Auch Todenhöfer im Iran

Insgesamt vier Iran-Artikel im neuen COMPACT-Magazin

Die heute erscheinende Mai-Ausgabe von COMPACT-Magazin enthält zwar noch nicht den Bericht meiner Iran-Reise (der war nach Redaktionsschluss, kommt also erst in der Juni-Nummer), aber drei andere Artikel zum Thema:

1) „Israel als Gefahr für den Weltfrieden“: Ein Fakten-Check der Behauptungen in Günter Grass Israel/Iran-Gedicht

2) Beim Häuten der Lügen: Was Grass und Ahmadinedschad noch so alles vorgeworfen wird

3) O-Ton Kleber/Ahmadinedschad: Abschrift des ZDF-Gespräches (Auszüge)

4) Mit Gottes Segen im Iran: Bericht einer evangelisc hen Pfarrerstochter, die mit ihrer Familie sechs Jahre im Iran lebte. Ihr Vater leitete dort eine Kirchengemeinde

COMPACT 5/2012 kann man hier bestellen (s. auch vollständiges Inhaltsverzeichnis).

Auch der CDU-Mann Jürgen Todenhöfer war gerade im Iran. Sein Bericht liest sich ganz ähnlich wie der unserer Reisegruppe. Vermutlich wird auch er dem Antisemitismus-Totschläger nicht entkommen:

Der Iran ist ganz anders, als das Bild, das westliche Politiker von dem Land verbreiten. Unser Autor würde einige von ihnen am liebsten einmal mit auf seine Reisen durch das Land nehmen.

Teheran –  

Wie gerne würde ich einige unserer westlichen Politiker einmal in den Iran mitnehmen. Um ihnen zu zeigen, dass dieses Land so ganz anders ist, als sie es ihren Wählern erzählen. Ich würde sie in eine der christlichen Kirchen oder eine der Synagogen Teherans begleiten. Und in jenes berühmte jüdische Sapir-Hospital, wo sie Ciamak Moresadegh kennenlernen würden, den liebenswürdigen, klugen Direktor des Krankenhauses.

Moresadegh ist auf vieles stolz. Darauf, dass 80 Prozent seiner Patienten Muslime sind, die für ihre Behandlung nur wenig oder gar nichts bezahlen müssen. Und darauf, dass er Jude und Iraner ist. Wie 20.000 weitere Juden, deren Familien seit über zweieinhalbtausend Jahren hier leben.

Moresadegh, der die Juden als Abgeordneter auch im Parlament vertritt, würde mit seinen Besuchern gerne über Religionsfreiheit im Iran sprechen. Über die jüdischen Schulen und Kindergärten in Teheran, die koscheren Restaurants und darüber, dass der iranische Staat sein Krankenhaus jährlich mit einer Million Dollar unterstützt. (Weiterlesen in der Frankfurter Rundschau)

47 Kommentare zu „Auch Todenhöfer im Iran

  1. Jetzt isses aber bald genug mit den vielen Heiligenscheinchen für den Iran. Natürlich sind die Menschen immer irgendwie nett. Die Amerikaner sind auch nicht alle so blöd, wie wir meinen, und die Deutschen nicht alle so gründlich wie ihr Ruf.

    Es ist ja verständlich, dass Todenhöfer und Elsässer noch angeheimelt sind vom orientalischen Flair, Gerüche, Musik und Freundlichkeit der Menschen noch in sich tragen.

    Aber nur weil es Autobahnen gibt, Jugendliche Sneakers besitzen und Mädchen fröhlich flirten wie nirgendwo sonst (der war wohl noch nie in Schweden, der liebe Frederic), heisst das noch lange nicht, dass die Welt im Iran in Ordnung ist und der dort gelehrte Koran nur Frieden in sich birgt. Das kommt mir hier im Blog die letzten Tagen doch etwas zu kurz.

    Ich hoffe schon, dass JE die Dinge in seinem Interview mit Ahmadinedschad auch kritisch hinterfragt hat – lassen wir uns überraschen ….!

