Was tun gegen die Antideutschen?

Zur Diskussion um die Blockierung einer Filmaufführung im Hamburger B-Movie


Im Hamburger Programm-Kino B-Movie sollte am 25. Oktober von Antideutschen ein israelverherrlichender Claude-Lanzman-Film gezeigt werden. Die Aufführung wurde von Antiimperialistischen Gruppen blockiert. Die Debatte um diese Aktion ist sehr gut dokumentiert auf steinbergrecherche.de. Unten folgt die Erklärung einer Kommunistischen Assoziation Hamburg (KAH), die mit den Blockierern solidarisch ist.

Zwei Vorbemerkungen: Zum einen ist es unbedingt begrüßenswert, dass es in Hamburg Leute  – Antiimperialisten und Kommunisten – gibt, die sich der imperialistischen Versumpfung der Linken entgegenstellen. Liest man den Text unten, hat man den Eindruck, es ist bereits „5 nach 12“: Die Antideutschen – eine Meute von Kriegstreibern und islamophoben Rassisten – haben bereits sehr viele Gruppen und wichtige Institutionen übernommen, zwischen großen Teilen der (früheren) Autonomen und ihnen gibt es keinen Unterschied mehr. Links und antideutsch scheinen, zumindest in Hamburg, Synonyme geworden zu sein. Ekelhaft! Und anerkennenswert, dass sich mutige Genossinnen und Genossen dagegenstellen.

Zum anderen: Ich bin gegen Blockaden, das heißt Verhinderungsaktionen, das heißt Meinungsverbote. Ich habe selbst im Zusammenhang mit Frankfurt/Club Voltaire, wo die Antideutschen „Leute von uns“ (Arbeiterfotografie u.a.), blockieren wollten, die Blockierer als „Linksfaschisten“ bzw. „Linke SA“ bezeichnet. Vielleicht leiten daraus einige Leute ab, man müsse Linksfaschisten nun unsererseits bockieren, verbieten etc.? Immer langsam: Solange Antideutsche ihre Meinung äußern, müssen wir das tolerieren. Sie sind dann Teil des Meinungsspektrums einer pluralistischen Gesellschaft. Eine Meinung ist nämlich, entgegen dem antifa-Slogan, noch kein Verbrechen. Unsere Aufgabe ist es, diese Meinung argumentativ zurückzudrängen und zu isolieren. Argumentativ! Das schließt Polemik und Lächerlichmachen ein.

Zu „Linksfaschisten“ oder „linker SA“ werden die Antideutschen erst in dem Moment, wo sie ein Meinungsmonopol errichten wollen, also versuchen, als Meinungspolizei zu fungieren und andere Meinungen zu unterdrücken, wie in Frankfurt/Club Voltaire geschehen. Das dürfen wir uns nicht bieten lassen, dann müssen wir die Meinungsfreiheit  – diszipliniert, gewaltfrei, entschlossen – durchkämpfen.

Jedenfalls denke ich, eine Mahnwache vor dem BMovie wäre besser gewesen als eine Blockade. Damit hätte man klar machen können, dass man die politische Entwicklung für brandgefährlich hält – aber dass wir, anders als die Antideutschen, keine Meinungsdiktatur errichten wollen. Wenn ich den Text unten richtig verstanden habe, sollte die Blockade ja ohnedies NICHT die Filmaufführung verhindern. Warum aber dann der Ausdruck Blockade? Dann hätte man gleich Mahnwache sagen können.

Damit will ich mich nicht zwischen die Hamburger Fronten stellen. Ich stehe eindeutig auf der Seite der Anti-Antideutschen. Der obige Einspruch ändert nichts an meinem großen Respekt vor ihrem Einsatz und soll lediglich eine Diskussion unter Freunden befördern.

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Am Ende der Aufklärung warten die Antideutschen

