Professor Hankel: Raus aus dem Euro!

Eurokritiker sind die wahren Europäer! Auszug aus dem COMPACT-Buch DER EURO VOR DEM ZUSAMMENBRUCH

Der aktuelle Band in der Buchreihe COMPACT enthält ALLE Referate der Konferenz „Der Euro vor dem Zusammenbruch“ Ende September 2010 in Berlin – also von Hankel, Schachtschneider, Otte, Mross, Farage, Clauss, Blessing, Eichelburg, Elsässer. Das Buch knn über http://www.compact-reihe.de oder direkt über info@juergen-elsaesser bestellt werden.

Hier ein Auszug aus dem Buch-Text von Prof. Wilhel  Hankel, der derzeit in Karlsruhe gegen den Euro-Rettungsschirm klagt:

Eurokritiker sind die wahren Europäer

Unter den vielen Empörungen, unter denen ich bisher gelitten hab, hat mich die fast am meisten empört, dass die Eurokritiker als Antieuropäer dargestellt werden. Meine Damen und Herren, wir sind die wahren Europäer, die vor diesem Einsturz gewarnt haben. Die Demokratie, für uns ein hohes Gut, nimmt in allen Euroländern, besonders in Deutschland, Schaden, wenn man ein Volk betrügt, belügt und seiner bürgerlichen Ersparnisse beraubt.

Deswegen finde ich als genauso empörend, wenn man die Eurokritiker nicht nur als Antieuropäer, sondern als DM-Nationalisten beschimpft wird. Mich persönlich hat kürzlich der stellvertretende Finanzminister dieses Landes angeschimpft, in München. Wir sind keine DM-Nationalisten. Wir sind Demokraten, die für das demokratische Recht eines Volkes kämpfen, sein eigenes Schicksal zu bestimmen, und dazu zählt nicht zuletzt auch, über die eigene Lebensplanung, die eigenen Arbeitsplätze und Ersparnisse bestimmen zu dürfen. Wir alle haben Kinder und Enkel.

Was wäre die Alternative, für die wir alle, Sie und ich, kämpfen müssen?

Entweder, und ich würde sagen, es ist die leichtere Version, entweder muss die Eurozone bereinigt werden um die heutigen Inflations- und Defizitländer, die ihren Staatsbankrott mit unserer Hilfe, wie Konkursbetrüger mit Hilfe der Banken, verschleiern. Also die Kürzung der Eurozone auf die Länder, die sich an die europäischen Verträge halten, für die der Stabilitätspakt verbindlich ist, für die die Klausel gilt, dass jeder Staat seine eigene, gesunde Finanzpolitik betreiben muss, und keinen Anspruch hat auf fremdes Geld.

Das würde bedeuten, die Eurozone wird zu einer Hartwährungszone, und wenn ich mich umschaue in Europa, gehören nur ganz wenige Länder dazu. Es wäre eigentlich die alte DM-Zone, denn zu Zeiten der DM hatten wir eine kleine Gruppe von Ländern, die ohne jeden Vertrag, ohne jede Absprache, es für ihre vernünftigste Aufgabe hielten, eine feste Währungsrelation zur DM zu halten, weil es in ihrem eigenen Interesse war.

Dazu zählten Österreich, die Niederlande, Dänemark und in gewissem Umfang auch die Schweiz; damals hatten wir den festen Wechselkurs in Europa in dieser Gruppe. Nicht, weil irgendein Land gezwungen wurde, nicht, weil irgendein Land dazu übervorteilt wurde, sondern, weil es im Selbstinteresse dieser Länder lag, mit der DM Schritt zu halten, DM-Stabilität in den eigenen Ländern zu haben, und wer die gleiche Stabilität im eigenen Land hat, wie der Nachbar, der muss nicht fürchten, dass es Währungsturbulenzen, Spekulationskrisen und dergleichen gab. Ich habe nie von einer Guldenkrise Hollands, nicht von einer belgischen Krise, nie von einer Dänische Kronen-Krise gehört, nie, so lange wir die DM hatten.

Aber diese verkleinerte Währungsunion, Variante eins, die wäre attraktiv für die anderen Stabilitätsländer in Europa, für die Schweiz, für Skandinavien, und vielleicht auch für ein saniertes England. Säße ich im Europaparlament, würde ich wahrscheinlich als Europäer für diese Hartwährungsunion kämpfen. Aber ich stehe vor ihnen als deutscher Ökonom und deswegen sage ich, es gibt noch eine zweite Lösung, die die wahrscheinlich zukunftsträchtigere ist.

