Zieht die Säbel, Piraten!

Die Protestpartei soll in die rechte Ecke gedrängt werden
Schon wieder eine Grenzüberschreitung: Der Politiker gab sich naiv und fand gar nichts dabei, dem Blatt ein Interview zu geben. Dabei war gerade diese Publikation so etwas wie das Zentralorgan des Rassismus, hetzte in beinahe jeder Ausgabe gegen Moslems und ganz allgemein den „Islam-Faschismus“, wünschte Sunniten wie Schiiten bei jeder Gelegenheit amerikanische Bomben auf den Kopf. Auch Gewalt, ja Terrorismus wird in dem Blatt befürwortet, sofern der politische Gegner aufs Korn genommen wird. Wie kann eine Partei, die frischen Wind bringen will, sich einem solchen extremistischen Medium als Gesprächspartner andienen?

Ist hier die Rede von Andreas Popp, dem Vizevorsitzenden der Piraten, und seinem Auftritt in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT? Gerade nicht. Es geht vielmehr um das Interview von Martin Sonnenborn, des Vorsitzenden des Titanic-Spaßproduktes DIE PARTEI, in der Monatszeitung KONKRET. Dieses erschien in der August-Ausgabe und war dem Mainstream keinen Skandal Wert, obwohl sich die Hamburger Publikation in Sachen Antiislamismus höchstens noch von anderen Blättchen aus dem linken Spektrum wie Jungle World und Bahamas übertrumpfen lässt. Das geht durch, weil die Hetze antifaschistisch verkauft wird: Im Kampf gegen den Islamo-Faschismus ist jedes Mittel Recht. Ein schönes Beispiel ist etwa diese KONKRET-Ausgabe: Schwerpunktheft zu „Allahs Demokraten“ – und dazu das Titelbild, bluttriefende Männern mit langen Messern. Klarer Fall von Volksverhetzung, oder? Bei aller notwendigen Kritik: Demgegenüber ist die Junge Freiheit recht zahm.

Trotzdem fallen nun alle über die Piraten her: Die unvermeidlich Taz, Zeit, Spiegel und am Ende kommt auch noch die Junge Welt angeschleimt. Logisch, die jW fand – jedenfalls, als ich noch dabei war – nichts dabei, in KONKRET Anzeigen zu schalten und lässt gerne KONKRET-Autoren bei sich schreiben. Ein national-konservatives Blatt wie JF aber findet keine Gnade, obwohl es vor Gericht alle Prozesse gegen den Verfassungsschutz gewonnen hat.

Zeit für die Piraten, offensiv gegen die Verleumder zurückzuschlagen. Man versucht, Euch vor der Bundestagswahl in die rechte Ecke zu drängen, weil eure aufsteigende Kurve – 0,4 Prozent im Frühjahr; 0,9 Prozent bei den Europawahlen; 1,9 Prozent in Sachsen-Anhalt – Euch bei den Bundestagswahlen in bedrohliche Nähe zur 5-Prozent-Hürde bringen kann. Also wird die Nazi-Keule rausgeholt …

Ihr müßt Euch nicht ducken und verteidigen! Seid Ihr Piraten oder seid Ihr Memmen? Heraus mit dem Säbel – und dann die Angreifer an die Planken genagelt! Oder schmeißt sie über die Reling – zurück in den politisch-korrekten Schlick, aus dem sie gekrochen kamen! Denn eines dürft Ihr nie vergessen: Die Antifaschisten, das seid IHR! Ihr kämpft doch gegen die neue Form des Faschimus, gegen den totalen Überwachungsstaat, gegen die Orwell-Diktatur, gegen Schäubles Stasi 2.0 – oder etwa nicht? Dann seid Ihr auf der Höhe der Zeit, die Partei der Freiheit und des Antifaschismus!

Eure Opponenten firmieren unter antifa – aber Achtung, das sind keine Antifaschisten, sondern bloß Antifanten: die pawlowschen Hunde der Neuen Weltordnung, die jeden als rechts oder Nazi verbellen, der dieser Ordnung, wie Ihr, gefährlich werden könnte. Und laßt Euch nicht davon verunsichern, dass auch anständige Linke sich von dieser political Correctness haben anstecken lassen: Ich habe fast zwei Jahrzehnte in linken Redaktionen gearbeitet und weiß, wie verheerend diese Gehirnfäule gewütet hat und immer weiter wütet.

