Elsässers Blog

21.6..: Jürgen Elsässer berichtet über seine Iran-Reise, 19 Uhr, Berlin-Mitte, Viethaus, Leipziger Straße 54

COMPACT-Veranstaltung zur Euro-Diktatur mit Michael Mross

Debatte zum Schwerpunkt-Thema der August-COMPACT “Ein Volk, Ein Reich, Ein Euro”. Video-Aufzeichnung vom letzten Donnerstag mit M. Mross, Dr. Christian Weilmeier und Jürgen Elsässer

Wieder ein gelungener Premieren-Abend für die jeweils aktuelle Ausgabe von COMPACT-Magazin. Wir treffen uns auch weiterhin jeden 1. Donnerstag im Monat. Das nächste Mal am 1. September, als Referent wird Karl Albrecht Schachtschneider kommen, der bekannte Staatsrechtler und Euro-Kläger. (19 Uhr, Viethaus, Berlin, Leipziger Straße 54)

Bei der Diskussion am 4.8. gab es, dem Prinzip von COMPACT entsprechend, keine monolithischen Vorträge, sondern eine spannende Kontroverse. Während Mross betonte, dass wir schon jetzt in einer Diktatur leben und die Lage mit dem Euro-Crash noch schlimmer würde, verwies Weilmeier auf die gestiegenen Einflussmöglichkeiten der Bürger, die wir jetzt nutzen müssen. (Das Video hat drei Teile)Ein ausführlicher Veranstaltungsbericht ist hier.

Weitere Beiträge zum Thema “Ein Volk, Ein Reich, Ein Euro” in COMPACT, unter anderem ein langes Interview mit Schachtschneider (“Habermas ist kein Demokrat!”) und mein Artikel zu den aktuellen totalitären Tendenzen in der EU (“Schwarze Rosen aus Athen”). Das Heft kann man hier bestellen.

 

6 Kommentare»

  Cananefate hat @ geschrieben

Die Lösung des Dilemmas hat Herr Mross am Ende seines Referates wohl mehr unbewusst genannt! Schulden = Guthaben, daß bedeutet nur wenn Guthaben vernichtet werden dann verschwinden die Schulden. Denn es liegt eine fragile „Kollabierungsproblematik“ von Zinssystemen vor, wenn diese auf nur begrenzten Raum expandieren. Wie generell bei jedem inflationären System in begrenzten Räumen.
So kann man daraus folgernd behaupten, was hintergründig vielleicht Ursache für die Wiedervereinigung Deutschlandes vor 20 Jahren war. Denn innerhalb des D-Marksystems gab es keine ausreichend solventen Schuldner mehr welche die Guthaben, resp. der Zinsen (Renten, Spar, Versicherungen etc.) bedienen konnten. Aus diesem Grunde wurden ergo neue Schuldner dringend benötigt. Diese Rolle übernahm die ohnehin marode DDR, bzw. das später Abgewickelte Ostdeutschland. Aufgrund des exponentiell schnell fortschreitenden Volumens war ca. 10 Jahre später der EURO jedoch schon vorprogrammiert! So wie er auch viel eher den Befürwortenden Systempragmatikern in seiner kommenden nötigen Funktion bekannt war. Denn auch ein vereinigtes Deutschland stieß schnell an die Grenzen zur Bedienung der Guthaben/Zinsen dieses Geldsystems. Mittels des nun eingeführten EURO konnten so, unter Systematischer Einverleibung neuer Schuldner (PIGS) und unter Zusammenschluss Wirtschaftsstarker Staaten (Guthabenhalter), neue Bediener dieser Guthaben gefunden werden! Nun ist dieses System Europaweit etabliert und bedient all unsere Guthaben. Doch auch dies ist sichtbar nicht mehr ausreichend! Es ist also ein Kernproblem des wachsenden Zinsstockes jeweils dafür wachsende Schuldner zu emitieren. Hierbei entlarvt sich die nun Aggressive, aber Systemnötige Vorgehensweise der Nato. Einzig um für die Gläubiger (der EU-Zone insgesamt) neue Schuldnerländer zu konstruieren, wie in Libyen etc. Die gleiche kriegerische Rolle ist der USA schon länger auf dem Leib geschrieben, seit ausufernder Existenz des Zinssystems im Dollarsystem. Hierbei ist zusätzlich noch der Aspekt einer Weltwährung verheerend in seiner Wirkung.
Auch entlarven sich wohl hier die derzeitigen Prozesse der beiden gleichartigen, aber kongruenten Geldsysteme Dollar/Euro an der Börse. Beide Systeme streiten intern um die Vormacht unter einer gewaltigen Liquiditätsumverteilung. Nichts anderes findet gerade an den Börsen statt, es ist in diesem Sinne kein Crash sondern eine Positionierung der alten und neuen Teilnehmer. Mit großer Sicherheit soll die EU in Zukunft die USA ablösen, denn diese ist wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig auf wesentlich höheren Niveau als mittlerweile eine regelrecht ausgelutschte USA. Doch auch hier stellt sich die Frage wie dann weiter? Übernimmt etwa die USA in Zukunft den part eines Generalschuldners der EU?
Ich denke so hart wie es klingt, nur über einen freiwilligen Guthabenverzicht (nicht Schuldenverzicht, -denn es ist eine Globale Guthabenkrise!) der „Sparweltmeister“ rund um den Globus und leider gerade in Deutschland, ist diese Misere zu bewältigen. Damit sind vor allem Konzerne etc. gemeint. Aber davor haben alle Angst, Geldsystemkritiker wie Betreiber gleichermaßen. Denn dann geht’s wortwörtlich ans Eingemachte! Und doch wäre es die einzige friedliche & freiheitliche Lösung für alle Völker, mit einem hoffentlich hernach völlig neuen Zinslosen Geldsystem. Nur unter diesem Vorbild würde die westliche Zivilisation, als Schöpfer dieses veralteten Systems, aus diesem Kreislauf ausbrechen können und wenigstens einen kleinen Teil seiner ursächlichen Verantwortung für die Welt übernehmen.

