Von Piratenpartei bis Arabellion: Unter falscher Flagge?

COMPACT über neue Protestformen und globale “Farbenrevolutionen”

(Achtung: Bis 31.12. COMPACT abonnieren – 20 Prozent sparen und Buchgeschenk bekommen.)

In der aktuellen COMPACT findet sich ein Artikel aus meiner Feder, der versucht, die Gemeinsamkeit der Proteste in Nordafrika/Nahost, den Occupy-Bewegungen in der westlichen Welt und schließlich der Piratenpartei zu bestimmen. Und so geht der Beitrag los:

Occupy: Ein Staat wird geentert

Piraten oder Trojaner: Wer überwindet die Mauern der ­Demokratie als erstes? Nach der Arabellion im Süden werden die Metropolen des Westens von Unruhe erfasst. Von Jürgen Elsässer

Ein Gespenst geht um in Deutschland, oder besser gesagt: ein Phantom. Die Piraten sind überall, aber nirgends sind sie zu sehen. Bundesweit liegen sie in Umfra­gen schon bei neun Prozent, fast den selben Wert haben sie bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus bekom­men. Doch sie kommen nicht heraus aus ihren abgedunkelten Computerhöhlen. Nicht einmal dann, wenn der Feind schon hinter ihrer Firewall steht.

Anfang Oktober wurde der bisher dreisteste Angriff der bundesdeutschen Stasi auf unsere Bürgerrechte bekannt. Die Behörden haben einen so genannten Staatstrojaner konstruieren lassen und bereits in einer unbekannten Zahl von Fällen eingesetzt. Das Schnüffelprogramm durchkämmt nicht nur die intimsten Winkel privater Festplatten nach Daten, Fotos, Filmen und Programmen. Es kann auch unbemerkt die Mikrofone und Kameras des ­jeweiligen Computers aktivieren und damit einen Lausch- und Spähangriff auf Wohnun­gen starten. Schließlich eignet es sich so­gar dazu, Dateien und Software im Zielobjekt zu platzieren – also belastendes Material für die strafrecht­liche Verfolgung eines so zum Steuerhinter­zieher, Kinderpornokriminellen oder Terroristen Gemachten. Zu ­guter Letzt hält die Software auch noch eine Hintertür offen, durch die findige Dritte die Ergebnisse der staatlichen Überwachung zweitverwerten können. Da wird sich die CIA nicht lumpen lassen.

Ein gefundenes Fressen für die Piraten, hätte man denken können. Von Wirtschaft und Außenpolitik haben sie zugegebener Maßen keine Ahnung, aber das ist eigentlich ihr Leib- und Magenthema: das Internet und die Freiheitsrechte. Doch keiner zieht die Fahne mit dem Totenkopf auf. Keine Demo vor dem Bundeskriminalamt, keine Kundgebung vor dem Bundesinnenministerium, dem Amtssitz der Trojanerführer, kein Eilbrief an das Bundesverfassungs­gericht. Nicht einmal eine Pressekonferenz wurde eigens angesetzt. Als dann die Frankfurter Allgemeine zwei Piratenkapitäne ausfindig mach­te, äußerten die sich so brav wie Chorknaben. Der Berliner Abgeordnete Chris­topher Lauer meinte: «Es ist natür­lich ein starkes Stück. Aber mit markigen Statements wäre der Sache nicht gedient.» Und der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz nahm gleich noch das BKA in Schutz: «Es war wohl schlicht Unverständnis.» Und weiter: «Es ist Konsens in unserer Partei, dass der Staat einen bestimmten Anspruch hat, Überwachungen durchzuführen.» Das dürfte nicht die Opposition sein, die sich viele von der Wahl der Freibeuter versprochen haben. Während die Grünen 20 Jahre gebraucht haben, um sich als Juniorpartner für die CDU anzubieten, waren die Piraten schon nach 20 Tage so weit.

