Germany – 12 Points!

Lena gewinnt in Oslo – super gemacht! Die anderen können uns gern haben …

Ich geb’s ja zu: Ich hab nicht gekuckt … Und ich geb auch zu, dass ich erst letzte Woche von Lena Bindestrich-Irgendwas gehört habe. Aber als ich heute spät nach Hause kam und die Nachricht lief, dass sie gewonnen hat, bin ich sofort auf Youtube und hab mir das Ding reingezogen. Und ich sage: Super! Vom Feinsten! Es gibt noch Deutsch-Pop! Es gibt noch deutsche Frauen! Und die können sogar singen! Wer hätte das gedacht?

Will jemand ne politische Begründung? Ne, erst mal ausm Bauch raus: Der Song macht Spaß! Er geht ins Ohr rein und nicht mehr raus. Wer da nicht anfängt mitzutanzen oder wenigstens mitzuwippen, muss schnellstens in die ReHa-Klinik. (Eine bessere Version von „Satellite“ gibt es übrigens unter http://www.youtube.com/watch?v=esTVVjpTzIY – sie läßt sich aus Copyright-Gründen nicht in Blogs einbinden).

Politisch wäre noch off the record nachzutragen:

1) Es findet nie ne Revolution statt, wenn man nicht auch drauf tanzen kann.

2) Im Unterschied zu dem Ganster-Rap und allem Brutalo-Scheiss, den uns die Yankees rübergebracht haben, geht es in dem Song um etwas Grundsympathisches: um Liebe. Das ist es doch, was dieses Land, dieser Kontinent, die ganze Welt braucht – oder?

3) Lena ist sexy, aber nicht nuttig. Das ist ein wichtiger Unterschied, der ansonsten verlorenzugehen scheint. Man denke nur an die Porno-Show, die der deutsche Beitrag letztes Jahr abgezogen hat. Da wurde es einem doch speiübel!

4) Lena präsentiert sich als Frau und ist damit das lebende Dementi von dem ganzen Gendermainstream-Quatsch a la Tokyo-Hotel. Die Schwul-lesbisch-androgyno-Werbung, die ansonsten auf diesem Eurovision Contest läuft, ist beim Publikum nicht angekommen – und das ist auch gut so, WoWi!

Zwei Wünsche noch: Das nächste Mal hätte ich gerne mal  einen deutschen Mann, von mir aus einen Macho – bloß  nicht so eine abgewrackte Softi-Nulpe wie Guildo Horn. Und zur Abwechslung könnte man auch mal wieder Deutsch singen. Aber gegen Englisch spricht auch nichts, so lange man es so gut drauf hat wie Lena und solange es kein Denglish ist. (Habt Ihr vor kurzem mitgekriegt, dass irgendein neidischer Brit-Journalist versucht hat, Lenas Akzent madig zu machen? Ich hoffe, der gurgelt sein Schandmaul heute mit Domestos!)

So, ich weiß schon, dass dieses Artikelchen meinen politischen Freunden auf diesem Blog nicht gefallen wird. Aber darf man sich nicht ein bißchen freuen, wenn jemand in diesen schlechten Zeiten gute Laune verbreitet? Ist es nicht schön, wenn Deutschland in Europa in Führung geht,  weil es die bessere Musik hat (und nicht wie früher, weil es die besseren Panzer) hat? Ist Lena nicht die schärfste Waffe gegen Miesepeter-Angie?

Und als nächstes gewinnen wir die WM! Holt schon mal die Fahnen raus!


118 Kommentare zu „Germany – 12 Points!

  1. Äh?? Ja.
    Fand „die Lena“ auch gut…

    Das Lob gebührt allerdings Stefan Raab, einem erstklassigen Unterhaltungs-Vermarkter.
    Sein Konzept der Mittelklasse-Endpubertierenden mit „frechem“ (aber nicht zu frechem) Song und Auftreten ist aufgegangen.

    (Ist so ähnlich wie mit „Elvis“: Erst der Mittelklasse-Jüngling mit frechem – aber nicht allzu frechem – Auftreten, brachte dem Rock-n-Roll den kommerziellen Erfolg in der weißen Mittelschicht.)

    Lena ist clever und spielt die kokette Abi-Göre mit.

    Stefan Raab – douze points den Zeitgeist der „ESC-Viewer“ aufgegriffen zu haben und mitzuprägen!

    Besser als vieles, was uns die „Unterhaltungs“-Industrie antut, d´accord.

    Aber es sollte doch in Perspektive gehalten werden: Stefan Raab und Pro7 ist eine hervorragende Vermarktung gelungen.

    Ob das nun die Rettung der deutschen Kultur bedeutet???

    Übrigens: Ist der Song von Yankees geschrieben… Raab hatte allerdings ein gutes Händchen, als er uptempo für die „Ballade“ verordnete…

  2. >>Wer da nicht anfängt mitzutanzen oder wenigstens mitzuwippen, muss schnellstens in die ReHa-Klinik.<<

    Jetzt hab ich also gelernt, daß ich schnellstens therapiert werden muß. Vielen Dank für die Diagnose!

  3. das lied ist SCHEISSE.
    außerdem hat die grand prix – farce nun wirklich nichts mit politik zu tun. ist es so wichtig, ob jemand auf englisch singt oder auf deutsch ? die böhsen onkelz (türken raus) singen auch auf deutsch. ist das ein grund, sie gut zu finden ? die eurovisions-komödie ist nur ein instrument der wohlfühl-gesellschaft (wie auch die fußball-massenpanik-industrie), darauf bedacht, die bürger in einem kritiklosen
    spaß-geilen, oberflächlichen und namenlosen sammelsurium aus pop und mainstream zu halten,damit die bloß nicht auf die idee komen und nachdenken (auch nicht über KULTUR ).
    da ist mir ja sogar bayrische musik (scherz) oder japanische musik lieber – das ist doch wenigstens landestypisch (was man von dem überpopten geleiere der eurovision-lena, die sich völlig dem modernen müll angepaßt hat, nicht behaupten kann. ich finde, sie hätten IBRAHIM TATLISES auf die bühne holen sollen!
    DER hätte nun echt etwas melodisches, sehr fetziges dargeboten. aber dieses westliche geröchel von der lena ist ein fall für den zensor

    Wann wird die primitive sendung „eurovision“ verboten ?

  4. Nur als Hinweis für J.E. falls er es nicht weiß. Lenas Lied ist eine US-amerikanische Produktion. Dass mindert jedoch nicht meine Begeisterung für Lenas Sieg, die ich übrigens auch gestern erstmals gesehen habe.
    Nach Deutschlands peinlichen Beiträgen in den letzten Jahren kommt mir das Geschehen vom gestrigen Abend wie ein Wunder vor.

  5. Also, ich kann Deine Euphorie verstehen und mir ging es ähnlich.

    Aber die Beiträge vergangener Jahre waren auch nicht alle von Originalität geprägt. Roger Cicero machte Swing – mal was ganz anderes…und Max Mutzke kann zwar herrlich singen, aber auch Soulsongs werden nicht automatisch zu Ohrwürmern, nur, weil sie ein Weißer singt.

    Was ich damit sagen will ist: das war keine Erfolgsstory vom Reißbrett. Es kam alles irgendwie überraschend – plötzlich war Lena da und alle sind auf den Hype aufgesprungen.

    Warum ich es wichtig finde, darauf hinzuweisen? Weil man jetzt vielleicht denken könnte, man habe die Blaupause für den Erfolg gefunden.

    Nicht, daß ich es Deutschland nicht gönnen würde – ich war selbst vom Fieber gepackt – aber einen großen Anteil am Sieg hat eben auch das Phänomen Lena, und Phänomene sind letztlich kaum zu erklären. Der Song, naja, ich kann ihm nicht viel abgewinnen.

    Dennoch war es ein gerechtfertigter Sieg – Lena ist wirklich „lovely“, weil sie irgendwie eine von uns ist. Ich sehe da keinerlei Star-Allüren – bis jetzt. Und deshalb freue ich mich über ihren Sieg.

    In eigener Sache:

    Wieso Deutschland im Jahre 2038 das nächste Mal gewinnt, warum die Frau 21 Jahre alt und weshalb sie blond sein wird – dafür gibts bei mir eine Erklärung:

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2010/05/30/eurovision-das-orakel-lena-meyer-landrut/

    Ach so, und wer den Flitzer beim spanischen Beitrag nochmal sehen will: gibts auch bei mir…;-)

    Viele Grüße und auch von mir herzlichen Glückwunsch!

  6. Ich bin sprachlos, so etwas auf diesem Blog lesen zu müssen, das haben Sie schon richtig eingeschätzt. Es muss sehr, sehr schlimm aussehen, mit der deutschen Kultur, wenn wir uns schon über so ein Gekreische schon „freuen“ müssen.
    Das ist nicht besser als die Miesepeter Angie oder Guildo Horn und unterscheidet sich auch kaum von der MTV-Unkultur, die Sie ständig anprangern. Aber Hauptsache, eine Deutsche gewinnt…

  7. @’Distelherz: Das hab ich ja völlig überlesen, danke für den Hinweis. Wir waren zwar öfter mal nicht einer Meinung, aber hier leiste ich Ihnen gerne Gesellschaft in der Rehaklinik. Unglaublich!!

    Und es gibt durchaus Revolutionen, die ohne das Gehüpfe auskommen, im Gegensatz zu den „Disco-Miezen“, nicht wahr?

  8. Tip: Macht doch mal den Ton aus und seht nur die Bewegungen an – sie fasst sich dauernd an den Bauch und teilweise auch eine Etage tiefer…

  9. @ fatimaoezoguz

    Ganz meine Meinung. Ich hätte gern noch ein bißchen pointierter meine Meinung zu dem Gejaule vorgetragen, aber ich fürchtete, daß man auf meine Beiträge hier mittlerweile etwas dünnhäutig reagiert und wieder die Schere rausholt.

    Vielleicht kann ich das jetzt ja doch noch nachholen: Ich finde zwar, daß die anderen Beiträge zum „Song Contest“ mindestens genauso furchtbar waren (hab gestern abend das Fußballspiel gesehen und ab und zu rübergezappt), aber das macht das Ganze ja nicht besser. Das Mädel ist ganz sympathisch. Ihr Gesang klingt aber, als ob man einen Kojoten totschlägt, und die „Musik“ – die Anführungszeichen muß sich ganz fettgedruckt vorstellen – ist reine Konserve, völlig belanglos und austauschbar. Humpa Tätärä. Popkultur, konsumistisch, dekadent, mag ich nicht.

