Angriff auf die Familie

Zur Ideologie der Neuen Weltordnung

Hier ein Auszug aus Jürgen Elsässer, „Nationalstaat und Globalisierung“ (das Buch ist für 8.80 Euro plus Porto/Vpck. auch bestellbar bei info@juergen-elsaesser.de):

 

Um das Volk zu atomisieren und die isolierten Individuen besser in das neue Imperium des totalen Marktes einsaugen zu können, stellen die Massenmedien jede Form von Kollektivität  unter Faschismusverdacht. Familie gilt als die Brutstätte von Neurosen, Psychosen und autoritären Charakteren; Religion und Kirche sind Synonyme für Abtreibungsverbot und  Fundamentalismus; Vereine haben meist einen Stammtisch und sind auch sonst mega-out; Gewerkschaften wollen alle in Tarifverträge zwingen.

 

Auf die Nation schlagen die Ideologen des Weltkapitals am härtesten ein. Behauptet wird etwa, daß die Schrecken des 20. Jahrhunderts ein Ergebnis des Nationalismus seien.  Das ist bestenfalls verkürzt, schlimmerenfalls demagogisch. Der Erste Weltkrieg, der von allen Seiten mit nationalem Hurra geführt wurde, spricht zwar auf den ersten Blick für diese  These. Aber auch 1914 war der nationale Gedanke nur die Begleitmusik, nicht die Triebfeder des Schlachtens. Diese muß man vielmehr in der konkurrierenden Jagd nach neuen Absatzmärkten und Rohstoffquellen suchen, also im Imperialismus. Manche mögen das für dasselbe halten. Daß dem nicht so ist, demonstrierte der Zweite Weltkrieg: Die besondere Aggressivität Nazideutschlands zeigte sich gerade darin, daß sich dort der nationale Gedanke im germanischen und arischen Wahn aufgelöst hatte. Die Verteidigung der Nation war hingegen der Leitstern der Befreiungsfronten in Ost und West,  die gegen die nazistische Okkupation kämpften und sie schließlich bezwangen. Die Marseillaise war die Hymne der Resistance, nicht der Kollaborateure.

28 Kommentare zu „Angriff auf die Familie

  1. Lieber Herr Elsässer,

    es ist ja sehr schön, wie Sie hier versuchen Ihre ganz eigene Geschichtsinterpretationen darzulegen, aber ist es Ihnen nicht ein wenig peinlich, den Nationsbegriff auf so offensichtliche Weise schön zu biegen? Ganz offensichtlich nicht.

    Gehen wir mal durch:

    Verschwörungstheorien..

    „Um das Volk zu atomisieren und die isolierten Individuen besser in das neue Imperium des totalen Marktes einsaugen zu können, stellen die Massenmedien jede Form von Kollektivität unter Faschismusverdacht. “

    DIE MAssenmedien stellen JEDE FORM von Kollektivivität unter FASCHISMUSverdacht.
    Mit der Realität der Massenmedien hat das ohnehin nichts zu tun, aber es ist schon aberkomisch, wenn jemand, der die Welt lediglich in zwei Farben sehen kann diese auch noch willkürlich verteilt (und sich selbst nicht mitrechnet). Beispiele bleiben aus, natürlich, denn Behauptungen wie diese lassen sich (in der Realität) schlichtweg nicht nachweisen.

    weitere Verschwörungen…

    “ Familie gilt als die Brutstätte von Neurosen, Psychosen und autoritären Charakteren; Religion und Kirche sind Synonyme für Abtreibungsverbot und Fundamentalismus; Vereine haben meist einen Stammtisch und sind auch sonst mega-out; Gewerkschaften wollen alle in Tarifverträge zwingen.“

    Herr Elsässer mag es gerne einfach. Und wenn man nichts hat, gegen das man hetzen kann (oder keine Lust sich mit der Vielfalt der Welt da draußen auseinander zu setzen), dann konstruiert man sich seinen Gegner und dessen schlimme Aussagen einfach. Ähnlich der Leute, die meinen „die Deutschen“ hätten Komplexe und müssten sich endlich von diesen befreien, ist hier der Autor vermutlich der einzige Mensch, in dessen Kopf dieserlei Meinungen herumspuken.

    Nun kommt der Übergang:

    „Auf die Nation schlagen die Ideologen des Weltkapitals am härtesten ein. “

    Die bisher Genannten sind also nicht nur „die Massenmedien“, sondern in persona die „Ideologen des Weltkapitals“. Wer dies genau ist… Warum sollte man das sagen? Beim Schattenboxen holt man sich eben die wenigsten blauen Flecken.

    „Behauptet wird etwa, daß die Schrecken des 20. Jahrhunderts ein Ergebnis des Nationalismus seien.“

    Das behaupten bestenfalls Apologeten vom rhetorischen Schlag des Autors dieses Artikels und werden deswegen aus gutem Grund in den Geisteswissenschaften nicht ernst genommen. Tatsache ist, dass der Zweite Weltkrieg von keinem angesehenen Historiker als die ‚bloße Konsequenz‘ des „Nationalismus“ gesehen wird. Es gibt schließlich in den kritischen Wissenschaften nicht einmal eine einheitliche Definition dafür – und das aus gutem Grund. Ein übersteigerter Nationalismus wird lediglich als ein Faktor von vielen für den Ausbruch des Krieges gesehen und das übrigens nicht erst seit den letzten 10 Jahren. Was für Geschichtsbücher lesen Sie denn, Herr Elsässer?

