Trieb Großbritannien Polen in den Krieg?

Auszug aus dem COMPACT-Buch von Carroll Quigley, „APPEASEMENT. Die britische Mitschuld am 2. Weltkrieg“

Die Debatte um Erika Steinbach bzw. deren Rückzug aus dem CDU-Bundesvorstand wirft ein Licht auf die Entstehungsbedingungen des 2. Weltkrieges. Obwohl die deutsche Kriegsschuld bei allen Vernünftigen außer Zweifel steht, ergeben sich Fragen über die Mitschuld Großbritanniens und über die Rolle Polens. Dazu nimmt der US-Historiker Quigley, ein Lehrer des späteren Präsidenten Bill Clinton und von diesem hochgeschätzt, in unserem COMPACT-Band Stellung. (104 Seiten, 7.50 Euro – bestellbar auch über info@juergen-elsaesser.de). Die Buchvorstellung findet höchstwahrscheinlich am Montag, 4. Oktober, um 20 Uhr in Berlin, Russisches Haus, Friedrichstraße 176 – 179 statt.


————– Auszug aus Carrol Quigley, APPEASEMENT. Die britische Mitschuld am 2. Weltkrieg (www.compact-reihe.de) —————

Deutschland eröffnete seine Verhandlungen mit Polen relativ freundlich am 24. Oktober 1938. Es forderte Danzig und einen ein Kilometer breiten Streifen durch den polnischen Korridor, um darauf eine Autobahn und eine vierspurige Zugstrecke unter deutscher Souveränität zu betreiben. Die wirtschaftlichen Rechte und die Hafeninteressen Polens in Danzig sollten garantiert werden und der „Korridor durch den Korridor” sollte durch Überbrückung oder Untertunnelung von den polnischen Verkehrswegen getrennt werden. Deutschland wollte außerdem, dass Polen einem antirussischen Block beitreten solle. Wenn diesen drei Forderungen nachgegeben würde, wäre Deutschland seinerseits zu gewissen Zugeständnissen an Polen bereit: zur Garantie der bestehenden polnischen Grenzen, zur Verlängerung des Nichtangriffspaktes von 1934 auf fünfundzwanzig Jahre, zur Garantie der slowakischen Unabhängigkeit und dazu, dass bezüglich Rutheniens nach den Wünschen Polens verfahren werden solle. Diese Vorschläge wurden grundsätzlich von Polen zurückgewiesen. Sie wurden von Deutschland mit nachdrücklicherer Betonung am 21. März wiederholt. Zur gleichen Zeit übten die Deutschen Druck auf Rumänien zum Abschluss eines Handelsvertrags aus. Der wurde am 23. März unterzeichnet.
Am 17. März erreichte London ein falscher Bericht über ein deutsches Ultimatum an Rumänien. Lord Halifax verlor den Kopf und schickte ohne vorherige Prüfung seiner Information Telegramme nach Griechenland, in die Türkei, nach Polen, Bulgarien und in die Sowjetunion, um zu fragen, was jedes dieser Länder im Falle einer deutschen Aggression gegen Rumänien zu tun bereit wäre. Vier fragten zurück, was denn London zu tun bereit wäre, nur Moskau schlug eine sofortige Konferenz unter Beteiligung Frankreichs, Großbritanniens, Polens, Rumäniens und der Sowjetunion in Bukarest vor, die zur Bildung einer geeinten Front gegen die Aggression dienen sollte (18. März 1939). Das wurde von Lord Halifax zurückgewiesen, der nur ein Abkommen für gegenseitige Konsultationen unter diesen Staaten im Falle einer Krise wollte. Als ob sie das nicht sowieso tun würden. Polen zögerte, irgendein Abkommen zu unterzeichnen, das Russland mit einbeziehen würde. Als aber die Nachricht von Hitlers Forderungen gegen Polen London erreichte, verkündete London überraschend eine unilaterale Garantie für dieses (31. März). Diese Garantie wurde nach Italiens Angriff auf Albanien (13. April) auch auf Griechenland und Rumänien ausgedehnt.
Der genaue Wortlaut von Chamberlains Garantie für Polen ist von größter Wichtigkeit. Er lautete: „Im Augenblick finden gewisse Beratungen mit anderen Regierungen statt. Um in der Zwischenzeit, bevor diese Konsultationen beendet sind, die Position der Regierung Ihrer Majestät ganz klar zu machen, möchte ich jetzt das Unterhaus informieren, dass während dieser Zeit die Regierung Ihrer Majestät sich verpflichtet fühlt, der polnischen Regierung ihre sofortige volle Unterstützung mit allen erreichbaren Machtmitteln zuzusichern für den Fall jeglicher Handlung, die eine eindeutige Bedrohung der polnischen Unabhängigkeit darstellt und die von der polnischen Regierung entsprechend so eingeschätzt wird, dass es notwendig ist, ihr mit ihren nationalen Streitkräften Widerstand zu leisten.”