    Übrigens, bei dieser Gelegenheit: Wir sind häufig verschiedener Meinung, richtig, aber das heißt nicht, daß ich Ihre Beiträge nicht zu schätzen wüßte. Leider hat der „Hausmeister“ was dagegen, daß gewisse Dinge auch mal ausdiskutiert werden dürfen. Schade drum. Ich hätte vermutet, daß das mit Ihnen ganz gut und sachlich funktioniert hätte.

  10. fatima: die moslems sind sicher nicht in der lage, uns die modernität auzutreiben!sex sells-religion in die gute stube, aber bitte nur dahin!

    jürgen: ich finde es nicht in ordnung, wenn das untertanen-latein alle lieder bestimmt- wahrscheinlich der grund, warum italien nicht mitmacht! israel,spanien,frankreich haben bewiesen, dass man auch in seiner sprache toll singen kann! lena ist putzig, aber auch sehr gehypt!ihre lied habe ich nicht verstanden, ging den engländern auch so!

  11. @ribi: Jetäzt hören Sie doch endlich mal auf, mich auf meine Religion zu reduzieren, ich wehre mich lediglich dagegen, dass jeder , der nicht J.E.s Musikgeschmack teilt, als „therapiebedürftig“ bezeichnet wird. Außerdem steh ich ja wohl lnicht ganz allein mit meiner Meinung , siehe Kommentar von Distelherz.
    Und das, wo uns immer wieder Intoleranz bescheinigt wird. Wie würde es wohl ankommen, wenn ich jedem einen Aufenthalt in der Reha empfehlen würde, der Sami Yusuf nicht mag?
    Zum Raab sage ich hier mal lieber überhaupt nichts!

  12. „Schade drum. Ich hätte vermutet, daß das mit Ihnen ganz gut und sachlich funktioniert hätte.
    ‚“

    Doch, mit mir geht das, aber wir haben das Hausrecht nun mal zu respektieren, da wir hier zu Gast sind.
    Aber ich habe durchaus auch Email.

    LG

  13. na TOLL – Deutschland ist gerettet !!
    – das sind die Dinge welche das deutsche VOLK schön einlullt und von den wahren Problemen politisch ablenkt !
    – das hält noch an bis zur Weltmeisterschaft und dann geht es in den Urlaub – dann ist das poltische Ziel erreicht :
    – Ablenkung von den wirklichen Problemen unseres Landes – cui bono !

  14. @fatima

    Auch ich muss dringend therapiert werden. Vielleicht können wir eine Gruppe mit Distelherz zusammen aufmachen.

    Übrigens: War das Musik oder Lärm? Unter Musik verstehe ich etwas anderes. Und was ich nicht verstehe, ist dass man jemand, die scheinbar den Stimmenbruch noch nicht hinter sich hat, so etwas ’singen‘ lässt.

  15. >>…wir haben das Hausrecht nun mal zu respektieren<>Aber ich habe durchaus auch Email.<<

    Danke für den Hinweis, bei der nächsten Gelegenheit werde ich mich gern daran erinnern.

  16. *seufz* der blöde Blog-Code hat meinen Beitrag verhunzt. Deshalb nochmal:

    „…wir haben das Hausrecht nun mal zu respektieren“

    Sicher, da stimme ich zu, nur manchmal schien mir das Hausrecht nicht ganz nachvollziehbar und willkürlich in seiner Anwendung – es ist ja nicht so, daß ich hier menschenverachtende Positionen vertreten würde noch würden solche in mein christlich-katholisches Wertesystem passen!

    Daran kann ich nichts ändern, aber es ist motivationsmindernd. Schade, denn bei allen Differenzen finde ich die VI als Projekt nach wie vor spannend.

    „Aber ich habe durchaus auch Email.“

    Danke für den Hinweis, bei der nächsten Gelegenheit werde ich mich gern daran erinnern.

    und @Elsässer:

    Abgesehen davon, daß ich kein Facebook benutze und sich daran aus grundsätzlichen Erwägungen heraus auch nichts ändern wird, ist mir das Thema sooo wichtig dann auch wieder nicht 😉

  17. @ j.elsässer: Bedingung für den Beitritt zu dieser Facebook-Seite scheint übrigens zu sein, dass man sämtliche Kenntnisse der Rechtschreibung über Bord wirft 😉

  18. „Abgesehen davon, daß ich kein Facebook benutze und sich daran aus grundsätzlichen Erwägungen heraus auch nichts ändern wird, ist mir das Thema sooo wichtig dann auch wieder nicht ;)“

    Das unterschreib ich zu 100 %, und nun werde ich mich nicht länger mit dieser Göre aufhalten.

  19. Ich verstehe nicht, warum nicht einer die Veranstaltung „Eurov…“ in Frage stellt? Die Frage des Geschmackes von Musik gehört wohl weniger in einen politischen Block. Jedoch Themen wie: Massenhysterie und Manipulation!
    Werden denn zum Beispiel die Einzelbewertungen der Jury bekannt gegeben? Wie beieinflussbar sind diese Jurymitglieder und wer hat sie beauftragt im Sinne des jeweiligen Landes abzustimmen.
    Im übrigen scheint das häufige Wiederholen von Aussagen wie „Die Lena ist ja so süß und natürlich“ auf die Zuschauer wie Drogen wirken. Alle plappern es nach! Schaut euch doch mal an wie sie sich verhält und sich bewegt! Jedenfalls wirkt sie auf mich: unruhig, naiv, ja unreif für eine fast Abiturientin.
    Weiterhin ärgert es mich, dass da Tausende von Menschen auf die Straße gehen und sich für dienen *** interessieren. Aber bei Friedensdemonstrationen oder Streiks bleibt die Mehrzahl der Leute daheim auf dem Sofa sitzen. Lena hat keine Bedeutung für ihr Leben, aber Politik schon.
    Deshalb finde ich diesen Beitrag auf Ihrem Blog Herr Elsäßer verfehlt!
    MfG susi

  20. Vieleicht noch ein Vidiochen hinterher, Lady GAGA. Voll mit der Scheiße der Musikindustrie, die gerade lernt, um auch die kleinsten Kinder zu manipulieren. Lena ist ein Opfer, nicht Siegerin. Ich lasse Ihr den Erfolg, na klar, doch ist zu bezweifeln, ob der Sieg nicht von Vorn herein fest stand. Medien-Scheiß, wissen wir, ist zu 100% gefälscht. Siehe 911. Es gibt Scheiße, aber es gibt auch noch mehr Scheiße.

  21. Nachtrag:
    wenn Lena sich vom obersten A… der Musikindustrei durch… lässt, ist sie weiter im Geschäft. Ich verfolge es nicht weiter.

  22. Susi: Ich bedanke mich für Ihre Kritik und hoffe, Sie lesen und kommentieren hier weiter mit. Ich könnte wetten, dass es nächstens wieder etwas gibt, was Ihnen besser gefällt.

  23. @Susi :
    Danke für Ihren Beitrag, Sie sprechen mir zu 100 % aus der Seele.
    Deswegen war ich auch sehr irritiert, dass so eine dritt-, nein fünftklassige Veranstaltung, unabhängig von der Person oder Nationalität des Gewinnesr, auf diesem ansonsten sehr guten blog überhaupt thematisiert wird.
    Das ist wirklich eine Droge, die von den wahren Problemen ablenken soll. Brot und Spiele in Krisenzeiten….

  24. @Hammel

    Sonst noch ein paar Fantasien am Start? Ach nee, Sie sagten es ja bereits: „Es gibt Scheiße, aber es gibt auch noch mehr Scheiße“.

  25. “ … weil Deutschland die bessere Musik hat..“

    Entscheidet die Juri beim ESC darüber, wer die bessere Musik hat? Was ist die ‚bessere Musik‘?

    Der ESContest ist so etwas wie eine Miss-Wahl, wo angeblich darüber entschieden wird, wer die ’schönsten Frauen‘ hat und wer die ‚Schönste‘ ist. Solche Wettbewerbe appellieren an den Ehrgeiz, an das Siegerdenken und sogar an den heimlichen Chauvinismus in uns.

    Kunst und Kultur verschiedener Länder, einschließlich Israel (!) – das da gar nichts zu suchen hatte und das man gefälligst boykottieren sollte – in einen Wettbewerb zu bringen und die mainstream-Medien darüber mit entscheiden zu lassen, ob ‚unsere‘ Lena gewinnt oder nicht, ist, als wenn man das Gemälde eines Landes neben das eines anderen Landes stellen würde und dann ein paar ‚Experten‘ wie beim Eiskunstlauf mit Nummernkarten darüber entscheiden ließe, welches Gemälde das ‚beste‘ sei. Und wer hat vorher diese ‚Experten‘ ernannt?

    So etwas passt nicht auf Kunst, aber es passt zu ‚cheap entertainment‘, zu Hollywood, zu Kunst à la USA, die zu einer billigen Massenshow verkommen ist.

    Von dort ist das zu uns nach dem Kriege alles rübergeschwappt und wir ertrinken heute noch in dieser Welle, statt uns freizuschwimmen und uns auf unsere eigene wahre Kunst zu besinnen.

    Sergej Jessenin, der russische Dichter dazu:

    „Aber Amerika mag ich ganz und gar nicht. Amerika ist ein Brodem (Dampfwalze), der nicht nur die Kunst erstickt, sondern alle besten Regungen der Menschheit. Wenn man heute Kurs hält auf Amerika, dann bevorzuge ich unseren grauen Himmel und unsere Landschaft: eine Kate, leicht in die Erde gesunken, ein Flechtzaun …“

    Kunst, wahre Kunst meine ich, ist nicht messbar wie ein Weitsprung. Man kann sie nicht mit einem Bandmaß abmessen. Kunst ist kein Hochleistungssport und auch keine billige Glitzer-Show, sondern mehr: Sie ist der Ausdruck menschlicher Existenz. Und je ergreifender und fassbarer dieser Ausdruck dem Künstler gelingt, je mehr er uns im Innersten anrührt, je mehr wir uns und unser Leben in ihm wiederfinden, umso wertvoller erachten wir ihn, ohne irgendwelche Vergleiche anstellen zu wollen.

    Mozarts letztes Klarinettenkonzert an einen Freund, das er kurz vor seinem frühen Tod schrieb, zu hören, ist so etwas Ergreifendes, dass man, wenn man es hört, nie das Gefühl hat, ob dieses Stück denn nun ‚besser ist als das eine von Chopin‘, sondern man wertet es für sich selbst, man geht darin auf und genießt es. Man hat das Gefühl, dass das einfach nur schön, saft, warm und menschlich ist. Weiter nichts. Und man geht mit der Melodie zufrieden ins Bett und sagt sich im Stillen: Dieser Tag war allein deswegen schon wert, gelebt zu werden.

