Elsässer bei KenFM: Was will er, was will COMPACT…

… und wie war’s im Iran?

Zuerst Ken Jebsen bei der COMPACT-Veranstaltung, dann Elsässer im Internet-TV von KenFM – das ist sinnvolle Zusammenarbeit. Eigentlich sollte das Gespräch 45 Minuten gehen, schließlich dauerte es fast doppelt so lange. Ich habe selten einen Interviewer erlebt, der so perfekt vorbereitet war wie Ken. Er wußte, was ich früher dachte, er hatte parat, was ich heute denke. Er fragte scharf nach, aber er ließ mir auch Zeit zum Entwickeln meiner Gedanken. Ein großes Kompliment an Ken!

Wer einmal wissen will, „wie der Elsässer tickt“, der hat es hier alles gesammelt. Nch etwa 58 Minuten berichte ich auch über meine Iran-Reise.

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32 Kommentare zu „Elsässer bei KenFM: Was will er, was will COMPACT…

  1. Sie sind schon recht merkwürdig in Ihrer Auffassung, aber ich halte Sie nicht für verlogen, Herr Elsässer. Sie können sehr gut analysieren, ziehen jedoch oft falsche Schlüsse. Dabei spielt es keine Rolle, dass Sie grundsätzlich bereit sind sich selbst zu korrigieren. Mir kommt es so vor, als verzetteln Sie sich in der Korrektur noch mehr. Kommunist waren Sie wohl nie, was ich Ihnen auch nicht übel nehme. Ihnen fehlt die Vision um überhaupt Kommunist sein zu können.

  2. körnerpicker: wie helmut schmidt schon sagte: „haben sie visionen, müssen sie zum arzt…“

  3. Achso? Dann hatte Helmut Schmidt eben auch keine. „armer Mensch“! Ob da ein Arzt hilft, kann ich nicht sagen, bin schließlich kein Mediziner 😉 Übrigens, in den USA gab es mal Pläne Kommunisten von ihren „Leiden“ durch Lobotomie zu befreien, ob Helmut Schmidt plädierte?

  4. Erst einmal möchte ich Herrn Elsässer danken dafür, dass er in den Iran gegangen ist, um sich aus erster Hand zu informieren sowie dafür, dass er die Eindrücke, die er dort gesammelt hat, weiter vermittelt, um das hier entstandene Feindbild abzubauen.

    Der Abbau des Feindbildes Iran wird es für die Kriegstreiber schwerer machen, den schon geplanten Krieg gegen den Iran vom Zaun zu brechen. Der Iran braucht Deutschland, wie Deutschland den Iran braucht und ein Mitmachen bei einem Krieg gegen den Iran durch Deutschland würde deutschen Interessen, unseren Interessen sehr, sehr schaden.

    @Körnerpicker

    Wenn Sie davon sprechen, dass Herr Elsässer ‚falsche Schlüsse‘ zieht, müssen Sie dies belegen, statt dies nur einfach zu behaupten.

    Zum ‚Kommunist sein‘:

    Wenn Herr Elsässer sich gegen Ausbeutung und für Frieden ausspricht, steht er im linken Lager wie ich übrigens auch. Dann hat er insofern auch eine ‚Vision‘. Ohne Träume, ohne Utopien gibt es keinen Fortschritt.

    Außerdem gehört es gerade zum Wesen eines Kommunisten oder sagen wir Marxisten, sich ständig an den Fakten zu orientieren, statt an Dogmen. Wenn die Fakten die Änderung einer Meinung oder Position nahelegen, muss man dazu bereit sein, seine Meinung oder Position zu ändern, wie es mir selbst oft so ergangen ist.

    Das hat Karl Marx, aber auch sein großartiger Mitstreiter Friedrich Engels, auch so gehandhabt und das zeichnet gerade einen wahren Marxisten, im Unterschied zum einem Dogmatiker aus, sich an der Wirlichkeit, an dem Wandel in dieser Wirklichkeit zu orientieren und das eigene Denken daran zu orientieren, statt zu verlangen, dass sich die Wirklichkeit an meinen vorgefassten Meinungen orientiert.