Das war eine außergewöhnliche Versicherung. Die britische Regierung hatte seit 1918 entschlossen jedes bilaterale Abkommen abgelehnt, das eine Garantie für irgendeinen Staat in Westeuropa beinhaltet hätte. Und jetzt gab sie eine unilaterale Erklärung ab, von der sie keinerlei eigenen Vorteil hatte, sondern in der sie einem Staat in Osteuropa eine Garantie aussprach. Außerdem überließ sie noch diesem Staat die Verantwortung dafür, wann diese Garantie wirksam werden würde, was ziemlich präzedenzlos war. Ein kleiner Gedanke wird zeigen, dass alle diese seltsamen Züge die Garantie in Wirklichkeit unwirksam machten, und das Nettoresultat davon war, dass die Lage genauso blieb wie zuvor mit der einzigen Änderung, dass auf diese Art eine scharfe Warnung an Deutschland gegeben worden war, diplomatisch und nicht militärisch vorzugehen. Wenn Deutschland Polen militärisch angreifen würde, so würde die öffentliche Meinung Großbritannien zu einem Kriegseintritt zwingen, und zwar ganz unabhängig davon, ob nun eine Garantie bestand oder nicht.
Die Tatsache, dass Chamberlains Garantie zeitbegrenzt und unilateral war, gab den Briten die Möglichkeit, sie, wann immer es ihnen notwendig schien, zurückzunehmen. Die Tatsache, dass sie die polnische Unabhängigkeit und nicht die territoriale Integrität garantierte, beließ Deutschland die Möglichkeit, Danzig oder den Korridor durch Verhandlungen zu erwerben. Die Tatsache, dass ihre Wirksamkeit von dem Wunsch der polnischen Regierung abhängig gemacht wurde, machte es Großbritannien und der britischen Öffentlichkeit unmöglich, sich gegen irgendwelche Veränderungen zu stellen, die Polen eventuell mit Hitler aushandeln würde. Die deutsche Regierung war sich über die meisten dieser Punkte im Klaren. Sie wurden am 1. April in der Times aufgezeigt und von Chamberlain akzeptiert.
Die Garantie wurde auch von Bonnet akzeptiert, der schon im November erklärt hatte, dass er sowohl das französisch-polnische, als auch das französisch-sowjetische Bündnis auflösen wolle.
Wenn es der Hauptzweck der unilateralen Garantie für Polen war, Deutschland Furcht einzujagen, so hatte sie genau den entgegengesetzten Effekt. Als er davon hörte, traf Hitler seine Entscheidung, Polen am 1. September 1939 anzugreifen. Die dementsprechenden Befehle wurden der deutschen Armee am 3. April ausgehändigt und die Ausarbeitungen für den Plan Weiß, wie er genannt wurde, waren am 11. April fertig. In einer öffentlichen Rede im Reichstag am 28. April kündigte Hitler das englisch-deutsche Flottenabkommen von 1935 und den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt von 1934. Außerdem gab er die Polen angebotenen und von diesem zurückgewiesenen Bedingungen bekannt. Als Folge davon wurden die Verhandlungen zwischen den beiden Mächten abgebrochen und niemals wirklich wieder aufgenommen. Stattdessen wurde die Krise durch Provokationen von beiden Seiten aufgeheizt.
Am 22. Mai wurde ein deutsch-italienischer Bündnisvertrag unterzeichnet, der von Mussolini so genannte Stahlpakt. Wiederum war hier der Wortlaut wichtig. Das war ganz klar ein Angriffspakt, weil die Parteien nicht, wie üblich, versprachen, einander gegen einen „unprovozierten Angriff” beizustehen, sondern für jeden Fall. Bei der Unterzeichnung wurde Deutschland ohne Umschweife informiert, dass Italien nicht vor 1943 bereit sei, Krieg zu führen, und dass der kommende Krieg ein „Abnutzungskrieg” sein würde. Am darauffolgenden Tag, dem 23. Mai, hielt Hitler eine Geheimkonferenz mit seinen Generälen ab. Im Fortgang einer längeren Rede sagte er:
„Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung unseres Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung sowie die Lösung des Baltikumproblems. Lebensmittelversorgung ist nur von dort möglich, wo geringe Besiedlung herrscht. Neben der Fruchtbarkeit wird die deutsche, gründliche Bewirtschaftung die Überschüsse gewaltig steigern. In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen. Kolonien: Warnung vor Schenkung kolonialen Besitzes. Es ist keine Lösung des Ernährungsproblems. Blockade!
Zwingt uns das Schicksal zur Auseinandersetzung mit dem Westen, ist es gut, einen größeren Ostraum zu besitzen. Im Kriege werden wir noch weniger wie im Frieden mit Rekordernten rechnen können. Die Bevölkerung nichtdeutscher Gebiete tut keinen Waffendienst und steht zur Arbeitsleistung zur Verfügung. Das Problem Polen ist von der Auseinandersetzung mit dem Westen nicht zu trennen. (…) Polen sieht in einem deutschen Sieg über den Westen eine Gefahr und wird uns den Sieg zu nehmen versuchen. Es entfällt also die Frage, Polen zu schonen, und bleibt der Entschluss: bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen. An eine Wiederholung der Tschechei ist nicht zu glauben. Es wird zum Kampf kommen. Aufgabe ist es, Polen zu isolieren. Das Gelingen der Isolierung ist entscheidend. Daher muss sich der Führer endgültigen Befehl zum Losschlagen vorbehalten. Es darf nicht zu einer gleichzeitigen Auseinandersetzung mit dem Westen [Frankreich und England] kommen. (…) Ein Bündnis Frankreich–England–Russland (…) würde mich veranlassen, mit einigen vernichtenden Schlägen England und Frankreich anzugreifen. Der Führer zweifelt an der Möglichkeit einer friedlichen Auseinandersetzung mit England. Es ist notwendig, sich auf die Auseinandersetzung vorzubereiten. England sieht in unserer Entwicklung die Fundierung einer Hegemonie, die England entkräften würde. England ist daher unser Feind und die Auseinandersetzung mit England geht auf Leben und Tod.”13
Trotz dieses Unverständnisses und Hasses von Seiten Hitlers und selbst im vollen Wissen, dass er tatsächlich jede Absicht hatte, Polen anzugreifen, unternahm Großbritannien doch keinen echten Versuch, eine Friedensfront aufzubauen. Stattdessen versuchte es damit fortzufahren, Hitler Zugeständnisse zu machen. Obwohl die unilaterale Garantie für Polen am 6. April in eine wechselseitige umgewandelt wurde, garantierte Polen doch die britische „Unabhängigkeit” mit genau den gleichen Bedingungen, wie Großbritannien diejenige Polens am 31. März garantiert hatte. Eine britisch-polnische Allianz dagegen wurde erst am 25. August unterzeichnet, demselben Tag, an dem Hitler den Befehl gab, Polen am 26. August anzugreifen. Und was noch schlechter war: es gab keine militärischen Vereinbarungen darüber, wie Großbritannien und Polen im Falle eines Krieges miteinander zusammenarbeiten würden. Eine britische Militärmission kam zwar am 19. Juli nach Warschau, tat aber nichts. Außerdem kam die Wirtschaftshilfe zur Unterstützung der polnischen Aufrüstung erst spät, ungenügend und in unzureichender Form. Im Mai war die Rede von einer britischen Anleihe für Polen in Höhe von 100 Millionen Pfund; am 1. August schließlich erhielt Polen einen Kredit über 8.163.300 Dollar. Gleichzeitig summten in London die Gerüchte über eine Geheimanleihe Großbritanniens für Deutschland in Höhe von 1 Milliarde Pfund.
Wie ein solches Handeln in Deutschland aufgefasst wurde, kann man der Mitschrift einer geheimen Konferenz entnehmen, die zwischen Hitler und seinen Generälen am 22. August abgehalten wurde. Der Führer sagte: „Charakteristisch für England ist Folgendes: Polen wollte Anleihe von England für seine Aufrüstung. England gab aber nur Kredite, um sicher zu stellen, dass Polen in England kauft, obwohl England gar nicht liefern kann. Das spricht dafür, dass England Polen nicht wirklich unterstützen will.“