    Nun argumentieren Sie, dass die Triebfeder des ersten Weltkriegs

    „in der konkurrierenden Jagd nach neuen Absatzmärkten und Rohstoffquellen suchen, also im Imperialismus“

    gesucht werden muss und schließen an,

    „Daß dem nicht so ist, demonstrierte der Zweite Weltkrieg“

    Nun erwartet man ein Argument für eine derart… interessante… Behauptung. Das aber bleibt aus. Stattdessen bringen Sie eine neue Behauptung:

    „Die besondere Aggressivität Nazideutschlands zeigte sich gerade darin, daß sich dort der nationale Gedanke im germanischen und arischen Wahn aufgelöst hatte.“

    „aufgelöst“ hatte sich der nationale Gedanke vielleicht in ihren Träumen, ganz im Gegenteil lässt sich an der gesamten Symbolik und Rhetorik der Nationalsozialisten aufzeigen, dass der Nationalismus im Dritten Reich als Vehikel für Rassismus, Antisemitismus und Führerprinzip diente. Noch heute schlägt sich das in den Diskursen der Neonazis nieder, wenn Nation mit Rasse, Sprache oder Staatsangehörigkeit gleichgesetzt und anderen Nationen übergeordnet wird.
    Da Ihnen ja eigentlich daran gelegen war darzulegen, dass die eigentlichen „Triebfedern“ des Zweiten Weltkriegs ebenfalls Imperialismus – sprich: Jagd nach neuen Absatzmärkten und Rohstoffquellen – waren, kläre ich Sie gerne darüber aus, was dem Zweiten Weltkrieg voraus ging: Die Annektierung Österreichs, des Sudetenlandes, dann Böhmen und Mähren, eine „Eingliederung“ in das „Großdeutsche Reich“. Diese Rhetorik hätte ohne entsprechende nationale Narrative überhaupt nicht funktionieren können.
    Es bedarf schon einiger Verblendung, wenn man im Handeln und Begriff der Nationalsozialisten sowohl die fundamentale Bedeutung des Nationalen bzw. des National-Sozialistischen einfach mal ausspart. Aber es dient ja dem Zwecke, nicht wahr? Die Politik des „Lebensraum im Osten“ war definitiv eine Form des Imperialismus, aber sie stand mitnichten im Widerspruch mit der nationalistischen Idee, sie basierte vielmehr auf ihr UND einem menschenfeindlichen Rassismus und Antisemitismus.
    Der Versuch den Zweiten Weltkrieg zu einer Dichotomie von Nation und Imperialismus zu stilisieren hat nichts mit der Realität zu tun, wie das Zeitalter des Imperialismus und seine Verquickung mit dem Element des Nationalistischen bestens unter Beweis stellt, siehe Frankreichs imperiale Politik, siehe Großbritanniens imperiale Politik, beide zutiefst im Nationalismus verwurzelt.

    Nationalitäten sind diskursive Kategorien, die bestenfalls dann zurecht kritisiert werden können, wenn sie behaupten nicht-diskursive Faktizität zu besitzen. Sie versuchen scheinbar, wie viele andere Nationale, der Nation ein klares Angesicht daher zu reden, das nicht existiert. Wer historisch kontingente Geschichten erzählen will, der kommt nicht umhin die Mechanismen der Exklusion, die Gruppismen per Definition innewohnen kritisch zu betrachten. Nationalismus ist eine Grenze für Hybridität und ein Reibungspunkt für „nationale“ Konflikte. In der Wissenschaft – falls Sie es nicht wissen – wird übrigens für Gewöhnlich zwischen national und nationalistisch unterschieden.

    Was ist denn „deutsch“ für Sie, lieber Herr Elsässer?

  2. „Die besondere Aggressivität Nazideutschlands zeigte sich gerade darin, daß sich dort der nationale Gedanke im germanischen und arischen Wahn aufgelöst hatte. Die Verteidigung der Nation war hingegen der Leitstern der Befreiungsfronten in Ost und West, die gegen die nazistische Okkupation kämpften und sie schließlich bezwangen. Die Marseillaise war die Hymne der Resistance, nicht der Kollaborateure.“

    Richtig! Die Marseillaise war in den 1940er Jahren nicht die Hymne der Klerikalisten, die ihre antilaizistischen Hoffnungen in „Vichy“ setzten, ebenso wenig wie die Marseillaise heute die Hymne eines Tariq Ramadan, der in der Aufführung von Voltaires „Mahomet“ einen islamfeindlichen Akt sieht, und seiner Kollaborateure José Bové und Daniel Cohn-Bendit wäre.

    Wenn Elsässer für eine nationalstaatlich fundierte republikanische Ordnung à la francaise eintritt, wäre es konsequent, sich – wie in früheren Jahren – unmißverständlich antikommunitaristisch zu positionieren, wie es jene Franzosen tun, die – wie etwa Robert Redeker oder Louis Chagnon – das Recht auf Religionskritik für sich in Anspruch nehmen und die Prinzipien der Republik auch gegen von islamischen Integristen und „Globalisierungskritikern“ ausgehende antisemitische Kampagnen verteidigen.

    Wer den Nationalstaat verteidigt, muß Formen der „Kollektivität“, wie sie sich im korsischen, baskischen oder albanischen Gewaltsezessionismus äußern, kompromißlos eine Absage erteilen.

    P. S.: „Arbeit, Familie, Vaterland“ ist keine Parole der Résistance, sondern eine des vichyistischen Klerikalfaschismus.

  3. Es gibt einen Ausspruch des Propheten Muhammad (s.as.) „Der Wolf frisst das einzelne Schaf.“ Lauter Vereinzelte sind leichter zu kontrollieren und zu manipulieren als fest zusammehaltende Verbände, sei es nun Familie, Kirchen- oder Moscheegemeinde oder was auch immer. Leider hat man uns Scheinwerte wie Freiheit und Selbstverwirklichung so eingetrichtert, dass viele Menschen total beziehungsunfähig geworden sind, denen nichts bleibt als Konsum, wenn es gut läuft, wenn nicht, dann die Abschiebung ins Altenheim.

    Dazu gehören auch Karrierefrauen, die einsam in ihren Luxusappartements sitzen, weil sie den passenden Partner nicht finden – die tun mir wirklich Leid.

    Grüße

  4. Ja klar, in Estland, Finland, Rumänien, Ungarn usw. war der nationale Gedanke der Leitstern der Befreiungsfronten…. son Unsinn. Und in den 50ern (wo der Autor anscheinend mindestens wieder hinwill) gabs auch keinerlei Diskriminierung innerhalb von Kirchengemeinden, keinerlei Gewalt innerhalb von Familien. Wie gut das Zeit nur in eine Richtung verläuft.

