NZZ: „Linksnationale Allianz für die Schweiz“

Neue Zürcher Zeitung rezensiert Elsässer/Erne „Erfolgsmodell Schweiz“

Die Neue Zürcher Zeitrung (NZZ), die wichtigste Tageszeitung der Schweiz, hat bereits wenige Tage nach Erscheinen den neuen COMPACT-Band von Jürgen Elsässer / Matthias Erne (Hg), „ERFOLGSMODELL SCHWEIZ. Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität“ besprochen. Die Rezension verrät etweas Verunsicherung: Dass ein Linker wie Elsässer den Eidgenossen beispringt, ist der grobürgerlichen NZZ nicht ganz geheuer. Aber in diesen Zeiten – eine epochale Weltwirtschaftskrise, die das Zeug zu einem Weltkrieg hat – werden, wie schon einmal in den dreißiger Jahren, alle ideologischen Fronten durcheinanderkommen. In diesem Sinne: Eidgenossen aller Länder, vereinigt Euch! 

Bevor es losgeht mit dem NZZ-Artikel, und ganz am Ende noch mit einer Inhaltsübversicht des SCHWEIZ-Bandes, noch ein paar Terminankündigungen:

Die von der linken Luxemburgt-Stiftung abgesagte Finkelstein-Lesung (s. blogbeitrag von gestern) wird am 26.02. ersatzweise in der Ladengalerie der „jungen Welt“ (Berlin-Mitte, Torstraße 6, 19 Uhr) stattfinden.

Die von mir herausgebene Reihe COMPACT wird künftig regelmäßig Buchpremieren veranstalten, und zwar immer am zweiten Freitag des Monats im Russischen Haus zu Berlin (Friedrichstr. 176 – 179, Beginn 20 Uhr). Wir starten am Freitag, 12. März, mit Christoph Hörstel und seinem neuen COMPACT-Buch „AFGHANISTAN/PAKISTAN – NATO am Wendepunkt“.

(Beginn NZZ-Besprechung)

Selbstlob via Deutschland
Links-nationale Allianz für das Modell Schweiz
H. Sf. · Wenn in diesen Tagen ausgerechnet in Deutschland ein Buch mit dem Titel «Erfolgsmodell Schweiz» erscheint, dann könnten misstrauische Zeitgenossen dahinter eine PR-Aktion des Bundesrats vermuten Der schmale Band ist aber ganz anderer Herkunft: Der Herausgeber, Jürgen Elsässer, ist ein Publizist, der ursprünglich einmal linksaussen operierte und heute im Umkreis von Oskar Lafontaine und der Partei «Die Linke» für ein Bündnis nationaler und sozialistischer Kräfte wirbt.
Für sein Buch über die Schweiz hat er eine Koalition von Beiträgern zusammengebracht, die zur Hälfte aus dem Milieu rechtsbürgerlicher schweizerischer Organisationen wie Pro Libertate und Auns stammen. Einige gehörten auch dem 2002 offiziell aufgelösten Verein für psychologische Menschenkenntnis an. SVP-Nationalrat Luzi Stamm und Bundesrat Ueli Maurer sind ebenso dabei wie der frühere Leiter des Liberalen Instituts, Robert Nef, der Unternehmer Nicolas Hayek und der Sozialdemokrat Walter Suter, der bis 2007 Botschafter in Caracas war und die Sozialpolitik Hugo Chávez‘ bewundert.
Eine Querfront von links über liberal bis rechts präsentiert ein Trostbüchlein für die geschundene Schweizer Seele, erscheint das Land hier doch als ein politisches, ökonomisches und bürgerrechtliches Vorbild. Die direkte Demokratie, die Selbstbestimmung bei den Steuern, das Milizsystem in Politik und Militär sowie die humanitären Leistungen werden im Stil schlichter Werbebroschüren besungen und scharf gegen den Zentralismus der verhassten EU und den «Imperialismus» der USA abgegrenzt. Der analytische Wert der kurzen, plakativen Texte dürfte für schweizerische wie für deutsche Leser eher gering sein, zumal die kritische Diskussion innerhalb der Schweiz nicht einmal in Andeutungen vorkommt.
Aufschlussreich ist der Band dagegen für den Zustand einer radikalen Linken, die für ihre politischen und gesellschaftlichen Projekte böse Gegner ebenso braucht wie Identifikationsobjekte. Wer hätte allerdings gedacht, dass einmal die Schweiz jene Position besetzen würde, die früher das Proletariat und die Sowjetunion oder die Dritte Welt innehatten?
Jürgen Elsässer / Matthias Erne (Hg.): Erfolgsmodell Schweiz. Verlag Kai Homilius, Berlin 2010. 156 S., Fr. 15.-, € 8.80.

