LINKE überwachen? Vielleicht keine schlechte Idee

Eine begründete Spekulation

So viel Werbung hat die LINKE selten bekommen. Ein klinisch toter Patient erscheint plötzlich auf allen TV-Kanälen als kraftstrotzender Held des Widerstandes. Solidarisierung aller Orten. Leutheusser-Schnarrenberg weint, Sigmar Gabriel haut mit der Arbeiterfaust auf den Tisch, Lammert verspürt antifaschistische Zuckungen.

In der Regel wird die Überwachung im Schema des Kalten Krieges interpretiert. Gysi sagte sinngemäß: Haben die VS-Jungs noch nicht geschnallt, dass es die DDR nicht mehr gibt? Die Schlapphüte werden so dargestellt, als ob sie das Kommunistenjagen immer noch nicht lassen könnten, und das wäre ja wirklich peinlich.

Aber eine Sache ist seltsam: Überwacht werden im Schwerpunkt nicht die radikalen Kräfte in der Bundestagsfraktion, denen man tatsächlich – im Guten wie im Bösen – kommunistische oder wenigstens subversive Umtriebe zutrauen könnte. Auf dem Schirm des Inlandsgeheimdienstes stehen vielmehr die Realos. Was zum Teufel soll das?

Das lässt nur zwei Erklärungen zu. Entweder der VS wird von Vollidioten geführt. Das sollte man nicht ausschließen. Oder aber von sehr intelligenten Leuten. Die hätten nämlich einen Verdacht, der auch mich manchmal beschleicht: Dass die Realo-Führungsleute im Dienste ausländischer Interessen arbeiten. Erinnert man sich an die Wikeleaks-Protokolle über Gysi (s. COMPACT 3/2011)? Dass der in der US-Botschaft in Berlin ein und ausgeht, seine Solidarität – mit Ausnahme von Afghanistan – bekräftigt und dem Botschafter berichtet, wie er die Nato-Gegner in der eigenen Partei ausgetrickst hat? An Gysis Aussage, Merkel-gleich, Israels Sicherheit sei deutsche Staatsräson? An Petra Paus Schutzfunktion für den Linken-Bundesarbeitskreis SHALOM, die Speerspitze des Likud-Zionismus und der Kriegstreiberei? Dass Bodo Ramelow einen der Shalom-Leute beschäftigen soll? Dass diese Clique jetzt mit Bartsch einen der ihren an die Spitze der Partei schieben will?

Ist es vorstellbar, dass einer Fraktion im deutschen Geheimdienst die Einflussnahme amerikanisch-zionistischer Hardliner auf deutsche Parteien eine Beobachtung wert ist? Naheliegender Einwand: Selbst wenn, müsste doch – viel eher als Gysi – Guttenberg observiert werden, oder? DAS ist doch der Mann der Atlantikbrücke! Nun: Wer sagt denn, dass nicht? Wurde man beim Sturz von Gutti nicht den Eindruck los, dass im Hintergrund jemand Regie führte? In dieser Hypothese: Die US-kritischen Fraktionen im Sicherheitsestablishment?

Es gibt Machtkämpfe innerhalb und zwischen den deutschen Geheimdiensten. Siehe NSU. Siehe LINKE?

(Zu Gysi in COMPACT 3/2011.Hier gehts zum COMPACT-Abo!)

16 Kommentare zu „LINKE überwachen? Vielleicht keine schlechte Idee

  1. „Die hätten nämlich einen Verdacht, der auch mich manchmal beschleicht: Dass die Realo-Führungsleute im Dienste ausländischer Interessen arbeiten.“

    Genau!