Trotzdem wäre es falsch, die neue Kraft gleich abzuschreiben oder ihren baldigen Zerfall zu prognostizieren. Die Piraten sind nämlich nur der partei­förmige Ausdruck einer gesellschaft­lichen Strömung, die weit tiefer geht und die Welt durchaus verändern kann. Vermutlich aber nicht zum Guten.

Das Jahr 2011 steht im Zeichen ­eines zunächst absolut verständlichen Aufschreis der Verdammten dieser Erde. Die Erschütterung begann im ­Januar in Nordafrika, wo die Verteuerung der Nahrungsmittelpreise durch Spekulationen an den Terminbörsen und den Aufkauf von Anbauflächen zur Biospritproduktion zu Armut und Verelendung geführt hat: Umgerechnet auf deutsche Löhne kostet ein Brot 30 Euro, ein Sack Kartoffeln 50 Euro. Im Mai sprang der Funke über nach Eu­ropa. Auf den Plätzen spanischer Städ­te bildeten sich die Asambleas der ­Indignados, der Empörten. Dort versam­melten sich vorwiegend Jugendliche, von denen jeder zweite im Land keinen Job mehr hat, nachdem das kreditfinanzierte Euro-Wunder geplatzt ist. Über Chile und Israel erreichte die Welle im September die Wall Street. Die dortigen Großbanken wie Goldman Sachs und J.P. Morgan sind für die genann­ten Spekulationen mit Land und Nahrungsmitteln in der Dritten Welt ebenso mitverantwortlich wie für das Aufpumpen der Euro-Schuldenkrise. Während die Obama-Regierung deren faule Papiere übernommen und die Rettungskosten auf die Steuerzahler umgewälzt hat, wächst die Arbeits­losigkeit auf Höchststände nach dem 2. Weltkrieg, und Hunderttausenden Amerikanern droht die Zwangsräumung. Mitte Oktober schließlich inspirierte Occupy Wall Street ähnliche Proteste auf dem ganzen Globus: Occupy Berlin, Occupy Frankfurt, Occupy Wien, Occupy Zürich hieß es in unseren Breiten.

Was diese Aktionen bei aller landestypischen Unterschiedlichkeit verbindet, auch mit der Piratenpartei, ist ihre Ziellosigkeit. Die Demonstranten in Tunis und Kairo wussten immer­hin noch, wogegen sie waren, nämlich gegen die seit Jahrzehnten herrschenden Autokraten Ben Ali und ­Mubarak. Aber schon dort gab es keinen Plan und keine Verständigung über ­positive Reformschritte, nicht mal auf einen ­Minimalkonsens. Mehr Scharia? Mehr Kapitalismus? Mehr Verstaat­lichung? Mehr Privatisierung? An der materi­ellen Not hat sich durch die ­Despo­ten­stürze nichts geändert. Dieses Manko wird im Falle Libyen noch schlimmer werden, wo die Rebellion nur von wenigen Regionen und Stämmen ausging, weil die Mehrheit ­erkennbar einen viel höheren ­Lebensstandard genoss als irgendwo sonst in Afrika. Die fehlende Kraft der Anti-Gaddafi-Opposition wurde schließlich durch die NATO-Luftwaffe ausgeglichen.

(Weiterlesen in der Orintausgabe COMPACT 11/2011)


  1. In Österreich ist es nicht anders: Ziellosigkeit der Linken und schlechte Ziele der Rechten.

    Überbleiben werden die arbeitenden Menschen, während sich die Finanzwirtschaft die Hände reibt und weiter abkassiert.

    SPÖ, ÖVP, Grüne sind sowieso für die Abschaffung Österreichs und FPÖ und BZÖ fordern solange sie in der Opposition sind Volkabstimmungen und dergleichen, haben aber in der Geschichte – auch der jüngeren – immer versagt, wenn darauf angekommen ist. So hat auch die FPÖ 2004 gegen eine Volksabstimmung zur Ratifierzurung des Verfassungsvertrages gestimmt…..

