COMPACT-Magazin: Was wir wollen

Auszüge aus dem Editorial von Chefredakteur Jürgen Elsässer

Mehr Informationen zu COMPACT-Magazin – z.B. die Inhaltsübersicht – gibt es auf www.compact-magazin.com . Die Informationen zur großen Premierenveranstaltung am 6.12. gibt es hier. Abonnieren und bestellen kann man hier und hier.

So, nun, die Auszüge aus dem Editorial der Pilotausgabe, im Abo ab 1. Dezember, an ausgewählten Kiosken ab 6. Dezember:
„Manch einer, der vor der Versuchung flieht, hofft doch heimlich, dass sie ihn einholt“, schreibt Giovanni Guareschi, der Autor von Don Camillo und Peppone. Das könnte das Motto dieser Zeitschrift sein. Sie will ihre Leser in Versuchung führen und weiß, dass viele gerade in diesem Land darauf warten. Die Macht der Tugendwächter wankt.

Mit Sarrazin haben wir die süßeste Versuchung für die alternde BRD ins Zentrum dieses Heftes gestellt. Was von den Hohepriestern der veröffentlichten Meinung verboten wird, macht offensichtlich viele scharf. Dabei wollen wir die Schrift, die er an die Wand geschrieben hat, nur als Anstoß nehmen, nicht als neues Dogma. Die Zeit der Dogmen ist nämlich prinzipiell vorbei. Es geht um die Lust an der Debatte, am Pro und Contra.

Ganz generell muss die Verführung wechselseitig sein. Der Linke muss anfangen, mit dem Rechten zu diskutieren. Der Konservative soll die Argumente des Sozialdemokraten – auch Sarrazin ist einer! – schätzen lernen. „Von der Lust, katholisch zu sein“ schreibt der Papst-Laudator Martin Lohmann in dieser Ausgabe – das soll notorische Atheisten herausfordern. Der badische Muslim Andreas Rieger rühmt die deutsche Klassik in Weimar – das mag die geschichtsvergessenen Guido Knopp-Jünger provozieren.

Wichtig ist nur: Die Tabus müssen fallen. Sonst stirbt dieses Land an intellektueller Austrocknung. (…)

Als Chefredakteur will ich nicht verhehlen, dass mein Herz immer noch links schlägt. Dass ich mir mit dieser Zeitschrift bei meinen Genossen wenig Freunde machen werde, nehme ich allerdings nicht nur in Kauf – das ist regelrecht beabsichtigt. (…)

———– weiterlesen in der Printausgabe von COMPACT ————

11 Kommentare zu „COMPACT-Magazin: Was wir wollen

  1. Wichtig ist nur: Die Tabus müssen fallen. Sonst stirbt dieses Land an intellektueller Austrocknung. (…)

    Zombieland, dem ist nichts hinzuzufügen. Ich freue mich schon riesig auf das Magazin.

    Mal eine Frage zu den Compact Büchern im Abo. Ich habe das Abo nun seit November und nun erstmalig das Buch Game Over erhalten.

    Sind eigentlich die beiden Bücher De Gaulle und Freimaurer und Illuminaten schon erschienen?

    Auf der Homepage vom Verlag schaut es danach aus.
    http://www.kai-homilius-verlag.de/reihen/compact/abo-d.php

    Aber im Shop sind diese Bücher noch nicht vorhanden, sprich bestellbar.

  2. Zitat Jürgen: „Als Chefredakteur will ich nicht verhehlen, dass mein Herz immer noch links schlägt. Dass ich mir mit dieser Zeitschrift bei meinen Genossen wenig Freunde machen werde, nehme ich allerdings nicht nur in Kauf – das ist regelrecht beabsichtigt. (…)“

    Ja, Dein Herz schlägt politisch links, aber kritisch links, „anders“ links, wenn nicht gar patriotisch links! Diese Tatsache ist den „Genossen“ ein Gräuel, was aber nicht Dich, sondern die „Genossen“ in Diskredit bringt. Die „Genossen“ sind leider all zu sehr Geschichtsvergessen und Einäugig, was eine gewisse Objektivität angeht. Immer nur „Anti-“ führt zu nix, das weißt Du, das weiß die VI, deshalb ist es gut, dass Du beabsichtigst, auch vermittels des neuen COMPACT-Magazins gegen diese einsilbigen Bestrebungen vorzugehen. Na ja, wären die „Genossen“ nicht so, wie sie heuer sind, bedürfte es ja fast der VI und des Magazins nicht. Hat eben alles sein Gutes! Ich abonniere natürlich, dann habe ich im Kurzurlaub schon eine gute Lektüre. Am Nikolaustag kann ich nicht nach Berlin zur Veranstaltung erscheinen, da ich zu meinem Geburtstag am 7.12. im schönen und schon verschneiten Harz weile. Na, da bekomme ich ja schon ein schönes Geschenk mit der „Nullnummer“ *kleiner Scherz*

  3. „Was von den Hohepriestern der veröffentlichten Meinung verboten wird, macht offensichtlich viele scharf. “

    Sarrazins Ansichten verboten? Und deshalb wurde ihm auf allen Kanälen täglich ein Podium gegeben? Deshalb hat Springer Buchauszüge vorabgedruckt? 2010 hat wahrscheinlich kaum einer so viel Raum und Zeit in der Öffentlichkeit bekommen, wie Sarrazin. Ihn gleichzeitig als den armen Verfolgten darzustellen, dessen Meinung unterdrückt wird und dessen Ansichten man nur hinter vorgehaltener Hand diskutieren könne ist ziemlich peinlich. Ich hoffe das Niveau der Artikel wird höher sein als das Editorial.

