Warum die linke Krisenerklärung falsch ist

Mal ein bisschen was vom Grundsätzlichen

Die folgende Passage stammt aus meinem Referat bei der Gründungsversammlung der Volksinitiative im Januar 2009 und ist vollständig abgedruckt in

Jürgen Elsässer (Hrsg.), Gegen Finanzkapotal. Die Volksinitiative: Grundlagen, Konzepte, Ziele (COMPACT-Buch, 105 Seiten, 7.50 Euro – auch direkt über info@juergen-elsaesser.de)

Zur Diskussion um den Krisenzusammenhang, um die Gründe für die Krise. Dabei stehen sich zwei Erklärungsansätze gegenüber. Der eine Erklärungsansatz ist derjenige, der von der Mehrheit der Linken vertreten wird, übrigens mit der Ausnahme nicht nur der Volksinitiative, sondern auch mit der Ausnahme von Sarah Wagenknecht, die ein sehr gutes neues Buch zum Thema veröffentlicht hat. Diese Erklärung der Mainstream-Linken läuft darauf hinaus, dass die Krise ihre Ursache in der kapitalistischen Ausbeutung und Überausbeutung hat. Das heißt, es wird gesagt, die Kapitalisten haben so viel aus der Arbeiterschaft in allen Industrienationen heraus gepreßt, in den letzten Jahren und Jahrzehnten, dass sie gar nicht mehr wussten, wohin mit dem Geld, und diese Überakkumulation sei in das globale Spekulationscasino abgeflossen.

(Kasten)——————————
Linke Krisenerklärungen

Idealtypisch heißt es dazu in einem aktuellen Positionspapier der SDAJ, des Jugendverbandes der DKP: “Ursache der Spekulation … ist die Überakkumulation von Kapital: Auf dem Weltmarkt ist mehr Kapital unterwegs, dessen Eigentümer nach profitablen Anlagemöglichkeiten suchen, als es solche Möglichkeiten tatsächlich gibt. Das ist das Ergebnis der kapitalistischen Ausbeutung, in der die Kapitalisten den maximalen Mehrwert von den ArbeiterInnen abschöpfen, also Profit machen und damit Kapital anhäufen.”

Ähnliches steht in einer Grundsatzerklärung der Linksfraktion: „Die wesentliche Ursache der Spekulationsblase und ihr Platzen sind aber letztlich in einem weltweiten Übermaß an nach renditeträchtigen Anlagen suchendem Kapital begründet. Diese Überliquidität ist das Ergebnis einer seit Jahrzehnten anhaltenden Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben.“

Diese Erklärungen sind richtig, aber nur als Teilerklärungen. Ganz falsch wird der Ansatz, wenn man ihn noch mehr zuspitzt, wie es die “Antikapitalistische Linke”, in der sich der radikale Flügel der Linkspartei gesammelt hat, gemacht hat: “Die jetzt zutage getretene Finanzkrise ist keinesfalls das Ergebnis von angeblich zu geldgierigen und außer Kontrolle geratenen Finanzjongleuren, sondern eine Auswirkung der seit Jahren zunehmenden Überakkumulationskrise des entwickelten Kapitalismus.“

Aus: SDAJ-Bundesvorstand, Thesen zur Finanzkrise, 17. Oktober 2008; Bundestagsfraktion DIE LINKE, Die Finanzmarktkrise und der drohende wirtschaftliche Abschwung in Deutschland, 29.09.2008; Antikapitalistische Linke, Eine demokratische sozialistische Alternative ist die einzig richtige Antwort auf die Finanzmarktkrise, 07.11.2008

(Kasten Ende) ———

Die zweite Erklärung liest man eher in der bürgerlichen Presse, etwa im Spiegel, wo die Rede ist von “Finanzverbrechern”, die mit der Hilfe der Regierungen diese Krise angezettelt hätten. Meines Erachtens ist, paradoxerweise, diese Erklärung der bürgerlichen Presse näher an der Wahrheit dran. Das Problem des bürgerlichen Mainstreams ist, dass er diese Finanzjongleure oder Spekulanten als gierige Einzelpersonen betrachten und nicht als soziale Klasse, nicht als Finanzaristokratie, die als Klasse handelt und als Klasse ihre strategischen Ziele verfolgt.

Das augenblickliche Problem, die Krise in ihrer ganzen Wucht, hat nicht in erster Linie mit Überausbeutung zu tun.  Es gibt Überausbeutung, es gibt Lohndrückerei, es gibt das dramatische Fallen der Lohnquote, in Deutschland besonders dramatisch, das ist unbestritten – aber das hat nicht die Krise in ihrer Schärfe hervorgerufen. Die Krise in ihrer Schärfe wurde dadurch provoziert, dass das internationale Finanzkapital finanzielle Massenvernichtungswaffen installiert hat. „Finanzielle Massenvernichtungswaffen“ ist ein Ausdruck von Warren Buffett, einem der reichsten Amerikaner, ein Multimilliardär, der die Spekulantenspiele seiner Zunft immer wieder kritisiert hat.

Finanzielle Massenvernichtungswaffen sind vor allem die Derivate. Derivate – das sind hochspekulative Finanzinstrumente, die im Augenblick im gesamten Finanzkreislauf herumschwirren und sich nach einer Berechnung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) von Ende 2007 auf eine Summe von 596 Billionen US-Dollar summieren – nicht Millionen, nicht Milliarden, sondern Billionen, eine Zahl mit zwölf Nullen.3 Also ungefähr 600 Billionen US-Dollar ist die Summe dieser Derivate. Das kann nicht abgezweigt sein aus der Auspressung der Arbeitskraft und aus der Überakkumulation. Denn: Alles was jährlich produziert wird auf der ganzen Welt, in allen Ländern, beläuft sich auf 50 Billionen US-Dollar. Die Summe, von der hier die Rede ist, sozusagen die Munition dieser finanziellen Massenvernichtungswaffen, ist aber das Zwölffache, 600 Billionen US-Dollar. Das heißt: Wären diese 600 Billionen US-Dollar gespeist aus der realen Wirtschaft, aus der Auspressung der Arbeitskraft, dann hätte 12 Jahre lang alles, was auf der gesamten Welt produziert worden ist, wertmäßig in diesen Bereich abgesaugt worden sein müssen, und nichts sonst wäre produziert worden. Das kann nicht sein.

