Volkswiderstand gegen das Euro-System

Abschlusserklärung der Aktionskonferenz „Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr“ am 25.09.2010


Auf unserer Konferenz gegen den Euro-Wahn am vergangenen Samstag waren sage und schreibe 670 Teilnehmer – aber keine deutsche Tageszeitung berichtet darüber. Stattdessen ausführliche Berichterstattung im staatlichen russischen Auslands-TV „Russia Today“. Links das Interview, das RT am Rande der Konferenz mit Professor Hankel geführt hat. – Ansonsten gibt es viele Websites, auf denen man etwas über die Konferenz nachlesen kann. Am detailliertesten und neutralsten sind die Berichte auf www.unzensuriert.at , wo der Beitrag jedes einzelnen Redners zusammengefasst wird. Ich kenne die Seite ansonsten nicht und kann sie vor diesem Kenntnishintergrund nicht generell empfehlen, aber die Konferenzberichterstattung ist jedenfalls vorbildlich.

Es folgt die Abschlusserklärung der Konferenz, die nach einer fast einstündigen Plenumsdebatte beschlossen wurde. Das war ungewöhnlich für eine Fachonferenz, wo man ansonsten nach den Referaten befriedigt nach Hause geht. Dass sich die Teilnehmer diesmal dem durchaus schwierigen Prozess unterzogen, die Ergebnisse dieser Konferenz und das weitere Vorgehen in einer solchen Reslution zu fixieren und dabei auch um Formulierungen zu ringen, zeigt das hohe Maß an Verbindlichkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Teilnehmer empfanden.

—- beschlossener Text —————

Abschlusserklärung der Aktionskonferenz „Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr“ am 25.09.2010

Spekulanten und Bankster haben die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg herbeigeführt. Offensichtlich ist: Geld- und Finanzpolitik darf nicht mehr in kleinen Zirkeln entschieden werden. Das Volk, das jetzt für die epochalen Schäden zur Kasse gebeten werden soll, muss hier wie in allen anderen wichtigen Fragen als politischer Souverän die Geschicke lenken. Wirtschaftsdemokratie statt Finanzdiktatur! Direkte Demokratie statt Parteienoligarchie!

In diesem Geiste sind am 25. September kritische Bürgerinnen und Bürger zu einer Aktionskonferenz zusammenkommen. Wir waren uns einig, dass in dieser existenzgefährdenden Situation die politischen Lagergrenzen überwunden werden und alle Demokraten zusammenstehen müssen. Dazu war die Konferenz ein wichtiger Schritt, weil sich die Versammelten trotz ihrer sozialen, weltanschaulichen und wirtschaftstheoretischen Unterschiede auf konkrete Schritte verständigen konnten:

1) Volkswiderstand gegen das Euro-System: Die „Rettungspakete“ für den Euro nützen nur den Spekulanten und Bankern. Wir lehnen alle Sparmaßnahmen ab, mit denen Steuerzahler und kleine Leute zur Finanzierung dieser Politik zur Kasse gebeten werden! Den gewaltlosen Widerstand gegen die unsozialen Folgen des Euro-Systems in Ländern wie etwa Griechenland sehen wir als vorbildlich an. Auch bei uns muss etwas passieren!
Wir regen an, in den Städten und Gemeinden örtliche Komitees (Stammtische, Bürgerinitiativen, Volksinitiativen) zu bilden, die die Argumente gegen den Euro-Wahn verbreiten.
Wir begrüßen juristische und verfassungsrechtliche Vorstöße zur Verhinderung der Euro-“Rettungspakete“.
Wir rufen zur Teilnahme an Protestdemonstrationen und Streiks gegen unsoziale Politik auf.
Wir unterstützen die Professoren Hankel und Schachtschneider, falls sie zusammen mit den weiteren Klägern vor dem Bundesverfassungsgericht eine Demonstration zur Unterstützung ihre Verfassungsklage gegen die Griechenland-“Hilfe“ veranstalten.

2) Volkskongress gegen Finanzdiktatur: Zur Beratung weiterer Schritte gegen Eurokraten und Finanzhaie soll ein Folgekongress im Frühjahr/Frühsommer 2011 stattfinden. Die Konferenz beauftragt das diesmalige Vorbereitungskomitee von der Volksinitiative (Berlin) in Zusammenarbeit mit einer Expertengruppe unter Leitung von Prof. Hankel erneut mit der Durchführung.

—— Ende der Resolution —–


Angenommen  um kurz vor 19 Uhr. Von den noch etwa 450 Anwesenden stimmte die übergroße Mehrheit bei 6 Gegenstimmen und weniger als 10 Enthaltungen zu.

