Skandal: LINKE findet neues EURO-Raubprogramm nicht schlecht

Jetzt Widerstand: Am Freitag 14.Mai Veranstaltung „Kommt das Ende des Euro? Wie retten wir unser Geld?“ (20 Uhr, Berlin, Russisches Haus, Friedrichstr. 176)


Je dreister der Angriff des Finanzkapitals, umso erbärmlicher die Reaktion großer Teile der Linken. Am vergangenen Freitag, als eine Griechenland=Bankenhilfe in Höhe von 110 Milliarden Euro durch den Bundestag gepeitsch wurde, hat die Linksfraktion immerhin noch mit Nein gestimmt. Bemerkenswert, was sich gleichzeitig bei attac tut:

Auf der Website http://www.attac.de findet sich ein großartiger Aufruf zur Solidarität mit Griechenland – aber KEIN WORT, warum man das sogenannte „Rettungspaket“ ablehnen muss. Und Sven Giegold, der ehemalige attac-Chef und aktuell Europaabgeordneter der Grünen, soll das Griechenland-Gesetz sogar als „überfällig“ gelobt haben (FAZ 11.05., S. 3). Man erinnert sich: Anfang April hat attac einen großen Banken-Kongress in Berlin gemacht. Soll wirklich gut gewesen sein. ABER WAS NÜTZT DAS, wenn man im entscheidenden Moment die abstrakte Kritik am Finanzkapital nicht konkretisiert? Ich vermute, attac ist unfähig zur Reaktion, weil ihr Denkhorizont einen Austritt aus der Euro-Zone gar nicht zulässt bzw. das als „nationalistisch“ gesehen wird. Deshalb fallen sie auf das Erpressungsargument herein, eine „Hilfe“ für Griechenland aus unserem Steuersäckel sei alternativlos, nur die Bedingungen gelte es zu verhandeln.

Aber zurück zur Linkspartei. Nachdem sie am Freitag im Reichstag noch mit Nein gestimmt hat, als es „nur“ um 110 Milliarden Euro ging, kann sie nun dem neuen Hilfspaket ( Gesamtsumme 720 Milliarden Euro!!) gute Seiten abgewinnen. Auf der Website der Bundestagsfraktion schreibt ihr „Chefvolkswirt“, der Abgeordnete Michael Schlecht: (Zitat Anfang):

„Die deutsche Regierung musste in Anbetracht der Angriffe der Spekulanten Vorbehalte unter den Tisch fallen lassen, mit denen sie noch vor wenigen Wochen eine rechtzeitige Hilfe für Griechenland verhindert hat. So wurde die Spekulation erst richtig angeheizt und hat die Risiken für die Steuerzahler erhöht.
Zwei wesentliche Tabus sind gefallen. Im EU-Vertrag sind finanzielle Hilfen, also auch Kredite zwischen den Staaten, ausgeschlossen. Jetzt beruft man sich auf eine Ausnahmeregel, die eigentlich für den Fall von Naturkatastrophen gilt. Bislang war es unvorstellbar, dass die EZB Staatsanleihen der Mitgliedländer direkt aufkauft und damit stützt. Nach politischem Druck und möglicherweise eigener Einsicht hat jetzt die EZB direkt Staatsanleihen aufgekauft. Am ersten Tag sollen bereits vier Milliarden Euro geflossen sein.
Dies sind Schritte in die Richtung, die auf der Linie der Forderungen der LINKEN liegen. Jedoch sperrt sich die Kanzlerin weiter gegen gemeinsame Eurobonds aller Euro-Staaten, um die Zinsen zu drücken.“ (Zitat Ende)

Ist dieser Mann irre? „Dies sind Schritte in die Richtung, die auf der Linie der Forderungen der LINKEN liegen“, lobt er! Damit begrüßt er, dass „zwischenstaatliche Kredite“ gegeben, also Geld in das von der Wallstreet in Griechenland gegrabene Loch geschüttet werden soll.  Damit lobt er das Nachgeben der Kanzlerin, wonach die EZB nun griechische Staatsanleihen aufkaufen, also mit bloßem Gelddrucken die Inflation anheizen soll.Er kritisiert, das Angie ZU SPÄT dem Druck nachgegeben hat, kritisiert also ihre im Prinzip richtige, aber leider nur zeitweilige und wahlkampfbedingte  Zurückhaltung bei der Ruinierung unserer Staatsfinanzen zugunsten der Spekulanten.