  5. Niemand hat diese Entwicklung brillianter analysiert als der totgeschwiegene Roger Garaudy, man sollte sich seine verfemten Schriften erneut zu Gemüte führen. Alternativ dazu äusserst empfehlenswert: The Rockefeller File, deutsch: Die Rockefeller-Papiere von GaryAllen, Wiesbaden 1976; Vorwort Lawrence P. McDonald, Mitglied des US-Kongresses: er wurde dafür 1983 in einem Jumbo-Jet (Flug KAL 007) über der Insel Sachalin vor Japan zusammen mit 270 Menschen an Bord von einer sowjetischen Rakete abgeschossen.

  6. „stellen die Massenmedien jede Form von Kollektivität unter Faschismusverdacht“

    Haben Sie zufällig, sagen wir, die WM 2006 gesehen? Auf der Straße oder in den Massenmedien?

    Na also.

  7. Lara, sie sind schon eine Realitätsverweigerin der ganz ausgeprägten Sorte. Glauben sie selbst den Unsinn, den sie verbreiten?

    Offenbar ist für sie alles eine Verschwörungstheorie, was sie nicht verstehen bzw. worüber sie nichts wissen. Ist Elsässer jetzt Schuld an ihrer Ungebildetheit und Ignoranz, an der Tatsache, daß sie nie glernt haben, über den kleinbürgerlich-pseudo-emanzipierten Gartenzaun zu schauen und nur das nachträllern können, was ihnen von den Ideologen des (Welt-)Kapitals vorgeträllert wird, und sich dabei noch ungemein originell und schlau vorkommen?
    Und bitte fragen Sie jetzt nicht wieder nach, wer denn mit Ideologen des Kapitals gemeint ist, ob es diese wirklich gibt oder ob sie nur einer Elsässerschen Illusion entspringen. Allein diese Frage ist schon so dumm.

    Übrigens mache ich sie auf folgendes Zitat aufmerksam, daß „Zyniker“ in einem anderen Thread gespostet hat:
    „Um die Weltregierung zu verwirklichen, ist es notwendig, den Individualismus, die Loyalität zur Familie, das Nationalbewußtsein und die religiösen Dogmen aus den Gedanken der Menschen zu eliminieren.“
    ersten Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Brock Chisholm(von 1948-1953)

    Und mit seiner Absicht steht er dort nicht allein. Familie, Nation, Religion – das hat sich Elsässer alles nur in seinem Wahn ausgedacht? Oder sind nicht sie es, die diese seit Jahrzehnten vor sich gehende Entwicklung einfach ignoriert, weil es nicht in ihr Schema passt, wie sie sich Gesellschaft vorstellen?

  8. Herr Elsässer, was sie schreiben ist zum übergroßen Teil absolut richtig.
    Es ist doch bezeichnend für die Linke wenn sie jetzt erst auf das Hauptproblem Zins eingehen, währendessen die Rechte das schon seid jahrzehnten macht.
    Auch das die Globalisierer gezielt die Familie angreifen als Keimzelle des Volkes da sie die kleineste Solidarisierbare Gemeinschaft darstellt predigen wir schon seid zig Jahren.
    Endlich hat mal einer von den Verkorsten alt 68 ern das Maul auf gemacht.
    Sie bandeln sich wenigstens nicht an die Kapitalisten an wie viele ihrer früheren Gesinnungsgenossen die heute für den Springer Verlag schreiben.

  9. Tatsache ist, dass die Kritik an der konservativen bürgerlichen Familie immer eine absolut linke 68er Domäne war.

    Manche unserer “Errungenschaften” haben auch ihre Schattenseiten.

    man soll Phänomene wie demographische Probleme nicht wegleugnen, die Probleme unserer links-aufgeklärten Gesellschaft den bösen rechten kapitalitischen Imperialisten (oder wie es früher hieß: dem jüdischen Großkapital) in die Schuhe zu schieben, zeugt von einer tiefen intellektuellen und moralischen Korruptheit.

  10. Lieber hans,

    hattest du irgendwelche Zuckungen in den Fingern, als du deinen Beitrag geschrieben hast oder warum hast du deine Fragen in einen so großen Haufen an Unterstellungen und seltsame Vermutungen eingebettet?
    Ich sammel mal:

    Ich bin eine Realitätsverweigerin
    ungebildet, ignorant, kleinbürgerlich-pseudo-emanzipiert, dumm, komme mir originell und schlau vor, und trällere den Ideologen des Weltkapitals nach, was mir vorgeträllert wird.
    Wirklich, da hätte mehr kommen können. Aber gut, auch eine Variante auf Fragen zu reagieren, wenn man nicht in der Lage ist, zu antworten.
    Fassen wir das mal zusammen: Sobald jemand ungemütliche Fragen stellt, ist dieser indoktriniert, fremdgesteuert und dumm. Sprich: Du (und alle die deiner Meinung sind) haben Recht und gebt es nicht her. So lässt sich dann auch einfach definieren, wer die Gegner sind, nämlich: Jeder der anderer Meinung ist. Vielleicht wirst du verstehen (oder auch nicht), dass das für mich nicht sonderlich glaubwürdig erscheint.

    Du hast leider auch meinen Kritikpunkt nicht verstanden:
    „Familie, Nation, Religion – das hat sich Elsässer alles nur in seinem Wahn ausgedacht?“
    Mir ging es überhaupt nicht um die Worte, sondern um den Glauben, man besäße die Deutungshoheit über die Bedeutung dieser (und anderer) Worte.

    Das „Zitat“ ist übrigens sehr pussierlich. Für deinen nächsten Beitrag habe ich gleich eine kleine Aufgabe für dich: Eine Quelle zu finden, anhand der sich nachvollziehen lässt, woher die Sätze zitiert wurden und in welchem Kontext sie gesagt wurden. Oh… lass mich raten: Du kanntest Chisholm vorher nicht einmal vom Namen her, hast das Zitat nur abgeschrieben, ohne eine Ahnung zu haben, woher es kommt und ob es überhaupt (so oder anders von Chisholm) gesagt wurde. Passte schließlich gut in den Kram, nicht wahr?
    Und dann sagst du noch, warum es hier überhaupt von Bedeutung sein sollte, was Brock gesagt hat. Ich würde dich schießlich auch nicht zitieren, wenn ich gerade für die Allgemeine Verwirrtheit der Neuen Rechten argumentieren wollte 😀

    Oh du schöne Zuckerwattewelt. Wie schön muss es sein in dir zu leben.

