Vom Alten Fritz zu Hitler?
Gegen antipreussische Mythen: Ein Auszug aus der aktuellen COMPACT 9/2011
Die aktuelle COMPACT-Ausgabe hat ein Dossier “Modell Preußen: wehrhaft und tolerant”. Andreas Rieger schildert die Toleranz (nicht nur) Friedrichs des Großen gegenüber Muslimen und Osmanen. Klaus Höpcke, ehem. stellv. Kulturminister der DDR, zeichnet das wechselhafte Preußen-Bild der SED nach. Redakteure der “Preußischen Allgemeinen Zeitung” konturieren das christliche Fundament des Staates, seine fortschrittliche Schulpolitik. An dieser Stelle folgt ein Auszug des Beitrages von Jan von Flocken, der einige der gängigen anti-preussischen Klischees behandelt.
(Vorspann) Die populäre Geschichtsschreibung zeichnet Preußen als Obrigkeitsstaat, gegründet auf Militarismus und Kadavergehorsam. Dabei treffen diese Vorwürfe viel eher auf andere Monarchien zu.
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Dem französischen Revolutionär Honoré Marquis de Mirabeau soll 1786 das Bonmot entfahren sein: „Andere Staaten besitzen eine Armee; Preußen aber ist eine Armee, die einen Staat besitzt.“ Nun hatte der Autor mehrerer pornographischer Romane zwar einige Monate in Preußen zugebracht, das Land aber offenbar nur sehr oberflächlich beobachtet. Wenn er etwa behauptete, der preußische Staat gleiche einem einzigen Heerlager, so handelte es sich um ein schlichtes Missverständnis.
Im Gegensatz zu allen anderen europäischen Armeen bestand in Preußen die Regelung, den Soldaten jedes Jahr eine neue Uniform auszugeben. Damit verbunden war die Erlaubnis, alle gebrauchten Waffenröcke außerhalb des Dienstes aufzutragen oder an Freunde und Verwandte zu verschenken. In einigen Regionen entwickelte sich aus dieser Praxis sogar eine regelrechte Volkstracht der Bauern.
Mirabeaus wenig kenntnisreiche Sentenz zitierten die alliierten Umerzieher nach 1945 besonders eifrig. Unter dem Deckmantel der „Bekämpfung des preußischen Militarismus‘“ wurden hinfort in BRD und DDR (von den Ostgebieten gar nicht zu reden) Schlösser verwüstet, Denkmale gesprengt, Straßennamen ausgetilgt und Geschichtsbücher umgeschrieben. Eine Epoche bewusst herbeigeführter Ahnungslosigkeit begann, welche Klischees ohne Ende produzierte. Der preußische Staat war zum Reich es Bösen verdammt worden. Die Furcht vor ihm geriet so immens, dass die Siegermächte (einmaliges Faktum in der Geschichte) ihn 1947 per Dekret abschafften.
Negative Schlagworte beherrschten seither die Diskussion, wenn sie denn überhaupt stattfand: Kriegslüsternheit, Spießrutenlauf, Kadavergehorsam, Zwangsrekrutierung. Arbeitet man allein diesen Sündenkatalog mit Hilfe nüchterner Fakten ab, dann ergibt sich ein gänzlich anderes Bild.
Der angeblich so aggressive preußische Staat führte während der 170 Jahre seiner Existenz deutlich weniger Kriege als vergleichbare Großmächte wie Großbritannien, Frankreich, Russland, Spanien oder Österreich. Dass ein aus fünf Teilen bestehendes Konglomerat mit überdehnten Grenzen (1000 Kilometer vom linksrheinischen Kleve bis zur litauischen Nachbarstadt Memel) eine schlagkräftige Armee benötigte, liegt klar auf der Hand. Ein britischer General beobachtete 1712, wie der spätere „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., damals noch Kronprinz, 600 Mann als kleine Privatarmee zu Wusterhausen persönlich drillte. Fazit des Engländers: „60 Bataillone von solchen Männern und kein preußischer König muss sich jemals wieder schikanieren lassen.“
Prügelstrafen beim Militär samt ihrem übelsten Auswuchs, dem Spießrutenlauf, waren während des 18. Jahrhunderts in allen europäischen Armeen an der Tagesordnung. Nur wurde diese Disziplinarmaßnahme zuerst in Preußen 1806 auch wieder abgeschafft. Die Soldaten Österreich-Ungarns mussten sich noch bis 1855 prügeln lassen. Und im heutzutage so bewunderten, musterdemokratischen Großbritannien setzte es Schläge für militärische Vergehen bis 1868. Der sogenannte Kadavergehorsam stammt schon vom Begriff her nicht aus dem preußisch-evangelischen, sondern aus dem habsburgisch-katholischen Kulturkreis. Die erstaunlichen Erfolge der Armeen Preußens resultierten aber nicht aus blindem Gehorsam, sondern vielmehr aus einem überlegenen Bildungssystem. Schon Friedrich Wilhelm I. ordnete an, jedweder Soldat müsse Lesen und Schreiben können, ein eher seltenes Privileg zu jener Zeit. Gut ausgebildet, ordentlich gekleidet und mit einem Grundstock an Bildung versehen, entwickelten die Männer ein neues Selbstbewußtsein. Anders wäre der Wiederaufstieg Preußen aus den Niederlagen gegen Napoleon kaum hinreichend zu erklären.
Als 1866 zur Überraschung aller Fachleute die von Moltke geführte preußische Streitmacht einen entscheidenden Sieg über die weit höher eingeschätzten Österreicher errang, kam der geflügelte Satz auf: „Die Schlacht bei Königgrätz hat der preußische Schulmeister gewonnen.“ Selbst Heinrich Heines gewohnt bissige Sentenz, Preußen sei „das klassische Land der Schulen und Kasernen“ enthält durchaus ein Quentchen Anerkennung.
Wie wenig passen zum Vorwurf des Kadavergehorsams jene Worte, mit denen Anno 1860 der General Prinz Friedrich Karl von Preußen die Führungskader seines III. Armeekorps instruierte: „Eben deshalb hat Sie der König zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht zu gehorchen haben.“ (…)









<a
September 28, 2011 at 17:30
“Dossier „Modell Preußen: wehrhaft und tolerant“. Andreas Rieger schildert die Toleranz (nicht nur) Friedrichs des Großen gegenüber Muslimen und Osmanen. …”
Das finde ich gut, eine gesunde Portion Patroitismus gepaart mit Toleranz, so sollte es sein. Da sollten sich einige mal ein Beispiel an den preusischen Vorfahren nehmen und nicht gleich mit der Keule auf “die anderen” einschlagen, hier gilt es zu unterscheiden und nicht zu pauschalisieren.
