Iran: Aufstand des Milliardärs

Und: COMPACT – Medizin gegen Political Correctness

Revolution im Iran? Volksaufstand für mehr Demokratie? Dass das nicht stimmt, kann man sogar der bürgerlichen Presse entnehmen, wenn man genau liest. Zum Beispiel der Frankfurter Allgemeinen vom vergangenen Donnerstag, Seite 3:

„Immer mehr verdichten sich die Anzeichen, dass einer zwar schweigt, aber hinter den Kulissen tätig ist. Während des Wahlkampfs hatte Ahmadineschad seinen Widersacher, den Milliardär Rafsandschani, in einer Schärfe angegriffen, die in der Islamischen Republik unter Trägern des Regimes beispiellos ist. Rafsandschani drohte darauf Ahmadineschad, er werde dafür sorgen, ihn kaltzustellen, wie es dem ersten Ministerpräsidenten nach der Revolution, Bani Sadr, ergangen war. Ahmadineschad erwiderte die Drohung mit einer Drohung: Rafsandschani werde dann wie Ajatollah Montazeri, der abgesetzte Kronprinz von Chomeini, kaltgestellt, der unter Hausarrest gestellt wurde. Rafsandschani verfügt über viel Geld und über funktionierende Netzwerke. Immer stärker verdichten sich daher die Anzeichen, dass er sein Gewicht hinter die Kundgebungen wirft – nicht, weil sie Mussawi dienen, sondern weil sie Ahmadineschad in Bedrängnis bringen. Dabei kann er auf die Sympathie des hohen Klerus von Qom, dem religiösen Zentrum Irans, zählen und auf die Unterstützung der niederen Geistlichkeit. Denn nach Ahmadineschads Angriffen war Rafsandschani nach Qom gereist und hatte sich dort wenige Tage vor der Wahl die Unterstützung der Ajatollahs versichert. Ahmadineschad nutzt nun die Spannungen – wie er es schon bei anderen, zum Teil selbst geschaffenen Krisen getan hatte – zu seinem Vorteil. Er setzt zur Ausschaltung der Reformer und auch Anhänger Rafsandschanis an. Es überrascht daher nicht, dass beide Lager unterschiedliche Begründungen für die Ausschreitungen vorschieben. Die Opposition macht für die Gewalt Mitglieder der Freiwilligenmiliz der Basidsch verantwortlich, die sich angeblich und deutlich sichtbar den Bart abrasiert hätten. Sie steckten Autos und Bushaltestellen in Brand, um die Proteste zu diskreditieren, behaupten Mussawis Anhänger. Dem halten die Anhänger Ahmadineschads entgegen, Mussawi bediene sich krimineller Elemente wie der in Iran verbotenen Terror- und Untergrundorganisation Mudschahedin-e Chalk.Behauptung steht gegen Behauptung. Sie zu überprüfen wird zunehmend schwieriger.“

(aus: Rainer Hermann, Bedrohliches Schweigen, FAZ 18.06.09 – nur Printausgabe)

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Sind Sie interessiert an provokativen Thesen? Dann ist COMPACT, das Printmedium aus der Volksinitiative, das Richtige für Sie. Der erste Band in der Herausgeberschaft von Jürgen Elsässer erscheint Anfang Juli 2009. Dann hat das Herumärgern mit politisch-korrekt zurechtgeschliffenen Linksblättchen wie Junge Welt und Neues Deutschland ein Ende.

Jürgen Elsässer (Hrsg.), GEGEN FINANZDIKTATUR. Die Volksinitiative – Grundsätze, Konzepte, Ziele.

Bstellen: http://www.kai-homilius-verlag.de/vp/12.10/index.php

Dann geht es jeden Monat Schlag auf Schlag weiter: Im August schreibt Knut Mellenthin, der bekannte Autor von Junge Welt und anderen, über Obama. Im September geht es um Winnenden, was an der Polizeiversion nicht stimmt, aus der Feder von Andreas Hauß, zusammen mit Matthias Bröckers einem der 9/11-Bestsellerautoren bei Zweitausendeins.

