Brecht die Diktatur der politisch Korrekten!

Warum ich meine Teilnahme an der Linken Medienakademie abgesagt habe

Meine Auftritte an der Linken Medienakademie (LiMa) an diesem Wochenende habe ich abgesagt: Ich ging nur hin, um meinem zahlreich erschienenen Publikum meinen Boykott zu erklären. Hier die Erklärung im Wortlaut.

Brecht die Diktatur der politisch Korrekten!

Warum ich meine Teilnahme an der Linken Medienakademie absage

Von Jürgen Elsässer, 06. März 2009

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich über Ihr Interesse an der Lesung aus meinem Buch
„Terrorziel Europa“.

Leider muß ich Sie gleich zu Anfang enttäuschen. Die Lesung wird nicht
stattfinden. Auch meinen für Morgen geplanten Workshop werde ich nicht
durchführen. Ich sage hiermit meine Beteiligung an der Linken
Medienakademie ab und will Ihnen als meinen Publikum aber wenigsten kurz erläutern, warum ich das tun mußte.

Der Veranstalter hat sich mir gegenüber unverschämt benommen. Vor zwei
Tagen fand ich per Zufall im Netz eine Erklärung der Linken
Medienakademie zum sogenannten „Streitfall Elsässer“, in dem
öffentlich angekündigt wurde, man werde bei jedem falschen Wort von
mir die heutige Lesung abbrechen und man werde mich in Zukunft
nie mehr einladen. Es wäre schon ein starkes Stück gewesen, wenn mir
das von den Veranstaltern privatim erklärt worden wäre. Aber die
Frechheiten wurden gleich ins Netz gestellt, ohne mich auch nur zu
informieren. Das ist eine Unhöflichkeit gegenüber einem eingeladenen
Referenten, die mir in 30 Jahren noch nie passiert ist. Ich habe es
weder politisch noch finanziell nötig, mir ein solches Verhalten bieten zu lassen.

Im Hintergrund des Mobbings gegen mich steht natürlich der Druck, der von den politisch Korrekten wegen der von mir mitgegründeten Volksinitiative ausgeübt worden ist und der schon zu meiner Kündigung durch das ND geführt hat.
Innerhalb der Linkspartei war das vor allem der Arbeitskreis Shalom,
ein Zusammenschluss hartgesottener Freunde der israelischen
Kriegspolitik, und die Zeitschrift „Prager Frühling“, also der karrierebewußte Teil
der drogenkonsumierenden Parteijugend. Sie versuchen mich als rechts
zu denunzieren, indem sie den positiven Bezug auf Volksfront oder die
Verteidigung des Nationalstaates gegen das internationale
Finanzkapital als faschistisch darstellen, obwohl beides zu den besten
Traditionen der kommunistischen Bewegung gehört.

Das Mobbing der politisch Korrekten gegen mich ist im übrigen kein Einzelfall. Erinnert sei an den Fall Hermann Dierkes, dem OB-Kandidat der LINKEN in Duisburg, der vor zwei Wochen zum Rückzug von allen politischen Ämtern gezwungen wurde, nur weil er es gewagt hatte, wegen der Kriegsverbrechen gegen Gaza einen Boykott gegen Israel zu fordern. Eine Querfront von CDU bis hin zur Linkspartei-Spitze, namentlich Petra Pau, spielte so lange verrückt, bis der verdiente Antifaschist Dierkes zurückziehen mußte. Umgekehrt durfte der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer auf einer Kundgebung zur Unterstützung des israelischen Terrorkrieges in Gaza sprechen, ohne daß er innerparteilich mit Sanktionen rechnen muß. Die große Mehrheit der Partei denkt zwar anders als die Zionistenfreunde, ließ sich aber von diesen moralisch erpressen und ging für die Bombardierten im Ghetto von Gaza nicht auf die Straße. Eine Schande!

Um es deutlich zu sagen: Die politisch Korrekten sind mittlerweile die größte Bedrohung für Demokratie und Meinungsfreiheit in diesem Land. Sie sorgen für Zensur, weit effektiver als das selige Ministerium für Staatssicherheit. Der Springerverlag hat seinen Journalisten jede USA- und Israelkritik explizit verboten, fast alle anderen Medien wenden diese Vorschrift als ungeschriebenes Gesetz an. Der Arm dieser Tugendwächter reicht bis in die Redaktionen linker Zeitungen. Alles, was dem internationalen Finanzkapital und seinen Weltkriegsvorbereitungen gefährlich werden kann, wird unter Faschismusverdacht gestellt und zensiert: Israelkritik ist angeblich von Anfang an antisemitisch, mittlerweile ist auch Kritik an den USA antisemitisch, Kritik an der Börsenspekulation ist antisemitisch, der positive Bezug auf Volk und Nationalstaat soll strukturell antisemitisch sein. Eva Hermann ist wie Eva Braun, und Christa Müller ist wie Eva Hermann. Die Sowjetunion und die DDR waren antisemitisch, und selbstverständlich ist es Chavez nicht weniger als Ahmadinedschad. Alles Antisemiten außer Mutti, krakeelt die politisch korrekte Meute. Die political correctness ist die Ideologie der neuen Weltordnung. Klemperer analysierte die Sprache des Dritten Reiches, LTI, Lingua Terii Imperii. Heute muß die Sprache des vierten Reiches analysiert und bekämpft werden, Lingua Quarti Imperii, die Sprache des angloamerikanischen Imperiums. Wer sich nicht daran hält, wird heute zensiert und verliert seinen Job, und bei Zuspitzung der Krise des Imperiums wird er eingesperrt werden. Die Bewegung der politisch Korrekten, die den Antifaschismus großsprecherisch plakatiert, lügnerisch plakatiert, frech mißbraucht – sie hat ihrerseits das Potential zu einem neuen Faschismus.

Marxseidank gibt es eine Gegenströmung. Im Internet gibt es Hunderte, Tausende Blogs, die sich der politischen Korrektheit nicht unterordnen und offen dagegen opponieren. Nur ein Bruchteil davon ist rechtsradikal. Die übergroße Mehrheit wird gemacht von ganz normalen Bürgern. Schon bald werden die blogs ergänzt werden durch Internet-Fernsehkanäle. Das sind die progressiven Medien der Zukunft – und nicht die linken, die selbst die Sklavenideologie und Sklavensprache weiterverbreiten.

Unsere Volksinitiative organisiert den Bruch mit der political correctness, den Widerstand gegen das internationale Finanzkapital und seine Kriegsbrandstifter in Washington, London und Jerusalem. Deshalb gehört uns die Zukunft. Wir werden das verschüttete Erbe der Linken wieder freilegen.

In diesem Sinne: Vorwärts mit der Volksinitiative! Avanti popolo!

Mehr zum Thema – auch zur Auseinandersetzung mit dem „Prager Frühling“ – unter:

https://juergenelsaesser.wordpress.com

Nächste Veranstaltung der Volksinitiative:

Die Große Krise – Was tun?

Mit Edgar Most (ehem. Deutsche Bank), Wilhelm Hankel (ehem. Bundesfinanzministerium), Jürgen Elsässer, Klaus Höpcke

Dienstag, 7. April, 19.30

Russisches Haus, Berlin, Friedrichstraße 176 – 179