„Selten gewordener Mut“

Schweizer Armeezeitung rezensiert Elsässer/Erne  „ERFOLGSMODELL SCHWEIZ“

Die „Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift“ (ASMZ), das offizielle Publikationsorgan der Armee unseres Nachbarlandes,  rezensiert in ihrer aktuellen Ausgabe den COMPACT-Band von Jürgen Elsässer / Matthias Erne, „ERFOLGSMODELL SCHWEIZ. Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität“ (160 Seiten, 8.80 Euro, bestellbar auch über info@juergen-elsaesser.de)


Erfolgsmodell Schweiz

Wie lernfähig an die politischen Schalthebel gelangte ehemalige Mitglieder der Freien Deutschen Jugend und andere durch die Ideologien ihrer Jugend allzu nachhaltig geprägte Kritikerinnen und Kritiker der Schweizer (und auch der Liechtensteiner) Freiheit sind, wird erst die Geschichte lehren. Sie könnten jedenfalls nicht ohne persönlichen Gewinn und nicht ohne Nutzen für die Beziehungen von Völkern, welche weitgehend Sprache und Kultur teilen, das handliche Werk „Erfolgsmodell Schweiz“ konsultieren! Beiträge verschiedener Autoren (der Flughöhe Hayek, Nef, Sommaruga, Maurer) präsentieren wichtige Facetten des helvetischen Erfolgsmodells und analysieren verschiedene Angriffe auf die freie und wohlhabende und – was Wunder – beneidete und geschmähte Alpenrepublik. So falsch lag der von Bern begeisterte und zu seiner Ehre neidlose Goethe nicht, als er 1779 ins Schweizer Reisetagebuch notierte: „Die Stadt ist die schönste, die wir gesehen haben … Gegend, Stadt, wohlhabend, reinlich, alles benüzt, geziert, allgemeines Wohlbefinden, nirgend Elend, nirgend Pracht eines einzelnen hervorstechend“. Der elegante Band wird von einem Deutschen und einem Schweizer – beide mit dem selten gewordenen Mut zu eigenen Standpunkten, nicht immer zu den selben – gemeinsam in einem Berliner Verlag herausgegeben! Möge ihre willkommene Arbeit zur wünschbaren Verbesserung der Beziehungen der Nachbarn am Hochrhein, zur auch international anzustrebenden Freundschaft in der Freiheit ein wenig beitragen!

Jürg Stüssi-Lauterburg

16 Kommentare zu „„Selten gewordener Mut“

  1. So beneidenswert auch die Schweiz ihre individuelle Politik nach aussen betreiben können, ist doch die verbrecherische, im und seit dem 2. Weltkrieg, Schwarzkontenführung, selbst heut noch aus Nazi Geldern bestehende Gold-Haben, nie mit international freundschaftlichen Freiheit vereinbar.
    Wohin schafft der Waffenhändler sein Blutgeld ? Die Schweiz ist zu 90% Verwalter dubiosen Kapitals. Ich sehe keine freundschaftliche Freiheit, hier wird Kriegskapital, Schwarzgeld und vor Allem verlogenheit verwaltet. Und nach aussen der vorbildliche Staat suggeriert. Die Schweiz ist Mekka der, nicht nur europäischen, sondern vor allem der Kriegspartein Geldwäscher, nichts anderes.

  2. HAML: Lesen Sie lieber mal ERFOLGSMODELL SCHWEIZ, da wird das alles widerlegt.

  3. Wenn wir in Deutschland ein ‚Schweizer Modell‘ hätten, wären wir fraglos einen großen Schritt weiter: Her mit einem neutralen, blockfreien (also natofreien) Deutschland, mit einer direkten Demokratie, was bedeuten würde, dass wir Deutschen den Bundespräsidenten direkt wählen könnten am 30., statt unsere Lobbyisten in der Bundesversammlung, und in dem wir auch über die Besteuerung, die Herkunft der Haushaltsmittel, mitbestimmen könnten, was den besagten Lobbyismus zurückdrängen würde. Aber mehr auch nicht.

    Hinzu kommen müsste, ohne das es keine wahre Neutralität für uns Deutsche geben kann: Die Schließung aller britischen und amerikanischen Stützpunkte, der Abzug der gefährlichen Atomraketen, aber auch die Brechung der Bankenmacht und die Überführung des gesamten Bankensektors in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle, die Schaffung einer Staatsbank, die das gesamte Finanzkapital kontrolliert und wodurch auch die Großkonzerne, zumindest teilweise, an die Leine gelegt werden könnten. Auch das gehört zu einer echten Neutralität und würde über die der Schweizer weit hinausgehen: Denn die private Finanzmacht hebelt jede auf dem Papier, in einer Verfassung, stehende direkte Demokratie und Neutralität de facto wieder aus.

