„Mit Gold-Euro gegen die Dollar-Dominanz“

Zur Euro-Konferenz der Volksinitiative am 25. September 2010 – eine Art Diskussionsbeitrag

Die Aktionskonferenz der Volksinitiative „Der Euro vor dem Zusammenbruch? Wege aus der Gefahr“ am 25.09. 2010 in Berlin wird mit Sicherheit ausgebucht werden. Täglich treffen bis zu einem Dutzend oder mehr Anmeldungen ein! Wir empfehlen allen, die sich Plätze sichern wollen, DRINGEND, umgehend ihre Anmeldung vorzunehmen. Gehen Sie dazu auf die Website www.euro-konferenz.de .


Das folgende Interview liest sich wie ein Diskussionsbeitrag zu der Konferenz, wurde aber bereits 2007 in meinem Buch „Angriff der Heuschrecken – Zerstörung der Nationen und globaler Krieg“ veröffentlicht.

„Mit Gold-Euro gegen US-Dominanz“

Über die Krise der Europäischen Union, ein globales Gegenmodell zum Kriegskapitalismus sowie die Rezepte von Lafontaine und de Gaulle. Gespräch mit Edouard Husson

* Edouard Husson ist Professor für Geschichte an der Universität von Paris und Studiendirektor der linksrepublikanischen Stiftung Res Publica des Ex-Innenministers Jean-Pierre Chevènement

? “ Une autre Allemagne“ heißt Ihr aktuelles Buch. Wann und wie entstand dieses „andere Deutschland“?

Deutschland hat sich nach der Wiedervereinigung stark verändert, und wir Franzosen spüren das. Das erklärt auch – unter anderem – der Sieg des Nein beim Referendum über die EU-Verfassung Ende Mai. Bei der Volksabstimmung 1992 über den Maastrichter Vertrag war das Ergebnis noch umgekehrt gewesen, weil viele Franzosen damals der Argumentation von Präsident Mitterand gefolgt waren, wonach die Europäische Union notwendig ist zur Fesselung eines übermächtigen Deutschland. Mittlerweile hat sich gezeigt, daß Maastricht nicht nur ökonomisch schädlich war – die versprochenen Arbeitsplätze hat der Binnenmarkt nicht bereitgestellt, ganz im Gegenteil -, sondern auch politisch unnötig, da Deutschland nicht mehr gebändigt werden muß. Es liegt selbst auf dem Bauch, und wir müssen keine Angst mehr vor ihm haben. Das heutige Deutschland bedeutet für Frankreich keine Gefahr mehr, sondern nur noch eine Last, und vermittels des Euro übertragen sich Eure wirtschaftlichen Probleme auf uns.

? Anfang der neunziger Jahre strotzt das wiedervereinigte Deutschland tatsächlich vor Kraft und läßt auf dem Balkan die Muskeln spielen. Wann beginnt die Krise?

Eigentlich schon vorher. Die französischen Eliten schwärmten immer vom „Modell Deutschland“ und meinten damit die harte Mark, die effiziente Wirtschaft und das hohe Maß an politischem Konsens in der alten Bundesrepublik. Doch dieser Konsens erodiert schon Anfang der 80er Jahre, als sich Kanzler Schmidt von der Ostpolitik Willy Brandts abwendet und gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung die Pershing-Stationierung durchsetzt. Etwa im selben Zeitraum verschärft sich die ökonomische Krise. Die Wiedervereinigung verdeckt diese Probleme, aber nur für kurze Zeit. Die Antwort der deutschen Eliten darauf war eine aggressive Beteiligung an der Globalisierung, die nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Blocks ein neues Niveau erreichte, und der Versuch einer globalen Machtteilung mit den USA.

?“Partners in Leadership“, wie Bush senior sagte.

Aber das klappte nicht. Selbst auf dem Balkan, wo Kohl und Genscher Anfang der 90er Jahre sehr schnell das Terrain besetzt hatten, gelang die Etablierung einer deutschen Einflußzone nicht auf Dauer. Die US-Amerikaner, die selbst in verschiedenen Weltgegenden solche Einflußzonen aufgebaut und gegen Konkurrenten abgeschottet haben, ließen nicht zu, daß Deutschland ähnliches tut. Als die deutschen Eliten realisierten, daß sie von den USA getäuscht worden waren, war die Frustration immens. Die Strategie, die sie sich Anfang der 90er Jahre zurechtgelegt hatten, war gescheitert.

? Welche Alternativen gibt es für das deutsche Kapital?