  2. PS: Daneben wäre es nach dem xten Beitrag zum Iran, vielleicht auch einmal an der Zeit, nach Frankreich zu schauen …. der Aktualität wegen

  3. Vermutlich wird auch er dem Antisemitismus-Totschläger nicht entkommen

    Aus dem Nähkästchen
    Es gibt imho nur eine wirksame sozialpsychologische Methode, der Stimatisierung zu entgehen: Man nimmt den Begriff und schreibt ihn sich auf die Fahne.

    So haben es z.B. die Nigger in den USA gemacht und so machen es die Kanacken in der BRD. (Bitte nicht aus dem wohlwollenden Kontext herauslösen und separat als Beleg für Rassismus zitieren. Das wäre eine bewußte Fälschung der Aussage.))

    Wenn z.B. zu mir jemand sagt „Sie sind ja ein Antisemit!“ dann antworte ich „Ja, und Sie? Sie nicht?“
    Dann kommt erst ‚mal ’ne Sendepause mit Atem anhalten. Dann Hyperventilation und dann stark emotionale, oft angstbesetzte Ausbrüche und hilflose Abgrenzungsversuche.

    Ich höre mir das freundlich und durchsetzt mit höflichen Aufmerksamkeitsmarkieren an, und sage dann „Ach so, ich dachte alle Deutschen wären Antisemiten“.

    Die Schlußsequenz ist dann unterschiedlich, manchmal auch aggressiv. Wenn ich dann keine Lust mehr habe, sage ich „aha, so ist das also, jetzt weiß ich Bescheid“, frage „Ist sonst noch was?“ und bedanke und verabschiede mich, wenn mein Gesprächspartner dies verneint, was er in der Regel tut.

  4. @ Monika H.: Sie können ja nächstes Mal mitfahren. Vor Ort sieht man die Dinge doch etwas anders. Die Durchschnittsbevölkerung macht jedenfalls dort einen entspannten, lockeren und freundlichen Eindruck, ganz im Unterschied zu den mürrischen Gesichtern, die man in deutschen öffentlichen Verkehrsmitteln und auf der Straße so begegnet. Vielleicht liegts ja auch am Wetter? .
    So unglücklich können sie ja nicht sein. Dass es dort keine Probleme gibt, sagt ja keiner, so ein Land gibt es nicht.
    Aber dass dort das Volk aufgrund der Sanktionen vor sich hin darbt, kann man nun auch nicht gerade sagen.

  5. Frischer Artikel auf spiegel online: „Die unglaubliche Reise des Herrn Hübscher“ (FDP) – mit Gruppenfoto. Im Forum hat dann jemand bemerkt, dass Elsässer und Wisnewski auch dabei waren.

  6. Und noch ein Hetzartikel – welt online:
    Herr Hübscher auf Bildungsreise zum Holocaustleugner“.

  7. DIe Hetze geht schon los. Der mitgereiste FDP Mann Hübscher wird bereits heftig attackiert. Siehe welt.de und taz.de mit aktuellen Beiträgen….und immer wird nur alleine die Tatsache das sie überhaupt in den Iran gereist sind angekreidet, nicht ein Wort über das was sie dort gesehen und erlebt haben…..das nenne ich Mal „Qualitätsjournalismus“…

  8. Das wird bestimmt noch nicht alles sein. Das Bösartigste kam im Delmenhorster Käseblatt, leider kann man darauf nicht verlinken. Im Spiegel-Forum satte 18 (!) Seiten Diskussion, wobei die Meinungen keineswegs so einhellig sind wie in der Mainstreampresse.
    Zeitweise stritten sich einige, ob nun Elsässer oder Wisnewski dort waren, um dann festzustellen, dass beide anwesend waren. *lol*

    Jetzt will ein bisher unbekannter gebürtiger Delmenhorster sogar ein Buch über uns schreiben.

    http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2858297/Iran-Reisende-verharmlosen-den-Holocaust.html

    Ist aber auch ein Unding, dass wir keine Homosexuellen getroffen haben, wie es die Pflicht eines anständigen BRD-Bürgers wäre.