 Diesen Artikel finden Sie auf NZZGlobal unter: http://www.nzz.ch/global

(Ende NZZ-Text; es folgt der Verlagstext zum Buch)

Jürgen Elsässer / Matthias Erne

ERFOLGSMODELL SCHWEIZ

Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität

 Kai-Homilius-Verlag, COMPACT Nr. 16, ISBN 978-3-89706-416-4

160 Seiten, 8.80 Euro (15 sFr)

Bestellung im guten Buchhandel, über www.compact-reihe.de oder über info@juergen-elsaesser.de

Die Schweiz ist ein beliebtes Auswanderungsziel: In keinem europäischen Land leben prozentual mehr Ausländer, viele lassen sich gerne einbürgern. Immer mehr Deutsche zieht es dauerhaft in die Alpenrepublik. Warum?

 Weil man gut verdient, wenig Steuern zahlt und trotzdem sozial versorgt ist. Die Eidgenossen haben sich eine menschliche Volkswirtschaft bewahrt und die Auswüchse des Casino-Kapitalismus nicht mitgemacht. Als neutraler Staat hält die Schweiz Abstand zum US- wie zum EU-Imperium und deren Kriegen. Die Bürger können über Volksabstimmungen effektiv mitentscheiden.

 Aus dem Inhalt: Ursprünge der Eidgenossenschaft / Humanität und wehrhafte Neutralität im Zweiten Weltkrieg / Die verlogene Kampagne zum „Raubgold“ der Schweizer Banken / Steuergerechtigkeit gegen staatliche Wegelagerei / Peer Steinbrück und der Großangriff  auf den Finanzplatz Schweiz / EU-Propaganda im Dienst internationaler Spekulanten.

 Mit Beiträgen von: Cornelio Sommaruga, ehem. Präsident des Internationalen Roten Kreuzes; Nicolas G. Hayek, Swatch Group AG; Rolf Dörig, Swiss Life; Ueli Maurer, Bundesrat ( = Bundesminister); Luzi Stamm, Nationalrat ( = Parlamentsabgeordneter); Walter Suter, ehem. Botschafter, und vielen anderen.

18 Kommentare zu „NZZ: „Linksnationale Allianz für die Schweiz“

  1. Gratuliere zu dieser Besprechung! Nicht nur bei den Eidgenoss(inn)en, sondern auch bei uns werden sich die politisch-publizistischen Bündnisse neu aufstellen. Das wird zwar noch einige Zeit dauern, aber die Nervosität der abgehobenen Parteifunktionäre der so genannten Volksparteien ist schon spürbar. Neben dem Thema Bürgerfreiheit/Privatsphäre wird auch die Verschwendung von Steuermitteln durch den Afghanistan-Einsatz und beim öffentlichen Bauen (Straßenbau inclusive), die blinde Unterstützung der Bundesegierung für die Geschäftemacher vom IPCC und vom staatlich (deutsch) finanzierten so genannten Klima-Folgen-Institut in Potsdam, nicht zuletzt aber auch die immer mehr ans Licht kommende Korruption in manchen Städten bei der Durchführung großer Projekte (zB Köln) die Menschen mobilisieren. Hoffe ich.

