COMPACT-Magazin: Lob von der Konkurrenz
Eine launige Besprechung im Magazin “eigentümlich frei”
“eigentümlich frei” ist ein libertäres Monatsmagazin, das man in der Regel am Kiosk im selben Regal wie COMPACT findet. In ihrer jüngsten Ausgabe hat ef eine launige Besprechung der vier Konkurrenz-Monatszeitungen CICERO (Mainstream), konkret (links) Zuerst! (rechts) und COMPACT (vorn) veröffentlicht. Die Rezension aus der Feder von Chefredakteur Andre Lichtschlag ist ein Musterbeispiel für fairen Journalismus: Er neckt, er stichelt ein bißchen, aber informiert auch über die Stärken der anderen Blätter. Hier ist ein Kollege, der erkannt hat, dass der journalistische Wettbewer KEIN Nullsummenspiel ist, sondern Synergieeffekte haben kann: Was die eine Zeitschrift gewinnt, gewinnt sie nicht auf Kosten der anderen -sondern weil sich jede auf ihre Weise für ihre Leser bemüht und besser wird. Wir wissen, dass wir viele gemeinsame Leser mit “eigentümlich frei” haben und hoffen, dass es noch mehr werden.
COMPACT kann man hier abonnieren. Wer bis 31.12. abonniert, spart 20 Prozent!!! Zu “eigentümlich frei” bzw. dem vollständigen Artikel geht es hier. Jetzt kommen die Auszüe aus der Rezension:
(…) „Konkret“ dagegen feilte in den letzten Jahren weiter an seinem Stil, verlor jedoch mitunter den Überraschungseffekt. Und das liegt wesentlich am Weggang des langjährigen Gremliza-Stellvertreters Jürgen Elsässer im Herbst 2002. Der heute 54-jährige Altkommunist hat zwischenzeitlich bei allen wikipediabekannten „linksradikalen“ Redaktionen des Landes – von „Junge Welt“ und „Jungle World“ bis „Freitag“ und „Neues Deutschland“ und teilweise zurück – angeheuert. Nur um am Ende stets mit einem Eklat davongejagt zu werden. Zwischenzeitlich galt Elsässer auch mal als „Chefberater Oscar Lafontaines“, als „Antideutscher“ und später als „Nationalbolschewist“. Kaum ein Pläsierchen, das es bei Deutschlands Linken in den vergangenen 30 Jahren nicht gegeben hat. Und nichts, das das politische Tier Elsässer nicht zumindest zeitweise mitgehegt hätte. Meist als Oberförster vorneweg. Da war es nur folgerichtig, dass dieses Enfant terrible irgendwann selbst ein Magazin führen würde. Ende 2010 gewann er dazu den Buch-Verleger Kai Homilius, und beide gründeten die Zeitschrift „Compact“. Die ist nun aber, das ist die Pointe, nicht mehr unbedingt im linken politischen Spektrum zu verorten. Eher schon im diffus Verschwörerischen – keine Ausgabe ohne Bilderberger.
Elsässer hat nach langer Suche schließlich auch die Nation und den Populismus für sich entdeckt. Und titelt schüchtern so: „Zurück zur D-Mark!“. Wobei der frühere Lehrer immer wieder auch überrascht, zuweilen mit – wo hat er ihn her? – ökonomischem Durchblick in Sachen Krisenanalyse. Dann macht der Altkommunist sich auf die Spuren von Ron Paul in den USA oder Frank Schäffler in Deutschland, die auch in „Compact“ immer wieder gewürdigt werden. Zuweilen gibt sich das Magazin gar betont kulturkonservativ „gegen Schnullibulli und Kultimulti“ oder gar, Agnostiker Elsässer bewahret nichts, katholisch und papsttreu. Nachdem Elsässer also alle linken Abarten hinter sich gelassen hat, entdeckt Spieler Jürgen nun die bunte spannende Welt rechts davon und langt seinem Naturell entsprechend reichlich zu. Durchaus nicht immer zum Schaden des Lesers.
