Prowestliche Oligarchen gegen Putin

Erfolgreiche Premiere der neuen COMPACT-Ausgabe „Wer hat Angst vorm bösen Putin“ mit Buchautor Viktor Timtschenko

Viktor Timtschenko hat ein fesselndes Buch über den Fall Michail Chodorkowskij geschrieben (das Buch „Chodorkowskij“ erscheint in drei Wochen bei Herbig, München). Das Buch schildert nicht nur den Fall des reichsten Mannes Russlands, sondern auch, wie überhaupt die neue Oligarchenklasse unter Gorbatschow und Jelzin entstanden ist und sich am Volkseigentum bereichert hat, und welche Interessen diese Super-Reichen mit der Unterstützung der aktuellen Opposition („orange Revolution“) gegen Putin verfolgen. Unsere Veranstaltung gestern bot so ein gutes Stück Einblick in den architektonischen Unterbau der neuen Weltordnung auf dem eurasischen Kontinent, gewürzt mit Anekdoten und Kriminalgeschichten, die Timtschenko immer wieder zur grimmigen Erheiterung des Publikums einfließen ließ.

Es folgt nun die Einführung des Autors zur COMPACT-Premiere, einen Überblick über die gleichgeschaltete Rezeption des „Falles Chodorkowskij“ im Westen und auch in Deutschland. Wer mehr zum Fall selbst erfahren will, bestelle sich die neue COMPACT-Ausgabe hier.

Auszug „Der Fall Michail Chodorkowskij“ von Viktor Timtschenko, COMPACT 3/2012

Mich wunderte, dass alle bestens über Michail Chodorkowskij und seine letztendliche Verurteilung im Dezember 2010 Bescheid wissen. Die Bescheidwisser sind sicher: Hier handelte es sich um eine juristische Farce, einen Schauprozess. Konkreter: Ein nicht ganz unbescholtener Geschäftsmann, der in den Jahren des wilden Kapitalismus zu Reichtum gekommen war, stellte sich dem mächtigen Mann Russlands, Wladimir Putin, in die Quere und muss dafür jetzt büßen. Wie er sich querstellte, weiß der Durchschnittsbürger ebenfalls: Er finanzierte die Opposition und hatte auch eigene politische Ambitionen auf das Präsidentenamt angemeldet. Deshalb wurde er Putin gefährlich. Also steckte der ihn ins Gefängnis. Daher sei es kein Straf-, sondern ein politischer Prozess gewesen.

Darüber schrieben fast alle westlichen Zeitungen und redeten fast alle angesehenen deutschen Politiker. Die Sache war sonnenklar und der Himmel blau. Hier nur einige wenige Beweise:

»Der Schuldspruch gegen Michail Chodorkowskij empört den Westen. Chodorkowskij scheint einzulösen, was der Westen sich wünscht: eine Stimme der Vernunft und Menschlichkeit aus einem Land, dem noch immer viele zutiefst misstrauen (…). Er symbolisiert das Gute, Geläuterte im Kampf gegen das Böse«, war in der Zeit zu lesen.

Dietrich Alexander gab in der Welt bekannt: »Chodorkowskijs Martyrium. Das Urteil (…) hat den gerechten Zorn der freien Welt provoziert über die obrigkeitshörige russische Justiz. Und es hat die Illusion zerstört, Russland (…) könne für die Europäische Union und vor allem für Deutschland ein Partner auf gleicher zivilgesellschaftlicher und politischer Augenhöhe sein (…).«

»Ein Schlag gegen die Rechtsstaatlichkeit in Russland. Der Fall ist beispielhaft für politisch motivierte Strafverfolgung«, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums Mark Toner.

»In diesem Verfahren geht es nicht um Recht und Gerechtigkeit, sondern um einen politischen Prozess. Man könnte auch sagen, es geht um Rache«, sagte Angela Merkels stellvertretender Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin.

