Wie ich antideutsch wurde

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls: ein historischer Rückblick

Der folgende Text ist entnommen aus: Jürgen Elsässer „Angriff der Heuschrecken.Zerstörung der Nationen und globaler Krieg“ (200 Seiten, 17.90 Euro, Pahl-Rugenstein-Verlag, 2007; Bestellung auch über info@juergen-elsaesser.de)

Wer sind diese Antideutschen? Im Grunde ist es die jüngste Sumpfblüte im Biotop der Achtundsechziger, und ohne Rückgriff auf deren Verhältnis zu Heimat und Vaterland läßt sich ihre Herausbildung nicht begreifen. Sieht man von den peking-orientierten K-Gruppen ab, so hatten alle anderen Neuen Linken ein zumindest distanziertes Verhältnis zur Nation. Den Achtundsechzigern und ihren Epigonen schien sie mit einer anderen bürgerlichen Institution vergleichbar, der Familie: Wie in der Nation die Bourgeoisie herrscht und alle anderen Klassen unterm Daumen hält, so herrscht in der Familie der Vater auf Kosten der Ehefrau und der Kinder. Die Beschreibung ist nicht falsch, aber zu statisch. Denn immerhin bilden Nation wie Familie auch einen Rahmen, in dem die Unterdrückten Kämpfe austragen und Stärke gewinnen können – bis sie eines Tages selbst an die Stelle der alten Macht treten.

1989/90 formierte sich aus der radikalen Linken eine Strömung, die den nationalen Skeptizismus der Achtundsechziger zuspitzte: die Antinationalen respektive Antideutschen. Man könnte sie auch die Neunundachtziger nennen, denn ihre Sammlung war eine Reaktion auf den Fall der Mauer und die anschließende Vereinigung sowie auf deren linke Trittbrettfahrer. Man las Jean Améry, Hannah Arendt und Theodor W. Adorno, von Günter Grass klaute man den Slogan »Deutschland denken heißt Auschwitz denken«, von Marlene Dietrich »Nie wieder Deutschland«. Protagonisten der linken Neuformierung war die Radikale Linke, ein Zusammenschluß von grünen Dissidenten um deren ehemalige Frontleute Jutta Ditfurth, Reiner Trampert und Thomas Ebermann mit K-Gruppen und Autonomen bis hin zu Sympathisanten der RAF.

An der Entstehung dieser Strömung hatte auch ich selbst keinen geringen Anteil, und ich muß mich dessen nicht schämen. Denn zu Beginn, im Jahre 1989, sah es tatsächlich so aus, als ob in der Mitte des europäischen Kontinents erneut der fette Koloß entstehen würde, der seine Nachbarn und die Welt im 20. Jahrhundert schon zwei Mal mit schrecklichen Kriegen überzogen hatte. Als die Mauer fiel, als die Massen auf den Straßen von Leipzig und Berlin „Wir sind ein Volk“ brüllten, brach die Statik zusammen, die den Frieden in unseren Breiten fast fünfzig Jahre gesichert hatte. Und es blieb nicht beim bloßen Anschluß der DDR. Eine Welle rassistischer Gewalt schwappte über die vergrößerte Republik, und auch nach außen hin wandelte das neue Deutschland auf den Spuren des alten: Die Zerschlagung Jugoslawiens wurde von der Bundesregierung zunächst gegen den einhelligen Widerstand auch der westlichen Verbündeten betrieben, und mit schlafwandlerischer Sicherheit suchte sich Kohl auf dem Balkan Bündnispartner, die schon Hitler beim Anlauf zur Weltmacht und bei der Judenvernichtung behilflich waren: Klerikalfaschistische Ustaschen in Kroatien, fundamentalistische Moslems in Bosnien und die albanischen Freunde der Blutrache im Kosovo. Dabei war das deutsche Phänomen, so schien es zumindest, nur Ausdruck einer globalen Zeitenwende: Überall tauten mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die eingefrorenen Nationalismen auf, vom Balkan bis zum  Baltikum, von Baku bis Grosny war Hexensabbat, und die deutschen Volkstumsspezialisten im Auswärtigen Amt leisteten überall gerne Hilfestellung.