Aber damit nicht genug, Schlecht will, dass noch mehr unseres Steuergeldes verbrannt wird, indem gemeinsame „Eurobonds“ aufgelegt werden – das wären Staatspapiere eines (nicht existierenden) Euro-Staates, für die im Zweifelsfall der größte EU-Staat haftet, nämlich Deutschland, also wir als Steuerzahler.

Gleichzeitig fordert DIE LINKE Sinnvolles, etwa das Verbot der Wetten mit Kreditausfallversicherungen (CDS). Liebe Leute, warum bleibt ihr nicht beim Richtigen? Warum nehmt ihr das Richtige nur als Schokohülle, um die Giftpillen des Finanzkapitals  zu versüßen? Wenn die Spekulationspapiere verboten werden, müssen keine griechischen Staatspapiere „gestützt“ werden, gegen die spekuliert wird. Und wenn Griechenland raus geht aus dem Euro, nach argentinischem Vorbild die Auslandsschulden annulliert und mit einer abgewerteten Drachme den Export ankurbelt, wäre das der schwerste Schlag gegen Spekulanten und Zocker, der derzeit vorstellbar ist. Warum tabuisiert DIE LINKE diesen Ausweg?

Sieht so aus, als muss der Widerstand gegen das neue Raubpaket – der 720-Milliarden-Euro Anschlag kommt noch im Mai in den Bundestag!! – ohne die „Chefvolkswirte“ von LINKEN und attac organisiert werden. Auf der Veranstaltung der Volksinitiative am übermorgigen Freitag (14.05.) im Russischen Haus „Kommt das Ende des Euro? Wie retten wir unser Geld?“ wird es auch darum gehen. Kommt alle! Bringt Freunde mit!

24 Kommentare zu „Skandal: LINKE findet neues EURO-Raubprogramm nicht schlecht

  1. So langsam wird es Zeit, dass eine Forderung auf den Tisch kommt, unter der das deutsche Volk diesem Treiben ein Ende bereiten kann. Angesichts der Tatsache, dass CDU/CSU/FDP/SPD/Grüne/Die Linke gegen alle Gesetze einschließlich Grundgesetz und alle EU-Verträge verstoßen, kann und muß Art 20 GG aktiviert werden. Dort heißt neben dem Widerstandsrecht:
    „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.Sie wird vom Volke (in Wahlen) und Abstimmungen(!!) ….. ausgeübt.“
    Volksabstimmung über Austritt aus der EU.
    Wie sagen unsere Politiker, besondere Notfälle erfordern besondere Maßnahmen.
    Macht am 14.5. in Berlin Nägel mit Köpfen.

  2. Die Zurückhaltung von Mutti war vorübergehend, und hing mit dem ungewissen Ausgang der NRW-Landtagswahlen zusammen. Wenigstens hinterläßt es diesen Eindruck.
    Dieser Text ist in englisch, schon vom 19.04.:
    http://www.financialsense.com/fsu/editorials/amerman/2010/0419.html
    Einerseits werden hier konkrete Pläne zum Ausstieg aus dem Euro skizziert, andererseits derlei Gedanken in neueren Meldungen und Reaktionen als Unfug deklariert, wie hier:
    http://www.aktiencheck.de/artikel/analysen-Marktberichte-2058841.html
    Sollte es möglich sein, daß 2 Szenarien simuliert wurden, um sich auf alle Eventualitäten einstellen zu können? Oder, daß man inzwischen Sicherheit gewonnen hat?
    Wenn ich gestern bei der Tagesschau richtrig zugehört habe, hat man im Zuge der Krise, besonders der Zwerg von der Seine, diese genutzt, um ein europäisches Finanzministerium zu schaffen, das, bzw. dessen Tun, sich noch weniger vom Souverän überschauen lässt, sondern allenfalls dem EU-Parlament rechenschaftspflichtig ist. Habe ich das womöglich falsch verstanden?