  2. NZZ „Der analytische Wert der kurzen, plakativen Texte dürfte für schweizerische wie für deutsche Leser eher gering sein, …….“

    Die Deutungshoheit der Schweizerischen Befindlichkeiten und damit auch die Deutung des Buches liegt natürlich ganz auf Seiten der NZZ 😉 Und so verwundert mich der kleine Teil des Artikels, den ich lesen konnte nicht.
    (Der Link geht nicht, anderwärts wird der Zugang kostenpflichtig)

    Man muss wissen das die NZZ, besonders was solche Innerschweizerische Deutungen angeht, ziemlich konservativ ist. Und das heißt nun mal: „Wie es in der Schweiz ist wissen wir Schweizer immer noch am besten.“ Dafür wird sie ja manchmal von ihren Kollegen etwas auf den Arm genommen.

    Da zählts dann auch nicht wenn das Buch von vielen Schweizern mitgeschrieben wurde

    Die ham halt einen Dickschädel und brauchen kein Lob von anderen.
    Schrulligkeit, verzeihen wir’s ihnen und nehmen sie IN den Arm

    Weil schlussendlich, wer die Schweiz kennen lernt hat sie gern, das wissen die

    gell, PatriZia 😉

  3. Lieber Jürgen Elsässer, mein letzter Beitrag is noch nicht veröffentlicht. Hab da ein bisschen viel Smilys reingemacht. Können sie nicht das erste und das letzte lassen und den Rest rausmachen?? Vielleicht gehts ja noch. War ein bisschen übermütig. Dankeschön.

    Das ist Offtopic. Wundert Euch nicht wenn ihr mal in den Iran reißt und dann will jemand von Euch genaueres wissen

    http://www.ksta.de/html/artikel/1137132422131.shtml

    Nicht so ganz Offtopic

    Die sind im Bundestag genervt von der jungenwelt (grins)
    die jungewelt hat da wohl ziemlich Staub aufgewirbelt. Handelt sich um einen Artikel in dem die JW mutmaßt warum die Bw Persisch lernt und ob das mit Iran zu tun hat.
    Ich kann das nicht wirklich beurteilen was der Mensch da im Bundestag sagt.Vielleicht kann ja hier jemand was dazu sagen??

  4. Ich benötige kein Ersatz-Feindbild „Schweiz“, aber hier wird wieder schön übers Ziel hinaus geschossen:

    „Immer mehr Deutsche zieht es dauerhaft in die Alpenrepublik. Warum? „ – Ja, und warum nur fühlen sich einige dann trotzdem nicht so wohl in dem Land, wo Milch und Honig fließen, sondern erwägen sogar die Rückkehr nach Deutschland?

    „Die Eidgenossen haben sich eine menschliche Volkswirtschaft bewahrt“ – vielleicht hat sich lediglich so viel Reichtum in der Schweiz angesammelt (woher nur?), dass man sich die Menschlichkeit noch als abfallende Brosamen leisten kann?

    „und die Auswüchse des Casino-Kapitalismus nicht mitgemacht“ – angesichts des Bankgeheimnisses finde ich es erstaunlich, eine solche Behauptung aufzustellen. Die Beweise dafür, dass Schweizer Banken keine „Heuschrecken“-Spekulationen mit fördern, würde mich sehr interessieren. Ach so – dafür soll ich mir ja COMPACT kaufen.

  5. Hauptdarsteller im CLIMATEGATE-Skandal packt vor Millionenpublikum aus: Erderwärmung gibt’s nicht, schon gar keine „menschengemachte“.

    „Wissenschaftler bestätigt: Keine globale Klimaerwärmung seit 1995

    Professor Phil Jones, anerkannter britischer Klimaforscher, hat in einem Interview mit der BBC entgegen früherer Aussagen eingeräumt, dass sich das Klima auf der Erde seit 1995 faktisch nicht verändert hat.

    Jones hatte in der Vergangenheit vor der Erderwärmung gewarnt, dazu hatte er Daten präsentiert, die in seinem Büro inzwischen „verloren gegangen“ seien. Diese mutmaßlich gefälschten Daten waren Bestandteil der sogenannten Hockeystock-Grafik.

