Die etwas andere Scharia

Alles Scharia,oder was? Würde man den geBILDeten Normalbürger fragen, würde der die Scharia vermutlich als Anleitung zu Steinigung und Verfolgung „Ungläubiger“ interpretieren. Richtig ist: Wie jedes religiöse Gesetzbuch – auch die Tora bspw., – enthält auch das islamische archaische Vorschriften, die in einer Demokratie nicht geduldet werden können. Aber die Scharia lässt sich nicht darauf reduzieren: Zum Beispiel enthält sie sehr interessante Vorstellungen zum Umgang mit Kapital, Geld und zum Zins, die nicht der Demokratie, sondern nur dem westlichen Finanzkapital schaden (und damit indirekt der Demokratie nutzen können) .  Lesen Sie dazu einen Artikel aus dem gänzlich unverdächtigen Webportal derwesten, der Internetplattform der WAZ-Gruppe.

http://www.derwesten.de/nachrichten/Die-Moral-der-Scharia-Banken-id4098941.html

Geldmarkt: Die Moral der Scharia-Banken

Nachrichten, 26.12.2010, Maira Schmidt

Essen. Islamische Geldinstitute dürfen nicht zocken. Vielleicht sind sie deshalb besser durch die Krise gekommen.

Bankenabgabe, Börsensteuer – nach der Finanzkrise wollen Europas Staaten Geldinstitute und Anleger an den Kosten des Risikos beteiligen. Die Regulierung der Fi­nanzmärkte ist der Versuch, allzu spekulative Geschäfte unattraktiver zu machen. Ob das gelingt, ist ungewiss.

Dabei gibt es längst Kreditinstitute, die sich selbst strenge moralische Regeln gegeben haben. „Scharia-Banken“ nennen sie sich, basieren auf den Regeln des Islam und haben der weltweiten Finanzkrise erfolgreich getrotzt. „Die islamischen Banken haben sich ziemlich schnell von der Krise erholt“, sagt Mounsif Chtaiti vom Institute for Islamic Banking und Finance in Frankfurt.

Und tatsächlich: Islamische Finanzprodukte haben sich während der Krise auf einem kontinuierlich höheren Niveau entwickelt als herkömmliche Aktienpakete, wie ein Vergleich zwischen dem „Dow Jones Islamic Market Global Index“ und dem „Dow Jones Global Stock Index zeigt“.

Jedes Geschäft mit einem realen Gegenwert verbunden

Während Nichtmuslime mit der Scharia eher grausame Strafen und frauenfeindliche Gesetze verbinden, dürften ihre Regeln für Finanzgeschäfte beim einfachen Sparer auf breite Zustimmung stoßen. „Kreditblasen und Derivate wären nach islamischen Regeln nicht erlaubt gewesen“, sagt Chtaiti. Spekulationen, Zinsen und Glücksspiel sind den Scharia-Banken verboten. Jedes Geschäft muss mit einem realen Wert verbunden sein.

Und es geht noch weiter: die Geldgeschäfte müssen moralischen Regeln gehorchen. Aktien dürfen nur von Unternehmen erworben werden, die ihr Geld nicht mit Alkohol, Waffen, Pornografie oder Schweinefleisch verdienen. Kinderarbeit ist ebenfalls tabu. „Und die Löhne müssen rechtzeitig gezahlt werden“, sagt Chtaiti.

Ein „Scharia-Board“, eine Ethikkommission aus in der islamischen Welt anerkannten Gelehrten, entscheidet, welche Firmen islamkonform sind und welche nicht.

Auch islamische Banker wollen Geld verdienen

Doch Religion und Moral hin oder her, die islamischen Banker wollen wie ihre westlichen Kollegen Geld verdienen. Und das geht so: Wenn sich ein gläubiger Muslim zum Beispiel ein neues Auto kaufen möchte, das Geld auf dem Sparkonto hierfür aber nicht ausreicht, wendet er sich an seine Scharia-Bank. Da Kredite nicht islamkonform sind, erwirbt das Geldinstitut das Fahrzeug und verkauft es zu einem höheren Betrag an den Bankkunden weiter. Dieser stottert den Kaufpreis dann auf Raten bei der Bank ab.

Bei einer Baufinanzierung erwerben Bank und Kunde die Immobilie gemeinsam. An­schließend zahlt der Kunde Miete für den von der Bank erworbenen Anteil und kauft ihn ihr zudem Stück für Stück ab. „Die Bank trägt das Risiko mit. Das legitimiert den Ge­winn“, sagt Chtaiti.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland bisher trotz 4,6 Millionen Muslimen keine Scharia-Bank. Chtaiti sieht den Grund im deutschen Rechtssystem. Es mache islamkonforme Kreditgeschäfte unrentabel. Bei einer Baufinanzierung in der oben beschriebenen Art fällt zum Beispiel zweimal Grunderwerbssteuer an, zum ersten Mal, wenn Bank und Kunde die Immobilie gemeinsam er­werben und zum zweiten Mal, wenn der Kunde der Bank ihren Anteil abkauft.