  3. Wo sind wir hier? Im Theatro dei Dilettanti? Längst ist das Finanzsystem marode und wird auf Kosten der vielen kleinen Sparer zusammenbrechen. In den politischen Parteien fehlt es an Sachverstand, um konstruktive Antworten zu geben.
    Immerhin können wir sagen: Finanztransaktionssteuer für alle Transaktionen oberhalb 50 TEUR (damit werden die kleinen Leute geschont), das Geld in einen Fond für die Sicherung der wichtiger werdenden eigenen kleinen Banken (SPARKASSEN und VR.Banken), zurück zur DM zunächst parallel, dann allein. Und neue Kooperationspartner suchen in der Welt. Die gibts sogar für uns Deutsche.

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    http://video.google.com/videoplay?docid=1352552668588051041#

    http://www.egon-w-kreutzer.de/

    http://www.freiwirte.de

  5. http://www.heise.de/tp/blogs/8/147594

    Die Börsen jubeln über den EU-Rettungsschirm
    Zum Teil verzeichnen die europäischen Börsen extreme Zuwächse
    Nach den Verlusten der letzten Woche haben die Finanzmarktplätze in Europa die Entscheidungen vom Wochenende mit einem Kursfeuerwerken begrüßt, einen Rettungsschirm von bis zu 860 Milliarden Euro aufzuspannen, um Euroländer auffangen zu können. Nachdem die spanische Börse in der vergangenen Woche jeden Tag im Minus geschlossen hatte, am vergangenen Dienstag sogar um fast 5,5 % in die Tiefe rauschte, kannte Madrid am Montag nur eine Richtung. Es ging den ganzen Tag über steil nach oben.

  6. http://www.egon-w-kreutzer.de/

    8. Mai 2010

    15.45 Uhr Prof. Dr. Schmelz

    hat mir heute folgenden Text zukommen lassen, dessen Lektüre ich dringend empfehle. Es gibt eben nicht nur die voreilig und unüberlegt ausgerufene „Alternativlosigkeit“!

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am 29. April 2010 habe ich geschrieben:

    „Als die Bankschulden und –verluste von den Banken nicht mehr getragen werden konnten (Finanzkrise I: ‚systemisches Risiko’ und ‚to big to fail’), wurden sie mit einer breiten Palette von Maßnahmen nicht nur in Europa von den Nationalstaaten übernommen. Damit wurden die Probleme aber nicht gelöst und die Ursachen nicht beseitigt, sondern die Probleme zwar verlagert und verschoben, gleichzeitig aber auch vergrößert. Die angebliche und scheinbare ‚Lösung’ (Bankenrettung um jeden Preis) war und ist das Problem !“

    Die ‚Griechenland-Krise’ beweist meine frühere Aussage, daß so aus der globalen ‚Krise der Banken’ durch die staatlichen Maßnahmen (in Verbindung mit weiteren, ebenfalls durch die Bankenkrise verursachten Effekten) eine echte globale ‚Krise der Staatsfinanzen’ geworden ist.

    Anzeichen für das Entstehen einer echten und schwerwiegenden globalen ‚Krise der Staatsfinanzen’ gibt es schon seit einiger Zeit. Der erhöhte Finanzierungsbedarf der Staaten weltweit konkurriert mit dem weltweiten Finanzierungsbedarf der Unternehmen (‚Kreditklemme’). Die Staaten können ihren Finanzierungsbedarf nicht mehr an den Kapitalmärkten decken, weswegen die Zentralbanken (FED, EZB) offen oder verdeckt Staatsanleihen aufkaufen müssen, um die Kurse zu stützen und den Zinsanstieg zu begrenzen. (Selbst die Bundesrepublik wird neuerdings bei den Auktionen nicht mehr alle angebotenen Staatsanleihen los.)