  9. @FatimaÖzoguz

    Schade, dass Sie nicht länger im Iran geblieben sind. Am 1. Mai gab es in Teheran eine Protestkundgebung von Arbeitern, weil diese seit 6 Monaten keinen Lohn mehr bekommen haben.

    Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, die Sanktionen seien daran schuld, aber jetzt bin ich beruhig;-)
    Es liegt wohl allein an der „antikapitalistischen“ Wirtschaftspolitik.

    Wie sieht es eigentlich an der „Kopftuchfront“ aus? Immer noch alle tief religiös und tief verschleiert, wie Sie immer sagen?

    Das würde mich auch von Jürgen interessieren, wie das Straßenbild so aussieht, weil man im Iran von der Kleidung und dem Kopftuch der Frauen und dem Bart der Männer bzw. seinem Nichtvorhandensein schon ganz gut auf die Einstellung zum Regime schließen kann.

  10. Ich werde nicht schlau aus Todenhöfer! Er hat sich sehr für das Ende des Afghanistan-Krieges eingesetzt, hat für die Perspektive des Islams auf den Westen geworben, er hat sehr differenziert die Situation in Syrien und jetzt auch im Iran dargestellt!
    ABER er hat auch ganz unsäglich gegen Gaddafi gehetzt und die Zer- störung Libyens durch die NATO-Terroristen geford- ert und unterstützt !

    (((( siehe: „Der Tag, an dem Gaddafi meinen Freund tötete – faznet – 23.3. 2011 –
    Jürgen Todenhöfer reiste sechs Tage lang durch Libyen. (…) Stürzt diesen Tyrannen! (…) )))

    e Soldaten und Offiziere im Umfeld Gaddafis: Stürzt diesen Tyrannen!

  11. @ fatimaoezoguz

    Ich habe in keiner Weise behauptet, dass die Menschen nicht nett oder glücklich wären – im Gegenteil, wollte ich doch damit mein Verständnis für die Autoren bekunden, die klar noch eingerauscht sind vom orientalischen Flair.
    Glücklich sind die Menschen, wo ich lebe auch. Nur wissen die leider halt nicht, dass Sie vom Staat versklavt und ausgebeutet werden. Die Propaganda funktioniert hier wie dort. Im Iran wahrscheinlich noch besser aufgrund der verstaatlichten Medien und Zensuren.

    Was mich stört ist die momentane „Verherrlichung“ von Ahmadinedschad und des Iran auf diesem Blog, einem Staat, der so etwas wie Menschenrechte nicht kennt. Wo eine Frau nur halb so viel wert ist wie ein Mann. Wo Menschen – selbst Minderjährige – gesteinigt und hingerichtet werden, weil sie frei leben oder reden möchten.

    Der Iran ist weder besser oder schlechter als Israel – Israel beruft sich auf seine Religion, um Eretz Israel zu gründen, der Iran bedient sich seiner, um Menschen zu foltern, zu unterdrücken und zu „eliminieren“ – beides nicht gut.

    Ahmadinedschad ist ein äußerst kluger, wortgewandter Mann, und bei seinem Gespräch mit Kleber war ich stark beeindruckt. Nur … einheimeln möcht ich mich nicht lassen von ein paar salbungsvollen Worten und mir schon noch einen klaren Blick bewahren.

    Zitat Wisniewski: „Er glaubt wirklich daran, dass die Welt nur besser werden kann, wenn die Menschen zu ihrem inneren Kern zurückkommen, der übrig bleibt, wenn man alles Trennende abzieht.“
    Ja, super – genau das ist meine Vorstellung vom Frieden auf der Welt. Nur reden kann man viel, wenn der Tag lang ist. Seine Taten sprechen andere Töne.

    Ich glaube zwar nicht, dass der Iran mit Atombomben herumfuchteln würde, allerdings glaube ich auch nicht, dass Ahmadinedschad soviel Heiligenschein verdient. So betrachtet wünsche ich mir, dass wir endlich weg kommen vom ewigen Polarisieren. Nichts ist nur gut, nichts ist nur schlecht. Dreck am Stecken haben alle …. und ein Herz auch!