Auch nach Ansicht der Grünen-Chefin Claudia Roth war das Urteil »inakzeptabel und ein Zeichen für eine politisch gelenkte russische Justiz (…). Deutschland und die EU müssen sich konsequent für die Freilassung von Chodorkowskij (…) einsetzen«.

 

Das Markante dabei ist: Keiner der genannten Kommentatoren hatte das Urteil zuvor gelesen. Eine deutsche Übersetzung ist mir bis jetzt nicht bekannt, aber auch der russische Text stand im Dezember 2010 noch nicht zur Verfügung, als die Kommentare nur so herniederprasselten. (vollständig in COMPACT 3/2012)

16 Kommentare zu „Prowestliche Oligarchen gegen Putin

  1. Chodorkowski hatte zum Schaden Rußlands gehandelt, indem er angeblich keinen Gewinn erzielte, sondern diesen erst im Ausland anfallen ließ. Obendrein wollte er sein Erdölunternehmen an Ausländer verkaufen.

    Putin hat die Oligarchen entweder vertrieben wie Beresowski oder eben eingesperrt. Das war zum Besten Rußlands, das diese Leute ansonsten weiter ausgeplündert und verarmt hätten.

    mit freundlichen Grüßen

  2. Off topic:

    Ich möchte hier auf eine interner Kabale der Oligarchie lenken die derzeit stattfindet.Anscheinend hat man sich seitens einer Fraktion der Oligarchie auf die Fortsetzung der Obama Präsidentschaft festgelegt.Seit einiger Zeit gibt es eine regelrechte Verfolgung aller Obama-Gegner.Neben Judge Napolitano und Pat Buchanan die massive aus den Medien gedrängt werden gibt es derzeit einen regelrechten Krieg gegen die Murdoch Presse bei dem es auch zu auffälligen Verselbstmordung von Zeugen kam.Der Tod von Breitbart spielt in diesen Machtkampf hinein.Auffällig ist dass der Tod Breitbarts selbst in den deutschen MSM propagandistisch begleitet werden muss und trotz fehlendem gerichtsmedizinischen Gutachten der natürlich Tod als einzig mögliche Option dargestellt wird.
    Jeder der sich aus den Medien in den Obama Sumpf aus Korruption,Mafia,Kinderprostitution hineinbegibt kommt um.
    Es sei nochmal auf die Verbindung zu den Weatherman,den Rezko Gangstersyndikaten hingewiesen.
    Breitbart wollte mit einem Video Obamas Karriere beenden und dann stirbt er überraschend.Breitbart war auch im Drudge Report tätig.Es geht jetzt nicht darum die reaktionäre Fraktion als gut darzustellen – ich möchte nur darauf hinweisen.

  3. Chodorkowskij wollte das russische Öl und Gas an Amerikaner und Briten verkaufen….was bei uns ein ganz normaler Vorgang ist, gilt im patriotischen Russland zurecht als Verbrechen……darum musste Chodorkowskij in den Knast.

  4. Super Zusammenfassung von Viktor Timtschenko, endlich schreibt mal jemand über diese Räuberbanden in Russland genannt „Oligarchen“ wie Michail Chodorkowskij und zB. auch ein Beresowski (Doppelpass-Bürger mit Israelischen und Russischen Passport).
    Das ist dieselbe Vorgehensweise der Super-Reichen in Griechenland die die Griechen gegen die Wand gefahren haben, nur ist Putin ein Patriot und hat entsprechend schnell gehandelt und somit Russland von der Ausbeutung durch ausländische Mächte gerettet.

  5. Auf wen können wir uns verlassen? Nur auf Menschen, die ein tief existentielles Bedürfnis haben, sich – ihr Ich – zu befreien und ihre mentalen, psychischen und ethischen Schwächen zu überwinden.

    Bei den anderen brauchen wir uns keinen Illusionen hinzugeben. Sie werden das Volk verlassen, verraten oder sonstwie versuchen, der Gemeinschaft zu schaden. Wenn sie sich einen Vorteil davon erhoffen oder ausrechnen.