Aktivisten des internationalistischen Zentrums B5 haben am 25. Oktober 2009 eine Veranstaltung der „antideutschen“ Gruppe Kritikmaximierung Hamburg verhindert, in deren Rahmen der Film „Pourquoi Israel“ von Claude Lanzmann im Hamburger Programmkino B-Movie gezeigt werden sollte. Auf mehreren einschlägigen „antideutschen“ Internetseiten und Blogs, in den bekannten Blättchen wie der jungle worldBILD ist den neokonservativen „Antideutschen“ ihre jungle –, aber auch der taz und anderen ist darüber in gewohnt hysterischer Manier geschrieben worden. Zeile um Zeile steigern sich die Hassprediger in ihren deutsch-pathologischen Propagandarausch.
Im Vorfeld des Ereignisses hatten die B5-Aktivisten den Versuch unternommen, mit den Betreibern des B-Movie zu reden. Vertreter der B5 hatten das Plenum der Kinogruppe besucht und dort ihr Anliegen sowie ihre Kritik an der Zusammenarbeit mit der Gruppe Kritikmaximierung Hamburg – in der neben anderen Hardcore-„Antideutschen“ auch ein Bahamas-Autor organisiert ist – vorgetragen. Dieser Kritik wurde entgegnet, es bedürfe eines Gegengewichts zur „antisemitischen“ B5, deswegen werde der Film gezeigt. Freilich wurden für diese Behauptung keine Beweise geliefert. Was konnten die Kinobetreiber als Reaktion auf diese wüste Verunglimpfung erwarten – einen Sektempfang für einen gepflegten Filmabend in Jeunesse-dorée-Atmosphäre?
Ziel der Proteste vor dem B-Movie war nicht vorrangig, die Vorführung eines Films zu verhindern. Gegenteilige Behauptungen entbehren der Wahrheit. Der Film weist zwar genug problematische Euphemisierungen der Politik des Staates Israels gegenüber den Palästinensern auf, über die man mit geeigneten Gesprächspartnern sicherlich hätte vortrefflich streiten können. Doch die von der Ideologie des „antideutschen“ Neokonservatismus verblendeten Veranstalter und ihre Claqueure zählen dazu gerade nicht. Auch der Regisseur des Films, der in einem späteren Werk die israelische Armee glorifiziert, ist weitaus kritikwürdiger, als so mancher Deutsche wahrhaben will, der sich die historisch und politisch illegitime Definitionsmacht über das Judentum angeeignet hat und fälschlicherweise Juden mit Zionisten und Israel identifiziert.
Die Blockade des B-Movie hat stattgefunden, um der gezielten und beabsichtigen Provokation der Gruppe Kritikmaximierung Hamburg angemessen zu begegnen, die ihre Veranstaltung direkt neben dem internationalistischen Zentrum B5 und unter Mitnutzung seiner Räume durchführen wollte. Sie bezeichnet sich zwar selbst nicht als „antideutsch“. „Darüber“ sei sie angeblich „hinaus“. Kritikmaximierung ist aber voll und ganz auf Linie mit dem „antideutschen“ Mainstream. Heute muss sich niemand mehr als „antideutsche“ Strömung von der Hegemonie der „linken Szene“ abgrenzen. Die wenigsten geben zu, „antideutsch“ zu sein, aber fast alle diffamieren den Antikapitalismus wahlweise als „verkürzte Kapitalismuskritik“ oder „Barbarei“, behaupten, dass man Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht für sein Handeln verantwortlich machen dürfe (nahezu jede Kritik an Repräsentanten der herrschenden Klasse wird mittlerweile als „strukturell „antisemitisch“ diskreditiert), dass Antiimperialisten – wer sie sind und was sie auszeichnet, weiß freilich nahezu niemand – eigentlich „Nazis“ sind usw. Diese „Ja-gar-nicht-Antideutschen“ wissen vielleicht nicht, dass sie „antideutsche“ Neokonservative sind, aber sie handeln als solche und reden in bestem pop-„antideutschen“ jungle world-Jargon. Der „antideutsche“ Konsens ist schon längst hergestellt.
Mit Kritikmaximierung gibt es offensichtlich einen neuen Versuch, eine Gruppe jenseits des mittlerweile politisch bedeutungslosen Radiosenders Freies Sender Kombinat (FSK) und anderen „antideutschen“ Selbsthilfegruppen zum Ausleben des deutschen Narzissmus in Hamburg zu etablieren. Die Gruppe ist keineswegs ein isoliertes Grüppchen frei herumgeisternder Irrlichter. Sie ist Teil der neokonservativen Bewegung, die sich als „Abbruchunternehmen“ (Bahamas) für die deutsche und migrantische Linke zuständig sieht.
Die Bandbreite der umgehend mobilisierten Anhängerschaft der Gruppe Kritikmaximierung, die sich kurz vor dem geplanten Filmbeginn in der Nähe des B-Movie einfand, spricht für sich. Die „antideutsche“ Glaubensgemeinschaft Hamburgs hatte sich versammelt, die Reihen waren geschlossen und es fand zusammen, was objektiv schon lange zusammengehört: Die Phalanx aus bauchlinken jung- und altautonomen jungle-world-Abonnenten und den sich intellektuell gerierenden und eloquenteren Wortführern mit Bahamas-Positionen war ebenso beeindruckend wie vielsagend und entlarvend. Endlich wollten die aufgeklärten westlichen Weißen den „unzivilisierten“ und „barbarischen“ Migranten und ihren verhassten internationalistischen Freunden den Prozess machen.
Neben einschlägig bekannten Internetbloggern (z.B. cosmoproletarian-solidarity.blogspot.com), Mitgliedern der Hamburger nachwuchs-„antideutschen“ Gruppe sous la plage, Führungsfiguren des autonom-„antideutschen“ Event-Centers Rote Flora, vereinzelten FAU-Aktivisten und Mitgliedern des Infoladens Schwarzmarkt wollten sich Leute vom FSK, der Gruppe Emancipate, der Hamburger Studienbibliothek (HSB), Stop the Bomb-Aktivisten – Kriegstreiber, die einen NATO-Angriff auf den Iran propagieren – und Bahamas-Autoren und -Redakteure Zugang zum B-Movie verschaffen und Kritikmaximierung gegen den ihren eigenen Wahnvorstellungen entspringenden „antisemitischen Mob“ unterstützen.
Eine Differenzierung zwischen so genannten Softcore- und Hardcore-„Antideutschen“ ist angesichts solcher „Solidarität“ ohnehin schon seit geraumer Zeit hinfällig und geht am politischen Grundproblem vorbei. Dies belegte auch einen Tag später eine „Diskussionsveranstaltung“ in der Roten Flora, wo über eine mittlerweile wieder aufgehobene Absage an die Leib-und-Magen-Band autonomer „Antideutscher“, Egotronic – die sich bevorzugt vor Publikum an Krieg, massenhaften Leid und Tod im Nahen Osten aufgeilen –, lamentiert werden sollte und vor deren Beginn Kritiker der „Antideutschen“ hinausgeschmissen wurden. Man wollte schließlich lieber unter sich bleiben.