    Das heißt auf die Schweiz bezogen: Es gibt keine echte Schweizer Neutralität, solange die Banken nicht verstaatlicht worden sind und die Schweiz Umschlagplatz für internationale Finanzdeals sein kann und die Großbanken dort alle Freiheiten haben. Das Finanzkapital ist das vaterlandsloseste Gesindel, das es gibt. Aber das wird die Schweiz nicht machen. Sie wird nicht daran gehen, dass Wirtschafts- und Finanzsystem zu ändern, weil die politischen und sozialen Kräfte, die in der Schweiz die Macht haben, prokapitalistische sind. Das ist der Unterschied zu Venezuela: Dort gibt es Elemente einer direkten Demokratie, aber mit sozialistischem Inhalt und auf diesen Inhalt, nicht auf die Hülle, kommt es an, womit ich das ‚Schweizer Modell‘ nicht schlecht machen will, aber man sollte vorsichtig sein, es als ‚Modell‘ hinzustellen. Das Modell ist Chavez‘ Venezuela.
    Und dieses venezolanische Modell gilt es hier mindestens in gleicher Ausführlichkeit zu propagieren, wenn schon von Modellen die Rede ist.

    Auf ein Lob von Chavez könnte JE viel stolzer sein als auf ein Lob von einer Schweizer Armeezeitung!

  4. @ HAML:
    Ich kann Jürgen Elsässer nur beipflichten, denn ich war zur Präsentation eingeladen. M. Erne hat dort diese Behauptungen detailiert widerlegt.
    Es handelt sich bei diesen Blutgeld-Vorwürfen um systemische Behauptungen.

  5. Wahrschinli hej si gar ned gwüsst um was sichs wür ne glüngi
    handlät?!

  6. „Aber wie ich sie einschätze sagen sie mir jetzt das die Schweiz ein Gottesstaat ist.“

    und sei der hintergrund der schweiz auch noch so christlich und gott bewahre diesen hintergrund so ist sie dennoch kein gottesstaat wie sie es meinen (ironisch ich weiß) denn die religion ist nicht verordnet. weder durch kleidervorschriften noch sonstwie.

  7. Wichtig ist erst einmal, dass man anderswo, eben auch in der Schweiz, zur Kenntnis nimmt, dass es auch in Deutschland Kräfte gibt, die Veränderung wünschen und herbeiführen werden.
    Insofern freut es mich, dass dieses Buch erschienen ist – zumal ich erst dadurch auf die VI und diesenBlog aufmerksam wurde.
    Neutralität müssen wir immer auf den Grundsatz zurückführen: keine Beteiligung an Kriegen! Für Deutschland bedeutet das selbstverständlich die Auflösung aller militärischen Bündnisverträge, einschließlich des Abzugs ausländigscher Streitkräfte von deutschem Boden.
    Eine reine Verteidigungsarmee… und Schluss mit allem Anderen, wie internationalen Militär- und Polizeieinsätze. All das kann erst die Grundlage sein, für Veränderungen in unserem Land, die dann auch die Monopole/eingenommen der Finanzmonopole nicht ausnehmen.
    Neutralität ist also die eine Sache…was wir dann draus machen, steht auf einem anderen Blatt…hier kann man zwar viel von der Schweiz übernehmen, aber es sollten durchaus Antworten gegeben und Wege beschritten werden, die „mehr“ sind, als das Modell Schweiz….denn die haben dort auch ganz schön zu tun, sich aufrechtzu erhalten – da wäre eine neutrale Nachbarschaft dienlich…
    Also nochmal, Neutralität an sich bedeutet noch lange nicht Veränderung wirtschaftlicher Verhälnisse, kann dies aber erleichtern…
    Grüße LS
    Es gibt auch Beispiele, wo Diktaturen sich neutral verhielten (Franco-Spanien/Portugal-Salazar)
    Leider ist meine Zeit immer sehr begrenzt, deshalb bitte ich um Nachsicht, wenn bestimmte Formulierungen/Thesen nicht immer nachhaltig begründet werden können…

