudia Wädlich
    „Ich wünsche mir ein unverkrampftes Verhältnis zwischen Israelis, deutschen Juden und nichtjüdischen Mitbürgern. Immer diese Polarisierungen. Wir sind alle gemischt, leben in einer Welt. Haben alle eine Existenzberechtigung und Anspruch auf gegenseitige Achtung.“

    volle Zustimmung!

    @ xabar
    ebenfalls zugestimmt .

  21. @ Fischer | Freiweh Juni 4, 2012 um 16:07
    @ Gantenbein

    Es ist immer wieder und wieder das gleiche alte Spiel mit den Dummen und Naiven. Nämlich den Anderen mit (teilweise) aberwitzigen Konstruktionen, Rabulistik, Sophisterei und Eristik ins Unrecht setzen, Schuldbewußtsein herstellen (oder zumindest dessen Vortäuschung erzwingen), um dann seine Forderungen zu stellen und durchzukriegen.

    Ich wundere mich jedesmal aufs Neue, daß das immer noch funzt…

  22. Der Kommentator Saito ist ein Fußballexperte.

    Als ob nicht seit Menschengedenken jeder Kampagne der Nationalelf bei großen Turnieren derlei Prognosen vorausgegangen wären. Inzwischen ist die Auslastung der Spieler, die bei Spitzenvereinen unter Vertrag sind, so groß, daß in den letzten Vorbereitungsspielen vor einem großen Turnier niemand mehr seine gesunden Knochen aufs Spiel setzen will. Man braucht sich, neben den Spielen der DFB-Elf gegen die Schweiz und Israel, bloß die Vorbereitungsspiele der beiden hochkarätigen Gruppengegner Portugal und Niederlande anzuschauen.

    Viertelfinale – wie kommen Sie denn DARAUF ? Die Vorrundengruppe ist so stark besetzt, den Spielern der Mannschaften aus Deutschland, Portugal und den Niederlanden steckt eine Saison mit 60 Pflichtspielen in 3 Wettbewerben incl. Champions League in den Knochen. Nicht nur, daß keine der Mannschaften gegen ein vorzeitiges Ausscheiden gefeit ist; es wäre zudem sehr verwunderlich, wenn ein Team aus dieser Gruppe das Halbfinale erreichen würde. Das Schicksal der niederländischen Mannschaft bei der letzten EURO ist noch in reger Erinnerung. Die Holländer haben mit Bravour die damalige „Todesgruppe“ (mit Italien, Frankreich, Rumänien) überrollt, nur um dann gegen Rußland sang- und klanglos zu scheitern. Diejenigen Teams, in deren Reihen die meisten Teilnehmer des Champions League-K.O.-Phase stehen, haben die besten Aussichten, bei der EURO an die Grenzen ihrer Kraft zu stoßen. Diese oder entsprechende Schlüsse lehren zumindest alle Welt- und Europameisterschaften seit dem sog. Bosman-Urteil, in dessen Gefolge der bezahlte Fußball SEINE Globalisierung erlebte. Ausnahmen (Spanien) bestätigen die Regel.

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