  26. Sorry ,
    bin aber auch einer der die ganze Sache nicht so rosig sieht.
    Ich musste mit meiner Frau die Sache anschauen.
    Habe das Mädel gehört, für gut befunden, aber nach einem direkten Vergleich habe ich sofort gesagt, bestenfalls 10-er Platz.
    Wenn man die ganze Entwicklung zurück verfolgt und Ihre Laufbahn analysiert kommen gewisse Fragezeichen auf…
    Sie hat super in einem Konzept gepasst.
    Springer und Bertelsmann haben diesmal auf das richtige Produkt gesetzt.
    Nur mein Vermutung: es lässt sich mit ein paar 100.000 wunderbar das Auslandsvoting manipulieren. Es lohnt sich, denn letztendlich springen hinterher ganz viele Millionen…
    Nur meine Meinung..

    Schönen Gruß

  27. @latharina
    na ja, mehr als meinen individuellen Namen zu missbrauchen haben Sie offensichtlich nicht drauf. Ich möchte nochmal betonen, dass die Musilindustrie mehr drauf hat als Sie sich vorstellen können.

  28. „HAML“, ihre seltsamen Phantasien darf man schon kritisieren, wenn sie derart vulgär sowohl in Form als auch in Inhalt sind. Ich finde Ihre Wortwahl überaus unangemessen und abstoßend.

    Insbesondere, wenn man die Gesamtheit Ihrer Beiträge in Rechnung stellt, kommt man ins Grübeln. Ihr paranoider Haß auf die katholische Kirche paßt da nur allzu gut ins Bild.

    Zum Thema zurück: Ob Lenas Sieg von wirklich vornherein feststand, werden wir nicht klären können. Möglich ist es. Unerheblich ist es auch, weil die ganze Chose sowieso unerheblich ist; weil diese „Musik“ einfach grauenhaft ist – nicht speziell Lenas Musik, sondern das ganze Pop-Gedudel überhaupt. Insgesamt ein eher untergeordnetes Beispiel für Kultur- und Sittenverfall in der kapitalistisch-liberalistischen Gesellschaft.

  29. @schnehen

    Kunst ist nicht menschlich, sondern Gott gegeben. Deshalb ist die Freiheit der Künstler auch individuell. D.h. jeder mag tun oder lassen was ihm beliebt, aber nicht missbrauchen der Gottes Gabe. Das Individuelle beschränkt sich eindeutig auf Gesetze, die niemals überschritten werden dürfen. Wer das tut, läuft Gefahr sich dem Teufel auszuliefern.

  30. Erstmal finde ich es gut, daß hier auch mal sowas zum Thema gemacht wird … daß Fundis wie Fatima oder Schnehen eine grundsätzliche Abneigung gegen „westliche Popmusik“ haben, überrascht mich nicht 😉 auch wenn ich selber „Britpop“, „New Wave“, „Punkrock“ und „Sixties-Pop“ so etwas wie dem Eurovision Song Contest eindeutig vorziehe.
    Lena M-L hat den Sieg aber wohl verdient, ist ja doch ganz nett, was sie da abgeliefert hat 🙂

  31. 1) „Es findet nie ne Revolution statt, wenn man nicht auch drauf tanzen kann.“

    2) „Im Unterschied zu dem Ganster-Rap und allem Brutalo-Scheiss, den uns die Yankees rübergebracht haben, geht es in dem Song um etwas Grundsympathisches: um Liebe. Das ist es doch, was dieses Land, dieser Kontinent, die ganze Welt braucht – oder?“

    3) „Lena ist sexy, aber nicht nuttig. Das ist ein wichtiger Unterschied, der ansonsten verlorenzugehen scheint. Man denke nur an die Porno-Show, die der deutsche Beitrag letztes Jahr abgezogen hat. Da wurde es einem doch speiübel!“

    4) „Lena präsentiert sich als Frau und ist damit das lebende Dementi von dem ganzen Gendermainstream-Quatsch a la Tokyo-Hotel. Die Schwul-lesbisch-androgyno-Werbung, die ansonsten auf diesem Eurovision Contest läuft, ist beim Publikum nicht angekommen – und das ist auch gut so, WoWi!“

    Dazu im einzelnen:
    1) Ich bin ja „Reformist“ und daher nicht für die „Revolution“ (jedenfalls nicht in entwickelten Industriestaaten) 😉 aber im Prinzip ist da schon was dran.

    2) Das ist vollkommen zutreffend … aber andererseits kommt ja auch z.B. die Soulmusik aus den USA.

    3) Da kann ich nur zustimmen … „erotisch“ ist eben etwas ganz anderes als „nuttig“ und Erotik etwas anderes als Porno.

    4) Das ist mir allerdings viel zu undifferenziert … es hat schon (insbesondere in den 60ern und in den 80ern) so viele „androgyne“ und dennoch „coole“ Popmusik-Interpreten und -gruppen gegeben, daß man das so keinesfalls stehen lassen kann. Und entgegen dem, was in der „Transgender“-Szene gerne behauptet wird, ist schwul, lesbisch, „androgyn“ und „transidentisch“ jeweils etwas grundsätzlich verschiedenes … das sollte man daher nicht einfach alles in „einen Topf“ werfen, übrigens auch deswegen nicht, weil dieses Klischee bei den maßgebenden „politisch korrekten“ Kreisen in SPD, Grünen und Linkspartei ebenfalls sehr beliebt und verbreitet ist.

  32. Ich finde es gut, Lena zum Sieg zu gratulieren, und tue dieses auch selbst!

    Völlig verkehrt wäre es, jetzt dümmlich und pc-mässig Empörung über angeblich ach so böse „nationalistische“ Stimmungen des Volkes zu äussern…Mit solch paranoiden Akten der Überinterpretation würde man ausserdem NPD und Co. sowie den Regierenden, welche ihre Gegner als unpatriotisch, etc. diffamiert sehen wollen, nur nutzen!

    Und ja: Mit Lena kann der auf dem Wege des US-Kulturimperialismus zu uns importierte, latent oder sogar offen sozialdarwinistische Brutalo-Mist al la Gangsterrap nicht mithalten!

  33. @individualist: Geschmäcker sind gewiss verschieden, doch „Scheisse“ sind primär erst mal Finanzkapitalismus, Neoliberalismus, das unsoziale Modell des Raubtierkapitalismus angloamerikanischer Prägung wie antideusche Wahnvorstellungen…auch dümmlich-vulgäre brutalistische Erscheinungen wie der primitive Gangsta-Rap sind sicherlich so zu klassifizieren!

  34. @sixty: Die Musik und die USA…ein gewiss sehr weites Feld! Dennoch, was heute überwiegend aus den USA zu uns importiert bzw. was unserer Gesellschaft durch subtile kulturimperialistische Mechanismen aufoktroyiert wird, ist nicht als progressiv zu erachten! Produkte der US-„Kultur“industrie wie z. B. der Gangsta-Rap vermitteln vielmehr die Meinung der in den USA Herrschenden. Sie manipulieren übrigens auch Kräfte, die sich für oppositionell halten, gerade der Gangsta-Rap ist ein explizites Beipspiel dafür…

  35. „daß Fundis wie Fatima oder Schnehen eine grundsätzliche Abneigung gegen „westliche Popmusik“ haben, überrascht mich nicht“

    und mich überrascht nicht, von Ihnen wie von Ihrem Kollegen Ribi ständig wegen meines Glaubens angegriffen, wie Sie es ja sowieso gern tun, und darauf reduziert zu werden. Ich bin ja anscheinend nicht der Einzige mit dieser Sicht, oder sind Distelherz und andere neuerdings zum Islam konvertiert?
    Schnehen ist kein Muslim, schon gar kein „Fundi“, also was soll der Quatsch?

  36. offtopic:

    Bei einem Kommandoeinsatz der israelischen Marine gegen einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen hat es nach einem Fernsehbericht bis zu 16 Tote gegeben. Der israelische Sender Channel 10 meldete, es seien 14 bis 16 Menschen getötet worden. Palästinensische Aktivisten setzten den israelischen Marinesoldaten Widerstand entgegen.

    Mehrere Hundert Elitesoldaten waren den Angaben zufolge im Morgengrauen um 4.30 Uhr von Helikoptern und Schnellbooten an Bord des türkischen Schiffes IHH gekommen. Die Organisatoren von „Free Gaza“ werfen dem Kommando vor, das Feuer auf unbewaffnete Passagiere eröffnet zu haben. Die Soldaten sollen auch Tränengas eingesetzt haben. Die Hamas bezeichnete die Übernahme des Hilfsbootes als barbarischen Akt.

    http://www.news.at/articles/1022/6/269832/israel-hilfsflotte-gaza-16-menschen-opfer

  37. @alf,

    Elvis war doch ein LKV-Fahrer, und kein „Mittelklasse-Jüngling“!

    Ausserdem gab es rock ’n‘ roll Chart Hits lange vor Elvis. z.B. „Rocket 88“ von Jackie Brenston and his Delta Cats, oder „Rock Around the Clock“ von Bill Haley and the Comets.

  38. Als ich Lenas Song hörte, war mein erster Gedanke, dass das keine Nr.-1-Performance war. Andererseits waren die anderen auch nicht besser. Insofern nicht unverdient gewonnen. Vor allem aber stimmt ein Stück Welt für mich wieder: Eurovision ist dorthin zurückgekehrt, wo ich ihn immer sehen wollte: nicht mein Ding, aber irgendwie sympathisch-spießig-easy-listening. Keine Shows mehr, die abgedrehter sind als französische Auto-Werbung!

  39. >>Wer da nicht anfängt mitzutanzen oder wenigstens mitzuwippen, muss schnellstens in die ReHa-Klinik.<<

    Jetzt hab ich also gelernt, daß ich schnellstens therapiert werden muß. Vielen Dank für die Diagnose!

    Ich schließe mich Distelherz an. War es letzte Woche? Freeman hat auf seinem blog auch schon mal vorgegeben, was man hören darf, und was die andere Musik der Bösen böses mit uns macht, mit unseren Gedanken und so weiter.
    Jürgen, lies doch mal so ein Interview von Lena 'Bindestrich-Irgendwas', vielleicht das, in dem sie sagt, warum sie das kreuz um den Hals trägt, wo von ihrer Zeit in dem franz. Bibelcamp erzählt.
    Vielleicht sollte ich darauf mal sparen, die können mir sicher auch helfen, den richtigen Weg einzuschlagen, mich aus den Klauen Satans zu befreien, den einzigen wahren…

  40. „Deutsch-Pop“ mit englischen Texten? Hm… Und, also… musikalisches Rating ABBA+, ums mal ganz dezent zu formulieren. – Zugegeben, sie hat halbwegs passabel was auf den Hüften, obwohl sie schon hintenrum ein bißchen flach geraten ist. Oder wie meintest Du, ‚es gibt noch deutsche Frauen‘?

    Nee, nee; Peter Promille hat’s wohl auf den Punkt gebracht.