Dieses Vorgehen überrascht nicht, denn die Rote Flora ist längst zur Partymeile für neoliberale Ober- und Mittelschicht-Youngster verkommen. Politische Veranstaltungen, eine Debattenkultur oder einfach nur ein bisschen Verständnis für Flüchtlinge, Hartz-IV-Geschädigte und andere Menschen in Not sucht man dort vergeblich. Stattdessen findet man „antideutsche“ Yuppies, die sich bei feucht-fröhlichen Sektparties dem dumpfen Elektropop-Dusel hingeben – ein Hohnlacher auf den selbst formulierten Anspruch, ein „Stadtteilzentrum“ und „Flora für alle!“ zu sein. Wer dem markenorientierten Dresscode des Modezentrums nicht genügt, wird skeptisch beäugt. Wer gar so aussieht, als stamme er aus dem arabisch-muslimischen Kulturraum, gerät hier rasch unter Verdacht, ein „Feind Israels“ oder gar ein „Antisemit“ zu sein. Wer es wagt, offen eine Meinung zu äußern, die vom softcore-„antideutschen“ Mainstream abweicht, wird unter „politisch korrektem“ Vorwand von der machtbewussten Clique, die die Rote Flora autokratisch regiert, diffamiert, sozial geächtet, eingeschüchtert, rausgemobbt – und wenn das nicht funktioniert, mit einem Hausverbot belegt.
Während das Leiden und Elend der Verdammten dieser Erde den Floristen scheißegal sind, ist ihr Geheule und Gejammer über die Ereignisse vor dem B-Movie umso größer. Die Darstellungen der selbsternannten Antisemitenjäger strotzen nur so von Übertreibungen, Verdrehungen, Lügen und Opfermythen – lächerlich, vor allem wenn man bedenkt, wie viele von ihnen urplötzlich vor Ort waren. Wer um jeden Preis „Judenschweine“, „Schwuchteln“ usw. hören will, hört es auch – obwohl niemand es gerufen hat. Solche Unterstellungen sind die ordinären Methoden, die jedem bekannt sein sollten, der schon einmal mit „Antideutschen“ einen Konflikt ausgetragen hat oder nur mit ihnen in Berührung gekommen ist. Ihre stümperhaft arbeitenden journalistischen Handlanger sowie ihre Steigbügelhalter in der Linkspartei, wie die Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Schneider, kann man davon keineswegs ausnehmen. Auch die peinlich notorische Selbststilisierung und weinerliche -inszenierung zu Opfern von was auch immer ist gängige Praxis von („Anti“-)Deutschen.
Eine Schlägerei, wie verschiedene „antideutsche“ Gruppen, Blogger usw. behaupten, hat es nicht gegeben, sondern ein paar besonnene und verhältnismäßig milde Reaktionen (Rempeleien, Schubsereien und vier Backpfeifen) auf Beleidigungen, die auf mehrmalige Nachfrage auch wiederholt wurden: „Linksnazis“, „Linksfaschisten“, „Antisemiten“, „Judenhasser“ usw. Für halbwegs mündige Menschen mit einem historischen Gewissen und politischem Bewusstsein verbietet sich ein solch inflationärer Gebrauch des Antisemitismusbegriffs und geschichtsklitternder Wortkonstruktionen. Wer aber vor allem Linke bekämpfen will, der nutzt sie. Nicht nur, aber auch die Gruppe Kritikmaximierung hat diesen Trend mit der Veröffentlichung einer Stellungnahme fortgesetzt, in der die Blockierer als „Neonazis“ diffamiert werden. Es versteht sich von selbst, dass Linke sich solche Anfeindungen und Verharmlosungen von Antisemitismus und Faschismus nicht gefallen lassen, mit denen „Antideutsche“ für gewöhnlich Globalisierungs- und Kriegsgegner, Friedensaktivisten, die israelische Linke und andere Kritiker der israelischen Regierung und ihrer aggressiven Besatzungs- und Siedlungspolitik mundtot machen und denunzieren. Aber wahrscheinlich sind die Parteigänger des Ultrarechten Avigdor Liebermann es schon gar nicht mehr gewohnt, dass auf ihr autoritäres Gebaren anders als mit Unterwerfung reagiert wird.
„Antideutsche“ begründen ihre angebliche politische Legitimität durch ihre vermeintliche Antisemitismuskritik, durch die sie in den vergangenen Jahrzehnten an Stärke gewonnen haben. In der autonomen Szene sind ihre Positionen heute hegemonial. Dabei ist ihre „Kritik“ des Antisemitismus lediglich ihr Ticket für den Eintritt ins Establishment der bürgerlichen Gesellschaft und eine radikal neokonservative Positionierung im emanzipatorischen Gewand an der Seite der Hohmann-CDU, christlicher Fundamentalisten, den Regierungen der USA, Großbritanniens und Deutschlands, den Profiteuren der kapitalistischen Ausbeutung und anderen Exekutoren der verwalteten Welt.
Es gibt nicht nur das negative, sondern auch das (scheinbar) positive „Gerücht über den Juden“ – vor allem in Deutschland. Der Philosemitismus – der dem Antisemitismus entsprungen ist, sich wie dieser aus Vorurteilen gegen „den Juden“ und Kategorisierungen „der Juden“ speist und der sich unter „Antideutschen“ aller Couleur großer Popularität erfreut –, kann unter prekären historischen Umständen jederzeit wieder in offenen Antisemitismus umschlagen. „Der Jude“ ist nicht mehr der Feind, sondern der
Unter anderem dieser inflationäre Gebrauch des Antisemitismusvorwurfs durch „Antideutsche“ hat die Antisemitismuskritik diskreditiert, inhaltlich vollkommen beliebig und zum Spielzeug von deutschen Bedürfnissen gemacht. Den „antideutschen“ Kritikern geht es nicht um den Antisemitismus, geschweige denn um das konkrete individuelle Schicksal von Juden, sondern um die machtpolitische Option der Antisemitismuskritik, deutsche Vergangenheitsbewältigung und die Bekämpfung der Linken. Was einzelne 68er mit dem Wunsch, Israel zu delegitimieren, erreichen wollten, versuchen ihre Söhne und Töchter heute mit ihrem Hass auf Palästinenser und Araber im allgemeinen. Aber die deutsche Schuld und auch die deutschen Schuldkomplexe lassen sich nicht aus der Welt schaffen – nicht durch Abwehr, nicht durch eine historisch unrechtmäßige Aneignung der Opferrolle und auch nicht, indem man die jüdischen Opfer des von Deutschen begangenen Menschheitsverbrechens mit dem Staat Israel gleichsetzt.
Aber dieser vollkommen deutschbefindliche Umgang mit Antisemitismus ist nicht das einzige Markenzeichen der „Antideutschen“. Offener oder latenter Rassismus gegen Afrikaner, Asiaten, Südamerikaner und andere Menschen in den Armenhäusern dieser Welt, die Rechtfertigung und Befürwortung der völkerrechtswidrigen und extrem gewalttätigen Besatzung des palästinensischen Territoriums durch die israelische Regierung, die Legitimation und Unterstützung von Kriegen (wie des Gazakriegs, der Golfkriege gegen den Irak und des geplanten Militärschlags gegen den Iran) und der herrschenden Antiterror-Doktrin, die Verteidigung und Apologie kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung – das sind die markantesten Elemente der „antideutschen“ Ideologie.
– was den einen die Freund Deutscher, die sich 65 Jahre nach Kriegsende die Definitionshoheit darüber sichern wollen, wer heute „richtiger“ Jude sein darf und wer nicht. Wer nicht in das Bild vom wehrhaften, regierungstreuen jüdischen Israeli passt, sieht sich – z.B. als jüdischer Kritiker der israelischen Politik – entsprechend im Handstreich den Anfeindungen von „emanzipatorischen“ Deutschen als „Alibijude“ oder „self-hating jew“ ausgesetzt, wird als „Antisemiten-Kollaborateur“ beleidigt, der „Förderung von Antisemitismus“ bezichtigt oder gleich als „Antisemit“ bezeichnet.

