Gelduntergang? Eine Schwachsinnsparole!

Die Untergangstheoretiker kaufen Konserven – anstatt den politischen Kampf für den Euro-Ausstieg zu organisieren

Es gibt zwei Sorten von Leuten, die mich wahnsinnig machen. Zum einen die Gesundbeter der herrschenden Ordnung, die sinnlos fröhlich vor sich leben und labern. Zum anderen die Untergangspropheten, die sich gerade im Netz zunehmend wichtig machen. “Gelduntergang” titelte der “Spiegel” vor einigen Wochen – und hat dieser Fraktion damit das Thema geklaut. Spätestens dann hätte klar sein müssen, dass diese Theorie Nonsense ist und sich etwa auf der Höhe der Maya-2012-Apokalyptiker bewegt.

Das Geldsystem geht nicht unter. Wie soll das gehen? Das kommt mir vor wie ein negatives Pfingsterlebnis. Von einem Tag auf den anderen bricht alles zusammen – und hinterher steht die Welt ganz neu auf und organisiert sich nach den Ideen von Silvio Gesell oder des Dalai Lama (oder des Dschingis Kahn?)??? Selbst die furchtbarste Geldkatastrophe, die wir bisher erlebt haben, die Hyperinflation 1923, war nach ein paar Monaten vorbei. Und der Schwarze Freitag 1929 führte zu Bankzusammenbrüchen, Krise und Hunger auch in entwickelten Länder – aber nicht zum Zusammenbruch des Geldsystems oder auch nur (was noch was anderes ist) des kapitalistischen Systems. Tatsächlich brach in einigen Kernstaaten, an der Spitze Deutschland, die Demokratie zusammen. Und die Weltwirtschaftskrise führte in den Weltkrieg. Das sind die Punkte, um die wir uns kümmern müssen. So könnte es auch dieses Mal kommen.

Die Apokalyptiker desorientieren die Menschen. Gebetmühlenartig verkünden sie das nahe Ende des Geldsystems – einige geben sogar konkrete Daten für den Zusammenbuch des Euro an (von denene einige Daten schon verstrichen sind …). Als Alternative empfehlen sie Auswandern und Konservenkaufen.

So werden Leute vom politischen Kampf abgehalten, den es GERADE JETZT zu führen gilt. Die Mehrheit der Bevölkerung wacht auf! Die Leute suchen nach Alternativen zum Euro-System, das eine gigantische Plünderngsmaschine des Volkseigentums durch die Finanzoligarchie ist. Dieser Widerstand muss jetzt organisiert werden. Es droht nicht der Zusammenbruch des Euro-Systems, sondern dessen Verstetigung im Dienste der Blutsauger – dafür steht das Konstrukt Eurorettungsschirm ESM. Deswegen ist mir ein FDP-Schäffler, der den Kampf gegen die Euro-Rettungsschirme organisiert, hundert mal lieber als die Internet-Kassandras, die zusammen mit dem Spiegel vom “Gelduntergang” schwafeln. Wer mehr tun will als Schäffler, soll für die Rückkehr zur D-Mark, also den Austritt Deutschlands aus dem Euro-System werben (wie es etwa die Oktober-Ausgabe von COMPACT machen wird). Hic Rhodus – hic salta!


  1. Tom

    Das Zinssystem basiert auf exponentiellem Wachstum und führt in gewissen Abständen planmäßig zu Zusammenbrüchen. Wenn wir das wissen, dann ahnen wir auch, dass wir derzeit in einer Endphase vor dem großen Knall sind.

    Was danach kommt weiß niemand, aber wahrscheinlich der selbe Mist wie vorher.

    Die Frage ist doch, wie sich das Finanzsystem diesmal gesundschrumpft? Krieg, Inflation?

    In beiden Fällen ist der “Kleine Mann” Heute viel gefährdeter als noch vor 50 Jahren. 2 Wochen Stromausfall bedeutet Millionen Tote, weil unser gesamtes Versorgungsnetz darauf aufbaut.

    In den Großstädten werden die Leute verhungern und erfrieren…..Revolten und Bürgerkrieg werden die Folge sein.

    Ich kann also nichts Verwerfliches daran finden, für eine solche Krise vorzusorgen…..dass darf natürlich nicht bedeuten, sich in sein Schneckenhaus zu verkriechen und den Mund zu halten.

  2. juergenelsaesser

    Tom:Wwann war denn der letzte “Große Knall”?

  3. Tom

    J. Elsässer: Sie haben es selbst angesprochen…die Hyperinflation von 1923. Beide Weltkriege werte ich ähnlich.

  4. Dr. Gunther Kümel

    Richtig!
    Für die Rückkehr der DM werben, bloß, wie denn eigentlich?
    Welche Methoden, Wege schlägt Jürgen Elsässer denn vor?
    Der Vorgang mit dem “gaanz alten Freund” in dieser Diskussionsrunde hat ja doch eigentlich gezeigt, daß normale demokratische Methoden, wie Diskussion, Freundeskreise, Versammlungen, Demonstrationen etc. eben nicht greifen. Denn wenn es den Systemwächtern nicht paßt, dann wird eben eingesperrt, ob nun etwas “Justitiables” zu finden ist oder nicht.

  5. Tom2

    Vom “Untergang des Geldsystems” habe ich erst seit diesem Interview (und einer Reihe aehnlicher) gelesen, das bei den Lesern offenbar eingeschlagen hat wie eine Bombe:

    http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

    Interessant ist die weitgehend treffende Analyse, aber verbraemt mit diffusen Prognosen (ueber das “Ende des Geldes”) und Forderungen nach mehr Globalisierung (sic).

    Hoermann vermengt hier (bewusst?) das Ende eines Zinszyklus mit dem Ende des Geldes (???) an sich. Ersteres muss irgendwann, vielleicht bald, kommen, zweiteres ist nichtssagender Unsinn.

    Meine Vermutung ist, dass Hoermann bewusst ein heisses Thema aufgegriffen und es auf den ersten Blick aehnlich formuliert hat wie viele im Internet, nur um dann in eine ganz andere Richtung zu marschieren und Verwirrung zu stiften.

  6. Anonymous

    “Gelduntergang” ist für mich nur ein anderer Ausdruck für “Währungsreform”. Staatspleiten und Währungsreformen gab es genug. Hier gebe ich Tom eindeutig den Vorzug vorm Hausmeister. Geschlossene Banken für einige Tage werden für Chaos sorgen, das im Voraus nicht in seinem Ablauf vorhersagbar ist. Zahlreiche Hungertote könnte es geben, wenn für einige Zeit die Supermarktregale leer bleiben. Auch die Versorgung mit Benzin könnte abbrechen mit unvorstellbarem Chaos.

    Mit 1923 ist das nicht vergleichbar, da die technischen Gegebenheiten heutzutage vollkommen andere sind.

    Kriege auch in Europa halte ich möglich. Die derzeitigen politischen Kräfte werden innerhalb von Tagen untergehen. Was dann folgt, weiß ich nicht.

  7. trup


    http://www.youtube.com/watch?v=qV5lCSYxJlI

    Hie erklärt Prof. Hörmann seine Analysen und Vorstellungen.
    Ich weiss ja nicht, ob Sie ihn gemeint haben oder einen der Hobbyapokalyptiker…
    Herr Elsässer, anstatt an dem Punkt jetzt einen Graben aufzumachen, könnten beide Strategien am gemeinsamen Punkt zusammengeknüpft werden: Das Finanzbetrugssystem a la FED-EZB-Goldman-Sachs-Draghi… muss fallen.
    Der Mann ist Bilanzfachmann und hat die Expertise den BILANZBETRUG! (er weiss da wirklich Bescheid!) allen Leuten, die da 20 Minuten zuhören mögen darzulegen. Deswegen schlägt er auch ein, wie eine Bombe. Seine Prognose hin oder her, es geht ihm auch um Aufklärung im besten Sinne, wie Ihnen Herr Elsässer. Ihm daraus debile oder gar bösartige Absichten zu unterstellen zeigt leider Realitätsverlust.

    Die Leute denken sie träumen, wenn sie das hören, was der darlegt. Und der Witz ist, wenn das die Mehrheit allmählich verstehen würde, wäre der Betrug unhaltbar. Die Geheimhaltung garantiert die Fortdauer, so billig das klingt.

    Ich habe Abitur gemacht und das NICHT erfahren, unser Lehrer hat aus eigenem Antrieb damals in der letzten Stunde das Teilreserveprivileg erwähnt und uns auf dessen Problematik hingewiesen.

    Hörmann mit Elsässer und anderen erklären den Leuten den Bankenbetrug, das ist doch so schlimm jetzt nicht. Und dass er einen Ausweg entwickelt ist ja wohl alles andere als zu tadeln. Genau mit der vermeintlichen Ausweglosigkeit der Knechtschaft wird sie doch aufrecht erhalten. Er hat versucht eine Universität zu gründen, wurde mit “rechtsstaatlichen” Methoden verhindert!

    Der ist jetzt echt nicht das richtige Feindbild, im Gegenteil. Machen Sie doch mal ein kritisches Interview in Compact, da käme nichts schlechtes bei raus.

  8. juergenelsaesser

    Anonymous: Die tonangebenden Kräften werden “innerhalb von Tagen untergehen”?? Ganz bestimmt nicht. Untergehen werden bestimmte Institutionen, aber nicht die Kräfte dahinter.

  9. Tom2

    @trup:

    Der Kritikpunkt von Hr. Elsaesser, dass viele offenbar meinen, dass das derzeitige System mit dem Zinscrash auf wundersame Weise verschwindet und durch Besseres ersetzt wuerde, ist leider schon richtig. Da wuerde sich natuerlich die Frage stellen, warum das nicht schon nach dem letzten Crash so gekommen ist.