Doch die Probleme des antideutschen Ansatzes wurden bereits ein Jahr nach der Wiedervereinigung sichtbar. Ein Teil der Radikalen Linken, angeführt von Konkret-Chef Gremliza,  stellte sich 1991 hinter den US-geführten Angriff auf Irak und benutzte dabei die Verweise auf die Wiederkehr der Vergangenheit, die bei der Mobilisierung gegen die Wiedervereinigung so hilfreich gewesen waren. Weil sich Auschwitz nicht wiederholen dürfe, müsse Saddam Hussein kriegerisch entwaffnet werden. (vgl. S. xy)

Ich selbst habe diese idiotische Überspitzung kritisiert, hielt jedoch den antideutschen Ansatz an sich weiterhin für richtig – vor allem, da er nach dem schnellen Ende von Operation Desert Storm nicht mehr bellizistisch kontaminiert schien. In den kommenden Jahren stand die Mobilisierung gegen die immer dreistere deutsche Einmischung auf dem Balkan im Vordergrund, und da spielten Zeitschriften wie Konkret oder Bahamas, ab 1994 auch die von Konkret-Chef Gremliza betreute Junge Welt eine sehr positive Rolle. Als Teil eines Inner Circle war es mir auch erst mit zeitlichem Verzug von einigen Jahren möglich zu durchschauen, daß sich die nationalistische Welle am Globalismus gebrochen hatte: Die neuen Nationalstaaten auf dem Balkan büßten ihre Eigenständigkeit schnell wieder ein und wurden Kolonien des Internationalen Währungsfonds und der NATO. Und die deutschen Ambitionen, zum „Partner in Leadership“ mit den USA aufzusteigen und sich den Globus aufzuteilen, scheiterten an der Hypermacht: Die Osterweiterung des Nordatlantikpaktes, ursprünglich eine Bonner Idee, wurde von den USA geschickt übernommen und dann dominiert, und in Südosteuropa mußten die Deutschen spätestens mit dem Friedensschluß in Bosnien 1995 der USA den Vortritt lassen. „Was wie eine Wiederkehr Vorkriegseuropas erschien, dieses Vorkriegseuropas mit seinen Nationalismen, Faschismen und Pogromen, war in Wahrheit das definitive Ende dieser Zeit, nach einer etwas rauhen Übergangszeit freilich. (…) Statt souveräner Nationen war das Ergebnis des Zusammenbruchs ein ganzer Sack von Übernahmekandidaten, Deutschland vorneweg“, resümiert Wolfgang Pohrt, der frühere spiritus rector der Antideutschen und mittlerweile ihr prominentester Dissident.69 Im Rückblick urteilt er über die Entwicklung des antideutschen Ansatzes von den Anfängen bis heute: „Damals war es ein Irrtum, heute ist daraus Ideologie geworden, Gesinnung, Weltanschauung.“70