Die Bücher haben jeweils ca. 110 Seiten, werden brandaktuell produziert und zum Kampfpreis von 7.50 Euro auf den Markt gebracht. Angestrebt wird der Aufbau eines breiten Abonnentenstamms. – Mehr Informationen in den nächsten Tagen, u.a. die Abokonditionen. Hier erstmal einige Ausführungen zum Konzept der COMPACT-Reihe:


COMPACT: Was verboten ist, macht uns gerade scharf

In Zeiten der Krise versuchen die Regierenden, ihre Untertanen stärker zu kontrollieren. Früher machten sie das mit plumper Zensur, heute wollen sie vor allem unsere Kommunikation beherrschen: Krieg heißt Frieden, Sklaverei wird Freiheit genannt und Unwissenheit als Stärke gerühmt. Indem man die Sprache verarmt, schränkt man das Denken ein und macht Kritik zahnlos: Wer ein Wort wie „Volk“ ausmerzt, verhindert eine Diskussion um die Weiterentwicklung der Demokratie, die ohne diesen Grundbegriff nicht vorstellbar ist. Wer den Begriff „Konzentrationslager“ auf die deutsche Vergangenheit beschränkt, wird die Realität von Abu Ghraib und Guantanamo nicht beschreiben können. Wer vom „Zionismus“ nicht reden darf, muss auch vom Faschismus schweigen.

COMPACT wird die Dinge beim Namen nennen. Was verboten ist, macht uns gerade scharf – das ist das Motto dieser Schriftenreihe. Im ersten von mir herausgegebenen Band, den Sie gerade in den Händen halten, geht es um Volk und Volksinitiative. Im zweiten werden die US-Konzentrationslager Thema sein, die auch der neue Präsident nicht schließen wird. Im Herbst werden wir  uns den zionistischen Kriegsverbrechen in Gaza widmen. COMPACT ist das Gegengift zur politischen Korrektheit, also zur Ideologie der Neuen Weltordnung, die in den Massenmedien und auch in der linken Presse zum unantastbaren Tabu geworden ist.

Nur ein Einwand gegen unser ehrgeiziges Projekt ist vorstellbar: Die ewigen Skeptiker werden sagen,  man könne kein neues Printmedium am Markt platzieren, schon gar nicht in Zeiten der Wirtschaftskrise. Außerdem könne man rebellische Inhalte längst kostenlos lesen, im Internet. Diese Entwicklung mag tatsächlich für Tageszeitungen eine Gefahr sein, die mit der Schnelligkeit der elektronischen Medien nicht Schritt halten können. Aber gut recherchierte Bücher, anhand derer der Leser die Inhalte  der www-Wundertüten überprüfen können, werden durch die Blogger-Inflation nicht überflüssig, sondern noch notwendiger. Die COMPACT-Bände, das verspreche ich Ihnen als Herausgeber, werden nie politisch korrekt, aber immer in den Fakten korrekt sein – und dabei aktuelle Themen so schnell aufgreifen, wie man das ansonsten nur von Zeitschriften kennt.

Natürlich hat es Aufklärung nicht leicht, vor allem in diesem Land. “Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde,” erkannte schon Napoleon Bonaparte.  Als Gegenrezept empfahl Karl Marx: „Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und der Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert. (…) Man muß das Volk vor sich selbst erschrecken lehren, um ihm Courage zu machen.“

Voila: COMPACT wird dem Volk Courage machen – wenn Sie, die Leser, uns dafür die finnziellen Mittel verschaffen. Mit anderen Worten: Abonnieren Sie JETZT!

Jürgen Elsässer, Herausgeber


24 Kommentare zu „Iran: Aufstand des Milliardärs

  1. Leider ist das zum Teil sogar richtig.

    Etwas mehr Aufschluss gibt vielleicht die Rede von Ayatollah Khamene´i beim gestrigen Freitagsgebet.
    Dort hat Ayatollah Khamene´i jedem der Kontrahenten eine Tür geöffnet, ihre Fehler wiedergutzumachen. Er hat auch klargestellt, dass es nicht angeht, jemanden öffentlich der Korruption zu beschuldigen ohne Beweise, sondern dann der Rechtsweg beschritten werden solle.
    Auf der anderen Seite aber trat er auch den Beleidigungen gegenüber Dr. Ahmadinejad entgegen, die seine Gegner an ihn richteten. Insgesamt war es eine sehr bewegende Rede:

    Teil 1:

    http://www.shiatv.net/view_video.php?viewkey=ffecf9796cb9706c75
    ee

    Teil 2:

    http://www.shiatv.net/view_video.php?viewkey=af58c4d262677292270e&page=1&viewtype=&category=

  2. Braucht dir nicht Leid zu tun . Mir tuts ja auch nicht Leid, wenn sich meine Sympathie für die Mainstream-Medien in überschaubaren Grenzen hält. Nur sollte man eben dann auch respektieren, dass die Mehrheit der Iraner die Vorgänge dort anders beurteilen.