  41. Lieber Herr Elsässer,
    danke für den Beitrag, denn er gab 1:1 meine Rezeptionsgeschichte und meine Gedanken zu Ereignis wieder.
    Erwähnenswert finde ich, daß Israel (und Griechenland?) null Punkte vergeben haben sollen.

  42. Allen ‚gelahrten‘ Kritikastern hier gesagt:

    Was mich besonders gefreut hat, daß hier eine existentialistisch auftretende Sängerin – einfach (nicht schrill) gekleidet, natürlich im Aussehen, nur durch Gesag, Gestik und Mimik wirkend – also ganz klassich – gegen den sonst üblichen Firlefanz gewonnen hat. Daß bedeutet, daß entgegen meinen Befürchtungen, der Pöbel von der megaschrillen US-Unkultur geschmacklich immer noch nicht völlig unter Kontrolle ist. Zudem ist sie eine Deutsche und sieht so aus und tritt so auf, wie man sich früher eine Deutsche vorgestellt hat. Das freut mich besonders.

    Das hat gar nichts damit zu tun, daß der „Kontest“ eine uneuropäische freimaurerische Gaga-Veranstaltung ist, die ganz andere Ziele verfolgt. So klug, daß zu wissen, ist auch Herr Elsässer, sind wohl auch die anderen, die sich freuen.

    Mir zeigt der Sieg, daß auch europa-feindliche Veranstaltungen aus dem Ruder laufen können – und das freut besonders.

  43. Es geht hier doch überhaupt nicht um die Person Lena, wie viel sie auf den Hüften hat, ob sie singen kann oder nicht, ob sie deutsch ist oder nicht. Die ist doch nur ein Püppchen vom Raab, der sie fleißig vermarktet und sich dafür feiern lässt, mehr nicht! Und für alle, die mir jetzt wieder „antideutsche Tendenzen“ unterstellen wollen:

    Den Beitrag der Türkei, immerhin schändlicherweise Nr. 2 in dieser Schwachsinnsveranstaltung, Manga ist eher ein Fall für die Therapie:

    @ Maude Flanders: Willkommen im Club der Untherapierbaren 😉

    Ich bin bekanntermaßen nicht gerade ein Fan von Dee Ex, aber die hat wenigstens eine politische Botschaft, während das andere alles nichtssagendes blabla ist.

  44. fatima: sollte eigentlich nicht böse gemeint sein. ich habe dort auch bessere songs gehört- hört sich für mich halt nur so an, als wären sie gegen die – aus ihrer sicht -leichte bekleidung der jungen dameso wie sieja bereits gegen die barbusigkeit auf elässers finazbuch herumkritisierten, dennoch soll natürlich jeder seine eigene meinung haben!!!!!!!!!!ich kritisiere das untertanenlatein und seine dauerverwendung, auch von leuten, die keins können!

  45. fatima nr2. ich bin jetzt aber enttäuscht, ich habe hier keine kollegen! außerdem, wenn nicht religiös, wie sollte ihre ablehnung von sexy outfits etc. sonst begründet sein? geschmäcker sind aber verschieden! also: keine kollegen, sondern vielleicht mal eine meinungsübereinstimmung, hatte ich hier mit ihnen auch schon mehr als einmal- wo keine differenz ist, braucht auch keine erfunden zu werden!

    schnehen: israel ist kein europäisches land, insofwern haben sie recht- ist dies auch so gemeint? immerhin ist die türkei, die einen coolen auftritt hatte, auch nicht gerade europäische, zumindestens bei der bevölkerung nicht!!ich will sie nicht belehren, aber wenn man alles so bierernst nimmmt, verzweifelt man! sie werden die palästinenserfrage nicht lösen können! gegen fussball, musik etc. zu sein, hilft ihnen nicht- kleiner rat, habe ich von ihnen etc. ja auch schon bekommen!

  46. @ribi: Ich bin zwar nicht schnehen, aber es hilft noch weniger, die Augen vor der gigantischen Manipulation zu verschließen, die sowohl im Fußball als auch im Showbizz abläuft und uns damit zu „trösten“, dass wir „die Palästinafrage nicht lösen können“.
    Ich möchte ja niemandem seine Freude nehmen, ich verstehe ja, dass die Deutschen Sehnsucht nach einer Identifikationsfigur haben, ich finde es nur bedauerlich, dass man auf so ein Niveau dabei zurückgreifen muss. Dass Italien nicht mitgemacht hat – Gratulation! Türkei und Azerbaycan haben da auch nichts verloren.

  47. vielleicht sollte man in zukunft keine eurovisionen mehr abhalten, sondern world-visionen, und die interpreten sollten nicht in einem bezahlten verfahren auf die bühne ge-schickt werden, sondern sie sollen vom staat in einer strengen auswahl nach vorheriger prüfung BESTIMMT werden. zugelassen sind nur vollständig angezogene männer, und als liedtexte alles, was NICHT mit liebe zu tun hat.

  48. @JE

    Statt eines solchen, mit Verlaub hochgradig sinnfreien Beitrages (der auch nichts mit Patriotismus zu tun hat, denn den meisten ist egal, wer dort gewinnt) hättest Du lieber für die entführte Muriel bzw. die Familie Seebald solidarisch Partei ergreifen sollen.

    Denn, wie man sieht, Zeit für andere Dinge ist ja offenbar auch vorhanden und der Grund, daß es sich nicht nur um einen humanitären (wie beim Aufruf „Rettet Lea!“), sondern auch politischen Fall handelt, paßt auf einem politisch-oppositionellen Blog auch irgendwie nicht recht.

    Was hier zu „Lea“ geschrieben wurde, da schließe ich mich fatimaözoguz und Distelherz an (und andere, die in ähnliche Richtung gehen). Hab mir das englische Gejaule dieser „deutschen Sängerin“ auch grad ein bissel angetan und dann schnell wieder abgeschaltet.

    —–
    Rettet Muriel!

    Weder (angebliche oppositionelle) Organisationen noch Journalisten getrauen sich (zu), die humanitäre Katastrophe der Familie Seebald, die zugleich höchst politisch ist, öffentlich zu machen. Dabei wäre es nur zu nötig, an diesem Präzedenzfall die Lügen der Pharma-Mafia herauszustellen.

    Fakt ist: Der Nachweis des behaupteten „HIV“ ist bislan nicht erfolgt. Damit gibt es auch keine „Seuche AIDS“, was allen Verantwortlichen seit Jahren bekannt. Damit ist die vor Monaten erfolgte Entführung der kleinen Muriel ein vorsätzliches Verbrechen von Staats wegen, um ritualisiert Macht zu demonstrieren und unbotmäßige Eltern zu zerstören, ein Exempel zu statuieren.

    Was hier passiert, ist Faschismus!

    Informiert Euch (auch im eigenen Interesse!), übt Solidarität mit der Familie Seebald (Leonhard, der Vater der kleinen Muriel ist bereits vor Kummer um den Raub und die Schändung seiner Tochter gestorben), fordert „Freiheit für Muriel!“, damit sie zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern zurückkehren kann, die schulmedizinische Giftfolter an ihr beendet wird. Nirgendwo wie an diesem Fall zeigt sich die Skrupellosigkeit und Verlogenheit des herrschenden Systems.

    Deshalb ist auch wichtig, daß jeder seinen kleinen Beitrag leistet, aufzuklären, öffentlich zu machen, sich solidarisch zu zeigen!

    –> Gib AIDS keine Chance – weg mit dieser dreckigen Lüge!

    –> Staatlich befohlene Kindesentführung – Die Willkür von österreichischen Beamten / Barbara Seebald im Interview
    —–

  49. @JE

    Ich dachte mir halt, wenn fatimaoezoguz hier „offtopic“ vom „Kommandoeinsatz der israelischen Marine“ berichtet“, dürfte auch ich einmal von „Lena gewinnt in Oslo“ abweichen.

  50. D.N.: Ja, ein Mal, aber nicht drei Mal! Außerdem ist aus Fatimas offtopic mittlerweile der Aufmacher hier geworden.

  51. >Die Musik und die USA…ein gewiss sehr weites Feld! Dennoch, was heute überwiegend aus den USA zu uns importiert bzw. was unserer Gesellschaft durch subtile kulturimperialistische Mechanismen aufoktroyiert wird, ist nicht als progressiv zu erachten!<

    Sehr wahr … die USA haben seit den B-52's Anfang der 90er generell kaum noch musikalisch Erwähnenswertes in der Pop- und Rockmusik mehr hervorgebracht … durchaus im Gegenteil zu England in den 90ern (Stichwort "Britpop", also Blur, Oasis usw.)

  52. Fatima, ich habe Sie noch nie wegen Ihres Glaubens „angegriffen“, das müßten Sie eigentlich selber wissen.

  53. hallo fatima: man kann durchaus an politik und an sport intressiert sein! das gute ist ja, ich werde werder von lena- noch von den fussballern, mit gewalt gezwungen, mir ihre leistung anzusehen bzw. hören, kann also abschalten!

  54. @ribi: Ich bin zwar nicht schnehen, aber es hilft noch weniger, die Augen vor der gigantischen Manipulation zu verschließen, die sowohl im Fußball als auch im Showbizz abläuft und uns damit zu „trösten“, dass wir „die Palästinafrage nicht lösen können“.

    alle durchgeknallt hier!

    und fatima sie hörn sich an als wäre das böse ausgerottet wenns kein israel mehr gäbe. sie würden sich wundern wenns nicht weniger böses auf der welt gäbe oder?

    seit ihr alle irre hier. lena ist jetzt ein grund zu feiern? mann mann mann das ist comedy hier inzwischen hehehe köstlich!

    ach ja ich muss auch in die therapie wegen dem song.

  55. Ist das denn zu glauben? Alle reden über die kleine Lena, nur der Pabst schweigt. Wie lange noch?

  56. „Seid ihr alle irre hier?“

    Sollen wir uns diese Beleidigungen gefallen lassen? Ich meine nein. Aber der Herr wird hier leider weiter mit seinen Ausfällen geduldet.

  57. es hilft ein bißchen entgegenkommen: ja, wir sind alle irre. daran ist noch keiner verreckt.

  58. „„Seid ihr alle irre hier?“

    Sollen wir uns diese Beleidigungen gefallen lassen? Ich meine nein. Aber der Herr wird hier leider weiter mit seinen Ausfällen geduldet.“

    Lassen wir ihm doch seinen Spaß, wenn er keinen anderen hat….dann sind wir eben „irre“, na und? 😉

  59. Lenas Lied ist nicht unbedingt mein Musikgeschmack und ein Musikwettbewerb, bei dem sich nur wenige Teilnehmerstaaten in ihrer eigenen Sprache präsentieren, ist in meinen Augen ziemlich fragwürdig – und trotzdem freut mich der Erfolg. Es gibt schon genug Dinge, über die man sich ärgern kann und (anders als bei vielen deutschen Grand Prix-Beiträgen der letzen Jahre) muß man sich für Lenas Lied und ihren Auftritt nicht schämen.