Es gibt eine große Verunsicherung, und Schröders Absage an den Irak-Feldzug war das offene Eingeständnis dieser Verunsicherung. Denn der Atlantismus ist gescheitert, aber gleichzeitig weiß man in Berlin nicht, was an seine Stelle treten soll.

? Aber überzeichnen Sie die deutsche Krise nicht? Gerade erst haben „wir“ uns den Titel eines Exportweltmeisters zurückerobert!

Die deutsche Exportstärke ist beeindruckend, doch gleichzeitig stagniert der EU-Binnenmarkt. Und gerade weil die EU ökonomisch stagniert, müssen immer mehr Waren auf den Weltmarkt geworfen werden. In diesem Sinne sind deutsche Exportstärke und EU-Wirtschaftskrise nur zwei Seiten einer Medaille.

? Solange das deutsche Kapital über Weltmarkterfolge die Schwäche der Binnennachfrage kompensieren kann, fährt es doch gut. Und der Weltmarkt, so könnte man sagen, wird durch den atlantischen Weltgendarmen garantiert, und deswegen gibt es zum Bündnis Berlin-Washington kein Alternative.

Aber die Krise des Staates, der Staatsfinanzen, der demographischen Entwicklung sowie die Vertrauenskrise zwischen Volk und Eliten sind doch offensichtlich. Und der Kriegskapitalismus des Weltgendarmen USA hilft der deutschen und europäischen Wirtschaft nicht, sondern ruiniert sie.

? Inwiefern?

Über die Währungspolitik. Die USA sind in der einzigartigen Situation, daß für sie zwischen der Produktion von „Kanonen und Butter“ kein Widerspruch besteht. Die Federal Reserve druckt Dollar, und mit diesen Dollars wird sowohl die Wirtschafts- wie die Rüstungspolitik finanziert. Das klappt, weil der Rest der Welt bereit ist, diese Geldpolitik mitzutragen – 75 Prozent der weltweiten Sparguthaben sind in den USA bzw. in Dollar angelegt. Um einen weiteren Fakt zu nennen: Zwischen 2000 und 2004 hat die US-Zentralbank soviel Dollar geschaffen wie bis dahin in der gesamten US-Währungsgeschichte zusammen. Sie stellte Liquidität bereit, damit die Krise nach dem Zusammenbruch der New Economy nicht zu einem weltweiten Crash führte.

? Das war auch im Sinne des europäischen und japanischen Kapitals.

Aber das Weltwährungssystem insgesamt funktioniert auf deren Kosten. Die Konkurrenten finanzieren die gewaltigen US-Defizite, indem sie ständig Dollars aufkaufen und sich dazu ihrerseits verschulden.

? Diese aufgeblähte Dollarmenge müßte doch eigentlich zu einer Megainflation führen.

Eigentlich schon. Aber da im Zeichen der Globalisierung alle Handelsschranken niedergerissen wurden, können die Preise der Waren und der Ware Arbeitskraft in Europa und Amerika nicht steigen, weil sie unter dem Konkurrenzdruck der Billigangebote und der Billiglöhne in beispielsweise China stehen. Mit anderen Worten: Die schrankenlose Globalisierung ist das Antidot gegen die Dollarinflation. Aber den Preis dafür zahlen die Arbeiter in Paris und Berlin, die perspektivisch für dieselben Löhne wie jene in Peking und Shanghai arbeiten sollen. So wird die Stellung des Dollar als Weltgeld und die Kanonen-und-Butter-Politik Washingtons erkauft mit der Rückkehr des Elends in unsere Metropolen.

? Wo ist der Ausweg?

Es gibt nur die Alternative Lafontaine oder die Alternative de Gaulle. Dem Saarländer schwebt die Etablierung eines globalen Wechselkurssystems vor, wie es auf europäischer Ebene vor der Einführung des Euro ganz gut funktioniert hat. Die Währungen würden also jeweils nach einem bestimmten Verhältnis zueinander fixiert, und die Nationalbanken müßten notfalls zur Garantierung der vereinbarten Kurse an den Devisenmärkten intervenieren. Da endemische US-Handelsdefizite den Dollar in diesem Modell stark unter Druck setzen würden, wäre Washington zur Begrenzung und zum Abbau dieser Handelsdefizite gezwungen, wenn es große Stützungskäufe vermeiden wollte.