    Die Bürger sind gefragt! Schließt Euch für die Freiheit zusammen!

  2. saito

    Die Piratenpartei ist nur ein Versuch, die Jungen von Demonstrationen abzuhalten. Denen sollte man kein Vertrauen schenken.

    mit freundlichen Grüßen

  3. prince charming

    immerhin haben die piraten durchgesetzt fad es jetzt in der kantine des abgeordnetenhauses (berlin) auch club mate gibt. ein grandioser sieg der freibeuterrei, erinnert an sir francis drake vs. armada.

  4. mossad-doktor

    ich sehe NICHT EINEN GRUND der piratenpartei auch nur irgendetwas zuzutrauen. was geht mich der zirkus um das internet und die “computer-allüren” und sonstigen attitüden an, womit die piratenpartei werben. ich will klare änderungen in der außenpolitik, in der sozial- und wirtschaftspolitik, in der kultur und gesellschaft ! und dazu hört man von diesen schleimsch…ern noch bisher garnix ! nichts zu der nato, zur privatisierung, zum sozialabbau und der bankenrettung durch staaten, zur globalisierung (da sind die wohl sowieso eher dafür als dagegen ) oder zu ungebremster einwanderung und genderisierung.

    nein, nein, die “normalen” parteien wie vor allem spd, cdu, fdp und grüne mögen alle nix taugen, aber deswegen müssen wir noch lange nicht diesen rülpsverein wählen, der sich piratenpartei nennt.

  5. @mossad-doktor: Ihr kurzer knackiger Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf! Dass Protestbewegungen, vermeintlich oder echt,
    heutzutage mit 8% honoriert werden trotz maximaler Inhaltslosigkeit, Ahnungslosigkeit, das ist leider ein Zeichen dafür, wie weit die Verblödung und Infantilisierung im öffentlichen Raum fortgeschritten ist. Herrschendes Parteienkartell wie auch Pseudo-Opposition sind Dekadenz-Symptome. Unterhalb eines gewissen Levels von Urteilskraft und Informiertheit ist jede Form von Demokratie ohne Grundlage. Die MSM bieten in ihrem derzeitigen Zustand
    ständiger Desinformation und Propaganda schon jetzt ein
    Instrumentarium für eine künftige Diktatur. Also weiter Gegenöffentlichkeit schaffen und hoffen, das Unheil aufzuhalten!
    @ JE: Dein obiger Artikel und noch eine Reihe weiterer in der Novemberausgabe machen mir klar, dass es richtig war, COMPACT zu abonnieren. Und deswegen kann ich auch das
    libertäre Gedöns noch aushalten.

  6. Jan R.

    Es sieht so aus, als würden Bundestag und Landtage sich linke Extremisten wie Kinder oder Kampfhunde halten, züchten, verhätscheln und bewahren. Man google nach “Hauptsache kein Linker”.
    Dem gegenüber baut man in mit V-Leuten wie von der NSU in der Bevölkerung Distanz gegen Gedanken gut auf, das in Richtung Selbstbehauptung und Selbstbewusstsein geht. Der Staat produziert seine Legitimation für noch mehr Kontrolle.
    Es ist vergleichbar mit einem Irrenhaus, in welchem den Insaßen Medikamente induziert werden, die sie agressiv und selbstzerstörerisch und/oder auch hilflos machen und der Psychater dann behaupten darf, man müsse die Person behalten. Nach außen dringt nichts. In der Gesellschaft dringt über die Presse auch kaum etwas ins Ausland und umgekehrt.
    Dieses Spiel ist so pervers und perfide. Es ist phänomal mit anzusehen, wie ein großer Teil, vielleicht sogar der größte? sich wie eine Schafsherde lenken lässt. Gleichzeitig aber auch die Perversion, die Menschenverachtung und die Eiseskälte, mit der der Staat operiert. Wer sich fragt, wie das sein kann, hier weiter gräbt, stößt früher oder später auf die Stichworte Politsiche Ponerologie und Psychopathie.