    Aber da es sie gibt, akzeptieren wie sie und geben ihnen eine Chance. Weil wir wissen, wie schwierig das Leben für jeden Einzelnen ist. Vielleicht hatten sie ja nur keine guten Bedingungen und schlechte Lehrer und Vorbilder. Aber die Realität ist doch da, und wir wissen, womit wir zu rechnen haben.

  6. „Auf wen können wir uns verlassen? Nur auf Menschen, die ein tief existentielles Bedürfnis haben, sich – ihr Ich – zu befreien und ihre mentalen, psychischen und ethischen Schwächen zu überwinden.“

    Wo gibt es die? Wo leben die? Geben uns einen Hinweis. Vielleicht in russischen Märchenbüchern…?

  7. Henrico März 3, 2012 at 10:07

    “Auf wen können wir uns verlassen? Nur auf Menschen, die ein tief existentielles Bedürfnis haben, sich – ihr Ich – zu befreien und ihre mentalen, psychischen und ethischen Schwächen zu überwinden.”

    Wo gibt es die? Wo leben die? Geben uns einen Hinweis. Vielleicht in russischen Märchenbüchern…?

    Ja. Die drei Helden der russichen Märchen sind ein und dieselbe Person im Prozeß ihrer Autonomisierung und Individuierung.

  8. @ Oswald Spengler
    „Ich möchte hier auf eine interner Kabale der Oligarchie lenken die derzeit stattfindet.Anscheinend hat man sich seitens einer Fraktion der Oligarchie auf die Fortsetzung der Obama Präsidentschaft festgelegt.Seit einiger Zeit gibt es eine regelrechte Verfolgung aller Obama-Gegner.“

    Meine Meinung: Den Obama haben die Oligarchen doch nur ins Oval Office gehievt, damit er die farbigen Amerikaner als willige US Soldaten für den Militärdienst und die Kriege motivieren kann, denn nur dafür sind die Farbigen US Bürger denen gut genug, da in deren Augen sie eine minderwertige Rasse sind. Eigentlich ist es doch egal wer Präsident wird, Kriege werden die immer führen, fragt sich nur ob sie genügend motivierte und bereitwillige Krieger haben, denn denen geht allmählich bei den vielen Auslandseinsätzen die Puste aus……

  9. So hätte Madame Clinton gern wieder die Welt. Ein saufender grenzdebiler russischer Präsident, der den NGOs und der CIA Tür und Tor öffnet und die Wirtschaft „modernisiert“ in dem er alles verschleudert. Das ist dann „demokratisch“.

    Aber daraus wird nix liebe Wall Street never, ever

  10. Die Lesart ‚Putin hat die kriminellen Oligarchen vertrieben oder eingeknastet‘ hört sich gut an. Aber ist das auch so ? Gibt es nicht nach wie vor SuperReiche in Russland ? Wie sieht es aus mit dem Reichtum von Putin und seinen Gefolgs- leuten ? Hat er etwas getan für die Hebung des Wohlstandes für die breite Masse in Russland – oder speist er sie nur ab mit patriotischen Sprüchen und imponiert ihnen mit außenpolitischen Muskelspielen ?

    Mit anderen Worten: Was hat er – innenpolitisch – substantiell vorzuweisen ?
    (Kann Viktor Timtschenko dazu etwas sagen/schreiben ?)

    Für mich ist das Veto ( und das der Chinesen) gegen die Syrien-Resolution absolut wichtig und richtig – sie hätten es aber auch schon gegen die Libyen-Resolution einlegen müssen.Ein schlimmes Versäumnis, das 30 000 Libyern durch die Bomben der Nato-Bestien das Leben gekostet hat und noch viel mehr von ihnen die Gesundheit und die Zukunft in den zerstörten Städten ….