    Salam = Shalom,
    Monika

  12. @ Monika

    Ja, ja, bloß nicht genau gucken auf den Iran, unsere negativen Klischees könnten doch ins Rutschen geraten!
    Und Autobahnen gibt’s dort! Das ist ja geradezu verdächtig!

    Eigentlich hat doch niemand die Frage gestellt (oder gar beantwortet), ob denn die Regierung des Irans aus lauter Wohltätern besteht (so wie die brd-Regierung), sondern, ob es ratsam ist, daß die brd sich in einen Angriffskrieg verstricken läßt, bzw., ob die stärkste und die (angeblich) viertstärkste Armee der Welt den Iran mit Krieg überziehen, weil sie sagen, genaue Erkenntnisse hätten sie nicht, ob der Iran nicht Washington und Tel Aviv angreifen wolle.

    Vielleicht sollten wir den Krieg einfach ein bißchen verschieben: so lange, bis die Mohammedaner und Christen in Israel so freiheitlich leben können wie jetz schon die Christen und Mohammedaner im Iran!

  13. „einem Staat, der so etwas wie Menschenrechte nicht kennt. Wo eine Frau nur halb so viel wert ist wie ein Mann. Wo Menschen – selbst Minderjährige – gesteinigt und hingerichtet werden, weil sie frei leben oder reden möchten. “

    und mich stört es, bzw. es macht mich eher traurig, dass Sie, obwohl Sie doch lange auf diesem blog mitlesen, immer noch diese Mainstreampropaganda nachbeten. Alles von Ihnen Erwähnte ist nämlich schlicht nicht wahr, und das hat nichts mit einer irgendwie gearteten „Verherrlichung“ zu tun.

  14. @Dr Kümel

    Lesen Sie die Beiträge auch oder reden Sie nur, um was gesagt zu haben?

    Es geht darum, dass wir mit Polarisieren nicht weiter kommen.

  15. @Kant: Todenhöfer hat sich auch oft genug kritisch über den Iran geäußert, nicht nur über Libyen. Es geht ihm wohl genau wie uns darum, einen Krieg zu verhindern. Ok ich habe eine sehr enge Beziehung zum Iran, und das hat auch mit mir persönlich zu tun. Zu Libyen nicht, aber trotzdem war ich nie für einen Krieg! Nordkorea mag ich auch nicht besonders, bzw. dessen Führer, aber trotzdem werde ich Solidarität mit Nordkorea üben, wenn es angegriffen wird!

  16. @gaby, hab ich noch vergessen:

    „Schade, dass Sie nicht länger im Iran geblieben sind.“

    finde ich auch. Glauben Sie mir, ich wäre gern dort geblieben! Aber leider ist alles mal zu Ende.

    “ Am 1. Mai gab es in Teheran eine Protestkundgebung von Arbeitern, weil diese seit 6 Monaten keinen Lohn mehr bekommen haben.“

    Quelle? Ich habe bisher nur anti-iranische Quellen dazu gefunden, und deren Lügen über die „grüne Bewegung“ sind mir noch in Erinnerung. Daher sind die mal mit Vorsicht zu „genießen“. Oder möglicherweise hat ein Betrieb Pleite gemacht und konnte die Arbeiter nicht mehr auszahlen, etwas, was auch in Deutschland seit der Wirtschaftskrise häufig der Fall ist.

    „Immer noch alle tief religiös und tief verschleiert, wie Sie immer sagen?“

    Das sage ich nicht, und schon gar nicht „immer“. In Nordteheran sehen viele das extrem „locker“, und dass ganz ohne dass eine Sittenpolizei auftaucht. Im südlichen Teheran oder gar Qom sieht es wieder ganz anders aus, da gehen die meisten Frauen verschleiert.

    „weil man im Iran von der Kleidung und dem Kopftuch der Frauen und dem Bart der Männer bzw. seinem Nichtvorhandensein schon ganz gut auf die Einstellung zum Regime schließen kann.“

    Das sollte man meinen, ist aber nicht der Fall. Es gibt Männer mit Bart und Frauen im Schleier, die Ayatollah Khamenei gar nicht mögen, und es gibt „leicht “ verschleierte Frauen und Männer ohne Bart, die ihn lieben. Ganz so einfach ist es daher doch nicht. Aber das kann man nur wissen, wenn man länger mit Iranern Kontakt hatte.