Bafin ohne Bedenken

Dem deutschen Finanzmarkt entgeht ein riesiges Ge­schäft. Weltweit sind rund 700 Milliarden US-Dollar in scharia-konformen Finanzprodukten angelegt, heißt es bei der Bankenaufsicht Bafin. Muhammad Al-Jasser, Gouverneur der saudi-arabischen Zentralbank SAMA (Saudi-Arabien Monetary Agency) spricht von einer jährlichen Wachstumsrate von rund 15 Prozent. Deutschland hinke dem Wachstumsmarkt weit hinterher, sagte Bafin-Präsident Jochen Sanio.

Die Finanzaufsicht will im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten dazu beitragen, scharia-konformen Produkten den Boden zu bereiten. Es gebe keine grundsätzlichen aufsichtsrechtlichen Hindernisse, die der Gründung und Lizenzierung einer islamischen Bank im Wege stünden.

39 Kommentare zu „Die etwas andere Scharia

  1. Das war die Überschrift eines Artikels in der FTD am 04.03.2009

    „Scharia im Petersdom“

    „Ratschläge zu Finanzanlagen sind aus dem Vatikan selten zu hören. Jetzt fordert der Kirchenstaat Banker auf, sich bei Investitionen doch bitte in Zukunft an die Regeln des islamischen Rechts zu halten.“

    Tja, der Kopf ist rund damit das Denken die Richtung ändern kann…

  2. O sancta simplicitas!
    Bei allem Respekt – aber Heuchelei dieser Art ist schwer erträglich. Ein Blick nach Dubai oder ins Portfolio des Citigroup Großaktionärs Alwaleed Bin Talal genügt.

    Und ferner: Was zum Henker unterscheidet denn eine sogenannte „Rate“ gemäß Scharia vom herkömmlichen Schuldendienst. Beides sind Zahlungsverpflichtungen des Kunden gegenüber dem Kreditinstitut. Und in beiden Fällen verlangt die Bank eine Sicherheit in Form eines Eigentumsvorbehalts.
    Kurzum: Mit dem Ausdruck „Zins“ ist noch lange nicht die Sache selbst beseitigt.

    „Denn eben wo Begriffe fehlen,
    da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
    Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
    mit Worten ein System bereiten,
    an Worte läßt sich trefflich glauben,
    von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.“

    Vgl.
    ISLAMIC BANKING ISN`T ISLAMIC
    http://www.islamic-finance.com/item100_f.htm

  3. Muslim-Markt interviewt
    Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger, Volkswirtschaftler
    10.12.2005
    Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger (Jahrgang 1941) hat nach dem Abitur eine Lehre zum Industriekaufmann abgeschlossen und dann in West-Berlin, Grenoble (Frankreich) und Durham (USA) Ökonomie und Philosophie studiert und mit einem „Master of Arts in Economics“ abgeschlossen. Anschließend hat er mit einem Forschungsauftrag der Max-Planck-Gesellschaft an der Freien Universität Berlin und an der Technischen Universität Berlin zum Dr. phil. in Philosophie und zum Dr. rer. pol. in Volkswirtschaftslehre promoviert. Danach war er 20 Jahre Manager in Deutschland, Italien und Lateinamerika.

    Ab 1988 war er neun Jahre Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft in Pforzheim (D) und an der California State University (USA). 1992 hat er das erste multinationale europäische MBA-Programm initiiert und begründet (ein Gemeinschaftsprojekt von fünf führenden Wirtschaftsfakultäten aus Deutschland, Frankreich, England, Italien und Spanien) und 1997 das BUSINESS REFRAMING® INSTITUT mit gegründet.

    http://www.muslim-markt.de/interview/2005/berger.htm

    Christliche Soziallehre

    http://www.vergessene-buecher.de

    http://www.berndsenf.de

    Deutscher Freiwirtschaftsbund, in dem ich Mitglied bin.

    http://www.freiwirte.de

  4. die bank kauft das haus und verkauft es dann mit aufschlag an den kunden weiter. statt zins eben aufschlag und statt verzinster rate eben entsprechende miete. zinsen = gewisse gebühren. sorry aber wo ist das reelle unterschied????

    und wenn der käufer die raten nicht aufbringen kann, egal warum, was dann??? das haus bleibt sicherheit der bank und ist dann weg.