  11. @Andre: „Ummhussain ist eine Expertin, wenn es um Familien geht?“

    Im Gegensatz zu vielen selbsternannten Experten, die im Fernsehen auftreten, führe ich das Unternehmen „Familie“ seit 23 Jahren recht erfolgreich – Gott sei Dank. Daher kann man mir durchaus eine gewisse Erfahrung attestieren.

  12. @ Lara:

    „Oh du schöne Zuckerwattewelt. Wie schön muss es sein in dir zu leben.“

    Ja Lara, so schön kann man sich selbst vorführen. Eben noch gesagt, es gibt keine biologischen Geschlechter, und jetzt was von der Zuckerwattewelt erzählen, in der ANDERE angeblich leben.
    Du hast echt einen an der Pfanne, geh zum Arzt oder diene hier weiter als abschreckendes Beispiel! LOL!

  13. Ach, und ihre Eltern sind auch unter ihrer Führung? Oder gehören die „Gott sei Dank“ nicht mehr zu ihrem „Unternehmen“?

  14. @Hans

    Wenn du richtig gelesen hättest, hättest du verstanden, dass ich nirgendwo geschrieben habe, dass es keine biologischen Geschlechter gibt, sondern, dass es nicht nur zwei biologische Geschlechter gibt.

    Aus deiner Reaktion schließe ich mal, dass du keine zitierbare Quelle für den von dir hierher zitierten Ausspruch hast und dass du auch sonst nicht an einer Diskussion interessiert bist. Schade für dich.

    @ummhussain

    Warum führst du die Karrierefrau als Beispiel an, warum nicht den Karrieremann? Oder beide?
    Ich denke wir beide sind einer Meinung, dass eine Familie in aller erster Linie auf dem Prinzip der Liebe und Zuneigung basieren sollte. Wir stimmen vermutlich ebenso überein, dass die Scheidungswelle seit den 70ern nicht aus dem Nichts kam, sondern dass sie ein aufgestautes Bedürfnis darstellte. Die Familie ist nicht plötzlich zerfallen, sie wurde durch Normen zusammengehalten, die teilweise repressiv und menschenfeindlich war. Gewalt gegenüber Ehefrauen wurde lange Zeit NICHT adäquat geahndet, weil sie als Streitigkeiten in der Familie durchgingen. Ähnliches gilt bei Gewalt gegenüber Kindern (und natürlich rede ich nicht von einen Klaps auf den Po, sondern von harten Schlägen, die zu schwerwiegenden Verletzungen führen). Ich finde es schön und erkenne es hoch an, dass jemand eine Familie über lange Zeit erfolgreich mitgestaltet, nichtsdestotrotz ist nicht jede Familie ein Hort der Zuflucht, in vielen Fällen ist sie eben auch das genaue Gegenteil. Ich habe meine Familie vor allem im Laufe meiner Arbeit aber auch meines Lebens zu schätzen gelernt, weil ich unzählige Menschen kennen gelernt habe, für die die Familie kaum etwas oder gar nichts mit Liebe zu tun hatte.

    Die stabile Lebensgemeinschaft als Zelle der Gesellschaft ist, da stimme ich dir zu, schützenswert, und sie ist unbedingt notwendig. Nichtsdestotrotz muss jede kollektive Gemeinschaft auch auf interne Machtstrukturen untersucht werden, die potenziell diskrimierend sein. Das gilt für die Familie, für die Schulklasse, die Clique, für die Gesellschaft im allgemeinen.
    Wenn eine Frau den Haushalt und das Kind betreuen will, dann ist das ihr gutes Recht, aber es ist eben auch ihr gutes Recht dies nicht zu wollen. In einer funktionierenden Beziehung kommt es für gewöhnlich auch zu keinem Konflikt, denn da würden die Partner diesen idealerweise untereinander aushandeln und zu irgendeiner Lösung kommen.Eine Familie, in der der Wille der Frau zu arbeiten durch die Norm „Hausfrau“ unterdrückt wird, kann keine Gleichberechtigung herrschen. Ebenso wäre es doch eine seltsames Vorgehen, wenn man Frauen, die keine Kinder bekommen wollen, als Rabenmütter bezeichnet, statt die berechtigte Frage zu stellen, weswegen sie es nicht wollen. Karriere ist da sicherlich ein Grund, nur frage ich mich, ob sich nicht ebenso viele Männer auch gegen das Kind entscheiden würden, wenn sie der Hausmann sein müssten. Ganz im ernst, ich glaube, das Verhalten wäre ebenso. (Ich beziehe mich jetzt auf den Diskurs hier im Allgemeinen, nicht auf deinen Beitrag)

    Ich denke, dass das was den Menschen fehlt, die Erkenntnis ist, dass die Solidarität der Gemeinschaft nicht selbstverständlich ist und wir deswegen etwas dazu beitragen müssen, statt ausschließlich zu versuchen von ihr zu profitieren, Stichwort Karrieremenschen. Wir benötigen für die Zukunft nicht nur Gruppen (egal welcher Form), sondern auch eine Vorstellung, auf welcher Basis die Gruppen entstehen. Die Familie als theoretisches Konstrukt und die Familie als Praxis sind eben (natürlicherweise & leider) nicht identisch.

  15. @Lara:

    „Warum führst du die Karrierefrau als Beispiel an, warum nicht den Karrieremann? Oder beide?“

    Weil in jedem Kollektiv, so auch in der Familie, eine bestimmte Ordnung herrschen muss.