19 Kommentare zu „Volkswiderstand gegen das Euro-System

  1. die ganze kritk am euro darf die kulturelle nähe der europäer und damit ein europa ohne euro und für ein stolzes europa nicht zerstören!

  2. Sehr geehrter Herr Elsässer!

    Bitte fühlen Sie sich frei diesen Beitrag zu löschen.
    Ich bin froh über die Euro-Konferenz am Samstag in Berlin, verfolge mit gespanntem Interesse im Netz die Infos darüber, sie sind ja leider meines Wissens nirgendwo bei Main Stream Media zu finden.
    Danke für Ihre Arbeit!

    Der Anlaß meines Schreibens hat auf den ersten Blick anscheinend nichts zu tun mit Wirtschaft, Finanzen:
    Wäre es möglich die Zeitangabe „Angenommen um kurz vor 19 Uhr“ ein wenig zu konkretisieren?
    (Heisst das beispielsweise „zwischen 18.55 und 19.00“? Ich frage aus Gründen, die abwegig erscheinen mögen, darum verzichte ich darauf sie hier zu nennen und wiederhole: Fühlen Sie sich frei dies hier zu löschen.)

    Mit freundlichen Grüßen!
    HR

  3. Holger Roehlig: Ich schaetze, es war zwischen 18:45 und 18:52 Uhr. Genauer get’s nicht, leider.

  4. „die ganze kritk am euro darf die kulturelle nähe der europäer und damit ein europa ohne euro und für ein stolzes europa nicht zerstören!“

    hallo ribi, in diesem fall glaube ich kaum das herr elsässer das anders sieht.

  5. gratuliere übrigens zu dieser veranstaltung herr eslässer. ein mutiges und wichtiges projekt. beide daumen hoch! bezeichnend das nicht ein laut darüber in den mainstreammedien darüber zu vernehmen war. wenigstens ein kleiner verriss wäre doch obligatorisch gewesen. aber nein, nichts, kein mucks!

    das zeigt mir das die „feinen damen + herren“ diese veranstaltung höher einschätzten als man vielleicht denken mag.

  6. Zur Information über den weiteren Verlauf der Veranstaltung:

    Die Referenten Most, Blessing und Claus sprachen sich nicht für die Abschaffung des Euro aus. Die Abschlußerklärung wurde durch diese Aussagen beeinflußt. Auf Vorschlag von Hrn. Erlässer und einer darauf folgenden Abstimmung wurde der Punkt 2 der Abschlußerklärung gänzlich gestrichen!

    Nämlich: (2. Volksentscheid über den Euro: Der Euro wurde in Deutschland gegen die Mehrheit des Volkes eingeführt. Jetzt endlich muss der politische Souverän entscheiden! Wir werden deshalb selbstorganisierte Volksbefragungen, etwa parallel zu den Landtagswahlen des Jahres 2011, durchführen, in denen die Bürger über die Beibehaltung des Euro in seiner jetzigen Form abstimmen. (Die genaue Formulierung der Referundumsfrage wären auf der Aktionskonferenz zu diskutieren und zu entscheiden: Für eine Verkleinerung der Eurozone durch Auschluss von Griechenland und anderen Defizitländern? Oder aber radikaler: Für den deutschen Ausstieg aus dem Euro und die Rückkehr zu Deutschen Mark?)

    Leider waren bei einer Abstimmung über diese Erklärung am Abend nurmehr etwa die Hälfte der Besucher und Referenten anwesend, die dagegenhalten hätten können.

    Ich freute mich sehr über die blendenden Referate von Ihnen und Hrn. Prof. Hankel, aber leider wurde diese großartige Veranstaltung durch eine zahnlose Abschlußerklärung abgewertet.

  7. DAS Europa wirds nicht geben, illusorisch ja, aber praktisch nie. Weil es der Grundlage am Glaube Gottes entbehrt. Die Bibel ist hier eindeutig, ein vereintes Europa wirds nicht geben. Lauft doch keinen schwachsinnigen Gedanken hinterher, Herr Elsässer und Andere sind völlig übermannt und fehlgeleitet vom aktuell politischen und interkontinentalem Kriegsgeschrei. Ein klares Wort zur Hilfe des Induviduums fehlt gänzlich. Vielmehr wird auf Missetaten der Verbrecher aufmerksam gemacht, aber sie nicht als Teufelsanbeter entlarvt. Nur Gott kann uns helfen, indem Ihr eure Sünden dem HERRN preisgibt und um Vergebung bittet. Bitte tut das, sonst seit Ihr verloren!