26 Kommentare zu „Trieb Großbritannien Polen in den Krieg?

  1. @ Dr. Jürgen Elsässer

    Hier ein Hinweis auf meine Anfang 2008 erschienene Forschungsstudie

    „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ – Adolf Hitlers Geheimrede am 22. August 1939„, Aachen: Shaker, 2007, 104 p. [= Allgemeine Rechtswissenschaft; Genozidpolitik im 20. Jahrhundert, Band 3], 104 p., ISBN 978-3-8322-6695-0, 19.80 €; http://www.shaker.de/shop/978-3-8322-6695-0

    Die auch vom Harvard-Professor Carroll Quigley (1910-1977) am Schluß (s. oben, letzter Absatz) erwähnte (zweite) Hitlergeheimrede vor den Oberkommandierenden am 22. August 1939 auf dem Obersalzberg wurde zuerst vom US-Weltkriegshistoriker Gerhard Weinberg 1980 in einer Abschrift in einem britischen Archiv in den 1970er Jahren gesichtet. Das Original wurde von mir 1987 in einem US-Archiv aufgefunden, verifiziert, ediert, kommentiert und (als Faksimilé im Buch S. 90-92) erstveröffentlicht.

    Die englische Zusammenfassung der Studie steht im Humanities-and-Social-Science-Network: http://www.h-net.org/announce/show.cgi?ID=160809

    In zwei deutsch(sprachig)en Zeitschriften sind jeweils unterm Titel „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ […] Adolf Hitlers Geheimrede am 22. August 1939“ Teilzusammenfassungen meiner Forschungsstudie erschienen: Zeitschrift für Genozidforschung, 9 (2008) 1: 93-131 [und] Zeitschrift für Weltgeschichte (ZWG), 9 (2008) 2: 115-132.

    Richard Albrecht
    15. September 2010
    http://eingreifendes-denken.net

  2. Anti-Anti: Habe NZZ gelesen. Es ist wohl ein Leserbrief, oder? Auch aus diesem geht nichts Eindeutiges hervor, lediglich Indizien, wenn auch interessante. Statt „ist eine Nchkriegsfälschung“ hätten Sie besser geschrieben: „Könnte … sein“.

  3. @ Elsässer

    Reicht es Ihnen nicht, wenn die einzige Quelle, die von einem anonymen Informanten einem zwielichtigen Journalisten der Siegermächte angeblich zugetragen worden ist, davon spricht, Göring habe nach Hitlers Rede auf dem Tisch getanzt? Ich denke, da kann man den Konjunktiv weglassen.

    Es gibt noch weitere Indizien. Ich wollte aber eine deutschsprachige Quelle bieten. Recht umfassend ist diese englischsprachige Seite (@Lanek wird es freuen!) Da wird auch ausführlich auf die Weinberg-„Dokumentation“ eingegangen.

    http://www.tallarmeniantale.com/hitler-quote.htm

  4. Gibt es jemand, der zu diesem Thema einen Vortrag nach Youtube hochgeladen hat? Oder kann ich irgendwo weitere Infos finden? Wenn ich auf der Arbeit erzähle, ich weiß jetzt, daß auch England nicht ganz unschuldig am Kriegsbeginn ist, habe ich eine Diskussion, bei der einige Köpfe etwas rot werden könnten.
    Ich habe sogar schon mal eine Kundin gehabt, die mir vorgeworfen hatte, ich hätte ihren Großvater erschossen.
    Ich sagte dann: „Nein, ich bin 25 Jahre danach geboren.“
    „Dann war es dein Großvater.“
    „Nein, war er trotzdem nicht, denn der war in Frankreich, was ich weiß!“…
    Die Frau bekam sich gar nicht wieder ein und ich habe den Vorfall später meinem Manager gemeldet.
    Hier gibt es doch Generationen, die gelernt haben, in der Schule, daß die Deutschen die bösen sind. Selbst der Hollywood-Film präsentierte uns lange Zeit so.
    Was wäre, wenn ich damals gesagt hätte, Ihr habt auch Schuld?
    Doch für solch eine Diskussion brauche ich mehr Basiswissen und etwas mehr Argumente an die Hand.