    Das bedeutet, man kann nicht Kinder erziehen, besonders wenn sie noch klein sind, und gleichzeitig den Anforderungen der Arbeitswelt in dem Ausmaß genügen, dass man von Karriere überhaupt sprechen kann. Jetzt magst du fragen, warum es immer die Frau sein muss, die sich um die Kinder kümmert. Männer und Frauen sind nun mal nicht GLEICH, allen Geredes zum Trotz. Auf die Gefahr hin, in der Luft zerrissen zu werden : Aufgrund ihrer größeren Emotionalität und ihres Einfühlungsvermögens ist die Frau geeigneter, dass sie sich hauptsächlich der Erziehung der Kinder widmet, was nicht bedeutet, dass der Vater unwichtig ist, im Gegenteil.

    „Ich denke wir beide sind einer Meinung, dass eine Familie in aller erster Linie auf dem Prinzip der Liebe und Zuneigung basieren sollte.“

    richtig.

    „Wir stimmen vermutlich ebenso überein, dass die Scheidungswelle seit den 70ern nicht aus dem Nichts kam, sondern dass sie ein aufgestautes Bedürfnis darstellte. Die Familie ist nicht plötzlich zerfallen, sie wurde durch Normen zusammengehalten, die teilweise repressiv und menschenfeindlich war. Gewalt gegenüber Ehefrauen wurde lange Zeit NICHT adäquat geahndet, weil sie als Streitigkeiten in der Familie durchgingen. Ähnliches gilt bei Gewalt gegenüber Kindern (und natürlich rede ich nicht von einen Klaps auf den Po, sondern von harten Schlägen, die zu schwerwiegenden Verletzungen führen).“

    nur teilweise Zustimmung. Sicher gab und gibt es die von dir beschriebenen Missstände, aber musste man gleich mit der Brechstange hingehen und die Familien zerstören, in dem man sie in den 68 ern zu einer repressiven und reaktionären Institution erklärte, die es zu überwinden galt ? Wurde da nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?

    „Ich finde es schön und erkenne es hoch an, dass jemand eine Familie über lange Zeit erfolgreich mitgestaltet, nichtsdestotrotz ist nicht jede Familie ein Hort der Zuflucht, in vielen Fällen ist sie eben auch das genaue Gegenteil.“

    da hast du leider Recht, aber wie du schon schreibst, gilt das für alle Kollektive, nur dass man sich die Familie nun mal nicht aussuchen kann. Auch wenn das für viele komisch klingen mag, aber eine Verbesserung der Gesellschaft ist ohne die Verbesserung der Familie nicht möglich, und das geht nur durch konsequente Selbsterziehung. Ich kenne eine Menge Leute, die zwar nach außen hin den Weltverbesserer rauskehren bzw. wirklich von ihren Idealen überzeugt sind, ihre Familien aber dabei vernachlässigen, und das darf nicht sein.

    “ Ich habe meine Familie vor allem im Laufe meiner Arbeit aber auch meines Lebens zu schätzen gelernt, weil ich unzählige Menschen kennen gelernt habe, für die die Familie kaum etwas oder gar nichts mit Liebe zu tun hatte.“

    so geht es mir auch, und das finde ich ebenfalls bedauerlich, dass es bei vielen so aussieht.

    „Wenn eine Frau den Haushalt und das Kind betreuen will, dann ist das ihr gutes Recht, aber es ist eben auch ihr gutes Recht dies nicht zu wollen. In einer funktionierenden Beziehung kommt es für gewöhnlich auch zu keinem Konflikt, denn da würden die Partner diesen idealerweise untereinander aushandeln und zu irgendeiner Lösung kommen.“

    Das sollen sie aber möglichst VOR der Eheschließung aushandeln, statt dass jeder der beiden sein Ding durchzieht, sonst sind Konflikte unausweichlich. Eine Familie ist ein WIR, kein ICH mehr, leider haben das viele noch nicht verstanden.

    Es entscheiden sich auch immer mehr Männer gegen Kinder – weil sie keine Verantwortung dafür tragen wollen.

    Grüße

  16. @Lara

    Es ist ein Kreuz.

    Eigentlich müsste man Sie, werte Lara, mit ihrem abgeschmackten Jargon („nationale Narrative“, „Mechanismen der Exklusion“) ja wirklich in der BA-Studienordnung liegen lassen, der sie entsprungen sind…

    Da fragen Sie Elsaesser:

    „Aber ist es Ihnen nicht ein wenig peinlich, den Nationsbegriff auf so offensichtliche Weise schön zu biegen?“

    Wo bitte biegt Elsaesser den Nationsbegriff schön? Er verwendet ihn, und zwar nicht irgendeinen, sondern den französischen, also gerade einen nicht-voelkischen. Elsaesser sieht, wenn ich ihn richtig verstanden habe, im Nationalbegriff auch keinen Selbstzweck, sondern eher eine Art Vehikel, um Ziele zu erreichen, die anders nicht zu erreichen sind, alles rein strategische Erwägungen. Der Endzweck ist die Sicherung unseres Sozialstaates, nicht mehr und nicht weniger. Daher auch das Insistieren auf der Notwendigkeit intakter Familiestrukturen. Ob das an allen Stellen richtig gedacht ist, darüber könnte man streiten, aber gerade das verweigern Sie, werte Lara.

    Also was soll dieses ganze Geschwafel, Lara? Ist es Ihre Strategie, den Blog unter Textmassen zu begraben?
    Sie beten das fade Zeug davon, daß Nationen selbstverständlich mehr oder weniger willkürliche Konstrukte sind, das sie in irgendeinem Hörsaal aufgeschnappt haben, hier fein artig runter. So 100% falsch ist das ja gar nicht.
    Aber merken Sie denn nicht, wie irrelevant es in den Zusammenhaengen der aktuellen politischen Lage ist?
    Im übrigen gilt diese Auffassung auch erst seit den 80er. Davor war Konsens, daß Nationen durch Sprache und Kulturtradition gewachsen und gegeben sind. Eine wirklich interessante Frage wäre z.B., weshalb hier ein Paradigmenwechsel eingesetzt hat? Da könnte man was lernen über Wissenschaftskultur, Zeitgeist, das Funktionieren des bundesrepublikanischen Universitätsbetriebes und und und. Aber da würde die Musterstudentin von heute gleich „Verschwörungstheorie“ kreischen und sich und anderen das Denken verbieten.