Diese Summen sind nicht aus der Realwirtschaft abgezweigt, sondern sind artifiziell, sind erzeugt durch finanzielle Hexerei. Mit Hilfe des Computers. Die Anfänge dieser Hexerei hat schon Karl Marx beobachtet, man kann das Nachlesen im Dritten Band des Kapitals, wo er in diesem Zusammenhang von „fiktivem Kapital“ spricht. Fiktives Kapital unterteilt Marx in zwei Kategorien: Das eine ist potentiell mögliches Kapital, das sind etwa die Gewinnerwartungen, die sich in den Aktienkursen widerspiegeln und die möglicherweise durch die Entwicklung der jeweiligen Aktienunternehmen einspielbar sind. Die andere Kategorie ist das  „illusorisches Kapital“ – Marx spricht in diesem Zusammenhang von „nominellen Repräsentanten nicht-existierenden Kapitals“.4 Marx schreibt: „Mit der Entwicklung des zinstragenden Kapitals und des Kreditsystems scheint sich alles Kapital zu verdoppeln und stellenweise zu verdreifachen, durch die verschiedene Weise, worin das selbe Kapital, oder auch nur dieselbe Schuldforderung, in verschiedenen Händen oder verschiedenen Formen erscheint. Der größte Teil dieses Geldkapitals ist rein fiktiv.“5 Man beachte: Marx sprach damals von Verdopplung oder Ver-
dreifachung. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sich diese fiktive Summe nicht in den Händen der Staaten, sondern in den Händen von privatem Bankkapital und Spekulanten, verhundertfachen und vertausendfachen kann, bis sie das Zwölffache der globalen jährlichen Wirtschaftsleistung beträgt.  (Buchauszug Ende)


  1. Dr. Gunther Kümel

    Marx hat das ganz richtig gesehen, und Jürgen Elsässer hat seine Erkenntnis richtig auf die heutigen Verhältnisse hin interpretiert.

    Die Macht, der nützt, was uns geschieht, ist nicht eine soziale Klasse, auch nicht eine internationale soziale Klasse, und es handelt sich auch nicht um je Einzelne, die da und dort ihren Reichtum durch Ausbeutung des Produzierenden zu mehren suchen.

    Es ist schlimmer.

    Die “Schattenregierung” ist eine hochvernetzte Gruppe von über-mächtigen Personen, die sich auf nicht legitimierte überstaatliche Organisationen stützen. Die Annahme einer solchen Über-Macht weniger, aber vernetzter und hoch organisierter Oligarchen ist ein Phänomen, das sich nicht alleine auf die USA und den nicht vollkommen erfolgreichen Staatstreich 9/11 beschränken läßt.

    Disraeli, dem aus einer Vielzahl von Gründen tiefere Einsicht in die Zusammenhänge zugetraut werden dürfen, sprach schon vor einem Jahrhundert von der “Herrschaft der dreihundert Familien. Hat sich die Situation seit damals verbessert? Oder verschlimmert?

    Die Oligarchen wirken weltweit und sie nützen die Gegensätze zwischen ideologischen, politischen, nationalen, religiösen Gruppierungen, um ihre Ziele zu erreichen. Ihr Nahziel ist selbstverständlich die totale Kontrolle der gesamten Welt.
    Worin ihr Endziel besteht, was denn mit der einmal errungenen Herrschaft angefangen werden soll, darüber können wir nur schaudernd spekulieren. Man wird nicht annehmen dürfen, daß irgendeine sozial, ethnisch oder national definierte Gruppe in dieser Despotie privilegiert sein wird.

    Die Folgerungen, die man aus dieser Analyse ziehen muß,
    bestehen darin, sich über die Methoden der Oligarchen Klarheit zu verschaffen und die eigenen, den engen Gruppeninteressen übergeordneten Ziele zu definieren.
    Welche der Werte meiner Gruppe werden durch eine Weltherrschaft der Oligarchen bedroht. Eine derartige Analyse wird vermutlich für jede Gruppe oder Gemeinschaft ähnlich ausfallen: den Nah- und Fernzielen der “Schattenregierung” muß entgegengewirkt werden.

  2. Blue

    @Kümel: Die Annahme einer kleinen Gruppe, die alles aus dem Schatten heraus lenkt ist recht abenteuerlich und interessant, allerdings andererseits ist dies nur eine Theorie.

    Wie lange müsste diese Gruppe dann bereits bestehen? 100-200 Jahre? Und während all der Zeit soll NIEMAND was bemerkt haben? Selbst in den Werken Disraelis, den ich als Schriftsteller durchaus schätze, werden großteils nur Mutmaßungen geäußert, handfeste tatsachen gibt es wenige, die wiederum beliebig interpretiert werden können.

    Sie laufen Gefahr, ebenso wie viele andere Anhänger von ähnlichen Verschwörungstheorien, es sich zu einfach zu machen. Alles böse, alles mysteriöse auf der Welt wird auf eine einzelne Figur oder Gruppe geschoben, die das “Böse” darstellen soll. Damit schieben sie die Welt in Kategorien und ignorieren die Komplexität unserer Umwelt. Alles hat mehr Gründe als nur “weil diese es so wollten”. Jeder Konflikt und jeder Krieg hat sehr komplexe Gründe, sowohl heute als auch früher.

    Selbst wenn alles stimmen würde, so ist es einer kleinen Gruppe gar nicht möglich, eine riesige Herrschaft aufzubauen, ohne aufzufallen (Weltherrschaft, das klingt fast eher nach dem Standard-Ziel von Bösewichten in Hollywood-Filmen).

    Die Welt ist groß und vielfältig und bedarf einer komplexen Analyse, Schubladendenken und Vereinfachungen sidn hier total fehl am Platz.

  3. Nonkonformer

    Walter Rathenau hat ja eine sehr ähnliche Ansicht wie Disraeli
    etwa 1908 vertreten, beide Juden übrigens.
    Es ist blauäugig, diese beiden Zeitzeugen als Begründer einer
    verschwörungstheorie zu vermuten, sie werden es sicher mehr
    gewußt als geahnt haben, also die “Theorie” hat mehr als Hand
    und Fuß!
    Ein russischer Gesandter in London hat 1887 darüber berichtet, daß eine Runde um den Prinzen v. Wales, dem Sohn
    Queen Victorias und späterem König Edward VII, mit Lord North
    cliff, einem Rothschild-Oberen und zwei weiteren Personen, alle
    Hochgradfreimaurer, wegen Deutschlands Prosperität und
    Stärke, langfrisitg dessen Zerstörung zu betreiben, was ja ab
    1914 auch gelang. Dies thematisierten mehrere bdeutende,
    hochangesehene Geschichtsforscher, also auch keine
    “Verschwörungstheoretiker”!