  17. „Quelle? Ich habe bisher nur anti-iranische Quellen dazu gefunden, und deren Lügen über die “grüne Bewegung” sind mir noch in Erinnerung. “

    Joa, ich habe die Lügen der IRI auch in Erinnerung. So viel dazu.

    Ihre Lügen im Bezug auf die Hinrichtung Minderjähriger und die Missachtung der Menschenrechte sind übrigens auch nicht ohne. Selbst Ihr eigener Ehemann hat diese Praxis schon mal bestätigt, mit der Rechtfertigung, dass der Islam nunmal andere Regeln hat als der Westen.

    Und Sie stellen sich hier hin und bezeichnen das als Lügen. Ich muss schon zugeben, so eine Dreistigkeit erfordert wirklich Nerven.

    Vielleicht sollten Sie in Zukunft die Taqiyya mit ihrem Mann absprechen, damit die Geschichten besser zueinander passen.

    Wenn ich also die Wahl habe, zwischen Ihnen und den Exiliranern und ihren Videos, die sie unter Gefahr für Leid und Leben aus dem Land schmuggeln, dann fällt mir meine Wahl nicht schwer.

    Übrigens beziehen die Exiliraner den Großteil Ihrer Informationen aus den Iranischen Inlandsmedien selbst. Das sind aber Informationen, die nicht fürs Ausland bestimmt sind, daher bekommen Sie sie nicht in PressTV. Achten Sie mal drauf. Auf fasst allen Bilder finden sie die Logos von ISNA oder MEHR usw. Nur die Geschichte hinter den Bilder ist natürlich eine andere, als die aus dem Propagandaministerium.

  18. @ Monika H.
    Wer hat hier behauptet daß alles im Iran perfekt sei?
    Ziel dieses Besuchs oder der aktuellen Thematik auf diesem Blog ist doch mal einen objektiven Eindruck über den Iran im allgemeinen gewinnen zu können,
    nicht „nur“ den Mainstream-Schund wo der böse, böse Iran den Weltfrieden bedroht, ein zurückgebliebener Staat im Mittelalter lebt und seine Bürger knechtet und foltert (da muss ich mal wieder meinen Kopf schütteln).

    Hier gilt es mal die wahren Dinge beim Namen zu nennen, nähmlich auch mal die vielen positiven Seiten zu benennen, nicht fortwährend die einseitigen negativen Informationen, denn daß kann ich überhaupt nicht mehr hören, das schlimmste Wort das ich kenne ist „die Schurkenstaaten“ usw., wirklich, hab die Schnauze voll davon.
    Abgesehn davon, nirgends kann man alle Menschen glücklich machen, überall gibt es solche die niemals zufrieden sind, immer meckern, immer die eigene Misere anderen in die Schuhe schieben.
    Sind wir nicht unseres eigenes Glückes Schmied?

  19. @ Monika H.

    „So betrachtet wünsche ich mir, dass wir endlich weg kommen vom ewigen Polarisieren.“
    ——–
    elsässer geht’s nicht um polarisieren, an sich, er versucht eher einseitige polarisation wieder ins mittelfeld zu verschieben durch positives polarisieren. krieg gegen iran kann nur mit dem einverständnis des bürgers angezettelt werden, da der bürger kriegsmüde ist,wird ständig das feindbild durch medien verstärkt dagestellt. es geht also nicht um den staat iran an sich. wenn ich das als sunnitischer muslime begreife, sollte es dir ebenfalls gelingen.

    shalom = salam
    ———————

    @Dr Kümel

    bitte höfflichts darum uns muslime nicht als mohammedaner zu bezeichnen.
    ich bete zu Gott, nicht zu einen proheten, daher heißt es muslime= Gott ergebene.

  20. @fatimaoezoguz

    nichts lieber, als dass ich das Gegenteil davon glauben möge.