  7. juergenelsaesser

    Bruno: danke!

  8. prince charming

    so, meister elsässer, jetzt hab ich compact mal als abbo. ich muß echt sagen das ich selten so ein blödes fenster zur abbo bestellung hatte!! nach drei versuchen wollt ichs schon abbrechen. und ich halt mich nicht für netzfeindlich. mal schaun ob es klappt. grrrr… :(

  9. juergenelsaesser

    prince: vielen Dank!!! wo genau ist das problem bei dem abo-fenster?? bitte um weitere angaben, damit wir das abstellen können …

  10. Toringo

    @mossad-doktor: “was geht mich der zirkus um das internet und die „computer-allüren“ an?”

    Ihrer Aussage stimme ich ja zu über 90% zu, aber den “Zirkus um das Internet” halte ich auch für bedeutsam. Ich bin für absolute Meinungsfreiheit.

    @Bruno: Zu COMPACT: Das halte ich für selbstverständlich, dass die meisten hier an der Zeitschrift Gefallen finden. Bislang kaufte ich sie immer absichtlich am Kölner Hauptbahnhof, weil ich befürchtete, dass die Zeitschrift bei zu geringem Umsatz aus dem Sortiment genommen wird. Neuerdings bin ich jedoch auf das Abo umgestiegen, weil dann anscheinend für die Macher eine größere Zuverlässigkeit besteht hinsichtlich der Auflage.

  11. juergenelsaesser

    Toringo: Danke! So ist es!

  12. prince charming

    meine kontoangaben wurden dreimal als falsch deklariert, nachgeschaut, nochmal, nochmal. ich hab dabei natürlich auf evtl leerzeichen geachtet. seltsamerweise, dass ganze mal kopiert, dann jinget. lags nun an mir? oder der cache bei deinen provider quollt?

  13. prince charming

    ps. abo

    wenn ihr das als geschenkabo andealen wollt (ich habs mir selber geschenckt), solltet ihr eui paar bessere giveaways draufpacken. die bücher aus dem eigenem saft, kochen auch nur im selben.

    mal bisschen forsch sein, mal watt anderes. :)

  14. Unter falscher Flagge?
    Leicht möglich. Denn es sind nur die falschen Etiketten, die uns in die Unwissenheit zwingen. Weil man halt mit kategorial falschen Begriffen die realen Kategorien dieser Welt nicht adäquat begreifen und verstehen kann.

    Und weil die Herrschenden von genau dieser Unwissenheit leben, müssen sie sie stets und überall reproduzieren – bei Strafe des Untergangs.

    Denn nur ein einziger wahrer Begriff genügt und das ganze Lügengebäude stürzt in sich zusammen.

    Deshalb mußte der Christus auch sofort in den jüdischen Messias umgelogen werden. Hätten die Christen um Petrus seine Wahrheit durchhalten können, sähe die Welt heute anders und besser aus.

    Aber es kam halt ein Saulus daher und meinte: Ich bin jetzt ein Paulus und weiß alles besser als ihr – schließlich bin ich ein Pharisäer und hatte ein Konversionserlebnis.

  15. Noch einer unter falscher Flagge:

    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gestand die Niederlage der Stuttgart-21-Gegner ein und kündigte den Weiterbau des Bahnprojekts an. “Das Volk hat gesprochen”, sagte der Grünen-Politiker im SWR.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800230,00.html

    Das Volk hat gesprochen, Herr Kretschmann? Sagten Sie wirklich “Das Volk”. Aber ist doch ganz bäh bäh, igitt, braune Soße, Nazi, Nazi, Nazi! Das ist doch total undemokratisch, wenn das Volk – das es ja gar nicht gibt – etwas sagen darf, oder?