Bezeichnenderweise hatte der antideutsche Ansatz in den neunziger Jahren keine große Resonanz und spielte auch in der Linken nur eine Randrolle. Dies änderte sich mit dem 11. September 2001: Der wiedererwachte Bellizismus, der mir selbst die Augen über diese Strömung öffnete und mich zur Korrektur einiger Grundauffassungen veranlaßte (vgl. S. xy), machte die bisher Marginalisierten fast über Nacht mainstreamfähig. Je mehr die antideutsche Orientierung in die antiislamische überging, um so mehr wurden die Desperados in der Öffentlichkeit rezipiert und konnten so neue Anhänger gewinnen. Immerhin: Von denjenigen, die 1990 mit „Nie wieder Deutschland“ angetreten waren, haben sich mittlerweile, so meine Erfahrung, die meisten zurückgezogen oder abgewendet. Das Gros der Antideutschen heute – neben einigen alten Gurus, von denen die wichtigsten oben zitiert wurden – besteht aus anpolitisierten Prosecco-Autonomen, antifa-Kunststudentinnen und anderen Bourgeoiskindern. Diese Spiritisten und Spintisierer haben aus Adorno einen Esoteriker gemacht und sehen in den heutigen Moslems die Reinkarnation der Nazi-Deutschen. Treffen sie sich zu ihren Séancen, beschwören sie in wirren Sprechgesängen eine Fortsetzung des Zweiten Weltkrieges, statt der Arier sollen nun die Araber bombardiert werden. Nur ein toter Kameltreiber ist ein guter Kameltreiber, lautet das Motto ihres Antifaschismus.

So haben sich die ehemaligen Linken zum durchaus deutschen Ableger der Neocons gemausert. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß auch das amerikanische Neocon-Original frühere Linke inkorporiert hat, und zwar die Derivate der trotzkistischen Socialist Workers Party eines gewissen Max Shachtman. Die zweite Generation ihrer Kader schloß sich aus Haß auf den orthodoxen Kommunismus und die Sowjetunion in den sechziger Jahren zunächst der Demokratischen Partei und schließlich, als diese sich Anfang der siebziger Jahre stärker vom Vietnamkrieg absetzte, den Republikanern an. Nach dem Amtsantritt von Präsident Ronald Reagan 1980 gelang der Sprung in den Vorhof der Macht: William Kristol, Sohn des Shachtmann-Inspirators Irving Kristol, wurde Stabschef bei Reagans Vize Dan Quayle. Seit Mitte der neunziger sind die Neocons bei den Republikanern tonangebend. „Die Tatsache, daß die meisten der jüngeren Neocons niemals links waren, ist unbedeutend; sie sind die intellektuellen … Erben älterer Ex-Linker“, faßte Michael Lind im Labour-Organ New Statesman zusammen.

27 Kommentare zu „Wie ich antideutsch wurde

  1. Danke für den Buch-Auszug! Das sind Infos, die in den kapitalistischen Meinungsmacher-Medien entweder vakant sind oder verfälscht werden.

  2. Lustig und treffend beschrieben.

    In 20 Jahren folgt dann der Rückblick „Wie ich die Volksinitiative gründete – und was die Geister, die ich rief, alles falsch gemacht haben. „

  3. Mich erinnert es ein bißchen an den „Zauberlehrling“….irgendwie dumm gelaufen das ganze mit den AntiDeutschen. Auf jeden Fall hat dieses Land neben all seiner Probleme nun auch diese „Bande“ am Nacken.

  4. „Wie in der Nation die Bourgeoisie herrscht und alle anderen Klassen unterm Daumen hält, so herrscht in der Familie der Vater auf Kosten der Ehefrau und der Kinder. Die Beschreibung ist nicht falsch, aber zu statisch.“

    So würde ich das nicht sagen. Familie KANN so sein, es muss aber nicht zwangsläufig zutreffen.

    Ansonsten hatte ich 1989 auch kein gutes Gefühl, ich hatte schon die Befürchtung, dass die Deutschen wieder in einen Größenwahn verfallen.

    „Eine Welle rassistischer Gewalt schwappte über die vergrößerte Republik,“

    heißt das, es gab in der DDR früher keinen Rassismus? Oder fühlten sich einige nur ermutigt, ihren Rassismus offen auszutoben, wie in Hoyerswerda? Ich vermute eher Letzteres.

    „Protagonisten der linken Neuformierung war die Radikale Linke, ein Zusammenschluß von grünen Dissidenten um deren ehemalige Frontleute Jutta Ditfurth, Reiner Trampert und Thomas Ebermann mit K-Gruppen und Autonomen bis hin zu Sympathisanten der RAF.“

    Jutta Ditfurth, die sich öffentlich damit brüstete, x mal abgetrieben zu haben, war mir immer schon extrem unsympatisch.