  4. @Blue und Dr. Kümel:
    Ohne auf die Inhalte eingehen zu wollen, möchte ich
    etwas anmerken. Das, was Dr. Kümel hier sagt über die
    “Schattenregierung” – ich hab das Buch von Jürgen gestern
    mit großem Interesse gelesen -, kann man m.E. nicht in die
    Richtung “verschwörungstheorie” schieben. Außerdem ist Dr.
    Kümel kein schlichtes, auf Versimpelung erpichtes, Gemüt!
    Das gilt auch für unseren Hausmeister.
    Ich bezeichne solche Literatur (z.B. auch die Wisnewski) nicht
    als Enhüllungs-, sondern als Aufklärungsjournalismus.

  5. Was ich absolut nicht verstehe ist die Unaufgeklärtheit, oder Verschleierung über die “Wertschaffung” der Bankhäuser, also wie diese Summe von den hier im Artikel genannten 600 Billiarden Dollar von den Banken erzaubert wurden. Auch dieser Artikel und Jürgen Elsässer schweigt sich hierüber aus. Es handelt sich nämlich dabei nicht um Derivate, sondern ganz einfach um Kreditvergabe und handen mit Kreditpapieren unter den Banken. So kann eine Bank einen Kredit den sie selbst vergeben hat, sein es also z.B. 10€ an Griechenland (oder irgendjemand anderen) diese 10,-€ als Sicherheit in ihre Bilanz als Eigenkapital schreiben. Nun kommt es aber: dieses Eigenkapital der Banken gilt unter den Banken an sich als Vollkommene Sicherheit und kann unter den Banken selbst bis auf das 10 fache neu von der Bank die den Kredit an Griechenland gegeben hat beliehen werden! Was bedeutet für den 10 € Kredit an Griechenland, kann sich diese Bank bei einer anderen Bank (z.B. EZB) 100€ leihen.

    Ich verstehe auch nicht warum weder die Linke noch Jürgen Elsässer uns anhand dieses Fakts, die Konjunkturpakete 2008/2009 nicht erklären. Es ging dabei nicht um die 300 Milliarden Finanzmittel an Konjunkturpaketen die in der Wirtschaft völlig ohne Nachhaltigkeit verpufften. Es ging darum nach den platzen der amerikanischen Hypothekenkrediten und den hin und her Handel der Banken von diesen Kreditpapieren, den Banken eine sicheren Staatsschuldner mit einer neuen Schuld von 300 Milliarden (nur BRD) zu verschaffen und somit einen neuen Kreditrahmen für die Banken untereinander von 3000 Milliarden zu schaffen! (das nur innerhalb der BRD)

    Das alleine ist die Geißel an der wir hängen, und die kann man auch nicht mit Marx erklären!

  6. anzufügen wäre an dem Beispiel der 10 und der 100€ natürlich noch das diese 100€ selbstverständlich wieder als Kredit an wem auch immer gegeben werden können, und dann auf 1000€ beleihbar sind, das ganze können die Banken solange treiben bis die 600 Billiarden voll sind, oder …….natürlich auch noch weiter!
    Das sind aber keine Derivate!

  7. Blue

    Ich sehe die beiden nicht als Begründer heutiger Verschwörungstheorien, aber wie jeder Schriftsteller haben auch diese eine durchaus lebhafte Fantasie (Ich nebenbei ebenso, da ich Hobby-Schriftsteller bin, aber noch in der Experimentierphase stecke).

    Egal ob sie zu entsprechenden Zeiten gelebt haben oder nicht, das sagt nichts darüber aus, ob ihre Geschichten wahrer sind oder nicht, dazu muss man sich mit deren Werken im Detail beschäftigen.

    Über einen eventuellen Krieg gegen Deutschland war schon lange vor der Gesprächsrunde um den Prinzen von Wales debattiert worden, der angespannten politischen Lage im damaligen Europa geschuldet, also auch nichts von wegen eine Gruppe Hintermänner würde da alles lenken oder ähnliches, zumindest sind da die Hinweise nicht eidneutigr als woanders. Deutschland wurde ja letztenendes auch nicht zerstört, sondern “nur” besiegt, wenn auch unter herben, kaum tragbaren Bedingungen. Disraeli war so nebenbei ein hoher Freund des englischen Königshauses und stand vor allem der Königin Victoria sehr nahe, dann wird er vermutlich auch etwas von dieser Runde zu berichten haben.

  8. juergenelsaesser

    Oliver: Derivate sind keine Kredite, sondern z.B. Wetten an der Börse.

  9. juergenelsaesser

    Oliver: Natürlich sind es Derivate und KEINE Kredite. Im übrigen stimmt Ihr Beschreibung, was die Geld-Kredit-Schöpfung angeht.

  10. Was sagen denn die LINKEN zu Ihren Anwürfen? Hat sich schon mal jemand geäußert?

  11. yilmaz

    um diesen gewaltigen Geldmengen einen Kreislauf auf dem ganzen Planeten zu ermöglichen, werden Produkte “absichtlich” so entwickelt daß diese nach einer bestimmten Zeit ihren Geist aufgeben, so etwas nennt man “geplante Obsoleszenz”, denn ein Produkt mit zu langer Lebensdauer ist Sand im Getriebe der Wirtschaft…immer wieder neukaufen… oder Kriege anzetteln und die Infrastruktur neuaufbauen usw., dann dreht sich der Kreislauf des Geldes… in der Wirtschaft heisst sowas auch “bubble boom”.

    Dazu lief ein Film vor einigen Monaten auf “arte” von Cosima Dannoritzer mit dem Titel “Kaufen für die Müllhalde”, kann man auch auf nexworld.tv anschauen, sehr gute Dokumentation.

  12. yilmaz

    kaufen für die Müllhalde, hier auf youtube zu sehen:

    http://www.youtube.com/watch?v=tI798T2tRrQ

    dieser Zusammenhang zu dem Artíkel von JE ist sehr wichtig, da die Geldwirtschaft mit der realen Writschaft eng verknüpft ist.