    So tief wollte ich hier jetzt gar nicht greifen, aber meine kritische Haltung kommt natürlich aus vielen Ecken. z.B.

    Khomeini schreibt in seinem Werk Tahrir Al-Wasilah (Band 2, Seite 241 / Buch der Ehe):

    مسألة 12 : لا يجوز وطء الزوجة قبل إكمال تسع سنين ، دواما كان النكاح أو منقطعا ، وأما سائر الاستمتاعات كاللمس بشهوة والضم والتفخيذ فلا بأس بها حتى فى الرضيعة.

    Übersetzung:
    Punkt 12: Es ist nicht erlaubt, Geschlechtsverkehr mit der Ehefrau vor der Vollendung ihres neunten Lebensjahres zu haben, sei die Ehe von Dauer oder befristet. Was die anderen Freuden angeht, wie das Berühren mit Lust, das Umarmen und den Schenkelverkehr, so ist dies kein Problem, selbst wenn sie noch ein Säugling ist.

  21. gaby: Dieser Schlagabtausch ist unproduktiv, wechselseitig wird der Lüge bezichtigt. Produktiv wäre, das mal an EINEM Fall durchzudeklinieren und dann die jeweiligen Beweise oder Wideregungen offenzulegen.

  22. @yilmaz & MuslimFromGermany

    Mir sind die Ambitionen bewusst, nur können Sie keine Mitte schaffen, indem Sie Polarisieren mit Polarisieren aufheben. Dann sind 50% auf der einen Seite, 50% auf der anderen – es herrscht womöglich ein Gleichgewicht, aber kein Konsens.

    „Objektiv“ würde ich die Berichterstattung zu diesem Thema hier in den letzten Tagen ganz bestimmt nicht nennen wollen!

  23. @ Monika H.

    Zitat: “Islam praying hate under the mask of love. […] When we were young, we were stupid moslems, following stupid koran. Now we woke up. We cannot say this in Iran, then we are dead.“
    ———–

    die iraner kennen in der regel nur schiitentum, wobei in kombination, es verschiedene gruppierungen von schiiten gibt, mit unterschiedlichen verständnis, damit unterschiedliche erfahrungswerte was sie als islam bezeichnen. was islam nun wirklich ist, ist vielen garnicht bekannt. so wie die mehrheit der christen kein tiefgreifendes verständnis übers envangelium verfügen. gleichgültig ob sie nun ein amerikaner fragen, ein europäer oder asiaten.
    ich kenne schiiten aus irak, iran, indonesien usw.
    meine aussage ist also keine hypothese.

  24. @MuslimFromGermany

    Ich schrieb doch, dem stünde ich auch dem kritisch gegenüber.

    Jede Religion ist von Menschen gemacht – ich bin für die Abschaffung derselben oder zumindest der Offenlegung, dass uns allen dieselbe göttliche Energie innewohnt. Genau das wird nämlich seit Jahrtausdenden vertuscht.
    Wenn man dem Zitat von Wisniewski glauben schenken darf, dann müsste Ahmadinedschad dies auch im Sinn haben. Und das bezweifle ich.

  25. @ Monika H.

    Ich schrieb doch, dem stünde ich auch dem kritisch gegenüber.
    ———

    entschuldige, hatte ich anders interpretiert.
    ———

    „Jede Religion ist von Menschen gemacht“

    nein, so einfach ist das nicht.
    ließ mal als einstieg: „bibel, koran und wissenschaft“
    anschließend die beweisführung widerlegen, nicht für mich, für dich selbst.
    ————

    „zumindest der Offenlegung, dass uns allen dieselbe göttliche Energie innewohnt.“

    aus esoterischer sicht, läßt sich da alles mögliche hinein interpretieren, welche ist deine???

  26. „die iraner kennen in der regel nur schiitentum, wobei in kombination, es verschiedene gruppierungen von schiiten gibt, mit unterschiedlichen verständnis, damit unterschiedliche erfahrungswerte was sie als islam bezeichnen.“

    Aha. Von welchem Iran reden Sie? Es gibt unterschiedliche Auslegungen von verschiedenen Gelehrten in Detailfragen. . Aber die einzigen Abspaltungen w ie Zaidiyya und Ismailiyya spielen im Iran eine geringere Rolle als das Sunnitentum. Sunniten leben vor allem in den Provinzen Kurdestan und Balutschestan.

