Elsässers Blog

18.12.: Zu HoGeSa und PEGIDA: 19 Uhr, Halong-Hotel, Leipziger Str.54, Berlin

Buch-Info “Nationalstaat und Globalisierung”

Jürgen Elsässer, Nationalstaat und Globalisierung. Als Linker vor der Preußischen Gesellschaft. Verlag Manuscriptum. ISBN-13: 978-3937801476

101 Seiten im bibliophilen Kleinformat, Hardcover, 8.80 Euro

Verständlich. Provokativ. Politisch nicht korrekt. Elsässer Edelzwicker.

Aus dem Inhalt

Schöne Neue Weltordnung:

Alan Greenspan und die Zerstörung der Nationen in der Strategie der Neokonservativen

Das Ende der Stabilität:

Die Frühgeschichte der Globalisierung: Die City of London, Nixons Putsch gegen das Gold und der Yom-Kippur-Krieg 1973

Fiktives Kapital, realer Krieg:

Je surrealer der Wert des Papierdollars wird, um so aggressiver muß er mit militärischer Gewalt verteidigt werden

Der Untergang der Deutschland AG:

Das deutsche Kapital hat sich auf dem Weltmarkt zu Tode gesiegt: Die (Anti-)Deutsche Bank hat mit rot-grüner Hilfe die Heuschrecken ins Land geholt

Globalismus von links

Claudia Roth, Toni Negri und andere Linke als Trittbrettfahrer des internationalen Finanzkapitals

Die Renaissance des Nationalstaates

Rezepte gegen die Große Krise: Was die deutsche Regierung jetzt und in Zukunft tun muß, um Hyperinflation und industrielle Versteppung zu vermeiden

Bestellen Sie jetzt, im Buchhandel oder direkt beim Autor (info@juergen-elsaesser.de):

Jürgen Elsässer, Nationalstaat und Globalisierung, Verlag Manuscriptum (ISBN-13: 978-3937801476), 101 Seiten, 8.80 Euro

——- “Lesenswert und erfrischend”: Buchbesprechung von Mathias Brodkorb, SPD-MdL in Meckenburg-Vorpommern ——-

Jürgen Elsässer ist dem aufmerksamen deutschen Linken schon seit Langem ein Begriff. Für ätzende Kommentare und schmissige Polemiken ist er weithin bekannt. Während er noch in den 1990er Jahren munter die antideutsche Trommel rührte, will er nun den Nationalstaat vor der Globalisierung retten und schreckt auch vor einem Bündnis mit der demokratischen Rechten nicht zurück.

Im Januar 2009 war es soweit. Elsässer gründete seine “Volksinitiative gegen Finanzkapital”. Unter das Publikum verschiedener Veranstaltungen mischen sich immer wieder auch Anhänger der rechten Szene bis hin zu Mitgliedern der NPD. Bewusst hatte sich die Volksinitiative in ihrer Grundsatzerklärung weit über das linke Spektrum geöffnet: “Die meisten von uns sind Linke, aber wir wollen alle Menschen mitnehmen, die sich dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet fühlen und sich nicht den Diktaten der politische Korrektheit unterordnen wollen.”

Allerdings hatten Elsässer und seine “Volksinitiative” ebenfalls im Gründungsdokument betont, dass sie mit “Rechtsradikalen” (gemeint waren wohl “Rechtsextremisten”) und “anderen Völkischen” nichts zu tun haben wollen. “Sie können bei der Volksinitiative nicht mitarbeiten und sind auch nicht unsere Bündnispartner.”, stellten die Initiatoren von Beginn an klar.

Seitdem hagelt es Kritik und heftige Schelte. Immer öfter wird Elsässer angedichtet, er sei selbst ein “Rechter”. So weit wollte die linkssozialistische Tageszeitung “Neues Deutschland” (ND) zwar nicht gehen, aber seinen Job verlor Elsässer trotzdem. Von uns befragt, wie es ihm denn nach dem Rausschmiss so gehe, antwortet er fast beschwingt: “Mir geht es blendend. Das ND hat da eher Probleme.” Das Blatt hätte nämlich berichtet über eine Fusion mit der “taz” nachzudenken, “also den politischen Selbstmord” ins Auge zu fassen.