  8. Man kann der Schweiz nicht nachsagen, sie wären nicht fair gewesen, die haben jedem Kriminellen (Regierungen, Unternehmen, polit. Organisationen) gehholfen ihr Geld zu verstecken. Die NAzis waren auch darunter, aber eben nix besonderes. Eine Spezielle Nazi-Affinität der Schweiz ist Humbug. Trotzdem – Ich kenn zuviele Leute, die ihr Geld zumindest vorrübergehend dort geparkt haben oder hatten. Im europäischen System der Raubmörder, war die Schweiz nur der Hehler, hatte als eine vergleichsweise harmlose Position. Die Schweiz ist die vollendetste bürgerliche Demokratie. Aber eben bürgerliche Demokratie. Trotzdem ist sie für mich kein Vorbild. Sie aber an den Pranger zu stellen ohne zuvor die Räuberhöhlen der Raubmörder auf den Kanalinseln auszuräuchern ist eine geradezu lächerlich leicht zu erkennende Nebelkerze. Zu Liechtenstein sage ich nichts, dieses Raubrittergut hat keine Berechtigung als eigner Staaat zu fungieren, ebensowenig wie der Vatikan, San Marino oder Monaco. Das sind die übelsten Überreste der alten Feudalen Ordnung Europas. Aber die Hehler und Raubritter sind nicht die Ursache des Problems, sondern ein eher harmloses Symptom.

  9. Neuester Geniestreich der Schweizer:

    Autobahnspuren nur für Reiche! Tolle demokratie!

  10. Hinweis:

    Ökonomisch wäre auch das Kanada der 90er Jahre und bis ca. Mitte 2005 mit seinem Sozial-, Gesundheits- und Schulsystem und dem stabilen Bankensystem als Flächenstaat bedeutsam!!!

    Herr Elsässer, kommen sie doch mal ins Attac Forum!

  11. Weiter gehts mit der „direkten Demokratie“ :

    „In Europa wendet nur Weißrussland die Todesstrafe an. Geht es nach dem Willen einer Volksinitiative, kommt bald ein weiteres Land hinzu: die Schweiz.
    Ein siebenköpfiges Komitee startete dazu am Dienstag eine Volksinitiative, nachdem die Regierung in Bern grünes Licht gegeben hatte. Eine Vorprüfung der Initiative habe keine Hinweise auf formale Hindernisse ergeben, heißt es in einer im Bundesblatt veröffentlichten Bekanntmachung. Die Sammelfrist für die für eine Volksabstimmung nötigen 100 000 Unterschriften läuft bis zum 24. Februar 2012.“

    http://www.focus.de/politik/ausland/schweiz-volksinitiative-will-todesstrafe-zurueck_aid_544611.html

    Nicht dass ich prinzipiell damit ein Problem hätte, Mord und Vergewaltigung so zu ahnden, aber die meisten Blogger hier wohl schon, oder? Auch die Pro-Schweizer, denk ich mal…

  12. @fatima oezoguz

    „Nicht dass ich prinzipiell damit ein Problem hätte, Mord und Vergewaltigung so zu ahnden…“

    Na sehen Sie, Frau Oezoguz! Da haben wir doch mal eine Eigenschaft, die Sie mit der Mehrzahl der Amerikaner teilen!

  13. Ja, auch Amerikaner können mal Recht haben. Sorgen macht mir da nicht die Todesstrafe AN SICH, sondern die Ungerechtigkeit der Justiz, wo teilweise noch die Hautfarbe über das Strafmaß entscheidet.
    Aber darauf wollte ich nicht hinaus. Hier wird ja am Beispiel Schweiz doch immer so die „direkte Demokratie“ bejubelt. Juhuuu, endlich mal Minarettverbot, das war noch für die meisten in Ordnung, wenn es nicht sogar ausdrücklich begrüßt wurde. Aber jetzt Todesstrafe, die ja an Ländern wie Iran so kritisiert wird? Was sagen die Schweiz-Fans jetzt?

  14. Fatima: Das ist jetzt aber wirklich vorschneller Alarm! Es handelt sich um eine INITIATIVE! Wie das eigentliche Referendum ausgeht, darf man getrost abwarten. Ich bin mir recht sicher, dass die große Mehrheit ablehnen wird.

  15. Herr Elsässer,

    es geht mir darum, dass über so etwas überhaupt abgestimmt werden darf vom Volk. Wie gesagt, ich hab nichts gegen die Todesstrafe AN SICH, aber dieses Beispiel zeigt, dass da wohl noch ganz andere „Initiativen“ möglich sind.

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