    Die Absichten Herrn Hoermanns zu erkunden ist letzlich muessig und Zeitverschwendung. Wichtig ist, das er nah dran ist, aber gleichzeitig auch wichtige Luecken hat, die hier mit diesem Artikel von Hr. Elsaesser abgeckt werden (oder schon bei der Analyse auch mit Bernd Senf): Von alleine, nur durch den Crash an sich wird nachher gar nix besser.

  10. trup

    Ich erkenne bei ihm gute Absichten, denn er wollte mit Wissenschaftlern eine Universität gründen um diesen Betrug aufzuklären und einsehbar zu machen. Das wäre mal ein richtiger Fortschritt im Kampf gegen die Blutsauger gewesen. Der österreichische Staat hat das mit fadenscheinigen Gründen verhindert. Und dann waren die sich 2007 halt einig, dass es jetzt zu den letzten Kontraktionen kommt.

    Wieso es heute anders krachen sollte als früher, die private Verschuldung auch in den USA ist wohl viel größer, USA und EU stehen gemeinsam an der Klippe. Ich kann das selbst nicht genau einschätzen, finde das als Kritikpunkt auch gut. Aber die jetzt auf die Gegnerseite zu schieben wäre ein vermeidbarer Fehler.
    Die Aufklärung zum Betrug, egal was für Prognosen es gibt, ist bei Hörmann exzellent. Das sollte schon gewürdigt werden, finde ich. Kritik hin oder her.

  11. Anonymous

    Endlich mal ein Artikel, dem man im vollem Umfang zustimmen kann!
    Wir müssen so schnell wie möglich raus aus der Währungsunion und am besten auch aus der EU an sich.
    Die EU und die Währungsunion sind nichts als ein Mittel Frankreichs und Deutschlands die kleineren Staaten Europas unter ihre Knute zu bekommen. Ganz zu schweigen von der Drohpolitik der EU gegen Serbien, die einen EU-Beitritt gegen Auslierfung serbischer Politiker und Militärs sowie der Stationierung der EU-Truppe Eulex verspricht. Auch die rassistische Abschottungspolitik (Festung Europa) soll hier nicht unerwähnt bleiben.

    Das haben viele Linke (wie z B die Alternative Linke in der Schweiz) ebenso erkannt wie kluge antinazistische Konservative wie Leon de Winter oder Nigel Farage. Daher müssen wir Linken mit Liberalen und Konservativen zusammenarbeiten, wenn wir die EU knacken wollen, genauso wie wir in den 30ern mit ihnen zusammenarbeiteten, um die Nazis niederzuringen (Volksfront). Die Bekämpfung der EU und der Nazis sollte daher heutzutage Haupttagesordnungspunkt sein.

    Wenn die Staaten Europas ihre Währungen wiederhaben und ihre Souveränität und wirklich demokratische Verhältnisse herrschen, dann kann man eine gleichberechtigte Nachbarschaft mit Handel und Kulturaustausch aufbauen, in der kein Staat den anderen unterdrückt. Diese Idee hatte schon sehr früh ein antifaschistischer französischer General namens Charles de Gaulle.

  12. Marxist

    Wir müssen so schnell wie möglich raus aus der Währungsunion und am besten auch aus der EU an sich.
    Die EU und die Währungsunion sind nichts als ein Mittel Frankreichs und Deutschlands die kleineren Staaten Europas unter ihre Knute zu bekommen. Ganz zu schweigen von der Drohpolitik der EU gegenüber Serbien, die einen EU-Beitritt gegen Auslieferung serbischer Politiker und Militärs sowie die Stationierung der EU-Truppe Eulex verspricht. Auch die rassistische Abschottungspolitik (Festung Europa) soll hier nicht unerwähnt bleiben.

    Das haben viele Linke (wie z. B. die Alternative Linke in der Schweiz und die österreischen Kommunisten, die sehr viel weiter sind als Gysi, der die EU rechtfertigt) ebenso erkannt wie kluge, antinazistische Konsrvative wie Leon de Winter und Nigel Farage. Daher müssen wir Linken mit EU-kritischen Liberalen und Konservativen zusammenarbeiten, wenn wir die EU knacken wollen, genau wie wir in den 1930ern mit ihnen zusammengearbeitet haben, um die Nazis niederzuringen (Volksfront). Die Bekämpfung der EU und der Nazis sollte daher heute unser Hauptanliegen sein.

    Wenn die Staaten Europas ihre Währungen und ihre Souveränität wiederhaben und wirklich demokratische Verhältnisse herrschen, dann kann man eine gleichberechtigte Nachbarschaft mit gegenseitigem Handel und Kulturaustausch aufbauen, in der kein Staat den anderen unterdrückt. Diese Idee hatte schon sehr früh ein antifaschistischer französischer General namens Charles de Gaulle.

  13. Man bräuchte halt ein paar namhafte und integre Persönlichkeiten, die man auch nicht gleich mit der Nazi-Keule totschlagen kann. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Wen gibt’s da? Gibt’s da überhaupt wen?

  14. AndreasTT

    @Anonymous @Marxist: Die Aussage: “Wir müssen so schnell wie möglich raus aus der Währungsunion und am besten auch aus der EU an sich (…) Das haben viele Linke (wie z B die Alternative Linke in der Schweiz) ebenso erkannt wie kluge antinazistische Konservative wie Leon de Winter oder Nigel Farage. Daher müssen wir Linken mit Liberalen und Konservativen zusammenarbeiten, wenn wir die EU knacken wollen, genauso wie wir in den 30ern mit ihnen zusammenarbeiteten, um die Nazis niederzuringen (Volksfront). Die Bekämpfung der EU und der Nazis sollte daher heutzutage Haupttagesordnungspunkt sein” kann man heutzutage gar nicht oft genug wiederholen.

    Neben dem imperialistischen Anspruch der EU ist der totalitäre Herrschaftsanspruch solcher supranationalen Kunstgebilde den historischen Nationalsozialisten durchaus vergleichbar – die Nazis waren alles andere als denn national – eher ist der NS eine politische Religion – und sozialistisch waren sie auch nur in dem Sinn der verbesserten Kapitalverwertbarkeit der Menschen – wie der sog. Dritte Weg der EU-Sozialdemokratie nebst Auswüchse des Super-Nanny-Staates.

  15. Tom

    Anonymus: “Die EU und die Währungsunion sind nichts als ein Mittel Frankreichs und Deutschlands die kleineren Staaten Europas unter ihre Knute zu bekommen.”

    Das sehe ich etwas anders. Die EU ist ein Mittel, um Staaten wie Frankreich und Deutschland zu vernichten. Ihr Staatsvolk, ihre Kultur, ihre Sprache.

  16. Tom

    Anonymus: “Auch die rassistische Abschottungspolitik (Festung Europa) soll hier nicht unerwähnt bleiben.”

    Das sehe ich etwas anders. Jeder Staat hat die Pflicht, sein Statsvolk zu erhalten und Schaden von ihm Abzuwenden. Aber genauso wäre jeder Staat in der Pflicht, die Ursachen für die Flucht von Hunderttausenden Afrikanern zu ergründen und zu beheben. Ich sehe die EU als Auslöser und Brandbeschleuniger des Elends in Afrika. Mit dem Ziel, diese armen Menschen nach Europa zu locken und das Ende der Europäischen Völker zu beschleunigen.

  17. Marxist

    Sorry, hatte den Eintrag zweimal gepostet, weil ich mich bein 1. mal nicht eingeloggt hatte.

    @AndreasTT
    Da kann ich dir nur recht geben. Die Nazis haben mit den Ursprügen des Wortes “national” wenig zu tun, da der Patriotismus, der seit 1789 in Frankreich entstand anti-monarchisch und anti-adlig war und zudem gleichzeitig internationalistisch. “Vaterland statt König” war die Parole der Jakobiner und man setzte auch die Sklavenbefreiung durch: Auf einer Jakobinischen Münze stand ein Farbiger abgebildet mit dem Titel: Je suis libre aussi, Auch ich bin frei.

    Die heutige EU verhöhnt diese Traditionen nur, wie man grade an der Kolonisierung Griechenlands sieht.

    @ Tom
    Die Schuld der EU am Elend in Afrika liegt aber vor allem darin, daß sie dort die neoliberale Politik durchsetzt und zusammen mit dem IWF die afrikanischen Staaten in die Schuldabhänigkeit führt. So wird Afrika neokolonial weiter ausgebeutet. Und die Sofortabschiebung afrikanischer Flüchtlinge oder das Zusehen wie sie Ertrinken sind numal Verbrechen der EU.

    Die EU war und ist aber ein Projekt des deutschen und französischen Großkapitals. Kleinere Nationen wie Griechenland, Dänemark usw. sollen entmündigt und entrechtet werden. Dabei spielen auch die Medien eine Rolle: Wenn Großbritannien sich einmal nicht ganz dem EU-Wahn fügt, wird es in den Mainstream-Medien gleich als Land der Ewiggestrigen niedergemacht.
    Deutschland und Frankreich sind bereit für ihre Wirtschaftliche Macht durch die EU, auch einige politische Kompetenzen an Brüssel abzugeben. So ist die EU nichts als deutscher und französischer Nationalismus in Reinform.

    Dagegen brauchen wir wieder souveräne Staaten mit einer souveränen Währung. Ich hätte nie gedacht, daß ich mal Leon de Winter zustimme, aber dieser Satz von ihm ist genial (auch wenn es fraglich ist, ob eine Dezimierung der EU auf den Status der EWG von 1980 ausreicht:
    “Manchmal stoße ich in den Tiefen irgendeiner Schublade auf einen Gulden. Neulich fand ich sogar einen Hundert-Gulden-Schein. Nein, den tausche ich nicht in Euro um. Ich behalte ihn für die Wiedereinführung des Gulden. Und der D-Mark. Der Lira. Der Drachme. Der EWG.”