  11. Kant: Die großen Oligarchen sind im Gefängnis oder mussten nach London flüchten. Die Einkommen für die breite Masse sind seit Putins Machtantritt 2000 stark gestiegen.

  12. Der Fall Chodorkowski: Medwedew ordnet Überprüfung von Gerichtsurteilen an

    „Es ist eine kleine Überraschung: Direkt nach der Präsidentschaftswahl in Russland hat Dmitri Medwedew eine Überprüfung der der Chodorkowski-Urteile angekündigt. Wie unvereingenommen diese Überprüfung stattfindet hängt allerdings von Medwedews Nachfolger ab.“

    http://www.stern.de/news2/aktuell/medwedew-ordnet-ueberpruefung-von-gerichtsurteilen-an-1795644.html

    Damit hat der „unvereingenommene“ US-Handlanger Medwedjew dem Westen noch einen letzten Liebesdienst erweisen (sowohl aus KGB-Kreisen, wie auch aus dem Iran gab es bereits Anschuldigungen, Medwedjew sei ein US-Agent: http://bit.ly/xDmhzu / http://bit.ly/xrJarW ).

  13. @Föhnix: „… Medwedjew sei ein US-Agent“ – Sorry, aber die These kommt mir etwas paranoisch vor und klingt genauso wie Obama im Dienste des FSB ! – Die zit. Quelle ist m.E. auch fraglich; ein Kommentator – Born in the USSR – merkt an:
    „The article is funny – KGB does not exist for almost 20 years, the name was changed to FSB; so was it an ex-KGB officer? Or an FSB officer? Or what? In any way, we in Russia don’t need any ‚KGB officers‘ to tell us that our Government (both putin and medvedev, starting from gorbachev actually) has sold their souls and their country and people to the enemy – it is so obvious from all that’s been going on in the Motherland for past 20 years. “

    Warum soll das Urteil nicht überprüft werden – es ist doch vorstellbar, dass dieser Superkriminelle (Chodorkovski) noch wegen anderer Delikte verurteilt werden muss …

  14. @ Kant und Föhnix

    Medwedew ein Agent des Westens?Er muß ja nicht gleich ein bezahlter Spitzel sein. Aber zuweilen scheint es schon so, als vertrete er Positionen, die dem „Westen“ nicht weh tun. Typisches Beispiel: die Haltung im Libyen-Konflikt. Da hat ja auch China gegen die eigenen Interessen gehandelt, und dem „Westen“ gratis einen Liebesdienst erwiesen.

    Eigentlich ist kaum zu begreifen, wie das zuging.

  15. Für alle, die noch leise Zweifel an Putin hatten, ist ein bemerkenswerter Text auf http://antikrieg.com/aktuell/2012_03_14_warumputin.htm erschienen. Lauter Tatsachen, die klar erkennen lassen, daß Putin DAS wesentliche Gegengewicht gegen die NWO-Oligarchen darstellt.

    „Hinter der Dämonisierung Putins stecken einige sehr verärgerte und mächtige Gruppierungen der Washingtoner und angloamerikanischen Eliten.

    „Die Shanghai Cooperation Organization (SCO) mit demnächst 50% der Erdgasreserven auf der Erde,als kraftvolles Gegengewicht der NATO:

    Putin will wohl Pakistan als Vollmitglied, China will den Iran einbeziehen. Rußland, China, Pakistan und Iran können neben wirtschaftlicher Integration ihre gemeinsame Sicherheit unter das Motto stellen „Blockfreiheit, Konfliktvermeidung und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder.“

    Mit dieser SCO steht die Integration Asiens wenn nicht Eurasiens vor der Tür. Die regionalen Mitspieler selbst werden entscheiden, was mehr Sinn macht – das oder eine Neue Seidenstraße, erfunden in Washington.

    … Eindämmung permanenter NATO-Stützpunkte in Afghanistan, Förderung von Pakistans strategischer Autonomie, Widerstand gegen Raketenabwehr, um sicherzustellen, dass der Iran nicht angegriffen wird.

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