(…) Eine Besonderheit ist die unterschiedliche Sicht auf Nahost. Während die deutsche Linke traditionell gerne mit Tüchern und Anliegen der Palästinenser wedelt, steht das Szeneblatt „Konkret“ – wie auch der paläo-sozialdemokratische „Cicero“ – fest und treu an der Seite Israels. Umgekehrt spricht ganz Europa von der pro-israelischen „Neuen Rechten“, und keiner ist israelkritischer als ausgerechnet „Zuerst“. Symptomatisch daher ein Interview mit dem iranischen Botschafter im November-Heft. „Compact“ dagegen wittert – wenn schon, denn schon – die Weltverschwörung („CIA-Agent Bin Laden“) oder hält sich bei diesem einen Thema müde zurück. Kein Wunder, stand Genosse Elsässer doch in seiner langen linken Laufbahn bereits an vorderster Front auf beiden Seiten der nahöstlichen Kampflinien. Dann schon lieber ein Portrait von Udo Jürgens einstreuen, der schließlich nicht weniger als ein „wahrer deutscher Held“ – so „Compact“ im November – sei. Siebzehn Jahr, blondes Haar, das gefällt dem Chefredakteur, dem auch der Ruf des „linken Lebemanns“ nacheilt.
Elsässer war lange genug Adjutant von General Gremliza bei „Konkret“. Dann gründete er mit ein wenig Restenergie und lange vor „Occupy Wall Street“ eine linksnationalistische „Volksinitiative“. Heute wird er bei politischen Gesichtskontrollen zuweilen als geistiger Bruder Manuel Ochsenreiters mit durchgewunken. Und siehe da, ein Blick ins soziale Netzwerk Facebook enthüllte tatsächlich eine gegenseitige Freundschaft der beiden. Von eigentümlich frei darauf angesprochen, necken sie sich aber doch lieber. Ochsenreiter über Elsässer: „Ja, er mischt die linke postmoderne Krabbelgruppe ordentlich auf und hat jetzt Stress mit seiner ehemaligen Klientel. Die Geister, die er rief, wird er wohl nicht so schnell wieder los.“ Elsässer blafft zurück: „Zuerst“, das „ist doch das Zentralorgan der deutsch-arabischen Freundschaft. Schade, dass es rechtsradikal ist.“ Ach komm, Jürgen!
„Konkret“ dagegen sei heute schlicht ein „Kindergarten“, meint Elsässer, in dem der väterliche Freund Gremliza aber „immerhin noch die deutsche Sprache verteidigt“. Ob ihm auch etwas zu eigentümlich frei einfalle? Elsässer: „Unter Kanzler Schäffler wird Lichtschlag der neue Augstein.“(Ende Auszug ef)









<a
November 26, 2011 at 12:36
“Compact” hält sich mit Israel-Kritik zurück? Wie war das noch: “Wilders – Israels Mann in Europa”. Auch wurden israelische Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg thematisiert. In der kommenden Dezember-Ausgabe geht es schließlich um die israelischen Kriegsplanungen gegen Iran. Wenn das alles nicht israel-kritisch ist! In den Mainstream-Medien wird man derartige Artikel jedenfalls vergeblich suchen.
November 26, 2011 at 12:50
A propos Volksinitiative: Gibt`s die noch ?
November 26, 2011 at 13:16
Gefällt uns so gut, daß ein “Runder Tisch DGF” in Niederbayern diesen Wanderer durch die politischen Welten zum Vortrag über den Euro eingeladen hatte. Und siehe da, im tiefsten, schwarzen Niederbayern kamen statt der erwarteten 25 so ca. 100 Gesprächsteilnehmer zusammen, darunter Vertreter der Linken und CSU Mandatsträger, Rep-Kreisräte u. FDPler, Umweltschützer, Grüne und OEDP auch, und Bio-Bauern, zahlreiche Ingenieure aus einem nahegelegen großem Automobilwerk, Selbstständige, die meisten politisch vollkommen unabhängig, einfach ein wirklich bunter Haufen, der das konforme öffentliche Geschwätz (oder besser öffentliche Erziehung) satt hat. Nach dem Vortrag kam jeder zu Wort, der sich meldete und konnte sich mit Elsässer auseinandersetzen. Rechts oder links ist keine politische Kategorie, es gilt nur richtig oder falsch. Darüber läßt sich freilich unter vernünftigen Menschen ordentlich streiten. Mal sehen wo sich die politischen Wanderer, dieser “Runde Tisch” und Elsässer, in der Zukunft wiedertreffen.
http://www.runder-tisch-niederbayern.de (mit Bericht über die Novemberrunde) und der Meinungsblog http://rundertischdgf.wordpress.com/
November 26, 2011 at 13:46
Verschwoerungen hier, luegen dort…
Da sin doch die verschwoerungen viel naeher am ziehl…
Immer druff. Danke Juergen.