  5. Naja, nun habe ich mir schon ein „kleines Tröpfchen“ eingegossen und bekanntlich sollte man da besser die Finger von der Tatatur lassen. Sei es drum: Was soll ich dem J.Elsässer nachweisen, wenn die (seine) Irrsicht kar auf der Hand liegt? Ich meine damit nicht, dass er generell im Irrtum ist. Immerhin führt er einen Diskurs und wenn er in Einem richtig liegt, dann das er ihn führt! Ich wünschte mehr Marxisten, bzw. Kommunisten würden sich dazu „herablassen“ mit ihn zu streiten. Es gäbe vielleicht sogar ein unverissenes Plätzchen im Compact-Magazin? Dann würde ich es kaufen! Schönen Feiertag noch!

  6. körnerpicker: Sie kaufen COMPACT nur, wenn ein Kommunist drin schreibt? Aber da hatten wir neben Klaus Höpcke doch schon Sjuganow, den Chef der KP Russland! Dann aber fix das Abo (abo.compact-magazin.com) ausgefüllt! Und kommen Sie jetzt nicht damit, dass das für Sie keine Kommunisten sind – ich kann Ihnen Ihre Leute nicht auch noch backen…

  7. Sehr gutes Interview!
    Authentisch, sachhaltig, informativ, analytisch und noch dazu unterhaltsam.

    Das muß man erst ‚mal hinbekommen, so’ne Mischung: eingängig, leicht und locker… und doch mit Tiefgang.

    Wie Musik von Mozart. Sehr schön.

  8. Gut auf den Punkt gebracht:

    Westen = Zerstreuung
    Iran / religiöse Gesellschaft = Konzentration.
    Dass man dann nach 5 Tagen einen „Hänger“ kriegt, kann ich aus westlicher Spaßgesellschafts – Sicht verstehen, auch wenn ich mich längst davon verabschiedet habe. Jedenfalls ist die Sicherheit auf den straßen auch dem Verbot des öffentlichen Alkoholkonsums zurückzuführen.

    Was nicht heißt,. die Iraner hätten keinen Spaß. Nur wird darunter ws anderes verstanden als hier. Das ist übrigens auch ein großer Schwachpunkt manch religiöser Menschen, die Beten usw. als Belastung empfinden, die man halt „ertragen“ muss, wenn man ins Paradies will.

    Es ist wahr, wir wollen keine „Zerstreuung“ in dem Sinne, weil es Ablenkung vom eigentlichen Ziel des Lebens ist.Und dass man „keinen Frauen auf der Straße nachsehen will“, dürfte ganz im Sinne der Ehefrauen sein. Hijab schützt die Familie, und das wird im Westen als Einschränkung gesehen.
    Mehr von Männern als von Frauen interessanterweise.

  9. @ körnerpicker: Ehrlich, Marxisten schreiben doch in so vielen Medien, warum auch noch in COMPACT? Im Übrigen ist Jürgen in der Analyse auch heute noch Marxist. Sie haben ja vielleicht mitbekommen, dass die Radikale Linke in Griechenland zusammen mit den Nazis eine Querfront gegen die EU-Diktatur gebildet haben, also es geht doch. Mit dem Rücken an die Wand gedrückt würden auch vielleicht die deutschen Marxisten ihren Verrat an Deutschland auch einmal überdenken und einsehen, dass eine antinationale Haltung, wie sie ca.80% unserer Linken vertreten, der absolute Irrweg ist.

  10. Stephan: Querfront mit den Nazis gibt es auch in Griechenland nicht – die Partei der „Unabhängigen Griechen“ sind etwa so wie CSU.

  11. … gutes Interview – lehrreich für Nachgeborene und Gleichaltrige und Ältere! Ein winziges Detail würd ich aber dennoch mal erfragen wollen (steht auch so in Wiki) : 1994 verlässt du nach 14 Jahren den Schuldienst. Wie soll das mit Studium etc passen oder bist du mit 23 schon an die Schule ?

  12. … und du wurdest Beamter, obwohl du beim KB etc warst, für den AK geschrieben hast … und trotz Radikalenerlass ? Wie hast du das denn angestellt ?

