Der Euro in Gefahr! Volksinitiative-Veranstaltung MORGEN (Fr)

Jürgen Elsässer stellt sein neues Buch DER EURO-CRASH vor: Freitag, 9.7., 20 Uhr, Russisches Haus, Berlin, Friedrichstr. 176 – 179


Mein neues COMPACT-Buch „DER EURO-CRASH. Griechenland war erst der Anfang“ (100 Seiten, 7.50 Euro, im Abo /über http://www.compact-reihe.de/ nur 5,63 Euro, ansonsten auch direkt bestellbar über info@juergen-elsaesser.de) analysiert die Abläufe des „Ersten Geldkrieges des 21. Jahrhunderts“, der vor drei Jahren begann und im ersten Halbjahr 2010 mit den „griechischen“ Attacken auf den Euro einen ersten Höhepunkt hatte. Wie wird es weitergehen? Dazu ein Auszug aus dem Buch:

Explosionsgefahr

Auszug aus Jürgen Elsässers neuem Buch „DER EURO-CRASH. Griechebnland war nur der Anfang“ (100 Seiten, 7.50 Euro, Reihe COMPACT im Kai-Homilius-Verlag; http://www.compact-reihe.de)*

Die groß angelegten Rettungsaktionen des Mai 2010 werden den deutschen Steuerzahler im Extremfall über 170 Milliarden Euro kosten – 22,4 Milliarden für das Griechenland-Paket und 148 Milliarden-Euro für den Euro-Rettungsschirm. Das ist mehr als das Siebenfache der jährlichen Staatsausgaben für die Hartz-IV-Programme.

Die Argumentation der EU-Granden, diese Summen seien notwendig, um unser Geld gegen die Spekulanten zu verteidigen, ist absurd. Vielmehr hat man den Finanzmärkten ihre Forderungen etwa an Griechenland garantiert und sie dadurch zum weitere Powerplay animiert: Die Gelder, die jetzt nach Athen fließen, kommen nicht der griechischen Bevölkerung zugute, sondern werden direkt zur Bedienung der Schulden der ausländischen Finanzhaie verwendet. Kaum zu glauben: Die Bundesregierung selbst hat die Gesetze so formuliert, dass die Banken nicht zur Co-Finanzierung der Mega-Pakete herangezogen werden!1 Hätte man die Spekulanten wirklich treffen wollen, hätte man für den  Totalverlust ihrer Außenstände sorgen müssen – durch grünes Licht für Premier Papandreou, die Auslandsschulden zu annullieren oder wenigstens zu stornieren.

Die von der Kanzlerin und ihren Satrapen verbreitete Erwartung, die Griechen würden die Darlehen zurückzahlen, ist an Naivität kaum zu überbieten. Das machen schon die Auflagen unmöglich,  unter denen die sogenannten (!) Hilfen gewährt wurden: ein drakonisches Sparprogramm von Brüningschem Zuschnitt. Das wird die Binnenkaufkraft der Griechen strangulieren und ihre Wirtschaft in die Rezession treiben. Woher sollen unter diesen Bedingungen die Überschüsse kommen, um Tilgung und Zinsdienst zu leisten?

Auf welches Land sich die Spekulanten als nächstes stürzen werden, ist schwer zu sagen. Portugal, Irland, Griechenland, Spanien – für die die Jäger die infame Abkürzung PIGS geprägt haben, was auf Englisch Schweine bedeutet – stehen auf der öffentlichen Beuteliste an oberster Stelle. In diesen plus Italien haben deutsche Banken Außenstände in Höhe von 515,9 Milliarden Euro.2 Die Staaten Osteuropas werden dabei vergessen; sie gehören zwar nicht zur Euro-Zone, haben aber hohe Darlehen vor allem von österreichischen Instituten bekommen. Strauchelt dort ein Bankhaus, würde das unmittelbare Auswirkungen auch bei uns haben. Schon werden in der Alpenrepublik Vorkehrungen getroffen. „In Österreich gibt es einen geheimen Notfallplan, sollte sich die Finanzkrise zuspitzen“, schrieb die Wiener Presse Anfang Mai 2010. „Im Innenministerium liegen entsprechende Aufmarschpläne der Exekutive vor. Demnach müssen die Kreditinstitute vorübergehend die Schalter schließen und die Bankomaten sperren. Das Innenministerium bestätigte der Presse die Existenz solcher Direktiven, äußerte sich aber nicht zu den Details.“3

