Der G20-Gipfel hat die finanziellen Massenvernichtungswaffen nicht angetastet. Mehr dazu HEUTE abend auf der Volksinitiative-Veranstaltung in Berlin, Russisches Haus, 19.30 Uhr
Neben dem Finanzplatz New York spielt der Finanzplatz London die gefährlichste Rolle im derzeitigen Weltwirtschaftskrieg. Von der britischen Hauptstadt aus werden über Steuerparadiese die Angriffe auf europäische Staaten koordiniert. In der Süddeutschen Zeitung hieß es dazu am 23. März 2009: „In den Glaspalästen der Canary Wharf sitzen die Spekulanten, die auf enen Bankrott der Euro-Staaten Griechenland und Irland wetten. Dies ist eine Gefahr für die Euro-Zone, die in eine Zerreißprobe getrieben werden könnte.“
Der G20-Gipfel hat diese Angriffe nicht gestoppt. In einem Artikel für die Islamische Zeitung schrieb ich dazu:
„Erfunden wurden diese Teufelsprodukte von den Big Players auf Finanzplätzen New York und London (vor allem J.P. Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley), aber gehandelt werden sie in der Regel über außerbörsliche Hedgefonds und außerbilanzielle Bank-Töchter mit Sitz in Offshore-Finanzräuberhöhlen. Der Clou: Über drei Viertel dieser gesetzlosen Spekulationsinseln sind britisch, gehören aber nicht zu Großbritannien und unterliegen deswegen nicht den Gesetzen des Vereinigten Königreiches bzw. den Bestimmungen der EU. Wie geht das – britisch, aber nicht zu Großbritannien gehörig? Ganz einfach: Diese Gebiete sind Privatbesitz des britischen Adels, in der Regel der britischen Krone!
Die wichtigsten dieser britischen Offshore-Zentren wurden in den G20-Beschlüssen außerordentlich geschont: Die Kanalinseln Sark, Jersey und Guernsey sowie die Isle of Man tauchen in den nach dem Gipfel veröffentlichten Listen der sogenannten Steueroasen gar nicht auf. Die Cayman Inseln, Bermuda, Anguilla, die Virgin Islands, Gibraltar und die Cook-Inseln wurden zwar aufgeführt, aber nur auf der grauen Liste. Dort finden sich die Länder, die versprochen haben, den OECD-Standard gegen Steuerflucht umzusetzen, aber dies noch nicht getan haben. Sanktionen werden freilich nicht angedroht. Gleichauf mit den britischen Fabrikationsstätten „finanzieller Massenvernichtungswaffen“ rangieren auf dieser grauen Liste übrigens harmlose Staaten wie die Schweiz und Österreich. Zurecht beklagt man sich in Bern und Wien über diese Gleichsetzung mit Spekulationsverbrechern.“