  60. bös wars nicht gemeint eher mit einem augenzwinkern. der individualist hats gemerkt.

    nicht so eng sehen, kleiner 😉

  61. Ich hatte diesen Alleinunterhalter einmal als ‚Chico‘ bezeichnet, was nicht herablassend gemeint war und er hat einen Riesenaufstand gemacht, appellierte an den Hausmeister, mir eine Rüge zu erteilen usw. Jetzt sollen wir seine Beleidigungen ’nicht so eng sehen.‘

    Ich frage mich, warum er hier ist.

  62. Schnehen: Is ja gut …
    Chicano: Bitte antworten Sie NICHT auf Schnehen. Bleiben Sie an einem Sachthema.

  63. Lena Meyer-Landrut: “Den Typen aus Israel finde ich scharf”
    Mittwoch, 19. Mai 2010, 11:07 Hamburg.
    Mit ihren Konkurrenten hat die Abiturientin sich bereits beschäftigt: “Den Typen aus Israel finde ich echt scharf.” Die 19-jährige Lena meint den 28-jährigen Sänger Harel Skaat aus Tel Aviv, der für Israel mit dem Song ‘Milim’ antritt.
    http://klatsch-tratsch.de/2010/05/19/lena-meyer-landrut-den-typen-aus-israel-finde-ich-scharf/52166

  64. Lena Meyer-Landrut, Enkelin eines Bilderbergers und kein Wort wird darüber verloren? FAILED.

  65. Bilderberger: Ein gutes Beispiel für eine irre Verschwörungstheorie: Die Bilderberger haben die kleine Lena ausgesucht, um … ja was? Mit solchem Spinnerkram wollen wir uns auf diesem blog NICHT beschäftigen!

  66. WEtte gewonnen

    Als Pro7 und die ÖR die Kooperation bekannt gaben, vor etwa einem halben Jahr, habe ich gewettet, daß es 1 der Raab organisiert und sein Talent Platz 5 oder besser erringen würde. Platz 5 hat Raab damals mit dem intellektuell anspruchsvollen song „wadde hadde du de da?“ erobert. und der Raab ist erstens ein Sportsmann und Zocker, weshalb er einen schlechteren Platz als schwere persönlich niederlage empfunden hätte. Man kann von Raab halten was man will, aber er erkennt ein Talent, wenn er es sieht und versteht was vom Musikgeschäft UND der Musik. Das ist selten. Siehe seinen Bundes-Song-Contest, der an Qualität die „Ergebnisse“ von DSDS oder Popstars weit hinter sich läßt. und sowas schüttelt er mal nebenbei aus dem Ärmel, während Dieter Fohlen ein rießiges Tamtam macht und nur scheiße dabei rauskommt. UAßerdem hat er es mit dem Sieg geschafft, daß D-Land endlich dieses unsägliche musikalische „Ein bißchen Frieden, ein bißchen Großmacht, ein bißchen Deutschland über alles“-Image von der Heulsusen-Walkyre des Ralf S., der sonst nur Rohrkrepierer produziert hat, losgeworden ist. Natürlich ist Raab eine kapitalistische Pottsau, aber wenigstens macht er seinen Profit noch mit musikalischer Realwirtschaft und nicht hohlen Blasen, die auf die Dummheit und Geschmacklosigkeit der Masssen spekuliert wie andere. Mein Ding ist Lenas Musik auch nicht, aber es ist wenigstens noch Musik. Danke Lena, Danke Stafan Raab. Aber diesen haushohe Sieg habt ihr, wenn ihr ehrlich seid, z. T. dem totalen Mangel an ebenbürtiger Konkurenz zu verdanken. Trotzdem hat es mich serh gefreut und der Sieg war verdient. Die anderen werden aber nächstes mal auch mit echter Musik kommen, zieht euch warm an.

    Zum Grand Prix folgende Forderungen:

    1. Lieder MÜSSEN in der Landessprache des Landes vorgeragen werden, das den Beitrag einreicht.

    2. „Israel“ darf nicht mehr mitspielen, die sollen „American Idol“ machen.

    3. Zuküntig MÜSSEN Musik aund Text ebenfalls von Bürgern des einreichenden Landes geschrieben werden.

  67. @Chris Sedlmair

    Daß Raab etwas vom „Musikgeschäft“ versteht und „seinen Profit noch mit musikalischer Realwirtschaft“ (Gejaule-Vermarktung als „Realwirtschaft“?) macht, ist für Dich bewundernswert, Du hast Dich „sehr gefreut“ über den Sieg von Lena?

    Du scheinst tatsächlich keine anderen Sorgen zu haben, der tagtägliche Ablenkungsschwachsinn a`la Raab, Bohlen und okkulter Musikindustrie trägt halt seine Früchte.

    —–
    Walter Veith gibt einen Vortrag über Geheimlogen, den Vatikan, die Ökumene und die Ziele der NWO und enttarnt die Pläne und Zeichen der heutigen Welt!
    –> http://www.seelenkrieger.org/?p=5665

  68. 1. Ich mag den Raab nicht und schaue ihn mir nicht an. Aber ich habe Achtung vor dem was er kann: Entertainment und Musik

    2. Mich hat es einfach ür Lena gefreut, für dieses Mädchen hat sich ein Traum erfüllt und sie ist erfrischend anders als das meiste in den Charts.

    3. Das ich mir eine andere Art von Kulturindustrie wünsche dürfte kein Geheimnis sein, aber dennoch kann man Originalität und Können einer jungen Frau würdigen. Ich freue mich einfach, daß aus Deutschland etwas kommt, das die anderen mögen.

    Ich sehe es nicht als produktiv an alles und jeden abzulehnen. Das ist gängige linke Praxis in WEstdeutschland gewesen und hat nichts gebracht. Nur weil ich politisch bin, lasse ich mir nicht verbieten etwas zu anderen gesellschaftlichen bereichen zu sagen. Ich haben icht vor schon mit 40 ein verbitterter verknöcherter alter Mann zu sein, der sich und die Welt haßt, das kann ruhig ein par JAhrzehnte länger dauern.

  69. hab ich schon vergessen,

    @Detlef Nolde:

    Mit der Seite „seelenkrieger“ hab ich ja so meine Probleme, wie ich Ihnen mailte, aber ansonsten finde ich, haben Sie Recht! Dann sind wir wohl „schlecht drauf“..ok soll mir Recht sein 😉

  70. @Chris Sedlmair

    Frage: Was wünschen Sie sich denn ganz konkret für einen anderen Kulturbetrieb?

    Links sein hat nichts damit zu tun, alles und jedes abzulehnen. Das ist ein Irrtum. Das werfen uns Linke ja gerade die Gegner vor. Sind Sie inzwischen im Mainstream angekommen, während sie pausiert haben? Wenn man ‚links‘ mit gesellschaftskritisch und marxistisch definiert, dann bedeutet das, auf die Kultur bezogen, den gegenwärtigen Kulturbetrieb rigoros abzulehnen, denn er ist dazu da, wie Detlef Nolde mal wieder richtig sagt, abzulenken und dazu da zu betäuben und die Sinne abzustumpfen. Er ist die geistige Pulle Bier, die auch abstumpft, verblödet, das Gehirn ausschaltet und die Sinne betäubt.

    Wahre Kultur und Kunst betäubt nicht die Sinne, sondern weckt sie, verfeinert und entwickelt sie. Und diese wahre Kunst ist kein Hirngespinst, sondern es gibt sie, sie existiert, aber außerhalb des gegenwärtigen bundesdeutschen ‚Leitkulturbetriebs‘. Aber man wird sie nicht in unseren Mainstream-Medien wiederfinden. Um sie zu finden oder wiederzufinden, muss man eine Entscheidung treffen, die ich für mich schon seit langem getroffen habe: Kein Fernsehen, kein Radio, keine Springerpresse. Stattdessen: Im Internet nach guten Medien Ausschau halten, die nicht verblöden, einem die Hucke voll lügen und die auch in puncto Kunst und Kultur einen ganz anderen Weg gehen, wirklich einiges zu bieten haben, als da sind:

    Telesur (Venezuela);
    Viva (Venezuela, Kultursender, ganz hervorragend! Er sendet revolutionäre Kunst und Kultur vom Feinsten. Danke Chavez für diesen Sender!);
    PressTV (hier gibt es eine Sendung namens ‚epilogue‘ auf der mit Ken Livingstone, dem ehemaligen linksgerichteten Londoner Bürgermeister, gute und aktuelle Bücher besprochen werden, zusammen mit ihren Autoren. Hier gibt es die Sendung ‚Iran‘, die iranische Kultur vermittelt und vieles mehr.

    Dann: Klassische Literatur lesen: Goethe, Heine, Marx, Fromm, Balzac.. es gibt so unendlich viel, was sagenhaft schön ist. Wenn man die Werke dieser Leute gelesen hat, will man nie wieder deutsches Fernsehen sehen.
    Dann: Sich mal einen Bildband von Van Gogh kaufen und sich die Bilder ansehen. An diesen Bildern kann man sich nicht sattsehen! Wenn man sich jeden Tag dasselbe Bild ansieht von ihm, wird man immer wieder etwas Neues, was man noch nicht darin entdeckt hat, finden und sich darüber freuen.
    Und was die Musik angeht: wie wär’s mit einem Violinenkonzert von Max Bruch, wie wär’s mit George Gershwin? Mit dem 21. Klavierkonzert von Mozart? Wir wär’s mit Grieg? Herrliche Sachen hat er komponiert. Er hat die norwegische Landschaft vertont!

    Ich lese gerade den Nachruf von Paul Lafargue zu Marx‘ Tod. Er beschreibt Marx‘ Lieblingslektüren: Balzac, Äschylos‘ griechische Komödien, Schelmenromane, Shakespeare, Goethe, Burns und vieles mehr. Wenn Marx Langeweile hatte und sich ausruhen wollte, hat er Folgendes gemacht: Entweder er hat mit seinen drei Töchtern gespielt, sie Huckepack genommen, mit ihnen Schiffe versenken gespielt oder mit ihnen herumgetollt, oder er ist mit Engels spazieren gegangen oder er hat sich einfach aufs Sofa gelegt und eine griechische Komödie gelesen und war danach so erfrischt, dass er weiter seine Studien treiben konnte, oder: er hat sich spielerisch mit Mathematik beschäftigt.

    Und da soll mir einer sagen, dass Linke alles und jenes ablehnen!? Herr Sedelmair!!!