    michael saleh gassner, seines zeichens muslimischer finanzberater: „Man bekommt kein Totengebet, bevor die Schulden nicht bezahlt sind“

    was das für einen gläubigen muslim bedeutet, kann ja hier ein gläubiger muslim mal erklären.

    es ist nicht soviel dran an der „menschlichen finanzwirtschaft“ wie es scheint und außerdem ist eine seltsame praktik irgendwelche „vorteile“ mit eklatanten missständen aufrechnen zu wollen. finde ich jedenfalls 😉

  5. Winston/Chicano: Sie sind nicht auf den Inhalt des Artikels eingegangen, sondern haben sich am Wort „Zins“ festgebissen

  6. Hallo Jürgen, Hallo Blog-Leser,

    hoffe Ihr seid alle gut durch die Feiertage gekommen.

    @chicano

    Zuviel Pi-News lesen führt zu Hirnerweichung.

    MfG

  7. winston? egal:

    das schariabanking keine so großen virtuellen finanzblasen aufkommen läßt ist ja ein vorteil gegenüber bekannten finanzolgarchien westlicher prägung. will ich gar nicht absprechen!

    wollte aber eher darauf hinweise das es mit der moralisch-menschlichen auch nicht weit her ist beim schariabanking.
    mit andren worten, es gibt auch bei uns schon länger etwas kleinere privatbanken die auf nachhaltigkeit ausgerichtet sind und die gleichen vorteile bieten, wie die von ihnen genannten. dafür brauche ich keine schariabank hier die nur die scharia salonfähig machen soll bei uns und die „langsame“ auflösung oder darf ich schreiben „verdünnung“ der deutschen, abendländischen kultur (die zugegebenermaßen neue impulse braucht) weiter vorantreiben würde.

    mfg

  8. außerdem ist man sich auch nicht zu schade mit instituten wie der deutschen bank zusammenzuarbeiten bzw diese nach schariarecht zu lizensieren. die hat seit 2004 mehr als 50 islamische fonds herausgegeben.

    man macht alos mit allen gechäfte die profit bringen, nur eben über „umwege“. oder ist die deutsche bank seit neustem halal???

  9. „Richtig ist: Wie jedes religiöse Gesetzbuch – auch die Tora bspw., – enthält auch das islamische archaische Vorschriften, die in einer Demokratie nicht geduldet werden können.“

    FAST richtig. Richtig ist nämlich auch, wie ich früher schon chicano 10000 mal erklärt habe, dass gewisse Strafen keine VORSCHRIFT sind, also nicht unbedingt durchzuführen. Selbst Iran tut das nicht.
    Ansonsten ist der Artikel weitgehend gut.

  10. Bei diesem Artikel bitte ich um eine Scharia-Kostennote, eine belegbare finanzielle Aufschlüsselung über ein Haus/Autokauf/Warenkredit.

    Ich weiß worauf du mit deinem Artikel hinweisen möchtest.., aber dem sogenannten Konsumenten ist es herzlich egal, ob er bei einem Kredit für ein Häuslekauf 100.000 Euro aufnehmen muß und später in der Gesamtsumme 200.000 Euro zurückzahlen wird, -also das „Doppelte“ zurückzahlen muß-, was eigentlich schon verrückt genug wäre/ist.

    Und..Zinsen stellen ein leistungsloses Einkommen dar, das erwirtschaftet/geschaffen werden muß. Quasi Luftwerte mit einem künstlichen Begrenzungspfosten, um Zuckerbrot und Peitschenhiebe verteilen zu können!!

  11. Ich muß mich ein wenig korrigieren, dem Konsumenten ist natürlich nicht egal, wie viel er später in der Gesamtsumme zurückzahlen wird, aber so viele Möglichkeiten gibt es nicht, sich einer Doppelbezahlung zu entziehen. Es ist ja fast Standard in Deutschland, der Bank über Zinsen ein zweites Haus über seine Arbeitskraft zu spendieren!

    🙂

  12. Oh doch – ich bin sehr wohl auf den Artikel eingegangen. Es sollte hinreichend klar geworden sein, daß das, was im Artikel unter der Zwischenüberschrift „Auch islamische Banker wollen Geld verdienen“ beschrieben wird, sich im wesentlichen mit dem deckt, was in unseren breiten üblich ist.

    Das Problem besteht doch nicht darin, daß Kreditinstitute fehlten, die verantwortlich wirtschaften. Es gibt Bausparkassen und flächendeckend Genossenschaftsbanken.