  5. @JürgenElsässer

    Allein schon die Zusammenfassung, die jeder, die/der´s kann, hier -> http://www.h-net.org/announce/show.cgi?ID=160809 nachlesen kann, verdeutlicht, daß es sich um keine „Nachkriegsfälschung“ handeln kann: das Dokument lag schon am 25. August 1939 dem britischen Außenamt in London vor.

    Meine Teilantworten auf die Fragen, wer, wann, wo und warum bisher von angeblicher Fälschung sprach, kann jede/r, der/die´s kann, sowohl in meinem Buch (2007) als auch in meinem Aufsatz in der Zeitschrift für Genozidforschung (2008) nachlesen: etwa in Anmerkung 71 auf S. 68 im Buch das Nötige zur 1986 veröffentlichten deutschsprachigen Broschüre des Herrn Prof. Ataöv aus Ankara, der in einem Gerichtsverfahren 1985 behauptete, ein US-Prof. könnte beweisen, was der letztamtierende deutsche Reichskanzler n i c h t gesagt hätte …)

    Auf diesen und ähnlichen schon formallogisch-temporal erkennbaren Dummsinn – daß nämlich ein erst Anfang 2008 (sogar als Faksimilé) in einem Buch erstpubliziertes Dokument v o r der Erstpublikation gar nicht als Fälschung erkannt /entlarvt werden k o n n t e, weil es bis dahin unbekannt war – habe ich mich als historisch arbeitender Sozialforscher bisher nicht eingelassen. Ich werde dies auch weder hier noch andernorts künftig tun. Und auch weder andernorts noch hier erneut begründen, warum das nicht erforderlich ist (-> http://www.grin.com/e-book/108403/rezension-zu-erich-schneiders-erstausgabe-logik-fuer-juristen-1965). Damit erübrigt sich auch jedes Wort zum (in der NZZ am 25. 7. 2010 veröffentlichten) Leserbrief.

    Richard Albrecht, 15. Sept. 2010
    http://eingreifendes-denken.net/

  6. Am interessantesten an Quigleys Schilderung ist die Tatsache, dass die Angelegenheiten erst durch eine falsche Bericht auf die abschüssige Bahn gebracht wurden:
    „Am 17. März erreichte London ein falscher Bericht über ein deutsches Ultimatum an Rumänien.“
    Leider wird nicht klar, wer diesen Bericht verfasst hat. (Zensiert)
    Leider neigen die Deutschen im Gegensatz zu anderen Völkern zu einer Selbstzerfleischung (gehen die Engländern wegen ihrer jahrhundertelangen Kriegspolitik in Sack und Asche?), weshalb das idiotische Schuldspiel von interessierter Seite immer weiter gespielt werden wird.

  7. Anti-Anti: Habe den größten Teil Ihres Kommentars zensiert. Ich bin nicht bereit, mir die Diskussion auf diesem blog durch Gerüchte und Vermutungen bekannter Provenienz versauen zu lassen.

  8. http://www.faz.net/s/Rub5C2BFD49230B472BA96E0B2CF9FAB88C/Doc~E78666A6D46954AF2833E1672BCCB42A0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Philosophin des Individualismus: Ayn Rand
    Sie sah den Übermenschen als Unternehmer
    Ayn Rand kam in den Zwanzigern aus Russland in die Vereinigten Staaten und wurde zur schärfsten Kritikerin des Wohlfahrtsstaates. Ihre radikalen Gedanken zur selbstbestimmten Lebensführung beeinflussten Ronald Reagan wie Alan Greenspan und machten sie zur Autorin der Finanzkrise.
    Von Ingeborg Harms

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    Eine K.o.-Philosophin: die kompromisslose Denkerin Ayn Rand
    05. August 2010

  9. Guten Tag,

    ich habe ein paar Fragen zu dem von Ihnen und Herrn Bracher herausgegebenen Buch „Appeasment“.
    Ist es lediglich eine Übersetzung aus Teilen zwei bis dreier Kapitel aus Quigleys Standardwerk „Tragedy and Hope“ ?
    Dieses ist übrigens frei zugänglich und darf verteilt werden :

    Klicke, um auf Tragedy_and_Hope.pdf zuzugreifen

    Oder baut es nur darauf auf und liefert eine eigenständige Sichtweise bzw. Interpretation?