  16. Anonymous

    Wenn man keinen Schimmer hat, walzt man seine Ahnungslosigkeit lieber nicht derart breit aus.

    Die Revolten in den arabischsprachigen Ländern begannen nicht im Januar 2011, sondern Mitte Dezember 2010 in Tunesien.

    Dort spielten Lebensmittelpreise und Landkäufe, etwa für Monokulturen für Agrosprit, überhaupt keine Rolle. Solche räuberischen Landkäufe gibt es, etwa in Mali, im Sudan, in Madagaskar und anderen Ländern des subsaharischen Afrika. Aber nicht in Tunesien, dort spielt das gar keinerlei Rolle. Der Protest in Tunesien richtete sich gegen den Polizeistaat und gegen, schematisch gesprochen, prekäre Lohnarbeitsverhältnisse. Mit Anbauflächen und Biospritproduktion hatte das rein gar nichts zu tun, davon spricht in Tunesien niemand.

  17. Roy Lanek

    Everyone whose limits are not tied up by the exclusive knowledge of the German language read this:

    http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=%C3%93%20C20111127&articleId=27904
    Unknown Snipers and Western backed “Regime Change”
    A Historical Review and Analysis
    by Gearóid Ó Colmáin, November 28, 2011

    [U]nknown snipers played a pivotal role throughout the so called « Arab Spring Revolutions » yet, in spite of reports of their presence in the mainstream media, surprisingly little attention has been paid to to their purpose and role.

    [T]he Russian investigative journalist Nikolay Starikov [Roy: and organizer of the "Goebbels' Award"] has written a book which discusses the role of unknown snipers in the destabilization of countries targeted for regime change by the United States and its allies. The following article attempts to elucidate some historical examples of this technique with a view to providing a background within which to understand the current cover war on the people of Syria by death squads in the service of Western intelligence.

    ** [R]omania 1989 [...]

    ** [R]ussia 1993 [...]

    ** [V]enezuela 2002 [...]

    ** [T]hailand April 2010 [...]

    ** [K]yrgystan June 2010 [...]

    ** [T]unisia January 2011 [...]

    ** [E]gypt 2011 [...]

    ** [L]ibya 2011 [...]

    ** [S]yria 2011 [...]

    ** [C]onclusion [...]

    *****
    [Roy] Addenda:

    Russia:

    http://www.almanar.com.lb/french/adetails.php?eid=39336&cid=19&fromval=1
    Poutine met en garde l’Occident contre l’ingérence dans les
    élections russes, Sun, 27 Nov 2011

    Des pays européens et les USA paient des ONG en Russie en vue d’INFLUENCER LE COURS DE LA CAMPAGNE électorale, selon Poutine. [...]

    Emphasis added — and I would trust Putin.

    Syria:

    http://www.voltairenet.org/Goebbels-Schuler-am-Werk-gegen
    Goebbels-Schüler am Werk gegen Syrien
    Domenico Losurdo, Mon, 28 Nov 2011

    For those who can read French:

    http://www.infosyrie.fr
    http://www.voltairenet.org

    at Domenico Losurdo blog — where Italian is standard, but first order quality posts can be read in English, French, Spanish, German too — there currently is a *** MUST READ *** entry by Marie-Ange Patrizio, a French/Italian catholic psychoanalyst and a *non-professional* translator (meaning: not a translator for a living, the quality of her translations being first rate: Patrizio translates Losurdo from Italian to French for voltairenet.org):

    http://domenicolosurdo.blogspot.com/

    [... U]na testimonianza dalla Siria

    m-a patrizio,
    Damas 19 novembre – Marseille, 24 novembre 2011

    Chers amis,
    Je reviens (samedi 19 novembre 2011) d’un voyage de 6 jours en Syrie, à l’invitation des Eglises d’Orient[1], autorisé par le gouvernement syrien, et, pour ma part, à la demande de Mère Agnes-Mariam de la Croix, dont j’ai fait la connaissance à la fin du mois d’avril 2011 après qu’elle a lu, sur le site du Réseau Voltaire, ma traduction du texte de D. Losurdo ‘Que se passe-t-il en Syrie ?’ [...]