  18. Dr. Gunther Kümel

    @ Andreas,

    wo sind sie denn, die “NAZIS”, die Sie “niederringen” wollen?
    Vielleicht ist es Ihnen entgangen, aber die NSDAP ist schon seit 1945 nicht mehr existent. Und wer damals Mitglied war, ist schon tot oder im Altersheim.

  19. Neukunde

    Mit der sog. Bankenrettung wurde die Krise der Banken automatisch zur Systemkrise, weil immer höhere Beträge (egal ob Euro oder nicht) für unproduktive Banken und Banker herausgeworfen werden. Die Systemkrise haben wir schon eine ganze Weile und ich bin gespannt wie lange es dauert bis es sich herumgesprochen hat.

  20. Klaus

    ” …Wer mehr tun will als Schäffler, soll für die Rückkehr zur D-Mark, also den Austritt Deutschlands aus dem Euro-System werben…”

    Ich hoffe der Autor hat bei dieser Forderung auch mal überlegt, was den in diesem Fall, sollte Deutschland aus dem Euro austreten und zur DM zurückkehren mit den bisherigen und noch kommenden Zahlungsversprechen passiert.

    Wenn wir Aussteigen, heisst das ja nicht, das dann auch die Zahlungsverpflichtungen enden!

    Wir sind draußen, aber bezahlen munter weiter. Das wäre dann das finale Versailler Diktat für Deutschland!

    … und wer weiss, vielleicht ist das ja auch der Plan der dahintersteckt. Jetzt wo wir seit dem 03.10.2010 schuldenfrei sind und die letzte Rate für den 1. Weltkrieg bezahlt haben.

    Vielleicht braucht es ja eine neue Konstruktion um die Leistungsträger vor zu viel Wohlstand und die anderen vor uns zu schützen.

    Zinsknechtschaft bis in die 100. Generation

    Sicherer wäre es vielleicht, wenn wir das Ding vorher gemeinsam gegen die Wand fahren und dann aussteigen.
    Je schneller je besser!

  21. AndreasTT

    @Marxist: 100% d’accord! Das Flüchtlingselend vorallem in Westafrika geht auf die unheilige Dreifaltigkeit von westeuropäischer Agrarindustrie, EU-Bürokratie und linksreaktionären Gutmenschen zurück. Megaanbaumengen, subventioniert wie auch ihr Export – da kann der afrikanische Bauer oder Fischer nicht mithalten. Will er nicht seinen Kindern und seiner Frau beim verhungern zusehen, macht er sich auf nach EUropa. Schlepperbanden und Gutmenschen sorgen dafür, dass es (meist) klappt; er aber hoffnungslos verschuldet in einer sklavenähnlichen Abhângigkeit in andalusischen Treibhäusern für einen Hungerlohn die Ware produziert, die für seine Wanderschaft verantwortlich ist.

  22. AndreasTT

    @Dr. Gunter Kümel: à la bonne heure; dass Sie auf dieses Reizwort anspringen.

    Ohne Tautologie zu betreiben – wollen Sie allen ernstes behaupten, dass mit der Kapitulation der deutschen Streitkräfte eine Ideologie, der – vorsichtig geschätzt – 70 Prozent der Deutschen wahnhaft verfallen war, sich einfach so ins Nichts verzieht?

    Selbstverständlich läuft hier niemand mehr in SS-Uniform rum, die NSDAP hat das Zeitliche gesegnet, selbst solche, von der absoluten Mehrheit der Deutschen als nützlich befundene Dinge, wie Winterhilfswerk, BDM und KdF gibt’s nimmer … Herrn Schickelgrubers Wahn hat aber immer noch Anhänger, auch wenn sie immer öfters Rauschebart und Palifeudel tragen oder sogar denken, sie seien “links”.

    Aber ad rem: die realexistierende EU hat mehr mit Reichsicherheitsamt als mit Karl dem Großen oder Erasmus zu tun … und das Treiben der Finanzindustrie als Finanzfaschismus zu bezeichnen, lasse ich mir nicht nehmen.

  23. AndreasTT

    @Klaus: das stimmt so einfach nicht; übrigens wurde letztes Jahr die letzte Schulden bei Privaten und nicht bei den allierten und assoziierten Mächten bezahlt … und das ist gegenüber privaten Gläubigern nur recht und billig; pacta sunt servanda.

    Mit einer Währungsre-reform könnte sich Deutschland sogar entschulden – man denke an das – peronistische – Argentinien Ende der 90er. Zumal eine Rückkehr zur Deutschen Mark ein probates Mittel wäre, die Finanzindustrie auf ihren Luftbuchungen sitzen zu lassen.

  24. chicano

    @ andreas_tt

    “Aber ad rem: die realexistierende EU hat mehr mit Reichsicherheitsamt als mit Karl dem Großen oder Erasmus zu tun … und das Treiben der Finanzindustrie als Finanzfaschismus zu bezeichnen, lasse ich mir nicht nehmen.”

    es ist beides auch in keinster weise zu weit hergeholt.

  25. Marxist

    AndreasTT, mit dem Thema Nazis hast du auf jeden Fall recht.
    Nicht nur, daß die Naziideologie weiter in den Köpfen vieler Leute herumgeistert, sondern auch die NPD, die in vielen Fällen offen den deutschen Faschismus verherrlicht, existiert weiter.
    Gemäß dem Potsdamer Abkommen, nachdem faschistische Parteineubildungen verboten sind, dürfte die NPD gar nicht existieren.
    Heute machen Nazis ja oft auf links und kopieren linke Rhetorik, was nichts als plumpe soziale Demagogie ist.

    Aber in manchen Fragen sollten wir Linken unsere Positionen zur EU und auch zum Nahostkonflikt überdenken. Grade in der Linkspartei gibt es mehr als genug EU-Fanatiker.
    Und dieser Artikel, auf einer Seite die ich sonst eigentlich schätze, hat mich sehr abgeschreckt: http://www.duckhome.de/tb/archives/3646-CIA-Gelder-fuer-EU-Gegner.html
    Solange solche Artikel in der Linken akzeptiert werden, können wir keine sinnvolle Opposition werden.

  26. Tom

    Marxist: Das Problem ist doch eher, dass politische Standpunkte, die noch vor wenigen Jahren zu Recht in der Mitte unserer Gesellschaft verwurzelt waren, heute als rechts oder faschistisch bezeichnet werden. Dann wird die Nazikeule rausgeholt und jeder sinnvolle Dialog ist unmöglich. Hier legt man sich Denkverbote selbst auf und schränkt sich selbst ein. Warum sollten wir das tun?

  27. Tommel

    Ich vermute im Moment auch keine Gefahr für eine Hyperinflation. Rein technisch wäre es zwar möglich. Das ist es immer, wenn die Geldmenge den Wert der realen Güter erheblich übersteigt und das ist ja der Fall. Aber das auch schon seit geraumer Zeit. Momentan grassiert tatsächlich die Angst davor bei Vielen. Kurzfiristige Hilfe dagegen kann m. E. das Anregen des Denkvermögens der Betreffenden sein.

    Unter Inflation stellen sich viele “das zügige und nachhaltige Ansteigen der Preise” vor. Das wäre aber nur eine sichtbare Auswirkung davon. Wie der Hausmeister schon richtig fragt: Wie soll das eintreten?

    Ich sehe da 3 nötige Voraussetzungen: 1. ein Übermaß der Geldmenge über die Realgüter, ist m. E. vorhanden.

    2. Kaufkraft in der Hand der Massen. Die fehlt hier schon. Die Geldmenge ist in wenigen Händen konzentriert. Ein Milliardär kann zwar mal kurzerhand eine Lidl-Filiale komplett leerkaufen, das reicht aber nicht um Hyperinflation auszulösen. Menschenmassen, die nachhaltig überall in Deutschland einkaufen gehen, können das hingegen schon. Droht die Situation, dass die Massen kurzfristig zu hoher Liquidität kommen? Sehe ich nicht, Arbeitsmarkt und politische Sparkurse geben das eher nicht her.

    3. Zuversicht bei den Massen, die fehlt m. E. auch. Viele hocken momentan lieber auf dem Notgroschen, der ja für noch schlechtere Zeiten als Überlebensgeld benötigt wird. Das fördert also eher keinen anhalten Konsumrausch.

    Wer soll das ganze also auslösen? Die Superrreichen sind zu wenige Personen, um flächendeckend aufzutauchen und nachhaltig einzukaufen, maximal im Internet vielleicht. Und selbst wenn, haben die davon irgend einen Vorteil? Ich sehe keinen, also droht dieses Szenario m. E. eher auch nicht.

    Der “natürliche” Verlauf ist also unwahrscheinlich. Bleiben noch die Anomalien. Bürger stürzen in Schaaren zu Banken, da sie befürchten, das dort nicht genug Geld liegt um sie auszuzahlen. Das Szenario muss aber ausgelöst werden, mit entsprechender Panikmache, sowas passiert nicht einfach so. Angst schüren sehe ich zwar, aber die dafür nötige Panikmache kann ich noch nicht erkennen. Daher halte ich das momentan auch nicht für wahrscheinlich. Eine weitere Anomalie wäre ein versehentliches Verursachen einer Inflation. Das sehe ich gerade. Ich kenne Leute, die wie sie sagen aus “Angst vor Inflation” Sachwerte, konkret Gold oder Grundstücke kaufen möchten. Die regen sich über Preissteigerungen in den Segmenten auf, was sie für die Anzeichen der kommenden Hölle halten, die sie aber mit ihren Angstkäufen geradezu selbst ausgelöst haben. Droht daraus Hyperinflation zu enstehen? Sehe ich nicht, dazu ist die Kaufkraft der Gruppe zu gering und das ganze bezieht sich außerdem nur auf Teilmärkte.