Es ist wohl wahr, dass die wirtschaftlichen Kennziffern in den genannten Staaten besser sind als im Falle Griechenland, etwa was das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung angeht. Doch diese statistischen Daten sind nicht aussagekräftig. Entscheidend ist, dass die Wallstreet auf dem ganzen Kontinent ihre Derivatebomben platziert hat und die jeweiligen Regierungen aufgrund der undurchschaubaren Struktur der Finanzmärkte die Gefahren gar nicht genau lokalisieren können. Die gesamte spanische Mittelmeerküste etwa ist mit überschuldetem Immobilien-Schrott zugemüllt und kann jederzeit Feuer fangen.
Diese unbesicherten Pseudowerte wurden von angloamerikanischen Heuschrecken zu Anlagepapiere gebündelt und vor allem deutschen und französischen Finanzinstituten angedient, in deren Bilanzen jetzt die Zeitbomben ticken. Nur ein Beispiel: Deutsche Banken hielten im Herbst 2008 Papiere aus britischen Off-Shore-Finanzzentren in Höhe von 295 Milliarden Euro in ihren Depots.4 Werden diese Forderungen faul, sind sie uneinbringbar, da sich die Cayman-Inseln oder Jersey außerhalb der Reichweite nationalen und internationalen Rechtsprechung befinden (vgl. S. Xy).
Das ganze Ausmaß der Gefährdung für unseren Kontinents machte ein Geheimbericht der Europäischen Kommission im Februar 2009 deutlich: Demnach bestehen 18,3 Billionen Euro, d.h. 44 Prozent, der gesamten Vermögenswerte aller europäischen Banken, aus „hochgiftigen“ Schrottpapieren.5 Wie will man diese Risiken mit einer Abschirmung von 0,75 Billionen Euro begegnen, wie sie die Euro-Staaten am 9. Mai 2010 beschlossen haben? „Sie bauen Sandburgen, um eine Tsunami-Welle aufzuhalten“, kommentierte Sahra Wagenknecht im Bundestag zu Recht.6Euro

3 Kommentare zu „Der Euro in Gefahr! Volksinitiative-Veranstaltung MORGEN (Fr)

  1. ich frag mich nur eins, wie soll man dem begegnen? sicher nicht dadurch das man es erzählt und immer wieder erzählt, oder?

    was soll denn die lösung sein? wagenknecht? wohl kaum. die geht lieber delikatessen essen, lass das volk doch genfood fressen!

    von ganz unten muss der besen kommen aber wodurch soll er ins schwingen kommen? bürgerkrieg? revolution? mit wem denn? mit fernsehzombis und gutmenschen?

    es wird einfach so weitergehen bis zum crash und dann fängt alles wieder von vorn an, bis die natur uns den dolchstoß versetzt!

    ach ne…ganz vergessen! die lieben us-boys mit ihrem häuptling o(s oder b)ama werden die welt dann retten! wir fressen dann spinatdollar von der elenden fed und mit den philantropen monsanto gibts sogar gemüse dazu. so wie sie jetzt voll menschlicher güte haiti retten:

    http://www.foodsafetynews.com/2010/06/haitian-farmers-burn-monsanto-hybrid-seeds/

    http://latina-press.com/news/26100-proteste-in-haiti-gegen-us-konzern-monsanto/

    und damit den braven helferlein auch nichts im wege steht macht onkel obama alles wasserdicht:

    „Gleich drei Ämter besetzt Obama mit ehemaligen Monsanto-Größen – und sein Landwirtschaftminister Tom Vilsack vertrat schon zu seiner Zeit als Gouverneur von Iowa hauptsächlich die Interessen Monsantos.