September 28, 2011 at 17:56
Na aber! Die DDR hat doch lediglich das Gute aus preußischen Tugenden übernommen und den Rest eben “weggesprengt”. Und wenn schon, trauert doch keiner, oder?
September 28, 2011 at 17:59
Typisch, obwohl die meisten zu Preußen nicht differenzieren
können – z.B. weniger Kriege als andere Staaten geführt -
und Preußen als Hort der Toleranz überhaupt nicht kennen,
wird dieser Blog nicht gelesen, was sich ja an der Zahl der
Kommentare bisher beweist.
Natürlich haben unsere Umerzieher sich an Mirabeus Fehlur=
teilen delektiert, aber wir, der deutsche Staat, haben brav den
Unsinn und die Lügen und Weglassungen zur preußischen
Geschichte geschluckt und 2001 zur 300-Jahrfeier nichts dazu
getan, die preußische Idee des Friedrich des Zweiten “mehr
sein als scheinen” wiedezubeleben, nein, wir gehorchen ganz
obrigkeitshörig den drei westalliierten Umerziehern und lassen
alles beim Alten, uns aufgezwungenem!
@yilmaz: die heutige, völlig falsch verstandene Toleranz hat es
damals nicht gegeben. Heute wird uns die “gesunde” Portion
Patriotismus und das Beharren auf den Erhalt unserer Kultur
auch nicht mehr zugestanden, sondern wir werden genötigt,
“tollerant” zu sein, uns Minderheiten zu unterwerfen, sie als
“höherwertig” oder gleichberechtigt anzuerkennen. Soweit
ließen es die Preußen natürlich nicht kommen.
September 28, 2011 at 19:21
Schreibt Herr v. Flocken immer noch für die “Welt”?
September 28, 2011 at 20:44
Toleranz … ich bin via ***Blog auf die Seite eines mutmaßlichen „S-Bahn-Peter” (oder schreibt man offenkundigen V-Mann und Agent Provocateur des Verfassungsschutzes ?) gelandet
http://linksunten.indymedia.org/de/node/hidden
„Tripolis“ in Indien & Tripolis Nachahmung in Katar sind für diese “Linken” Revoluzzer Verschwörungstheorie & Spam … viel SPASS mit Denen.
Wie hoch wohl deren Scheck aus ********* ist?
September 28, 2011 at 21:01
For those interested in real history: it was Britain that saved Frederic the Great from beeing overwhelmed by Austria (and France at that time) close to the end of seven-years-war. (I do not forget the service paid by Russia’s changing regime in 1762). It did so by providing strong subsidies for worn out Prussia. One of Prussia’s great admirors in Engand in the 20th century was Lloyd George, former PM who after World War I opposed the rigid rules of the Versailles Treaty against the German Reich. He was aware that it’s biased and unjust judgements against Germany would stir up national sentiments and finally lead to a second war. Hitler surfed this wave.
For those interested in real politics of today: Swedes and Danes, Poles and British, Czechs and Slovaks, all (if polled) would accept being part of the EU (some Brits maybe reluctantly), and even confess to some European identity. BUT NOT TO A NOT WELL DESIGNED COMMON CURRENCY CALLED EURO: NOT WELL DESIGNED BECAUSE THE DIVERSITY OF ECONOMIC DEVELOPMENT AND AND BASIS PATTERNS OF FISCAL AND MONETARY POLICIES WERE NOT REALLY CONSIDERED:
AND THEY WOULD NOT CONFESS TO A CENTRALIZED EUROPEAN ADMINISTRATION OF (ALLEGEDLY) ETERNAL TRUTHS (FORMER DDR-DISSIDENT HAVEMANN ONCE COINED THE TERM), neither in matters of social welfare, nor in matters of currency, nor in matters of socalled “climate protection” with all the bureaucratic fuss and money devouring prescriptions, created by a self feeding and self recruiting and arrogant EUROCRACY.
Even at it’s highest moments in history, PRUSSIA remained part of a rather complex federal structure in the Reich and in Europe at large.
September 29, 2011 at 05:08
Die Frucht des preußischen Förderung der Bildung breiter Volksschichten war das deutsche Bildungssystem und der Aufstieg des Bildungsbürgertums, die Entwicklung des “Kulturstaates”. Denn die Reformen Preußens wurden mehr und mehr von den deutschen Kleinstaaten (und auch von Bayern und Österreich) übernommen, und 1871 gab es nur noch wenig Notwendigkeit zur Vereinheitlichung. Das deutsche hervorragende Schulsystem und die vielen Neugründungen an Universitäten, die bedeutend mehr Studenten (und natürlich Professoren) hatten als alle Staaten der Welt (bezogen auf die Volkszahl) führten zu einem Aufblühen der Wissenschaft (Humboldt und die Erfindung der “Forschung”) und ingenieurskunst, die völlig einzigartig in der gesamten Welt is und seither niemals und nirgends wiederholt werden konnte.
Die wichtigen wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen wurden ganz überwiegend in den deutschen Staaten gemacht, mit einem Schwergewicht auf der Zeit zwischen 1871 und 1914, jedoch beginnend mit der “Zweiten Renaissance in Preußen 1790 – 1840). In den deutschen Staaten und im endlich vereinigten Deutschen Reich gab es mehr Patentanmeldungen, Nobelpreise, international renommierte Fachzeitschriften, wissenschaftliche Gesellschaften und wissenschaftliche Originalveröffentlichungen als in den Nachbarstaaten zusammengenommen. Auch die deutschen Geisteswissenschaften, die deutsche Philosophie Geschichts- und Sprachwissenschaft, Mathematik und Physik, Dichtung, Musik hatten primäre Weltgeltung.
Die Wissenschaftssprache der Welt war deutsch.
Dies wurde vom Ausland auch vollständig anerkannt und führte geradezu zu einem “Deutschlandfieber” in F, GB, USA, während Rußland ohnehin unter erheblichem deutschen Kultur-Einfluß stand, nicht nur wegen der deutschen Zaren, sondern vor allem wegen der zahllosen baltendeutschen Gelehrten, Militärs und Beamten in höchsten Stellungen.
Die geradezu unbegreiflichen und vielfältigen Erfolge der Wissenschaft und Technik hatten einen Anstieg der Industrieproduktion zwischen 1890 und 1913 von 74% zur Folge, während sie in GB um 41%, in F um 28% SANK!
Die Folgen der deutschen Erfolge sind Geschichte, und Geschichte sollten die letzten Deutschen lernen.
September 29, 2011 at 05:27
Preussen war ein Rechtsstaat. Vielleicht der einzige, den die Welt je gesehen hat. Überall sonst kam und kommt das Recht aus den Läufen der Gewehre.
