4. August: Michal Mross: “Ein Volk, Ein Reich, Ein Euro”?
COMPACT-Heftpremiere in Berlin: Wird die EU zu einer Diktatur?
Am 4. 8. kommt die August-Ausgabe von COMPACT-Magazin an die Kioske. Zu diesem Anlass gibt es, wie immer am ersten Donnerstag im Monat, eine COMPACT-Heftpremiere in Berlin, wieder im Viethaus in der Leipziger Str.54 ab 19 Uhr. Hier kann man sich ein Ticket für den Abend sichern. Für COMPACT-Abonnenten ist der Eintritt frei.
(Das eingebettete Video links wurde übrigens von Leser Albert Hoffmann zur Verfügung gestellt. Sehr anschaulich! Vielen Dank!)
Auf der Veranstaltung wird uns Michael Mross informieren, der heute das Finanzportal mmnews.de macht und der lange als “der” Börsenguru im Fernsehen galt. Neben Mross werden der Wirtschaftsjournalist Christian Weilmeier und als Moderator Jürgen Elsässer mit von der Partie sein. Im Zentrum des Abends (wie im Zentrum von COMPACT 8/2011) stehen die diktatorischen Tendenzen in der EU, die Herausbildung einer Kommissarsherrschaft (“EUdSSR”), die Zerstörung der Haushaltssouveränität der Mitgliedstaaten über einen diktatorisch verwalteten Euro-Rettungsschirm ESM, schließlich die Entsendung von EU-Putschtruppen in aufrührerische Defizit-Staaten wie Griechenland.
Michal Mross sprach zu diesem Thema schon vor knapp einem Jahr auf der Volksinitiative-Konerenz “Der Euro vor dem Zusammenbruch”. Auszüge aus seinem damaligen Referat (vollständig übrigens in dem von Sandra Müller herausgegebenen Konferenzband, erschienen bei COMPACT-Buch):
Michael Mross
Willkommen in der Euro-Diktatur
Was passiert, wenn die Gemeinschaftswährung auseinanderfällt
Schönen guten Morgen, meine Damen und Herren,
ich sollte heute zu der Frage sprechen: „Wird der Euro zu einer Gefahr in Richtung Diktatur – kommt es zu einer Euro-Diktatur?“ Aber diese Frage ist doch schon längst beantwortet. Es ist nicht die Gefahr einer Diktatur, sie ist bereits Realität! Oder hat Sie etwa jemand in den 90er Jahren gefragt, oder im Jahr 2002, ob Sie den Euro haben wollen? Ist irgendwo abgestimmt worden? Wer hat uns gefragt? Wenn man offiziellen Meinungsumfragen von damals, vor der Zeit der Euroeinführung, vertrauen darf, stand felsenfest, dass die meisten Menschen diesen Euro nicht haben wollten.
Was ist das Wesen einer Diktatur? Das Wesen einer Diktatur ist die Tatsache, dass man Menschen etwas aufzwingt, was sie nicht wollen. Wollten Sie den Euro? NEIN! Haben wir ihn? JA. Also, sind wir zumindest in einer finanziellen Diktatur. Selbst heute, fast zehn Jahre später, sind immer noch die meisten Menschen gegen den Euro. Es gibt eine aktuelle Meinungsumfrage, aus der hervorgeht, dass mehr als die Hälfte der Deutschen diesen Euro nicht wollen. Und dass übrigens auch 60 Prozent der Franzosen dagegen sind. Das zeigt also auch, dass viele Europäer eigentlich gegen diesen Euro sind. Und heute – ganz aktuell – noch eine letzte Umfrage: 65 Prozent, also zwei Drittel aller Deutschen, rechnen immer noch in D-Mark. Aber darauf nehmen die Bürokraten in Brüssel natürlich überhaupt keine Rücksicht. Volkswillen, Demokratie – was ist das eigentlich noch? Welchen Wert hat das eigentlich noch? Und diese Diktatur geht bis in die letzte Privatsphäre jedes einzelnen. Wer hätte zum Beispiel für die Abschaffung der Glühbirne gestimmt? Wollten wir die Abschaffung der Glühbirne? Oder wollte die lobby- verseuchte Junta in Brüssel anderen Interessen nachgehen? Wir wollten die Glühbirne nicht abschaffen, wir wollten aber den Euro abschaffen – wahrscheinlich haben die da in Brüssel einfach was verwechselt…
Brüssel befiehlt, die EU-Untertanen haben zu parieren. Und so wird es immer weiter gehen, bis zuletzt der letzte Lebensbereich, die Privatsphäre jedes Einzelnen, unter dem Diktat der Machthaber in Brüssel steht.
(…)
Und auch das ist ein Kennzeichen dieser Euro-Diktatur. Die angeblichen Vorteile, die in den Massenmedien immer wieder hervorgekehrt werden, sind reine Propaganda. Den Leuten wird mit Hilfe der etablierten Medien Sand in die Augen gestreut. Wenn man heute die Tagesschau sieht, dann muss man entsetzt sein über diese Form von gleichgeschalteter Propaganda, die wir auch noch zwangsweise bezahlen müssen. Ich kenne den Ostblock, ich war nie für den Sozialismus, aber ich muss Ihnen leider sagen, die Aktuelle Kamera in der ehemaligen DDR war dagegen der Inbegriff des kritischen Journalismus!
Eurokritiker, das wissen Sie selbst, kommen nicht zu Wort, werden schlichtweg ignoriert, werden radikalisiert, werden in die Ecke gestellt. Nicht anders handeln Diktaturen. Also insofern haben wir es doch schon fast damit zu tun. Wir werden zwar nicht gleich in den nächsten Kerker geworfen, allerdings werden wir diffamiert und ignoriert – und das ist letzten Endes das Gleiche.