Vergessen wir die Idee der verordneten Währungsunionen. Sie sind immer, entweder, und die Geschichte beweist es auf Schritt und Tritt, Schönwetter-Arrangements, wie etwa auch die alte DM-Zone, oder aber beruhen auf Betrug, Ausbeutung und Übervorteilung anderer, und sie sind immer geplatzt.

Ich kenne in der dreitausend-jährigen Geschichte, die ich studiere, auf Währungsgebieten keine Währungsunion, die ihre erste, große Krise überlebt hat. Die Währungsunion der Skandinavier, die es mal gegeben hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die scheiterte in der großen Weltwirtschaftskrise vor achtzig Jahren, weil jedes Land seine eigenen Probleme lösen musste. Eine früher einmal von Frankreich geführte lateinische Münzkonvention von Frankenländern, von der Frankreich wahrscheinlich heute noch träumt, ist 1922 in der großen Inflation gescheitert. Währungsunionen haben ein kurzes Leben. Deswegen plädiere ich letztlich für die Rückkehr zur nationalen Währung.

Währung und Staat lassen sich nicht trennen

Es ist die unumstößliche Erkenntnis in meinem Fachgebiet, dass sich Währung und Staat nicht verbinden lassen, denn letztlich sind es die Gesetze des Staates, die eine Währung schützen. Sie müssen allerdings eingehalten werden. Und wir hatten fünfzig Jahre in der DM-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, das war eine schöne Zeit, sowohl währungspolitisch, wirtschaftlich wie geschichtlich die glücklichste Zeit, die wir Deutsche je erlebt haben, jedenfalls im Westen. Wir haben mit der DM eine staatlich geschützte Währung gehabt, die stabilste in Europa, und neben dem Schweizer Franken wohl auch die stabilste in der Welt. Wir haben mit dieser Währung den Aufstieg im Westen aus den Trümmern geschafft, Deutschland zurück gebracht in den Kreis weltwirtschaftlich und international geachteter Nationen. Und an diese Grundlage, die eine „unbedachte“ – ich drücke mich sehr vorsichtig aus, vielleicht sollte man ein anderes Wort gebrauchen – Regierung unter Helmut Kohl verlassen hat, müssen wir  anknüpfen. Das würde bedeuten, mit der Währung kehrt die Stabilität zurück, mit der Währung, der neuen DM, der Volksmark, wie ich heute hörte, würden wir von den Abwertungsgefahren in die Aufwertungszone rutschen, und Aufwertung, meine Damen und Herren, ist die sicherste Gewähr dafür, dass jeder von uns für seinen Geldwert Güter und mehr Zukunft bekommt.

Karl Schiller, mein unvergessener Boss vor dreißig Jahren, prägte damals in einer erregten Debatte über die DM-Aufwertung das schöne Wort von der Sozialdividende. Wer eine Aufwertung der Währung hat, hat eine Sozialdividende. Denn das ganze Volk kann mit dieser DM, zuhause verdient, im Ausland nicht nur billiger reisen, es bekommt billigere Energie, billigeres Benzin, billigere Bananen und ein höheres Wirtschaftswachstum, weil die Aufwertung automatisch dazu führt, dass die Zinsen sinken, und Auslandskapital nicht das Land verlässt, sondern Auslandskapital in dieses stabile Land herein kommt.

Deswegen ist die Rückkehr zur DM die Grundlage für einen neuen Wohlstand in Deutschland, das Ende eines Alptraumes Europa, und gleichzeitig würde Deutschland mit dieser DM und mit dieser Aufwertungschance dem besten Dienst für Europa leisten, denn der Westen würde wieder das werden, was er zu DM-Zeiten waren Die Wohlstandslokomotive für ganz Europa. Für ganz Europa.

Ich hoffe, ich habe Sie mit dieser Vorlesung nicht gelangweilt, ich weiß, mein Fach ist schwierig, aber ich wollte Sie davon überzeugen, dass der beste Weg für Deutschland in der Zukunft in der Rückkehr zur alten Währung liegt. Ich bedanke mich.

8 Kommentare zu „Professor Hankel: Raus aus dem Euro!

  1. Sehr Richtig!

    Aber die bürokratische EU-Diktatur macht einfach weiter und verschuldet uns auf ewig. Es werden schlimme Zeiten auf uns alle zukommen.