Daß der König das Recht bringt, wäre in Preussen nicht möglich gewesen. In der BRD ist es Regierungsalltag geworden, business as usual.
September 29, 2011 at 05:29
Daß der König das Recht bricht! Freud läßt grüssen…
September 29, 2011 at 07:43
Wenn ich schon lese “politische Umerzieher der Allierten”. Die Amerikaner haben Roosevelt gewählt und den New Deal” gemacht, die Deutschen haben Hitler gewählt und KZ´s gebaut und Millionen Frauen und Kinder ins Gas geschickt, nach industriellen Verwertungsmaßstäben mit typisch deutscher Gründlichkeit!
Ein derart revisionistischer Sprachduktus, da kommt es einem hoch!
September 29, 2011 at 08:49
Rappel 2: Sie sind der Revisionist, der Verfälscher historischer Fakten: Die Deutschen haben Hitler NICHT gewählt. Er hatte nie eine Mehrheit, selbst bei den schon unter Terror durchgeführten Märzwahlen 1933 nicht. Davon zum sprechen, “die Deutschen” hätten Hitler gewählt – das ist genau ein Resultat der US-Gehirnwäsche.
September 29, 2011 at 09:35
Wer heute über Preußen spricht, spricht über das Gesetz des Alliierten Kontrollrates Nr. 46 aus dem Jahre 1947, das das Land Preußen auflösen sollte und wollte.
Eine Besatzungsmacht ist jedoch nach Kriegsvölkerrecht (HLKO, 1907, Art 22) überhaupt nicht berechtigt, das Gebiet des besetzten Landes willkürlich zu verändern. Damit durften die Besatzer weder das Land Preußen auflösen, noch Gebiete Deutschlands in den Vorkriegsgrenzen an andere Staaten in irgend einer Form abtreten.
Die Landkriegsordnung gilt vollinhaltlich noch heute und regelt Rechte und Pflichten für jede Besatzungsmacht in jedem fremden Land, das infolge eines Krieges besetzt wurde. Ausnahmen gelten nur bei “debellatio” oder, wenn der Sieger das besiegte Land annektiert: das Deutsche Reich als Bestandteil der alliierten Staaten? Undenkbar. Und debellatio ist mehr als ein “totaler Sieg”. Durch den Geschäftsverkehr der Alliierten mit der letzten deutschen Regierung bis Juni 1945 ist das Instrument “debellatio” ausgeschlossen.
Interessant übrigens, daß in jeder Verlautbarung der Alliierten, in der die 12 Jahre des Dritten Reiches erwähnt werden, als Endpunkt immer der Juni herangezogen wird, nie der Zeitpunkt der Kapitulation.
September 29, 2011 at 14:05
@juergenelsaesser: Oho, die Kritik an @Rappel 2 klingt Ihrerseits aber stark nach gaaanz weit rechts unten. Auch wenn die NSDAP nie über 40% kam – diese knappe Hälfte der Deutsche wollten das, was kam, dann wohl doch – “Mein Kampf” war ’33 bereits millionenfach verkauft. Insofern und aus den Erfahrungen der folgenden 12 Jahre konnten die Allierten mit Fug und Recht darauf schließen, daß “die Deutschen” Hitler gewählt hatten.
Dass sich die absolute Mehrheit der Bevölkerung freiwillig in die sog. Volksgemeinschaft einreihte, willentlich die Verbrechen des Regimes mittrug, das spricht gegen die Deutschen – gerade aber nicht gegen Preußen. Zwar fand die Machtübertragung an Hitler und seine NSDAP auch mit Zustimmung der preußischen Eliten statt, aber entscheiden war die Zustimmung des Großkapitals und das Wählervotum. Außer im katholische Milieu waren die Nazis nämlich zustimmungsfähig – Arbeiterklasse, Kleinbürgertum, Bauern – alle wollten’s so.
Widerstand kam von Einzelnen – Georg Elser – und aus dem Katholizismus und der preußische Elite; will heißen aus der Idee von Preußen als sittlicher Staat.
Insofern ist jede Kritik an der Auflösung des Staates Preußen par ordre de mufti durch die Allierten berechtigt – da sind die Herren ihrer eigenen Propaganda auf den Leim gegangen.
September 29, 2011 at 18:05
AndreasTT: Soso, die Mehrheit der Deutschen reihte sich “freiwillig” in die Volksgeminschaft ein … Haben Sie die KZs vergessen? -Ihr Posting ist im übrigen widersprüchlich: Am Anfang würgen sie mir unfair eine rein, was Sie nicht so oft tun sollten, denn hier auf dem Blog bin ich der Alliierte Kontrollrat und könnte Sie ganz locker entnazifizieren, und Sie billigen den Allierten “Fug und Recht” bei ihren antideutschen Verallgemeinerungen zu. Am Schluß werden sie wieder vernünftig und konzidieren, dass die Alliierten ihrer eigenen “Propaganda” auf en Leib gegangen seien.
September 29, 2011 at 18:34
Also, ich beteilige mich nicht mehr so gerne an Diskussionen, wo sich u.U. der Staatsanwalt für vom p.c. Mainstream abweichende Meinungen interessiert. Aber ich habe mich als akademischer Psychoanalytiker ziemlich eingehend mit den Möglichkeitsbedingungen von Glück beschäftigt. Und wenn ich nicht wüßte, daß das gar nicht der Fall gewesen sein kann, dann wäre ich fast versucht zu meinen, daß eine signifikante Vielzahl der Deutschen in der Gemeinschaftlichkeit ihres Volkes Glück erfahren haben.
September 29, 2011 at 19:28
@Joachim Bullinger: also das ist ein bißchen zuviel Angst vor den Torheiten der P.C., hier wurde ja nicht der “Holo” geleugnet, sondern die unbestreitbare Umerziehung durch die
Angloamerikaner nach dem II. WK thematisiert, an dieser Tat=
sache gibt es keinen Zweifel, so wenig wie beim Holocaust!
DIe Alliierten haben zwar von unserer Parlament. Versammlung
verlangt, daß an den Ergebnissen der Nürnberger Prozesse
von uns nicht gerüttelt werden darf, also z.B. Hitler hat ganz
alleine den Zw. WK entfesselt, jedoch haben sie nicht ver=
langt, daß wir nicht über die von ihnen durchgeführte Umer=
ziehung schreiben dürfen, deshalb tun wir dies jetzt.
September 29, 2011 at 20:01
@juergenelsaesser: wollen Sie allen ernstes behaupten, außer in den mehrheitlich katholischen Gebieten Deutschlands wäre die NSDAP nicht die stärkste Partei gewesen? Und für wen waren die KLs in der Zeit bis Ende ’36 ausschließlich bestimmt? Für Kommunisten und sozialdemokratische bzw. gewerkschaftliche Funktionäre. Das nur dazu.