  27. @MuslimFromGermany

    << aus esoterischer sicht, läßt sich da alles mögliche hinein interpretieren, welche ist deine???

    Eine rein physikalische. Ich halt´s mit Einstein: "Das Universum ist ein Gedanke Gottes"

  28. „Polarisierung“

    Davon ist so viel die Rede. Sehe ich nicht. Es geht um eine Stellung nahme gegen einen drohenden ANGRIFFSKRIEG !!

    Da sollten doch eigentlich alle übereinstimmen, da gibt es doch weiß Gott nichts zu diskutieren!!

    Die Feinde des Iran haben sich alles mögliche aus den Fingern gesogen, um diesen Staat als „Schurken“ darzustellen, und dann darf man wohl angreifen?? Wollte ich alle totschlagen, die mir als Schurken bekannt sind, dann hätte ich viel zu tun.

    Und, klar: JE nimmt nicht alleine gegen den Angriffskrieg Stellung. Er rückt auch manche der „Kriegslügen gegen den Iran“ zurecht und nennt die Tatsachen. Ist das etwa „Polarisierung“, auf die Tatsachen zu verweisen?

  29. „Baut A. eine Bombe?“

    Nein!
    Es gibt in Wirklichkeit KEINE EINZIGE Tatsache, die als Hinweis darauf dienen könnte. Sogar weise Häupter der israelischen Geheimdienste und des CIA sagen genau das !

    Und wenn doch?
    Dann müßte mal jemand den Sperrvertrag lesen. Steht da etwa drin, daß jede beliebige Macht gegen einen Staat einen Angriffskrieg führen dürfte, der den Vertrag nachweislich verletzte ??

    NEIN!!
    Ein Angriffskrieg ist im Völkerrecht unter allen denkbaren Bedingungen VERBOTEN, ein Völkerrechtsverbrechen.
    Ein Präventivkrieg kann nur dann behauptet werden, wenn ein Staat DIREKTE und gegenwärtige Aktionen unternimmt, um einen anderen anzugreifen. Selbst wenn der Iran eine Bombe plante, wäre ein solcher Fall NICHT gegeben. Und selbst wenn der Iran bereits eine Bombe, selbst wenn er bereits Hunderte von Kernwaffen im Arsenal hätte, wäre der drohende ANGRIFFSkrieg noch lange kein Präventivkrieg. Es gibt einen Haufen Staaten, die über Kernwaffen verfügen, auch solche, die erschreckend Aggressiv sind. Aber wäre deshalb ein Angriffskrieg gegen Israel oder die USA etwa ein Präventivkrieg??

  30. „Totschlagsargumente“

    Eine Ministerin Israels nimmt zu den beiden Tricks Stellung, mit denen Israel auf jede Kritik reagiert.

  31. @ kümel

    tut mir leid, ich habe ihnen oftmals unrecht getan. in vielen dingen hatten sie recht und ich war es, der oft einseitig informiert war, obwohl ich glaubte beide seiten zu sehen. mir ging es immer um gerechtigkeit. es bleibt schwierig vieles auseinanderzuhalten und zu überblicken. ich teile ihre meinung auch nicht in allen punkten.

    aber ich hatte einige wochen zeit mich intensiv auf „anderen wegen“ zu informieren und sehe jetzt vieles anders.

    vielleicht an anderer stelle einmal mehr dazu. doch jetzt habe ich wieder erstmal keine zeit mehr mich hier groß zu melden.

    peace

  32. p.s. ist vielleicht nicht so klar rübergekommen kümel. es sollte eine entschuldigung sein 😉

  33. @Dr Kümel

    Ich verstehe Ihre Aufregung, nur würde es nicht einmal was nützen, wenn ein paar Millionen Menschen dagegen auf die Straße gingen.