  13. Das ist eine gute und brauchbare, will heissen pragmatisch nützliche phänomenologische Beschreibung. Dahinter operiert imho die Negation des Sparens. Das ist wie ich meine die zentrale Fallstrukturgestzlichkeit, welche die Phänomene aus sich heraustreibt.

    Früher haben die Banken die produzierende Industrie mit Geld für Investitionen versorgt, das von anderen Wirscthschaftsteilnehmern angespart worden war. Heute erzeugen die Banken Geld! Sie schaffen es aus dem Nichts! Wie Gott die Welt. Das ist das zentrale Problem, das JE ja auch ganz deutlich nennt.

  14. juergenelsaesser

    Linxxnet: Die machen Vogel-Strauss.

  15. Bischof Richard “Löwenherz” Williamson meint heute: “Der Kapitalismus lebte schon immer vom Katholizismus früherer Jahrhunderte. Wenn also der Katholizismus sich heute wie erschöpft benimmt, so ist es völlig logisch, dass der Kapitalismus abstirbt.”

    Aber es ist dann doch wohl eher die protestantische Ethik nach Max Weber: “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus”, Max Weber, 1. Teil 1904, 2. Teil 1905 im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd. XX und XXI.

  16. derherold

    “Linxxnet: Die machen Vogel-Strauss.”

    Was sollen sie (die “Linke”) auch sonst machen ?
    Jede Enteignungsphantasie scheitert doch an den tatsächlichen Zahlen … man muß sich nur vorstellen, daß allein dem heutigen Finanzvermögen nur aus Lebens- und Kapitalversicherungen – die doch wohl eher von Otto-Normalbürger gezeichnet wurden – in Höhe von 1,1 Bio. Euro ein Börsenwert aller Unternehmen von rd. 300 Mrd. gegenübersteht.

    Ich nehme an, daß die “Linke” weiterhin jedem alles versprechen wird – auch ihren europ. Freunden – ein bißchen ACKERMANN und FINANZMÄRKTE und NEOLIBERAL einwerfen wird und ansonsten irgendwie hofft, nach einer herbeigeträumten Katastrophe den dicken Maxe geben zu können.

    Anders formuliert: “Die Linke” sollte sich lieber am Spätkapitalismus erfreuen, solange es ihn gibt. Mit Hummer, Porsche und jungen Frauen könnte es “danach” Essig sein.

  17. Dem EU-System ist nur noch eine einzige Lösungs- und damit Überlebensmöglichkeit eröffnet: Die überschuldeten Länder gehen aus dem Euro ‘raus, restituieren ihre alten nationalen Währungen und werten diese nach Maßgabe ihrer inflatorischen Entwertung ab.

    Natürlich ist damit das Problem der Um- und Entschuldung noch nicht gelöst aber man kann dann die Gläubigerbanken zum Profit-Verzicht bewegen, wie ich meine. Denn denen ist es allemal lieber, sie bekommen ein bißchen was und nicht gar nichts.

    Damit das niemand falsch versteht: Ich präferiere diese Lösung nicht und werbe auch nicht dafür. Ich zeige sie nur auf, das ist alles.

  18. claude

    @ Elsässer

    Waren Sie derjenige, der noch vor zwei Wochen hier in diesem Blog massenhaftes Eintreten in die F.D.P. empfahlen?

  19. juergenelsaesser

    claude: Ja, warum nicht? Im Sinne des von Henkel (s. blogeintrag von donnerstag) skizzierten Stufenplans ist das eine gute Idee.

  20. saito

    Wenn eine Bank 10xmehr Kredit vergeben kann, als sie selber an Einlagen besitzt, dann ist doch klar, daß dies auf Dauer nicht gutgehen kann. Um dem drohenden Zusammenbruch zu entgehen, wurden immer neue Derivate erfunden und immer neue Lockerungen – auch Kriege- veranlaßt .

    Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Realwirtschaft
    kann nicht die Phantasiebillionen, die die Finanzwirtschaft vermeintlich erwirtschaftet haben will, abdecken und der Crash muß kommen.
    mit freundlichen Grüßen

  21. Tommel

    @Blue:

    Sie stellen in Ihrem hiesigen Eingangskomentar übrigens genau die richtigen Fragen, nämlich: 1. “wie lange soll die kleine Gruppe denn schon existieren – 100 bis 200 Jahre?” und auch: 2. “das hat keiner während der ganzen Zeit gemerkt?”. Außerdem ziehen Sie folgenden richtigen Schluss: 3. “der Aufbau einer Weltherrschaft müsste doch eigentlich auffallen”.

    Ich beantworte kurz die 3 Fragen und gehe nachfolgend darauf ein:

    zu 1: nach meiner Einschätzung mehr als 200 Jahre, strukturiertes Vorgehen vermute ich spätestens seit ca. 1694 (seit der Gründung der Bank of England).

    zu 2: richtig, so gut wie keiner hat was davon gemerkt (einige allerdings schon ;-) ).

    zu 3: korrekt. Aber, und genau hier liegt der Hund begraben. Nur dann, wenn Sie ein DIREKTES Vorgehen erwarten und danach suchen (genau das werden Sie aber nicht finden, daher auch der Anschein einer Verschwörungstheorie ;-) ).

    Ich habe das Buch von J. E. zwar zugegebener Weise nicht gelesen, stattdessen aber ein etwa 700 seitiges Werk von Edward Griffin. Ich gehe aber davon aus, dass “Die Schattenregierung” in etwa die gleichen Mechanismen und Werkzeuge beschreibt, die zwingend nötig sind, um diese Nummer mit wenigen Leuten über lange Zeit erfolgreich über Wasser zu halten.

    Mit anderen Worten, die tatsächlich angewandten Verfahrensweisen erkennen Sie nicht, stattdessen scheinen Ihnen andere (für Sie sichtbare) Dinge geradezu bestechend logisch.

    Ich konstruiere Ihnen gern mal ein Beispielszenario, das Ihnen zeigen soll, wie simpel das ganze sein kann, auch wenn es zunächst sehr komplex aussieht:

    Wir retten jetzt Griechenland und alle Europäer beteiligen sich an den Zahlungen. Dem Normalbürger gefällt das nicht. Er hält die Griechen für die Schuldigen an der Misere. Alle sehen zu, wie unsere Regierungen Geld dorthin überweisen.