Das Notwendige zur Sache selbst konnte man übrigens in „Endstation rechts“ lesen (Auszug siehe unten). Diese preisgekröne Website von Mathias Brodkorb, eines SPD-Landtagsabgeordneten aus MeckPomm, zeigt, dass in der real existierenden antifa-Bewegung nicht alle gaga geworden sind. In diesem Sinne: No pasaran! Pasaremos!

———–

Auszug aus „Endstation rechts“:


(…)
Beispielhaft bringt der Spreeblick die Aufregung auf den Punkt. Bei der Interviewanfrage der „Jungen Freiheit“ hätten die Piraten sich dafür entschieden, „Rechtsextreme zu instrumentalisieren. Und sich gleichzeitig durch Rechtsextreme instrumentalisieren lassen.“ Dass es sich bei der „Jungen Freiheit“ um ein rechtsextremes Medium handelt, wird dabei von niemandem in Frage gestellt. Als Belege dienen ausgerechnet (!) Wikipedia-Auszüge, Anzeigenkunden und Interviewpartner. Alles Schnipsel, die sich im Internet finden lassen. Für den vor Wut offenbar schäumenden Frédéric Valin steht beim Spreeblick somit fest: „Natürlich begibt man sich, wenn man der JF ein Interview gibt, in die Gesellschaft von Nazis.“ Das sei so, weil NPD-Chef Udo Voigt ihr ein Interview gegeben hat, der Vordenker der Nouvelle Droite, Alain de Benoist, dort schreibe und FPÖ-Chef Andreas Mölzer dies auch einst getan hat.
Dass der JF-Chefredakteur die Zusammenarbeit mit Mölzer beendete, nachdem dieser ein Bündnis mit den rechtsextremen Parteien NPD und DVU suchte, wird nicht erwähnt. Auch nicht, dass ganz andere Leute (Egon Bahr, Peter Glotz, Ephraim Kishon, Michel Friedmann oder der Generalsekretär von Milli Görüs) bereits mit dem Blatt gesprochen haben. Und zum anderen hatte auch die ARD bereits Interviews mit Voigt geführt. Ist die nun auch ein „politisches No-Go“?

Wenn man sich über die „Junge Freiheit“ aufregen will, dann doch bitte sachlich! Was gar nicht geht, ist der Stil des Interviews, penetrant wird dort nach Belegen für das schon vorher feststehende Ergebnis gesucht. Von der „Piratenpartei“ kamen die erhofften Antworten: Das Zugangserschwerungsgesetz liefere die Möglichkeit zur politischen Zensur und bei ihr handele es sich nicht um eine linke Partei.

Ein im Umgang mit Medien erfahrenerer Politiker hätte sich hier vermutlich etwas diplomatischer ausgedrückt. Dafür kann Popp kritisiert werden, für den Ort des Interviews sicher nicht. Im Gegenteil: Eine Partei, die von sich selbst sagt, sie setze sich für Informations- und Meinungsfreiheit ein, kann eine Interviewanfrage eines Blattes, das der Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter explizit nicht zum Rechtsextremismus zählt, gar nicht ablehnen, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Es ist daher schon paradox, dass die „Piraten“ einerseits ein umfassendes Recht auf Freiheit propagieren, sich nun aber selbst nicht daran halten: „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der ,Gerechtigkeit‘, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die ,Freiheit‘ zum Privilegium wird.“ (Rosa Luxemburg)



37 Kommentare zu „Zieht die Säbel, Piraten!

  1. Ich würde sagen, Ablenkung von der eigenen Inkompetenz anderer politischer Parteien läßt einen beinahe öffentlich unbemerkten Sturm im Wasserglas zum politischen Tornado hoch stilisieren. Wir sollten schnell wieder das Unvermögen der etablieten politischen Kräfte im Lande im Auge behalten, anstatt nach dem Hundehaufen im Vorgarten zu suchen, der noch gar nicht abgeseilt wurde.

    Gruß von http://www.guedesweiler.wordpress.com

  2. Reflexion: nomen est omen!
    Probiers doch noch mal mit Reflexion, – darüber was schlimm ist in dieser Welt.

  3. Immernoch sauer, dass dich Gremliza rausgeworfen hat? Also mittlerweile verlierst du echt den Boden unter den Füßen, wen willst du noch alles verprellen? Deine neue „Bewegung“ steht bald alleine da. Eine 1-Mann-Demo. Auch nicht schlecht.