Und wo bitteschön war bei mir der Widerspruch? Dass auf Seiten der Westalliierten sich anno 1945 nicht die subtile Unterscheidung zwischen dem preußischen Ideal, dass im Januar ’33 und gleich nochmal im Juli ’34 von den preußischen Eliten verraten wurde, und der Realität des preußischen Staates, der im sog. Dritten Reich aufgegangen war bzw. der durch die Nationalsozialisten pervertierten preußischen Militärtradition, durchsetzen wollte? Von der Unlust der Sowjetmenschen angesichts von 25 Millionen Toten zwischen den Fritzen, den Faschisten und Preußen ausreichend zu differenzieren will ich gar nicht schreiben. Das war nun mal historische Realität.
Das heißt nicht, dass man heute contra factum Preußen verteufelt und die preußischen Idealen und Tugenden in Bausch und Bogen ablehnt.
Daher: bitte etwas mehr Voltaire und Preußen wagen
September 29, 2011 at 21:34
Beim IR 9 der Reichswehr führte man die Tradition der kaiserlichen Garde fort. Dort hieß der bedeutendste Postkartenmaler aller Zeiten immer die Rache Österreichs für Königgrätz.
Dort fand die letzte Landschlacht 1866 zwischen Preußen und Österreich statt. Preußen gewann damals – dann kam Hitler
September 29, 2011 at 21:39
Nachhilfeuntericht für Rappel 2:
Die beiden Feinde der Republik NSDAP und KPD hatten eine “negative” Mehrheit im Reichstag. Eine von beiden mußte also mit eingebunden werden.
Die Alternative Hitler oder Stalin war nicht gerade prickelnd.
Die Alternative dazu wäre ein Miltärputsch mit anschließender Restaurierung der Monarchie gewesen.
General von Schleicher – kurzfristig Reichskanzler – soll das erwogen haben.
Deswegen ließen die Nationalsozialisten ihn auch “aus Versehen” anläßlich des “Röhmputsches” erschießen.
September 29, 2011 at 21:50
AndreasTT: Dass ich bei Ihnen einen Widerspruch entdeckt habe, sollte ein Argument zu Ihren Gunsten sein. Und jetzt wollen Sie ausgerechnet das entkräften? – Und schon kommt Ihr neuester Angriff auf die Logik: “Die Deutschen” hätten die Nazis unterstützt, weil die NSDAP die stärkste Partei war. Kennen Sie den Unterschied zwischen Totalität, absoluter Mehrheit und relativer Mehrheit? In welcher Schule waren Sie? In der Antifa-Klippschule? Wobei die historischen Antifaschisten – Ernst Thälmann und Kurt Schuhmacher etwa – den Unterschid sehr gut kannten. Die hätten Ihnen die Hammelbeine langgezogen! Aber wenn Sie so weitermachen, werden Sie vom Hausmeister immerhin noch ein paar Kopfnüsse bekommen.
September 29, 2011 at 22:40
@juergenelsaesser: Ohne so persönlich zu werden wie Sie; welche historischen Quellen benutzen Sie denn? Nochmal: auch wenn die NSDAP nie über die magischen 50% bei Wahlen gekommen ist, gelang es ihr ja wohl doch die absolute Macht – an ihren rechten Koalitionspartnern vorbei – mithilfe der alltäglichen Zustimmung der deutschen Bevölkerung zu erreichen. Genau das hat ja auch die von Ihnen angeführten Antifaschisten zur Verzweifelung gebracht. Wie sollte ein wirksamer Widerstand der Arbeiterklasse gegen den NS zuwege gebracht werden, wenn die sog. Basis die NS-Volksgemeinschaft dem Klassenkampf vorzieht.
Dass Thälmann und Schuhmacher daran nicht ganz unschuldig waren – hatten doch SPD, da waren Kommunisten nur “rotlackierte Faschisten”, und KPD, da waren Sozis nur “Sozialfaschisten”, sich vor der Machtübernahme geprügelt wie die Brunnenputzer, anstatt als Volksfront gegen den spezifisch deutschen Faschismus zu kämpfen. Genau aus dieser anti-antifaschistischen Erfahrung heraus ist ja auch die SED als Gebot der damaligen Stunde gegründet worden. Ich mag da ja als jemand, dessen Großväter bei den Belorussischen Partisanen bzw. bei der Roten Armee kämpften voreingenommen sein…
Ich will ja jetzt nicht nerven, aber wie erklären sie die gravierenden Unterschiede zwischen dem deutschen und dem italienischen Widerstand gegen den Faschismus dem geneigten Publikum. Die PNF hatte genausowenig wie die NSDAP die arithmetische Mehrheit; in Italien gab es aber immer Widerstand und der Faschismus ist von den Italienern selbst gestürzt worden – nach Stalingrad und El Alamein. Die sog. Volksgemeinschaft wurde aber umso fester mit den NS-Machthabern verbunden, umso näher die militärische Niederlage rückte. Das kann nur durch die Identifikation allzuvieler Deutscher mit dem NS erklärt werden; die (politisch und militärisch kontraproduktive) Forderung nach bedingungsloser Kapitulation galt ja beiden Achsenmächten.
@Klaus: preußisch wäre es gewesen, hätte die Reichswehr geputscht; ein Reichskanzler Hitler war untragbar und die KPD war nicht konstruktiv einbindbar. Eine Regierung von Schleicher / von Hindenburg, die sich dem chaotischen politischen Tagesgeschäft entziehen kann, gedeckt durch die Reichswehr, mit fähigen Männern wie Schmitt, Niekisch, Eucken, Heuss usw. hätte die ökonomische Lage stabilisieren und außenpolitisch bestimmter gegen die Versailles-Mächte – durch konstruktive Zusammenarbeit mit der Sowjetunion -auftreten können … Preußentum und Sozialismus … das wäre damals meine politische Wunschkonstellation gewesen.
Gescheitert ist sie an der Kapitalhörigkeit der staatlichen Eliten und am deutschen Kleinbürgertum bzw. der Bourgeoisie.