    ABER, das klingt ja gelegentlich durch, es kommt immer mal wieder die banale Aussage: “..das Geld kriegen ja sofort wieder die Banken..”. Genau da liegt Problem Nummer eins. Die Aussage halten Sie “irgendwie” für schlüssig, aber Sie wissen eigentlich nicht wirklich wie genau das aussieht. Daher betrachten wir das Szenario mal aus einer anderen Perspektive, die Ihnen aber bislang verbogen blieb:

    Tatsächlich überweisen wir Gelder nach Griechenland, das dann die Banken erhalten (nehmen wir mal beispielsweise die deutsche Bank). Also (wieder nur eine Beispielrechnung) etwa 100 Mrd. Euro fließen direkt von Berlin nach Athen, und 98 Mrd. davon sofort wieder zurück nach Frankfurt.

    Würden Sie es jetzt dabei belassen, würden die Dinge ihren Lauf nehmen und Sie würden bald reihenweise verarmte Griechen sehen.

    Stellen Sie sich aber jetzt vor, es gibt einen weiteren (von Ihnen nicht wahrgenommenen!) Zahlungsfluss in Mrd.-Höhe DOLLAR (das ist wichtig!) nach Athen, der nicht aus Berlin, sondern auf sehr leisen Sohlen z. B. von IWF, Weltbank oder FED nach Griechenland fließt, dort verbleibt und dem Volk zunächst zugute kommt. Was sehen Sie dann? Richtig, Griechenland blüht auf. Was denken Sie dann? Richtig, “die Schmarotzer verbraten meine sauer vediente Kohle!” Tun Sie aber nicht! Ihre Kohle liegt schon lange wieder in einem Bürogebäude in Frankfurt – zugunsten einiger weniger Eigner eines bestimmten Unternehmens.

    “Verbraten” wird also nicht das Geld des europäischen Volkes, sondern das Geld des amerikanischen Volkes (wenn es sich um Dollar handelt). Warum regen sich die Amerikaner nicht darüber auf? Richtig, weil sie relativ weit weg sind und es nicht wissen (es wird dort auch nicht publiztiert). Warum beschäftigt sich die amerikanische Bevölkerung nicht damit? Genau, sie ist viel zu sehr damit beschäftigt, sich über einen (vielleicht muslimischen?) “bösen” Staatsmann zu ärgern, der angeblich mal wieder die Freiheit Amerikas bedrohen will.

    Wie kommen Sie also zu Ihrer Wut auf die aufblühenden Griechen? Das ganze ist nur so möglich gewesen, weil Sie den im Beispiel genannten Dollar Zahlungsfluss nicht sehen konnten (was Sie auch nicht sollten ;-) ). Ihrer Wahrnehmung fehlt also ein minimales, aber wichtiges Detail, ohne das Sie das ganze niemals zusammenfügen können.

    Sie sehen also, nur ein ganz winziges Detail reicht manchmal schon aus, und niemand merkt etwas davon! ;-)

    Gruß
    Tommel

  22. claude

    @jürgenelsässer

    Gütevorschlag in Frageform:

    Warum überlassen Sie diesen Politzickzack nicht denen, die´s besser konnten wie z.B. dem letztamtierenden Herrn Reichskanzler (das war der mit “Migrationshintergrund”) und dem im Sommer 2005 als Bundeskanzler abgestunkenen Herrn Spitzensozi?

    Gruß;-) Claude

  23. Tom

    Dass Banken Geld aus dem Nichts erschaffen können und sich durch das Zinssystem somit die Geldmenge der Erde in einer Exponentiellen Kuve vermehrt, ist der entscheidende Ansatz.

    Dieses System braucht in bestimmten Abständen große Krisen: Weltkriege, Hyperinflationen etc.

    Und jetzt sollten wir uns fragen, ob der Schwanz mit dem Hund wedelt?!

    John F. Kennedy wurde ermordet, weil er die FED wieder verstaatlichen wollte. Deas erste Gesetz, dass sein Nachfolger verabschiedete war……die Rücknahme dieser Pläne!!

  24. juergenelsaesser

    Tommel: Ihr Griechenland-Beispiel ist rein hypothetisch. Haben Sie Fakten oder spekulieren Sie nur so rum? Letzteres ist unproduktiv. Also Butter bei die Fische …

  25. me.

    Die Sache ist ganz einfach. Zum Beispiel Deutschland:

    ” (…) Die öffentliche Verschuldung beträgt in Deutschland zwei Billionen Euro, das hoch konzentrierte private Nettovermögen beläuft sich hingegen auf etwa acht Billionen Euro.

    Zwei Drittel der Bevölkerung verfügen über kein oder ein sehr geringes Vermögen. Wir brauchen daher eine Abschöpfung hoher Vermögen. (…) ”

    Quelle: Fabio De Masi Chefsvolkswirt der Partei DIE LINKE

  26. chicano

    was tom von sich gibt macht sinn und hat hand und fuß, wie ich finde.

    so werden zwei fliegen mit einer klappe geschlagen, die krisen machen in regelmäßigen abständen nicht nur bestimmte kreise immer reicher, sie sorgen auch dafür, dass die menschen eines tages nach dem großen bruder rufen, auf das er alle krisen endlich beendet. und sei`s um den preis der freiheit (die anscheinend eh schon kaum einer mehr beansprucht).

    ich glaube auch, dass das alles seit einiger zeit komplett getimed ist und sämtliche krisen incl. der europäischen, controlled demolition ist. über die lecks der “armen” werden die “reichen” abgesaugt, bis alle nach der großen rettung ausschau halten, die dann als nwo auf den plan tritt….weltfinanzbehörde usw. usw. usw…..was wir eben alles endlos diskutieren. und der gute papst ruft ja auch schon danach….aus ganz menschlich-sozialen gründen versteht sich (prust).

  27. Tommel

    @J. E.
    Sie haben Recht, dieses Beispiel ist prinzipiell hypothetisch.

    Es ging mir aber darum, an diesem Beispiel einen relativ kurz gehaltenen Mechanismus anschaulich darzustellen, der die Frage von Blue, “wieso so keiner was gemerkt hat, und wie eine kleine Gruppe so etwas eigentlich über einen langen Zeitraum anstellen könnte”, mit einer objektiv möglichen Antwort bedient.

    Griechenland als hypothetisches Beispiel zu wählen war nicht klug, zugegeben. Ich hätte ein echtes Beispiel der Vergangenheit nehmen können. Es gibt davon genügend.