De Gaulles Lösung wäre die Rückkehr zum Goldstandard. Als die US-Regierung in den sechziger Jahren mit der Aushöhlung desselben begann – die Abschaffung der Goldbindung des Dollar und damit die Liquidierung des Weltwährungssystems von Bretton Woods erfolgte 1971 -, traf sie auf den erbitterten Widerstand des französischen Präsidenten. Mit der Einführung eines Gold-Euro könnte sich unser Kontinent heute von den USA abkoppeln.

Unabhängig von diesen Überlegungen zur Geldpolitik müßte Europa aus dem entfesselten globalen Freihandel aussteigen. Was wir brauchen, ist ein Freihandel auf europäischer Ebene, eine europäische Freihandelszone, die gegenüber der Billigkonkurrenz des Weltmarktes durch Zollschranken abgesichert ist. Die Globalisierung ist tödlich für Europa, wenn wir uns ihr ohne diesen Schutz aussetzen.

? Also Protektionismus.

Ein vernünftiger Protektionismus brachte in der Geschichte immer Wachstum und Beschäftigung. So waren die Jahre zwischen 1880 und 1914 eine Zeit der Prosperität, während die Freihandelsphase zwischen 1860 und 1880 von Stagnation gekennzeichnet waren. Vernünftiger Protektionismus unterscheidet sich sowohl von der Autarkiepolitik der Nazis als auch vom Imperialismus der USA.

? Sie plädieren für eine Fortführung des politisch moderierten Agrarmarktes in der EU?

Norbert Walter von der Deutschen Bank sagt, die EU solle die Regulierung dieses Sektors aufgeben und freien Wettbewerb zulassen. Dann könnten etwa die polnischen Bauern ihre Produkte besser in Westeuropa absetzen. Aber das ist eine Fehlkalkulation. Wenn die EU die Barrieren zum Weltagrarmarkt schleift, werden nicht die polnischen Bauern davon profitieren, sondern die amerikanischen, indischen und chinesischen Exporteure.

? Frankreich hat Nein zur EU-Verfassung gesagt, Deutschland vermittels des Bundestages Ja. Kann das die deutsch-französische Freundschaft verkraften?

Das Problem liegt tiefer. Das deutsche Kapital ist aufgrund der vorhin erwähnten Exportorientierung stark an der Globalisierung interessiert und noch neoliberaler eingestellt als das US-amerikanische im Bereich Freihandel. Die französische Wirtschaft kann diesen Weg im eigenen Interesse nicht mitgehen. Allerdings ist das deutsche Kapital in seinem Verhältnis zu den USA mittlerweile verunsichert, ein Teil unterstützte Schröders Kurs gegen den Irak-Krieg. Ich glaube, wir haben in unseren beiden Ländern wie in ganz Europa das Potential für einen vernünftigen Kapitalismus, der sich von einer immer aggressiveren Politik der USA emanzipieren kann. Dazu brauchen wir auch die enge Kooperation mit Rußland, dessen Öl- und Rohstoffreserven uns von den US-Konzernen unabhängiger machen. Ein Europa „vom Atlantik bis zum Ural“ war schon de Gaulles Vision, und in Brandts Ostpolitik ist sie wieder auferstanden.

? Ein vernünftiger Kapitalismus? Da habe ich als Marxist meine Zweifel.

Ich folge eher Schumpeter, der in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg konstatiert hat, daß sich Kapitalismus und Militarismus gegenseitig ausschließen. Nicht die Triebkräfte des Kapitalismus hätten zum Weltkrieg geführt, wie Lenin und Luxemburg meinten, sondern die Usurpierung dieser Kräfte durch vor-kapitalistische Schichten, etwa die preußischen Junker.

? Und was ist heutzutage mit den Finanzmillionären und den Fonds, die ihr Vermögen in Dollar angelegt haben? Die können doch schon aus eigenem Interesse keinen Bruch mit den USA und ihren Kriegen wagen?

Irgendwann werden sie merken, daß ihre schönen Dollarguthaben nur aus wertlosen Papierschnipseln bestehen. Dann werden auch sie umdenken.

? Nochmal zum Verhältnis Paris – Berlin: In beiden Ländern ist eine neue Opposition im Entstehen, in Frankreich die linksgewendete PS mit – vielleicht – Laurent Fabius an der Spitze, in Deutschland das Linksbündnis mit Oskar Lafontaine. Können diese politischen Kräfte und Figuren dem europäischen Motor neuen Schwung geben?