    Und endlich: Vorsicht vor allem, was zu enge Verbindungen zu den wahhabitischen Scharia-Heuchlern aus Saudi Arabien aufweist.
    Ich weiß durch persönliche Kontakte, wie Muslimen bei Baudarlehen von ebenso fromm auftretenden wie geldgierigen Glaubensbrüdern das Fell über die Ohren gezogen wurde.

  13. @ arthur

    „Zuviel Pi-News lesen führt zu Hirnerweichung.“

    dann sollten sies nicht konsumieren. übrigens machen steine auf kopf ebenso das hirn weich 😉

  14. „Man bekommt kein Totengebet, bevor die Schulden nicht bezahlt sind“, sagt Michael Saleh Gassner, der die islamischen Märkte für eine Schweizer Privatbank beobachtet, lange am Golf gelebt hat und im Zentralrat der Muslime für die Zertifizierung islamischer Finanzprodukte zuständig ist.“

    quelle: http://islam.de/13562.php

    und wenn du was auszusetzen hast, dann beleg es wenigstens ansatzweise, arthur, anstatt von weichen hirnen zu reden 🙂

  15. Als vorbildlich empfinde ich eher das während der Wirtschsftskrise stabil gebliebene kanadische Banken-System!
    Und die katholischen Gemeinde-Sparkassen des 18. und 19. Jahrhunderts…die zinsfrei unter Beteiligung an den Realgewinnen der mittelständischen Unternehmer und Handwerker arbeiteten.
    Diese Sparkassen waren in kommunaler Selbstverwaltung der Gemeinden!

  16. fatima, ich habe dich heute in einer sendung des dritten fernsehens gesehen, ein beitrag über eure islam-gruppe und den alltag in delmenhorst mit all jenen themen (integration, deutsch-und-nicht-deutsch-sein, bebauungspläne etc., ) jedenfalls war schon interessant. ein etwas anderer blick auf euch und die art, wie ihr mit der situation umgeht.

  17. Von dem al Kaida und Taliban Bashing des Mainstreams jetzt ins Gegenteil zu verfallen und alles was aus dem islamischen Kulturkreis kommt als überlegen zu preisen ist aber auch nicht gerade zielführend für eine linke und nationale Politik.
    Kann insbesondere chicano und Winston Smith (siehst die Zukunft hoffentlich nicht ganz so ausweglos wie der Name vermuten läßt – mal als Randbemerkung) in ihren Anmerkungen beipflichten, das der reale Unterschied nicht sehr gross ist.
    Ebenso dürfen beim Schariabanking z. Bsp. Kredite der Bank nicht an Dritte verkauft werden.
    War bis vor einigen Jahren bei uns aber auch noch verboten. Wie viele andere „Finazinnovationen“ auch.
    Was hindert uns also, vernünftige Regeln, gegen Hedge
    Fonds, vagabundierendes Kapital und Zockermentalität einzuführen.
    Falls sich vom Schariabanking das ein oder andere adaptieren lässt – okay, mehr aber auch nicht.

  18. Zinsen ja, Wucher nein.
    Am Bankschalter stehen immer zwei Menschen, einer hinter, einer vor dem Schalter. Die Gier hat mehr zur Krise beigetragen als der Zins.

  19. „Was hindert uns also, vernünftige Regeln, gegen Hedge
    Fonds, vagabundierendes Kapital und Zockermentalität einzuführen.
    Falls sich vom Schariabanking das ein oder andere adaptieren lässt – okay, mehr aber auch nicht.“

    Es ist doch vor allem der Zins, der sich so destruktiv nicht nur für den Einzelnen, sondern für ganze Volkswirtschaften auswirkt! Ansonsten habe ich aus J.Elsässers Artikel nichts anderes herausgelesen als das oben Zitierte, wo ist das Problem? Was spricht denn dagegen, von anderen Konzepten zu lernen?

    @ chicano: Man sollte es in der Tat möglichst vermeiden, Schulden zu machen.

  20. @ j. elsässer

    „und von banken ohne zins?“

    auch wenn klaus gemeint war, lars hat doch ein gutes beispiel gebracht. warum die schaira ins gespräch hier bringen, warum in die ferne schweifen, wenn das gute liegt so nah (zumindest als idee und vorbild abendländischer prägung)???

    scharia, multikulti, moscheeräume in schulen, weihnachtsymbolik out beim roten kreuz usw usw usw

    wenn hier nicht kulturen und völker zum einheitsbrei gequirrlt werden sollen, was dann????? wenn dem islam der islam wirklich teuer ist dann sollte er in den ländern bleiben, die den islam seit jeher als leit“kultur“ leben und nciht ausschwärmen, denn das wird nicht nur das ende des christentums werden, sondern das ende jeder religion. ausgenommen der new world order-phanteismus-soße!

    warum sollten polizisten in deutschland zur not türkisch können???? warum müssen DEUTSCHE polizisten KEINE deutschen staatsbürger mehr sein????

    http://www.echo-online.de/nachrichten/landespolitik/Multikulti-bei-der-Polizei;art175,1472628

    das ist antideutsch in reinkultur.