    Der (zugegeben noch etwas umfangreichere) Mechanismus, genannt “Bailout”, wird in dem Buch: “Die Kreatur von Jekyll Island”, von G. Edward Griffin, im Kapitel 2 ausführlich in seiner Gesamtheit beschrieben. Seine konkrete Anwendung auf namentlich genante Unternehmen wird in Kapitel 3 beschrieben, seine konkrete Anwendung auf namentlich genannte Staaten wird ausführlich in Kapitel 6 beschrieben. Jeweils sind dazu im Buch zahlreiche, konkrete Quellnachweise genannt.

    Da das ganze aber ausgesprochen umfangreich ist (nicht schwer, aber wirklich umfangreich), hatte ich ein kurzes Beispiel konstruiert um ein anschauliches Bild darzustellen.

    Ich kann aber zusätzlich auch gern hier im Blog ein konkretes Beispiel aus dem Buch skizzieren, mit Fundstelle und den bei den Fundstellen im Buch angegebenen Quellnachweisen. Ich war mir aber, da ja noch neu hier, nicht sicher, ob das den Textrahmen nicht komplett sprengen würde (weil ja wie gesagt sehr umfangreich) und ob das hier überhaupt gewünscht wird. Kann ich aber noch nachreichen, wenn Sie möchten.

    Gruß, Tommel

  28. juergenelsaesser

    Tommel: Wenn Sie das so kurz machen wie im hypothetischen Beispiel Griechenland, spricht nichts dagegen.

  29. alpa

    Etwas abseits vom Thema: “Kapitalisten” und “ArbeiterInnen”.

    Da merkt man doch gleich, worum es Neolinken mitlerweile in erster Linie geht.

  30. Parvaneh

    Dazu passt dies: In den U.S.A. beträgt der Nominalwert aller von (versicherten) Banken gehaltenen Derivate 250 Billionen US Dollar.
    96% davon sind in nur 5 Banken konzentriert: Goldman Sachs, JP Morgan, Citi, Bank of America und HSBC, sagt die OCC.

    http://de.zeropointfield.ch/2011/09/5-banken-sind-in-fur-959-der-derivatskontrakte-verantwortlich/

  31. Tommel

    @JE:
    Na gut, nehmen wir die amerikanische Eisenbahngesellschaft Penn Central ( nachfolgend kurz PC genannt). Sie war 1970 die größte nationale Eisenbahngesellschaft Amerikas und praktisch bei jeder Bank hoch verschuldet, brauchte aber noch mehr Geld. Die leitenden Angestellten diverser Investmentbanken stellten Darlehen zur Verfügung unter der Bedingung, dem Vorstand der PC beiwohnen zu dürfen. Das geschah auch so und die Banker nahmen dort erheblichen Einfluss auf das Geschehen. Diese Banken hatten zudem viele Aktien der PC in den Kreditabteilungen. Die Banker im Vorstand der PC saßen nun an der Quelle und hatten Insiderinformationen.

    Im Mai wurde erfuhr der Vorstand, dass die Finanzsituation derart schlecht sei, dass die Einstellung des Betriebes drohte. Die Banken liehen der PC wieder Geld, was zur Ausschüttung von Dividenden, auch an die normalen Aktionäre verwendet wurde. Normalbetrachter denken bei sowas erstmal, dass der Laden super läuft und kauften somit die von den Banken angebotenen Aktien zu völlig überhöhten Kursen.

    Kurz danach stürzte die PC, für die Öffentlichkeit völlig unverständlich – für Insider dagegen absolut folgerichtig – in ein tiefes Loch, das auch die Aktienkurse wieder runter riss. Die normalen Aktionäre standen mit leeren Händen da. Die Banken hatten zwar nun keine Aktien mehr, aber immernoch offene Forderungen in schwindelerregender Höhe. Also rannten die Banker aus dem PC-Vorstand nun zum amerikanischen Kongress, erzählten dort, die PC sei in erheblichen Schwierigkeiten durch das Missmanagement des Bahnvorstandes geraten und malten dem Kongress ein Szenario volkswirtschafter Megakrisen (Massenarbeitslosigkeit, Versorgungsengpässe im Schienenverkehr und was nicht alles..). Der Kongress stellte Staatshilfen in Millionenhöhe zur Verfügung, die postwendend zur Tilgung der noch offenen Darlehen verwendet wurden. Die PC konnte “leider” nicht gerettet werden und dümpelt seit dem als jährlicher Subvenstionsfall vor sich hin.

    Quelle: G. Edward Griffin, Die Kreatur von Jekyll Island, Kapitel 3, Seite 60 – 64 (dort mit Namen und Zahlen sehr ausführlich).

    Auch hier haben einige wenige mit einer Insiderinformation ausgestattete Banker, alle anderen getäuscht und abgesahnt, danach das Chaos offengelegt und auf den Bahnvorstand geschoben, danach dem Kongress Horroszenarien in Aussicht gestellt, und die zur Abwehr des Horrors zugeteilten Staatshilfen selbst sofort wieder abgesahnt. Die PC selbst hat nicht sehr viel von den Hilfen gehabt. Sanierungsversuch der PC leider fehlgeschlagen…

  32. Tommel

    @me.:
    Im Grundatz haben Sie völlig Recht. Eine Abschöpfung der hohen Vermögen ist vor allem fair. Bloßes umverteilen reicht aber m. E. nicht, man muss auch an der Geldmenge arbeiten, ohne dabei die gewünschten Effekte der Umverteilung zu zerstören.

    Angenommen, man schöpft Billionen ab und entschuldet so den Staat zuerst komplett. Der hat nun weiniger Kosten und kann sofort die Steuern senken. Außerdem kann er öffentliche Aufträge erteilen (alles was seit langem mal fällig ist, Schulen, Straßen, usw). Die Vergabe der Aufträge erfolgt vorzugsweise an den Mittelstand, der neue Arbeitsplätze schaftt – Sozialausgaben nehmen sofort ab – Einsparungen werden wieder reinvestiert in Aufträge an den Mittelstand, Lohnnebenkosten gehen runter – also mehr netto vom brutto. Wenn dann von der Abschöpfung immernoch was übrig ist, verteilt man es so, dass erst die jenigen rankommen, die lange gar nichts hatten.