  4. Als Pirat kann ich die ganze Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Man muss das Ganze versuchen durch ein Weitwinkelobjektiv zu betrachten.

    Andreas Popp war in seiner Jugend weder auf Antifa Demos, noch auf der anderen Seite. Er ist eben Informatiker und rennt nebenbei bemerkt seit der Europawahl den ganzen Tag von Termin zu Termin.

    Natürlich kann eine Offensive gegen die Medienschellte durch das Grünen-Taz-Netzwerk nicht eine Verteidigung des Interviews sein um dann nach einer Schiffsladung Argumente wieder auf den Gegenschlag zu warten.

    Andreas Popp hat sich auf seinem Blog von dem Blatt distanziert:

    »Sixtus hat es ja heute schon getwittert, dass ich ein Interview mit einer Zeitung names „Junge Freiheit“ gegeben habe, die sich für mich im Nachhinein als ziemlich rechtslastiges Blatt herausgestellt hat.«

    »Ich für meinen Teil weiß, dass dies mein ersteres und letztes Interview mit diesem seltsamen Blatt war.«

    Und damit hat sich die Sache auch. Man muss nicht auf Ablenkungsmanöver mit Ablenklungsmanövern reagieren. Selbstredend ist für jeden Piraten die Junge Freiheit kein Medienpartner, auch wenn die Fragen und Antworten des Interviews in irgendeinem langweiligen Magazin unverdächtig währen.

    In jedem Forum, auf jedem Blog, in jeder Piratencrew wird über die in das ausgelutschte Links-Rechts-Schema diskutiert: »Natürlich sind die Piraten Links. Ja, aber irgendwie anders Links!«

    In der Berliner Zentrale der PP liegen noch ca. 100.000 Broschüren in Orange und Himmelblau herum und wollen ausgeteilt werden: Darin heißt es u.a.:

    Mehr Demokratie!. Die Piraten fordern ein demokratischeres Wahlrecht, das den Wählern mehr Einfluss und Mitbestimmungsmöglichkeiten gibt. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich große Teile der Bevölkerung nicht repräsentiert fühlen. (…) Die Einführung von bundesweiten Volksentscheiden ist für uns keine Frage des Ob sondern des Wie. Wir trauen den Bürgerinnen und Bürgern die Beteiligung an direkter Demokratie zu. Wer sich dann noch die Mühe macht zu verstehen was »Freie Infrastrukturen« bedeuten, nämlich Strom, Wasser, Gas, BVG, Netze, Schulen, Universitäten dem Gemeinwohl dienend für jeden uneingeschränkt zugänglich, weiß wo die Piraten stehen.

    In der PP sind eben viele Querdenker, Weltverbesserer, Banausen, Nerds und Träumer. Deshalb stürzt sich alles auf sie. Deshalb ist bei uns auch so ein Chaos, deshalb und aufgrund unseres Verständnisses von Demokratie werden die Parteistrukturen so aufgebaut das eine Meuterei zu diesem oder jenem Punkt jederzeit möglich bleibt.

    Wir sind eben lebendig.
    Arrrrrrrrrrrrr.

  5. @ Pirat Sepp

    Warum jetzt dieser Kniefall vor der political correctness?

    Dieses „Tschuldigung, war ein Versehen“ ist doch genau das, was man im Wahrheitsministerium hoeren will.

    Das Schlimmste an der Jungen Freiheit und wirklich das einzige, was scharf kritisiert werden muß, ist die soziale Kälte, die dort manchmal einbricht.
    Das Blatt zeigt hartnäckigen Realitätsverlust, wenn es davon schwadroniert, angesichts von Hartz IV drohe der Sozialismus auszubrechen, wenn unser Gesundheitssystem für die Überversorgung (!) der Patienten kritisiert wird etc. etc.
    Man gewinnt den Eindruck, da sei jemand erst zufriedengestellt, wenn es wieder Hunger- und Kältetote in Deutschland gibt.
    In der JF kommen manchmal Anbiederungsversuche an die momentan herrschende, ultrafinanzkapitalistischen Politik durch, die sich kaum von der Westerwelle-Doktrin unterscheiden.

    Deswegen aber wurde die JF noch nie von „Linken“ angegriffen!

    Die reiten immer nur auf der „rechten“ Gesinnung herum.