    Expect some translation in English, and maybe in German too, by the way. This is a STUNNING reading in particular (but not only; in fact, I have been impressed myself, or I would not be talking of it) for those who, how to say?, are beginning to leave, or just have left the * cave* — which is of course not a shame, on the contrary — where the cave is the one from the:

    Timeless Lessons from Plato’s Allegory of the Cave:
    The War Between Faulty Belief and Reality^1

    of the study which I have mentioned here at the forum already (Libya, Fatima).

    Furthermore:

    Syria – snipers – death squads — if I am recalling correctly between three and four HUNDREDTHS Christians *alone* have been killed (assassinated) so far — just verify which goals the Israeli *authored* Yinon Plan^2 is aiming to achieve (I have tried very recently to bring this to the attention of chicano, here at the forum) — read more at the link given.

    For everyone who knows — and follows — Tarpley’s interviews and analysis, many must listen/see/read are available on Syria too and more recently. E.g., I am downloading right now (about 600 MB):

    The Anatomy of the NATO-CIA Destabilization of Syria: Tarpley Interviewed by Hanaa Alsaleh of Syria’s Addounia Television,
    Damascus, Nov. 21, 2011
    http://tarpley.net/2011/11/27/the-anatomy-of-the-nato-cia-destabilization-of-syria/? utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=rss

    1. http://www.journalof911studies.com/
    Faulty Towers of Belief: Part II.
    Rebuilding the Road to Freedom of Reason
    By Laurie A. Manwell

    2. http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=27786
    Preparing the Chessboard for the “Clash of Civilizations”:
    Divide, Conquer and Rule the “New Middle East”
    by Mahdi Darius Nazemroaya, November 26, 2011

    [... T]he Yinon Plan: Order from Chaos…

    [T]he Yinon Plan, which is a continuation of British stratagem in the Middle East, is an Israeli strategic plan to ensure Israeli
    regional superiority. It insists and stipulates that Israel must reconfigure its geo-political environment through the balkanization of the surrounding Arab states into smaller and weaker states. [...]

  18. Roy Lanek

    Previous reply: lost some text:

    Putin [don't mess with him] :)

    [... M]. Poutine a déclaré, lors d’un congrès à Moscou de son parti, que des pays étrangers payaient des ONG en Russie “en vue d’influencer le cours de la campagne électorale dans notre pays”, estimant qu’il s’agissait d’un “travail inutile, de l’argent jeté par les fenêtres”.

    “Il serait préférable qu’ils utilisent cet argent pour payer le déficit de leur pays et arrêtent de dépenser de l’argent pour des politiques étrangères coûteuses et inefficaces”, a-t-il ajouté dans une apparente référence à des pays européens et aux Etats-Unis. [...]

  19. Ich stehe dem Phänomen Piraten auch sehr kritisch gegenüber, höchst verdächtig ist meines Erachtens das Ausmaß, in dem die Freibeuter von den bekanntermaßen ja ungeheuer abhängigen Medien gehypt werden….das Verhalten der Piraten in Bezug auf den Bundestrojaner finde ich gelinde gesagt ebenfalls sehr, sehr seltsam. Jürgen Elsässer stellt das hier gut dar. In Bezug auf Occupy bin ich dagegen ehrlich gesagt deutlich optimistischer, leider ist es bisher nicht gelungen, richtige Massen zu mobilisieren, da hatte ich mir mehr erhofft!!!

  20. rolf

    Die Piraten wurden doch nur deshalb von der Systempresse gehypt, weil sie a) als Gegenbeweis stehen für jene die behaupten, dass Parteiensystem sei verkrustet, und b) weil sie für das System ungefährlich sind. Hohlköpfe. Links noch dazu. Harmlos.