    Wenn Sie aber die Geldmenge nicht gleichzeitig bearbeiten, haben Sie sowohl gigantische Kaufkraft, als auch Zuversicht für die Zukunft für die Massen geschaffen. Ideale Voraussetzungen für Konsum. Ich denke, dann würde das Ausmaß der ganzen faktisch vorhandenen Inflation schlagartig sichtbar – und zwar flächendeckend.

    Wie könnte also eine Abschöpfung der hohen Vermögen erfolgen (mit allen gewünschten Effekten), ohne dass dabei versehentlich das Inflationsausmaß zu Fehlentwicklungen führt? Würde das erreicht, wäre der Ansatz eine perfekte Lösung.

  33. Dr. Gunther Kümel

    @ Blue: “Die Annahme einer kleinen Gruppe, die alles aus dem Schatten heraus lenkt,…ist nur eine Theorie. Wie lange müsste diese Gruppe dann bereits bestehen? 100-200 Jahre? Und während all der Zeit soll NIEMAND was bemerkt haben?”

    Ja, sehr interessant, diese Theorie.
    Aber wer sagt denn, keiner habe es bemerkt??
    Disraeli hat es bemerkt, diverse Kanzler Deutschlands haben es bemerkt, Jürgen Elsässer hat es bemerkt (lesen Sie “Schattenregierung”!).

    Vielleicht sind Sie der einzige, der es noch nicht bemerkt hat?

    Und natürlich jeder, der wählen geht in der Hoffnung, daß sich was ändert. Unser aller Joschka sagte ja ganz offen (und er gehört zu den Leuten, die es wissen müssen, egal, wie blöd er ist): “Es kommt eine Wahl, die Koalitionen ändern sich vielleicht, aber die Politik bleibt die gleiche!”

    Ich habe ja im Gespräch mit Ihnen den Eindruck gewonnen, daß Sie die letzte brave Stütze des Systems darstellen und so richtig mit allem zufrieden sind, was die mit Ihnen anstellen.

    Sollten Sie aber vielleicht doch gelegentlich mit einer Entwicklung völlig unzufrieden sein, dann können Sie nur fragen:

    SIND DIE SO BLÖD??
    ODER VÖLLIG KORRUPT??
    ODER HANDELN SIE NACH FREMDER AGENDA??

    Und ja, wenn Sie zu dem Schluß kommen, da sei Handeln auf fremde Rechnung zu erkennen, dann müssen Sie sich ja fragen:

    WER??
    WIE LANGE SCHON??
    UND WIE EIGENTLICH??

    Oder denken Sie, der EURO wurde eingeführt, weil Kohl meinte, damit “… den Nutzen des Deutschen Volkes zu mehren” ??

  34. Dr. Gunther Kümel

    @ Tommel

    Das Beispiel GR war gar nicht so schlecht gewählt.
    Wie ich dieser Tage in irgendeinem Elsässer-Blog zitierte, ist GR ja in Wiirklichkeit ein reicher Ölstaat, vergleichbar mit Libyen. Eine Gruppe nordischer europäischer Staaten machte zu Beginn der Krise einen weitreichenden Rettungsvorschlag (Milliardenkredit) gegen das Recht, in griechischen Gewässern 5 Jahre lang schürfen zu dürfen. Der Vorschlag umfaßte ganz außerordentlich günstige Bedingungen.
    Die griechische “Regierung” (offenbar ebenso “griechisch”, wie die brd-”Regierung” “deutsch”) lehnte ab.

    Antwort kam aus USA und aus Israel: Man habe sich um die Angelegenheit bereits gekümmert.

    Vielleicht wird zuletzt nicht die EU, wohl aber die NATO in GR einmarschieren, zum “Schutz der Zivilbevölkerung” selbstredend, ganz wie in Libyen!

  35. Allez, trichez un peu: Der Berliner Wirtschaftsjurist Prof. Dr. Markus C. Kerber will EZB-Chef Jean-Claude Trichet vor den Kadi zerren. Das gibt ‘nen Spaß, wenn’s klappt!

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13625114/Deutscher-bringt-EZB-Praesident-Trichet-vor-Gericht.html

    “Bildlich gesprochen wirft er Trichet eine Art Hochverrat vor. Trichet habe in seiner Funktion als EZB-Chef eigenmächtig und in eklatanter Weise gegen die Verträge der Europäischen Union verstoßen und so die finanziellen Grundlagen der Euro-Länder sowie deren demokratische Ordnung und das Privateigentum der Bürger gefährdet, heißt es sinngemäß in Kerbers Klageschrift, die „Welt Online“ in Auszügen vorliegt.”

  36. Dr. Gunther Kümel

    Tommel,

    Was Sie bez. dieser Eisnbahngesellschaft zitieren, ist doch nichts weiter als ein ganz normaler, banaler Insiderbetrug von cleveren Bankstern. Sie wollten es aber als Beispiel dafür zitieren, daß seit Jahrhunderten eine geheime, aber doch recht offen zutrage tretende “Schattenregierung” existiert.

  37. derherold

    “Zwei Drittel der Bevölkerung verfügen über kein oder ein sehr geringes Vermögen. Wir brauchen daher eine Abschöpfung hoher Vermögen. (…) “
    Quelle: Fabio De Masi Chefsvolkswirt der Partei DIE LINKE”

    Erstens hat der “Chefvolkswirt” die Zahlen vom DIW bzw. aus dem SOEP. Zweitens sind sie deshalb dennoch nicht richtig.

    Von den 40 Mio. Wohnungen in D. werden fast 15 Mio. von den Eigentümern selbstgenutzt; insgesamt kann man davon ausgehen, daß ca. 45% aller Haushalte Immobilienbesitz haben.

    Darüberhinaus kann man nur wiederholen, daß 1/3 des sog. Finanzvermögens allein aus Versicherungsansprüchen besteht.
    Eine “Enteignungstour” dürfte das x-fache eines Ertrages an Vermögen vernichten.

    Im übrigen frage ich mich, wer denn die Revolution so rein gewalttechnisch tragen soll: die paar Kinder aus der Antifa dürften doch wohl kein ernsthafter Faktor sein … und daß Polizei und Armee Repressionen gg. die eigene Bevölkerung umsetzen, um ehem. Lehramtsstudentinnen und “Soziale Arbeit”-Akademikern zu dienen, halte ich für sehr optimistisch. :)

  38. AndreasTT

    @derherold: Also für mein Dafürhalten ist die Autonome Antifa – ob in ihrer antideutschen oder antiimperialistischen Spielart – gewalttechnisch bereits ein guter Anfang. Mit ein wenig Ausbildung könnte aus dem Schwarzen Block schon was werden ;-) Da sehe ich das Hindernis in dem üblichen Problem, dass bei der Linken kein organisatorischer Zusammenhang zu klein ist, um sch nicht nochmals zu spalten.