    Jetzt wird also offensichtlich (natürlich zuerst bei den Schwächsten), daß auch die Nationalstaaten die den Banken abgenommenen Lasten gar nicht tragen können (Finanzkrise II: ‚Stabilität des Eurosystems’). In Europa wird die weiterhin untragbare Belastung nun auf die Euro-Mitgliedstaaten verteilt und auf eine höhere Ebene (‚Eurosystem’ und IWF) verlagert. Damit werden aber wiederum die Probleme nicht gelöst und die Ursachen nicht beseitigt, sondern erneut die Probleme zwar verlagert und verschoben, gleichzeitig aber vergrößert. Die angebliche und scheinbare ‚Lösung’ (Griechenland-Rettung um jeden Preis) ist das Problem !

    Das Spiel läßt sich nämlich allenfalls nur noch eine Weile fortsetzen (Portugal, Spanien, Irland, Italien). Das führt aber zu weiter steigenden Belastungen des Eurosystems und der jeweils noch verbleibenden Euro-Mitgliedsstaaten. Dadurch beschleunigt sich die krisenhafte Entwicklung und immer weitere ‚Rettungsaktionen’ werden erforderlich. Es ist aber absehbar, daß dies nicht mehr lange funktionieren kann. Es ist schon zweifelhaft, ob das gegenwärtige ‚Rettungsmodell’ wenigstens noch für Portugal und Spanien reicht.

    Daraus ergibt sich zwingend die Erkenntnis:

    Wer nicht den Mut und nicht die Kraft hat, die globalen Finanzmärkte wirklich durchgreifend zu regulieren, d.h. das ‚globale Spielcasino’ endlich zu schließen, hat keine Chance gegen die geballte Spekulationswut der großen Geschäfts- und Investmentbanken und der sonstigen sog. ‚Finanzakteure’. Deren geballte globale Finanzkraft rechnet sich dank der sog. ‚Finanzinnovationen’ (z.B. CDS) auf hunderte Billionen. Wer das ‚globale Spielcasino’ nicht schließt, wird (irreführend-neutralisierend- beschönigend ausgedrückt) ‚von den Finanzmärkten’ weiterhin für deren Spekulationsprofit und zu Lasten der Weltbevölkerung ‚getrieben’ werden.

    Ohne die Zerschlagung von zu großen Bankeinheiten (z.B. entsprechend dem in den USA von Clinton außer Kraft gesetzten Glass-Steagall-Act) und ohne ganzes oder partielles Verbot einiger ‚Finanzinnovationen’ (z.B. CDS) oder wenigstens deren scharfe und einschneidende Regulierung sind die Staaten dem ‚globalen Spielcasino’ bereits kurzfristig hilflos ausgeliefert.

    Der anhaltende Verzicht auf das ‚Primat der Politik und Gesetzgebung’ ist das große Versagen der politischen Führungen in Europa und den USA – mit katastrophalen Folgen, die sich bisher (wieder einmal) niemand ernsthaft vorstellen kann.

    Wie schon nach der Lehman-Pleite im September 2008 wird es dann wieder heißen: „Niemand konnte sich vorstellen, daß ein Staat wirklich zahlungsunfähig wird.“

    Dabei hat es das, allerdings jeweils einzeln und in Abständen von Jahren, schon mehrfach gegeben (Japan 1985; Mexiko 1995; Asien 1998; Rußland und Brasilien 1999; Argentinien 2001). Es gibt keinerlei Erfahrungswerte oder gar ‚Modelle’ dafür, was passiert wenn dies nicht mehr nur bei einzelnen Staaten, sondern bei mehreren Staaten gleichzeitig (‚synchron’) passiert.

    Ein synchroner ‚Banken-Crash’ im Jahr 2007 oder 2008 hätte sicher zu großen Problemen geführt, aber die hätte man mit dem vorhandenen und angepaßten nationalen und internationalen Regulierungs-Instrumentarium und effektiven Akteuren bewältigen und überleben können, insbesondere wenn er früh zugelassen worden wäre.