    Die aber ist in einer pluralistischen Gesellschaft erlaubt. Das Blatt ist auf maßvolle Weise national-konservativ, zeigt eine gefestigte liberal-demokratische Grundhaltung und stellt sicher keinen Fall für den Verfassungsschutz. Nicht ohne Grund hat sich die JF in Prozessen wiederholt gegen die BRD-Stasi durchsetzen können.

    Insofern ist die JF sogar ein Desiderat. Sie durchbricht das verfassungsfeindliche Diktat der political correctness, fordert immer wieder die Zensoren heraus und verteidigt so durchaus effektiv Spielräume der Meinungsfreiheit.

    Zu wahrer Bestform läuft das Blatt auf, wenn es sogar über seinen „rechten“ Schatten springt und beispielsweise manches an Sarah Wagenknecht zu würdigen weiß oder wenn es interessiert über die Volksinitiative berichtet.

    In jedem Fall waere die JF eher ein Partner fuer die Volksinitiative als die Junge Welt oder die taz, die in ihren „linken“ Denkschemata voellig verbloedet sind.

  6. @ H.T.

    Die junge Freiheit währe bestimmt kein Partner für die Volksinitiative – da würden wohl einige abspringen. Das ist auch nicht im Interesse der Volksinitiative. Vielmehr wird die Volksinitiative eben ihre Bündispartner und Unterstützer jeglicher Art differenzieren im übrigen gibt es in der VolksIni mehrere Kräfte die einem aufgeklärten Sozialismus zugeneigt währen.

    Die Verbreitung von sozialer Kälte – wie Du es passend nennst ist ein entscheidener Pfleiler des Faschismus. Hierbei geht es um die aufrecht erhalten von alten Trieben. Mensch soll (innerhalb seiner Gruppe, Rasse etc.) direkt um seinen Wohlstand, sein Überleben oder Vorteil kämpfen.

    Diese Weltanaschauung, die Normierung hin zu einer sozialen Kälte, wie ich sie spüre, wie jeder sie spürt führt letzendlich auch zu solchen Szenen wie den den brutalen Übergriffen der Ordnungkräfte aka. Kopfgeldjäger auf der FSA.

    Ein Propagandablättchen, das vor Linkem Terror warnt und sich peinlich und unbeholfen bemüht sich vom Rechten Terror in Form von Regierungsgewalt abzugrenzen ist eigendlich kaum ein Diskusion wert.

    Ein Kniefall haben die Piraten mit ihrer Reaktion auf die Medienschellte eben nicht gemacht. Es ist einfach Zeitverschwendung gegen die Links-Rechts-Zangmaschine anzukämpfen wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

    Piraten haben meißt wenig Zeit oder lümmeln im Intelektuellenpräkariat rum und niemand über 25 will wahrhaben unter welchen Umständen die junge Generation lebt oder was die Bildunglücke wirklich ist.

    Geh doch mal in einen Ein-Euro-Shop und frag da mal jemanden was die Vorratsdatenspeicheurng ist oder ob Eurasien schon immer im Krieg mit Ostasien war.

  7. „Die reiten immer nur auf der „rechten“ Gesinnung herum. “
    Das, was sie aufgezählt haben, IST doch die rechte Gesinnung. Paranoide Angst vor dem einfallenden Bolschewismus (Hartz 4), das gegeneinander auspielen von Deutschen und Migranten (was Elsässer wohl von dort übernommen hat und und und. Dazu der ganze Rassismus, die Deutschtümelei, der Geschichtsrevisionismus.

    „Die aber ist in einer pluralistischen Gesellschaft erlaubt.“
    Natürlich. Trotzdem darf man die Zeitung doof finden oder?

    Die Volksinitiative ist sicherlich keine neue Bewegung. Sondern ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Nationalisten, Spinner und versprengte Steinzeitkommunisten. Und das ist schade.

  8. Nun zu der Jungen Freiheit und den „Antideutschen“ und anderen pseudolinken Islamophoben könnte man ja auf folgendes hinweisen:

    Werner Pirker in der Jungen Welt:

    „Ein Standardvorwurf gewisser Antifaschisten an antiimperialistische Gruppierungen lautet, diese hätten sich in ihrer Ablehnung des zionistischen Projekts in eine Querfront mit Neonazis begeben. Um so erstaunlicher mutete es deshalb an, als am vergangenen Wochenende anläßlich einer »Kritischen Islamkonferenz« in Köln eine Querfront sichtbar wurde, die gewisse Antifaschisten und Vertreter der rechtsextremen Szene im dumpfen antiislamischen Ressentiment vereinte.
    Zwar hatte die veranstaltende Giordano Bruno Stiftung für Humanismus und Aufklärung ursprünglich darauf Wert gelegt, ihre Geistesverwandtschaft mit rechten Ausländerhassern nicht öffentlich werden zu lassen und deshalb »Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind«, von der Konferenz ausgeschlossen. So konnte man das zumindest in der tageszeitung lesen. Von der taz verschwiegen wurde, daß die Ausladung des Junge Freiheit-Redakteurs Rolf Stolz wieder zurückgenommen wurde und dieser seinen Redebeitrag zur Verteidigung der westlichen Zivilisation gegen den Islamofaschismus leisten durfte. Dies geschah auf ausdrücklichen Wunsch des mitveranstaltenden »Zentralrats der Ex-Muslime«, hinter dem sich die mysteriöse »Arbeiterkommunistische Partei des Iran« verbirgt.

    Politcally Incorrect heißt eine Web­site, die sich als »News gegen den Mainstream, proamerikanisch, proisraelisch, gegen die Islamisierung Europas, für Grundgesetz und Menschenrechte« vorstellt. In ihr findet sich die aus antideutschen Publikationen bekannte gnadenlos rechthaberische und auf die Solidarität mit den USA und Israel verpflichtende Attitüde ohne antideutsche Grundierung. Gleichzeitig scheint in ihr der Weg der Antideutschen zu einem zeitgemäßen Deutschnationalismus –Solidarität mit Israel als Pflicht eines jeden aufrechten Deutschen – vorgezeichnet.
    Der von den Inkorrekten gefeierte JF-Journalist Rolf Stolz forderte auf der Kölner Konferenz eine Querfront, die er »Regenbogen-Bündnis« nannte und die von der Jungen Freiheit bis zur jungen Welt reichen solle. Dafür wird diese Zeitung wohl nicht zu haben sein. Weder zu einem Bündnis mit Antisemiten, noch zu einer Querfront mit »aufgeklärten Humanisten«, deren Rassismus sich in Antiislamismus und der Unterstützung des zionistischen Projekts äußert.“

  9. @ Pirat Sepp

    „Die junge Freiheit währe bestimmt kein Partner für die Volksinitiative – da würden wohl einige abspringen.“

    Ich kenne die Volksinitiative zu wenig, um das beurteilen zu koennen.
    Was ich gesagt habe, war auch nur als Empfehlung gemeint, die Ausgrenzung der Jungen Freiheit nicht mitzumachen.

    Mit Partner meinte ich keine „Aktionsgemeinschaft“ oder dgl., sondern einfach nur, dass die Junge Freiheit ein gutes Forum waere, um z.B. Anzeigen zu drucken, dass die Junge Freiheit von der Volksinitiative berichtet und die Volksinitiative dafuer nicht bei dem debilen Junge Freiheit – bashing mitmacht. Sowas.
    Ein wenig gegenseitiges Wohlwollen und Respekt, ein kleiner Burgfriede, das waere schon viel.

    „Im übrigen gibt es in der VolksIni mehrere Kräfte die einem aufgeklärten Sozialismus zugeneigt währen.“

    Was ist denn das genau?

    „Die Verbreitung von sozialer Kälte – wie Du es passend nennst ist ein entscheidener Pfleiler des Faschismus.“

    Der in diesem Land zur Zeit von der FDP und Teilen der CDU, der Gruenen und der SPD gepflegt wird. Lederer von der Linkspartei wuerde gern, traut sich aber noch nicht so richtig.
    Es gibt in der Jungen Freiheit zweifelsohne antihumanistische und asoziale Tendenzen, aber ich wehre mich dagegen, das Blatt mit dem Faschismus-Vorwurf zu erschlagen.

    Die junge Welt hat in Gestalt der political correctness – Fraktion ein genauso haessliches Gesicht und daneben gibt es aber noch Leute wie Pirker.

    In der Jungen Freiheit ist es nicht anders. Da sind die Brutalokapitalisten, die Faschismus in Reinform verkoerpern, da werden aber auch Positionen vertreten, die diskutabel sind und die sonst niemand vertritt.

    Nur ein Beispiel: Das gender mainstreaming. Dieses Versatzstueck aus der Ideologie der Neuen Weltordnung wird nur noch in der Jungen Freiheit angegriffen und als Unterdrueckungsprogramm demaskiert.