  me. hat @ geschrieben

Also gut, ich hinterlasse einen Kommentar.

  Gerhard Rohlfs hat @ geschrieben

Saugpumpe Euro-Banken-Rettungen

Zwar nicht den Euro selbst, wohl aber die Euro-Banken-Rettungen kann man tatsächlich als Saugpumpe bezeichnen, die die deutschen Reserven, das deutsche Nettovermögen absaugt, zunächst ins angloamerikanische Banken- und Casinosystem, und zuletzt, wenn auch indirekt, über das Handelsdefizit der USA mit China und die Zinszahlungen der USA an China eben zum Teil dorthin. Aber auch direkt, über die chinesischen Käufe südeuropäischer Staatsanleihen, die freundlicherweise von Deutschland garantiert werden.

Wie Sie ganz richtig in der Veranstaltung am 4.8.2011 gesagt haben:
Jürgen Elsässer: “Ich habe den Eindruck, dass der Euro nicht so schnell zusammenbrechen wird, weil die Chinesen den Euro retten werden. Die Chinesen haben schon im letzten Jahr [von den] ganzen Papieren, die ausgegeben worden sind von den Rettungsschirmen zur Zwischenfinanzierung von Griechenland und den Schuldnerstaaten, … ein Großteil aufgekauft. Und die Chinesen haben signalisiert, als sie vor vier Wochen in Berlin warten, dass sie das wieder machen werden jetzt bei den größeren Rettungsschirmen. Solange die Chinesen das machen, muss Deutschland nicht in Haftung gehen. Es sei denn die Chinesen kämen eines Tages her und sagen, jetzt ist Zahltag, jetzt wollen wir die Papierchen, die wir von euch aufgekauft haben, auch wieder versilbern. Dann wäre natürlich der Ofen aus. Aber ich habe den Eindruck, die chinesische Politik ist auf langfristige Stabilität, gerade mit Europa, ausgerichtet. Deswegen glaube ich, der Euro wird nicht zusammenbrechen, sondern er wird als Saugpumpe funktionieren, die Deutschland und vor allem die produktiven Leistungsträger in Deutschland immer weiter aussaugt. Das heißt, weil er nicht zusammenbricht, sage ich nicht dass es besser für uns wird; aber trotzdem würde ich mich gerne von Zusammenbruchs-Szenario verabschieden.“