    Was Bundeswehr und Polizeien anbelangt ist für mich die Frage die entscheidende, wie “unser” “Staat” es noch schafft, die Soldatinnen, Polizistinnen und Soldaten, Polizisten angemessen zu bezahlen und ihnen weiszumachen, dass ihr Tun Sinn hat. Sollte dies den Herrschenden nicht mehr gelingen – und bezüglich des ISAF-Einsatzes bröckelts ja schon – dann besteht selbst in Deutschland die realistische Möglichkeit, dass die bewaffneten Organe auf der Seite des Volkes stehen werden.

  39. Tommel

    Dr. Kümel:

    “Was Sie bez. dieser Eisnbahngesellschaft zitieren, ist doch nichts weiter als ein ganz normaler, banaler Insiderbetrug von cleveren Bankstern. Sie wollten es aber als Beispiel dafür zitieren, daß seit Jahrhunderten eine geheime, aber doch recht offen zutrage tretende „Schattenregierung“ existiert.”

    Nicht ganz, ich wollte auf den Mechanismus hinweisen, der es auch sehr wenigen Personen ermöglicht, etwas sehr unangenehmes zu tun, das der Masse verborgen bleibt. Die Wut der Bevölkerung wurde gezielt auf den Vorstand der Bahn gelenkt, der den Laden ja angeblich komplett in den Sand gesetzt hat, der nun mit Steuergeldern künstlich beatmet werden muss. Das ganze galt also der Frage, “wie sollen wenige das anstellen, ohne das jemand was merkt?”. Eben z. B. genau so. Das waren wenige, die Öffentlichkeit subventioniert die Bahn bis heute (der Vorfall ereignete sich 1970!), das Volk ist womöglich immernoch sauer, und das auf die Falschen. Absolut richtig ist aber, es war ein ganz banales Ding.

    Im von mir genannten Buch und wahrscheinlich auch in weiterer Literatur finden sich zahlreiche Beispiele (nicht nur mit Firmen, auch mit Staaten), die nach vergleichbaren banalen Mustern abliefen. Es wurde dabei untersucht, wer die jeweils Begünstigten waren – eigentlich immer bestimmte Finanzinstitute (also deren jeweilige, wenige Eigentümer). Die Szenarien waren niemals direkt, am Ende lief es aber immer auf ganz wenige Gewinner hinaus.

    Untersucht wurden dabei Fälle, von 1694 bis heute. Zwar wird kein Mensch 300 Jahre alt, aber alle zu ihren Zeiten jeweils Beteiligten hatten über den gesamten Zeitraum hinweg jeweils vergleichbare Schlüsselpositionen in der Finanzwirtschaft und beste Beziehungen zur Politik, natürlich den jeweiligen Bedingungen ihrer Zeit entsprechend.

    Das spricht schon für ein gezieltes Vorgehen aus ganz bestimmten Positionen heraus. Die Inhaber dieser Positionen waren ausnahmslos immer die Begünstigten, während die gesamte Masse (das teilweise sogar an verschiedenen Stellen der Welt gleichzeitig) regelmäßig Schaden genommen hat. Wenige Personen mit vergleichbaren Positionen, die aus jedem Ereignis als Gewinner hervorgehen, dass der Masse enorme Schäden bereitet hat, könnte man durchaus als geheime operierende Gruppe bezeichnen, wie ich finde. Manipulationen der höchsten Vertreter der Politik, waren immer mit im Spiel, ohne die wäre es nicht gegangen.

    Theoretisch könnte es sich aber auch um eine Aneinanderreihung von unglücklichen Zufällen handeln, die immer von den gleichen Stellen aus ungewollt und mit besten Absichten verursacht wurden, was ich persönlich aber nicht annehme.

  40. @Blue – also Kennedy hat es gemerkt

    selbst Eisenhower

    gehen wir noch weiter zurück mit Wilson

    oder noch weiter Jefferson

  41. Dr. Gunther Kümel

    @ Tommel

    Ja, jetzt sehe ich Ihren Standpunkt ein.
    Die Sreie der Zufälle, die alle in die gleiche Richtung gehen, ist eindrucksvoll.

  42. chicano

    @ jens veit günther (darf ich abkürzen demnächst?)

    die videos, lange bekannt natürlich, sprechen eine deutliche sprache. der mut derer, die diese worte sprachen beeindruckt immer wieder und eine art flehender verzweiflung erklingt ebenfalls aus den worten, zu recht! leider ist diese art politiker wohl ausgestorben.

  43. Dr. Gunther Kümel

    Alle schimpfen über die Bänker.
    Vielleicht sind die meisten davon ehrbare Leute, aber das Banken- und Geldsystem ist nicht dazu angetan, “…den Nutzen des Deutschen Volkes zu mehren…” ?

    Also was ist das, eine Bank, wie tut sie?
    Der Linksintellektuelle Egon Kreutzer gibt darauf Antwort:

    http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2011/39.html

  44. Dr. Gunther Kümel

    Zu der Idee von der Schattenregierung, die auch Tommel beschreibt, gehört die immer enger werdende Kontrolle des Bürgers durch die Politik. Erinnern wir uns daß das Prinzip Demokratie (auch das brd-GG) ei´gentlich vorsieht, daß der Bürger die Politik kontrolliert, nicht umgekehrt.

    Gravierend ist die Kontrolle durch den “Großen Lauschangriff”, durch den Bundestrojaner, der geradezu unvorstellbar tief in den privaten Bereich eingreift.

    JETZT WURDE DER BUNDESTROJANER GEKNACKT!

    Der Chaos-Club hat den Code und die Wirkungsweise veröffentlicht, die allerschlimmsten Befürchtungen wurden dabei bestätigt. Die FAZ (hört, hört!) hat die Story gebracht, samt einer sehr instruktiven Graphik, die den Trojaner als häßliches Ungeziefer im 5-zackigen Stern zeigt.

    http://www.faz.net/aktuell/chaos-computer-club-der-deutsche-staatstrojaner-wurde-geknackt-11486538.html




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