„Wir brauchen die DM wieder!“

Offener Brief von Prof. Wilhelm Hankel an die Bundeskanzlerin

Prof. Hankel, vielen Lesern dieses blogs auch als Referent auf der Volksinitiative Veranstaltung im April 2009 bekannt, hat begleitend zu seiner Verfassungsklage / s. gestern auf diesem blog /  folgenden offenen Brief an Frau Merkel verfasst. Der Brief im Original findet sich hier PLUS eine Unterschriftenliste, bei der sich jeder eintragen sollte!!


Sehr geehrte Frau Bundeskanzler,

wem gehört eine Währung? Gewisslich nicht Ihnen oder Ihrer Regierung; auch nicht jener Vorgänger-Regierung, die den Deutschen das bislang beste und stabilste Geld ihrer Geschichte wegnahm, ohne sie zu fragen: die Deutsche Mark (DM). Mit diesem Geld schaffte unser Volk nach der Stunde Null den Wiederaufstieg aus Ruinen, den Aufbau einer leistungsfähigen Volkswirtschaft und die Rückkehr in den Kreis der weltweit geachteten Nationen. Die ganze Welt hat uns dafür bewundert und tut es noch heute.

Deswegen kam es einem Staatstreich gleich, als ihr Amtsvorgänger, der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, seinen Namen unter jenen Vertrag setzte, der die deutsche Währungssouveränität aufhob und unser Land einem Geldwesen überantwortete, das es seitdem mit damals 11, inzwischen 16 anderen europäischen Nationen teilt: dem Euro. Was er Deutschland damit angetan hat, hat niemand klarer und klassischer ausgedrückt als der bedeutende österreichisch-deutsche Ökonom Joseph A. Schumpeter lange vor Einführung der DM: “Im Geldwesen eines Volkes spiegelt (sich) alles, was dieses Volk will, tut, erleidet, ist… Von (ihm) geht ein wesentlicher Einfluss auf sein Wirtschaftsleben und sein Schicksal überhaupt aus… (Er) ist ein Symptom aller seiner Zustände”.

Mit der Wegnahme der DM hat der frühere Bundeskanzler Kohl den Deutschen ihre Identität geraubt und ihre große geschichtliche Leistung annulliert. Er konnte das nur, weil das Recht des Volkes auf seine Währung nicht in unserer Verfassung steht und er den Übergang zur Euro-Währung mit Versprechungen rechtfertigte, bei denen von Beginn an feststand, dass weder er noch seine Nachfolger sie würden einlösen können: Der Euro würde die Einheit Europas befördern, ein Wirtschaftswunder auslösen, Europas Stellung in der Weltwirtschaft stärken – und dennoch so stabil sein und bleiben wie die alte DM.

Ich habe damals vor 10 Jahren mit drei meiner Freunde und Fachkollegen unermüdlich auf die Hohlheit und Unerfüllbarkeit all dieser Versprechen hingewiesen. Wir sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen und haben unser höchstes Gericht auf die mit dem Währungswechsel verbundenen Risiken und die dahinter stehenden Täuschungsabsichten aufmerksam gemacht und das Gericht an sein früheres Urteil (von 1993) erinnert, dass, wenn sich der Euro als nicht so stabil wie die DM erweise, Deutschland die Währungsunion wieder verlassen könne, wenn nicht sogar müsse. Vergebens. Die obersten Richter verhielten sich wie Notare: Der Vertrag sei ordnungsmäßig geschlossen, also gelte er. Sie weigerten sich, den Inhalt zu überprüfen.

Doch seit der Griechenlandkrise liegt die Wahrheit auf dem Tisch. Unsere Warnungen vor der Aufgabe der Währungssouveränität haben sich auf der ganzen Linie bestätigt. Der Euro hat die Einheit Europas nicht vorangebracht, sondern blockiert. Die Völker Europas waren niemals uneiniger als jetzt. Die einen haben den Euro für ihre nationalen Zwecke missbraucht, ihn inflationiert und sich über die Halskrause verschuldet; die anderen müssen dafür zahlen.

Der Euro hat uns vor keiner Krise geschützt, im Gegenteil: er hat die internationale Spekulation gegen ihn angefacht und verstärkt. Er ist weder ein Integrationsmotor gewesen, noch hat er sich als Schutzschild bewährt. Eines ist aber auch klar geworden: Es wird diese Gemeinschaftswährung nur solange geben, wie Deutschland für sie zahlt.