Die Funktion der Euro-Bankengelder als Mittel, um Deutschland auszusaugen, mit China am Ende dieser „Nahrungskette“, hatte ich bereits am 07. Mai 2011 in einem Beitrag in der FAZ so beschrieben:
>>Die Rettungsaktionen – egal ob für bankrotte Staaten oder Spielbanken – dienen dazu, das angelsächsische Wirtschaftsmodell, das zugespitzt gesagt auf Produktionsauslagerung, Spielbanken und Rohstoffkriegen beruht, über Wasser zu halten. Bezahlt vom deutschen Steuerzahler, wenn auch nicht allein, denn Japan, Saudi-Arabien u.a. werden ebenfalls kräftig zur Kasse gebeten.
Das ist aber noch nicht alles, denn in den USA werden diese Gelder umgehend wieder durch die beiden Schornsteine Rüstung und Konsum geblasen – und sammeln sich in China, dessen Aufstieg dadurch noch weiter gefestigt wird, wenn es nach den USA nun über diesen Umweg auch noch Deutschland und Europa ausquetschen kann. …Wenn Deutschland nun sämtliche Bürgschaften und Rettungsschirme annullieren und platzten lassen würde, täte es dabei nicht nur sich selbst, sondern der ganzen Welt etwas gutes – China natürlich ausgenommen. Zitat Ende.
http://www.faz.net/artikel/C30638/griechische-schuldenkrise-informelles-treffen-sorgt-fuer-aufregung-30336235.html

Ebenfalls ausgenommen natürlich die US-Finanzoligarchie, die das Ende des Dollarimperiums dadurch hinauszögern kann. Im übrigen darf man sich USA und EU nicht als Blöcke in gleichberechtigter Konkurrenz vorstellen; die EU ist zwar wirtschaftlich stärker und stabiler, die USA sind jedoch Besatzungsmacht des wirtschaftlichen stärksten EU-Staates! Ohne diesen Fakt wären die für Deutschland so desaströsen Rettungsschirme gar nicht erklärbar.

>>Und die faulen Forderungen und wenig werthaltigen Wertpapiere der Banken werden durch Euro-Banken- Rettungsgelder garantiert, in Europa mit Deutschland als dem Hauptbürgen der letzten Instanz.
So wird auch Dieter Spethmanns oben erwähnter Satz verständlich, dass „der deutsche Steuerzahler weiterhin für Verluste aufkommt, die Londoner und New Yorker Banken am internationalen Finanzmarkt machen“.
Die Zusammenhänge zwischen den Euro-Banken-Rettungspaketen – der Versenkung der deutschen Überschüsse – dem Schneeball-Finanzsystem – den US-Finanzinstitutionen – US-Steuereinnahmen – und damit auch der Finanzierung wie der Wirkung der (Militär)-Macht der USA werden nun schon deutlicher. Zitat Ende.
Aus: Transferunion (4) Transatlantische Verbundenheit mit der TITANIC?
http://forum.spiegel.de/showthread.php?p=8441264#post8441264

Wir sehen, China und die USA ziehen in diesem Fall zumindest für einen gewissen Zeitraum also an einem Strang, was die Sache für uns nicht einfacher macht. Deutschland kann diesem Dilemma im Grunde nur entgehen, wenn es gelingt, sich von der Besatzungsmacht USA zu befreien, wie auch immer.

Christian Weilmeier sprach weiterhin davon, dass die nach seiner Meinung bestehende Immobilienblase in China im nächsten Jahr eventuell platzen könnte. Dies hätte zur Folge, dass dann China gezwungen wäre, seine Gelder aus Übersee abzuziehen und somit gewollt oder ungewollt dem Schneeball-Finanzsystem der USA ein Ende bereiten würde.

Was, wenn dem so sein sollte – ich weiß es nicht- und wenn es bald passierte, allerdings sogar ein Glücksfall für uns wäre, ein Glück im Unglück sozusagen, da die Rettungsschirme heute zwar auch schon Billionenhöhe (1.542 Mrd. Euro lt. Prof. Sinn, Stand Mai 2011, plus die 480 Mrd. Euro aus Steinbrücks Bankenbürgschaft) erreicht haben, aber doch noch kleiner sind als die Summe des deutschen Nettovermögens von 5,4 Billionen (DIW 2007): Der Schaden für Deutschland ist auch jetzt schon schmerzlich, aber noch nicht finanziell existenzvernichtend.