  21. Worauf zielt denn die scheinheilige Salbaderei der Herren Chtaiti, Al-Jasser etc. betreffend „islamic banking“ ab? Darauf, eine gesetzliche Extrawurst (kosch.. ähm halal versteht sich) für sich herauszuschlagen.

    „Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland bisher trotz 4,6 Millionen Muslimen keine Scharia-Bank. Chtaiti sieht den Grund im deutschen Rechtssystem. Es mache islamkonforme Kreditgeschäfte unrentabel.“

    Und wer bricht bei der Lektüre solcher Sätze nicht in schallendes Gelächter aus: „Anschließend zahlt der Kunde Miete für den von der Bank erworbenen Anteil und kauft ihn ihr zudem Stück für Stück ab. „Die Bank trägt das Risiko mit. Das legitimiert den Gewinn“, sagt Chtaiti.“

    Die Frommen und Frömmler sollen also durch „zinsfreie“ Rabulistik übertölpelt werden: ´Unsere Geschäfte sind halal, denn die 700 EUR, die Sie monatlich abstottern, heißen bei uns nicht Zins, sondern Gebühr, Ratenzahlung, Honorar, Miete – suchen Sie sich aus, was Ihnen am besten gefällt! – 700 EUR sind ja wirklich nicht zu viel verlangt, schließlich tragen wir ein immenses Risiko: wir sind Eigentümer eines Hauses im wilden Germanistan; das könnte ja jederzeit durch einen Meteoriten, ein Erdbeben, einen Tornado vertilgt werden.´

    Und dem westlichen Hornvieh macht man die Sache mit dem „Argument“ schmackhaft, daß ja auf diese Weise ein Teil der von Bernanke, Geithner & Co. ausgegossenen Schmier(öl)gelder, aus dem Trog der „fetten Schweine“ (Zitat Peter Scholl-Latour) aus Saudi Arabien, Kuwait etc. angelockt würde.
    Und das wäre ja gut für den „Finanzplatz Deutschland“, nicht wahr?

    Da mein erster Kommentar anscheinend noch immer auf „Moderation wartet“, empfehle ich abermals die folgende Lektüre:

    ISLAMIC BANKING ISN`T ISLAMIC
    http://www.islamic-finance.com/item100_f.htm

  22. Hallo,

    @chicano

    wie weit die Hirnerweichung bei manchen PI-Wölfen im Schafspelz fortgeschritten ist, sieht man an der Erwähnung der Steinigung beim Thema Islamic Finance.

    Um bei Ihrem Beispiel Totengebet zu bleiben.
    Ein praktizierender Muslim soll Schulden vermeiden und wenn es nicht anders geht, diese dann aber zurückzahlen können.
    Sie oder er wird sich dreimal überlegen auf Pump zu konsumieren und gleichzeitig zu wissen, es niemals zurückzahlen zu können.
    Das wäre schlecht für diese heutige unsere Wirtschaft, gut für die Menschen, die sich hochverschuldet haben, von denen es allein in Deutschland genug gibt.

    Wenn Jürgen Banlen ohne Zins anspricht, hat das auch einen Hintergedanken.
    Was Zinsen für Staaten und/oder die Mehrheit der Privatpersonen bedeuten und wer davon letztendlich profitiert ist dabei zu betrachten.

    Desweiteren habe ic hdiesen Artikel nicht als Aufrif zur Einführung der Scharia in Deutschland begriffen, sondern als Denkanstoss an den einen oder anderen Berufs-Islamkritiker.
    Übrigens findet dieses Umdenken in Teilen der Finanzbranche seit der Letzten Krise statt.
    Denen geht es sicherlich nicht um Religion bzw Seelenfrieden, sondern um ein gewisses Maß an Stabilität.

    MfG

  23. Hört sich interessant an. Allerdings hat die Scharia nicht
    verhindert dass in arabischen Ländern wenige Superreiche
    so ziemlich alles besitzen. Dort ist das Mißverhältnis zwischen
    Arm und Reich ja fast noch schlimmer als bei uns.
    In der Bibel haben wir auch ein Zinsverbot sowie alle
    7 Jahren einen Schuldenerlass (5. Mose 15).
    Das wären auch gute Ideen, interessiert nur niemanden.
    Wir werden es wohl nicht erleben das im Mainstream TV
    in einer Talkshow ein „Experte“ das Wort Schuldenerlass auch
    nur in den Mund nimmt.