  71. Ich schliesse mich den drei Punkten von Chris Sedlmair an.

    In der „taz“ übrigens haben sich natürlich schon die Bedenkenträger mit dem üblichen PC-Geschwafel zu Wort gemeldet

    http://www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/eine-nationale-umarmung/
    01.06.2010 | 108 Kommentare
    Eurovisions-Gewinnerin Lena
    Eine nationale Umarmung

    Alle lieben Lena. Die 19-Jährige besorgt, was weder Politik noch Werte schaffen: Sie vereint eine Nation hinter sich. Doch ihre Deutschlandmission hat Nebenwirkungen. VON M. KAUL UND S. SCHMOLLACK


    Doch Vorsicht: Der Rhythmus des Phänomens Lena ist keinesfalls gegenstandslos. Im Gegenteil: In seinem Takt schwingt sich eine Nation in Verzückung. Ein Volk feiert immer selbstverständlicher seine partielle Erlösung.

    Den Rest des Artikels kennt man dann bereits, ohne ihn gelesen zu haben. Wenn also demnächst politische Entwicklungen der taz nicht gefallen, dann sind nicht etwa unsere „Volksvertreter“ mit ihrer antisozialen Politik, sondern Lena und Stefan Raab die Schuldigen.

    Ich liebe die „taz“:biggrin5: : sie schafft es immer wieder, sämtliche Klischeevorstellungen über ihre moralinsaure, miesepetrige Leserklientel aus dem grünen Milieu zu bestätigen – dieselbe Klientel, die den Grünen auch die Treue gehalten hat, nachdem SPD und Grüne Deutschland in den ersten Angriffskrieg seit 1945 geführt hatten. Grüne sind eben immer moralisch – egal ob sie über einen unwichtigen Musikwettbewerb schreiben, ob sie imperialistische Kriege unterstützen („Nie wieder Auschwitz“) , oder ob sie Deindustrialisierung und Sozialabbau mittragen (beides ist schliesslich gut für den Klimaschutz).

  72. @Schnehen

    Mozart, den Sie berechtigterweise als wunderbaren Musiker nennen, hat jedoch die Sinne seiner Zeitgenossen zunächst einmal überaus betäubt. Dass er selbige gleichzeitig entwickelte, haben erst spätere Generationen bemerkt.

    Shakespeare, dessen Werke ich vorzugsweise für die einsame Insel auswählen würde, hat für das Volk geschrieben und aufgeführt: im Globe Theatre durfte getrunken, geraucht, geredet, geschrien, getanzt und geküsst werden: die Bühne war an drei Seiten offen, die Sprache der Werke war und ist neben und innerhalb aller großen lyrischen und philosophischen Passagen immer auch anzüglich; Sie werden auch obszöne Passagen finden. Man muss sich die Aufführungen als Volksfeste vorstellen.

    Ich möchte damit sagen, dass auf Volksfesten und der „Kultur des kleinen Mannes“ (ein unsägliche bornierter Ausdruck, aber mir fällt gerade kein besserer ein) sehr wohl Kunst zu finden ist bzw. zu finden sein kann. Und dies gilt meiner Meinung auch für grandiose Doppelpässe oder Spielzüge auf dem Fußballfeld.

  73. @katharina

    Sie haben Recht: Mozart und Shakespeare waren beide volksnahe Künstler. Sie haben nicht für den Adel oder die oberen Zehntausend komponiert oder geschrieben, sondern für das einfache Volk. Mozart war aber gezwungen, schon um überleben zu können, auch ‚fürstliche‘ Konzerte und Aufführungen zu geben. Später hat man aus ihren Werken ‚bürgerlich-humanistische‘ Werke gemacht und in den unteren Klassen ging, aufgrund der mangelnden Bildung, die Pflege dieser monunmentalen Werke verloren. Es gilt sie heute noch stärker, als es schon versucht wird (viele Theater und Konzerte leisten da Großartiges), wiederzugewinnen und einer wachsenden Zahl von Menschen zugänglich zu machen in einem humanistischen und gesellschaftskritischen, alternativen Kulturbetrieb, der auch für Hartz IV-Empfänger erschwinglich sein sollte (auch damit die Leute von der Fußball-Glotze wegkommen).

  74. katharina: danke für diese sicht der dinge! wer hier nicht 20.000 mal am tag die palästinenser betrauert, wo sind eigentlich die trauernden des italienischen würdenträgers, der in der türkei vor einigen tagen ermordet wurde, der ist hier unten durch!? die trauer hier ist sehr einseitig, spass darf eh nicht sein, weil ja so obeflächlich etc. ich betone noch einmal: man kann singen, tanzen, freude an hübschen damen haben, fusball sehen etc.- und trotzdem politische bücher lesen!

  75. @ribi
    Sie haben ja Recht. Vielleicht sind wir unterschiedliche Typen. Aber man darf doch nicht verkennen, dass der Fußball, der Radsport, der Leistungssport insgesamt, für den ich auch lange Zeit geschwärmt habe, und ich habe selbst sehr viel Sport getrieben (ich war früher ein großer Uwe Seeler-Fan), inzwischen völlig zu reinem Kommerz und zu einem ‚Event‘ verkommen ist.

    Und dieses Spiel mache ich nicht mit.

    Sie dürfen mich jetzt wieder Mister Moral nennen.

  76. @Chris Sedlmair

    Du hast „Achtung vor dem was er kann: Entertainment und Musik“? Kann ich nicht nachvollziehen, da es hier nur um Geschäftemacherei mit meist englischspragigem Singsang geht.

    Wenn er selbst ein guter Sänger wäre, mit Texten, die jeder in Deutschland verstehen würde, also auf Deutsch und Texte, die Sinn machen, dann hätte ich vielleicht Achtung vor ihm, aber doch nicht so.

    Was an Lena „erfrischend anders“ sein soll, ist ebenso unklar. Sie singt, als Sängerin für Deutschland wohlgemerkt am Start, in einer Fremdsprache (wenn man das Singen nennen kann) und die Art und Weise ist das übliche, seichte Popgeleiere.

    Ich sehe also ganz und gar nicht, was es da an „Originalität und Können“ zu würdigen gibt, letztlich geht es hier nur um Kommerz und Lena ist noch nicht mal eine deutsche Sängerin, sonst hätte sie, ich wiederhole mcih, wie einst Nicole, in ihrer Muttersprache singen müssen.

    Wer eine solche Sichtweise hat, ist mitnichten ein „verbitterter verknöcherter alter Mann“ (oder die weibliche Version davon) und ist keiner, „der sich und die Welt haßt“, hier entwirfst Du ein herrschaftskonformes totalitäres Weltbild, in dem jeder schlecht weggkommt, der damit nichts zu tun haben will.

    Es gibt vieles, an dem man sich noch erfreuen kann, daß dazu Lena und die WM gehört, gar noch damit verbundener „Patriotismus“ (hier dürfen die Leute patriotisch sein, wenns halt völlig daneben, als Deppen sozusagen), darf man wohl noch infrage stellen. Mit linkem Sektierertum hat das nichts zu tun.

    Was bleibt: Es ist schade um die meines Erachtens sinnlos für diesen Artikel vergeudetet Zeit, die man in der Recherche zu wichtigen allgemeinen und politischen Themen hätte verwenden können, z. B. zum Thema „Medizin & Gesundheit“.

    Hierzu: Vortragsabend am 17. 6., 19 Uhr in Berlin mit Helmut Pilhar http://www.pilhar.com und Andreas Clauss http://www.novertis.com/ – Wer Interesse hat, kann mich zwecks weiterer Informationen kontaktieren.

  77. schnehen: ich habe respekt vor den idealen anderer, wenn sie der meschlichkeit verpflichtet ist! ich wundere mich nur, dass sie sich scheinbar vor lauter politik nicht gehen lassen können! glauben sie mir, politische gegebenheiten bestimmen einen großen teil meines lebens( auch vom studium her(- dennoch finde ich, dass man sich auch mal fallen lassen muss! mit „brot und spiele“ haben sie sicher nicht unrecht, aber es liegt an einem selbst, was er aus dem leben im system nacht- zumindestens kann man das beste draus machen!

  78. @ribi

    Lieber Ribi,

    ich lasse mich laufend gehen! Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ich kommt gerade aus einem Café, wo ich einen herrlichen Capuccino getrunden habe und ich werde mich heute noch einmal gehen lassen und mich unter meinen Kopfhörer begeben und mir eine neue CD mit klassischer Musi reinziehen. Die WM wird an mir spurlos vorüberziehen, an Ihnen wohl nicht so. Mein Nachbar ist ein fanatischer Fußballfan und hat schon seinen ganzen Balkon mit Deutschlandfähnchen ausgeschmückt. Alle Schalke-Fahnen, die er sonst hatte, sind wie vom Erdboden verschwunden. Da kam mir die glorreiche Idee, als ich neulich an einer Fahnenkollektion an einem Laden vorbeikam, mir eine türkische Fahne zu kaufen, um ihn damit zu ärgern. Dann habe ich es doch wieder gelassen, weil ich es kindisch fand. Aber manchmal möchte ich schon kindisch sein!

    Wie kann man Sie ärgern??

  79. Meine Güte … dieser Schnehen ist mir langsam unheimlich … solche Linke, die einen solch „bürgerlich-konservativen“ „Kultur“-begriff von Anfang der 50er Jahre oder so haben, müssen doch schon 70 oder 80 sein … aber auch in dieser Generation gibt es doch wenigstens schon Rock ’n Roll Fans … aber das wäre für S. wohl auch schon „Unkultur“ 😉

  80. >ich betone noch einmal: man kann singen, tanzen, freude an hübschen damen haben, fusball sehen etc.- und trotzdem politische bücher lesen!<

    Wie wahr 🙂

  81. Sixty: So, jetzt gehen wir mal langsam wieder zu den harten Themen über, oder? Ich bin ja auch Lena-und WM-Fan, aber es gefällt mir nicht, wie einige Lena-Kritiker hier in die Ecke des Verknöcherten geschoben werden. Schnehen etc. haben ehrenwerte Motive, die man nicht teilen muss, aber respektieren sollte. Die Gefahr, dass wir im Westen uns zu Tode amüsieren, ist jedenfalls real – während anderswo alle verrecken.

  82. >Ich liebe die „taz“:biggrin5: : sie schafft es immer wieder, sämtliche Klischeevorstellungen über ihre moralinsaure, miesepetrige Leserklientel aus dem grünen Milieu zu bestätigen – dieselbe Klientel, die den Grünen auch die Treue gehalten hat, nachdem SPD und Grüne Deutschland in den ersten Angriffskrieg seit 1945 geführt hatten. Grüne sind eben immer moralisch – egal ob sie über einen unwichtigen Musikwettbewerb schreiben, ob sie imperialistische Kriege unterstützen („Nie wieder Auschwitz“) , oder ob sie Deindustrialisierung und Sozialabbau mittragen (beides ist schliesslich gut für den Klimaschutz).<

    Auch hier kann ich nur zustimmen … zutreffende Analyse der TAZ und ihrer "typischen" Leserschaft.