    Und Islam und Demokratie?
    Sorry, aber das ist lächerlich… erstmal mit der Aufklärung anfangen, dann in 300 Jahren sehen wir weiter…

  21. me.

    @ Jan R.

    “Gleichzeitig aber auch die Perversion, die Menschenverachtung und die Eiseskälte, mit der der Staat operiert. Wer sich fragt, wie das sein kann, hier weiter gräbt, stößt früher oder später auf die Stichworte Politsiche Ponerologie und Psychopathie.”

    Ich weiß nicht was Ponerologie ist, aber wenn du dich fragst warum dir der Staat nicht gefällt, dann liegt es daran das die ursprüngliche (gute) Idee der Parlamentarischen Demokratie pervertiert ist.
    Zu viele Parlamentarier vertreten nicht die Interessen ihrer Wähler, sondern sind Sprachpuppen des einen oder des anderen Lobbyismus.
    Wir müssen dahin zurückfinden das die Politiker Sprecher ihrer Wähler sind, wenn wir die Parlamentarische Demokratie so wie sie ursprünglich gedacht war, halten wollen.
    Wenn wir das nicht schaffen sind wir entweder am Arsch oder wenn wir uns damit nicht abfinden wollen müssen wir die Festung stürmen…

  22. prince charming

    so, jetzt hab ich endlich die bestätigung für mein abo bekommen. hat also alles geklappt. evtl. lags (bei den fehlern) doch an meinem browser cache, keine ahnung. jetzt freu ich mich erst mal auf ein jahr mit compact (wenn wir das alle überleben) und werde kräftig weitermotzen. viel erfolg beim projekt. :)

  23. juergenelsaesser

    merci, mon prince!!

  24. Yummybear

    @ R. Lanek

    Das ist zweifelsohne alles hochinteressant und sehr löblich; bedauerlich ist nur, daß auch die Gegenseite glaubt, nicht ohne den NS-Vergleich auskommen zu können.

    Goebbels mag ein begabter Organisator politischer Großveranstaltungen gewesen sein (deren Suggestivität sich bekanntlich auch englische und amerikanische Kommentatoren nicht immer haben entziehen können), aber ein erfolgreicher Lügner war er nicht – es sei denn, er praktizierte, was auf Englisch “preaching to the choir” heißt. Sein Erfolg bestand z.B. darin, die Kristallnacht, die eigentlich reiner Polizeiterror war, wie eine “spontane Volksaktion” aussehen zu lassen.

    Wenn die regierungsoffiziellen Deutungen politischer Entwicklungen und Vorkommnisse im Lande geglaubt wurden, so trotz, und nicht “WEGEN”, des Goebbels`schen Spin Doctoring.
    Der Schauspieler, dem es gelang, ausländische Diplomaten und Politiker von erprobter Menschenkennerschaft über seine Absichten zu täuschen, war Hitler. Was Goebbels angeht, so hatten weder seine Reden noch die Kampagnen der von ihm kontrollierten Medien jenseits der deutschen Grenzen Massenwirksamkeit und Überzeugungskraft.
    Das Suggestive am Nationalsozialismus – das nicht an den Grenzen des Dritten Reiches seine Wirkung einbüßte – speiste sich aus anderen Quellen, und iM LANDE wurde der bocksfüßige Lautsprecher der NS-Bewegung vielerorts als Verkörperung des windigen, zynischen, intellektuellen Meinungsmachers und Seelenverkäufers empfunden, den Goebbels selbst in seiner Propaganda als eine jüdische Erscheinung brandmarken ließ.