  3. Meine Sympathien für Mainstreammedien und das Regime in Teheran halten sich in Grenzen.;-)

  4. In Bezug auf das Video von Eva: Ist doch in Ordnung, dass sie diese Pressehuren nicht in ihrem Land haben wollen! Sich dann auch noch zu beschweren. Die Presse hat defintiv ihren Teil zur jetzigen Krise beigetragen. Und sich dann mitten in die Menge zu stellen ist schon frech. Da helfen mittlerweile eine keine „I’m from Germany“ Rufe. Dies ist kein Freibrief mehr und auch kein Garant für unabhängige Berichterstattung. Das haben die Iraner schon gut erkannt. USA raus aus dem Irak, raus aus Afganisthan und Finger weg vom Iran!

  5. @ Jawidan

    Kannst du das Video Bitte auf You Tube posten?
    Ich zeige so ungern wildfremden Leuten meinen Ausweis vor.

    Danke

  6. Schockierendes Video. Wirklich schlimm und bedrückend.
    Neda – Rest In Peace.
    (Trotzdem, Jawidan, danke fürs Reinstellen.)

    Bestimmt werden System-Relativierer, MuslimMarkt-PropagandistInnen und ähnlich geartete Volksopiums-Junkies“vergleichbare“ Beispiele zu Heiligendamm und/oder Rostock locker aus dem Ärmel schütteln können, bis es einem die bittere Galle nach oben stößt … oder diesmal vielleicht nicht?

  7. „Bestimmt werden System-Relativierer, MuslimMarkt-PropagandistInnen und ähnlich geartete Volksopiums-Junkies”vergleichbare” Beispiele zu Heiligendamm und/oder Rostock locker aus dem Ärmel schütteln können, bis es einem die bittere Galle nach oben stößt … oder diesmal vielleicht nicht?“

    Nein, bleiben wir doch mal in Teheran:

    Und zwar berichtet da die antisemitische, islamistische Ausria-Presse-Agentur:

    Nach Augenzeugenberichten steckten Moussavi-Anhänger ein Gebäude in Brand. Die Demonstranten hätten die Zentrale einer regierungsnahen Gruppe im Süden der Hauptstadt Teheran mit Brandsätzen angegriffen, berichtete ein Augenzeuge.“

    http://www.apa.at/cms/site/news_item.html?channel=CH0069&doc=CMS1245488785643

    Das scheinen mir ja echte Friedensengel zu sein, diese Leute.

    Also fassen wir mal ganz sachlich zusammen:

    Teilnehmer einer VERBOTENEN Demonstration zünden ein Gebäude an und werfen Brandsätze, und dann werden Festnahmen beklagt. Da kommt mir in der Tat die Galle hoch, wenn derart mit zweierlei Maß gemessen wird!

  8. @ Jawidan sie sprechen von Beleidigung.

    Wenn sie die Demonstranten in Teheran in Schutz nehmen werden sie sicherlich wissen was dort geschieht?

    Aktuell werden von der “ Where is my Brain“ sorry Vote Bewegung Moscheen angezündet.

    Können sie mir erklären wo der Unterschied zwischen einer Moschee und einer Synagoge besteht?

    Das dabei noch zwei Krankenhäuser abgefackelt wurden ist noch einmal ein Hammer.

    So was tun Linke nicht. Never.
    Also wer Demonstriert dort. Erklären sie es mir bitte.

    Danke und Grüsse

  9. @Me. Bezüglich des Unterschiedes zwischen einer Moschee und einer Synagoge, gilt dasselbe wie in der gegenwärtigen Terrorismuseinschätzung: Ohne Zweifel ist nicht jeder Moslem ein Terrorist, aber ebenso zweifellos gehen fast alle Anschläge heute weltweit auf das Konto von Moslems.