    Ein synchroner ‚Staaten-Crash’ im Jahr 2010 oder 2011 führt zu unlösbaren Problemen. Es gibt dafür kein Regulierungs-Instrumentarium und keine global effektiven Akteure. Nur wer frühzeitig einen Staats-Crash zuläßt und damit ins Fleisch der ‚Finanzmärkte’ schneidet, damit aber auch die Kräfte und Gegenreaktionen der ‚Finanzmärkte’ aktiviert, kann die Staatsfinanzen-Krise abwenden.

    Wer trotz der oben beschriebenen Entwicklungen und Erfahrungen den Fehler des ‚Banken-Bailout’ durch einen ‚Staaten-Bailout’ wiederholt, ist zum Scheitern verurteilt.“

    Nun können Sie praktisch stündlich der Presse entnehmen, daß die ‚Griechenland-Rettung’ bereits gescheitert ist, schon bevor das dazu erforderliche Gesetz in Deutschland auch nur in Kraft getreten ist. Die sog. ‚Rettungsaktion’ ist so offensichtlich untauglich, daß sie für die ‚Finanzmärkte’ als direkte Aufforderung wirkt, die Absicherung gegen einen Verfall des Euro und des Eurosystems zu verstärken und die Spekulation gegen den Euro und das Eurosystem nun erst recht und verstärkt zu betreiben.

    Da werden alle ‚Telefonkonferenzen’ und ‚Meetings’ von Politikern und Zentralbankern über das Wochenende nichts nutzen. Wer den ‚Finanzmärkten’ nicht auf die Finger klopft und die ‚Finanzakteure’ nicht vom Risiko kosten läßt, wer also (wie schon bei der ‚Bankenkrise’) wieder nicht die in den Märkten durchaus vorhandenen ‚Gegenkräfte’ wirken läßt und in seine Strategie mit einbezieht, ist ignorant und dumm. ‚Die Finanzmärkte’ lösen zwar nicht alle Probleme, sondern schaffen manche erst. Wer zur Lösung der so geschaffenen und entstandenen Probleme aber, wie seit 2007 global geschehen, auf die scharfe (und einzige) Waffe der ‚staatlichen Regulierung’ verzichtet und glaubt, er könne trotzdem gegen die Finanzmärkte pokern (!) und dennoch gewinnen, wird sich eine blutige Nase holen: Das können die allemal besser !

    Prof. a.D. Dr. jur. Karl-Joachim Schmelz
    Frankfurter Straße 198 B
    61118 Bad Vilbel

    prof-dr-schmelz@web.de

    Dokumente-Link: http://person.yasni.de/karl-joachim-schmelz-1037984.htm

    13.20 Uhr Karlsruhe lehnt ab

    „Das Bundesverfassungsgericht hat keine hinreichenden Anhaltspunkte, die zu der Annahme zwingen, dass die währungs- und finanzpolitische Einschätzung der Bundesregierung fehlerhaft ist.“

    So begründete das Gericht die Ablehnung des Eilantrags.

    In Verbindung mit der Ermächtigung der EU-Kommission, künftig freihändig Kredite zu Lasten der Mitgliedsstaaten am Kapitalmarkt aufnehmen zu dürfen, wenn den Großspekulanten anders nicht zu ihrem Profit verholfen werden kann, ist das auch stimmig.

    Warum soll sich das deutsche Verfassungsgericht mit einer Frage beschäftigen, die sich für die Zukunft sowieso nicht mehr stellen wird?

    Deutschland, das ist doch innerhalb jener Zone sonderbaren Rechts, die sich EU nennt, gerade noch eine überkommene „Landschaftsbezeichnung“, wie „Sauerland“ oder „Müritzer Sümpfe“.

    Dass sich auf dem Landschaftsgebiet „Deutschland“ ein eigenes Parlament eine eigene Regierung und ein eigenes Verfassungsgericht tumneln, kann bei näherer Betrachtung doch im wesentlichen nur noch auf folkloristische Traditionen zurückgeführt werden. Ist ja auch nichts Besonderes. Andere halten sich eine Queen und eine Paradetruppe mit Bärenfellmützen…

    09.00 Uhr Bedingungslose Kapitulation der EU-Mitglieder

    Der EU-Sondergipfel zur Abwehr von Spekulanten hat das abenteurerlichste Ergebnis hervorgebracht, das man sich vorstellen kann.