    Und das oberschlaue Einfordern von Komplexität ist auch nur noch peinlich. Es versteht sich doch völlig von selbst, daß die Welt immer komplexer ist, als unsere Beschreibungen. Jeder, wirklich jeder betreibt strukturelle Vereinfachung und also können Sie mit diesem Einwand jeden zum Schweigen auffordern, oder es zumindest versuchen. Uebrigens auch sich selbst. Aber merken Sie nicht, wie hundstrivial das ist?

    Daß der Hitlerfaschismus in Wahrheit nicht national (und auch nicht sozial!) war, ist entgegen Ihren Tiraden natürlich auch vollkommen richtig. Der Nation hat diese Verbrecherclique den größten Schaden zugefügt, an gewachsener nationaler Tradition hatten diese faschistischen Revolutionaere kein Interesse. Daß sich die zugehoerige Partei das Attribut „national“ verpaßt hat, war im Grunde ein Propagandatrick. Einige fallen auch heute noch nur allzu gern darauf herein.

    Die Hitlerfaschisten haben den Begriff der Nation für ihre Zwecke missbraucht und nichts anderes, nur unter umgekehrten Vorzeichen, scheinen mir manche Kritiker des Nationalbegriffs heute zu tun.

  17. @ummhussain

    „Männer und Frauen sind nun mal nicht GLEICH, allen Geredes zum Trotz. Auf die Gefahr hin, in der Luft zerrissen zu werden : Aufgrund ihrer größeren Emotionalität und ihres Einfühlungsvermögens ist die Frau geeigneter, dass sie sich hauptsächlich der Erziehung der Kinder widmet, was nicht bedeutet, dass der Vater unwichtig ist, im Gegenteil. “

    Gut, dass du das Verreißen ansprichst, da muss ich es nicht machen. So einfach wie du hier schreibst, sind Menschen leider nicht. Synchron ist das sicherlich eine schwierige und meines Erachtens auch biologistische Diskussion, diachron könnte man das gesamte menschliche Verhalten verurteilen, denn die Erziehung durch Frauen und durch Männer hat sich alleine in den letzten 50 Jahren radikal verändert und erheblich radikaler in einem Schnitt durch die Jahrhunderte.
    Abgesehen davon, dass Begriffe wie Emotionalität und Einfühlungsvermögen kaum messbar sind, gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sich Kinder, die von einem Hausmann betreut werden, in irgendeiner Weise negativ entwickeln. Grundsätzlich werden Kinder in einer Familie mit zwei Elternteilen auch in der Regel von beiden erzogen werden, unabhängig davon, wer arbeitet.

    Was zählt ist, dass die Eltern ihr Kind mit Liebe und Zuneigung erziehen, dass sie ihm ein soziales Netz bieten und es gleichzeitig nicht vollends fremdbestimmen. Wenn du behauptest, dass dies nicht möglich ist, wenn die Frau arbeitet und der Mann erzieht, dann solltest du deine Gründe, die du sicherlich hast, auch nennen.

    „nur teilweise Zustimmung. Sicher gab und gibt es die von dir beschriebenen Missstände, aber musste man gleich mit der Brechstange hingehen und die Familien zerstören, in dem man sie in den 68 ern zu einer repressiven und reaktionären Institution erklärte, die es zu überwinden galt ? Wurde da nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?“

    Ich will nicht allzu zynisch wirken, aber da sind viele Menschen misshandelt worden. Die Brechstange, von der du redest, war vielmehr ein Metallbalken, der die Tür versperrt hat. Die 68er hier rein zu bringen finde ich vollkommen störend. Erstens kann keiner von uns beiden für eine derart weit gestreute Bewegung sprechen, wenn es „die 68er“ schon nicht konnten und zweitens interessiert mich die Realität und da war die Rezeption von Konzepten der 68er nicht radikal, sondern sehr moderat. Familie wird da nicht als repressiv und autoritär rezipiert, aber durchaus – wie jedes Kollektiv – als möglicher Diskriminierungsbereich. Wenn ich mir deine Beiträge ansehe, sind wir uns auch da einig.

    „da hast du leider Recht, aber wie du schon schreibst, gilt das für alle Kollektive, nur dass man sich die Familie nun mal nicht aussuchen kann.“

    Man kann sich die wenigsten Kollektive direkt aussuchen. Aus den meisten können wir erst im Nachhinein aussteigen. Die Familie gehört dazu und dass das so ist, ist wichtig (solange wir unter Familie die reine Konstellation Eltern-Kinder verstehen).

    „Auch wenn das für viele komisch klingen mag, aber eine Verbesserung der Gesellschaft ist ohne die Verbesserung der Familie nicht möglich, und das geht nur durch konsequente Selbsterziehung“

    Vollkommener Konsens. Nur kann Familie innerhalb der genannten Ideale viele Formen annehmen. DARAN müssen wir doch den Erfolg messen, nicht an der Übereinstimmung mit einem Erscheinungsbild, von dem wir wissen, dass es teilweise sehr weitreichende Defekte hatte. Selbsterziehung – ja, auf jeden Fall, aber mit dem Wohl der Familienmitglieder im Auge und nicht (irgend)einer Norm.

    „Das sollen sie aber möglichst VOR der Eheschließung aushandeln, statt dass jeder der beiden sein Ding durchzieht, sonst sind Konflikte unausweichlich. Eine Familie ist ein WIR, kein ICH mehr, leider haben das viele noch nicht verstanden.“

    Ich denke zunächst, dass das man nicht ausschließlich zwischen VOR und NACHHER unterscheiden kann. Du weißt, Ehen verändern sich, teilweise massiv, weil sich Menschen ändern, weil sich Umstände ändern. So einfach kann man es sich hier nicht machen.
    Ja, eine Familie bedeutet WIR und kein ICH. In den nicht-funktionierenden Beziehungen, in denen es dann auch oftmals zu einer Trennung kam, gab es kein WIR mehr. Ein WIR besteht eben aus mindestens zwei ICHs, die sich nicht mehr verstehen. Die Frage, ob es egoistisch ist, dass der Mann arbeiten will oder, dass die Frau kein Kind möchte… die stellt sich weder für mich noch für dich. Die stellt sich immer nur IN der Beziehung, d.h. in der Frage, ob ein Partner etwas macht ohne damit im Konsens mit dem Partner zu liegen.