(Weiterlesen unter http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/)

31 Kommentare zu „Was tun gegen die Antideutschen?

  1. Vielleicht wäre es besser statt des unpräzisen „Antideutsche“ den Begriff „Neostalinisten“ zu verwenden. Letzterer beschreibt, denke ich, ganz gut den Geist der hinter der ganzen antideutschen Bewegung steckt.
    Schlimm zu hören das auch FAU Mitglieder diesen autoritären Unsinn unterstützen.

  2. Was ist denn die Hohmann-CDU ?

    Haben sie den nicht rausgemobbt, gerade weil er nicht auf der von Friede Springer vorgegebenen antideutschen Parteilinie lag ?

  3. Ja, öffentliche Veranstaltungen Vlockieren ist so eine Sache. War man einerseits immer stolz auf eine Meinungsfreiheit in der Alt-BRD, kann man bei einem Besuch im Jüd. Museum zu Berlin doch erleben, wie stolz die Jüd. Gemeinde zu Fff/M darau heut noch ist, die Aufführung eines Theaterstücks einhergehend mit einer Behauptung bzgl. des Inhaltes von Rainer-Werner Faßbinder verhindert zu haben.
    Kurz um: so eine Blockade ist ein Instrrument der anderen. Eine Mahnwache wäre besser gewesen, es ist gut, daß es den guten nicht um eine Blockade ging.

  4. Wer so undifferenziert daher kommt wie die Antideutschen, deren Welt in Juden und Nichtjuden eingeteilt ist (wobei sie natürlich bestimmen, dass ein vollwertiger Jude für die Politik der USA und Israels zu sein hat), den kann man eigentlich nur politisch bekämpfen, indem man selber sehr gut differenziert.

    Aber genau das kapieren viele „Antiimps“ nicht. Viele, die sich so nennen, pflegen die Denkweise „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Wer nicht jedes Regime gut findet, mit dem die USA über Kreuz liegen, ist demnach ein Freund des Imperialismus. Politische Inhalte zählen gar nicht mehr.

    Das ist die traurige Gemeinsamkeit von „Antiimps“ und Antideutschen. Deshalb führen beide Lager ein Schattendasein.

    Der Unterschied ist, dass ein intelligenterer Antiimperialismus möglich wäre – ein intelligenteres Antideutschtum dagegen nicht .

  5. Stimme Ihnen in allem zu.

    Interessant dazu einige ältere Artikel (auch wenn die Quellen teilweise gefärbt sind):

    „An der Uni Potsdam konnte der aufmerksame Bürger jüngst einmal mehr beobachten, was die Vertreter der Linken unter offenem Dialog und freier Meinungsbildung verstehen. Der „herrschaftsfreie Diskurs“, von den 68’ern noch vehement und exaltiert eingefordert, ist heute nicht mehr gewünscht und wird mit aller Gewalt unterdrückt. Gnadenlos wird die Lufthoheit über die Meinungsbildung in Deutschland verteidigt, Gewalt und Terror sind ausdrücklich gewünscht.

    Erika Steinbach (Foto oben), Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen und Mitglied des Bundestages, wollte an der Uni Potsdam eine Vortragsreihe über „Siedlungsgeschichte der Deutschen in Ostmitteleuropa“ halten und hatte dabei nicht mit dem Meinungstotalitarismus der Linksextremisten gerechnet. Sie lebte wohl in der irrigen Annahme, dass man in Deutschland über kontroverse Themen debattieren könne, stattdessen bekam sie Besuch von 100 Vertretern der roten Gesinnungs-SA, die nach Weimarer Vorbild so lange die Saalschlacht suchten, bis die Vortragsreihe abgebrochen werden musste.“

    http://www.pi-news.net/2008/06/die-rote-sa-aus-der-mitte-der-gesellschaft/

    „Meinungspolizisten
    Du bist anderer Meinung als ich, und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.“ Das flammende Bekenntnis Voltaires zur Meinungsfreiheit ist fast 300 Jahre alt, aber es hat nichts an Aktualität eingebüßt. Vielleicht hätten die Studenten, die verhindert haben, dass Erika Steinbach an der Potsdamer Universität spricht, mal bei dem französischen Philosophen nachschlagen sollen, bevor sie das Audimax blockierten. Dann wären sie womöglich auf die Idee gekommen, dass es klüger gewesen wäre, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und CDU-Bundestagsabgeordnete erst mal zu Wort kommen zu lassen. So aber wurden eine völlig legitime Veranstaltung der Historischen Fakultät gesprengt und die eingeladene Referentin verunglimpft – das ist peinlich für die Uni und ein Armutszeugnis für die Studentenvertretung Asta. “

    http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11218246/63629/

    „BRD: Linke SA will Tote mit Champagner feiern

    11. September 2009 von Crime
    Was sich eine linke Gruppierung in Deutschland leistet, ist an Primitivität und Geschmacklosigkeit kaum mehr zu überbieten.

    BERLIN. Bundeswehrgegner haben dazu aufgerufen, gefallene deutsche Soldaten mit Champagner zu feiern. Unter dem Motto „Jeder Gefallene eine Flasche Schampus!“ und „Feste feiern wie SIE fallen“ veröffentlichte der Landesverband Berlin-Brandenburg der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ einen offenen Brief an die Bundeswehr. In diesem warf die Organisation den Soldaten vor, für einen „schäbigen Sold in die Dienste des Kapitals zu treten“, um „der deutschen Wirtschaft den Zugang zu Rohstoffen freizuschießen“. Für jeden deutschen Soldaten, der bei diesem „ehrlosen Treiben“ falle, werde man daher künftig eine „Runde Schampus“ schmeißen. Als Zeichen ihrer Ablehnung der Armee protestierten die Linksextremisten auch gegen die Einweihung des Ehrenmals für die gefallenen deutschen Soldaten der Bundeswehr am vergangenen Dienstag in Berlin.“

    http://www.winkelried.info/2009/09/11/brd-linke-sa-will-tote-mit-champagner-feiern/

    Die neuen Fischers, Cohn-Bendits sind längst aufgestellt und ich sehe eine echte Gefahr darin.

  6. „Was tun gegen die Antideutschen?“

    Ob Blockade oder Mahnwache, das scheint mir sekundär, obwohl auch ich eher der argumentativen Auseinandersetzung zuneige.

    Vielleicht sollte grundsätzlich darüber nachgedacht werden, ob man den Anti-Deutschen nicht eine Initiative entgegenstellt, die sich ebenfalls gegen etwas positioniert, sondern positiv für etwas ausspricht.