  2. In Ergänzung zu Helmut Schramm:
    Und das Berlin-hörige BVG fällt der politischen Klasse nicht in den Arm, sondern läßt es bei seiner Rechtsbruch-Haltung
    gewähren!
    Weil der Richter-Wahlausschuß des Bundestages eine illegale
    Gewaltenvereinigung der Judikative mit der Legislative ist!

  3. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung wollte den Euro nie haben und trotzdem wurde er gegen den Willen der Mehrheit und ohne demokratische Abstimmung uns aufgewürgt. Ich erinnere mich noch genau nach der Euroumstellung als ich in die Geschäfte ging. Auf den Preisschildern mehrerer Artikel blieb die Zahl unverändert stehen und anstatt DM stand dann € drauf. Was vorher 1DM kostete, wurde dann für 1 € verkauft. Eine Teuerungsrate um 100%. Helmut Kohl hatte die Jahre vor der Euroeinführung herumgeschwafelt, dass der Euro uns wirtschaftlichen Wohlstand, Frieden und Freiheit bringen wird. Dazu sei der Euro keineswegs ein unkalkulierbares Risiko. Die Euro sei ja so eine tolle Sache, dass man im Vorfeld auch nicht abstimmen müsse, schließlich muss man die dummen Bürger zu ihrem Glück zwingen (lach). Man sieht doch heute welchen Segen und Freude wir nun mit dem Euro und den Folgen haben.

    Wovon ich auch nichts halte, wenn manche Wirtschaftsleute über einen Nord- und Südeuro reden und es als Lösung darstellen. Durch eine Euroteilung würde, meiner Meinung nach das Problem kurzfristig geringer, aber langfristig würde uns das wieder erneut in den Schlamassel ziehen. Es wird Zeit das dieses ganze EU-Gebilde, was immer weniger Leute haben wollen, endlich zusammenbricht. Ich kann es kaum erwarten, wenn wir wieder unsere gute alte D-Mark zurückbekommen.

  4. D’accord!

    Wir leben allerdings nur in einer Scheindemokratie und selbst das bisschen Schein wird uns Brüssel noch streichen.

    Also?

    Gute Analysen sind es nicht, an denen es mangelt. Auch Sie haben da schon einige gute Worte gefunden. Aber gibt es denn eine Volksinitiative bzw. eine Initiative die das Volk auf die Straße oder wenn es sein muss auf die Barrikaden bringt?

    Die Zeit wird langsam knapp und die Krake zieht bald die Fangarme zu.

  5. Mike F.: gewiß, 70% der Deutschen waren 1993 gegen den Euro, leider haben aber nur 2% bei der Europawahl 2 Parteien
    mit Anti-Eurohaltung gewählt, 0,8% die D-Mark-Partei
    und 1,1% den Bund Freier Bürger!
    Obwohl es doch „nur“ Europa- und nicht Bundestagswahlen waren, sahen sich die Euro-Gegner leider nicht in der
    Lage, ihr Kreuzchen am richtigen Fleck zu machen, das Bewußt
    sein unserer Mitmenschen ist erbärmlich!

  6. …der beste Weg für Deutschland in der Zukunft liegt in der Rückkehr zur alten Währung.

    Was, wenn es für Deutschland genau so nicht werden soll? Was, wenn Deutschland in die EU gepresst wurde, damit es endgültig zerstört werden kann? Was im II. Weltkrieg begann vollendet die EU nun!
    Die Angst und der Neid vor dem deutschen Können, dem Fleiß, der Beharrlichkeit, Zuverlässigkeit ist europaweit seit jeher viel zu groß.
    Kohl und die ehemaligen Alliierten haben uns über die Wiedervereinigung dazu gezwungen, diesen Weg zu gehen. Das haben Sie richtig angedeutet. Am Ende werden wir darunter zusammenbrechen. Aber vielleicht befreit uns Deutsche das endlich von diesem grausamen Joch! Ein hoher Preis, den wir da zahlen!!!!

  7. Wir müssen aus diesem Sumpf heraus. Ich empfehle einen Vortrag von Herrn Hans Olaf Henkel, der früher auch für den Euro war. Es ist schon fast zu spät. Außerdem kann man sagen, die Eurokrise ist keine Krise, sondern ein Einnahmeproblem. Die Armen bezahlen keine Steuern, und die Reichen erst recht nicht, Nur die dummen noch arbeitenden zahlen sich dumm und dämlich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s