September 30, 2011 at 00:13
AndreasTT: Zunächst muss ich mich bei Ihnen entschuldigen, ich war beleidigend, und das tut mir leid! Was mich ein bisschen auf die Palme bringt, ist vermutlich, dass sie fast exakt so antideutsch argumentieren wie ich, bevor ich zur Besinnung kam … Über die Unterschiede Italien/Deutschland gäbe es viel zu schreiben. Dass die Volksgemeinschaft nicht so nahtlos war, wie es die Nazis selbst und später, mit anderen Vorzeichen, die Alliierten darstellen, kann man in den SoPaDe-Berichten und auch bei Viktor Klemperer nachlesen. Die Sowjets übrigens haben sehr wohl zu unterscheiden gewusst zwischen den Deutschen in ihrer Mehrheit und den Nazis. Dass Ilja Ehrenburg zeitweise diesen Unterschidd nicht machte und antideutsche Tiraden schrieb, geht eher auf die Erfordernisse der emotionalen Aufpeitschung der Frontsoldaten zurück, die er als Armeekorrespondent erfüllte. Schon vor Kriegsende zog ihn Stalin zurück und postulierte seinerseits, ganz anders: “Die Hitlers kommen und gehen, das deutsche Volk bleibt bestehen.”
September 30, 2011 at 05:55
Nonkonformer September 29, 2011 at 19:28
“@Joachim Bullinger: also das ist ein bißchen zuviel Angst vor den Torheiten der P.C., hier wurde ja nicht der „Holo“ geleugnet, sondern die unbestreitbare Umerziehung durch die
Angloamerikaner nach dem II. WK thematisiert, an dieser Tat=
sache gibt es keinen Zweifel, so wenig wie beim Holocaust!”
“Ein bißchen zuviel Angst”? Ich habe einschlägige Erfahrungen, die ich nur mit knapper Not und 60% schwerbeschädigt überlebt hat. Das ist Vergangenheit – Gott sei Dank – und ich will das nicht wieder aufleben lassen. Ich will nur den Vorwurf der Feigheit nicht auf mir sitzen lassen.
September 30, 2011 at 06:17
Gescheitert an der Kapitalhörigkeit???
Das ist eine kleine WElt – eine sehr kleine Welt.
Thälmann und Hitler waren im Übrigen die gleiche Soße. Das hat Kurt Schumacher ganz richtig erkannt.
Ich kann nicht verstehen, wie jemand sich über Auschwitz aufregen kann aber die Gulags bestenfalls achselzuckend zu Kenntnis nimmt.
Mit Thälmann wären auch Gulags nach Deutschland gekommen. Es gibt wirklich keine Rechtfertigung für singulären “Antifaschismus”. Die Bundesrepublik gründet sich aus gutem Grund auf den Antitotalitarismus.
September 30, 2011 at 06:57
@ AndreasTT
Anstatt sich zu überlegen, wieviele Prozentpunkte, in welchem Jahr, in welchem Wahlkreis, der NSDAP zur absoluten Mehrheit gefehlt haben, sollten Sie sich besser Gedanken darüber machen, WARUM der simple deutsche Bürger denn überhaupt die beiden radikalen Parteien gewählt hat. Und, wer denn diese Zustände erzeugt hat. Vier Jahre davor war die NSDAP eine marginalisierte Spülitterpartei unter vielen.
Der simple deutsche Bürger hatte nämlich nichts zu fressen, und das Fressen kommt vor jeder elaborierten politischen Überlegung.
Autoritäre Formen der Politik waren damals nicht nur das Konzept der KPD und NSDAP, sondern auch die letzten bürgerlichen Kabinette haben autoritär regiert, jahrelang.
Hitler hat dann diese Praxis fortgesetzt, hat aber im Gegensatz zu seinen Vorläufern das Parlament um Billigung ersucht (auch das hat er nicht perfekt demokratisch durchgeführt, ich weiß).
Vielleicht immer noch näher am Ideal der Demokratie als Militärputsch oder Diktatur (des Proletariats).
Aber völlig abgesehen von der Frage, wieviele Deutsche in welchem Jahr mehr oder weniger von Hitler gehalten haben, und, wie man heute (laut pc und drakonischem Gesetz) zu Hitler zu stehen hat:
Die Haager Landkriegsordnung VERBIETET dem Besetzer eine Änderung der Vorkriegsgrenzen (31. August 1939).
Eine derartige Änderung kann im Friedensvertrag verhandelt werden. VERBIETET die Verhaftung der Regierung. VERBIETET jeden Eingriff in die Rechte und das Leben der Bevölkerung, “soweit nicht militärische Gründe dies erfordern”.
Vertreibung und Massenmord (etwa auch die Rheinwiesenlager) braucht nicht extra verboten zu werden. Churchill hat diese Verbrechen vorgeschlagen, der Westen hat zugestimmt, die Sowjets, denen sie gelegen kamen, haben sie durchgeführt.
Preußen durfte also nicht geteilt oder “verboten” werden.
Auch die Westmächte haben gegen jedes erdenkliche Gesetzt des Völkerrechts, des Strafrechts und jeder humanitären Gesetzlichkeit vorsätzlich verstoßen.
September 30, 2011 at 10:37
@Joachim Bullinger:habe Sie doch nicht der “Feigheit” bezich=
tigt, sondern geschrieben “ein bißchen zuviel Angst”, oder nicht?
Natürlich möchte ich Sie nicht beleidigen, schon garnicht als Sie
offenbar ein Märtyrer der Meinungsfreiheit sind, nach dem Sie
mir darauf antworteten, höchsten Respekt!
(Üblicherweise bestreiten junge und Jüngere das Vorhandensein der “readucation”, weil sie in Schule und Uni
nie davon gehört hatten, wie so von vielen anderen Fakten,
die Lügen sind gegen die “Weglassungen” quantitativ fast
unbedeutend. Die Umerziehung – durch die Angloamerikaner,
britisch war der “Spezialist” Sefton Delmer der brutalste Lügner
und Manipulateur – wurde durch die Deutschen in die Vergan=
genheitsbewältigung transformiert, dadurch chronisch, das
Ganze ein singulärer Vorgang in der Weltgeschichte, wie er bishetr nie vorgekommen ist.
September 30, 2011 at 12:32
@ Dr. Gunter Kümel:
Entgegen landläufigen Meinungen war der Hauptgrund zur Wahl bzw. zur Unterstützung der NSDAP – und wir reden jetzt über die Zeit VOR dem 30. Januar 1933 – der sog. Friedensvertrag von Versailles (dass es sich hierbei um ein völkerrechtlich unwirksames Dokument, da unter Drohnung mit Krieg bzw. Gewalt zustandegekommen, handelt, braucht glaub’ ich in dieser Runde nicht erörtert zu werden) sowie die moderne, nach us-amerikanischen Marketingmethoden gestrickete, Wahlkampfführung. Ferner erschien Kleinbürgern die NSDAP als sozialdemokratische Alternative ohne Klassenkampf; O-Ton eines Zeitzeugen: „Die Nazis war’n die Sozis für die anständische Leut’.“ Die Massenarbeitslosigkeit, das unmittelbare wirtschaftliche Elend und der Hunger – genau, wie Sie es absolut richtig schreiben – ließ allzuviele Arbeiterinnen und Arbeiter sich nicht mit der Aussicht auf die baldige Weltrevolution bzw. das „Arbeiterparadies“ eines Sowjetdeutschlands vertrösten. Der wahnhafte Judenhass in Hitlers Reden und der Propaganda fiel nachweislich nicht auf fruchtbaren Boden bei der Bevölkerung; jedenfalls war er nicht wahlentscheidend.