    Diese Gedanken können m. E. die Sorgen wieder etwas lockern (haben sie bei meinen Gesprächen mit ängstlichen Freunden jedenfalls getan). Und falls das noch nicht reichte, habe ich ihnen die Frage gestellt: “Da hast du nun deinen Topf Krügerrandmünzen, welchen konkreten Schritt machst du denn als erstes, wenn das Brot morgen früh 1.000 EUR kostet?”. Auf die Frage habe ich überhaupt noch keine Antwort bekommen. Alle dachten zunächst, sie wären nun super gegen Hyperinflation geschützt. Aber keiner hatte auch nur die leisteste Ahnung, wie er diesen Schutz denn im Anwendungsfall für sich einsetzen soll. Das hat ihnen der Goldverkäufer, der sie ja vor der Hyperinflation schützen wollte, irgendwie vergessen zu sagen….

  28. Marxist September 26, 2011 at 19:41

    “AndreasTT, mit dem Thema Nazis hast du auf jeden Fall recht. Nicht nur, daß die Naziideologie weiter in den Köpfen vieler Leute herumgeistert,”

    Gemeinschaftlichkeit ist keine “Naziideologie” sondern die Grundlage aller Sozialität. Wenn Gesellschaftlichkeit nicht auf Gemeinschaftlichkeit aufruht, bricht sie weg, weil sie keine Basis hat, kein Fundament. Das kann man doch gerade in der BRD sehr schön beobachten und u.a. an der “Individualisierung” (i.e. die kultlturindustriell vorgefertigte, sozial entleerte und reduzierte Variante von Individuierung) ablesen.

    “sondern auch die NPD, die in vielen Fällen offen den deutschen Faschismus verherrlicht, existiert weiter.”

    Den “deutschen Faschismus”? Wann und wo hätte es denn in Deutschland je eine Fascio gegeben? Also das Bündel aus katholischer Kirche, Großindustrie und Staat?
    Das entsteht jetzt in der EU. Es gibt einen EU-Faschismus. Aber einen deutschen Faschismus hat es nie gegeben und wird es wohl auch nicht geben können. Es sein denn, er wird von der EU von außen an die Deutschen herangetragen und ihnen übergestülpt.

    Und warum sollte die NPD nicht existieren? Weshalb sollte sie kein Lebensrecht haben?

    Merke: Wenn man unter Demokratie nur die “neue Mitte” zwischen den Grünen, der Linken und der SPD versteht, versteht man sie kategorial falsch.

  29. Der Euro muß sterben, damit wir leben können. Der “Rettungsfonds” EFSF soll nämlich eine Banklizenz (!) erhalten. Das ist dann so, wie bei es bei der FED war. Wir kriegen also eine Euro-Fed! Eine europäische worst “Kapitallenkungs- und maximierungsbank” in Luxemburg.

  30. Und der ESM ist dann der “finale Rettungsschuß” auf Freiheit und Demokratie in Europa.

    Artikel 9: Kapitalabrufe
    “Die ESM-Mitglieder sagen hiermit bedingungslos und unwiderruflich zu, bei Anforderung jeglichem […] Kapitalabruf binnen 7 Tagen nach Erhalt dieser Forderung nachzukommen.”

    Und alles wird durch einen Gouverneursrat (!) bestimmt. Der
    besteht aus nicht gewählten (!) Vertretern der Mitgliedsländer. Das heißt, die “PIIGS” brauchen dann nicht mehr um mehr und noch mehr Geld zu bitten. Sie beschließen einfach, daß sie es brauchen und fordern es an. Und zwar in unbegrenzter Höhe! Toll, wa?

    Und wer bezahlt? Und wo bleibt dann das Geld für notwendige Projekte in der BRD? Na, da müssen wir halt sparen, den Gürtel enger schnallen und uns nach der Decke strecken.

    Spare in der Not… dann haben die PIIGS in der Zeit.

  31. Dr. Gunther Kümel

    @ Andreas

    Ich bin historisch bloß nicht so gebildet.
    Ich habe das Wort “Nazi-Ideologie” schon oft gehört, man kann ja nicht über die Straße gehen, ohne es zu hören. Aber, verstanden habe ich es noch nie. Meinen Sie, diese verderbliche Ideologie habe sich darin erschöpft, daß 70% der Bürger die “Juden nicht mochten” (um das unklare Wort vom Antisemitismus zu vermeiden)? Das ist ja noch nicht wirklich eine “Ideologie”, nicht wahr.

    Oder, worin bestand die Ideologie?
    Nationalistisch war sie nicht, sozialistisch auch nicht, das sagten Sie schon.
    War sie also “staatskapitalistisch-internationalistisch”?
    Immerhin gab es 4-Jahrespläne, habe ich gehört.

    Und inwieferne ist die EU mit dieser Zielrichtung zu belasten?

    Also so viel habe ich mitgekriegt:
    Gegen die NAZI-Ideologie müssen wir kämpfen.
    Gegen die EU müssen wir kämpfen.

    Vielleicht ist das das einzige, was die beiden gemeinsam haben?

  32. Tom

    Tommel:” „Da hast du nun deinen Topf Krügerrandmünzen, welchen konkreten Schritt machst du denn als erstes, wenn das Brot morgen früh 1.000 EUR kostet?“. ”

    Gold ist doch nicht für die Krise da, sondern für die Zeit danach. Wenn man heute Gold kauft, dann verliert man wahrscheinlich 2/3 weil das Gold nach der Krise weiniger wert sein wird….aber man verliert nicht seine kompletten Spareinlagen, wenn das Geld auf der Bank liegt.

    Für den Fall einer Krise brauchst du die vielgescholtenen Konservendosen.

  33. Stimme von irgendwo

    “Die EU und die Währungsunion sind nichts als ein Mittel Frankreichs und Deutschlands die kleineren Staaten Europas unter ihre Knute zu bekommen.”

    Was ist Deutschland?

    Transnationale Konzerne, die urprünglich in deutscher Hand waren und von der Genialität deutschen Erfinderwesens getragen wurden, bis sich ihre Anteileigner ins Ausland abgesetzt haben und/oder sie von Fiat-Geld aus den USA gekauft wurden (Deutsche Bank, Daimler). Wenn DAS Deutschland sein soll laut Deiner Definition, dann sit es zumindest nicht ganz falsch, was Du schreibst (obwohl natürlich die Drahtzieher hinter der EU eher aus dem Rahmen der Westalliierten kommen, weil Deutschland als Staat ja nicht einmal souverän ist, geschweige denn vor 1990 war und transnationale Konzerne vieler Staaten beteiligt sind, u.a. aus Italien, Spanien etc.).

    In Wirklichkeit ist aber Deutschland das deutsche Volk plus seine Körperschaften plus seine Geschichte, Kultur, seine Besitzstände, sein Land und seine an ihn gekoppelten Schicksalsgenossen anderer Nationen mit Aufenthalt hier (Ausländische Mitbürger), evtl. noch seine Regierung und sein Parlament, von dem allerdings letzteres zwar einigermaßen frei gewählt wurde, erstere aber weisungsgebunden handelt wie alle anderen deutschen Behörden (Weisungen der Westalliierten und nun der EU) und damit nicht deutsch im politischen Sinne ist.

    In Frankreich haben wir andere, aber sich annähernde Verhältnisse. Die meisten europäischen Kleinstaaten demgegnüber sind sowieso keine wirklich souveränen Gebilde, waren dies auch nie und werden es auch nicht sein.

    Die EU ist MIttlerweile der Besitz einer dem neo-strukturalism verpflichteten Elite, die eine eigene Gesetzgebung, Steuerpraxis, defacto-Staatsgebiet und Staatsbürgerschaft hat, eine entkoppelte, kulturmarxistische, aber wirtschaftskapitalistische Elite, vergleichbar der Führungsriege der Sowjetunion, mit der die europäische Union vieles gemeinsam hat (Doppelstruktur, Politbüro, politische Kommissare), ebenso wie mit der amerikanischen Union. Alle diese Unionen sind aus derm Putsch von Staatsbunden in einen Bundesstaat entstanden, mit einer Zentralisierung der Herrschaft, die sich selbst als überstaatlich-übergesetzlich ansieht und sich eigene Refugien schafft, von wo aus sie den Mitgliedsstaaten ihre Rechte wegnimmt und deren Bürger entrechtet.

    Die ethnische Zusammensetzung dieser Parasiten ist heterogen, in den USA waren es Abgeordnete diverser Staaten, in der Sowjetunion Angehörige vieler Völker des Zarenreichs, am wenigsten wahrscheinlich Russen und in der europäischen Union sind es wiederum Angehörige vieler Staaten und Völker, übrigens auch Briten (Ashton zB)

    In den zwei historischen Fällen folgte auf die Ermächtigung ein sogenannter Bürgerkrieg, in der EU steht uns dieser mangels Widerstand evtl. noch bevor. Das alles hat nichts mit Nazismus zu tun, sondern mit dem Verfall der Demokratie; die Schuld läßt sich also nicht den Faschisten aufbürden (diese wollten ja keine multikulturellen Imperien), sondern dem liberalen Totalitarismus (ja, den gibt es auch).

  34. Dr. Gunther Kümel

    “Das Grundgesetz ermächtigt die für die BRD handelnden Organe nicht, durch einen Eintritt in einen Bundesstaat das Selbstbestimmungsrecht des Deutschen Volkes in Gestalt der völkerrechtlichen Souveränität Deutschlands aufzugeben. Dieser Schritt ist wegen der mit ihm verbundenen unwiderruflichen Souveränitätsübertragung auf ein neues Legitimationssubjekt allein dem unmittelbar erklärten Willen des Deutschen Volkes vorbehalten .
    Das Grundgesetz setzt damit die souveräne Staatlichkeit Deutschlands nicht nur voraus, sondern garantiert sie auch. .