    Was ist die Alternative zur heutigen Gesellschaftsordnung, der globalfaschistischen Tendenz selbiger? Welche Erfahrungen können uns hierbei Jahrzehnte DDR-Sozialismus vermitteln?

    Eine schwere Frage, der man sich jedoch stellen muß, sollen tatsächlich breitere Schichten des Volkes von einer „Volksinitiative“ angesprochen werden.

    Wogegen sich diese dann richtet, die Schwerpunkte liegen, täte dann einen Unterpunkt bilden, wenn auch einen wesentlichen.

    Die Auseinandersetzung mit den „Antideutschen“, deren Einfluß ja bis über deren eigentliches Kleinstmilieu hinausgeht, die gesamte deutsche Linke im Griff zu haben scheint, wenn manche das auch gar nicht bewußt reflektieren dürften, kann, wie oben erwähnt, sehr gut mit Argumenten geführt werden.

    Ein weites Feld gilt es da zu beackern, rezukultivieren, neu zu bestellen.

    Dabei ist es keine bloße Redensart, wenn man feststellt, daß die ideologische Diversion der 68er überwunden werden muß (die man in der DDR aus gutem Grund wahlweise als „kleinbürgerlich“ und „anarchistisch“ ablehnte), will man nicht Sekte sein oder bleiben, sich der Wirklichkeit und damit dem „Volk“ wieder annähern.

    Will sagen, der Feminismus, Antiautoritarismus, Pazifismus, Gleichheitswahn und Nationalmasochismus (dem Gegenstück zum bornierten völkischen Nationalismus) muß hinter sich gelassen werden.

    Revolutionär und wertkonservativ, das schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich, wobei der Aspekt „Religion“ noch gar nicht mit einbezogen wurde, was nicht bedeutet, daß er zu vernachlässigen wäre.

    Optimistisch betrachtet hat Jürgen Elsässer mit seiner „Volksinitiative“ jedenfalls ein Tor aufgestoßen, für neuen Schwung gesorgt, um alles einer genauen, kritischen Betrachtung zu unterziehen, neu zu beginnen.

    Jeder kann in diesem Prozeß und als dessen Beobachter dazulernen und hat das möglicherweise schon getan. Vor politisch-korrekter Abgrenzerei über jene, die in der „Grundsatzerklärung“ angedeutet (z. B. von Rassisten jedweder Couleur), sollte man nicht hinausgehen.

    Auch das gehört dazu, könnte man reflexhaft meinen, wenn man nicht mit „Antideutschen“ in einen Topf geworfen werden will. Und diese innere Revision und schließlich Verortung ist notwendiger als die thematisierte Blockade.

  7. Es ist schwierig, etwas zu tun, wenn die eigenen Texte nicht verlesen, gedruckt oder man selbst nicht zu den gewünschten Gästen gehört. Während der Kleist-Festtage fiel einer meiner Texte sprichwörtlich und tatsächlich unter den Tisch. Angeblich beschäftigte er sich nicht mit Kleist hörte ich verblüfft auf meine Nachfrage am Ende der Veranstaltung. Das zweite Wochenende warte ich schon auf meine Leserzuschrift zum Thema „Anti-Deutsche“ in Frankfurt(Oder) und die Rolle der evangelischen Kirche bei deren Aktionen: bisher Druckpause für Lesermeinungen. Der „Lokale Aktionsplan“ trainiert Lehrer, Erzieher und co in der Argumentation gegen rechtes Gedankengut. Nur über Anmeldung kommt man dorthin. Man unterhält sich ja darüber, wie die „Wortergreifungsstrategie“ der „Rechten“ mundtot gemacht werden kann und befindet sich noch in der unreifen Trainingsphase. Da möchte man lieber unter sich bleiben. Außerdem haben sich die Akteure im Namen des Bundesministeriums schon darauf in ihren Zielstellungen festgelegt, „die Beeinflussung von städtischen Bereichen (Jugendarbeit/Kita/Schule/Kultur/Sport- und Freizeitbereich/Politik/Kirchen) durch rechtsextreme Milieus, Kulturen, Gruppierungen und Organisationen“ „zu verhindern“. Wer dazugehört bestimmen sie selbst und ihre Helfershelfer. Bei der BstU könnten sie sich Nachhilfeunterricht holen- passt alles z.B. auch für ihre „deutungsmächtigen“ Multiplikatoren und „informativen Schnittstellen“ und „Maßnahmen sozialpädagogischer Intervention“. Das sind sehr merkwürdige autoritäre Egotrips, hegemoniale Positionen, die frech vom Establishment der bürgerlichen Gesellschaft behauptet werden. Die Erklärung der „KAH“ ist sehr klug, erfahrungsgesättigt und mutig. Speziell für die „Anti“-Deutschen kann wohl nur ein Psychotherapeut aufklären, der die tieferen Gründe offenlegt für so viel Selbsthass, Unzufriedenheit, Aggression und hysterische Rechhaberei. Leider helfen sich hier aber unzureichende Elite und „Anti“-Deutsche gegenseitig.

  8. Die SoL, die hauptverantwortlich ist für die Blockade, ist eine Gruppierung, die absolut keinen Halt mehr in hamburg besitzt. Zu Info- und Kulturveranstaltungen erscheinen keine 10 Leute mehr. Das B5 hat kaum noch Betrieb.

    Und jetzt haben sie noch überall Hausverbot.

    Eigentor?

  9. „stattdessen bekam sie Besuch von 100 Vertretern der roten Gesinnungs-SA“

    Diese antideutsche SA ist nicht rot und nicht links.
    Wer das so wiedergibt, ist genau der imperialen Propaganda auf den Leim gegangen. Es gilt zu verstehen, dass die antideutsche Propaganda eben genau darauf abzielt, imperiale Positionen als links in der Linken zu verankern und somit Desinformation zu betreiben und unter Linken Verunsicherung zu erzeugen.
    Zumindest in der Linkspartei haben sie damit auch Erfolg, dort wird die zionistische Gruppe „BAK Shalom“ geduldet, die in der Linkspartei eine Querfront zur imperialen Rechten aufbaut.