    Es gilt die höheren Machtstrukturen zu durchbrechen und die „wirkliche Macht“ liegt weder in Waffen, noch im Öl oder Geld, wie die meisten leider noch meinen.

  34. @Elsässer

    Kein Problem.

    Hier ein Artikel des Muslim-Markts von Yavuz Özoguz zum Thema, warum Minderjährige hingerichtet werden dürfen.

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages_archiv/682.htm

    Die zwei untergeordneten Posts mit Ergänzungen sollten ebenfalls gelesen werden, weil daraus hervorgeht, dass der Iran mit der Hinrichtung Minderjähriger – die Herr Özoguz auch nicht abstreitet – sogar das eigene Gesetz missachtet.

    Explizit widerspricht Yavuz Özoguz der Auffassung iranischer Juristen, dass vor dem 18. Lebensjahr die Todesstrafe weder verhängt noch vollstreckt werden sollte.

  35. Gaby: Vorbildlich, dass Sie den zu kritisierenden Artikel verlinkt haben. Allerdings empfehle ich den Lesern, das Ganze sine ira et studio durchzulesen. So findet man bei Herrn Özoguz etwa folgenden Satz:
    „Im Iran soll eine 23-jährige Frau hingerichtet worden sein, die als 17-jährige einen Mord begangen haben soll. Der Hauptvorwurf der Westlichen Welt besteht darin, dass die Mörderin zur Tatzeit „Minderjährig“ gewesen sei, wobei hier vorausgesetzt wird, dass die gesamte Welt sich an der Definition der Westlichen Welt bezüglich Volljährigkeit zu orientieren hat. Die Frau ist gemäß iranischem Gericht überführt den Cousin ihres Vaters getötet zu haben. Sie hatte die Tat zwar zunächst zugegeben, weil ihr der Anwalt eingeredet hatte, dass sie als “Minderjährige“ nicht belangt werden könne, widerrief später aber ihr Geständnis und gab an, sie habe ihren damals bereits volljährigen Freund decken und damit vor der Hinrichtung bewahren wollen. Die Beweise waren aber auch außerhalb des Geständnisses derart erdrückend, dass sie verurteilt wurde.“

  36. Wg. Todesstrafe

    Wir glauben, daß sich unser Ego als Identität von der Geburt bis zum Tod durchhält und vielleicht sogar noch darüber hinaus.

    Das ist imho falsch. Ego ist nur eine Maske, die wir aufsetzen und dadurch zur Persona werden. Wir können sie ablegen und eine andere nehmen. Dann sind wir eine ganz andere Person.

    Wenn wir aber einen Menschen töten, berauben wir ihn dieser Möglichkeit. Und das verstößt gegen das Recht, das mit uns geboren ward.

  37. @ chicano

    Auch wenn Sie jetzt nicht an dieser Netzdiskussion teilnehmen, auf alle Fälle meine Stellungnahme:

    Alles in Ordnung, Chicano!
    Es gibt nichts zu eintschuldigen, in einer Diskussion gibt es pro und contra.
    Ich habe Ihnen oft widersprochen, und Sie mir, aber ich habe mich nie angegriffen gefühlt. In Österreich sagt man es so: „Durchs Reden kommen die Leut‘ zusammen!“

    Und das scheint uns ja gelungen zu sein!

  38. ja aber ich habe ihnen mindestens ein mal insgeheim (mehr oder weniger) eine ungute gesinnung unterstellt. es bleibt bei dem „sorry“. ich breche mir keinen dabei ab; das passt schon 😉

  39. Hier schreibt Herr Wisnewski über die neue Stellung der Frauen im Iran, sehrwohl er betont „in den Städten“. Wie auch immer – das ist absolut begrüßenswert und stimmt sehr positiv.

    Leider kann er es sich nicht verkneifen, in der frohen Botschaft gleich wieder eine Bedrohung zu sehen:
    „Auch hier werden also die zersetzenden Spannungen dieser »Emanzipations«-Politik deutlich, die in Wirklichkeit eine Politik ist, die Männer diskriminiert.“

    Herr Wisnewski – bei allem Respekt – wie jämmerlich ist das denn?

    http://tinyurl.com/caazy7c

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