    Statt Spekulanten mit dem Totalverlust ihres Einsatzes zu drohen, garantiert die EU jetzt die Sicherheit aller Staatsschulden. Darüber könnte man noch lachen, wäre da nicht auch noch beschlossen worden, wie das gehen soll.

    Anders als jetzt bei Griechenland, wo noch der Deutsche Bundestag sein „ja“ explizit abgeben musste, soll künftig Brüssel alleine entscheiden und (!) an den Kapitalmärkten Kredite aufnehmen, die wiederum von den Mitgliedsstaaten garantiert werden.

    Also: Die Damen und Herren Märkte pumpen ein Land voll mit Krediten und schaffen damit neues Geld, das aus dem vollgepumpten Land sehr schnell als „Gewinn“ aus Exportgeschäften auf die Konten der Damen und Herren Märkte fließt. Da das Geld nun den Märkten gehört, und nicht mehr den Schuldnern, können die Schuldner nicht tilgen. Ergo borgt sich die EU jetzt das Geld von den Damen und Herren Märkten und wirft es ihnen unmittelbar wieder in den Rachen, um die Altschulden des niederspekulierten Mitgliedsstaates zu begleichen und nimmt dafür alle 500 Millionen Europäer in Haftung, ohne dass die dazu auch nur Piep sagen dürfen.

    Die Meldung, offenbar von der Süddeutschen noch als Großtat angesehen
    Siehe dazu auch einen alten Paukenschlag, in dem das Prínzip etwas ausführlicher beschrieben ist, dieses Prinzip auf die Euro-Krise zu übertragen sollte auch Ihnen nicht schwerfallen, den Spekulanten war es ein Leichtes:

    PaD 15 /2008 945 Milliarden – spurlos verschwunden?
    und hören Sie sich auch Sarah Wagenknecht an, auch wenn Sie möglicherweise immer noch Angst vor der „Kommunistin“ haben. Was Sie im Bundestag zur Griechenlandhilfe sagt, ist richtig, wahr und beherzigenswert!

    http://www.freiwirte.de

  7. Entweder Deflation oder Inflation. Jens Berger

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2597/arsenal-der-demokratie

    Arsenal der Demokratie
    geschrieben am 10. Mai 2010 von Spiegelfechter

    Europa hat die Kriegserklärung der Märkte mit einer beispiellosen Aktion beantwortet. Zählt man alle Maßnahmen zusammen, fließen in Kürze wahrscheinlich mehr als eine Billion Euro in die Kriegskasse der Staatengemeinschaft. Nicht Kleckern, sondern Klotzen – dieser Schritt ist nicht nur beispiellos, sondern sogar epochal. Die europäische Geldpolitik ist endlich im 21. Jahrhundert angekommen. Marktreaktionen gelten endlich nicht mehr als unabwendbares Gottesurteil und Europa bekennt sich zu einer modernen Geldpolitik. Dies ist das Ende des Bundesbank-Monetarismus, der Europa fast in den Abgrund gerissen hätte. Nun müssten der geld- nur noch die finanzmarkt- und wirtschaftspolitische Wende folgen – das ist jedoch unwahrscheinlich und es ist fraglich, ob eine moderne Geldpolitik alleine die Totgeburt „Eurosystem“ retten kann.

  8. @Bruce Wayne

    „Schließt euch verdammt noch mal zusammen!“

    MLPD, REP…

    Das ist völlig illusorisch. Genauso gut könnten Sie verlangen: Hunde, Katzen und Vögel gründet eine Tiergemeinschaft! Oder: Tiger leg dein Fell ab, werde ein Nutztier! Sie können nicht anders als Sektierer zu sein.

    Die Parole muss lauten: Lasst sie einfach im eignen Saft schmoren. Beachtet sie nicht!