  83. Also Jürgen, ich bin zwar zugegebenermaßen Fan des FC St.Pauli, jedoch nicht von Lena und auch nicht von „der“ WM (und schon gar nicht von der deutschen Mannschaft, wenn da bald nur noch FC Bäh-Spieler spielen) – aber in die „verknöcherte Ecke“ hat sich S. selber geschoben … daß er „ehrenwerte Motive“ hat, würde ich im übrigen nie bestreiten, und die respektiere ich durchaus auch.

    >Die Gefahr, dass wir im Westen uns zu Tode amüsieren, ist jedenfalls real – während anderswo alle verrecken.<

    Das finde ich zwar überzogen formuliert, aber im Prinzip besteht diese Gefahr irgendwo schon. Das Mainstream-"Amüsement" (à la "Wetten dass" oder "DSDS"oder "Love Parade" usw.) ist sowieso nicht mein Ding … was ich allerdings richtig peinlich finde, sind (nach außen hin) "politisch korrekte" Öko-Yuppies, die erst "die Sau raus lassen", dann aber ein "schlechtes Gewissen" haben und ihre "Exzesse" danach verheimlichen oder gar verleugnen.

  84. „Die Gefahr, dass wir im Westen uns zu Tode amüsieren, ist jedenfalls real – während anderswo alle verrecken.“

    Nichts anderes wollte ich mit all dem vorher sagen. Übrigens schau ich auch die WM 😉 Das andere á la DSDS , Eurovision usw. aber nicht, dafür manch anderes, wo wohl jeder hier vor Schrecken erschauern würde. Da hat halt jeder seine Prioritäten.

  85. @Sixty

    Sie können mir das auch direkt sagen. Sie brauchen nicht den Umweg über Jürgen zu nehmen. Ich nehme solche Bemerkungen nicht übel. Ich gebe ja zu, dass ich ein bisschen verknöchert bin, dass ich mir verk(n)öchelverzeichnete Musik von Mozart anhöre und auch noch alte, halb verrostete Gemälde ansehe, z. B. neulich das von Dubrowskoi, auf das mich meine Russischlehrerin aufmerksam gemacht hat. Es zeigt ein ‚verknöchertes‘ russisches Dorf aus dem 19. Jahrhundert mit einem alten Mann (er muss wohl noch älter sein als ich (!) und einem kleinen Mädchen in weiß vor zwei oder drei alten russischen Bauernhäusern. Sie stapfen vergnügt durch das Gras mit vielen bunten Blümekins, und der Alte scheint der kleinen Djewotschka etwas zu erklären. Auch eine verknöcherte alte, schwarz-weiß gescheckte russische Kuh sieht man links am Bildrand friedlich und gemächlich grasen, wie Kühe das so tun. Ein Bild des Friedens. Dazu ein Text über den Maler. Ein Lebenslauf …

    Manchmal sage ich mir: Gut, dass du so ‚verknöchert‘ bist und dir nicht den ganzen ’normalen‘ Mist anhören und ansehen musst, und dass die WM spurlos an dir vorbeiziehen wird, als wenn es irgendwo ein paarmal am Fenster gerauscht oder gedröhnt oder bei meinem Nachbarn ein klagendes Stöhnen oder einen frustrierten Schrei gegeben hätte. Oder war’s doch eher ein Jubeln und dann ein langgezogenes Aaaach? Welche Töne von vernunftbegabten Lebewesen es mitunter zu hören gibt!

  86. schnehen: ich möcht niemadnen ärgern., eine türkische fahne würde mich nie ärgern- wieso auch? jeder jeck ist anders!

  87. @schnehen: dieser beitrag von ihnen ist echt TOLL UND GROSSARTIG. wir beide sind zwar oft
    nicht einer meinung, aber hier bin ich bei ihnen

    bin sowieso immer ein großer anhänger und bewunderer der russischen gemälde gewesen,
    und das meisterwerk von dubrowskj gehört ohne zweifel zu den besten, eindrucksvollsten und charakteristischsten ! und was das „verknöchertsein“ betrifft – es ist traurig, aber wahr, daß AUCH ICH mit meiner vorliebe für die gute, alte kultur und musik etc. oft nicht
    ankomme bei der masse. da gibt es zu wenige.
    deswegn bekämpf ich ja auch den mainstream
    mit aller kraft – und ecke natürlich an ! aber zu
    ihnen, schnehen: weiter so !

  88. und ps:
    auch die wm ist nich mein fall. sie ist einfach
    ÜBERFLÜSSIIIIIIIIIIIIG !!!!!!!!!!!!!

  89. indi: wieso? die wm bringt auch menschen zusammen, im vergleich zum derzeit von deutschen verasnstaltern gelöentem boxen ist der ballsport seriös!

  90. ich finde boxen besser als fußball, weil da gibts
    wenigstens ordentlich was auf die birne !

    außerdem ist fußball nicht soooooo seriös, da
    dort zuviel gesoffen wird. und was nützt´s, daß
    menschen „zusammen gebracht “ werden, wen
    es immer wieder zu gewalttätigen zusammen-stößen kommt, randale etc ?

  91. jedem seine meinung, denke nur, dass im profiboxen vile urteile verschoben werden- fällt mir als laie so auf! ich sehe fussball immer nur im fernsehen, prügele nicht, saufe nicht- wo ist das problem?

  92. @Individualist

    Danke für das Kompliment, das ich von Ihnen gar nicht erwartet hatte. Rauchen wir die Friedenspfeife.

    Apropos: russische Malerei. Schön anzusehen sind auch die Bilder von Arkadij Plasstow. Sie sind in der Tretjakowskaja Galerie zu sehen. Eines heißt ‚faschisti samaljot‘ aus dem Jahre 1942. Es zeigt eine herrliche russische Landschaft mit einem kleinen Birkenhain links und einigen Tieren sowie einem kleinen Jungen, der mit seinem Hund spazierengeht. Plötzlich erscheint ganz oben rechts in der Ferne, kaum sehbar, ein faschistisches Flugzeug. Der kleine Junge duckt sich im Gras, der Hund bellt das Flugzeug an, die Kuh fühlt sich beim Grasen gestört und sieht auf. Auch die Schafe werden ausnahmesweise mal wach. Man sieht, wie die Rehe aufgescheucht ins Gebüsch fliehen wollen – kurz: die ganze Natur, die eben noch so friedlich war (Pflanzen, Tiere und Menschen), gerät mit einem Mal in hellen Aufruhr und es ist Schluss mit dem Frieden.

    So ist es auch heute wieder: Wir leben in einem Scheinfrieden, aus dem wir sehr schnell aufgescheucht werden können.

    Wichtig ist, die Bedrohungen, die Flugzeuge am Himmel, rechtzeitig zu erkennen, damit man sich nicht in Panik den Bedrohungen stellen muss, sondern sich in aller Ruhe und gut vorbereitet diesen Herausforderungen stellen kann.

  93. @schnehen.

    ich reagiere manchmal über. habe aber
    erkannt, daß Sie wirklich etwas drauf haben und einen guten geschmack, das ist sehr selten.
    die tretjakow-galerie ist mein traum. es wäre
    die erfüllung, wenn ich mal den „goldenen ring“
    (die besichtigung der historischen städte in
    der region moskaus) unternehmen könnte. na
    ja, das reisen nach rußland, meinem kulturelen
    sehnsuchtsziel (eisenstein, aleksandr nevskij, susdal usw.) ist natürlich nicht gerade günstig
    finanziell, das muß ich längerfristig planen.

    das mit dem scheinfrieden sehe ich genauso. man denke nur an die zeitspanne, die zwischen
    dem 1. und 2. wk vergangen sind – 20 jahre.
    nun haben wir etwa 60 jahre in (kern/west-)- europa keine kriegerischen auseinandersetzu-
    ngen gehabt, aber wenn es innerhalb der näch-sten jahre knallen sollte, dann halte ich den ausbruch für wahrscheinlich, am ehesten aus
    imperialistischen gründen und vermutlich im
    osteuropäischen- oder nahostraum. ich sehe den prozeß, daß sich die mächte in zwei blöcke
    aufspalten, 1: rußland, china, die mehrzahl der
    blockfreien staaten und 2. die usa, eu, natolän-der, und wohl kanada, australien, sowie die
    „vasallenstaaten“ südkorea, golfanrainer (dubai
    plus andere hörige emirate), japan (?)…
    die im moment nicht auf der tagesplanung stehende nato-erweiterung nach osten, der zunehmende verselbständigungsprozeß in den
    lateinamerik. ländern (chavez) und die wirklich riskante lage in vorderasien sind sprengstoff !
    zwischen den blöcken muß es nur einen direk-ten auslöser geben (ähnlich der damaligen kubakrise). wenn ich versuche, zeitgenossen darüber aufzuklären, werde ich häufig nicht als
    warner, sondern unbequemer unruhestifter
    wahrgenommen. die leute wollen lieber fressen
    einkaufen und bier trinken. das ist fast schon
    unheimlich. ich finde, Sie haben es durch den
    vergleich mit dem gemälde voll getroffen: die ruhe vor dem sturm ! und auch eine zwar engagierte, aber zu inhomogene und wenig profilierte linke kann diesen sturm nicht einfach aufhalten. ich neige immer mehr der VI
    zu. da muß man in solchen zeiten die sekun-dären gegensätze beiseite lassen.

    @ribi: ich hab ja auch nicht vor, jedem einen vortrag über das fußballgucken zu halten. was
    ich schade finde, ist diese MASSENHYSTERIE.
    vor einigen jahren startete die evangelische kirche eine kampagne mit dem titel „sind die fußballer unsere wahren götter ?“ ich fand das
    geil. aber anscheinend hat es nichts gefruchtet.
    ich weiß, wenn man hier in germany was gegen
    fußball sagt, ist man ein einsamer kämpfer.
    natürlich will ich Ihnen in KEINER WEISE das recht absprechen oder ihre vorliebe dafür schlechtmachen. und tatsächlich, es stimmt, daß im boxen vieles fingiert und nicht koscher
    ist, leider. in kaum einer sportart geht es abso-lut gerecht zu. deswegen kann ich auch den wahn der berufssportler und das ganze brimborium nicht ertragen.

  94. indi: wie gesagt, ich sehe diesen sport gerne im fernsehen, hänge weder flaggen heraus, noch kaufe ich fanartikel!