Daher heute mein Appell an Sie:

Hören Sie nicht auf die falschen Europäer, die nur an ihre Pöstchen und Pfründen denken. Die EU ist kein Superstaat, sondern eine Union freier, demokratischer Nationen mit uralter und zu bewahrender Kultur und Identität, kein Einheitsvolk oder Völkermischmasch. Dieses Europa kann (und darf!) nicht von einem Brüsseler “Politbüro” aus ohne demokratischen Rückhalt im Volke (und welchem Volke?) regiert werden.

Geben Sie den Staaten Europas ihre Währungen wieder; denn ohne diese gibt es dort keine Wirtschaftswunder, wie einst in Deutschland – weder in Griechenland noch den anderen Staaten in ähnlicher Lage.

Und bedenken Sie: Nur wenn es den Staaten Europas wieder gut geht und sie ihre Krisen gemeistert haben (so gut wie unsere Nachbarstaaten ohne Euro, siehe Schweiz, Schweden oder Norwegen) wird es auch mit der europäischen Integration wieder vorangehen – was wir alle (auch die “Euroskeptiker”) wollen.

Sie haben die historische Chance, die verheerenden und unverantwortbaren Fehler Ihrer Amtsvorgänger zu korrigieren, Europa und Deutschland wieder auf den richtigen Weg zu bringen und als “Angela die Große” in die Geschichtsbücher der europäischen Nationen einzugehen. Nützen Sie sie!”

Dies wünscht Ihnen und allen Deutschen

Ihr

Wilhelm Hankel

19 Kommentare zu „„Wir brauchen die DM wieder!“

  1. Sehr Schön,

    hab schon unterschrieben.
    Für die Deutschmark
    Fürs Vaterland

  2. Na toll, erst meinen Link klauen und dann mich löschen um die Spuren zu verwischen, sehr anständig und aufrichtig Herr Elsässer! Ein wahres Vorbild!

  3. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,693239,00.html

    05.05.2010

    Spekulanten
    Chef-Finanzaufseher spricht von „Angriffskrieg gegen Euro-Zone“
    REUTERS
    BaFin-Chef Sanio: „Ein besseres Angriffsziel konnte man sich nicht aussuchen“

    Deutschlands oberster Finanzaufseher Jochen Sanio sieht die Euro-Zone im Krieg mit internationalen Spekulanten – und will mit schwerem Geschütz in die Schlacht ziehen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso droht den Märkten wegen der Griechenland-Krise verschärfte Regeln an.

  4. Viele Deutsche würden diesen Brief sicher gerne unterzeichnen. Doch leider ist es so, dass die Person, an die der Brief gerichtet ist, nicht dem deutschen Volk dient. Man sollte Frau Merkel an ihren Amtseid erinnern. Wir erleben zurzeit die Verarmung des europäischen (deutschen) Volkes und ich denke, dass ist gewollt. Deutschland sollte wohl nie wieder ein stolzes und mächtiges Land werden. Den Stolz der einfachen Leute hat man ja bereits durch Hartz IV gebrochen, den Rest schafft man auch noch (man nehme ihnen einfach die Arbeit und das Geld weg!).

  5. ariald: Ihr letzter Beitrag wurde gelöscht, weil sie tricky versucht haben, für eine bestimmte Partei zu werben, ohne explizit ihren Namen zu nennen. Für wie blöd halten Sie mich?

  6. Als ‚Angela die Große‘ in die Geschichtsbücher der europäischen Nationen eingehen? Wohl eher als Helmut Kohls ‚kleines Mädchen‘.

    Zum Heldentum bedarf es einer unabhängigen, kraftvollen Persönlichkeit mit eigenem Kopf. Merkel ist weder unabhängig, noch kraftvoll, noch besitzt sie eine Persönlichkeit mit eigenem Kopf. Sie ist jahrzehntelang ‚gegroomt‘, sprich verbogen worden wie ein Obama auch, um die Gewähr dafür zu bieten, für die Mächtigen eine zuverlässige Geschäftsführerin zu sein.