    Es waere in unsere aller Interesse, wenn die sozialen Toene in der Jungen Freiheit sich gegenueber der menschenverachtenden Linie durchsetzen wuerden.
    Dazu aber brauchen die Sozialen Unterstuetzung von aussen. Wer die Junge Freiheit unter den Generalverdacht des „Faschismus“ stellt, der erweist gerade den Faschisten dort einen Dienst.

    Kurz gesagt: Die einzig angemessen Reaktion auf den Vorwurf, der Jungen Freiheit ein Interview gegeben zu haben, ist meiner Auffassung nach ein fluechtiges

    „Na und?“

  10. Jetzt steht das hier doppelt. War keine Absicht. Beim ersten Mal sah es so aus, als sei alles verloren. Ich bitte einfach darum, den ersten Beitrag zu loeschen.

  11. Ach Leute, bleibt doch auf dem Teppich … die „Junge Freiheit“ ist genauso wenig „rechtsextrem“ oder gar „faschistisch“ wie Schäuble und Co. (diese und andere Hysterien wie die „Überwachungsstaats“-Hysterie sollte man Cohn-Bendit und Konsorten überlassen) und die Piraten-„Partei“ (eine Partei vorwiegend von „Unter-30-Nerds“) wird so schnell wieder verschwinden wie die „Schill-Partei“ oder andere Eintagsfliegen … wozu noch eine dritte sog. „Bürgerrechtspartei“ zusätzlich zu Grünen und FDP … viel wichtiger wäre es, (langfristig) eine seriöse linksdemokratische, „linksnationale“, politisch „unkorrekte“ Anti-EU- und Anti-Grünen-Partei zu etablieren 😉

  12. @Pirat

    „Es ist einfach Zeitverschwendung gegen die Links-Rechts-Zangmaschine anzukämpfen wenn es nicht unbedingt notwendig ist.“

    Wie wahr! Allerdings läßt sich diese nette Zange nicht wegzaubern, bevor sich dieses Links-Rechts-Denken nicht in Wohlgefallen auflöst. Das aber wird es sicher nicht, wenn man sich entschuldigt in dieser Situation. Denn das gibt den Zangendenkern letztendlich durch die Hintertüre recht.

    Hoffentlich werdet ihr nicht die „Neuen Grünen“.

    Grüßle

  13. Off Topic.(info)

    Hat noch jemand den Iran auf’m Schirm?
    Den Al Quds Tag wohl schon. Dieser wurde auch im Iran begannen.

    Der Iranische Blogger Mehdi Saharkhiz hat am 18.09.09 dieses Video hochgeladen.
    Hier Anhänger von Mussavi .
    Seine Anhänger rufen: „Marg bar Russiye!“
    Was soviel wie: “ Death To Russia!“ heißt.

    Der selbe „Schlachtruf“ wurde auch schon Mitte Juli gerufen, weiß der Blogger „canona720“ zu berichten.

    grüsse

  14. PIRATEN sind zensurgeil

    Um eine entsprechende Bewusstseinsbildung in der Partei zu verhindern, werde ich seit September 2008 von den Piratenparteien zensiert. Zunächst wurde ich im Wiki zensiert, indem Helmut Pozimski alle meine Änderungen rückgängig machte und mir mit Sperre drohte. Dann wurde ich von der internationalen Piratenparteien-Mailingliste geschmissen, weil ich eine Änderung des Manifests angeregte (Anarchie als Endziel)[1], Aufklärung über 9/11[2] und die Beendung der sexuellen Unterdrückung von Kindern[3] forderte. Als ich mich auf der Aktiven-Mailingliste darüber beschwerte und darüber aufklärte, wie Jens Seipenbusch die Partei auf internationalem Parkett schädigt, wurde ich von Jens Seipenbusch auf der Mailingliste »moderiert« — damals kamen sogar ein paar Mails durch. Daraufhin wurde ich auch im Forum gesperrt — für einen Monat. Angeblich hätte ich jemanden beleidigt. Auch auf mehrfaches Drängen von meiner Seite kam kein Beweis dafür. Am Tag, an dem ich nach Monaten wieder im Forum schreibe, werde ich verwarnt und schließlich ein paar Stunden später gesperrt. Erst für einen Monat, auf Nachfrage warum, wurde die Sperre von Jürgen Neuwirth noch um einen Monat verlängert. Als ich daraufhin auf der Politik-Mailingliste nachfrage, was die Scheiße soll, wurde ich von Jens Seipenbusch gleich wieder »moderiert« — das heißt völlig zensiert. Diese scheinheiligen Verräter leugnen, dass sie mich seit September 2008 zensieren. Die Piratenparteien wenden Zensur an!