  13. Na okay, dann wurde das in den Medien mal wieder verzerrt dargestellt, sorry.

  14. Ken Jebsen ist eben ein Profi, daher gutes Interview. Im Gegensatz zu Alexander Benesch, der muss sich mal ein bisschen besser vorbereiten, kommt sehr unprofessionell rüber…

  15. Juergen Elsässer: Ich war heute am Bahnhof in Göttingen und am Hauptbahnhof in Kassel und suchte vergeblich Compact. Ich dachte an Bahnhöfen ist Compact erhältlich??

    Yilmaz: Ja der Benesch wirkt auf mich wie ein schnöseliger Versicherungsvertreter. Herr Jebsen ist ein anderes Kaliber. Er stellt auch kritische Fragen. Kann man von Benesch nicht behaupten

  16. Vor journalistischem Hintergrund ist auch dieses Interview von Ken Jebsen erstklassig. Was er besonders gut kann: Glashart nachfassen wenn er merkt, daß der Gesprächspartner sich rauswinden will (mit Verlaub, Herr Elsässer). So war das ganze Gespräch nicht spannungsfrei und es wurde auch deutlich, daß Jebsen bei einigen Punkten seinen Widerspruch herunterschlucken mußte und dafür lieber inhaltlich nachhakte. Wenn zwei so exponierte, klare Geister so in Augenhöhe miteinander sprechen können und so auch konfliktträchtige Themen nicht ausklammern, sondern ansprechen und klären ist das: Toll!
    Ein so geführtes Interview ist fast vorbildhaft für Diskussionen.
    .
    @ Yilmaz
    Die Unprofessionalität Beneschs sei ihm nachgesehen – auch wegen seines Alters. Übler aufgestoßen ist mir aber schon mehrfach, daß er mit seinen Gesprächspartnern immer d’accord sein will und so wirkt es manchmal, daß er ein Fähnlein im Winde wäre (besonders deutlich auch am 15. Mai). Etwas mehr Konfliktbereitschaft mit den Gesprächspartnern würde auch seiner Sendung insgesamt etwas mehr Würze geben. Ich glaube, Woddelköppe wie JE, Hörstel, Scholz, von mir aus auch Janich brauchen keine Zustimmung um sich im Diskurs/Interview wohlzufühlen 😉

  17. Y.Yones: In Kassel und Göttingen sind wir auf jeden Fall. Haben Sie gefragt? Vielleicht sind wir ausverkauft… JedenfallscDanke für den Tipp, ich leite das an den Vertrieb weiter.

  18. Ken Jebsen, stellt gute Gegenfragen und hat Sie manchmal ziemlich in die Bredouille gebracht. Das merkt man gut, weil Sie an bestimmten Punkten etwas verwaschene Antworten gaben, bzw die Antwort in einer andere Richtung versuchen zu lenken, da Sie in gewissen Punkten ebenfalls nur über Halbwissen verfügen. Da sollten Sie vielleicht noch mal genauer recherchieren. Ich denke Sie wissen welche Stellen ich meine, das haben Sie schon gemerkt.

    Welche Schlussfolgerung ziehe ich aus diesem Interview?

    Meines Erachtens, dass die Welt weitaus komplexer ist, als Sie von Ihnen in ihrer polarisierenden Art und Weise dargestellt wird. Aber der Mensch strebt ja bekanntlich nach einfachen Antworten.

    Trotz aller Kritik, wünsche ich Ihnen weiterhin viel Glück in Ihrer Arbeit auch den Ansatz den Sie mit Ihrem Magazin vertreten, finde ich gut.

  19. Juergen Elsaesser: Also in Göttingen (Buch und Presse Schmitt und Hahn)habe ich nachgefragt und mir wurde gesagt, dass es Compact grundsätzlich nicht gibt. In Kassel war gerade „rush hour“ und habe deshalb nur oberflächlich nachgeguckt. Wie gesagt leider vergeblich.