    Das politische System, in dem wir leben, bringt keine Helden mehr hervor. Es ist auf Karrierismus und Selbstverleugnung angelegt. Wenn es denn noch welche geben sollte, dann werden sie von außerhalb kommen, dann werden sie aus der Bewegung gegen dieses System kommen.

  7. Waaas errrrrlaube Haaaankell!!!!

    Einmal ganz abgesehen davon, daß das wahre Worte sind, Herr Hankel, wäre der Inhalt Ihres Schreiben eine ALTERNATIVE!!!

    Doch wie der von Banditen Rruinierte Deutsche Zahlmichel gestern ab 09.30 Uhr alle halbe Stunde aus den bevorzugten „Nachrichten“ seiner erwählten Dumm-Quatsch-Radios erfahren konnte, stellte sich just am Morgen eine gewisse Frau Dr. Angela (geb. Kasner, geschiedene Merkel, wiederverheiratete Sauer) Merkel(?) – und man höre und staune –, in einen „türkisfarbenen Blazer“ gehüllt, vor die Abgeordneten der Blockparteien des deutschen Reichstages, und gab die Parole aus, daß ihre „Griechenland-Hilfe ALTERNATIVLOS sei!!!

    Was muß eigentlich noch alles geschehen, bis die Bevölkerung endlich aufwacht… Aber vielleicht wird’s ja was nach dem Abdanken dieser Stilblüte modischer Bescheidenheit, nämlich dann, wenn Madame den „Schmirgel“ über ihre „Dunkelste Stunde“ schreiben läßt – und ebenso zu dem Schluß kommt:

    „Diesen Entschluß habe er(sie) gegen deutsche Interessen getroffen.“

    mfg

  8. Nun gut Herr Elsässer, werde mich zurückhalten bezüglich besagter Partei, aber den Link haben sie trotzdem von mir 🙂 Aber egal. Ich dachte sie wären da etwas lockerer, nach allem was ich über sie gelesen hatte. Wikipedia sagte mir:

    „Für die Gründung seiner „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ wurde Elsässer scharf kritisiert. Die Welt unterstellte ihm eine Querfront-Strategie, um eine Zusammenarbeit von rechts- und linksradikalen Antikapitalisten herzustellen. Die linke tageszeitung vermutete, der Wortlaut seiner Erklärung sei so formuliert, um „rechtsextreme Kreise explizit in sein Bündnis integrieren“ zu wollen. Die Redaktion des Neuen Deutschland warf ihm vor, er habe an „rechte Parolen angedockt“, die „höchst gefährlich“ seien, und beendete die Zusammenarbeit mit dem Autor. Zuvor trennten sich im Februar 2008 bereits die Tageszeitung junge Welt und Elsässer voneinander.“

    Vielleicht können Sie Ihre Position klarstellen?

  9. bei dem gestrigen Geburtstagsemfang
    von unserem Herrn KOHL hat ein Redner geäußert:

    – kein Politiker der letzten 30 Jahre hat Deutschland so verändert wie Sie Herr KOHL !

    – der Redner hat recht gehabt !

    da rufe ich doch nur : HELMUT , HELMUT
    danke für ALLES

  10. jürgenelsaesser: ich würde trotzdem beiträge (siehe ariald) auch so stehenlassen, erstens weil das prinzip der gleichbehandlung bei den forenteilnehmern gelten sollte, und auch weil die anderen user dann zumindest sich selbst eine eigene meinung über die von ihnen als werbung für eine (hier nicht näher genannten partei ) bezeichneten beiträge bilden können.
    und auch über den autor, der ja nicht im vornherein zu verurteilen oder auszuschließen ist !!!

  11. Sehr guter Beitrag und wahre Worte, es wäre vernünftig wenn wir den Euro hinter uns lassen würden.

  12. Frieden01 wrote @ Mai 6, 2010 at 08:02

    „“Viele Deutsche würden diesen Brief sicher gerne unterzeichnen. Doch leider ist es so, dass die Person, an die der Brief gerichtet ist, nicht dem deutschen Volk dient.““

    Richtig, ich sehe das genauso, aber höflich mit ein wenig Satire und einer Portion Zynismus ist auch der letzte Absatz leicht zu ertragen. Auch wenn Ihr Honig um den Bart geschmiert wird, sie wird es eh nur als Senf wahrnehmen.