    [1] http://int.piratenpartei.de/Pirate_Manifesto_Eighth_Amendment
    [2] http://lists.pirateweb.net/pipermail/pp.international.general/2008-November/001883.html
    [3] http://lists.pirateweb.net/pipermail/pp.international.general/2008-November/001846.html

  15. Sievers, Du bist jetzt schon aus unzähligen Organisationen (Piratenpartei, CCC etc) rausgeflogen. Gibt Dir das nicht langsam zu denken?

    Profilierungssüchtige Neurotiker mit Hang zu reaktionären Ideen haben in progressiven Gruppen nun mal nichts zu suchen.

  16. @ Sixty

    „… viel wichtiger wäre es, (langfristig) eine seriöse linksdemokratische, „linksnationale“, politisch „unkorrekte“ Anti-EU- und Anti-Grünen-Partei zu etablieren“

    Genau meine Meinung!

    @ Max Moritz Sievers

    Was du berichtest, wirft, sollte es tatsächlich so stimmen, ein viel schlechteres Licht auf die Piratenpartei als ein Interview bei der Jungen Freiheit.
    Weshalb regt sich niemand darüber auf? Weshalb wird immer nur der an den Pranger gestellt, der Meinungen zulässt, nicht der, der Meinungen unterdrückt?

  17. @Max-Moritz Sievers: Was verstehen Sie unter „sexueller Unterdrückung von Kindern?“

    @me: *ebenfalls offtopic*:

    Das Video sieht mir nicht nach Quds-Tag aus, das kann alles Mögliche sein. Lasst euch nichts erzählen von diesen Exil-Iranern!

  18. | Die Volksinitiative ist sicherlich keine neue Bewegung. Sondern ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker, Nationalisten, Spinner und versprengte Steinzeitkommunisten. Und das ist schade.|

    Spinner sind grundsätzlich immer die Andersdenkenden. Dass man hier auch den einen oder anderen Nationalisten antrifft, liegt vielleicht daran, weil sich dieses Sammelbecken Volksinitiative nennt. Was sind denn Steinzeitkommunisten? Meinst du damit etwa ehrliche und überzeugte Kommunisten?

  19. @ Umm Hussain

    Schau mal hier, das bringt die NY Times

    http://thelede.blogs.nytimes.com/2009/09/18/latest-updates-on-protests-in-iran/

    und wird hier übernommen:
    http://freeiran.livejournal.com/54855.html

    und hier:
    http://iran-2009.blogspot.com/2009/09/qods-day-2-videos.html

    grüsse

    Was haben die gegen Russland, frage ich mich.
    Dmitri Medwedew liefert ihnen den zivilen Reaktor, Russland hat keinen Boykot z.B bei zivilen Luftfahrzeugen gemacht.
    Mich würde eine Theorie schon interessieren.

  20. Hallo me

    dass die Gegner der Iri was gegen Russland haben, ist nicht weiter verwunderlich, da Dr.Ahmadinejad von Medwedew ja äußerst herzlich empfangen wurde.

    Trotzdem sahen für mich die Demos letzten Freitag, die ich im iranischen Fernsehen verfolgt habe, völlig anders aus. Wenn es überhaupt von der Quds-Demo ist, was ich immer noch bezweifle, NY Times hin oder her, dann hat man ein versprengtes Häufchen herausgegriffen und tut so, als wäre das DIE Quds Demo. Internet ist sehr, sehr geduldig. Vor allem youtube.

    Grüße

  21. „Was sind denn Steinzeitkommunisten? Meinst du damit etwa ehrliche und überzeugte Kommunisten?“
    Nein. Das sind die Leute, die Marx nicht verstanden haben und mit ihrer verkürzten Kritik irgendwo zwischen SPD und NPD stehen.

    „Spinner sind grundsätzlich immer die Andersdenkenden.“
    Von ‚Denken‘ kann man da wohl kaum reden. Oder nehmen Sie Leute ernst, die mir was von UFOs, Kornkreisen und ähnlichen Verschwörungstheorien erzählen?