    Tragedy and Hope wurde ja von einigen „verschwörungstheoretischen“ Autoren zitiert, um die Existenz gewisser (Geheim-)Bünde zu belegen.

    Wie stehen Sie eigentlich zu Quigley’s Einschätzungen zur „Milner Group“ und den damit verbundenen Aussagen über (extrem)Rechte und (extrem)Linke als 2 Seiten derselben (anglophilen Netzwerk)-Medaille ?

    MfG

  10. Arthur: Das ist ein Auszug aus Tragedy and Hope, eingeleitet vom deutschen Übersetzer Andreas Bracher. – Quigleys Einschätzung ist ok, sonst hätten wir ihn ja nicht gedruckt.

  11. Hallo nochmal,

    ich begrüße Ihre Offenheit diesbezüglich.
    Für viele (ehemalige) Linke wäre eine solche Betrachtungsweise wie ein rotes Tuch und somit undenkbar.
    In vorangegangenen Artikeln und Kommentaren kam der Gedanke über eine „revisionistische“ Reformierung bzw. ein Umdenken und Rekonsolidierung der Linken auf.
    Dem kann ich mich nur anchliessen, wenngleich ich nicht an ein für alle Parteien (damit ist keinesfalls die bundesdeutsche Parteienlandschaft gemeint) zufriedenstellendes Ergebnis hoffen kann.

    Tragedy and Hope hat den Anspruch fast ein gesamtes Jahrhundert zu beschreiben und zu analysieren.
    Im Moment lese ich Arnold J. Toynbee – Kultur am Scheidewege, wenn es die Zeit zulässt.
    Wer sich an Quigley abarbeitet oder es schon getan hat,ist dieses Buch wärmstens als Ergänzung zu empfehlen.
    Quasi auch ein Klassiker.

    Ich glaube, ich werde mal in Ihre Compact-Reihe reinschnuppern.

    MfG

  12. Ich weiß nicht, warum diese Front aufgemacht wird, da die meisten damit intellektuell (und „ausbildungstechnisch“) überfordert sein dürften.

    Interessant an „diversen Fragen der Zeitgeschichte“ ist doch nur, wer wen abschießt, diesen Abschuß fordern darf oder welche Subalternen die „Empörten“ spielen dürfen.

    Weniger Steinbach, eher das „blitzartige Verschwinden“ der einstigen Großwesire Mommsen und Wehler ist beachtenswert und wer mal registrieren durfte, welche minderbegabten Denunzianten im Fachgebiet Geschichte promovieren und sich ihre ersten Beförderungen ver-gesinnen durften, dürfte von der Vorstellung, „wissenschaftliche Diskussionen“ würde polit. Änderungen herbeiführen oder zumindest begleiten, geheilt sein.

  13. @ Elsässer

    Wie ich schon in einem anderen Strang schrieb: Nur eine freie Diskussion kann darüber entscheiden, was Gerücht ist und was Tatsache. Deshalb kann ich Ihre Zensuraktionen nicht nachvollziehen.

    Ich habe ja Belege für meine Behauptungen angeführt. Mein Gott, nach über 70 Jahren wird man ja wohl mal die anerzogenen Scheuklappen ablegen dürfen!

  14. @ Albrecht

    Ich habe mich tatsächlich geirrt,als ich von einer „Nachkriegs“fälschung schrieb. Das Buch des zwielichtigen Journalisten Lochner erschiehn schon zu Kriegszeiten (ich hatte das nicht mehr richtig im Gedächtnis präsent)! Man sollte also von einer Kriegsfälschung sprechen.

    Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass man von der Rede Hitlers zwei nicht-anonyme Mitschriften hat, in denen keine Rede von Armeniern ist. Das ist auch hier nachzulesen:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Armenian_quote

    Somit haben wir nur die anonyme Quelle in der Kriegspropaganda Lochners, in der auch steht, Göring habe nach der Rede auf dem Tisch getanzt. Tut mir leid, ich halte Sie für einen Trittbrettfahrer Lochners, was nicht als Kompliment gemeint ist.