  24. Banken müssen zinsen nehmen, das war sogar in der DDR so. Wucherzinsen hingegen sind eigentlich schon jetzt verboten. Das sollte endlich auch durchgesetzt werden.

    Ich finde die großen international operierenden Banken sollten aufgelöst oder nationalisiert werden. Desgleichen sollte riskante internationale Geldspekulationen verboten werden.

    Wer sich beim spekulieren verhoben hat, der sollte eben bankrott gehen. So einfach ist das. Was gehen mich die Dividenten und Boni des Herrn Ackermann an. Allerdings sollte dieser dauergrinsende Spekulant für den von ihm angerichteten Schaden zur Verantwortung gezogen werden.

    Am besten im Steinbruch. Die Arbeit an der frischen Luft wird dem Stubenhocker gut tun.

  25. @klaus

    Banken müssen Zinsen nehmen, das war sogar in der DDR so.

    Nein, erklären sie mir bitte jetzt mal, warum ich zu Zinsen „nein“ gesagt habe. Es interessiert mich nicht, was in der DDR war und gewesen ist. Gibt es z.B aus Ihrer Sicht eine Alternative zum Zinssystem oder Zinseszins? Nur weil die Alt-DDR sich sozialistisch geschimpft hat und bei Ihnen nostalgische Sehnsüchte zum alten System sich Raum geschafft haben, bedeutet dies doch nicht, das ein „sozialistischer Zins“ die Lösung allen Übels wäre?

    …ich wünsche allen Teilnehmern in diesem Blog ein schönes neues Jahr!

  26. „wie weit die Hirnerweichung bei manchen PI-Wölfen im Schafspelz fortgeschritten ist, sieht man an der Erwähnung der Steinigung beim Thema Islamic Finance.“

    es ging darum auf ihre frecheiten zu antworten, denn sie waren der mit „weichen hirne“ anfing in ihrer (muslemischen?) höflichkeit.

    „Um bei Ihrem Beispiel Totengebet zu bleiben.
    Ein praktizierender Muslim soll Schulden vermeiden und wenn es nicht anders geht, diese dann aber zurückzahlen können.
    Sie oder er wird sich dreimal überlegen auf Pump zu konsumieren und gleichzeitig zu wissen, es niemals zurückzahlen zu können. Das wäre schlecht für diese heutige unsere Wirtschaft, gut für die Menschen, die sich hochverschuldet haben, von denen es allein in Deutschland genug gibt.“

    ändert gar nichts daran das nicht genügend geprüft wurde von ihren gepriesenen halalbankern, ob überhaupt zurückgezahlt werden kann! bei den westlichen kreditabzockern verlieren die schuldner wenigstens nur ihre häuser, bei ihren gepriesenen islamic-bankern verlieren die gläubigen gar ihren platz im paradies oder läßt zumindest die vielleicht nicht zahlungsfähigen angehörigen mit schmach und schande zurück in ihrer trauer. tolle moral!

    „Wenn Jürgen Banlen ohne Zins anspricht, hat das auch einen Hintergedanken. Was Zinsen für Staaten und/oder die Mehrheit der Privatpersonen bedeuten und wer davon letztendlich profitiert ist dabei zu betrachten.“

    vielleicht den hintergedanken den islam hoffähig zu machen hier. ich habe aber keine lust die verbrechen der internationaln finanzolgarchien dafür zu nutzen sogenannte islamische banken-heils-programme anzupreisen, sondern ebenso gute oder bessere modelle abendländischer art, die hier auch schon zum teil genannt wurden, zu stärken und publik zu machen.

    „Desweiteren habe ic hdiesen Artikel nicht als Aufrif zur Einführung der Scharia in Deutschland begriffen, sondern als Denkanstoss an den einen oder anderen Berufs-Islamkritiker.“

    sie können alles ansehen als was sie es ansehen wollen, so wie andere berufs-islam(?)-verherrlicher. ich stelle übrigens islam in (?) weil es so viele formen von verständnis des islam gibt und einige davon sind mir sehr nah, andere weiter entfernt als die plejaden.