November 26, 2011 at 15:55
Wobei der frühere Lehrer immer wieder auch überrascht, zuweilen mit – wo hat er ihn her? – ökonomischem Durchblick in Sachen Krisenanalyse.
Wo hat er ihn her? Ja, woher nur? Welche Möglichkeiten sind denn eröffnet?
Ich hoffe nur, daß die libertären Nebelkerzen ihm die helle Sicht nicht wieder verdunkeln.
November 26, 2011 at 17:25
yummybear: Yo. Nächstes Mal am 6.12.
November 26, 2011 at 17:32
Ich finde Ochsenreiters Magazin solider. Heute kamen mit der Post die Dezemberhefte von COMPACT und Zuerst! In beiden wird mit dem Hochverräter Wolfgang Schäuble abgerechnet: „Schäubles Sündenfall” (COMPACT, 2 Seiten, 4€) und „Der Trickreiche” (Zuerst!, 9 Seiten, 6,50€). Revisionistische Artikel sind in dem Blatt aus dem einschlägigen Verlag (Dietmar Munier) selten, dafür betreibt COMPACT munter Schwulenhetze. Daß Zuerst! von der KAUFLAND-Leitung auf eine Stufe mit der National-Zeitung und den Landser-Heften gestellt und der Vertrieb mit miesen Tricks unterbunden wird, muß wohl an seiner Gefährlichkeit, nicht am Niveau liegen. Einige COMPACT-Beiträge wären mir viel peinlicher.
November 26, 2011 at 18:03
Tuchen: Schwulenhetze in COMPACT? Wo denn das? Und welche Beiträge in COMPACT finden Sie peinlich? Jetzt aber mal Butter bei die Fische!
November 26, 2011 at 19:39
@Joachim Bullinger
Ganz offensichtlich sind hier jedenfalls einige ehemalige oder aktuelle linke Weggefährten von JE dabei, sich zu bemühen, er möge doch hoffentilch nicht zu freiheitlich werden und zuweit vom früheren einvernehmlichen marxistisch/bolschewistischen Weg abdriften. Nach dem Motto: Etwas freiheitlicher? Gut, wenn’s sein muss. Aber das Individuum braucht doch wohl weiterhin die kluge planerische Lenkung durch die genialistischen linken Gesellschaftsklempner – und zwar mit Zuckerbrot und Peitsche.
November 26, 2011 at 20:58
Thoma November 26, 2011 at 19:39 @Joachim Bullinger
Etwas freiheitlicher? Gut, wenn’s sein muss. Aber das Individuum braucht doch wohl …
… gar nichts mehr, weil es sein Ziel schon erreicht hat. Aber solange, wie wir noch Dividuum sind, brauchen wir Freiheit um individuieren zu können.
Das ist die Freiheit, die ich meine! Die Freiheit zur Individuierung nämlich.
Ihre Freiheit ist nur Freiheit von irgendetwas. Eine Freiheit, die bestenfalls zu einer kulturindustriell vorgefertigten Individualisierung mit “individuellen Accessoires” von der Stange führen kann.
Und nein, ich war und bin kein linker Weggefährte von JE. Sie irren, wie so oft auch hier. Ich komme zwar geographisch aus der gleichen Ecke, war aber auf’m Kepler und nicht auf’m Hebel und auch ein paar Jahre vor Jürgens Zeit.
November 26, 2011 at 21:16
@Thoma. Angesichts Ihrer argumentfreien Äußerungen
frage ich mich: Sind Sie mental immer noch 1950 ff. im
Kalten Krieg steckengeblieben?? Schade, dass “Moskau” nicht mehr so funktioniert wie ehedem!
November 26, 2011 at 22:34
Ich lese alle genannten Zeitschriften und finde allgemein, daß es immer noch das Beste ist, sich aus mehreren Quellen zu informieren.Bedauerlich ist nur, daß bei “eigentümlich frei” die einst zahlreichen Kommentare im Internet nicht mehr geduldet werden.
mit freundlichen Grüßen
November 27, 2011 at 02:00
Offtopic, und wegen das “wir Freiheit brauchen um individuieren zu können”.