  10. Alleine der Begriff „Antideutsche“ hat ja wohl schon einen leicht perversen Anschein. Zudem vertreten diese Leute (natürlich wie immer nicht ALLE) ein doch recht einfach gestricktes Weltbild. Das schwarz-weiß Denken. Jedoch nicht auf die Rasse an sich bezogen, sondern eben auf Juden und Nichtjuden. Alleine sich mit solchen ominösen Gruppen zu beschäftigen ist doch schon zuviel der Ehre für diese armen Geister….

  11. Was tun gegen die Antieutschen, fragt Elsässer, und dann kommt im Text sowas:

    „…ein paar besonnene und verhältnismäßig milde Reaktionen (Rempeleien, Schubsereien und vier Backpfeifen)“

    Ah ja. Erst austeilen, blockieren, für den Abbruch der Veranstaltung sorgen und dann sich als bedroht hinstellen – wer versucht hier noch mal, in die Opferrolle zu schlüpfen?

  12. „Unsere Aufgabe ist es, diese Meinung argumentativ zurückzudrängen und zu isolieren. Argumentativ! Das schließt Polemik und Lächerlichmachen ein.“

    Gab es da nicht ein schönes Zitat: “ Die Feder ist schärfer/spitzer als das Schwert?“

    Je mehr sich gewisse Gruppen und Organisationen in der Öffentlichkeit mit wirren und unverständlichen Aktionen entblößen, desto größer wird die sich zu bietende argumentative Angriffsfläche. Dies kann ich nicht als ein Idealzustand ansehen, es kostet Energie und ein wenig Nerven,- aber es ist gemessen an anderen Wegen und Möglichkeiten der beste Weg.

    Gegenaktionen mit gleichen Intentionen wie diese verwirrten Grüppchen sind von daher abzulehnen. Es widerspricht auch der Meinungsfreiheit.

    Jürgen..sind diese Randgruppen in ihrer weiteren Entwicklung als potentiell gefährlich einzustufen oder warum bekommen sie zur Zeit so viel Aufmerksamkeit ?

  13. Merkel’s Schleimrede in Washington vom 3. Nov. wurde durch sie beendet mit den Worten: „Wir freuen uns auch heute und in Zukunft über amerikanische Soldaten in Deutschland“.
    Ich glaubs einfach nicht! Da will der Regierungschef eines seit mehr als 60 Jahren besetzten Landes, dass die Besatzung weiter geht!!! Das ist in der Geschichte einmalig. Wo bleibt da die Ehre? Ehrgefühl ist bei den Deutschen wohl völlig abhanden gekommen. Eigentlich sollte man meinen, dass die Regierung eines Landes für dessen Unabhängigkeit und Souveränität eintritt… Kein Wunder, dass man in anderen Ländern immer mehr Witze macht über die Deutschen.

  14. Ich glaube, die israelische Regierung kann mit der Forderung „Deutschland von der Karte streichen“ nicht viel anfangen- wer liefert denn sonst gratis modernste U-Boote frei Haus?

    Diese Vollidioten sind doch eins zu eins die Regierung Merkel/Westerwelle, der einzige Unterschied liegt in einer brennenden Mülltonne und schwarzer Ganzkörper-Umhüllung. Und darin, dass man als vermeintlich Autonomer vermeintliche Antisemiten noch hinterhältiger und brutaler mobben und attackieren kann an Stellen, wo sich deutsche Staatsorgane nicht die Hände schmutzig machen würden…

  15. @Pacito:
    „Wo bleibt da die Ehre? Ehrgefühl ist bei den Deutschen wohl völlig abhanden gekommen. Eigentlich sollte man meinen, dass die Regierung eines Landes für dessen Unabhängigkeit und Souveränität eintritt… Kein Wunder, dass man in anderen Ländern immer mehr Witze macht über die Deutschen.“

    Ehre? Das war ein Begriff aus der Nazizeit („Blut und Ehre“), und daher per se schon mal pfui. Genau wie Autobahn. Souveränität haben wir auch schon lange verloren.
    Ansonsten kann man sich als Deutscher für diese Regierung nur noch schämen, gleichzeitig auch für die mit, die Merkel trotz allem wiedergewählt haben!

  16. @Peter

    „“Diese antideutsche SA ist nicht rot und nicht links.““

    Ich halte auch nicht viel von unsinnigen Bezeichnungen wie Links, Rechts oder Mitte. Würde man die CDU nach China oder Afghanistan als Partei etablieren wollen, würde sie glatt als „Links“ durchgehen, obwohl sie von uns als rechts-mittelastig tituliert wahr genommen wird. Was ist schließlich Rechts-Links-Mitte und wer beschließt eigentlich, was wir als Rechts-Links-Mitte einzustufen haben?

    Ich benutze dieses Rechts-Links-Mitte-Schema
    auch nur zur Radar-Erkennung/Verortung [lach..] gewisser Parteienspektren..(..und um andere Menschen mit diesen ungenießbaren Links-Rechtsbrocken als Köder ein wenig zu ärgern). Über diesem Spektrum oder meinetwegen auch unter diesem Spektrum der Fehl- oder Vielfarben der manipulativen Augenwischerei baut sich unsere Demokratie auf, bzw möchte daraus abgeleitet werden. Obwohl sich das jahrhundertalte Prinzip vom „Teilen und Herrschen“ die „Demokratie“ als Luxus oder verspielte Obsession gönnt- so sind diese Strukturen mittlerweile endlich für andere wahrnehmbar-darauf ausgelegt- das Prinzip unter dem Tarnmantel der Demokratie zu festigen und weiter zu konsolidieren. Die Monarchen befinden sich nicht mehr traditionell im Vordergrund, sondern agieren über Vermittler aus dem Hintergrund. Seit 1789 die bevorzugte lebenserhaltende Methode der Fürstenhäuser.

    Peter..dein Beitrag hat es gut zusammengefasst!! Kompliment!

  17. „sind diese Randgruppen in ihrer weiteren Entwicklung als potentiell gefährlich einzustufen oder warum bekommen sie zur Zeit so viel Aufmerksamkeit?“

    Bei der Aufmerksamkeit um diese Gruppen geht es weniger um die Akteure selbst, als vielmehr um die dahinter stehende grundsätzliche Auseinandersetzung innerhalb der Linken (allgemein) um zentrale Positionsbestimmungen. Also bspw. um die Frage Israel/Zionismus vs. Palästina, wem dabei die Solidarität der Linken gilt und um Fragen wie Imperium und Imperialismustheorie etc.