  15. @ Anti-Anti-Deutscher

    Interessanterweise muss man konstatieren dass der folgende link in english, franz. türkish zu studieren ist, auf deutsch aber gelöscht ist. wer macht so etwas und warum?
    1. den meisten deutschen die kein englisch können, die moeglichkeit versperren die gegenseite anzuhoeren?
    2. den in deutschland aufgewachsenen, geborenen tuerken die kein tuerkisch koennen die moeglichkeit versperren gegen scheinwahrheiten, unterstellungen sich objektiv arumentativ zu wehren? entscheidet selbst…..
    http://www.ermenisorunu.gen.tr/english/intro/index.html

    wichtige fragen und die antworten:
    http://www.ermenisorunu.gen.tr/englisch/answers/index.html

  16. Als Ausländer, der nicht in dieser BRD wohnt, ist es mir u.U. gestattet ganz schnell folgende Punkte zu erwähnen:

    1. der 2. WK war ganz sicher NICHT nur die Schuld der Deutschen. Also wischt das mal mit der deutschen Kollektivschuld weg. Das ist leidige Siegerpropoganda. Die Sieger schreiben die Geschichte, Stichwort „reeducation“ oder auf deutsch Umerziehung.
    2. Der 1. WK mit dem Versailles Diktat war 100% nicht die Schuld der Deutschen, aber sicher der Hauptgrund für den 2. WK.
    3. Mit dem 1. und 2. WK haben die Deutschen rund 40% ihres Territoriums verloren, verglichen mit den Anfängen des deutschen Reiches (1871 Bismarck).
    4. Es ist eine Tatsache, dass die Deutschen wirtschaftlich in Europa sowieso, aber auch weltweit führend waren und sind. Das waren sie bereits 1930, aber da waren sie noch eine Mittelmacht und zudem strategisch bestens gelegen mitten in Europa. Mittelmächte werden früher oder später immer von den Grossmächten ausgelöscht (Beispiel Jugoslawien).
    5. Die heutige Grösse der BRD erscheint mir als angemessen. So sympatisch die Deutschen im Allgemeinen sind, bitte nie wieder ein Grossdeutschland.

  17. Auch Prof. Carroll Quigleys Buch »The Anglo-American Establishment« (geschrieben 1949, publiziert postmortem 1981) ist kostenfrei als PDF erhältlich:

    http://carrollquigley.net/pdf/The_Anglo-American_Establishment.pdf

    In diesem Buch läßt Quigley die Katze aus dem Sack betr. der wahren movers and shakers, den wizards of oz, hinter den Kulissen des »Globe Theatres«…

    Siehe hierzu auch:
    »Cecil Rhodes & The Round Table Group« (Video, 9’42“)
    http://youtube.com/watch?v=9iRHbBiHuuA

  18. „ein Lehrer des späteren Präsidenten Bill Clinton und von diesem hochgeschätzt“

    Was wollen Sie damit sagen? Spricht die Wertschätzung eines ehemaligen Chefs der verbrecherischen US-Regierung und Top-Agenten des amerikanischen Finanzkapitals dafür, daß ein Text besonders glaubwürdig oder publizierenswert ist?

  19. @ZAS

    Zustimmung zu Ihrer Frage.

    Und weitergefragt: Was erwarten Sie von Leuten, die hier wie AAD
    unwidersprochen nur dümmlich abwatschen, in dem Fall neuere Forschungsstudien nebst Autor, ohne diese gelesen und/oder die netzöffentlich zugängliche (englische) Zusammenfassung argumentativ zur Kenntnis genommen zu haben?

    Das ist nicht nur dümmlich unkultiviert. Das ist auch politisch gefährlich. Diese Methode rechtfertigt damalige und heutige Faschisten aller Länder, Farben und Formate.

  20. @ Zeitgenossin

    Wenn Sie lesen können, hätten Sie festgestellt, dass ein längerer Text von mir verstümmelt wurde. In diesem habe ich durchaus mit Verweis auf neuere Forschungsliteratur meine Sicht zur Kriegsschuldfrage dargelegt. Wer von uns also „dümmlich“ ist, ist damit eine beantwortete Frage. Ihr hysterisches Heraufbeschwören einer „faschistischen“ Gefahr, ist einfach nur lachhaft.

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