  4. Genau deshalb gefällt mir Jürgen Elsässer, weil er links und trotzdem ideologisch nicht verknöchert und konsequenter als LINKE ist, die so handeln: „Du hast mit denen gesprochen, also kann ich nicht mit Dir“ und die gleichen merken manchmal nicht, wie sie mit denen oder denen ins Bett steigen. Im übrigen finde ich, daß dieses Land nur noch knüppeldürr werden kann–die Intellektuellen findet man nur noch auf Web-Seiten, nicht in der Öffentlichkeit.

  5. „Antisemit!“
    – Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument –

    Moshe Zuckermann

    Antisemitismus ist eine der verruchtesten Formen moderner Ideologien. Diese Behauptung bedarf heutzutage keines Nachweises mehr, zu katastrophal waren seine Auswirkungen, als dass sie in Abrede gestellt werden könnte. Die Ächtung von Antisemitismus ist ohne jeden Zweifel eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Problematisch und kontraproduktiv wird es dort, wo ein vermeintlich kritischer Diskurs in herrschaftliches Bekenntnis umschlägt, wo Anti-Antisemitismus politisch missbraucht und ideologisch instrumentalisiert wird.
    Wenn beispielsweise Gegner der israelischen Vertreibungs- und Kriegspolitik unter dem Deckmantel des Kampfes gegen eine Antisemitismus Auftritts- und Diskussionsverbote erhalten, ist das eine demokratiepolitisch gefährliche Entwicklung. Mehr noch: Der Vorwurf des Antisemitismus dient israelisch-jüdischen Lobbys als Instrument, ihre Gegner mundtot zu machen und notwendige Debatten im Keim zu ersticken. Moshe Zuckermann wagt eine Analyse dieser bedenklichen Entwicklung.

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  6. „“Ganz generell muss die Verführung wechselseitig sein. Der Linke muss anfangen, mit dem Rechten zu diskutieren. Der Konservative soll die Argumente des Sozialdemokraten – auch Sarrazin ist einer! – schätzen lernen.“

    Fragt sich nur, wie lange noch … dieses Parteiausschlußverfahren ist eine noch größere Farce als das gegen Benneter 1977 … der im übrigen nach seiner Wiederaufnahme zum Generalsekretär unter Schröder aufstieg 🙂
    Auch Helmut Schmidt hat sich übrigens inzwischen davon distanziert.

    „Als Chefredakteur will ich nicht verhehlen, dass mein Herz immer noch links schlägt. Dass ich mir mit dieser Zeitschrift bei meinen Genossen wenig Freunde machen werde, nehme ich allerdings nicht nur in Kauf – das ist regelrecht beabsichtigt. (…)“

    Das hört man gern 🙂

  7. Zugegeben – bin nicht gerade ein Freund der Religion und insbesondere des Islam.
    Aber eines hat dieses Land und ganz Europa nötiger als alles andere.
    Einen freien Diskurs in bester Tradition der Aufklärung
    Und Elsässer hat Recht das er sich damit bei „seinen Genossen“ keine Freunde macht.
    Warum wohl? Weil die heutige Linke genau in dieser Tradition nicht mehr steht, weil Sie selber Mainstream ist, weil Sie dazu gehören will, statt von außen Ihre Wurzeln und das Volk zu verteidigen.
    Robespierre statt Marat – den Verrat statt die Revolution gewählt hat.

    Und etwas sollten alle bedenken, denen der Islam vielleicht zu positive Schlagzeilen hat, denen ein Diskussionsteilnehmer zu rechts ist oder ein anderer zu Neoliberal.
    In einem wirklich freien Diskurs siegt immer die Wahrheit. Deshalb auch hat ein Helvetius oder Holbach für sie gekämpft. Und genau aus diesem Grund, ist sie den Herrschenden aller Zeiten, so verhaßt und liefern die heutigen Talkschows nur die Simulation einer Diskussion.
    Sich dies Terrain wieder zu erkämpfen ist wichtiger als vielleicht 10% im Parlament und vielleicht sogar die letzte Chance bevor das Imperium die Tür zum technisierten Mittelalter schließt.
    Last exit „Compact“ sozusagen.

  8. Sarrazins „Argumente“ bzw. die seiner Parteigänger muss man eher richtig EINschätzen lernen. Ob es sich lohnt, die unzutreffenden davon entkräften zu wollen, da bin ich skeptisch, weil wenn gar nichts mehr weiterhilft, kommt man mit dem Totschlagargument Taqiyya.
    Ansonsten hat sich „Rechts-Links“ sowieso überlebt, davon habe ich noch nie viel gehalten.

  9. „Sarrazins Ansichten verboten? Und deshalb wurde ihm auf allen Kanälen täglich ein Podium gegeben? Deshalb hat Springer Buchauszüge vorabgedruckt? 2010 hat wahrscheinlich kaum einer so viel Raum und Zeit in der Öffentlichkeit bekommen, wie Sarrazin.“

    Fragt sich nur, WIE Sarrazin in der Öffentlichkeit präsentiert wurde … überwiegend wurden seine Ausführungen verzerrt dargestellt.
    Der in diesem Lande (bis in die Reihen der CDU, siehe Michel Friedman) vorherrschende „politisch korrekte“ Diskurs war nicht in der Lage, auf seine Thesen (die ja sachlich ganz überwiegend nicht zu bestreiten sind) ohne entsprechende Scheuklappen einzugehen.

  10. Wie auch immer, „verboten“ sind sie mit Sicherheit nicht, sie ließen nur die Hemmungen für Schlimmeres fallen. Es ist zu hoffen, dass es COMPACT und ähnlichen Initiativen gelingt, die Diskussion zu versachlichen, die vorwiegend emotional geführt wurde.

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