    „Es entscheiden sich auch immer mehr Männer gegen Kinder – weil sie keine Verantwortung dafür tragen wollen. “

    Der Punkt ist doch der: Ein Mann, der beschließt, dass ER, arbeiten geht, handelt nicht perse egoistisch, es sei denn, die Meinung seines Partners oder seiner Partnerin interessiert ihn nicht. Genauso handelt eine Frau, die arbeiten geht, nicht perse egoistisch, es sei denn, sie entscheidet ohne Rücksicht auf ihren Partner oder ihre Partnerin.

    Liebe Grüße
    L

    Lieber Hans,

    „“Eigentlich müsste man Sie, werte Lara, mit ihrem abgeschmackten Jargon („nationale Narrative“, „Mechanismen der Exklusion“) ja wirklich in der BA-Studienordnung liegen lassen, der sie entsprungen sind…“

    Ich weiß, es wird dir schrecklich Angst machen, wegen der bösen Systemfunktionäre, die deine schöne heile-heile Welt mit ihren Worten und Taten kaputt machen, aber ich unterrichte bereits seit längerer Zeit die Studenten (und erziehe sie übrigens auf gemeine und hinterhältige Weise zu eiener willenlose Masse, die sich von meinen Herren ausbeuten lassen).
    Und ganz im Ernst: Mich freut es, dass du den Jargon „abgeschmackt“ findest, denn es bestätigt mich in der Meinung, dass du von Sozialwissenschaften eigentlich keine Ahnung hast, sprich: deine desolaten Analysemethoden sind keine Folge des Bildungssystem, sondern einfach ein Zeichen fehlender Bildung.

    „Wo bitte biegt Elsaesser den Nationsbegriff schön? Er verwendet ihn, und zwar nicht irgendeinen, sondern den französischen, also gerade einen nicht-voelkischen.“

    Es existiert kein einheitlicher Nationsbegriff, weder dass es einen deutschen noch einen französischen, was aus der Logik hervorgeht, dass das Konzept der Nation nicht sonderlich alt ist, sondern im Gegenteil, sehr modern. Falls du Literatur brauchst, kann ich dir diese gerne reichen.

    „Der Endzweck ist die Sicherung unseres Sozialstaates, nicht mehr und nicht weniger. Daher auch das Insistieren auf der Notwendigkeit intakter Familiestrukturen.“

    Klingt toll – wenn auch nur nach dem Bruchteil einer Definition… und diese ist leider leider nicht universell. Schade, nicht?

    „Ob das an allen Stellen richtig gedacht ist, darüber könnte man streiten, aber gerade das verweigern Sie, werte Lara. “

    Oho, interessant. Bitte ein Zitat um das zu belegen. Achso, war doch wieder nur eine reflexartige Behauptung, richtig?

    „Sie beten das fade Zeug davon, daß Nationen selbstverständlich mehr oder weniger willkürliche Konstrukte sind, das sie in irgendeinem Hörsaal aufgeschnappt haben, hier fein artig runter.“

    Soso, weil so etwas in Hörsälen erzählt wird, ist es fade. Interessante Argumentation. Aber ich gebe dir vollkommen Recht: Die wirklich feucht-fröhlichen Gespräche finden doch am Stammtisch statt, natürlich vollkommen unangepasst.

    „Aber merken Sie denn nicht, wie irrelevant es in den Zusammenhaengen der aktuellen politischen Lage ist?“

    Nein, ich merke nur, dass ein Herr Elsässser gerne der Nation seine ganz eigene Definition auferlegt.

    „Im übrigen gilt diese Auffassung auch erst seit den 80er. Davor war Konsens, daß Nationen durch Sprache und Kulturtradition gewachsen und gegeben sind.“

    😀 Nun, wenn du’s sagst. Dass du Bibliotheken nicht sonderlich gut leiden kannst, hast du ja schon breit und lang dargelegt.

    „Und das oberschlaue Einfordern von Komplexität ist auch nur noch peinlich. Es versteht sich doch völlig von selbst, daß die Welt immer komplexer ist, als unsere Beschreibungen. Jeder, wirklich jeder betreibt strukturelle Vereinfachung und also können Sie mit diesem Einwand jeden zum Schweigen auffordern, oder es zumindest versuchen.“

    Hei wie schön das Leben des Relativisten ist. Alles ist komplex, also können wir den Verstand ausschalten. Juchu, endlich mal denken, was man will, ohne dafür irgendwelche Begründungen anführen kann. Dass du viele Dinge in der Welt nicht verstehst, ja, das habe ich mittlerweile verstanden.

    „Daß der Hitlerfaschismus in Wahrheit nicht national (und auch nicht sozial!) war, ist entgegen Ihren Tiraden natürlich auch vollkommen richtig.“

    Wow, welch Meisterwerk der Rhetorik. Wenn man keine Begründung hat, behauptet man einfach. Wie sagen die Jugendlichen noch einmal? Isso!
    Autoritär geneigte Menschen, meinen oft, dass sie der Nabel der Welt sind und daher auch die Bedeutung der Wörter festschreiben und anderen auferlegen zu können. Witzig nur, dass du hier eine absolut konstruktivistische Schiene fährst (wenn auch eine ziemlich voreingenommene), wo du sie doch gerade eben noch versucht hast als schnödes Unigebrabbel zu enttarnen.
    Wie teuer ist die Pacht der Wahrheit eigentlich?

  18. Was haben denn die durch und durch technischen Sozialwissenschaften mit „Bildung“ zu tun?

    Und wenn Sie sehen wollen, was „desolate Analysemethoden“ sind, konsultieren Sie einfach nochmal die Bamberger Studie.