    30.. Juni 2009 in der Entscheidung des BVG 2 BvE 2/08 zum Lissabon-Vertrag

  35. Nehmen wir Niebel und vergleichen ihn mit Schäffler, vielleicht erweitert das auch unseren Horizont in dieser Frage:

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2011/09/27/burger-bombardieren-abgeordnete-mit-fragen-zur-eurokrise/

  36. chicano

    meiner meinung nach gilt es nicht die eu abzuschaffen und die d-mark wieder einzuführen. warum das kind mit dem bade ausschütten.

    weg mit der haftungsunion, hin zu einem kernländer-euro mit sich langsam aufbauenden euro-sateliten-staaten, wie zb. griechenland.

    so könnte der euro auf gesunde art und weise zu einem gegengewicht zu china und den usa heraunwachsen, ohne von den finanzmärkten auseinandergenommen zu werden.

    oder jürgen?

  37. juergenelsaesser

    chicano: das ist ja henkels vorschlag. so wäre es das beste. da aber offensichtlich ist, dass da keiner mitzieht, müssen wir eben raus ausm euro, und dann im zweiten schritt, von souveränen währungen ausgehend, wieder einen verbund aufbauen.

  38. chicano

    na, ihr wort in gottes ohr, dass es uns gelingt bwz, dass wir zeit für den zweiten schritt haben und uns nicht voher der ganze laden um die ohren fliegt auf eine art, dass wir uns nicht mehr davon erholen.

    keine sorge deswegen?

  39. Marxist

    @chicano und Juergenelsässer

    Das wäre aber doch wirklich eine Halbheit!
    Ein Nord-Euro und ein Süd-Euro würde trotzdem bedeuten, daß der Würgegriff der EZB und der Brüsseler Antidemokraten weiter auf Europa lastet.
    Wäre es nicht besser, vielleicht Leon De Winters vorschlag in die Tat umzusetzen und die Währungsunion komplett abzuschaffen, sodaß alle! EU-Staaten wieder zu ihren souveränen Währungen zurückkehren würden? Also eine Rückführung der EU auf die EWG: Handel treiben und Kulturaustausch ja, aber keine gemeinsame Währung, keine übergeordnete Behörde, keine deutsch-französische Unterdrückung Resteuropas!

    Wieso also soll eine Spaltung des Euro in Nord- und Südeuro eine bessere Lösung sein als die Abschaffung des Euro?
    Wenn wir für die Abschaffung des Euro und sogar der EU kämpfen, klingt eine solche Parole wie ein Zugeständnis an die Euro-Fanatiker.

  40. juergenelsaesser

    Marxist: Nach der Aufspaltung des Euro würde es die EZB in der bisherigen Form bestimmt nicht mehr geben. Im übrigen ist ein kleiner Schritt REALER Veränderung tausend mal mehr wert als radikale Maulhurerei. Die Oktoberrevolution wurde nicht unter der Parole “Her mit dem Sozialismus!” geführt, sondern – ganz bescheiden – “für Frieden, Land und Brot”. Sie als Marxist sollten eher Lenin lesen, als Leon de Winter, einen islamophoben, us-hörigen, zweitklassigen Romancier!

  41. Marxist

    @JürgenElsässer
    Ich bin keinesfalls ein Freund von Leuten wie De Winter, Gauweiler, Farage oder anderen. Aber in der Euro-Frage haben sie nunmal recht und leider sprechen diese Wahrheiten wenige Linke in Deutschland aus. Nicht nur Gysi, sondern leider auch Sarah Wagenknecht, von der ich sonst sehr viel halte, spricht sich FÜR den Erhalt des Euro aus.
    Sie haben doch selbst in ihrem Blog Farage als Euro-Gegner gelobt (was ich für richtig halte), auch wenn er (und die UKIP) zu anderen Themen desaströse Meinungen hat, die abzulehnen sind. Und von Ihnen kam ja auch die Idee, mit Leuten wie Farage, De Winter und co in der Euro-Frage zusammenzuarbeiten, weil sie darin richtige Positionen vertreten, ihre anderen – oft verabscheuungswürdigen – Standpunkte aber abzulehnen.

    Natürlich ist eine kleine Veränderung richtig, aber die Forderung nach der Abschaffung des Euro ist keine radikale Maulhurerei, sondern die Forderung vieler Parteien in den EU-Ländern.
    Eine Forderung nach der Abschaffung der EU wäre radikal, aber das Ziel die Währungsunion aufzulösen ist ja nun wirklich nicht zuviel verlangt. Würde Deutschland den Euro aufgeben, wäre es auf dem Status Quo den heute Polen, Dänemark, Großbritannien und Schweden haben. Das ist doch sicher keine radikale Forderung!

    Und Lenin, der die Lehren von Marx richtig weiterentwickelte, warnte schon vor der imperialistischen Forderung nach den “Vereinigten Staaten von Europa”!

  42. juergenelsaesser

    Marxist: Natürlich ist es richtig, den Euro abzuschaffen. Aber man wird viellicht eher dahin kommen, wenn man über kleine Schritte geht. – Was Sie nicht ganz geschnallt haben: Zwischen Farage auf der einen und Wilders/De Winter ist ein riesiger Unterschied. Mit Farage würde ich immer zusammenrbeiten, mit den anderen nicht. – Ihre Anmerkungen zur Linkspartei sind natürlich richtig, absolut.

  43. Oswald Spengler

    Kann den Artikel nicht recht einordnen:
    Lebensmittelvorrat zu halten , legale Bewaffnung und Gold/Silber physisch sind Dinge des gesunden Menschenverstandes derzeit genauso wie Zähneputzen.Davon unbesehen muss man sich natürlich dafür einsetzen dass es nicht zum Schlimmsten kommt.
    Wer allerdings auf den Staat vertraut, Just in Time und den Zentralbanken hat meiner Meinung nach den Schuss nicht mehr gehört.
    Ich denke Elsässer will darauf hinaus dass mit sich nicht zu passiv verhält und nur an sich denkt sondern über seinen Dunstkreis hinaus.
    Nur so am Rande: Während der großen Depression in den USA sind dort mehrere Millionen Menschen an Hunger und Krankheiten verreckt und dass bei einer Bevölkerung die viel naturverbundener und autonomer war als heute.Die Basecapfraktion von heute glaubt doch an lila Kühe und den Kotlettbaum.
    Die reaktionäre Schadenfreude von Eichelburg regt mich auch manchmal auf aber manchmal auch die Ignoranz der Sheeples.

  44. Jan D.

    J.Bullinger schrieb (bei Hochhut):
    “Das Ganze ist ein Prozeß mit einer exponentiellen Verlaufskurve des Erleidens. Die Phase der unmerklichen Progression haben wir aber schon verlassen und dann kann alles sehr schnell gehen. Wie das halt bei allen Exponentialfunktionen so ist.”

    Sehr interesssant. Wie man sich das praktisch vorzustellen hat, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Spontan fällt mir dazu nur ein:
    1. Alle mit abweichendem Verhalten sind unter Kontrolle, besonders die die hier schreiben.
    2. Widerständiges Verhalten (Nicht mehr mitspielen wollen), wird nur dann für die Herrschaften gefährlich, wenn es mit einer souveränen Arbeits- und Konsumverweigerung(insbesondere der Medien) über einen längeren Zeitraum nachhaltig praktiziert wird.

    Davon sind die Zustände in diesem Land meilenweit entfernt, entfernter als der Mond.

  45. AndreasTT

    @juergenelsaesser: von Wilders hat @Marxist doch gar nix geschrieben – ergo braucht man auch Leon de Winter nicht mit jenigem in einen Topf zu werfen. Literaturkritik ist jetzt so auch nicht mein Metier – aber gerade die Tatsache, das de Winter “den Westen” so vergöttert und keinen Zweifel an seiner Begeisterung für die Vereinigten Staaten aufkommen lässt, macht ihn als Referenz interessant.

    Eine Aufspaltung des Euro in meherer Gemeinschaftswährungen von Nationen, deren Volkswirtschaften eng miteinander verzahnt sind und im wesentichen vergleichbar sind, kann ein erster Schritt zur Abschaffung des Euro-Systems sein. Wenn Frankreich und Deutschland sich eine Währung teilen, wenn die Skandinavier sowas machen – von mir aus. Entscheidend sollte doch das Prinzip der demokratischen Legitimation der Währungspolitik und die Einflussmöglichkeiten des nationalen Souveräns sein.

    Praktisch sind aber nur Schritte denkbar, die die politischen Kräfte von links bis rechts mit einbeziehen. Genauso pragmatisch ist de Winter keine politische Person – eher so kleiner Schöngeist mit großer Klappe. Insofern braucht’s auch keinen Streit über die Frage, ist er “islamophob” – was ich bereits vom Begriff her abstreite – oder nicht.

  46. Marxist

    Da gebe ich ihnen eindeutig recht.
    Der Knackpunkt bzw. das Dillemma der Sache ist aber, daß viele Euro-Kritiker außenpolitisch pro-amerikanisch und pro-NATO sind und viele US-Kritiker und Nato-Gegner dagegen pro-Euro.
    Gegner des EU UND des US-Imperialismus sind im politischen Spektrum relativ selten.
    Das Dillemma betrifft aber auch Nigel Farage: Farages Partei die UKIP außenpolitisch proamerikanisch und auch proNato. Wie man auf der website ablesen kann kritisiert Farage seiner Meinung nach antiamerikanische und antiisraelische Beschlüsse des EU-Parlamentes (http://www.thejc.com/news/uk-news/ukip-leader-attacks-trendy%E2%80%99-israel-hate-eu-parliament).