    Bezogen auf die Differenz der von Ihnen genannten, religiösen Kultstätten gilt: Es ist keine Synagoge bekannt, in denen Rabbis in systematischer Permanenz Haßpolitik betreiben und bspw. „TOD DEN PALÄSTINENSERN“ skandieren.
    Gleichwohl gibt es kaum eine Moschee (und speziell im Iran nicht), in welcher nicht dauernd der Untergang der USA beschworen und dazu aufgerufen wird, die Juden ins Schwarze Meer zu treiben.

    Das ist ein Unterschied aufs Ganze und hängt nicht zuletzt mit der mohammedanischen Gesetzesideologie zusammen, für die eine Userin dieses Blogs neulich die folgenden, blumig-euphemistischen Worte fand: „Der Islam ist nicht deswegen die vitalste Religion, weil sie die jüngste ist, sondern weil er eine umfassende Lebensweise darstellt, die über reine Spiritualität weit hinausgeht, was Islamophobiker gern als „totalitär“ brandmarken, was aber völlig am Charakter des Islams vorbeigeht.“

    Moscheen sind keine spirituelle Begegnungsstätte, sondern Keimzellen der Lügenpropaganda und permanenten Volksaufstachelung – oder sollte ich, islamisch korrekt, scheiben: der eisernen Charakterstärkung?
    Daß man diese Gesinnungskasernen, die in Teheran zudem Basis und Stützsäule des Regimes sind, angegriffen werden … SO WHAT???

    Und bezüglich des Themas Krankenhäuser, sollten Sie auch nicht vergessen zu erwähnen, daß mitunter schwerverletzte Demonstrationsteilnehmer in den Notaufnahmen der Hospitäler von Regierungsmilizen festgenommen und ihnen ärztliche Behandlungen vorenthalten werden, was verschiedene Diplomaten dazu bewogen hat, ihre Botschaftshäuser zu öffnen.

  10. @Hilarius
    Das ist wirklich hilarious (engl. zum Schreien komisch) was du da von dir gibst. Was heißt das: Moscheen sind keine spirituellen Begegnungsstätten… Bist du bekloppt? Die Wurzeln der/deiner Spiritualität (sofern vorhanden) liegen dort. Ließ dir mal ein bißchen Bildung an, bevor du sowas hier ablässt.

  11. @anonym:
    So sehr ich dich verstehe angesichts der „Weisheiten“ mancher islamophober User hier, aber irgendwann ist doch ein Niveau erreicht, wo man derartig sinnfreie Beiträge lieber ignorieren sollte, finde ich. Hier ist schließlich nicht pi.

  12. „Ohne Zweifel ist nicht jeder Moslem ein Terrorist, aber ebenso zweifellos gehen fast alle Anschläge heute weltweit auf das Konto von Moslems.“

    Was für ein Stuss! Die allerwenigsten Anschläge in Europa, aber auch weltweit, gehen auf das Konto von Muslimen. Die meisten Anschläge beruhen auf regionalen Konflikten – und selbst wo Muslime beteiligt sind, ist die Zuordnung nicht immer angebracht, da man z.B. die Aktionen der IRA auch nicht unter christlichen Terror verbuchen würde.

    Mal als Beispiel: Die Europol-Studie „EU Terrorism Situation and Trend Report 2007“ vermeldete insgesamt 498 Anschläge in Europa. Und davon hatte nur ein einziger
    einen „islamistischen“ Hintergrund, nämlich der gescheiterte der sog. Kofferbomber (näheres dazu kann man auch in Elsässers Buch „Terrorziel: Europa“ erfahren.)

    Klicke, um auf TESAT2007.pdf zuzugreifen

    Die Massenmedien tun alles, damit die Rechnung Terrorist=Moslem sich einprägt. Bitte nicht darauf reinfallen!

  13. @hilarius

    genau gesagt gehen die meisten Anschläge auf das Konto der Geheimdienste.

  14. @Anonym.
    Was weisst Du von meiner Spiritualität? Nichts.
    Daß du ferner den Gebetshäusern einer Religion, die aus dem Gesamtbestand der abrahamitischen Tradtion meistenteils durch Gewaltanwendung zusammengekleistert wurde, so etwas wie universelle Wurzeln nachsagst, beweist Deine ganz erheblichen Wissenslücken oder zeigt aus welchem Eck du kommst.

    @Hans – Ich werde die Europol-Studie lesen; danke für den Hinweis.