    Die US-Lebensmittel-Behörde FDA (- also die Institution, die darüber entscheidet, ob Gentechnik-Produkte zugelassen werden, oder nicht), ist mittlerweile fast ein Außenposten von Monsanto, so dass sich der Konzern seine Gesetze und Gutachten quasi selbst schreiben kann. Neu dabei: Der frühere Monsanto-Vize-Präsident (!) Michael Taylor als oberster Experte für Lebensmittelsicherheit. Viel befangener kann ein „Experte“ eigentlich kaum sein – man muss sich nur mal die Geschichte Taylors ansehen: Er war zuerst als Anwalt für Monsanto tätig, bevor er 1991 bis 1994 die Grundsatzabteilung der FDA leitete und bis 1996 im Landwirtschaftsministerium für Lebensmittelkontrollen zuständig war. Danach wechselte er zurück zu Monsanto, wurde dort Cheflobbyist und Vize-Präsident. Im Wahlkampf beriet Taylor Obama in Landwirtschaftsfragen – jetzt ist er wieder in der FDA. Also ein ständiges hin- und her zwischen Monsanto und der Lebensmittelaufsicht, ein Verfahren, das die Amerikaner die „revolving door“ (Drehtür) nennen und das gängige Praxis in der US-Politik ist.“

    sorry ich weiß, mehr oder weniger OT aber mir platzt grad der kragen.

  2. http://www.mlpd.de/themen/themen-a-z/a/arbeitslosigkeit-bekampfen/

    Arbeitslosigkeit bekämpfen

    18 Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos oder unterbeschäftigt. „Hochkonjunktur“ haben nur Leiharbeit und Niedriglohn beschäftig ung. 314.000 Menschen wurden in Ein-Euro-Jobs gepresst und 881.000 Menschen in andere Maßnahmen gesteckt. Obwohl weiter arbeitslos, wurden sie so aus der Statistik entfernt.

    Die Ursachen der Massenarbeitslosigkeit liegen in der verschärften Ausbeutung der Arbeiterklasse und der enorm erhöhten Arbeitsproduktivität. Zu einer Produktion, für die 1991 noch 1.000 Industriearbeiter nötig waren, reichen heute 438. Den riesigen Überkapazitäten steht eine weltweit sinkende Massenkaufkraft durch Arbeitslosigkeit und Reallohnsenkungen gegen über: So wächst der Reichtum Weniger durch die wachsende Armut immer breiterer Massen.

    Die Verheißung, neue Vollzeitarbeitsplätze durch den angeblichen „Aufschwung“ zu schaffen, ist ein einziger Betrug. Um allein die 4 Millionen offiziell Arbeitslosen in Arbeit zu bringen, wäre sogar nach bürgerlichen Annahmen ein Wachstum von über 10 Prozent nötig. Auf Grund der kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten ist die Wirtschaft zu einem solchen Wachstum seit Jahrzehnten und auch in Zukunft nicht mehr in der Lage.

    Das Problem der Massenarbeitslosigkeit ist im Kapitalismus nicht lösbar. Alle Formen der Arbeitszeitverlängerung, wie sie Regierung und Unternehmen betreiben, dienen allein der Profitsteigerung und verschärfen das Problem zusätzlich. Zur Milderung gibt es nur ein Mittel: die Arbeit auf mehr Schultern verteilen. Allein der Abbau der Überstunden in Deutschland würde 820.000 neuen Vollzeitarbeitsplätzen entsprechen. Die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich würde rechnerisch zu weiteren 6,4 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen führen. Durch die Senkung des Rentenalters auf 60 Jahre bzw. 55 Jahre für Frauen und einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von sechs Wochen könnten zusätzlich 1,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. In einer sozialistischen Gesellschaft käme die wachsende Arbeitsproduktivität allen Teilen der Gesellschaft zugute, in Form von mehr Zeit für Erholung und Freizeit sowie gesellschaftliches, politisches, kulturelles und persönliches Engagement.

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