    Kurt Tucholsky; Eierhändler Gänsekries

    http://www.textlog.de/tucholsky-eierhaendler.html

    Was nun die O`Bummer-Regierung und die Totalitären in Brüssel angeht: Ihr Meisterstück besteht darin, die Politik, als deren Erfinder die Wohlgesinnten aller Länder Dubaya in Verschiß getan haben, gutzuheißen und zu bedenkenlos zu unterstützen, seitdem sie in rabiaterer und verlogenerer Form von Regierungen fortgeführt wird, die nach dem Geschmack der Wohlgesinnten sind. Die Anfänge dieser Tendenz waren bereits mit der Kandidatur John Kerrys – dieses näselnden Snobs, der zu gewöhnlichen Amerikanern durch die Nase spricht – gegeben. Schnellboot-Kerry sollte dem liberalen Neo-Imperialismus das politisch-korrekte Gesicht wiedergeben, das dieser unterm Präsidenten Clinton zur Schau trug, und das er durch Obama und Hillary zurückbekommen hat.

  25. Roy Lanek

    Yummybear:

    > bedauerlich ist nur, daß auch die Gegenseite glaubt, nicht ohne den NS-Vergleich auskommen zu können.

    I am in the hurry: actually I only have added: ‘and organizer of the “Goebbels’ Award”‘ — because the award has been a topic on the forum here once (at the least), months ago if I am not mistaken. Have made zero inferences from there.

    You have otherwise forgotten to mention the (shudder) master *ideologue*, Alfred Rosenberg — how could it be?

  26. Jan R.

    @me.: der Großteil der Gründerväter der USA haben eine Republik, also Demokratie durch Wahlen, nie gewollt, weil man bereits die schlechten Erfahrungen mit Wahlen aus Europa gekannt hat.

    Es war vorgesehen, dass alle Städte politisch autark bleiben und Washington nur als Informationszentrale dient.

  27. 1Man

    Hier ist noch mal etwas zu Libyen, da einige Kommentatoren sich damit schwer taten, den (wirklich fast unglaublichen) sozialen Errungenschaften der Libyschen Jamahiriya Glauben zu schenken.

    Das ist eine sehr ausführliche Kulturstudio-Radiosendung, in der Dipl.-Ing. Hermann Barges über Libyen berichtet, wo er aus beruflichen Gründen (als Experte zur Wüstenbegrünung) mehrere Jahre verbrachte. Er bestätigt die genannten Errungenschaften und berichtet zudem viele weitere interessante Details, z.B. über die Funktionsweise der direkten Demokratie mit Volkskongressen etc. Da er nicht nur in den letzten Jahren, sondern auch schon vor vielen Jahrzehnten in Libyen war, kann er außerdem die enorme positive Entwicklung bestätigen, die das Land unter der “schrecklichen Despotenherrschaft” genommen hat. Ziemlich lang aber trotzdem sehr hörenswert.

  28. Roy Lanek

    SNIPERS continued [see "Unknown Snipers" etc. here above], plus some *interesting* — yilmaz, I invite you to listen to the audio (38:14/43:04 and beyond)^1 — persuasive (IMF!) thoughts on the *Father of the Tea Parties*, Ron Paul:

    http://tarpley.net/2011/11/28/no-civil-war-in-syria-but-a-killing-spree-by-cia-nato/?utm_source=
    rss&utm_medium=rss&utm_campaign=rss
    No Civil War in Syria, but a Killing Spree by CIA-NATO Death
    Squads Including the Al Qaeda Mass Murderer Belhadj of Libya

    Webster G. Tarpley on the Kevin Barrett Show The Kevin Barrett Show November 28, 2011

    [Roy] *** MUST LISTEN *** audio (as usual).

    1. Ron Paul in COMPACT-Magazin, Oktober 28, 2011

    yilmaz
    Oktober 28, 2011 at 19:42
    also ich muss sagen Ronny hat mit seinem Interview oben aus dem ahre 1988 den Nagel auf den Kopf getroffen, vielleicht muss ich ja meine zuvor gemachten Äusserungen über ihn revidieren!? [...]




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