    „Klerikalfaschistische Ustaschen in Kroatien, fundamentalistische Moslems in Bosnien und die albanischen Freunde der Blutrache im Kosovo.“

    das ist jetzt aber ein wenig arg vereinfacht, oder?

    „Diese Spiritisten und Spintisierer haben aus Adorno einen Esoteriker gemacht und sehen in den heutigen Moslems die Reinkarnation der Nazi-Deutschen. “

    Leider nicht nur die Antideutschen.

    Ansonsten sind reine „Anti“ -Bewegungen , anti was auch immer, ohnehin zum Scheitern verurteilt.

  5. Jeder Mensch macht Fehler, so auch J.E. Aber manche sind eben zu stolz, ein falscher Stolz, es ein zu sehen. Im Prinzip müsste sich heute jeder Antideutsche in Grund und Boden schämen, nur leider machen es die wenigsten. Eigentlich bin dagegen, politische Gegner zu verfolgen und weg zu sperren, bei deisen Subjekten würde ich aber eine Ausnahme machen…in der Türkei übrigens wären sie schon längst eingesperrt, weil „Verunglimpfung des Türkentums“ unter Strafe gestellt ist….

  6. Na ja, besonders ehrlich ist diese Analyse ja nicht gerade. Es war ja wohl immer klar, dass hinter den Antideutschen die Zionisten stecken. Und um den Spagat zwischen innenpolitischer Zersetzung und außenpolitischer Aggresssion zu bewältigen, müssen eben gewisse ideologische Verrenkungen vollzogen werden. Auch die heutige „Antifa“ besteht nicht nur aus anpolitisierten Bürgerkindern, sondern aus Zionisten.

  7. @ Umm Hussain

    „Ansonsten hatte ich 1989 auch kein gutes Gefühl, ich hatte schon die Befürchtung, dass die Deutschen wieder in einen Größenwahn verfallen. “

    Das finde ich wirklich weit hergeholt. Ich glaube nicht das die Masse der Deutschen damals einen Großdeutschen Wahntraum verfolgten. Den meisten ging es doch wohl eher darum nicht zu verhungern. So kritisch ich selbst gegen Deutsche Politik war und bin, hatte ich nie Sorge vor einem deutschen Größenwahn. Nach wie vor fnde ich, das die Deutschen ein sehr friedliebendes Völkchen sind. Vieleicht irre ich mich auch, aber ich glaube nicht.

    „Eine Welle rassistischer Gewalt schwappte über die vergrößerte Republik,“

    „heißt das, es gab in der DDR früher keinen Rassismus? Oder fühlten sich einige nur ermutigt, ihren Rassismus offen auszutoben, wie in Hoyerswerda? Ich vermute eher Letzteres. “

    Hierzu kann ich Ihnen sagen, und dies weiß ich von ehemaligen Ostdeutschen, gab es immer schon in der DDR extreme rechte Tendenzen. Viele erlärten dies für mich „logisch“ mit der Aussage: Wenn du gezwungen wirst in einem „linken“ System zu leben und abgeknallt wirst, wenn du versuchst rauszukommen, dann wirst du automatisch und aus Protest und Abscheu „rechts“

    Sehr vereinfacht aber nachvollziehbar, denn ungerechtfertigter Zwang zeitigt nun einmal die „seltsamsten“ Blüten.

    Ich zumindest kann es nachvollziehen. Zwing mich nach rechts, dann gehe ich nach links und umgekehrt. Auch wenns nicht sinnvoll ist, so gibt es zumindest Gelegenheit seinen Frust und Druck zu offenbaren.

    Das soll keine Entschuldigung für irgendetwas sein, nur der Versuch einer, zugegebener Maßen oberflächlichen, Analyse 😉

    p.s. Danke noch für Die Zeilen zum Schächten. Bin noch nicht dazu gekommen mir den Link näher anzusehen.