Zwischen Wohnung renovieren und Fritz.Box neu einrichten (bis das Ding jeden einzelnen Schritt getätigt hat bleibt Zeit ne Vliesbahn an die Wand zu kleben
) was zum Thema sichereres Surfen.
Wenn ihr immer wieder die selben Seiten besucht kann man ein taugliches Profil von Euch anlegen. Sei’s die vielen Ohren die mitlauschen wollen oder der Provider selber.
Google ist eine gute Maschine, und einmal eine Seite aufrufen ergibt auch kein taugliches Profil. Heißt: Seite speichern und diese dann beim zweiten und allen weiteren Malen mit der Suchmaschine ” IXQUICK” (!) aufrufen.
Mehr hier: https://www.ixquick.com/deu/about-ixquick-ssl.html
Und Wiederholung: Räumt Eure Adobe Cookies raus. Die könnt ihr unter Windows Extras/Einstellungen/Datenschutz nicht rauslöschen.
Aber damit: http://www.macromedia.com/support/documentation/de/flashplayer/help/settings_manager07.html
Denn mal..
November 27, 2011 at 05:43
“eigentümlich frei” ist in der Tat ein mutiges Heft. Vor ein paar Jahren gab es mal ein über einige Seiten (sechs?) gehendes Interview mit Udo Voigt. In diesem Interview hat Voigt sogar mal öffentlich einige Dinge aufgezählt, die am NS zu kritisieren seien. Kam ansonsten ja wohl nicht allzu oft vor.
November 28, 2011 at 15:03
ef lese ich aus sehr gerne, Abwechslungsreicher ist jedoch Compact, da die Autoren aus allen politischen Lagern kommen.
November 29, 2011 at 06:13
Eigentlich mag ich keine Linken, weil ich viele kennengelernt habe, die das wiederspiegeln, was der Begriff suggeriert: link sein. Jürgen Elsässer ist eine angenehme Ausnahme. Zumal er in einer Folge einer Sendung mit Henryk M. Broder mit der deutschen Patriotion Dee Ex an der Seite zu sehen war.
November 29, 2011 at 15:42
“…keine Ausgabe ohne Bilderberger”, vielleicht haette man
in der Ausgabe, die sich mit den Bilderbergern beschaeftigte etwas zum Begriff “die neue Weltordnung”
bringen muessen (Kissinger, Bush, Trichet verwendeten ihn, in der FAZ, Financal Times ist der Bergriff zu lesen gewesen)? Waere auch an der Zeit eine Begriffsbestimmung zu machen.
(Vielleicht koennen Sie ein Interview mit Prof. Grottian
machen, in wie weit der Begriff schon an der Universitaet angekommen ist.
Dann wuerde Lichtschlag so etwas bestimmt nicht mehr schreiben.)
November 29, 2011 at 15:55
“…keine Ausgabe ohne Bilderberger”, vielleicht haetten sie
etwas zum Begriff “die neue Weltordnung” bringen sollen
(Kissinger benutzt ihn, Bush, Trichet, die FAZ und Financal Times schrieben davon). Es waere auch an der Zeit eine Begrifsbestimmung zu machen.
(Vielleicht ein Interview mit Prof. Grottian in wieweit der Begriff an der Uni angekommen ist. Dann wuerde Lichtschlag vielleicht so etwas nicht mehr schreiben. Und es denken ja auch andere so).
November 29, 2011 at 15:58
Es ist im uebrigen das, was mich an eigentuemlich frei stoert.
Die Unbesorgtheit gegenueber dem Globalfaschismus.
Januar 11, 2012 at 16:38
Habe in das Heft reingesehen und musste lesen das die rechts radikale Zeitschrift “Zuerst” mehr gelobt wird als Compact.
Was hat man davon, wenn man Artikel liest in denen nach rechtsradikaklen Raster die Welt gesichtet wird?
Daneben fand ich den Witz unter den Fotos von Ihnen und dem Chefredakteur von “Zuerst” rinks, lechts.
Januar 11, 2012 at 17:40
Louise: Das ist j die Sicht von “eigentümlich frei”. Im übrigen finde ich, ef hat Beifall und Pfiffe recht gleichmäßig verteilt.