  8. tag, alle zusammen,

    also liebe leute, ich muß mal kurz zum thema mit der situation griechenlands etwas ziemlich knallhart-reales und nicht angenehmes verkünden:

    für MICH persönlich sind die ganz einfachen und normalen menschen in griechenland NICHT VÖLLIG UNSCHULDIG an der üblen lage. es ist AUF JEDEN FALL in den vergangenen jahrzehnten sehr viel böses und imperialistisches gehabe von den westlichen ländern passiert und an vielen krisen die griechenland betrafen, waren ohne jeglichen zweifel die großmächte schuld, wie auch bei den staaten des nahen ostens oder den staaten südosteuropas. diesmal muß ich jedoch sagen, daß eine echt lethargische und desinteressierte haltung, gepaart mit FAULHEIT und ELLBOGEN-GESELLSCHAFTS-MENTALITÄT, das land prägt,, welches – so wie alle balkanstaaten – vor allem für seinen stolz und seine unbeugsamkeit gegen fremde eroberer bekannt ist. es ist dies eine haltung, welche nicht nur MICH, sondern möglicherweise auch viele von euch ganz stark an die lage in der türkei 1918 erinnert, vor atatürk, als ALLES AM VERSINKEN war. und nun ist die frage, die gestellt wird: kommt auch jetzt ein ATA-GREEK , der die verhältnisse von grund auf neu ordnet und die griechen in ihrem bewußtsein eint, gegen die einflüsse des westens und zu völliger unabhängigkeit von eu und konsorten ? danach sieht´s im moment NÄMLICH NOCH NICHT AUS.

  9. Helmut Schramm: Die Abschlusserklärung hat den Willen der übergroßen Mehrheit der Versammlung ausgedrückt. Sie haben zu den 6 Gegenstimmen gehört und sind jetzt enttäuscht, weil sie die Ablehnung des Euro gerne über den (herausgenommenen) 2. Punkt verstärkt hätten. Aber wenn wir den Punkt drin gelassen hätten, hätte es wesentlich mehr Nein-Stimmen als 6 gegeben – ich schätze ungefähr ein Viertel. Eine Resolution, die trotz so vieler Gegenstimmen durchgedrückt worden wäre, hätte die Konferenz gespalten, wäre also politisch viel weniger wert gewesen als die schließlich verabschiedete. Sie müssen eins sehen: Die Verabschiedung an sich ist angesichts der Heterogenität der Teilnehmer ein großer Erfolg und gibt die Grundlage fürs weitere Vorwärtsschreiten. Und: Die nächste Konferenz kommt bestimmt!

  10. @Herr Schramm – Ich stimme mit Herrn Elsässer bezüglich der Abschlußerklärung überein. Ohne die Reduzierung hätten ich und auch andere nicht dafür stimmen können, u.a. aus den von mir auf der Konferenz erwähnten klar begründeten Fakten.

    Besser war dieses eindeutige Statement der Teilnehmer auf einem kleineren Nenner und die Möglichkeit, die anderen Punkte in Ruhe genauer und zielgerichteter formulieren zu können.

  11. Die Ursache der korrekt benannten Probleme vorwiegend in den bösen „Bankstern“ und Wallstreet zusehen greift zukurz und erscheint recht oberflächlich. Wäre ich in Ost-Anatolien geboren würde auch ich vermutlich alles tun um in Deutschland fürs nichts Tun besser zuleben als in der Heimat mit viel harter arbeit. Wäre ich Banker würde auch ich dem Usus entsprechend agieren, andernfalls wäre ich schnell kein Banker mehr. Das Suchen und Verdammen von Schuldigen erschwert eine gründliche, sachgemäße Auseinandersetzung mit den wirklichen Ursachen, der Wurzel des Problems: Der System-Immanenz eben jener Prämissen die zu genannten Konsequenzen führen, sei es das Thema „Staatsbankrott/Euro-Crash“ oder „Ausländer-Integration“. In diesem Licht betrachtet besteht durchaus eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Herren Sarrazzin und Elsässer.

    Der Fokus sollte meines Erachtens viel mehr auf dem fehlerhaften Geld-System (Fiat-Money) ansich liegen. Denn es ist davon auszugehen, dass nach dem Crash einfach der Reset Knopf gedrückt wird und es wieder genauso weitergeht…..Und dies gillt es zuverhindern. Hierin liegt die große Chance welche sich aus einem Crash ergibt, die Möglichkeit zur Schaffung gesünderer Strukturen im System.

  12. Holger Roehlig: Bitte schauen Sie, ob die Sterne günstig stehen für dieses Projekt, oder ob wir den Angriff nochmal verschieben müssen. Ihr Wallenstein

  13. chicano: man kann immer noch ein guter europäer sein, ohne kapitalherrschaft, unterwerfung, schnüffelstaat, hardcore-lobbyismus etc. gut zu finden!

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