    Die auf manipulierten Daten basierende Grafik sollte verdeutlichen, dass sich das Klima immer stärker erwärmt. Der Professor ruderte weiter zurück, indem er sagte, dass es schon immer globale Phasen der Erwärmung gegeben habe und deren Ursachen nichts mit dem Menschen zu tun hätten.“

    http://www.shortnews.de/start.cfm?id=815716

  6. Sorry, OT:

    @ me

    Hast ja gar nicht geantwortet, willste mich jetzt ignorieren? Also meine Worte an dich im anderen Thread waren mit einem dicken Augenzwinkern geschrieben, dass nur zur Klarstellung, falls es da ein Mißverständnis gab 😉

  7. @me

    Danke für den Hinweis! Ich habe erfahren, dass die Schweiz auch den Goldstone-Report über die Verbrechen Israels in Gaza 2008/9 befürwortet. Die israel-hörige deutsche Regierung lehnte ihn mit nur 14 weiteren Staaten in der UNO, darunter Italien und die USA, ab. Über 150 Staaten befürworten ihn, was zeigt, wie isoliert die Zionisten inzwischen sind.

  8. selbstbestimmte steuern? soll klein-berta entscheiden, wann sie ins bett zu gehen hat!? der kollege von elsässer, michael grandt, schreibt, dass die steuerhinterziehung eine art selbstverteidigung wäre! geht es noch?wer nie gelitten hat, sich geld aus dem ausland holen kann, der braucht fast keine steuern! übrigens, der normalbürger zahlt hierzulande mehr sozialbeiträge als steuern!deutsche und italiener etc. werden/ wurden so toll auch nicht behandelt! manches hier klingt, wie diesem staat keinen groschen, nur, wer straßen benutzen will, wird sie auch zahlen müssen!

  9. @ Halbmond

    „Iraan jek keschware besjaar ghaschangiye“

    Danke für den Link. Den Bw Sprachführer muss ich haben;)
    _____________

    @ schnehen

    Um Gottes willen, ich ignoriere dich nicht. Ich muss die Antwort erst mal finden. Hier ist ja so was von was los, da muss ich jetzt erst mal durchsteigen.

    Lg

  10. Jürgen Elsässer so beiläufig in die Nähe der Hetzer-Gebrüder Grandt zu stellen, zeigt die hohe Kunstfertigkeit des Trolls. Das ist so fabelhaft, dass es mich sogar dazu verführt, ihn nicht (wie ansonsten dringend erforderlich) zu ignorieren.

  11. Verlixt nochmal, jetzt hab ich schon wieder meinen Nick vergessen. Bin ich ein Dussel.

    Der Beitrag von 16:13 an Halbmond und
    an schnehen war von mir.

  12. Finanzkriese, epochale Wirtschaftskriese, die das Zeug zum Weltkrieg hat, das ich nicht lache! …… Die Finanzkriese, der Weltkrieg, die Hungersnöte, das Morden und abschlachten durch die westlchen Mächte ist gemacht und geplant. Da sind doch die Kleinigkeiten wie z.B. Kosovo, Irak, Afganistan und Iran nur dienlich um die Ziele der Hintermänner zu verschleiern. Wer hier einen politischen Hintergrund sucht, ist fehlgeleitet.

  13. steppi: wer mit mir in kontakt tritt , darf dies tun! er entscheidet selbst, selbstständiges entscheiden, für deinesgleichen ein unding! es ging mir darum, dass der einzelne woll kaum gefragt werden kann, wieviel steuern er zahlen will! lustig, dass deutsche linke, die sonst für zuwanderer oder andere „opfer“ immer soviel kohle brauchen, nicht sehen, dass steuern zu zahlen sind!klar. geld kommt vom amt und die grenzen frei für jeden, dann aber bitte sehen, wo es herkom,men soll! es ist keine frage, dass die beiträge hierzulande weit höher sind als die steuern! außer man ist beamter, ja dann ist man nicht betroffen!

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