  8. @hinkelstein:

    Ich sage nicht, dass es so Tatsache war, schildere nur meine Gedanken vor 20 Jahren, und die sind natürlich heute nicht mehr die gleichen, wäre ja auch schlimm, denn das würde keine oder mangelnde Weiterentwicklung bedeuten.
    Viel weiter hergeholt finde ich den Ausdruck „verhungern“, Deutschland liegt schließlich nicht in der Sahelzone und ist auch (noch) kein Kriegsgebiet.

    „Zwing mich nach rechts, dann gehe ich nach links und umgekehrt. Auch wenns nicht sinnvoll ist, so gibt es zumindest Gelegenheit seinen Frust und Druck zu offenbaren.“

    Das wäre dann eine reine Trotzreaktion, aber möglicherweise war das eine Reaktion auf die von oben verordnete „Völkerfreundschaft“.

  9. Thema „Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls: ein historischer Rückblick“

    hier:

    „Von Berlin nach Palästina: Egal wo, egal wie hoch – alle Mauern werden fallen
    (auch für unsere Antideutschen Freunde .)

    Der 20.Jahrestag des Falls der Berliner Mauer wird an diesem Freitag mit Massendemonstrationen in der gesamten Westbank begangen, bei denen ein sofortiger Abbau der israelischen Mauer und der Siedlungen gefordert wird.

    (….)

    Der Brecht-Eisler-Chor aus Brüssel sang mehrere Solidaritätslieder um den Widerstand in Bilin zu unterstützen. Die Musiker haben in Belgien eine gesangliche Darbietung zusammen gestellt, die sich unter dem Titel „Grenzzaun der Schreie“ (www.shoutingfence.be) mit der palästinensischen Situation beschäftigt. Der Text stammt von (dem 2008 verstorbenen palästinensischen Schriftsteller, M.F.) Mahmoud Darwisch. (Aus einer Stellungnahme des Chores:) „Nach den Aufführungen (dieses Stückes) wollten wir mit eigenen Augen sehen, was die Auswirkungen im alltäglichen Leben der Palästinenser sind. Unsere Teilnahme an der Demonstration in Bilin intensiviert unsere Verbundenheit mit dem palästinensischen Freiheitskampf. Auf diese Art möchten wir in Belgien das Bewusstsein für die Besatzung und die Apartheidsmauer schärfen.“

    Außerdem war aus Irland eine Gruppe des IPSC (Ireland Palestine Solidarity Campaign) vor Ort.

    Zwei Tage zuvor besuchte eine große Gruppe von europäischen Diplomaten Bilin. Sie gingen bis an die Mauer, um in Erfahrung zu bringen, wie sie das Land der Dorfbewohner raubt. Die Diplomaten kamen aus Rumänien, Frankreich, Slowenien, Schweden, Großbritannien, Portugal, Dänemark, den Niederlanden, Malta, Österreich, Finnland, der Tschechischen Republik, Polen, von der EU, aus Irland und Belgien.“

    Und hier hab ich noch ein Filmchen rausgesucht.
    Schöner Wohnen In Palästina:

    grüsse

    Vollständiger Artikel hier:

    http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7617&Itemid=1

  10. Ich glaub ich hab mich verhauen mit meiner Einschätzung, im Gegenteil, die Mauern der Antideutschen fallen nicht, die werden jetzt mal upgedatet, so unter anderem..

    08/11/2009
    „One plan bearing Sharansky’s distinct fingerprint is to directly involve the Jewish Agency in advocating Israel’s position on college campuses abroad, by sending 19 young, salaried activists to combat anti-Zionism – which Sharansky views as a form of anti-Semitism – to the United States and Europe. “

    hier:
    http://www.haaretz.com/hasen/spages/1126324.html

    Die Palischals sind im kommen. Is immer so.
    Auf Reaktion folgt Aktion. Gaza war Mord !