    „Übrigens findet dieses Umdenken in Teilen der Finanzbranche seit der Letzten Krise statt.
    Denen geht es sicherlich nicht um Religion bzw Seelenfrieden, sondern um ein gewisses Maß an Stabilität.“

    klar arthur (weiche hirne glauben das sicher) die finanzbranche hat doch dafür gesorgt das instabilität entsteht um dadurch ihre „höheren“ ziele zu erreichen. stabilität heißt für diese weltherrschaft.

    man ist von ihnen diese scheinhöflichkeit ja schon gewohnt, daher werde ich nciht mehr darauf eingehen in zukunft. arbeiten sie mal ihrem stil im umgang mit andersdenkenden 😉

  27. hach, da geht der puls hoch, wenn es zu Scharia und Islamic Finance kommt… also mir persönlich wäre es nicht egal, ob ich einen festen betrag mit raten (und deshalb kann man es nennen wie man will: miete oder whatever) zurückbezahle oder einen betrag, der durch zinsen wächst. komme ich in die not, ein oder zwei jahre lang meine raten nicht bezahlen zu können, dann wächst mir der schuldenberg über den kopf durch die zinsen. und darauf zielt das zinsverbot ab. nach islamischen recht bezahle ich einen festwert für eine sache, der durch eine vorher festgelegte gebühr feststeht. dann kann ich mich entscheiden, ob ich es mache oder nicht. handhabt es eine „islamische bank“ anders, wäre es für mich ebenfalls nicht halal. nur weil sich eine bank oder ein staat islamisch nennt, müssen sie ja nicht so handeln. ich weiß gar nicht, was daran immer schwer zu verstehen ist. nur weil jemand etwas islamisch nennt, kann ich mich als muslim nicht darauf ausruhen, sondern habe das meist auch zu prüfen. gerade in der heutigen zeit, in der (auch für viele muslime) das geld der neue gott ist.

    als ob es keine muslime geben würde, die die ungleiche verteilung von geld und die verschwendungssucht der superreichen nicht kritisieren würde … natürlich konnte die scharia dem nicht entgegenwirken, da sie in fast keinem der „islamischen“ ländern mehr umfassend gilt. die „islamische welt“ braucht mehr denn je eine islamische reform, aber dagegen agiert der westen sehr geschickt. und ich meine keine islamische reform à la saudi arabien. entgegen der hiesigen vorstellung ist die scharia alles andere als ein starres system, man muss nur verstehen, auf welchen gesellschaftlichen erhalt sie abzielt. das berühmte handabhacken ist das beste beispiel, denn diese strafe darf man nur im zusammenhang mit der sozialen lage eines landes sehen, in der es keine altersvorsorge in form von rentenversicherungen und ähnlichem gibt. da ist frau von ihren wertgegenständen und bargeld abhängig, deshalb ist die strafe für den diebstahl solcher sachen mit hoffentlich abschreckender wirkung diese, die es ist. zudem gilt sie auch nicht in notzeiten und auch nicht, wenn jemand irgendwo einen apfel klaut. und wie fatima schrieb, ist dies die höchststrafe, die nicht umgesetzt werden MUSS.

    dies war nur ein sehr kurzer ausflug in das islamische recht. es ist anmaßend wenn laien über ein system sprechen, das, wie Jura, jahrelang studiert werden muss.

    für alle schariaexperten, die gern hadithe auslegen, mag folgender link interessant sein:
    http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1119503549196

    in diesem sinne: ein gesundes neues jahr!

  28. Mit dem eigentlichen islamischen Bankenwesen habe ich mich noch nicht eingehend beschäftigt, kann daher wenig darüber sagen. Allerdings ist s elbst bei mir angekommen, dass „islamic banking“ nicht unbedingt auch welches ist.

    Arthur: „Desweiteren habe ic hdiesen Artikel nicht als Aufrif zur Einführung der Scharia in Deutschland begriffen, sondern als Denkanstoss an den einen oder anderen Berufs-Islamkritiker.
    Übrigens findet dieses Umdenken in Teilen der Finanzbranche seit der Letzten Krise statt.“

    Richtig. Warum manche schon wieder die Steinigung oder Polizisten ins Spiel bringen müssen, die angeblich nicht mehr Deutsche sein müssen usw, ist mir ein Rätsel in diesem Zusammenhang. Das ist übrigens nicht der erste Artikel dieser Art hier auf dem Blog:

    https://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/08/01/ohne-zins-gehts-besser/

    allerdings bekam da noch keiner Schnappatmung bei der Erwähnung „islamisches Bankenwesen“. Da kann man mal sehen, wie sich die Stimmung in Richtung Hysterie gewandelt hat.

    Buchhalter : „Allerdings hat die Scharia nicht
    verhindert dass in arabischen Ländern wenige Superreiche
    so ziemlich alles besitzen. Dort ist das Mißverhältnis zwischen
    Arm und Reich ja fast noch schlimmer als bei uns.“

    die arabischen Länder kann man größtenteils vergessen, nicht nur diesbezüglich. Die Ursache dafür erwähnen Sie ja ein paar Sätze weiter:

    „In der Bibel haben wir auch ein Zinsverbot sowie alle
    7 Jahren einen Schuldenerlass (5. Mose 15).
    Das wären auch gute Ideen, interessiert nur niemanden.“

    Es interessiert in Ländern wie Saudiarabien leider auch niemanden, was das genaue islamische Gesetz sagt.