    Um aus diesem Dillemma herauszukommen und gleichzeitig gegen EU und US-Imperialismus vorzugehen, muß man eben mit EU-Gegnern zusammenarbeiten, auch wenn sie leider proamerikanisch sind – ihre pro-US Haltung aber hintenanstellen (wie z B Farage für den der Kampf gegen die Eu die Hauptrolle spielt) – und mit US-Gegnern zusammenarbeiten auch wenn sie leider pro-EU sind – sofern sie diesen Programmpunkt hintenanstellen.

    Die zweite Variante wäre nur mit Leuten zusammenzuarbeiten, die gegen den deutschen, den EU und den US-Imperialismus sind. Aber die sind auf der Linken wie der demokratisch-antzinazistischen Rechten so rar, daß man bei dieser Prämisse ziemlich alleine dastehen würde.

  47. Tommel

    Tom:
    “Gold ist doch nicht für die Krise da, sondern für die Zeit danach. Wenn man heute Gold kauft, dann verliert man wahrscheinlich 2/3 weil das Gold nach der Krise weiniger wert sein wird….aber man verliert nicht seine kompletten Spareinlagen, wenn das Geld auf der Bank liegt.

    Für den Fall einer Krise brauchst du die vielgescholtenen Konservendosen.”

    Das ist schon richtig. Es spricht auch prinzipiell nichts dagegen Edelmetalle zu besitzen. Mir ging es um etwas anderes.

    Der Hausmeister moniert zu Recht, dass Leute den vermeintlichen Gelduntergang auf sich zukommen sehen und sich davor nun panikartig schützen wollen. Dies z. B. durch Goldkäufe. Sobald diese getätigt sind, besteht immernoch die Annahme, dass der Untergang in großen Schritten naht, man aber nun “irgendwie” davor geschützt sei.

    Dieses Denkmuster ist m. E. an 2 Stellen mindestens löchrig. Nämlich 1. Ist die Situation überhaupt realistisch eingeschätzt? und 2. Entfaltet der vermeintliche Schutz im Eintrittsfall tatsächlich eine realistische Schutzwirkung, und falls ja, wie ist dafür vorzugehen? Meine ersten Ausführungen rücken die Bedrohung an sich in ein anderes Licht, meine zweiten Ausführungen zeigen dem jenigen, dass er nicht nicht zu Ende gedacht hat (weil er eigentlich nicht weiß, was er denn tun soll, wenn was kommt). Im Idealfall überdenkt er dann das ganze nochmal komplett, weil ihm klar wird, die bisherigen Halbheiten bei der Lageeinschätzung und im Vorgehen helfen im Falle eines Falles nicht aus der angenommenen Klemme.

    Mit etwas Glück beginnt einer der Untergangsängstler sich dann auch mit der Materie etwas tiefer zu befassen, beschafft sich Informationen, die er vorher links liegen ließ, hinterfragt Dinge etwas mehr (auch bei sich selbst) und stellt dann fest, dass sich ganz andere Handlungsoptionen ergeben, die der neu eingeschätzten Situation gerechter werden. Das war ja der Plan des Hausmeisters, soweit ich das verstanden habe.

    Der Plan war also nicht Lösungen zu präsentieren, sondern das Denkmuster der Leute infrage zu stellen und diese zu realistischen Recherchen zu ermutigen.

  48. juergenelsaesser

    Marxist: Das ist im Prinzip richtig beschrieben. Bei den Linken ist jedenfalls tote Hose.

  49. Jan D. September 27, 2011 at 16:12

    J.Bullinger schrieb (bei Hochhut):
    „Das Ganze ist ein Prozeß mit einer exponentiellen Verlaufskurve des Erleidens. Die Phase der unmerklichen Progression haben wir aber schon verlassen und dann kann alles sehr schnell gehen. Wie das halt bei allen Exponentialfunktionen so ist.“

    Sehr interesssant. Wie man sich das praktisch vorzustellen hat, vermag ich nicht nachzuvollziehen.
    —————————–
    Z.B. so, wie in Spanien und Israel.

  50. Dr. Gunther Kümel

    @ Jürgen Elsässer

    Zu den schlechten Eigenschaften von Leuten wie Wilders und De Winter kommt erschwerend hinzu, daß diese artifiziellen Gruppierungen nicht von heimattreuen Bürgern gegründet wurden, die Sorge vor einer Überfremdung ihres Lebensraumes haben. Die Dienste wären nicht, was wir an ihnen kennen, wenn sie nicht bemerkt hätten, daß sich in sehr vielen europäischen Ländern (und auch in den USA) immer mehr Bürger fragen, wohin dies alles führen soll. In den USA sind 92% der Bevölkerung, die Republikaner wählen, mit der Politik der Regierung unzufrieden, bei den Demokraten sind’s nicht viel weniger.

    Die Dienste haben das gesehen und wärmen sich die Hände an dieser Unzufriedenheit und Heimatliebe. Zugleich wird sie kanalisiert und kontrolliert. Vermutlich haben die Dienste bei der Begründung dieser Bewegungen kräftig angeschoben. So haben sie eine hassenswerte “Neue Rechte” etabliert, die ganz ähnlich argumentiert wie Breivik.

    Die holländischen und flämischen Zweige dieser Bewegung sind nicht “Pro Niederlande”, sondern wenden sich gegen islamische Immigranten und stimmen in das Manifest Breiviks ein: “Laßt uns gegen alle Antizionisten kämpfen!”

  51. Jetzt gibts ja so einen neuen “antikapitalistischen” Hollywood- Film mit Starbesetzung, hab vergessen wie der heißt. Selbst mit dem vielbeschworenen “Crash” lässt sich wohl noch hervorragend verdienen.

    @Marxist: “Die zweite Variante wäre nur mit Leuten zusammenzuarbeiten, die gegen den deutschen, den EU und den US-Imperialismus sind. Aber die sind auf der Linken wie der demokratisch-antzinazistischen Rechten so rar, daß man bei dieser Prämisse ziemlich alleine dastehen würde.”

    Ganz alleine sicher nicht, die Muslime sind da auf Ihrer Seite, so wie Sie es beschreiben. Aber die wollen auch die “demokratischen” Rechten nicht. Was nun?

  52. Gerhard Rohlfs

    @JE:
    Sie haben hier absolut recht.
    Die Konservendosen sind nach ein paar Wochen alle.
    Und was beim Auswandern immer gern verschwiegen wird, ist, dass sich die Grenzen gerade weltweit schliessen. Die bürokratischen Hürden sind enorm, wenn man nicht gerade mit einem Sack voll Geld kommt. Jedes Land versucht heute verständlicherweise, seine eigene arbeitende Bevölkerung vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
    .
    Um politische Aktionen kommen wir nicht herum.
    Um das Schlimmste abzuwenden, ist es m.E. zunächst erforderlich, gemeinsam glaubhaft und spektakulär zu erklären, dass die Bürgschaften der derzeitigen Regierung ohne Volksentscheid nach Art. 146 GG NICHTIG sind.
    Hier träfe man die “Märkte” an der entscheidenden Stelle.

  53. Anonymous

    fatimaoezoguz:
    “Jetzt gibts ja so einen neuen „antikapitalistischen“ Hollywood- Film mit Starbesetzung, hab vergessen wie der heißt. Selbst mit dem vielbeschworenen „Crash“ lässt sich wohl noch hervorragend verdienen.”

    Mit “Crashs” jeder Art können Sie Geld verdienen. Ohne den Film zu kennen nenne ich hier nur mal eine bestimmte Form von Termingeschäften als Beispiel.

    Konkret: Sie erwerben bestimmte Vermögenswerte am Finanzmarkt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, der in der Zukunft liegt und der durch ein genaues Datum definiert ist. Dies dann zu dem Preis, den die Vermögenswerte an diesem Datum haben werden (den Sie aber jetzt aber noch nicht kennen). Sie spekulieren also sozusagen darauf, dass genau an diesem Tag die Vermögenswerte unnatürlich billig sein werden, und sich dann aber wieder bis zum normalen Marktwert aufwärts bewegen. Ihr Gewinn wäre dann die Spanne zwischen dem unterbewerteten Kaufpreis, den Sie gezahlt haben, und dem echten Marktwert, auf den das Produkt wieder steigt.

    Wenn Sie also z. B. zufällig eine Insiderinformation über ein bestimmtes Ereignis in der Zukunft besitzen würden, das z. B. bestimmte Firmenwerte für einige Tage abstürzen lassen könnte (ich weiß, das klingt hässlich, aber angenommen Sie wüssten, dass ein oder zwei Flugzeuge bestimmter Fluggesellschaften an einem ganz bestimmten Tag ziemlich heftige Unfälle bauen werden, was aber außer Ihnen noch niemand weiß), und sie erwerben heute über ein solches Termingeschäft Anteile dieser Fluggesellschaften zu dem Preis an genau diesem Tag, dann stehen Ihre Chancen nicht schlecht, dass Sie diese Anteile sehr billig bekommen werden. Handelt es sich um relativ renommierte Fluggesellschaften, ist zudem wahrscheinlich, dass sich der Kurs etwas später wieder erholt und auf den Normalwert steigt. Sie hätten dann an diesem “Crash” verdient.

    Mit einem “Crash” Geld zu verdienen ist immer dann relativ einfach, wenn Sie Kenntnis von zukünftigen Ereignissen haben, von denen keiner was weiß oder ahnt, die aber Marktwerte von Vermögenswerten vorübergehend ungünstig beeinflussen können. Haben Sie zusätzlich dazu vielleicht sogar noch die Möglichkeit, solche Ereignisse bewusst herbeizuführen, dann ……..