    Das eskalierende Auftreten dieser „Antideutschen“ Gruppen und verwandter Positionen wird durch sozialistische Linke zum willkommenen Anlass genommen, innerhalb der Linken diese Debatte zu forcieren.
    Je offensiver und schwachsinniger sich diese „Antideutschen“ also gerieren, desto nützlicher ist dies für sozialistische Linke dabei, die dahinter stehende zionistische Ideologie zu dekonstruieren und zu entlarven und damit die Propaganda des Imperiums wirksam anzugreifen.

    Die mediale Eskalation ist dabei nützlich, um wirksamer zionistische, imperiale Querfrontler (Personen, Positionen), wie den Berliner Landesvorsitzenden der Linkspartei Klaus Lederer oder die BAK Shalom delegitimieren zu können.

  18. Die Blockade wurde nicht von der SoL (www.sol-hh.de) organisiert, sondern vom Internationalistischen Zentrum B5.
    Die Antideutschen hetzen doch nur gegen SoL, weil die in letzter Zeit die einzigste linksradikale Gruppe ist, die versucht bei Kämpfen (z.B. Bildungsstreik) einzugreifen. Da dies Erfolg zeigt, hetzen die AntiDs gegen sie, weil sie befürchten, dass konsequent antiimperialistische Positionen an Boden in Hamburg gewinnen.

    Keiner von SoL hat in einem Linken Laden sei es Flora oder so Hausverbot, also hör auch solche Lügen zu verbreiten.

    Wie viele Leute die SoL zieht, hättest du ja auf der Connydemo sehen können, da sind locker mehr aus deren Zusammenhängen angereist als aus der restlichen hamburger Linken.
    Ihre Kneipe ist auch immer gut besucht!

  19. Nachtisch..

    „Geschichte einer intellektuellen Verblödung“
    Wolfram Pfreundschuh

    (…..)

    „Der Antisemitismus steht dann allerdings als ein ebenso ungeheures Argumentationsmonstrum voller Rassismus und Ressentiments zur Verfügung, das mit einer eindeutigen Absicht und Zielrichtung durch die Nazis zu deren politischen, militärischen, ideologischen und kulturpolitsiche Interessen verwendet wurde.

    Es ist deshalb schwach, nur zu behaupten, er sei zum Synonym einer Ideologie des Deutschtums schlechthin geworden, das sich quasi geisteswissenschaftlich aus der Geschichte deutscher Begrifflichkeit und Gefühle ergeben habe, als Selbstbestärkungsprinzip des „deutschen Geistes“, das sich darin selbst zu einem Machtgebilde des Nationalismus totalisiert habe.

    Das reicht bei weitem nicht, um die Durchsatzkraft dieses Begriffs zu verstehen. Die ökonomischen. kulturellen, staatspolitischen und militärischen Notwendigkeiten, welche aus seiner Verwendung eine ganze Vernichtungsindustrie ableiten und begründen konnten, ist bisher kaum zur Sprache gebracht worden. Diesbezüglich hat die Linke sich durch die Frankfurter Schule einen sehr sublimen, sich wissenschaftlich gebenden Moralismus eingebrockt, mit dem ihre Analyse nicht wirklich weiterkommen konnte.

    Die faschistische Vernichtungsindustrie war äußerst praktisch zur Durchführung eines totalen Kriegs und nutzte die vorhandenen Klischees des fixierten Bewusstseins für sich. Faschismus ist nicht einfach eine Bewusstseinstatsache, sondern eine feudalistische Reaktion, eine Reaktion des obersten Grundbesitzers, des Nationalstaats, auf eine totale Krise des Kapitalismus und von daher totalitär.

    Der Staat muss seine Bürger selbst bezichtigen, züchten, bedrohen und überwältigen, um Geld aus ihrer Arbeit einzutreiben, um seine Schulden ohne Gegenleistung bezahlen zu können. Ohne dies begriffen zu haben, ist der Kampf gegen Totalitarismus eine bloße Donquichotterie.

    Bei der Durchsicht der antideutschen Web-Seiten ist der Unterschied von rechtem und linken Moralismus oft nur mit Aufwand zu erkennen.

    Die Linke bekommt ihre diesbezügliche Begrifflichkeit nun gründlich durch die Okkupation linker Belange durch die Rechte zu spüren.

    Dass der Antisemitismus-Vorwurf zu einem Allrounder der politschen Denunziation geworden ist, hat sie selbst verschuldet. Da war Friedrich Engels schon wesentlich weiter, als er den Antisemitismus als eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft  fasste und feststellte, dass er nur reaktionären Zwecken unter scheinbar sozialistischem Deckmantel  dienen könne. Er ist eine Abart des feudalen Sozialismus  schrieb Engels in seinem Artikel Über den Antisemitismus (1890) . (Marx-Engels-Werke Bd.22, S. 50). Doch wie kam es zu dieser absurden Psychomoral, mit welcher dieser Begriff durch die moderne Linke gefüllt worden war?

    Die Entwicklung dahin hält schon seit über 10 Jahren an und streut inzwischen in viele politische Gruppierungen (z.B. Attac, Gewerkschaften) und auch in Parteien (z.B. SPD und DIE LINKE) hinein. Ihr Ursprung war der Zusammenbruch des Ostblocks und die deutsche Wiedervereinigung.

    Die Verarbeitung der gesellschaftlichen Probleme, die der sogenannte Realsozialismus aufwies, versetzte viele Linke, die darin bislang ihre Zukunft sehen wollten, in eine tiefe Krise. Ihr Verständnis von Sozialismus war am Boden zerstört. Für sie galt es, einen Schuldigen für die Verbrechen des Stalinismus nicht nur bei Stalin zu finden, sondern im Marxismus überhaupt. Die längst überholten Parolen der Arbeiterbewegung wurden plötzlich wieder aufpoliert zu einem Gegenstand der Kritiker, die deren Ableben nicht mit vollzogen hatten oder es in der heilen Welt linker Kader glatt verschliefen.

    Die aus einem schlichten Vorwurf erstellte Kritik am sogenannten Arbeiterbewegungsmarxismus war entsprechend pauschal und reduzierte sich auf die Behauptung, der habe selbst wesentlich antisemitische bzw. nationalistische Anteile gehabt.

    Darüber hätte man sicherlich viel diskutieren können, wenn es denn inhaltlich geworden wäre. Aber im großen Bogenschlag der deutschen Kritik ist es schon lange üblich, anstelle einer Analyse der wirklichen Geschichte diese mit einer großartigen Vorstellung beiseite zu fegen.