In beiden Ländern ist die Entstehung einer Linksalternative eine gute Nachricht für die Demokratie. Die französischen bzw. deutschen Mitglieder der globalisierten Oligarchie werden aufgefordert, vor allem wenn Menschen wie Fabius und Lafontaine die Führung dieser neuen linken Bewegung übernehmen. Die Demokratie kann aber nur dadurch leben, dass man zwischen zwei ernsten Alternativen wählen kann. Ich hoffe, dass in Frankreich eine neue gaullistische Welle entstehen wird – ein liberal-konservatives Pendant zu der linken Alternative, das für eine echte innere Reformpolitik plädieren würde; aber nicht ohne die Rückkehr zum Goldstandard und einen vernünftigen Protektionismus. Dann hätten wir eine echte politische Debatte, und die Demokratie wäre nur gestärkt.

Interview: Jürgen Elsässer

8 Kommentare zu „„Mit Gold-Euro gegen die Dollar-Dominanz“

  1. Gratulation zu diesem sehr aufschlussreichen Interview, Herr Elsässer! Naja, wenn es hilft auf der von Ihnen bevorzugten Weise am (National)-Stolz der Deutschen zu rütteln und Aufklärung über den Kapitalismus zu leisten? Grundsätzlich falsch ist es es vielleicht nicht! Die Historie hält dazu ausreichen Fakten und Belege bereit. Je nach Auslegung kann man der Meinung sein, Sie graben als Linker den Rechten das Wasser ab, oder tragen es den Rechten zu! Was daran ist wahr? Durch „die Blume“ kann man von Ihrem Interwiev-Partner Prof. Edouard Husson einen spöttischen Tonfall über die Jahrzehntelange Europa-Politik heraushören, besonders die der Bundesrepublik! Schön herausgestellt auch die Rolle als „Hiwis“ und Blitzableiter für die USA!
    Ich werde Ihnen aufmerksam folgen, Herr Elsässer und gründlich über Ihre Veröffentlichungen nachdenken!
    Rote Grüße!
    O.W.

  2. Leider grundfalsch. Gold sollte keinerlei Rolle bei einer Reorganisation des Finanzwesens spielen. In der Tat ist der einzige positive Aspekt unserer heutigen Geldordnung der Umstand, daß endlich der güldene Aberglaube aus den Köpfen der Meisten verschwunden ist.
    (Das ist selbstredend kein Einwand gegen Goldanlagen als Absicherungsversuch im Hinblick auf die „freie“ Manipulationswirtschaft, in der wir leben.)

    Geld ist eine gedankliche Größe, deren Wert aus der Kombination zweier Faktoren resultiert: Gültigkeit und Tauschverhältnis.
    1. Seine Gültigkeit als Zahlungsmittel erhält das Geld per Gesetz.
    2. Das Tauschverhältnis ergibt sich einerseits aus der zirkulierenden Geldmenge und andererseits aus der Umfänglichkeit der produktiven Kräfte einschließlich der hergestellten Waren.

    Nicht auf den materiellen Träger des Geldgedankens kommt es an. Im Gegenteil: je weniger „materialabhängig“ das Geld desto besser.
    Eine Goldwährung einzuführen hätte nichts anderes zur Folge, als sich dem Willen und den Manipulationen der Eigentümer der vorhandenen Goldbestände und der großen Goldförderunternehmen auszuliefern. Man käme vom Regen in die Traufe. Denn wer die Eigentumsverhältnisse und die Wirtschaftsgeschichte des Goldes kennt, wird wissen, daß dieselben Organisationen und Dynastien, die das gegenwärtige Geldsystem beherrschen, auch den Goldmarkt fest im Griff haben.

    Worin liegt nun das eigentliche Problem?
    1. Private Geschäftsbanken haben die Kompetenz zur Geldschöpfung usurpiert.
    2. Geld entsteht ausschließlich und besteht hauptsächlich als verzinsliche Schuldbeziehung in den Büchern der Geschäftsbanken.
    3. Der Zins wird nicht mit der Kapitalsumme mitgeschaffen. Bestehende Forderungen, das heißt Kapitalsumme und Zins, aus welchen sich jeder Kredit zusammensetzt, können im gesamtwirtschaftlichen Maßstab niemals mittels des umlaufenden Geldes bedient werden. Die gesamtwirtschaftliche Schuld muß also stets zum Teil und zu allmählich immer größeren Teilen durch weitere – natürlich wiederum verzinsliche – Kreditaufnahme refinanziert werden.
    Daraus folgt: Die herrschende Geldordnung ist ein Schneeballsystem.