    Der Finanzmarkt ansich ist ausgespochen gut steuerbar, jedenfalls wenn man an den richtigen Stellen sitzt und die richtigen Mittel zur Verfügung hat. Das ist ja genau das Problem. :-(

  54. Tommel

    fatimaoezoguz:
    “Jetzt gibts ja so einen neuen „antikapitalistischen“ Hollywood- Film mit Starbesetzung, hab vergessen wie der heißt. Selbst mit dem vielbeschworenen „Crash“ lässt sich wohl noch hervorragend verdienen.”

    Mit “Crashs” jeder Art können Sie Geld verdienen. Ohne den Film zu kennen nenne ich hier nur mal eine bestimmte Form von Termingeschäften als Beispiel.

    Konkret: Sie erwerben bestimmte Vermögenswerte am Finanzmarkt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, der in der Zukunft liegt und der durch ein genaues Datum definiert ist. Dies dann zu dem Preis, den die Vermögenswerte an diesem Datum haben werden (den Sie aber jetzt aber noch nicht kennen). Sie spekulieren also sozusagen darauf, dass genau an diesem Tag die Vermögenswerte unnatürlich billig sein werden, und sich dann aber wieder bis zum normalen Marktwert aufwärts bewegen. Ihr Gewinn wäre dann die Spanne zwischen dem unterbewerteten Kaufpreis, den Sie gezahlt haben, und dem echten Marktwert, auf den das Produkt wieder steigt.

    Wenn Sie also z. B. zufällig eine Insiderinformation über ein bestimmtes Ereignis in der Zukunft besitzen würden, das z. B. bestimmte Firmenwerte für einige Tage abstürzen lassen könnte (ich weiß, das klingt hässlich, aber angenommen Sie wüssten, dass ein oder zwei Flugzeuge bestimmter Fluggesellschaften an einem ganz bestimmten Tag ziemlich heftige Unfälle bauen werden, was aber außer Ihnen noch niemand weiß), und sie erwerben heute über ein solches Termingeschäft Anteile dieser Fluggesellschaften zu dem Preis an genau diesem Tag, dann stehen Ihre Chancen nicht schlecht, dass Sie diese Anteile sehr billig bekommen werden. Handelt es sich um relativ renommierte Fluggesellschaften, ist zudem wahrscheinlich, dass sich der Kurs etwas später wieder erholt und auf den Normalwert steigt. Sie hätten dann an diesem “Crash” verdient.

    Mit einem “Crash” Geld zu verdienen ist immer dann relativ einfach, wenn Sie Kenntnis von zukünftigen Ereignissen haben, von denen keiner was weiß oder ahnt, die aber Marktwerte von Vermögenswerten vorübergehend ungünstig beeinflussen können. Haben Sie zusätzlich dazu vielleicht sogar noch die Möglichkeit, solche Ereignisse bewusst herbeizuführen, dann ……..

    Der Finanzmarkt ansich ist ausgespochen gut steuerbar, jedenfalls wenn man an den richtigen Stellen sitzt und die richtigen Mittel zur Verfügung hat. Das ist ja genau das Problem. :-(

  55. VRIL

    ich bin klein + dumm ; Frage : wie soll ich als Normalbürger den “Kampf gegen das System” organisieren ?

    ( komisch : die Geldkonservativen die überall herumlabern , JF lesen und von neuen Parteien faseln schicken ihre Kinder in die Privatschule und tun— gar nix .. warum ? weil sie als Funktionseliten im kommenden System mitmachen wollen ) .

    Die politisch uninformierten Massen werden enteignet – basta . Stimmt schon : entweder den Euro + Multikulti oder eben wieder Krieg .

    Verdummung und Chaos oder Bombenteppiche gegen ein fähiges Volk .

    Noch Fragen ?

  56. Dr. Gunther Kümel

    @ Tommel

    Ja, mit einem Insiderwissen über den Zeitpunkt, an dem gewisse Aktien abstürzen müssen, ist viel Geld zu verdienen.

    Die Kreise, die genau wußten, daß am 11.09.2001 das WTC spektakulär angegriffen und gesprengt werden wird, haben mit ihren PUT-Optionen Dutzende von Millionen verdient.
    Aber sie waren vermutlich doch nur “Insider am Rande”.
    Andere haben etwa das FÜNFHUNDERTFACHE davon eingeheimst.

  57. Dr. Gunther Kümel

    @ Gerhard Rohlfs

    Beim Thema “Auswandern” wird noch etwas anderes verschwiegen: “WOHIN DENN?”

    Wenn es einen störte, daß in Kreuzberg nur zwei bis drei deutsche Kinder in der ganzen Schule sind, in Athen oder Ankara sind überhaupt keine deutschen Kinder in der Schule!
    Und wenn Sie vor Armut und lügenhafter Politik ausweichen wollen, in anderen Ländern ist es nicht besser: USA? AUS? Schweiz? Libyen?

    Sowas wie einen paradiesischen Rückzugsort gibt’s nicht.
    Nein, wir werden schon zu Hause bleiben und uns wehren müssen, so lange es uns noch gibt.

  58. Neukunde

    Um auf die eingänglich gestellte Frage einzugehen, ob das System in sich kollabiert, beantwortet Jim Willie mit “Kollaps auf den Anzeigetafeln” auf Goldseiten.de:

    http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=17430&seite=0

    Und ja, die Zeiten des Fiat-Geldes neigen sich dem Ende zu…

  59. Tommel

    Dr. Kümel:
    Davon gehe ich auch aus. Wenn man mal das von J.E. genannte Beispiel “Untergang derzeitiges Geldsystem” heranzieht, was einer Währungsreform gleichzusetzen wäre, ergeben sich vermutlich noch ganz andere Verdienstmöglichkeiten. Und zwar nicht nur unmittelbare (Zahlungsfluss wird durch das Ereignis direkt ausgelöst), sondern auch vor allem mittelbare (das Ereignis löst zwar keinen sofortigen Zahlungsfluss aus, es wird dadurch aber der Weg für nachhaltige Zahlungsflüsse und Abhängigkeiten in der Zukunft geebnet).

    Die mittelbaren halte ich sogar für brandgefährlich. Und auch solche Szenarien können bewusst ausgelöst werden, während die Masse noch lautstark die Befreiung vom alten Knebelsystem feiert…..

  60. Gerhard Rohlfs

    @Dr. Gunther Kümel:
    Ich kenne da schon ein paar Länder, aber wie gesagt, die Hürden sind dementsprechend hoch.
    Letztlich haben Sie recht: Wir müssen in Deutschland selbst etwas ändern.

  61. VRIL

    Volksverblödung : schreibt doch heute die frankfurter Qualitätszeitung im Feuilleton sinngemäß : “Bologna & Co. BWL -Dummsprech und die allg. Verdummung deutscher Schüler sind doch nix anderes als die Sabotage der deutschen Industrie -”

    “… nachträgliche Reperationszahlungen ..” mal nachlesen .. der Artikel war nicht verkehrt … ändert aber nix .

  62. Nun ja, Prof. Hans-Werner Sinn, einst wirtschaftspolitischer Berater von Edmund Stoiber, hat in seinem Buch “Ist Deutschland noch zu retten?” etliche Fehler gemacht…wie Albrecht Müller in “Die Reformlüge” und Peter Bofinger in “Wir sind besser als wir glauben: Wohlstand für alle!” nachwiesen…von Kleinigkeiten bis ernsten fachlichen Fehlern.

    Aber seine Kritik am Euro teile ich wie die von Henkel voll und ganz!

  63. Roy Lanek

    Must read articles:

    ** http://tarpley.net/2011/10/01/europe-must-fight-back-against-us-uk-speculative-attacks/? utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=rss
    Europe Must Fight Back Against US-UK Speculative Attacks
    Webster G. Tarpley, Ph.D.
    October 1, 2011

    ** http://www.asalbuchi.com.ar/2011/09/the-money-masters-behind-the-global-debt-crisis/
    The Money Masters: Behind the Global Debt Crisis
    Adrian Salbuchi, Sep 28, 2011

  64. @Tommel: Auch wenns spät kommt, danke für Ihre Erklärung, war irgendwie untergegangen.
    Nun vielleicht wird es jetzt klarer, warum Termingeschäfte im Islam verboten sind.
    Frage mal in die Runde:

    Ich stieß zufällig auf “Der Staatsbankrott kommt” von Michael Grandt. Ist es zu empfehlen?

  65. Dr. Gunther Kümel

    @ fatima

    Das Buch kenne ich nicht, aber Grandt ist ein sehr mutiger und offenbar unabhängiger Autor, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Gescheit und erstaunlich gebildet ist er auch. Kein Klischee-Typ.

  66. Dr. Gunther Kümel

    @ fatima

    Das Geldsystem selber ist der Betrug am kleinen Mann!

    Die Geldschöpfung liegt nicht etwa in den Händen der Bundesbank oder der EZB. Jede kleine Geschäftsbank kreiiert (“schöpft”) Geld durch JEDE Kreditgewährung.

    Diese verborgenen Zusammen hänge, was daran ausbeuterisch ist, und was dagegen tu tun WÄRE (!!!), kann man aus den aufklärenden Büchern des linken Intellektuellen EGON KREUTZER entnehmen, und, aus dem Artikel http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=423

  67. Dr. Gunther Kümel

    @ fatima

    Sehr empfehlenswerte analysen sind auch in den Publikationen des Mittelstands-Instituts zu finden, etwa

    “Der Welt-Geldbetrug”
    “Was tun, wenn der Crash kommt”

    http://www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de/index.php?page=shop.browse&category_id=4&option=com_virtuemart&Itemid=1

  68. Dr. Gunther Kümel

    Gelduntergang?
    Aber nein, untergehen wird unser Geld nicht. Es hat halt dann bloß ein anderer.