  11. “ Denn immerhin bilden Nation wie Familie auch einen Rahmen, in dem die Unterdrückten Kämpfe austragen und Stärke gewinnen können – bis sie eines Tages selbst an die Stelle der alten Macht treten.“

    Sklavenmoral. Seit 2000 Jahren widerlegt.

  12. @ Umm hussain

    „Viel weiter hergeholt finde ich den Ausdruck „verhungern“, Deutschland liegt schließlich nicht in der Sahelzone und ist auch (noch) kein Kriegsgebiet.“

    Nein, natürlich nicht. Ich bezog das auf eine Episode Deutschlands, als das Volk am verhungern war. Das ermöglichte es letztlich einer Clique von Mördern den sogenannten Nationalsozialismus zu installieren. Die Weltherrschaftsphantasien aber hatten die deutschen Normalbürger damals doch wohl kaum im Sinn.
    Wie gesagt glaube ich nicht, das vom deutschen Volk eine reale Gefahr für die Welt aus geht. Aber Sie ja auch nicht 😉 Obwohl das für die Afghanen (unter anderem) natürlich nicht so klar ist. Aber Sie wissen was ich meine.

    „Zwing mich nach rechts, dann gehe ich nach links und umgekehrt. Auch wenns nicht sinnvoll ist, so gibt es zumindest Gelegenheit seinen Frust und Druck zu offenbaren.“

    „Das wäre dann eine reine Trotzreaktion, aber möglicherweise war das eine Reaktion auf die von oben verordnete „Völkerfreundschaft“.

    Natürlich! Reinster Trotz, aber es gibt Situationen, da hält er immerhin am Leben. Muss furchtbar sein, eingesperrt wie Vieh und man weiß da ist ein Schießbefehl gegen den „Reisewilligen“. Bäh!

  13. As always, you can’t fucking research. Quayle was G. H. W. Bush’s Vice-President, not Reagan’s.

    Oh, and your prophecy about last year’s Iran War was right on.

  14. „Wie gesagt glaube ich nicht, das vom deutschen Volk eine reale Gefahr für die Welt aus geht. Aber Sie ja auch nicht 😉 Obwohl das für die Afghanen (unter anderem) natürlich nicht so klar ist. Aber Sie wissen was ich meine.“

    Ich denke, die Afghanen können sehr wohl zwischen dem deutschen Volk und dem Militär unterscheiden.
    Auch Ayatollah Khamenei hat mehrmals betont, dass er dem amerikanischen Volk gegenüber nicht negativ eingestellt ist, das betrifft nur die Regierung.

  15. „Wie in der Nation die Bourgeoisie herrscht und alle anderen Klassen unterm Daumen hält, so herrscht in der Familie der Vater auf Kosten der Ehefrau und der Kinder. Die Beschreibung ist nicht falsch, aber zu statisch.“

    In der sozialistischen Nation herrscht nicht die Bourgeoisie. Deshalb feierte gestern das Kapital so überschwenglich den Abgang der DDR.

    Daß „der Vater“ in der Familie „auf Kosten der Ehefrau und der Kinder“ herrsche, halte ich für typisch neulinke, antiautoritär-feministische Realitätsverzerrung.

  16. „Klerikalfaschistische Ustaschen in Kroatien, fundamentalistische Moslems in Bosnien und die albanischen Freunde der Blutrache im Kosovo.“

    das ist jetzt aber ein wenig arg vereinfacht, oder?

    Ach, Tudjman hat die Verbrechen der Ustascha (und Nazis) nicht relativiert (verharmlost) und deren Traditionen im neuen „Unabhängigen Staat Kroatien“ kultiviert?

    Was, Izetbegovic war kein Fundamentalist? Schon mal seine „Islamische Deklaration“ gelesen?

    Wie, die UCK-Führer waren (sind) keine Kriminellen? Und die Sitte der Blutrache bei den Albanern hat sich wohl Karl May ausgedacht!?