  20. Ich denke, der Grund dafür, dass es in diesem Interview zu gewissen Spannungen zwischen Jebsen und Elsässer kam liegt darin, dass Jebsen, im Gegensatz zu Elsässer, noch wie ein typischer Linker denkt und argumentiert, auch wenn er sich selbst vielleicht nicht als „Linken“ sieht. Auch wenn J. Elsässer „im tiefsten Inneren“ noch ein Linker ist, kann meine seine Herangehensweise kaum noch als typisch „links“ bezeichnen. Denn als „Linker“ sieht man Politiker wie Haider oder Le Pen meist nicht differenziert, sondern diffamiert diese. Gut möglich, dass dieser letztgenannte Punkt auch derjenige war, der Jebsen als „klassischem Linken“ am meisten übel aufgestoßen ist.

  21. MultiStr83: Es gab keine Spannungen zwischen Ken und mir. Er hart nur professionell nachgehakt, wie es seine Aufgabe ist.

  22. juergenelsaesser: Vielleicht keine wirklichen Spannungen, aber man konnte schon merken, dass Ken zu bestimmten Themen eine andere Auffassung vertritt, was ja auch völlig okay ist. Das ist ja auch anderen hier aufgefallen.

  23. @ Jebsen vs. Benesch

    Warum müssen wir immer vergleichen? Benesch, so denke und hoffe ich, wird auch aus seinen Fehlern lernen, und auch er hat seine Community. Es ist für alle Platz, in Zeiten wie diesen kann keiner zu viel sein!

    @ JE und seine „Zerstreuung“

    „Die Westler wollen Zerstreuung, im Iran wollen sie Konzentration“.

    Also Iran kann ich nicht viel sagen, aber die muslimischen Familien, die ich kenne (Türken, Kurden, Marokkaner) haben IMMER den TV laufen, da sind sie ja noch schlimmer als die Amis. Das nur am Rande.

    Der eigentliche Punkt ist:
    Wollen wir wirklich Zerstreuung?
    Oder will jemand, dass wir das wollen?

  24. @Monika H: Das stimmt , dass bei Türken und Marokkanern dauernd der Fernseher läuft, und das nervt wirklich. Genauso die Musik, die ist dort nämlich alles andere als „gedämpft“, sondern äußerst aufdringlich und laut.

    Der Iran ist schon was ganz Besonderes, in den letzten Jahren hat es sich dahin entwickelt. Früher gab es die musikalische Dauerberieselung auch dort.
    Im Westen kommt dem Alkohol eine besondere Rolle zu bei der Zerstreuung. Es ist doch so, dass geselliges Beisammensein ohne Alkohol kaum denkbar ist, und das ist eine Zerstreuung des Bewusstseins. Ich kanns verstehen, das Leben hier ist für manche vielleicht ohne Alkohol kaum noch zu ertragen.
    Wir dagegen wollen immer einen klaren Kopf behalten. Das heißt nicht, dass wir keine Lebensfreude haben, im Gegenteil. Wir haben sogar mehr davon, behaupte ich mal.

    Genauso die Alltagserotisierung durch Werbung, Filme und auch leicht bekleidete Frauen auf der Straße. Muslime, oder allgemein religiöse Menschen konzentrieren sich auf ihren Ehepartner, und die gegenseitige Liebe und Anziehung nimmt ab, wenn man (und auch „frau“) seine Augen überall hat, nur nicht beim Ehepartner….usw.

  25. @fatima

    > Ich kanns verstehen, das Leben hier ist für manche vielleicht ohne Alkohol kaum noch zu ertragen.

    Meinen Sie wirklich, dass man das Leben hier „ertragen“ muss? Ist es wirklich so schlimm?

    >Genauso die Alltagserotisierung

    Wissen Sie, bei uns im Westen heisst das: „Appetit holen kann manN sich auswärts, gegessen wird zu Hause.“ Das kann ein Eheleben durchaus beleben und hat mit verlorener Liebe überhaupt nichts zu tun.

    Ich bezweifle, dass bei der Verfassung des Koran eine Frau anwesend war, und daher kann ich nicht so ganz glauben, dass Gott gewollt hat, dass sich zig Millionen von Frauen bei 50 Grad im Schatten womöglich noch dazu in schwarzen Tschadors herumquälen, nur weil der Mann seine Hormone nicht im Griff hat.

    Meine Vermutung geht hier schon eher in Richtung Kontrolle und Besitzstreben von Seiten des Mannes.
    Ist aber gut möglich, dass dies im Iran anders ist.

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