Die Linke, so ätzt Elsässer in einem youtube-Video, in dem er die Absage seiner Beteiligung an der “Linken Medienakademie” begründet, beuge sich schrittweise selbst ideologisch der “neuen Weltordnung”. Und in Anlehnung an Victor Klemperers “LTI” dreht er so richtig auf: “Heute muss die Sprache des Vierten Reiches analysiert und bekämpft werden.” Die politisch korrekte Linke, die sich der Sprache und dem Denken des “vierten Reiches” unterwerfe, habe dabei das “Potenzial zu einem neuen Faschismus”. Offenkundig macht es Elsässer schwer zu schaffen, dass ihm ausgerechnet wegen seiner radikalen Kapitalismuskritik Linke am Zeuge flicken.

Was treibt nun einen ehemaligen Antideutschen und radikalen Linken dazu, Partei für den Nationalstaat zu ergreifen? Das erklärte Elsässer u.a. in einem Vortrag vor der konservativen “Preußischen Gesellschaft” im November 2007 in Berlin. Der Vortrag scheint nicht ohne Wirkung geblieben zu sein, denn obwohl nach Angaben Elsässers die Tageszeitungen der Hauptstadt “mit keinem Wort” über die Veranstaltung berichtet hatten, nahm der kleine Verlag “Manuscriptum” Kontakt zu Elsässer auf und wollte den Vortrag drucken.

Seit wenigen Wochen ist dieser nun in überarbeiteter Form unter dem Titel “Nationalstaat und Globalisierung” im Buchhandel erhältlich. Der knapp 100 Seiten umfassende Text ist dabei zweigeteilt – in allgemeinpolitische Erläuterungen sowie eine Kurzfassung finanzkapitalistischer Krisenerklärung. Die borgt sich Elsässer übrigens von der Kommunistin Sahra Wagenknecht zusammen, legt darüber aber auch redlich Rechenschaft ab.

Über die Korrektheit der Krisenbeschreibung mögen sich andere Gedanken machen. Für uns stellt sich eher die Frage: Warum um Gottes willen setzt Elsässer auf ein Bündnis “von Lafontaine bis Gauweiler” (11), also der radikalen Linken mit der demokratischen Rechten? Elsässer erinnert daran, dass die Nation kein rechtes, sondern historisch ein ausgesprochen linkes Projekt gewesen sei. Mit der Nation hätte das Volk im Rahmen der Demokratie überhaupt erst die politische Bühne der Geschichte betreten: “Mein Plädoyer für den Nationalstaat halte ich also nicht, weil ich Nationalist, sondern weil ich Demokrat bin.” (31) Darüber hinaus könne das Kapital getrost auf den Nationalstaat verzichten, die Lohnabhängigen hingegen nicht: “Während für das große Kapital der Nationalstaat längst ein lästiger Kostenfaktor geworden ist, bietet er für die mittleren und unteren Klassen mehr Schutz und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten als jede andere gesellschaftliche Organisationsform.” (ebd.)

Elsässers Gegenstrategie ist dann leicht auf den Punkt gebracht: Das Finanzkapital muss in die Schranken verwiesen werden, dazu braucht es den Nationalstaat und den muss das Volk politisch führen. “Alle Macht dem Volke” (100) leitet er denn auch den letzten Abschnitt des Büchleins ein. Elsässer, und das ist wohltuend und nicht weniger selten, verspürt als Linker noch Kulturkritik in sich. Sein Blick bleibt stets auf die “Geknechteten” und “Unterdrückten” dieser Welt gerichtet. Auch deswegen kann er sich wohl so mancher Invektiven gegen die “westliche Easyjet-Intelligenzia” (74) nicht enthalten.

Warum Elsässer aber nun ausgerechnet gemeinsam mit der demokratischen Rechten den Nationalstaat retten will, erfährt der geneigte Leser nicht. Offenbar hält er die Lage für so aussichtslos, dass aus seiner Sicht der Globalisierung nur mit einer letzten kollektiven Kraftanstrengung in den Arm gefallen werden kann. Warum nun ein entsprechender Erkenntnisprozess auf Seiten der Linken allerdings unwahrscheinlicher sein soll als ein funktionsfähiges lagerübergreifendes Bündnis von links bis rechts, das bleibt des Autoren Geheimnis. Lesenswert und erfrischend sind seine Gedanken allemal. Also: KAUFEN!
elsaesser-nationalstaatElsässer, Jürgen
Nationalstaat und Globalisierung
Als Linker vor der Preußischen Gesellschaft
Manusscriptum Verlagsbuchhandelung, 101 Seiten
Preis: 8,80 Euro
ISBN: 978-3-937801-47-6


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Kontakt

v.i.S.d.P. dieser Site: Jürgen Elsässer, c/o COMPACT-Magazin, Brandenburger Str. 36, 14542 Werder (elsaesser@compact-magazin.com)
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