  17. Ich kann J.E. mal wieder weitgehend zustimmen … mal abgesehen davon, daß es sich bei der „Wiedervereinigung“, so wenig erfreulich sie auch ablief, eben nicht einfach um einen „Anschluß“, sondern leider um einen freiwilligen Beitritt zur BRD (in Form einer „Selbstaufgabe“) der damaligen DDR-Regierung und der sie gewählt habenden Mehrheit der Bevölkerung handelte … allenfalls kann hier von einer Art von „freiwilligem Anschluß“ sprechen.

    >„Klerikalfaschistische Ustaschen in Kroatien, fundamentalistische Moslems in Bosnien und die albanischen Freunde der Blutrache im Kosovo.“<
    Hier stimme ich Elsässer absolut zu … das waren genau die reaktionären Elemente, die im Ejnklang mit den USA und der BRD Jugoslawien (das einzige Land der Welt, in dem 40 Jahre lang eine sozialistische Demokratie und 25 Jahre lang eine demokratisch-sozialistische Marktwirtschaft existierten) zerschlugen … und wende mich gleichzeitig ebenso wie er gegen die seit dem 11. September 2001 aufkommende Gleichsetzung von Islamismus (der mir auch politisch unsympathisch ist) und Faschismus sowie auch gegen die von den "Antideutschen" propagierte Solidarität mit dem Staat Israel und dessen gegen die Palästinenser gerichteten Militäraktionen.
    Zu solchen Differenzierungen sollte man als "unabhängiger Linker" schon fähig sein 😉

  18. schön, dass bestimmte nazis nicht mehr für die
    junge welt schreiben dürfen..lang lebe israel

    Ach herrje, Sie armer Mensch.

  19. Hier wird rein gar nichts ignoriert! Ist ja nicht wie bei mir, wo jeder mir nicht passende Kommentar rausfliegt! Wer an das Volk glaubt, muss dessen Stimme laut erschallen lassen…
    Und der (nach wie vor intelligente) Herr Trampert schreibt sich im Vornamen mit a und nicht mit e. Ja, kann (!) man ebenfalls ignorieren. Aber wenn es mit der schriftlichen Sorgfalt nicht so klappt, schleichen sich womöglich auch andere (auf die man hier nicht mehr eingehen muss – zu offensichtlich ist das Ressentiment des Ex-Iminnerenkreissichwähnenden – ja, herablassend und das auch nur weil es Spaß macht!) als Rechtschreibfehler ein. Das ist natürlich auch der Grund, aus dem man sich in entsprechenden Kreisen immer derartig unangemessen über die Kritik an absurden Schreibweisen echauffiert.
    Yours sincerely
    noch so „ein armer Mensch“
    + Israel soll tatsächlich sehr lange leben!

  20. „Was steht denn da Fürchterliches drin?“

    Sie haben recht: Es handelt sich hier um eine Kopie des Kommunistischen Manifestes. Nein, vielmehr um die Erstfassung der Internationalen. Ach was, um eine Ode auf die ´Brüderlichkeit und Einigkeit´ der Südslawen. Und gleichzeitig, natürlich, um eine Hymne auf die Republik von den Karawanken bis zum Vardar. Um einen Aufruf zu unumschränkter religiöser Toleranz. Und, noch mehr, um eine geniale Denkschrift, welche dem Gedanken des Weltethos einen wichtigen Beitrag leisten soll. Von vorne bis hinten in einem friedlichen, pazifistischen Ton, der sogar den von Jesus und Gandhi übertrifft…

    Aber all das auch nur dann, wenn einem die Raben das letzte bisserl Hirn herausgesaugt haben.