  9. Linke und Attacisten haben eben durchaus ein Herz für die Gläubiger aka. „Spekulanten“, die jetzt um ihre Kredite bangen. Grund ist, daß beide letztlich ja Vorkämpfer für diesen EU-Leviathan sind, weil sie hoffen, daß sie dieses Monstrum eines Tages übernehmen zu können. Das selbe gilt auch für die Grünen, denen die Transferunion sehr sympathisch ist.

    Brüssel-Vorschläge: Merkel sieht keine Entmachtung

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in den Vorschlägen der EU-Kommission für schärfere Sparanstrengungen keine Entmachtung der nationalen Parlamente. “Das muss man ja nicht gleich so interpretieren”, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

    Diese dusslige Schnepfe regiert von Brüssel aus unser Land und hat dann die Frechheit zu sagen, daß man die Institutionalisierung noch weitergehender Eingriffe der EU in die jeweiligen Haushalte nicht als Entmachtung der nationalen Parlamente sehen sollte.

    Mit solchen Leuten zu diskutieren ist ein Fehler.

    So wie die Nazis Europa damals mit Panzern und Maschinengewehren unter einer harten Hand vereinen wollten, so versucht es die EU-Oligarchie heute mit einem alles umfassenden selbstherrlichen Bürokratie-Apparat.

    http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ROUNDUP-Bruessel-Vorschlaege-Merkel-sieht-keine-Entmachtung-793798

  10. Mir fehlt die Begründung zur Ablehnung des Schuldenausgleichs in der EU.

    Wir haben eine Währung, gegen die kann man schlecht spekulieren. Und wenn wir die Währung behalten wollen, dann müssen wir auch Geld verschieben an Länder, denen Kredit nur zu zu hohen Zinsen angeboten wird. Sonst brauchen die wieder eine eigene Währung, die sie abwerten können. Dadurch würde aber peu á peu der Euro kleiner und weniger spekulationsfest, aus wäre es mit der schönen Währung.

    Das Problem sind die brutalen kapitalistischen Forderungen an Griechenland, die nichts mit Schulden zu tun haben.

  11. Tobias: Jessas, die DM war spekulationsfest, der Euro ist es nicht. Warum wollen sie diese „schöne Währung“ unbedingt behalten???

  12. Für dieses Avantgarde Forum folgende Links:
    ____

    „Terrorismus an Finanzmärkten“

    „Brodbeck: Die garantierte Geldsumme, von dem jetzt die Rede ist, bekommen letztlich die Banken. Und das heißt nichts anderes, als dass die Banken das Recht durchgesetzt haben, für jedes Risiko, das sie eingehen, zu 100 Prozent eine staatliche Garantie zu erhalten. Das haben 2008 zuerst die Amerikaner gemacht, und jetzt machen es die Europäer nach. Jeder mittelständische Unternehmer hat das Risiko des Scheiterns. Aus diesem ehernen Marktgesetz haben sich die Banken ausgeklinkt. Der Steuerzahler trägt ihr Risiko.“

    http://www.mainpost.de/nachrichten/politik/zeitgeschehen/-Terrorismus-an-Finanzmaerkten-;art16698,5573430

    ____

    „Das Undenkbare denken“

    „Ein Ausstieg der Bundesrepublik aus der Eurozone sei auf lange Sicht in der Tat höchst wahrscheinlich, urteilt der schwedische Wirtschaftswissenschaftler Stefan de Vylder gegenüber german-foreign-policy.com. Erste Andeutungen über die mutmaßlichen Folgen lassen für die Zukunft schwere Spannungen in Europa erwarten.“

    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57809

    _______

    vorangegangene Links gemopst von:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=5529#h01

  13. Attac und LINKE sind doch von betonköpfigen Dogmatikern und kurzsichtigen Halbinformierten durchsetzt. Ist ganz normal dass die so einen Quark fordern. Die weigern sich standhaft, real existierende Tatsachen wie die Trilaterale Kommission und die jener zugrunge liegenden Machtstrukturen inklusive Funktionsweise des Geldsystems zu akzeptieren. Die leben in ihrer ideologischen Traumwelt und sind wahrhschienlich die allerletzten die irgendwann aufwachen, wenn überhaupt.