    Da im gegenwärtigen Geldsystem also Schuld gleich Geld ist, es mithin ohne Schulden kein Geld gäbe, sind alle Diskussionen, die sich um einen „Abbau der Staatsverschuldung“ drehen, purer Nonsens.

    Die Lösung des Problems lautet mit einem Wort: Vollgeld.
    Wer ein wirklich gründliches Verständnis in Sachen Geld gewinnen will, dem seien zusätzlich zu Herrn Elsässers Büchern die folgenden Werke empfohlen.

    – Huber, Joseph, Vollgeld. Beschäftigung, Grundeinkommen und weniger Staatsquote durch eine modernisierte Geldordnung, 1998.

    – Zarlenga, Stephen, Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht, 1999.

    Prof. Dr. Joseph Huber (Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Umweltsoziologie an der Universität Halle-Wittenberg) ist Mitglied der Initiativgruppe des Vereins „Monetative“.

    http://www.monetative.de

  3. Laurent Fabius, ist das nicht der jüdischstämmige Franzose, protegiert von Mitterand, der 4000 Franzosen auf dem Gewissen hat als Premierminister Frankreichs, dadurch, daß er mit Aids kontaminierte Blutkornserven kaufte aus französischen Gefängnissen, dies obwohl vorher davor gewarnt worden war? Er soll, so sagten mir Franzosen, schwer reich sein, aufgewachsen in der reichsten Ecke von Paris, im 16. Bezirk. Er ist in Frankreich einer der meistgehaßten Menschen im Volk sagte man mir, aber das sagten nur Franzosen, und vielleicht täusche ich mich.

  4. >Aber den Preis dafür zahlen die Arbeiter in Paris und Berlin, die perspektivisch für dieselben Löhne wie jene in Peking und Shanghai arbeiten sollen. So wird die Stellung des Dollar als Weltgeld und die Kanonen-und-Butter-Politik Washingtons erkauft mit der Rückkehr des Elends in unsere Metropolen.<

    Dazu wird es zumindest in Deutschland wohl kaum kommen … das könnte weder eine SPD-dominierte noch eine von der CDU/CSU geführte Regierung (und erst recht nicht die Gewerkschaften) zulassen, denn das würde die Legitimationsbasis für die "soziale Marktwirtschaft" à la BRD zerstören. So realistisch ist das hiesige Kapital auch, das zu sehen.
    Ansonsten finde ich das, was der franzosische Professor und politische Freund des von mir schon lange geschätzten Jean-Pierre Chevènement hier so äußert, weitgehend zutreffend … abgesehen von der zu positiven Einschätzung der Außenpolitik von Willy Brandt (die deutlich weniger "fortschrittlich" war als die von de Gaulle, denn Brandt war weitaus USA-freundlicher) und der inzwischen durch die Entwicklung überholten, ebenfalls zu positiven Bewertung der Linkspartei incl. Lafontaine.

  5. Das Volk will kleinere Einheiten, keine Nationen, die die beiden großen Kriege gebracht haben, die, insbesondere der II., heute zur Rechtfertigung noch größerer Staatsgebilde herangezogen werden. Man nehme die letzte Szene in Chaplins Film, der Diktator. Sie zeigt die Pläne zu einer künftigen Welt und deren Rechtfertigung. Sie sagt mehr als alle Theorien, auch über Chaplin selbst,über seinen eigenen politischen Hintergrund! Diese Szene wirkt folgerichtig, zwingend und harmlos, aber sie ist es nicht. Der ganze vorige Film ist eine Rechtfertigung für diese Szene, er wurde gedreht, um diese Schlußszene, die auch hätte ganz anders aussehen können, möglich zu machen.