  21. „Die zweite Generation ihrer Kader schloß sich aus Haß auf den orthodoxen Kommunismus und die Sowjetunion in den sechziger Jahren zunächst der Demokratischen Partei und schließlich, als diese sich Anfang der siebziger Jahre stärker vom Vietnamkrieg absetzte, den Republikanern an.“

    Das ist nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig: Unbeschadet der sog. „Cold War liberals“, Truman-Demokraten und antikommunistischen Hardliner wie Senator Henry „Scoop“ Jackson (einem goyishen Mentor der Neocons), war und blieb die Demokratische Partei die Partei Roosevelts, des Schmieds der Anti-Hitler-Koalition, und bis ans Ende des Kalten Krieges eine Hochburg sei`s der Detente, sei`s (auf dem äußersten linken, dem „McGovern- Flügel“ der Partei) einer Politik des Appeasement that dare not speak its name. Die Entscheidung, der Demokratischen Partei beizutreten, lag für jüdische Ex-Radikale auf der Hand, weil die Demokraten seit Roosevelts Tagen nun einmal die Sammlungsbewegung alles dessen waren, was der angelsächsischen Suprematie feindlich gegenüberstand, und dazu gehörten, neben den irischen, polnischen und italienischen Katholiken, den Schwarzen und den Latinos, eben auch die Nachfahren der zwischen 1880 und 1910 immigrierten Ostjuden. Nirgendwo in der entwickelten Welt waren die sozialen Klassen so ethnisiert wie im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts: Die Oberschicht englischstämmig, die Protestanten mit britischen Wurzeln bilden (eher ideologisch und kulturell als wirtschaftlich) die Mittelklasse, der sich jeder Anglo-Amerikaner zurechnet, der nicht gerade unter einer Brücke nächtigen muß. Die Arbeiterschaft hingegen setzte sich überwiegend aus irisch-katholischen, polnischen und italienischen Einwanderern und deren Nachfahren zusammen. Die katholischen Iren waren noch Jahrzehnte nach dem Beginn ihrer Masseneinwanderung nicht als Weiße anerkannt, unter den deutschen Einwanderern galten nur die artverwandten Niedersachsen als weiß, nicht aber die Badener und Pfälzer, die nach 1848 in großer Zahl nach Nordamerika immigrierten.

    Die Propaganda der deutschen Möchtegern-Zionisten läßt in bezug auf die USA eine starke Affinität zugunsten der Republikanischen Partei erkennen, woran deutlich wird, wie ahnungslos über elementare Grundtatsachen amerikanischer Politik diese Leute sind. Umfragen haben ergeben, daß 80 % der amerikanischen Juden den hierzulande als dezidiert pro-israelisch wahrgenommenen, von neokonservativen Beratern wie Wolfowitz genasführten Präsidenten George W. Bush zutiefst verabscheuten. Die GOP mag sich so pro-israelisch geben, wie sie will, ja die Bush-Regierung mag den Interessen des organisierten Judentums viel nützlicher gewesen sein, als die Regierungen der Demokraten – das alles ändert nichts daran, daß der liberale Mainstream des amerikanischen Judentums die Republikaner insgeheim noch immer für eine rassistische, antisemitische und nativistische Partei hält. Der Hinweis darauf, daß die Republikaner die Partei Abraham Lincolns waren, verfängt dagegen nicht. Seit Nixons sog. „Southern Strategy“ von 1971 ist der ehemals so mächtige konservative Südstaatenflügel der Demokraten, auf den noch Roosevelt Rücksicht nehmen mußte, mit fliegenden Fahnen zu den verhaßten „Yankee carpetbaggers“ der GOP übergelaufen. Ehemals – vor 1970, als die Furcht vor einem McGovern im Weißen Haus die konservativen, segregationistischen „Dixiecrats“ an die Seite ihrer einstigen Todfeinde trieb – GAB es im ex-konföderierten Süden überhaupt keine Republikaner. Heute gibt es im Süden außerhalb der großen Städte ungefähr so viele Demokraten, wie es in einem Allgäuer Dorf der 80er Jahre Wähler der Grünen.gab.

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