    Volltrottel finden sich aber in allen Parteien. Das geht quer durch die Bank. Daher spielt es keine Rolle „welche“ Partei man bevorzugt. Jeder der bescheid weiß sollte sich eine Partei aussuchen und dort auf Veranstaltungen Klartext reden. Es bringt nicht, auf die LINKE zu hoffen nur weil man sich selbst als „Linken“ sieht, analog CDU und konservativ usw.

  14. @Tobias, „Das Problem sind die brutalen kapitalistischen Forderungen an Griechenland, die nichts mit Schulden zu tun haben.“

    Das ist eben falsch. Die Zinslast von GR wurde zunächst nahezu halbiert (bis Spätherbst 2009).

    Es bleibt bei der Fundamentalanalyse:
    Eine gemeinsame Währung mit unterschiedlich wirtschaftsstarken Staaten ist fragil. So bald eine Regierung anfängt, seine Bevölkerung „zu kaufen“, sinkt die Produktivität, explodiert der Schuldenstand.

    Gibt es einen „internationalen Ausgleich“, werden die stärkeren Staaten zur Ader gelassen und jeder Antrieb, jeder (Wechselkurs-)Mechanismus zur Verbesserung ist verschwunden.
    Außer einer Währungsreform, inkl. Entschuldung und neuen Drachmen, Peseten, etc. sehe ich keinen Ausweg.

    Zur Wall Street: Die Wall Street IST die us-amerikanische Wirtschaft. Ohne Finanzgewinne geht die gesamte postmoderne Konsum-Demokratie in die Binsen.

  15. 2 Dinge:

    – der Euro ist spekulationsfester als die nationalen Währungen.

    Der Euro macht 2009 einen Anteil an den Reservewährungen von 28,1% aus, der Dollar noch 61,5%, die Mark machte als größte Reservewährung 1995 grad mal 15,8% aus.
    Der Euro ist mehr und mehr „Normal-Null“ der Währungen. Wie es mit der Drachme oder dem Franc bei der Staatsschuldenkrise grad aussehen würde, möchte ich mir nicht vorstellen.
    Man kann ja mal die Varianz des Euros im Vergleich zum Dollar innerhalb von 10 Jahren mit der Varianz der Mark oder des Franc zum Dollar vergleichen. Vielleicht weiss jemand Links zu den historischen Kursen, damit man die Varianz mal nachrechnen kann.

    – Wenn ich mir eine Währung wünschen könnte, dann wäre es nach meinem „Common-Sense“ (ich bin kein Experte) ein spekulationsfester Euro, damit man den USA Paroli bieten kann, und für Euro z.B. auch Öl kaufen kann, und zusätzlich regionale Währungen, s. z.B. http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/12/komplementarwahrung-wir-soll-in-leipzig.html . Diese regionalen Währungen können regionale Produkte attraktiv erhalten.

    Wenn jemand gute Internet-Quellen oder Bücher zu Währungspolitik hat, würden die mich interessieren.
    (warum z.B. darf die weißrussische Währung in Weißrußland nicht gehandelt werden ?)

  16. „Wie es mit der Drachme oder dem Franc bei der Staatsschuldenkrise grad aussehen würde, möchte ich mir nicht vorstellen.“

    Eben. Und DAS wäre ein – vielleicht der wichtigste – Mechanismus, der den „Schalmeienklängen der Verschuldung“ das Wasser abgraben würde.

    Abwertungen wurden als „Versagen der Regierung“ betrachtet. Verschuldung ohne Abwertung ist die Einladung zum „Schmieren“ der eigenen Bevölkerung oder als wichtig erachteter Bev.gruppen.

    Man kann es nur wiederholen: GR ist mit >100% des BIP verschuldet (wie nach einem mehrjährigen Krieg) – und es gibt KEINE Lösung. Die Entschuldung durch die anderen, wohlhabenderen Staten würde dazu führen, daß „morgen“ ein paar andere Regierungen vor der Tür stünden … und spätestens bei ITA ist Feierabend: Die ital. Volkswirtschaft ist so groß, daß jeder „bailout“ unmöglich ist.

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