    „Naheliegender Einwand: Selbst wenn, müsste doch – viel eher als Gysi – Guttenberg observiert werden, oder? DAS ist doch der Mann der Atlantikbrücke! “

    Leute wie Gysi stehen in der Struktur über den Atlantikern, daher gesehen ist ein Gysi viel gefährlicher als ein Gutti…, nach aussen hin einen auf sozial und Systemkritiker tun und nach innen ist Gysi ein knallharter Globalisierer mit USraelischen Mind-Set…

    „Wurde man beim Sturz von Gutti nicht den Eindruck los, dass im Hintergrund jemand Regie führte? In dieser Hypothese: Die US-kritischen Fraktionen im Sicherheitsestablishment?“

    Korrekt, der Eindruck drängte sich natürlich auf, daß Gutti mit Absicht gestürzt wurde, …keine Ahnung warum man so ganz plötzlich nach Jahren auf die Idee kommt seine Doktorarbeit akribisch auseinander zunehmen!!?? Da ist der Hinweis auf die US-Kritischen Fraktionen bestimmt eine der Antworten…

  2. Als ich eben die Überschrift zu Ihrem Artikel las, wollte ich eigentlich mit diesem Kommentar entschieden widersprechen. Denn grundsätzlich stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch, wenn ich an Überwachung politisch Andersdenkender (aus Sicht des Systems) denke. Egal, welcher Couleur. Anders verhält es sich bei Landes- / Volksverrat, bzw. dem Verstoß gegen Menschen- und Völkerrecht. Da hört jeder Spaß auf. Von den in Ihrem Blogeintrag angedeuteten Themenfeldern hatte und habe ich nicht den blassesten Schimmer. Umso gespannter bin ich auf Heft 3. Denn DAS wäre (ist) ein ziemlicher Hammer und würde mich, der ich wahrlich NICHT aus der „linken Ecke“ komme, vor dieser aber immer Respekt und Achtung hatte (AntiFa & Derivate als Systemsteigbügelhalter selbstredend ausgenommen) und in die ich auch immer ein Stück Hoffnung gesetzt habe, maßlos(!) enttäuschen.

  3. „Dass die Realo-Führungsleute im Dienste ausländischer Interessen arbeiten. Erinnert man sich an die Wikeleaks-Protokolle über Gysi (s. COMPACT 3/2011)?“

    Also, mich erinnert das an ’ne ziemliche Scheiße. Die wir da ‚mal hatten. Ein Kack mit was vornedran, zur Tarnung. Irgend was mit „J“ am Anfang. Joschua, Josch oder so ähnlich…

  4. Was könnte denn Gysi den Amis noch verraten, was die CDU/CSU samt FDP nicht bereits vorher verraten haben? Und überhaupt, so „brav“ wie die Merkel ist, fragt sie bestimmt vorher in Washington an, was sie sagen und tun darf.

    In Deutschland tummeln sich die verschiedensten Geheimdienste, ohne daß dies unterbunden wird. Dabei geht es nicht allein um Politik, sondern auch um Wirtschaftsspionage.

    Der Verfassungsschutz ist doch vor allem dazu da, die Bevölkerung zu desinformieren und einzuschüchtern.

    mit freundlichen grüßen

  5. Hi!

    Jürgen“Ist es vorstellbar, dass einer Fraktion im deutschen Geheimdienst die Einflussnahme amerikanisch-zionistischer Hardliner auf deutsche Parteien eine Beobachtung wert ist?“

    Das Machtzentrum des globalen Kapitals ist Washington. Oder?
    ( siehe Bye bye USA – lesen ! )
    Also ist es vorstellbar.Schliesslich wollen und müssen Marionetten permanent animiert werden. Sie haben keine eigene Seele.

    mpg Philzer

  6. Sehr schön! Ja, da ist was dran.
    Aber mal bildlich und ganz konkret: Das wäre ja ein Ding, gruselig…

  7. J.E.: „Dass die Realo-Führungsleute im Dienste ausländischer Interessen arbeiten“

    Genau den Verdacht hege ich auch. In den anderen Bundestagsparteien gibt es solche auch … und da ist Gutti nicht der einzige.