Kritikwürdig oder besser unverzeihlich ist es aber, dass, als der verbrecherische Charakter des Regimes offenkundig wurde, als der Krieg immer stärker nach Deutschland heimkehrte, sich die Mehrheit der sog. Volksgenossen fügsam in die sog. Volksgemeinschaft – die eben keine war, weil sie von Anfang allzuviele Deutsche ausschloss – einreihten … und viele die Männer des 20. Juli – die wahren Preußen (um mal wieder zum Thema zurückzukommen) sogar als „Verräter“ sahen – obwohl doch diese Helden das Beste Preußens und Deutschlands verkörperten.
„Die Haager Landkriegsordnung VERBIETET (…)“ Da stimme ich Ihnen absolut zu – es gibt aus der europäischen, römisch-rechtlichen Rechtstradition heraus kein Rechtsinstitut der „Gleichheit im Unrecht“. Genausowenig, wie ich im Halteverbot folgenlos parken darf, nur weil’s genug andere auch tun, darf ich nicht kodifiziertes Völkerrecht brechen, nur weil ich mich auf einem „Kreuzug für die Freiheit“ befinde. Oder anders; ich habe kein Recht, die Nazi-Ideologie umzudrehen und sie jetzt auf Deutsche anzuwenden – nur weil das Deutsche Reich dabei ist den Krieg zu verlieren. Rache ist kein Recht! Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Völker, die am meisten unter dem Vernichtungskrieg der Nazis zu leiden hatten, diese Praxis bereits im Juni ’45 aufgaben. Der Hausmeister zitierte ja schon Stalin, und so sei nur an die Befehle von General Bessarin und Marschal Schukow erinnert, die eine völkerrechtsgemäße Behandlung der deutschen Zivilisten vorschrieben. Vielleicht ist ja auch das schlechte Gewissen der anglo-amerikanischen Führer verantwortlich für das kontrafaktische „Preußen-Bashing“ und die immer noch andauernde antideutsche Propaganda in Kriegsfilmen bzw. TV-Produktion (mit der lobenswerten Ausnahme „Band of Brothers“)?
September 30, 2011 at 12:46
AndreasTT at alii: Damit wollen wir die Geschichtsdebatte fürs erste wieder schließen.
September 30, 2011 at 12:48
@ Klaus:
Gerade mir als Kommunisten brauchen Sie nichts über den Stalinismus bzw. den “Genossen” Dschugaschwilli zu erzählen!
Wenn Sie’s genau wissen wollen: Für mich ist der Stalinismus eine Form von Faschismus – aber er ist nicht mit dem Kommunismus pars pro toto in eins zu stetzen – wie es die Atlantiker der sog. Totalitarismustheorie andauernd tun. Da war ein de Gaulle ja schon weiter!!!
“Mit Thälmann wären auch Gulags nach Deutschland gekommen. Es gibt wirklich keine Rechtfertigung für singulären „Antifaschismus“. Die Bundesrepublik gründet sich aus gutem Grund auf den Antitotalitarismus.”
Woher meinen Sie das mit den GuLags zu wissen? Was war und ist denn der sog. Antitotalitarismus der BRD in der Realität – die kniefällige Verehrung der Supermacht USA und ihrer Politik. Allzuviele Altnazis machten unter Adenauer ff. weiterhin Karriere, Kriegsverbrecher wurden geschützt, der BND des NS-Obersten Gehlen hielt seine schützende Hand über Eichmann & Co. usw. usf. Kommunistinnen und Kommunisten wurden verfolgt. Die KPD verboten. Kommen Sie mir jetzt nicht mit dem SRP-Verbot – das war vor allem machttaktisch und als “Liebesbeweis” an Übersee gedacht.
Der sog. Antitotalitarismus in der BRD richtete sich auch immer gegen Deutschland und gegen Preußen … und war eine direkte Frucht der Reeducation … die eben nicht die Deutschen zu besseren Menschen machen und zur Selbstkritik angesichts der in deutschem Namen begangen Menschheitsverbrechen befähigen sollte, sondern die Westdeutschen zur Manövriermasse im Kalten Krieg zum alleinigen Nutzen und Frommen der USA transformieren sollte … so wie bei den Borg aus Star Trek “Sie werden assimiliert; Widerstand ist zwecklos!”
September 30, 2011 at 12:49
@juergenelsaesser: d’accord … auch wenn Preußen heute leider nur noch Geschichte ist
September 30, 2011 at 18:50
Für AndreasTT
Faschismus eine Form des Stalinismus?
Stalinismus eine Form des Faschismus?
Oh Je
hätten die Alliierten 1918 nicht die Monachie abgeschafft, denn hätte Wilhelm II. oder sein Nachfolger jederzeit Hitler als Reichskanzler absetzen können.
Nach dem einmarsch in der “Resttschechei” wäre der richtige Zeitpunkt gewesen.
Oktober 1, 2011 at 09:50
Es gab doch vor enigen Jahren den Versuch der Länder Brandenburg und Berlin, sich zu einem Bundesland Preußen zu vereinigen….das ist damals nicht verwirklicht worden, wäre aber eine Möglichkeit der Aufklärung über Preußen gewesen….und ich kann mich erinnern, dass im Zusammenhang mit dem Vereinigungsversuch, viele gute Sendungen in unseren Mainstreammedien liefen, die sich ähnlich wie Elsässer über Preußen äußerten.
Oktober 1, 2011 at 20:09
also ich lese diese debatte mit gähnen und ohne jedes verständnis für die versuche, hier preußen zu einem salonfähigen muster erklären zu wollen, nachdem eine angebliche umerziehung die relikte dieser vorsintflutlichen mißgeburt unter den staaten weggespült hätte. denn die welt kann auch ganz gut ohne preußen und ein verlust ist es genauso wenig wie das dritte reich – egal worin die unterschiede bestanden haben mögen. und kümel “deutsch” soll einmal “weltsprache der wissenschaft” gewesen sein ? na sowas, endlich mal ein neuer witz. preußen, dieser verkrüppelte paragraphenstaat gehört zu den wertlosesten erscheinungen der geschichte.
Oktober 1, 2011 at 22:20
enver hoxha: oh, jetzt haben Sie aber die Hosen runter gelassen. Damit Sie ein bißchen über Ihre Verbalinjurien nachdenken können: zwei Wochen Blogsperre.