  13. http://de.news.yahoo.com/blogs/allgemein/renaissance-der-d-mark-p74109.html

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    Renaissance der „D-Mark“?
    Mi 05.Mai. 11:26

    Zurück in die Zukunft? In einem Interview mit der „Freien Allgemeinen Zeitung“ zitiert der Finanzexperte Walter K. Eichelburg Insiderquellen, die auf eine Rückkehr der „D-Mark“ noch in diesem Sommer hinweisen. Großaufträge der Bundesdruckerei für neue Druckmaschinen, Probepressungen und ein Informant aus Regierungskreisen: Die „D-Mark 2.0″ ist nur noch eine Frage allerkürzester Zeit, so Eichelburg.

    Zugegeben, das klingt schon sehr nach nostalgischer Science Fiction. Doch angesichts der aktuellen Griechenland- und den Nachwehen der weltweiten Finanzkrise sowie Diskussionen um Verantwortlichkeiten im Euroraum, werden alte Sehnsüchte wach. Eine aktuelle Umfrage des Instituts Allensbach konstatiert den Deutschen eine ungebrochene Euro-Verdrossenheit. „Heute, nach einem knappen Jahrzehnt in der neuen Währungswelt, wünschen sich noch 47 Prozent die D-Mark zurück“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ die Ergebnisse. Quer durch die Generationen bestünde allerdings Konsens, dass die Wiederherstellung der nationalen Währungsautonomie eine wirklichkeitsferne Option ist.

    Nicht nur unrealistisch, sondern auch extrem gefährlich sei eine Rückkehr zur alten Währung – da sind sich führende Wirtschaftsexperten einig. „Ein kollektiver Rückfall in die nationalen Währungen wäre das Schlimmste, was passieren könnte – davon würde sich die deutsche Wirtschaft lange nicht erholen. Der Euro wird auch im nächsten Jahrzehnt bestehen“, so der ehemalige Finanzminister Theo Waigel im „Stern“-Interview. Auch Peter Bofinger wiegelt D-Mark-Utopien als „sentimental“ ab: „Die ökonomischen Folgen wären verheerend“, so der Wirtschaftsweise. Der renommierte amerikanische Wissenschaftler Barry Eichengreen bezeichnet die Währungsdebatte im „FAZ“-Interview als „Party-Thema – mehr nicht“.

    Und was ist mit der Schwäche der Einheitswährung an den internationalen Börsen? Meldungen über eine Ausweitung der Schuldenkrise haben den Euro aktuell unter die Marke von 1,30 Dollar fallen lassen. „Der Euro steht immer noch viel besser da als bei seinem Start“, so Waigel. Der Sinkflug habe vorrübergehend auch durchaus positive Effekte. Vor allem die europäische Exportwirtschaft profitiere derzeit von dem niedrigen Kurs.

    Was meinen Sie: „Wird zu schnell vergessen, wie stabil uns diese Währung bisher durch alle Krisen geführt hat“, wie Theo Waigel betont? Bringt die einheitliche Währung im Euro-Raum nicht letztlich wesentlich mehr Vor- als Nachteile? Oder träumen Sie von einer Rückkehr der alten nationalen Währung – mit allen Konsequenzen? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

  14. der euro ist kapitalverbrechen am
    deutschen õsterreicher holländer,das geld 2 zu 1entwertet,
    deswegn haben wir die krise
    hauptsache die reichen werden reicher und arme ärmer

  15. wie sagte grennspan
    der euro wird kommen aber keinen bestand haben,
    die dumm verkaufen politiker banker das volk,
    veraschen uns
    wirtschaft läuft nur wenn der bürger geld
    gekauft verkauft,
    wenn er nicht hat läuft auch nicht,so klar ist das.
    Jedes land muss seine währung haben um stabilität zu haben.
    Hat fr merkel nicht gelernt

  16. ich sage der Euro muß weg er zieht uns alle nach unten und Die D-Mark kurbelt die Wirtschaft wieder an das war damals so und so soll es heute auch wieder sein sie sorgt dafür das die menschen wieder doppelt so viel Geld im Geldbeutel haben als wie mit dem verdammten Euro und das wieder viele Menschen eine Arbeit bekommen die Kaufkraft der Menschen steigt wieder mit der D-Mark das ist unsere Währung und nicht der verdammte Euro.

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