  8. „prince charming

    Januar 27, 2012 at 12:12

    JE als GRÖVATZ, (größter verschwörungstheoretiker aller zeiten). “

    *grins*

    Ansonsten habe ich zum Thema auch anderes gelesen … angeblich sollen schon vor allem die „radikalen“ Teile der Linkspartei „überwacht“, die sogenannten „Realos“ dagegen nur „beobachtet“ werden (weil sie halt bekannter sind).
    Ein bißchen spielt wohl auch das Kalte-Kriegs-Klischee von den (Ex-)Kommunisten auch schon noch eine gewisse Rolle bei den Typen vom VS, politisch unbedarft, wie sie offensichtlich sind.
    Meine vorrangige Kritik an der Linkspartei ist natürlich eine ganz andere als diese, aber auch eine andere, als sie J. E. hier äußert.
    Sie ist mir keineswegs zu „rot“, aber insgesamt auch nicht zu „prozionistisch“ oder zu USA-freundlich, sondern vor allem zu linksalternativ, zu grün, zu sehr „Multikulti“, zu EU-freundlich und ganz allgemein zu „politisch korrekt“.
    Das trifft alles mehr oder weniger auf alle Flügel der Partei zu.

  9. Ich denke, dass alle PDL- Abgeordneten überwacht werden. Auch die Funktionäre und Mitarbeiter bis runter auf Kreisebene.

    Die Wahrheitsbewegung weiß jedoch viel zu wenig, über die Dynamik und Wechselbeziehungen zwischen LinksPartei und frei flukturierenden Gruppen und Interessen. Es fehlt ansatzweise jede Transparenz. Auch weil die Mitarbeit nur Vetrauensleuten mit kongruenter Gesinnung und ähnlichem Persönlichkeitstypus erlaubt wird.

  10. @alle: Es gibt noch eine weitere plausible Erklärung für die Überwachung:
    Lt. Andreas Popp (neustes youtube viddeo, zu aktuellen Fragen)
    war Gesine Lötzsch die einzige ihrer partei, die sich gegen den ESM ausgesprochen hat. Der ESM ist ja bekanntlich eine ver-
    fassungswidrige Konstruktion, was das Parteienkartell nicht hindert, ihm zuzustimmen. Der Verfassungsschutz agiert hier
    als Staatsschutz. Petra Kelly sagte einmal, der beste Verfassungsschutz ist eine unabhängige presse.

  11. Zum Thema „Antideutsche Fraktionen“.
    Auch ein Inländer, der exzessive antideutsche Parolen vorträgt (etwa Löchner: „Ich fördere den Volkstod“), hat Motive, die ihm sein deviantes Verhalten ermöglichen.

  12. „::.Merkel-gleich, Israels Sicherheit sei deutsche Staatsräson?“

    A propos: Wann genau hat die BRD sich eigentlich mit Haut und Haaren dem Staate Israel verschrieben ?
    Die alte BRD hat – wohlwissend, daß zwischen beiden Ländern keine normalen, für beide Seiten nützlichen Beziehungen möglich sind – zu Israel auf Abstand gehalten. Gelegentlich hat sie die Israelis sogar offen brüskiert.
    ch erinnere mich an den Fall eines israelischen Botschafters, der auf Verlangen des Bundeskanzlers Schmidt aus Bonn abberufen und durch einen kooperativer gestimmten Mann ersetzt wurde. Bis in die 90er Jahre ließ sich die Position der Bundesrepublik im israelisch-palästinensischen Konflikt füglich mit dem Wort „Äquidistanz“ bezeichnen. Während es unter den Bedingungen des Kalten Krieges in der nicht links- oder rechtsradikal gestimmten Mehrheit Mode wurde, sich an den militärischen Leistungen der Israelis zu delektieren, verfolgten die Regierungen eine Politik des Minimalismus: Sie erbrachten die vereinbarten Entschädigungsleistungen und das war`s auch schon. Allzu große Konzessionen an die israelische Seite des Konfliktes wären den deutschen Wirtschaftsinteressen in der islamischen Welt nicht förderlich gewesen. Der letzte Repräsentant dieser außenpolitischen Doktrin war bekanntlich Möllemann.

    Wann und warum, frage ich mich, hat sich diese Politik geändert ?

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