  29. „Wie jedes religiöse Gesetzbuch – auch die Tora bspw., – enthält auch das islamische archaische Vorschriften, die in einer Demokratie nicht geduldet werden können.“

    Elsässer verwechselt wie die meisten Liberalen Demokratie und Liberalismus. Liberale setzen auf einen freiheitlichen Rechtsstaat mit verfassungsmäßiger Gewaltenteilung. Liberale wollen natürlich auch das Eigentum der Bürger mit dem bürgerlichen Rechtsstaat schützen.
    Demokratie ist hingegen die Herrschaft der Mehrheit der Staatsbürger. Die Mehrheit kann auch der Auffassung sein, daß die Rechte von Minderheiten brutal zu unterdrücken seien.
    Wenn die Mehrheit der Bürger des Irans der Meinung sein sollte, dass die Scharia insgesamt (also mit Steinigung von Ehebrechern usw.) angebracht sei, so wäre dies demokratisch durch und durch. Wenn die Mehrheit der Deutschen 1938 der Meinung war, dass der Anschluss Österreichs und des Sudentenlandes berechtigt war, so vollzog der Diktator Hitler den demokratischen Willen der Mehrheit des dt. Volkes. Kenner von Carl Schmitt wissen nur zu gut, dass sich Demokratie und Diktatur ergänzen können, nicht unbedingt Widersprüche sind.

  30. Ein Gutes Neues zuerstmal.

    @ sterjo

    „Dezember 29, 2010 at 20:49
    fatima, ich habe dich heute in einer sendung des dritten fernsehens gesehen, ein beitrag über eure islam-gruppe und den alltag in delmenhorst mit all jenen themen (integration, deutsch-und-nicht-deutsch-sein, bebauungspläne etc., ) jedenfalls war schon interessant. ein etwas anderer blick auf euch und die art, wie ihr mit der situation umgeht.“

    sterjo! Für das Neue Jahr ein guter Vorsatz, bitte immer bei Interessanten Sachen, und das ist die von dir beschriebene Sendung, immer soviel Information mitliefern das man die Chance hat dies entweder nachzulesen, nachzuhören oder nachzusehen. Danke.

  31. klaus: Banken müssen zinsen nehmen, das war sogar in der DDR so.

    Extra3 – Die Sendung mit dem Klaus – Todesstrafe

    Todesstrafe muss es auch geben, War ja früher auch so.
    Außerdem verpesten Menschen eh nur „unsere“ schöne Umwelt. Todesstrafe beugt der Überbevölkerung vor.

    Schließlich muss das Menschenmengenwachstum wie das Geldmangenwachstum irgendwie kontrolliert werden.

    Wenn man nämlich keine Zinses nimmt und keine Menschen killt gibt es eher früher als später zuviel Geld und zuviele Menschen. Das ist schlecht für „unseren“ schönen Planten!!!

    Allso killt Euch endlich ihr unerträglichen, saudummen Vollidioten!! Fickt Euch tot!!

  32. „allerdings bekam da noch keiner Schnappatmung bei der Erwähnung „islamisches Bankenwesen“. Da kann man mal sehen, wie sich die Stimmung in Richtung Hysterie gewandelt hat.“

    manche menschen reagieren eben allergisch auf anbiederung an scharia und alles was damit zu tun hat. es reicht schon sich der westlichen muschpoke von sogenannten demokraten und finanzoligarchen entledigen zu müssen. und sollte dieser gnadenvolle glücksfall jemals eintreten, wird ein klerikales „rechts“-system sicher nicht der neue heiland sein, nach dem hier gerufen werden wird. wer will den einen politunterdrücker schon gegen einen ersetzen der durch glaubenssysteme unterdrückt? sollen wir die amihörigkeit gegen eine mullahweisheitshörigkeit eintauschen? wie gesagt, es ist nichts neues im abendland das banken auch für den menschen agieren können, muss man nur einführen, erkämpfen und wieder abschaffen was da gegen den menschen durchgepeitscht wurde von feigen, schlaffen, korrupten, verräterischen politikern.

    ich gönne den menschen in der islamischen welt das sie glücklich mit „recht“ und herrschaft nach mullahmanier werden, ganz ehrlich. aber hier wünsche ich mir was anderes.

    trotzdem frohes neues jahr.

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