  95. @ribi:

    das ist ihr gutes recht. und selbst wenn sie flaggen kaufen würden – ich muß selbige jetzt schon jeden tag an den nachbarhäusern in meiner straße (über)sehen, daher kann mich das auch nicht mehr stören. ich möchte nicht, daß Sie denken, Sie müssen sich jetzt für ihre
    leidenschaft rechtfertigen – soweit geht meine
    aversion doch nicht. niemand muß mich für einen intoleranten sittenrichter halten, der die
    gesellschaft gnadenlos verdammt – nur der
    diktatur des mainstreams (die man ja nu nicht bestreiten kann) begegne ich identitätsbewußt mit einem „kulturellen kontrastprogramm“.
    nix für ungut.

  96. @JE

    Ich finde, wir sollten hier auf Ihrer Seite auch etwas für die Kultur tun! Keine Lena-Sachen (das ist keine Kultur, das ist Showbiz), keinen Kultur-Fußball (das ist zwar kein Showbiz, dafür Massenhysterie, was wiederum nichts mit Kultur im besten Sinne zu tun hat. Also wenn ‚wir‘ die Weltmeisterschaft gewinnen, hier nichts zum Nachjubeln hineinstellen, denn das hat mit Patriotismus nichts zu tun, sondern nur etwas mit ‚patriotischer‘ Spielwiese), sondern für echte Volkskultur die Spalten öffnen. Das tun andere Blogger wie Freeman z. B. (‚Alles Schall und Rauch‘) auch, der zu den besten gehört. Wie wär’s mit der ‚Bandbreite‘? ‚Me‘ brachte das schöne amerikanische Arbeiterlied hier rein. Sie hat sicherlich noch mehr. So etwas Einfaches, Volksnahes, Echtes, Schlichtes, Ehrliches, Anrührendes, Mutmachendes, Zusammenführendes.

    Und auch andere Bücher als die bei ‚Compact‘ Erschienenen könnten hier popularisiert werden. Kultur von unten! Widerstandskultur! Ein gutes Beispiel: Die Widerstandskultur in Gaza, die auf PressTV eine eigene Sendung hat.

  97. @Schnehen

    Dem kann ich mich nur anschließen, wiewohl natürlich auch Fußball heuer im Kapitalismus nichts als Geschäftemacherei darstellt und all der Patriotismus der Leute lediglich dafür ausgenutzt wird, um die Kassen des Kapitals zu füllen und von den unzumutbaren gesellschaftlichen Verhältnissen für einige Wochen abzulenken – Brot und Spiele halt.

    Und, richtig: Widerstandkultur! Dazu, wir leben in Deutschland, in Verbindung mit unserem nationalen Erbe, denn, auch das ist wichtig wenn es darum geht, die „nationale Frage“ nicht den Falschen, Nazis und der faschistoiden „Mitte“, zu überlassen.

    Auch hier hat die DDR beachtliches hervorgebracht, wenn ich an die Heimat- und Jungpionierlieder denke, die an ein besseres Deutschland erinnern.

  98. @schnehen u. Detlef Nolde:
    Dem kann ich mich nur anschließen. Der Widerstand muss sich auch kulturell artikulieren, statt bloßes Nachäffen der amerikanischen Un-Kultur, und dazu zähle ich auch, dass da von Deutschen oder Türken (die waren immerhin 2., leider) irgendein sinnfreier Text in schlechtem Englisch geplärrt wird. Allerdings bitte ich auch bei der politisch motivierten Musik kritisch hinzusehen, denn nicht alles , was sich „patriotisch“ nennt, ist es auch. Das gilt auch für die Musikszene.

  99. @Fatima

    „Der Widerstand muss sich auch kulturell artikulieren.“

    Genau das ist es! Was wir brauchen, ist eine Widerstandskultur, die im Werden begriffen ist und deren Ansätze hier auch popularisiert werden müssten. Kultur ist nicht neutral und ist nicht nur zum Zeitvertreib da, sondern kann helfen, muss helfen, den Widerstand gegen die international und auf der nationalen Ebene agierende Finanzdiktatur, gegen die Rüstungsindustrie, die Waffenhändler, die Händler des Todes, gegen die Umweltzerstörer, die Medienzaren, gegen die multinationalen Konzerne und ihre politischen Ableger in den Parlamenten, gegen die Großbourgeoisie in den gekauften politischen Parteien zu organisieren und zu verbreitern und ins ‚gemeine Volk‘ zu tragen.

    Sie, die Bourgeoisie, trägt ihre Kultur, ihre Showbiz-Kultur, ihre Hollywood-Kultur, ihre billige Entertainment-Kultur der Ablenkung, ihre Kultur der Brot & Spiele, die der Betäubung der Sinne, ihre Rauschkultur gezielt in die Massen hinein zum Zweck der Entpolitisierung und dazu, dass die Massen stillhalten, dass sie gleichgültig, passiv und desinteressiert bleiben und sich zu Tode vergnügen. Wir müssen das Gleiche mit unserer Kultur machen zum Zwecke der Aufrüttelung, der Schaffung politischen Bewusstseins, zur Sensibilisierung der Sinne statt zu ihrer Betäubung und dürfen nicht den Fehler machen, sich an ihrer Billig-Kultur zu orientieren.

  100. Nicht ganz off topic, zeigt der Text doch, dass die WM an sich nichts Schlechtes ist, sondern sehr positiv genutzt werden kann:
    Mit der Nationalmannschaft gegen die Spaltung der Gesellschaft

    In Südafrika findet eine Weltmeisterschaft statt und wir lernen jeden Tag neues dazu, und es kann auch nützliches daraus erkannt werden, wenn nur der Wunsch vorhanden ist.

    Die Weltmeisterschaft ist dieses Jahr wirklich eine Wissensbereicherungsquelle für uns Deutsche, wie wir sie schon lange nicht mehr im Fernsehen erlebt haben. Zunächst einmal haben wir ein neues Blasinstrument kennen gelernt. Bisher haben wir Uwe Seeler stets als unser Fußballidol gekannt, aber in der korrekten Aussprache ist es eben ein Blasinstrument in Südafrika. Und das Besondere an dem südafrikanischen Fan ist, dass er in sein Horn bläst, unabhängig davon, wie das Spiel verläuft. Wer kann sich das in Deutschland vorstellen, dass auch für (und nicht gegen) die andere Mannschaft applaudiert wird? Außerdem wussten wir nicht, dass dunkelhäutige Afrikaner auch Pudelmütze und Schal tragen müssen, da es erstaunlicherweise in Afrika Minusgrade gibt, wo wir doch gerade Sommer – oder so etwas ähnliches – haben und nicht zuletzt haben wir gelernt, dass eben nicht jeder Südafrikaner schon einmal einen Löwen gejagt und einen Elenfanten bestiegen haben. Viele Südafrikaner haben noch nicht einmal einen gesehen. Kein Wunder, denn welcher Löwe hält es bei Minusgraden aus?

    Weiter: http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1856.htm

  101. Ist das nicht interessant?! Lena Meyer-Landrut ist die Enkelin eines Bilderbergers:

    „Andreas Meyer-Landrut (* 31. Mai 1929 in Tallinn, Estland) ist ein ehemaliger deutscher Diplomat. Er war zuletzt Leiter des Bundespräsidialamtes.
    (…)
    1955 trat er ins Auswärtige Amt ein, zu seinen Auslandsposten gehörten Brüssel, Tokio und Brazzaville, wo er an die Spitze der Botschaft trat. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse gehörte er bald zu den Russland-Spezialisten im diplomatischen Dienst. Insgesamt fünfmal war er auf Posten an der deutschen Botschaft in Moskau, zuletzt 1980 bis 1983 sowie von 1987 bis 1989 als Botschafter. Er nahm somit eine Schlüsselstellung bei der Annäherung zwischen der Bundesregierung unter Helmut Kohl und der sowjetischen Führung unter Michail Gorbatschow während der Perestroika ein. In dieser Zeit setzte er sich besonders auch für die Russlanddeutschen ein.

    Von 1984 bis 1986 war er unter Hans-Dietrich Genscher beamteter Staatssekretär des Auswärtigen Amts in Bonn. Von 1989 bis 1994 war er als beamteter Staatssekretär Chef des Bundespräsidialamtes unter Richard von Weizsäcker.

    Nach dem Ende seiner Beamtenkarriere leitete er bis 2002 die Moskauer Repräsentanz der DaimlerChrysler AG. Auch trat er an die Spitze des Deutsch-Russischen Forums.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Meyer-Landrut

    Er nahm an der Bilderberg-Konferenz in Glen Glove im Jahre 1990 teil.

  102. @fatima

    Ich bin hier ausnahmsweise mal anderer Meinung.

    Ist die Weltmeisterschaft in Südafrika eine, wie Sie schreiben, ‚Wissensbereicherungsquelle‘? Wurde der Protest der Zuschauer für Gaza gezeigt? Zuschauer hielten Plakate hoch mit pro-Gaza-Sprüchen. Natürlich wird so etwas, was eine Bereicherungsquelle wäre, wieder ausgeblendet und nicht gezeigt (vgl. das Foto auf ASR).

    Die Frage ist, wer profitiert in Süd Afrika von der WM? Es sind in erster Linie die großen Baufirmen, die Touristikfirmen, die sich einen Boom auf diesem Gebiet für die Zukunft erhoffen, aber nicht der Street-Vendor, der jetzt für die Zeit der WM seinen Platz räumen musste. Wird das Geld, das man durch die WM eingenommen hat, den Armen, den Obdachlosen in Süd Afrika zugutekommen? Ich bezweifle das.

    Auf PressTV bezeichnete ein schwarzer, zugeschalteter Journalist die WM als ein ‚big jamboree‘, als eine wilde Partie für ein paar Wochen, die nur die Probleme, die das Land hat, vergessen machen soll.

  103. @ schnehen: Nicht alles so ernst nehmen 😉 Der Text wollte nur zeigen, dass es auch gute Seiten daran gibt. Dass es nur eine kurzzeitige Ablenkungsparty ist, steht doch auch für uns außer Zweifel. Man hätte aber den Protest zeigen KÖNNEN, dass es nicth getan wurde, liegt nicht an der WM an sich, sondern an den Medien, die die Partystimmung nicht vermiesen wollten.
    Außerdem könnten Sie ja auch im MM einen Kommentar dafür hinterlassen, der rutscht dann auch ganz nach oben, im Gegensatz zu blogs.

  104. @Fatima

    Ich habe schon verstanden. Gestern wollte ich im MM einen Kommentar schreiben und hatte mit der Technik Schwierigkeiten. Habe zwei linke Hände. (nicht politisch gemeint).

  105. Mit diesen Namen „Wurst“ muisst du erstmal gewinnen! Aber wäre Wurst Donezk-Russki gewesen hätte sicH Elssi geradezu uberschlagen vor Jubel! Im übrigen: Die Ösis sind nicht nur Stracge-fachos sondern eben auch neutral! Also so what???

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