    Sie unterrichten also, liebe Lara? Und sogar an einer Universitaet! Das haetten Sie nicht sagen muessen, denn von nichts anderem bin ich die ganze Zeit ausgegangen.

  19. „Sie unterrichten also, liebe Lara? Und sogar an einer Universitaet! Das haetten Sie nicht sagen muessen, denn von nichts anderem bin ich die ganze Zeit ausgegangen.“

    😀 sicher sicher lieber Hans, deswegen hieß es weiter oben auch…

    ”Eigentlich müsste man Sie, werte Lara, mit ihrem abgeschmackten Jargon („nationale Narrative“, „Mechanismen der Exklusion“) ja wirklich in der BA-Studienordnung liegen lassen, der sie entsprungen sind…”

    Aber ist schon Recht. Ich weiß ja, dass du für deine Aussagen Kristallkugeln bevorzugst.

    „Was haben denn die durch und durch technischen Sozialwissenschaften mit “Bildung” zu tun?“

    Das wirst du vielleicht noch lernen wenn du groß bist.

    Beste Grüße

  20. @Lara

    Sie unterrichten nicht nach einem hochmodernen BA-Lehrplan? Das irritiert mich nun etwas.

    Ansonsten drehen Sie sich wie üblich im Kreis und beschäftigen sich mit der Vorstellung, die Sie von dem haben, der ihnen hier immer noch in seinen Pausen antwortet, nicht aber mit der Sache.

    Noch mal ganz kurz und prägnant:

    Dass die Studie auf der telefonischen Befragung von 693 gleichgeschlechtlichen Paaren und einer Gegenprobe nur bei 95 Kindern aufbaut, eben diese Tatsache sorgt für eine schwere Verzerrung der Ergebnisse. Darauf hinzuweisen hat nichts mit Haarspalterei oder Voreingenommenheit zu tun.

    Man hätte überhaupt NUR die Kinder, die in jenen 693 gleichgeschlechtlichen Paaren leben, befragen müssen und zwar getrennt von ihren „Eltern“ und nicht nur telefonisch. Das Ganze hätten geschulte Kinderpsychologen durchführen müssen und dann hätte die Studie vielleicht etwas darüber gesagt, ob und wie die Kinder aktuell wirklich damit zurechtkommen, bei einem gleichgeschlechtlichen Paar zu leben.

    Das wurde aber nicht gemacht. Stattdessen hat man schlampig und einseitig gearbeitet. Und an diesem METHODISCHEN FEHLER, hinter dem ganz offensichtlich die Absicht steht, die Ergebnisse von vorneherein festzulegen, ändert auch Ihr vieles Gerede nichts. Die Studie bleibt, was sie ist: ein in seiner Durchsichtigkeit hochschlampiger Manipulationsversuch.

    Interessanterweise gehen Sie mit keinem Wort auf die OECD-Sache ein. Nun gut. Indem ich dies schreibe, provoziere ich vielleicht wieder eine Tirade.

    Falls Ihre Kritik sozialer Normen, die ich in der vorgetragenen Form für sachlich falsch halte, von ihnen subjektiv ernst gemeint sollte, falls sie hier also wahrhaftig sprechen sollten, wovon ich mal ausgehe, würde mich interessieren:

    Merken Sie wirklich nicht, dass Sie sich damit zum nützlichen Idioten von Interessengruppen machen, denen alles andere am Herzen liegt als das Schicksal armer dicker Kinder mit lesbischen Eltern? In deren Kalkül dient die Kritik sozialer Normen doch nur dazu, den internationalen Finanzinvestoren den Tisch zu bereiten. Ganz so wie Elsaesser es schon mehr als einmal gezeigt hat.

  21. „Sie unterrichten nicht nach einem hochmodernen BA-Lehrplan? Das irritiert mich nun etwas. “

    😀 Netter Versuch dich rauszuwinden. Ich unterrichte übrigens nach wie vor Diplomstudenten und -studentinnen. Dass das dich wundert, wundert mich wiederum überhaupt nicht.

  22. Lieber Hans,

    dass es sich nicht um eine Person handelt ist mir vollends bewusst (nicht zuletzt daran abzulesen, dass ich weiter oben Beiträge an euch beide schrieb), aber schön zu sehen, dass du dich um eine Verwechslung sorgst.

    Was meine Arbeit anbelangt, so handelt es sich in beiden Fällen um Antworten auf deine platten Tiraden bzw Fragen, wie jeder geneigte Leser weiter oben nachvollziehen kann.
    Aber möglicherweise stellst du Fragen auch sonst nicht, damit sie beantwortet werden und ich habe deine etwas eigentümliche Sprache einfach noch nicht verstanden.

  23. @ Ummhussain

    Wir duerfen Lara schon abnehmen, dass ihr die Brust schwillt, weil sie einen Lehrauftrag abbekommen hat. Was allerdings die ellenlangen Blogs von Lara angeht, so gilt:

    Ein Text ist entweder lang oder kurz, schlecht oder gut und wenn er schlecht ist, dann ist er besser kurz.

  24. Beschäftigt man sich mit den Schriften der meisten Linken heutzutage, muss einem Jürgen Elsässer automatisch wie ein frischer Wind vorkommen. Bravo, auch hier bewegt sich was! Und gerade in der Familienpolitik ist ein Umdenken von höchster Dringlichkeit!
    Allerdings stört mich das unhaltbare Dogma der deutschen Alleinschuldthese am 2.WK, die hier doch wieder durchschlägt, immens. Würde man sich hier einen etwas wissenschaftlicheren Blick erlauben, könnte man auf die Geschichte erheblich schärfen sehen und somit den Ablauf des 20.Jh besser verstehen.
    Als Anregung: Präsident Roosevelt sagte im Sommer ´39, dass die Ostgrenze des US-amerikanischen Einflussbereichs die Westgrenze der Sowjetunion sei und als die Wehrmacht im Juni ´41 in die SU einmarschierte, nahm sie binnen weniger Wochen über 3 Millionen Kriegsgefangene (was machte die gesamte Rote Armee an der Westgrenze ihres Landes?).

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