    Das wissen alle, und der Außenminister von GB sagt es überdeutlich:

    http://www.politonline.ch/?content=news&newsid=1817

    Deutschland soll … mit 465 Milliarden haften: mit 465.000.000.000,00 Euro. Dies bedeutet seit dem Abstimmungsergebnis für jeden brd-Bewohner eine Schuldbeteiligung von 5.670,73 €.

    Darüber hinaus … Staatsanleihen von Krisenstaaten aufkaufen, damit deren Kurse nicht nach ihrem Marktwert ins Bodenlose fällt. Und er soll einem hoch verschuldeten Land vorsorglich Kredite und Darlehen zur Rekapitalisierung seiner Finanzinstitute bereitstellen können.

    Daily Telegraph:
    »Sorry Deutschland. Die Geschichte hat sich wieder einmal gegen euch verschworen. Ihr müßt 2 Billionen € rüberschieben, eure Zentralbank korrumpieren und 5 % Inflation akzeptieren, oder ihr werdet für die Götterdämmerung verantwortlich gemacht. Das ist nicht fair, aber das ist, was die Währungsunion immer bedeutet hat. Haben sie euch das nicht gesagt?«

  69. Dr. Gunther Kümel

    “Keine Alöternative”?

    Der linke Verleger EGON KREUTZER (http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2011/41.html) und die Initiative “Monetative”(http://www.monetative.de/ ) schlagen seit langem eine Veränderung des Geldsystems vor, die die Krise verhindert und einen Ausweg aus der gegenwärtigen Finanzkrise bietet.

    Wieder einmal stellt sich die Frage:

    Sind die Politiker
    DERART DUMM UND DÖDELHAFT;
    daß sie nicht selbst auf die Lösung kommen und die Gedanken von Kreutzer und “Monetative” nicht aufgreifen?

    Oder hat sie am Ende
    IRGENDWER BESTOCHEN,
    daß sie die partout teuerste “Lösung” erzwingen, die nichts löst, sondern uns das letzte Hemd kostet und nachher ist das Desaster so groß wie (größer als?) vorher?

    Oder ist es einfach so, daß die brd-Politiker
    AM SCHNÜRCHEN FREMDER MÄCHTE HÄNGEN,
    die nicht im brd-GG erwähnt sind, aber dennoch enorme Macht haben?

  70. AndreasTT

    Dr. Kümel ein Gesellianer? Die Ideen – ob Schwundgeld, ob Staatsgeld – klingen verführerisch … lösen aber das Problem nicht.

    Der derzeitige Kapitalismus als Gesamtsystem – und sich bitte nicht nur die Finanzindustrie als “Rosine rauspicken” – steckt in einer Absatzkrise, einer Überproduktionskrise mit dem Fall der Profitrate. Daher sind ausreichende Renditen für das Kapital nur noch mit Finanztransaktionen – Kreditgewährung, Aufbähung der Geldmenge, Spekulationsgeschäfte – erzielbar.

    Die “finanziellen Massenvernichtungswaffen” sind zwar die für die Völker dieser Erde gefährlichste Mutation des Kapitalismus und daher zuvörderst zu bekämpfen, das Problem an und für sich löst das aber nicht. Diese ganze alte Leier vom vorgeblich guten, nützlichen “schaffenden Kapital” in der Produktionssphäre und dem grundüblen “raffenden Kapital” in der Zirkulationssphäre ist nur ein Versuch, die Menschen hinter die Fichte zu führen. Die ganzen sog. alternativen Marktwirtschaften nur Schall und Rauch – alles nix anderes, als die Ablenkung der Massen vom wahren Gegenspieler, dem Kapital, denn jede Art von Kapitalismus lebt nur durch die Ausbeutung der Masse des Volkes durch die wenigen Kapitalisten … und dabei ist’s sch…egal, ob diese Kapitalisten Unterwäsche und Sportbekleidung herstellen lassen oder ein Bankhaus betreiben bzw. besitzen, ob sie “Juden” sind oder “Arier”. Wer sich gedeckt durch die gesellschaftlichen Verhältnisse durch Arbeitsleistung anderer – also parasitär – ernährt ist ein Schw… und er UND VORALLEM diese Verhältnisse sind der Feind. Somit ist nicht nur die Zinsknechtschaft – sondern auch die Lohnarbeitssklaverei zu brechen.

    Am Kapitalismus rumdrehen zu wollen; das ist nur ein Behandeln von Symphtomen … und dabei kuriert der Dr. Eisenbart dann auf seine Art. Daher gilt’s jenseits der alten Schützengräben der Gesäßpolitologie der Französischen Revolution mit stoiischer Geduld weiter die dicken Bretter zu bohren, bis das dümmste Schaaf im Stall verstanden hat, dass eine menschlichere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung durch den erzielten technologischen Fortschritt, die Produktionsmittel, möglich ist. Ob man’s dann Communismus, Sozialismus, Kommunismus oder Oma Müllers warmen Apfelstrudel nennt, ist dabei erst mal zweitrangig.

  71. juergenelsaesser

    AndreasTT:Rrrevolutionäre Phrasen … Kennen Sie Lenins schöne Schrift “Der linke Radikalismus als Kinderkrankheit im Kommunismus?”

  72. Dr. Gunther Kümel

    @ Andreas

    Wieso denn “Gesell”. Das ist zwar auch eine “Alternative”, aber keine gute.

    Im Ziel sind wir uns wohl einig. Eine leistungsgerechte Teilhabe an den knappen Gütern, gut.

    Aber ob es das bringt, das Kapital vom Staat zur Verfügung stellen zu lassen, nach einem X-Jahresplan? Oder wird in A-TT’s Wirtschaftsordnung kein Kapital zur Errichtung von Unternehmen, Fabriken, Infrastruktur gebraucht?

    Das Problem sitzt tiefer.
    Früher dachte man, der Unternehmer steckt einen “Mehrwert” ein und deshalb kommt beim Arbeitenden zu wenig an.

    Aber überlegen Sie mal: Auf jeder Ware lastet mehr an Zinsen, als die gesamte Ware wert ist, auf Mieten (Hausbau), Brot (Fabrik), usw. Und wer kassiert die Zinsen, die jeder Kleine im Übermaß allüberall zahlt? Die Geschäftsbank! Und wofür??
    Für einen Klick am Rechner, wodurch ein Kredit entsteht: Fiat-geld.

    Die Geldschöpfung liegt also heute in der Hand spezieller Kapitalisten, der Banken. Es war schon nicht so verkehrt, daß einer mal sagte: “Was ist schon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank!”

    Wenn Sie die Erscheinung des Parasitismus bekämpfen wollen, müssen Sie hier ansetzen, nicht bei der Diktatur des Proletariats. Denn würde diese Diktatur errichtet, was für eine Wirtschaftsordnung tätan denn die Volkskomissare errichten?
    Abschaffung des Fiat-Geldes und zinsfreies Kapital vom Staat? Gut, dann brauchen sie aber keine Diktatur einzurichten.
    Oder Planwirtschaft, Staatskapitalismus? Dann geht alles so weiter wie jetzt, bloß schlechter.
    Na, gute Nacht.

  73. AndreasTT

    @juergenelsaesser: daher schrieb ich vom unablässigen Bohren der Weber’schen dicken Bretter – Hartz-IV-Opfer beraten, Lohnarbeitslose beraten, wie sie ihre Rechte, die wenigen, die sie noch haben, durchsetzen können, Stadtteilinitiativen wie “zusammen e.V.” in Frankfurt, mit den Wertätigen so reden, das sie’s auch verstehen und ihre Interessen entdecken, Bündnispartner gegen den Kapitalismus da finden, wo sie sind, auch gerade wenn sie ihren Antikapitalismus aus der Thora oder dem Qu’ran und nicht aus den blauen Bänden haben – und nicht erst warten, bis die eigenen Wunschkandidaten um die Ecke schleichen, den Linken erklären, warum sozial erstmal nur national geht und den Rechten beibringen, dass national nur sozial geht … ein abendfüllendes Programm jenseits der hohlen Phrase.

    Dazu muss ich mich nicht zu Wörgl II hinreissen lassen. Diesen ganzen Quatsch gab’s schon bei den Grünen in den 80ern. Die haben jetzt Beraterverträge bei RWE.

    Und Spartakus/KPD oder die Münchner Räterepublik ist weniger an revolutionärer Rhetorik, sondern vielmehr an der mangelhaften Organisation und an der Tatsache, das die SPD gemeinsame Sache mit den Proto-Nazis der Freikorps gemacht hat, gescheitert. Dieser mordende Mob hat übrigens auch die Marktwirtschaft verteidigen wollen und ihre Mitglieder in der sog. Konservativen Revolution und den Nazis fanden Gesell & Co. auch gut. Wenn wundert’s, erinnert man sich der Faschismusdefinition der KomIntern. Wessen Brot ich ess’, dessen Lied ich sing…

  74. Dr. Gunther Kümel

    @ Andreas

    Scheint mein Schicksal in dieser Netzdiskussion zu sein, daß ich historische Klischees berichtige:

    Die Freikorps waren Regierungstruppen der sozialistischen Revolutionsregierung. Die sozialistische Regierung hat zur Anwerbung von Freiwilligen Zuflucht nehmen müssen, da proto-sowjetische Milizen sonst der legalen Regierung den Garaus gemacht hätten. Die Soldaten der Freikorps waren also Regierungsangestellte, Bürger in Uniform.

  75. endphase

    es kommt nich nur der geld welt und alles untergang nein vorher kommen revolution bürgerkrieg weltkrieg und zu guter letzt ein ganz besonderer leckerbissen aber das wirst du dann schon selbst sehen^^




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