    Generell empfehle ich aber einigen Herren und Damen hinsichtlich der Bewertung des derzeit aggressivsten Monotheismus weltweit, Marxens Analyse zur orientalischen Frage zu lesen (inklusive des daraus resultierenden Briefwechsels mit Engels zum Thema).
    Beide würden heute als fanatische Islamophobiker gelten.

  15. Nachtrag:

    George Walker Bush: „Islam is peace.“ (wenige Tage nach 09/11/2001)
    Als freiheitsliebendes Individuum mag ich mich den Worten des texanischen Berufslügners und Völkerrechtsbrechers nicht anschließen und will auch nicht der totalen Unterwerfung (was das Wort Islam wirklich meint) meinen Frieden machen.
    Das überlasse ich gerne Dhimmis und Kollaborateuren.
    Ende der Durchsage.

  16. Schlampig recherchiert

    Jürgen Elsässer sollte sich bei seinen Lesern für schlampiges Recherchieren entschuldigen. Anders, als er es angab, ist der Artikel von Rainer Hermann im FAZ.net frei zugänglich – und nicht „nur in der Printausgabe“.

    Herr Elsässer! Sie hätten wenigstens ein klein bisschen googlen können. Oder? Wenn Sie freundlich darum bitten, erklärt Ihnen gewiss auch jemand, wie Sie die „suche“-Funktion der FAZ nutzen können.

  17. Und mal abgesehen, von der revolutionären „suche“-Funktion der FAZ: Die FAZ-Artikel von Rainer Hermann sind fast genauso revolutionär, jedenfalls sind sie i.d.R. echte Perlen der westlichen Iran-Journalistik.

    Ich empfehle aktuell diesen Artikel zum Machtkampf im Iran. Zitat:

    Mussawi ist für viele seit dem Abend des 12. Juni zu einem iranischen Helden geworden. Keiner hatte ihm das zugetraut. Aber selbst jene, die ihn zum Zeitpunkt seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat als farblos und uncharismatisch verspottet hatten, verehren ihn. Er hatte Staatspräsident werden wollen; nun ist er der unumstrittene Oppositionsführer. Vorbereitet war er auf die Rolle nicht, Staatsfeind der Islamischen Republik zu werden. Noch improvisieren er und der Zirkel um ihn geschickt. Längst hat Mussawi das fehlende Charisma durch Rückgrat wettgemacht. Ein Rückgrat, das der populäre Reformer und frühere Staatspräsident Chatami nicht hatte. Er hatte im Machtkampf mit dem Establishment der Hardliner klein beigegeben. Nie hatte er zu zivilem Ungehorsam aufgefordert.

    Mussawi will bis zum „Martyrium“ weitermachen
    Am vergangenen Donnerstag nahm Mussawi noch selbst am Massenprotest teil – zu…

    Am vergangenen Donnerstag nahm Mussawi noch selbst am Massenprotest teil – zur Not will bis zum „Martyrium” weitermachen

    Mussawi aber, Angehöriger der ethnischen Minderheit der Azeri, bleibt stur. Er lässt sich nichts mehr gefallen und pocht trotz aller Einschüchterungsversuche auf sein Recht. Das kommt gut an. (…) Es wird einsam um Chamenei und seine Gefolgsleute: Nicht nur großer Teil der Bevölkerung ist gegen ihn – auch die Geistlichkeit geht auf Distanz. Der Machtkampf Chameneis mit seinem Gegenspieler, dem Geistlichen und früheren Staatspräsidenten Rafsandschani geht in eine neue Runde.

    Oh, ich sehe gerade, das ist ja nun garnicht die Lesweise von Herrn Elsässer, der den angeblichen Arbeiterheld Ahmadenidschad anpreist wie das Brot vom Vortag. Ja, schade…

  18. @John Dean: Was „instruiert“ der Text denn? Doch nur, dass der Autor nicht im geringsten begriffen hat, worum es in der Rede geht, auch wenn ich keinem Westler verübeln kann, dass er die letzten religiösen Passagen nachvollziehen kann. Insgesamt ist der Text aber boshaft.

    Zur Info, auch Ayatollah Khamenei ist Azeri. Die ethnische Zugehörigkeit spielt im Iran so gut wie keine Rolle, es ist der Westen, der immer wieder versucht, die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen.

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