    Die Menschen aber wollen Unabängigkeit und Freiheit der Regionen, wollen ihre regionalen Dialekte sprechen dürfen, ohne dafür verlacht zu werden oder sogar bestraft, sie wollen ihre regionalen Sitten und Gebräuche pfelegen und selbst bestimmen, was auf ihrem Land angebaut wird und zu welchem Preis, wer einwandert in ihr Dorf in ihre Gemeinde, wer sie regiert, sie wollen ihr eigenes Recht sprechen, wollen bestimmen, was ihr Geld für einen Wert hat. Viele Probleme, die wir heute haben, resultieren erst aus dem Nationalstaat, der an ein Unterdrückungsstaat ist. Sie sind nicht durch noch größere Einheiten zu lösen, nicht durch bewußte poiltisch organisierte Völkerwanderung, die die Eigenheiten der Regionen und nun der Nationalstaaten, deren Sprachen, Sitten und Gebräuche, die bereits jetzt lange nicht mehr so vielfältig und lebendig sind wie vor dem Nationalstaat, noch mehr zerstören. Überall dieselben Telefonzellen, überall dieselben Fassaden, überall dieselben Mischmaschmenschen. Wohnen im Überall und Nirgendwo. Es ist ein Krieg gegen die europäischen Völker, insbesondere gegen die christlichen und heidnischen Kulturen Europas. Der Nationalstaat ist ein Kampfgebilde gegen die Regionen, gegen kleine, überschaubare basisdemokratische Einheiten, die die dialiektischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, die gewachsenen Sitten und Gebäuche einer Region berücksichtigen und zwar ohne die großen korrupten Parteien, die alle ausnahmelos demselben Zweck dienen, der Versklavung der Völker. Kleine einheiten sind deshalb auhc wirtschaftlich viel erfolgreicher, man sieht das an der schweiz udn an Dänemarf. Es ist nicht verwunderlich, daß die Menschen, die zur Freiheit geschaffen sind, jeder Einzelene hat ein Natur-Recht darauf, sich dahin zurücksehnen.

  6. http://info.kopp-verlag.de/index.html

    Der Staatsverschuldungsfalle entkommen: Das beeindruckende Beispiel der Commonwealth Bank of AustraliaEllen Brown
    Die gegenwärtige Kreditkrise ist eher eine Kapitalkrise, denn genau zu der Zeit, wo den Banken bereits das Kapital zur Sicherung ihrer ausgegebenen Kredite ausgeht, werden die Mindestkapitalanforderungen erhöht. Vor fast 100 Jahren hat die Commonwealth Bank of Australia bewiesen, dass die Banken eigentlich gar kein Kapital benötigen, um Kredite zu vergeben – so lange diese durch die Regierung gestützt werden. Der erste Gouverneur der Bank, Denison Miller, betonte voller Stolz, die Bank benötige kein Kapital, da sie »durch den Reichtum und den Kredit von ganz Australien« gestützt sei. Mit dieser nationalen Kreditvollmacht allein hat die Commonwealth Bank sowohl groß angelegte Infrastrukturprojekte als auch die Beteiligung des Landes am Ersten Weltkrieg finanziert

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/ellen-brown/der-staatsverschuldungsfalle-entkommen-das-beeindruckende-beispiel-der-commonwealth-bank-of-austral.html

  7. Der Beitrag von Winston Smith ist sehr gut. Ergänzen möchte ich, daß goldgedeckte Währungen historisch immer zu erheblichen Verwerfungen geführt hat. Zufällige Goldfunde führten zu fürchterlicher Inflation, ausbleibende zu deflatorischer, depressiver Agonie. Europa konnte sich für eine Zeit aus dieser Golddeflation nur erholen, weil es das Gold der Indianer raubte und diese dabei ausrottete. Wer das will, soll für Goldgeld plädieren.
    Bei den Befürwortern von Goldgeld liegt ideologisch der Irrtum zugrunde, daß Geld wertvoll sein müsse. Wertvoll ist aber nicht das Geld, sondern der Mensch. Menschen stellen Produkte her und leisten. Die Produkte und Leistungen sind nur deshalb wertvoll, weil sie von Mitmenschen wertgeschätzt werden. Es ist also die gegenseitige Wertschätzung, um die es geht. Rheingold, als additives Zahlungsmittel zum kollabierenden Euro ist deswegen konsequent leistungs- und warengedeckt, aber selber wertlos. Rheingold dient uns, um uns einander wertzuschätzen. Deswegen darf es selber keinen Wert haben. Und das ist beim Gold ganz anders.
    Jürgen Elsässer müßte das eigentlich wissen, ist er doch selber Rheingolder. http://rheingoldblog.wordpress.com/2009/12/25/jurgen-elsasser-ist-rheingolder/

  8. @ Jost Reinert

    Besten Dank für den freundlichen Kommentar.
    Halbwissen und der Unwille, das Problem von Grund auf zu durchdenken, herrscht leider selbst in den Kreisen vor, die auf den welthistorischen Schwindel des fraktionellen Reservesystems aufmerksam geworden sind.
    Es bedarf nun einmal einer gewissen geistigen Anstrengung, um den Sachverhalt ganz zu verstehen. Wer dazu nicht bereit ist, kann keine fundierte Alternative vertreten.

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