Oktober 2, 2011 at 08:20
@ juergenelsaesser Oktober 1, 2011 at 22:20
Wg. enver hoxha
Mhm, mhm…, äh, ..Jürgen…, es gibt halt Leute, die wissen nicht, was und wie sie denken, bevor sie lesen, was sie geschrieben haben. Und wenn der gute enver hoxha liest, was er geschrieben hat, wird ihm vielleicht klar, das er nicht zur Sache argumentiert, sondern ein Etikett an das andere reiht, ein stereotypes Klischee nach dem anderen heranzieht.
Wenn Du ihm aber das Schreiben verwehrst, schlicßt Du diese Möglichkeit. Laß ihn doch bitte…
Ich weiß schon, es wäre ein großes Problem, wenn der Blog zu einem Ort wechselseitiger Beschimpfungen verkommt. Aber ich denke auch, daß Du das gut einschränken kannst. Ist halt mehr Arbeit. Wenn sich aber die Logik des besseren Arguments dadurch auch den “Ad Hominem-Diskutanten” erschließt, wäre es imho die Mühe wert, oder?
Oktober 2, 2011 at 09:23
Joachim: Ich habe ihn nicht ausgeschlossen, sondern nur zwei Wochen Denkpaiuse verordnet.
Oktober 2, 2011 at 14:46
Bei allem Respekt, ich finde diese Maßnahme jetzt zu hart, bei der erstmaligen Entgleisung. Eine Warnung müsste vorher schon erfolgen.
Oktober 2, 2011 at 19:12
Bin ich der selben Meinung wie fatima.
@enver: Doch, es gab eine Zeit, da war Deutsch als Wissenschaftssprache weitestgehend annerkannt, fast jeder Gelehrte in Europa konnte etwas deutsch, eben weil es “in” war.
Oktober 3, 2011 at 19:19
ich glaube auch nicht, daß thälmann für gulags war. er war ein freund des friedens und der völkerverständigung.
Oktober 4, 2011 at 18:19
Ich darf in diesem Zusammenhang auf die interessante, sehr ausgewogene Dokumentation von Peter Schamoni über Wilhelm II. aufmerksam machen: “Majestät brauchen Sonne”. Ob man die Kontinuität zwischen Friedrich dem Großen und Adolf dem Einzigen zieht oder nicht, entscheidet sich nicht zuletzt daran, wie man die Rolle des letzten Hohenzollernherrschers beurteilt.
Oktober 4, 2011 at 18:28
Die oben gezeigten Szenen vom Begräbnis Wilhelms wurden zwar von einem Kamerateam der deutschen Wochenschau aufgenommen, durften aber nur in den Niederlanden (dem Exilland des Ex-Kaisers) sowie im neutralen Schweden ausgestrahlt werden. Das allein sagt schon eine Menge. Ich erinnere mich, wie mein (sozialdemokratischer) Großvater mir berichtete, daß nach der Eroberung der Niederlande im jahre 1940 eine Reihe hoher deutscher Militärs nach Schloß Doorn gepilgert sei, um den Ex-Kaiser zu besuchen; das solche Besuche aber bald von Hitler verboten und der exilierte Monarch der Aufsicht des Sicherheitsdienstes der SS (SD) unterstellt worden sei.
Oktober 7, 2011 at 15:28
ich muß enver hoxha radikal zustimmen. auch für mich ist preußen keinesfalls nachahmenswert oder “vorbild”. denn auf die angeblich “effiziente armee”, die bei genauer betrachtung und fundiertem studium der geschichte ziemlich oft jämmerlich versagt hat (so war z. b. der preußische erfolg im krieg gegen frankreich nur auf die zahlenmäßige und materielle überlegenheit zurückzuführen), kann man getrost verzichten. auch die wissenschaftlichen oder geistigen fehlleistungen von preußen sowie seine gesellschaftlichen schwächen (sklavische unterwürfigkeit und obrigkeitsdenken, spießbürgertum) und geschichtspolitischen mängel (vor allem die germanen-kult-krankheit, die schon im späten 19. jh. grassierte und deren symptome ein paranoider bezug auf alles “nordisch-teutonische” war, verquickte sich in paarung mit den oben angeführten mankos zu einem widerlichen cocktail, gegen den sich das nachspiel 1933-1945 mit gröfaz wie ein schwach kopiertes plagiat ausnimmt.
Oktober 7, 2011 at 16:26
hurrikan: Lesen Sie erst mal die Preußen-Artikel in COMPACT, damit Sie sich fundiert äußern können.
Oktober 7, 2011 at 16:39
Hurrikan und Enver Hodxcha verwechseln anscheinend Preußen mit dem Deutschen – insbesonders wohl mit dem sog. Dritten – Reich. Ist das nicht von Fontane, das mit der Torheit – damit meinte er die Reichsgründung – die Preußen auf seine alten Tage nicht hätte begehen sollen?
Bevor gegen Preußen gestänkert wird, sich bitte erst mal bei Schoeps, Haffner und COMPACT schlau machen…
Oktober 9, 2011 at 15:42
@ Hurrikan
Man würde ihren Einlassungen zuviel der Ehre erweisen, unterzöge man sie einer detaillierten Kritik. Ganz schwach. Dünn wie Zwirn.
@ Andreas
Nicht Deutschland ist nach 1871 “verpreußt” worden, sondern Preußen hat sich am Romantizismus des außerpreußischen Deutschlands infiziert…besonders am Liberalismus in all seinen Erscheinungsformen…von denen die Teutomanie im Gefolge der Arndt, Jahn & Co nur eine extreme Auprägung war. Eine Andere war der Linksliberalismus, der (wiewohl ohne nachhaltigen Erfolg) die Manchesterprinzipien mit Zähnen und Klauen verteidigte (z.B. Ludwig Bamberger, von welchem Marx sagte, er spreche die “Zigeunersprache der Pariser Börsensynagoge”). Dem Peter Hacks verdanken wir die Einsicht, daß die frühesten Teutomanen, ja die führenden Köpfe der Romantik, bezahlte Agenten des britischen Geheimdienstes waren, die eine Verständigung zwischen Preußen und Napoleon unterlaufen sollten. Damals waren es die Napoleonfeinde, romantische Lumpen-Intelligentsija (und verbündet mit den preußischen Konservativen wie Marwitz, die die Niederlage von 1806 ausnutzen wollte, um die Uhr zurückzudrehen, zurück zu der Zeit vor dem Absolutismus, zur feudalen Polykratie, welcher erst der Große Kurfürst ein Ende gesetzt hatte)…also: es waren Figuren wie Arndt, Jahn, Kleist etc., die hierzulande ihr Scherflein dazu beisteuerten, die Einheit des kontinentalen Europas gegen den Einfluß der Angelsachsen zu verhindern. 200 Jahre danach ist die Einigung des europäischen Festlandes gegen die politischen und ökonomischen Machinationen der Anglosphäre noch immer ein Desiderat.