  22. | Nein. Das sind die Leute, die Marx nicht verstanden haben und mit ihrer verkürzten Kritik irgendwo zwischen SPD und NPD stehen.|

    das ist aber eine recht seltsame Definition.

    | Von ‘Denken’ kann man da wohl kaum reden. Oder nehmen Sie Leute ernst, die mir was von UFOs, Kornkreisen und ähnlichen Verschwörungstheorien erzählen? |

    zu ihren Bekanntenkreis kann ich nichts sagen. Da könnte ich nur spekulieren.

  23. @ Umm Hussain

    Klar, die Videos zeigen ldgl. Mousavis Anhänger.
    Schon klar.

    Hier ist Al Quds around the world
    das habe ich mir so riesig nicht vorgestellt.
    Iran ist am Anfang..

    grüsse

  24. @ gulu

    „Das sind die Leute, die Marx nicht verstanden haben.“

    Muß man Marx verstanden haben? Muß man ihn befolgen? Weshalb?

  25. Steinzeitkommnisten sind Leute, welche die berüchtigte „Kritische Theorie“ nicht mit Marxismus verwechseln und die der faschistoiden Meinung sind, daß man von Friedrich Engels und Lenin mehr lernen könnte als von Horkheimer, Adorno (beide im Netzwerk des CIA-finanzierten Congress for Cultural Freedom), Habermas (Hausphilosoph der SPD) und Gremliza (als „Linker“ verkleideter Kriegshetzer) .

    Steinzeitkommunisten halten „Marxismus und nationale Frage“ von Stalin nicht für Teufelswerk, nur weil Stalin der Verfasser war. Sie halten nicht jeden richtigen Gedanken für falsch, nur weil er von Stalin geäußert wurde.

  26. Hallo me.

    das sieht doch schon eher nach der Quds-Demo aus, wie ich sie aus Iran kenne.
    Leider stand nicht dabei, was das für andere Länder hinterher waren, wo sie noch abgehalten wurde. Eins war auf alle Fälle ein afrikanisches. Bei den anderen konnte ich die Flaggen nicht so recht erkennen.
    Dagegen nahm sich unsere in Berlin natürlich ziemlich mau aus, aber das kann man auch nicht wirklich vergleichen.

  27. @ amd: Ich bin ausschließlich aus dem CCC rausgeflogen. Wie schon Julien Offray de La Mettrie schrieb: »Günstig ist das Wetter, wie Sie wissen, nur dem, der in eine Richtung strebt, die der meinen entgegengesetzt ist; wer den Hafen der Vernunft und der Wahrheit anzusteuern wagt, dem sind alle Winde so widrig, daß er gar nicht geschickt und listig genug sein kann.« Daß ich überall anecke ist also nur folgerichtig.

    Was heißt schon reaktionär und progressiv? Was öffentlich geredet und geschrieben wird, bewegt sich auf dem Niveau von Beschwörungsformeln — eine Art Polit- oder auch Weltanschauungsvoodoo.

    @ H.T.: Die Antwort steht auf http://LSR-Projekt.de

    @ Umm Hussain: Die Antwort gibt ebenfalls das LSR-Projekt, aber auf ich in meinen Postings auf der internationalen Piratenmailingliste (siehe oben).

  28. Als wenn Steinzeitkommunisten keine richtigen Marxisten sind, dann koennen sie mir nur sympathisch sein.

    Kleines Zitat aus dem „Kommunistischen Manifest“:

    „Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt.
    Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen, als das nackte Interesse, als die gefühllose »bare Zahlung«. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt.“

    Wer hier zwischen den Zeilen, und nicht nur zwischen den Zeilen, so etwas wie klammheimliche Freude ueber das Zerstoerungswerk eines entfesselten Kapitalismus heraushoert, der liegt durchaus richtig.
    Lederer, Pau, Bartsch und die ganze Ostkumpanei hat nicht so unrecht, wenn sie sich mit ihrem Konzept der „progressiven Entstaatlichung“ auf Marx beruft.

    Deswegen aber muessen wir nicht das Heulen anfangen und unseren lieben Marx unter Aufbietung maximaler exegetischer Anstrenung zurechtbiegen, nein, wir koennten uns auch einfach von ihm trennen.

  29. Trotzdem sind die Piraten bestimmt nicht progressiv, sondern nur geringfügig weniger regressiv als der Zeitgeist.

    Wenn die sich nicht mal zu einer klaren Aussage gegen Krieg und Faschismus bringen lassen, sondern auch noch versuchen auf der Welle mitzusurfen, muss man ihnen halt auch Hirnerweichung und Unwählbarkeit attestieren.

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