    So kam es in dieser Diskussion, die wesentlich im Autoren- und Leserkreis der Zeitschriften KONKRET und BAHAMAS und ihrer Herausgeber geführt wurde, nicht zu einer Analyse der Fehler in der deutschen Arbeiterbewegung, sondern zu einer Verfeinerung der ästhetischen Vorstellungskraft. Im Hahnenkampf der linken Selbstdarstellung wurden die Substanzen kapitalismuskritischer Positionen sprichwörtlich zerfleischt. Übrig blieb psychophilosophischer Popanz der verfeinerten Selbstwahrnehmung. Es entstand ein neuer Gegner: Die Blamage durch überkomplexe Inhaltlichkeit.

    Alle Derbheiten der bisherigen Sozialismus-Diskussion – darunter fielen z.B. auch die Texte von Berthold Brecht – wurden als volkstümelnder Konkretismus und damit selbst als Populismus, der zwangsläufig zu Totalitarismus führe, abgetan.

    Die Sozialisten, die ausdrücklichen Gegner und Verfolgten des Naziregimes, wurden so als Täter aufgebaut. Das Resumee der Debatte ist eine ungeheuerliche Verkehrung: Die deutsche Arbeiterbewegung, deren Vertreter massenweise in den Konzentrationslagern der Nazis geendet waren, seien selbst Volksgenossen und Teil des nazistischen Antisemitismus gewesen.“

    (….)

    http://www.kulturkritik.net/

    grüsse

  20. Bucanan, was heisst hier „ein so durchsichtiger Fake“? Unter Antideutschen finden sich wirklich derartige Psychopathen, dass das wirklich von ihnen stammen könnte. Das ist ja das traurige.

  21. >Keiner von SoL hat in einem Linken Laden sei es Flora oder so Hausverbot<

    Die "Rote Flora" ist nicht einfach ein "linker Laden", sondern "längst zur Partymeile für neoliberale Ober- und Mittelschicht-Youngster verkommen" …"Politische Veranstaltungen, eine Debattenkultur oder einfach nur ein bisschen Verständnis für Flüchtlinge, Hartz-IV-Geschädigte und andere Menschen in Not sucht man dort vergeblich. Stattdessen findet man „antideutsche“ Yuppies, die sich bei feucht-fröhlichen Sektparties dem dumpfen Elektropop-Dusel hingeben – ein Hohnlacher auf den selbst formulierten Anspruch, ein „Stadtteilzentrum“ und „Flora für alle!“ zu sein."
    (Zitate aus dem Artikel der KAH)
    Mit anderen Worten: eine Heimstatt für den politisch "megakorrekten" Schanzenviertel-Szene-Sumpf von "linksalternativ" bis "Öko-Yuppie", repräsentiert vom unsäglich dämlichen Tobi Schlegl, der jeden Sonntagabend im NDR-Fernsehen seine Plattheiten in EXTRA 3 verkündet … eine "Satire-Sendung", die unter seiner Regie innerhalb kurzer Zeit zur Klamauksendung für die oben genannte Szene heruntergewirtschaftet wurde.

  22. „sind diese Randgruppen in ihrer weiteren Entwicklung als potentiell gefährlich einzustufen oder warum bekommen sie zur Zeit so viel Aufmerksamkeit?“

    Das eigentlich gefährliche an dem Antisemitismusvorwurf der Antideutschen (wieviele sind das eigentlich in Deutschland? 2000 ??) ist seine Ausstrahlung in bürgerliche, konservative und liberale Schichten von politisierten und unpolitisierten Schichten: Es gibt tatsächlich sehr viele Leute, die den aktuellen Finanzminister nicht benennen können, aber schon zwei mal mit Pippi in den Augen Schindlers Liste gesehen haben und wissen, dass gegen Antisemiten vorgegangen werden muss. Diese werden von den Antideutschen konsequent instrumentalisiert und ins Schlachtfeld geschickt.

    Selbst informierte Leute werden den Teufel tun, sich diesem hässlichen Vorwurf auszusetzen: ein Blick in Internetforen wie das „studivz“ spricht da Bände: Die Admins davon löschen Gruppen wie „Pro Palästina!“ oder „Fuck Bush“, um „keine Plattform für Antisemitismus und Antiamerikanismus zu liefern“, während Gruppen wie „Waffen für Israel statt Brot für die Welt!“ oder „Urin für Iran!“ nicht gelöscht werden- derartige Matrixe, wie sie beispielhaft auch für andere Internetplattformen sind, sind nicht zuletzt Produkte dieser paar bekloppten Antideutschen, die zwar wenige sind, aber mit dem richtigen Geschrei eine Menge in Bewegung setzen können, was die Gegenseite leider nicht kann.

  23. nur zu schde, dass bisher noch keiner erwähnt hat, das die „aktivisten“ der b5 menschen nicht nur körperlich angegriffen haben, sondern auch rufe wie „ihr schwulen juden“ laut wurden.
    da kommen mir doch starke zweifel an der objektiven berichterstattung des ach so tollen herrn elsässe und an der „aufgeklärten“ b5, die dann ja noch konservativer ist als die ach so bösen anti-d´s, wenn sie immernoch mit sexismus und antisemitismus agiert!
    1. eindeutig eigentor von der b5! die im januar 2010 wieder mal zugeschlagen hat… ja wörtlich, zugeschlagen!
    2. peinlich, peinlich, herr elsässer!!

  24. oh, und ich bin mal gespannt, wie lange es braucht, bis kritik, die hier gepostet wird, zensiert wird….

  25. Im Marburger Kultur Zentrum G-Werk hat diese Gruppe anscheinend das sagen. Ein Graffiti in nächster Nachbarschaft mit erkennbarer Kritik an den US Drohnen wurde noch in derselben Nacht mit den Worten QUEER übersprayt. Es ist geschickt gemacht die Lesben und Schwulenszene zu Aktivposten zu machen. Neu in dem Zusammenhang Antideutsch ist auch gegen „Lookism“ zu sein. Ein neues Modewort das ähnlich wie terrorismusbekämpfung alles und jeden betreffen kann. Als jeder der etwas schräg oder neugierig schaut. Mittlerweile verstehe ich auch Putin der in seinem Land von Homo Propaganda spricht.

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