Wenn man allerdings mit den Rettungsschirmen weitermacht, sie noch weiter erhöht, und die chinesische Immobilienblase, so es denn eine ist, platzt erst später oder vielleicht gar nicht, wird der Anleihen-Gläubiger China erst in ein paar Jahren, bzw. nach und nach, die Rechnung präsentieren, und es wird sehr schwierig, aus dieser Abhängigkeit dann wieder herauszukommen. Auch wenn sich Deutschland dann darauf berufen kann, dass die für die Euro-Rettungsschirme vorgeschriebene Volksabstimmung nie stattgefunden hat, wird dies natürlich auf jeden Fall Ärger mit China bedeuten – und sehr viel politische Kraft erfordern. Man kann Jürgen Elsässer hier nur zustimmen: Wenn der Euro „NICHT zusammenbricht, sage ich nicht dass es besser für uns wird.“

Weilmeier kam dann noch Nach-Euro-Währungsordnung zu sprechen; es würde dann eine Art D-Mark-Block oder Nordeuro geben – ohne Frankreich. Das wird noch interessant.

  Gerhard Rohlfs hat @ geschrieben

Korrektur:
Es muss heissen:
MICHAEL MROSS (nicht Weilmeier) sprach weiterhin davon, dass die nach seiner Meinung bestehende Immobilienblase in China im nächsten Jahr eventuell platzen könnte, und dass es doch sehr fraglich wäre, ob China dann noch in der Lage sei Euro-Anleihen zu kaufen.

Dies hätte zur Folge, dass dann China gezwungen wäre, seine Gelder aus Übersee abzuziehen und somit gewollt oder ungewollt dem Schneeball-Finanzsystem der USA ein Ende bereiten würde.

  Oswald spengler hat @ geschrieben

Die China Basher werden sich noch wundern.Der Aufstieg der USA zur Weltmacht und wieder zurück in 70 Jahren sind ein wimpernschlag in der langen Geschichte des chinesischen Reiches.Merkantilismus funktioniert eben.
Die Chinesen bauen moderne Kernreaktoren und erzeugen billigst Energie mit der dann deren Steinkohle in Hydrierwerken veredelt wird.Dass ist chinesische Strategie.Da kann die Brzinskistrategie sich noch so sehr anstrengen die Chinesen in Afrika,Südamerika und Asia einzudämmen und auszustechen.Wie kontern man ein Billionenteurers Flugzeugträgerprogramm ? Mann entwickelt Raketen die einen Flugzeugträger versenken können.Schnell einfach billig clever.
Seltene Erden als Schlüsselrohstoffe werden in China gehortet.Gibt man davon nichts heraus können keine High Tec Waffen mehr gebaut werden.Da können die Austrians zehnmal mit ihrem Markt kommen.

  Gerhard Rohlfs hat @ geschrieben

@Oswald spengler: Es wird wohl sogar darauf hinauslaufen, dass die Yankees aufgrund ihrer realwirtschaftlichen Schwäche aus Asien, Afrika, Europa und Südamerika hinausgedrängt werden. Und selbst wenn in China die Immobilienpreise zurückgehen sollten, ändert das nicht viel, wäre das keine Katastrophe wie im Schneeballsystem USA.
Allerdings ist China auch Konkurrent, und Freihandel mit China geht nicht.
Es ist sicherlich nicht von Nachteil für uns, wenn China die USA als erste Weltmacht ablöst, nur:
Dann sollten wir zusehen, dass wir uns VORHER vom US-Protektorat befreien, damit wir nicht hinterher als Schuldner Chinas dastehen.
Wozu es höchstwahrscheinlich kommt, wenn wir mit den Euro-Banken-Bürgschaften so weitermachen, zur Stützung des Finanzsystems der USA, ohne deren Druck das alles gar nicht erklärbar wäre. D.h., wir sollten daraufhinwirken, dass zumindest nicht die gesamten deutschen Reserven geopfert werden, nur damit sich das bankrotte US-Imperium ein paar Jahre länger über Wasser halten kann.
Und für die Anleihen der Euro-Südstaaten zu bürgen, damit als Nebeneffekt China sich mit seinen wertlosen Dollarbergen dort einkaufen kann, macht natürlich ebensowenig Sinn.


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