Das “innere England” – Romantik und Liberalismus. Einer bestimmten Sorte neudeutscher Geistesgeschichtsschreibung waren Hacksens Enthüllungen, daß die Teutomanen eine 5. Kolonne Englands waren, gar nicht recht.
Oktober 13, 2011 at 01:03
Gerade habe ich das kanonische Werk des deutschen Philosophen Karl Löwith, “Weltgeschichte und Heilsgeschehen”, zu Ende gelesen, dessen deutsche Fassung 1952 erschien; kurz nachdem Löwith aus dem Exil auf seinen alten Heidelberger Lehrstuhl zurückgekehrt war.
In dem Kapitel über Voltaire findet sich der folgende und, wie ich finde, höchst bemerkenswerte Abschnitt über Voltaire und Friedrich den Großen:
“”Unmittelbar nach dem Tode Karls VI. von Österreich im Jahre 1740 schrieb Friedrich der Große an Voltaire:
“Der Kaiser ist tot. (…) Sein Tod ändert all meine friedlichen Pläne, und ich glaube, daß es im Juni mehr um Pulver, Soldaten und Laufgräben gehen wird als um Tänzerinnen und Schauspielerinnen. (…) Dies ist der Moment für eine totale Umwälzung des alten politischen Systems. Der Felsblock hat sich losgerissen, der auf das Idol aus vier Metallen fallen wird, das Nebukadnezar sah, und wird es gänzlich vernichten”. In Daniels Auslegung von Nebukadnezars Traum ist der fallende Fels, der die vier Reiche zertrümmert, das Reich Gottes, das zu einem die ganze Erde umfassenden Berg anwächst. Für Friedrich, der die christliche Lehre für “Fabeln, kanonisiert durch ihr Alter und die Leichtgläubigkeit (…) absurder Leute” hielt, war der fallende Fels er selbst, der das Heilige Römische Reich, d.h. die Habsburgische Monarchie seiner Zeit, zerstören wird. Er wurde dabei von seinem Freund Voltaire unterstützt, der den Versuch unternahm, das alte religiöse System und insbesondere die christliche Geschichtsauffassung zu Fall zu bringen. Beide waren sich bewußt, eine große Revolution vorwärtszutreiben, indem sie die Fundamente des politischen Gebäudes und des “alten Palasts des Betrugs”, der “vor 1775 Jahren erbaut worden war, untergruben.
“Die Axt ist an die Wurzel des Baumes gelegt, (…) und die Nationen werden in ihren Annalen schreiben, daß Voltaire der Beweger jener Revolution im menschlichen Geiste war, die im 19. Jahrhundert (!) stattfand”.”Schon macht man sich über des Magiers Zauberbuch lustig; der Stifter der Sekte wird mit Schmutz beworfen; man predigt Toleranz, alles ist verloren. Nur ein Wunder könnte die Kirche wieder herstellen. (…) Der Engländer Woolstone hat ausgerechnet, daß die Infamie wenigstens noch zweihundert Jahre bestehen werde; er konnte nicht einkalkulieren, was jüngst sich ereignet hat; es kommt darauf an, das Vorurteil zu zerstören, das diesem Gebäude als Fundament dient. Es bricht in sich selbst zusammen, und sein Sturz wird umso jäher sein.” (aus Friedrichs Brief vom 10. Februar 1767 an Voltaire)”"
Friedrich, der gekrönte Freimaurer, ein parvenue der europäischen Fürstenrepublik des 18. Jahrhunderts, erweist sich als der Mann, der der überkommenen, christlich grundierten Ordnung Europas den tödlichen Schlag versetzte. Für Frankreich bedeutete der Ausgang des Siebenjährigen Krieges den Anfang vom Ende seiner über 100 Jahre währenden, beispiellosen Hegemonie über Europa. 1763 begann der Vorlauf zur Französischen Revolution. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, dem in der christlich-europäischen Geschichtsmythologie die Rolle des “katechon” zugeordnet war – solange das Reich besteht, kann der Antichrist nicht auf Erden erscheinen (= ist die Apokalypse aufgehalten) – wurde 1806 von Napoleon aufgelöst. Was aus heutiger Sicht als Morgendämmerung des modernen Zeitalters erscheint, nahm sich in traditioneller, geschichtstheologischer Perspektive als Beginn der Herrschaft des Antichisten aus. Nach Friedrich, der mit vollkommener Bewußtheit seine weltgeschichtliche Rolle spielte, haben auch die Revolutionäre des 19. und 20. Jahrhunderts in ihrem Kampf gegen fortbestehende Institutionen der alt-europäischen Ordnung sich diese Perspektive, positiv gewendet, zueigen gemacht.
Meines Wissens ist dieser Aspekt der Figur Friedrichs d.Gr. und ihres Wirkens in der Geschichtsschreibung so gut wie nicht gewürdigt worden. In der Ahnengalerie der europäischen Progressivisten gebührt Friedrich ein Ehrenplatz – als dem Monarchen von Gottes Gnaden, der seine Macht benutzte, um die überkommene Ordnung des christlichen Abendlandes derart zu erschüttern, daß der latente Prozeß ihres Verfalles so radikal beschleunigt wurde, bis sie an ihrem politischen und geistigen Zentrum kollabierte. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde deutlich, daß die Hoffnungen gemäßigter Aufklärer auf eine Reform der französischen Monarchie nicht in Erfüllung gehen würden. Da Frankreich seit dem Ende des 30jährigen Krieges nicht nur in politischer Hinsicht das Zentrum Europas war, würde die französische Revolution den Anfang vom Ende der alten Ordnung des ganzen Weltteils bedeuten.
Nicht von Friedrich über Bismarck und Wilhelm II zu Hitler, sondern über Washington, Robbespierre und Napoleon zu Lenin verläuft die Traditionslinie, der Friedrich der Große zu Anfang steht. Die deutsche Geschichtsschreibung dagegen hat sich damit aufgehalten, dem König eine “nationale Mission” anzudichten. Die Vorstellung von Friedrich als Stifter einer in Hitler kulminierenden deutschen Unheilsgeschichte hat die alte, affirmative Legende von der “nationalen Mission” Friedrichs nur ins Negative gewendet.
Dezember 18, 2011 at 19:10
Preußen liegt heute am Pazifik:
Wohlgemerkt: Die Armee darf nicht an Pinochet gemessen werden. Um dieses Faktotum der CIA an die Spitze der Armee zu bringen, hat Kissinger den deutschstämmigen und linksgerichteten General Schneider ermorden lassen.