(…)
Der permanente Rettungsschirm
Die nächste Stufe wird dann sein, dass Europa eine eigene Steuer erhebt und dass Wirtschafts- und Finanzminister nur noch Marionetten sind ist, die das tun, was Brüssel sagt oder befiehlt. Alles, was derzeit in Europa passiert, läuft in diese Richtung. Heimlich und offen, manchmal verdeckt, manchmal direkt. So auch das Vehikel, das vor kurzem in die Welt gerufen wurde, die sogenannte „European financial stability facility“, also der permanente Euro-Rettungsschirm . Das ist der vorläufige Höhepunkt des ganzen Wahnsinns. Die Bürokraten in Brüssel meinen, dass man Stabilität von einer kleinen Kammer in Luxemburg aus steuern kann, wahrscheinlich typisches eurokratisches Denken. Nicht von innen heraus soll diese Stabilität erzeugt werden, durch solides Arbeiten, durch solides Sparen – nein, von oben! Und wenn es nicht klappt, dann werden eben einige Millionen spendiert, eine Billion, oder 750 Milliarden.
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: „ European financial stability facility“ – etwas Widersprüchlicheres kann es ja wohl kaum geben! Das Ganze ist untergebracht in einem „Special Purpose Vehicle“, eine Art Zweckgesellschaft. Das waren die „Vehikel“, die damals in Irland geparkt waren, in denen die Banken Milliarden über Milliarden versenkt haben.
Davon haben die anderen Banken wohl gelernt und machten es genauso, in dem Glauben, es fällt nicht weiter auf. Das Problem ist nur: Wer zahlt das alles? Bekanntermaßen sind ja alle Staaten verschuldet, und auch hier versucht man den Leuten einzureden, wir haben jetzt 750 Milliarden zur Verfügung. Wir haben überhaupt nichts zur Verfügung! Wir haben eventuell die Möglichkeit zur Verfügung, für 750 Milliarden neue Schulden aufzunehmen. Stellt sich nur die Frage, ob man diese Schulden auch aufnehmen kann. Wenn Sie mal in die Papiere hinein gesehen haben, dann wird Ihnen schwarz vor Augen, was da alles drin steht. Beispielsweise dass Länder, denen die Refinanzierung zu teuer wird, einfach aus diesem Rettungspaket aussteigen können. Was bedeutet das im Klartext? Wenn es wirklich zum Abruf dieser „Fazilität“ kommt, dieser 750 Milliarden, dann steigt Griechenland aus, dann steigt Irland aus, Spanien, Portugal, Italien – zum Schluss sind wir dann ganz alleine, weil Deutschland mit der höchsten Bonität der letzte ist, der noch Schulden machen kann. Das bedeutet eben dass WIR alles bezahlen werden.
Die Frage ist natürlich, ob wir das wollen. Und die Frage ist natürlich auch, ob wir gefragt werden.
Das traurige Ende des Euros
Ich habe diese Situation schon oft mit verschiedenen Experten durchdiskutiert, die dann folgendes Szenario aus malen: Dieses Rettungspaket wird abgerufen. Ein großer Teil des Rettungspakets wird von Deutschland finanziert, und das ist dann der Punkt, wo die Menschen auf die Straße gehen. Das ist der Punkt wo auch der Letzte auf der Straße kapiert: „Moment mal, hier läuft irgendwas falsch!“ Wenn Deutschland allein beispielsweise für 500 Milliarden bürgen soll. Und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Ob diese Widerstände, diese Demonstrationen, dieses Aufbegehren, vielleicht nicht doch niedergeknüppelt wird. Wir werden sehen, ob die Medien, die bis jetzt ja alles so schön verschwiegen und schöngeredet haben, dann immer noch schweigen werden. Das ist dann die Stunde der Wahrheit: wenn die deutsche Regierung aufgrund des Abrufs dieser 750 Milliarden gezwungen wird, aus dem Euro auszusteigen, weil die Straße nicht mehr mitspielt. Und dann kommt es tatsächlich zum Konflikt. Aber was passiert dann? Das ist dann der traurige Endpunkt dieses Euros. Die Deutschen stehen ja sowieso immer im Verdacht, an allem Schuld zu sein, das kennen wir. Und wenn sie heute in Griechenland unterwegs sind – wer ist denn da Schuld an der Misere in Griechenland? Fragen Sie mal einen Griechen! Nicht der Grieche, sondern der Deutsche.
Und so wird man es in ganz Europa hören, wenn der Euro zusammenbricht. Es wird heißen, die Deutschen wären Schuld daran, dass der Euro auseinander fällt. Die Deutschen wären Schuld daran, dass die Südschiene in eine gewisse Armut verfällt. Und das ist m.E. der größte Skandal an der ganzen Geschichte, was die meisten Politiker noch gar nicht richtig betrachten. Für den Mann auf der Straße, der diese ganze komplizierte europäische Konstrukt nicht versteht und der gar nicht weiß, wo die politischen und wirtschaftlichen Fehler sind, für ihn ist einzig und allein nur entscheidend, dass das Ding kaputtgegangen ist. Es ist kaputt gegangen, weil ein letzter Gläubiger nicht mehr Gläubiger sein will, und da heißt es dann, der Gläubiger ist schuld. Das kennen Sie doch, wenn Sie mal jemandem Geld geliehen haben und sie wollen es zurück: Wer ist denn dann der Schuldige? Nicht der Schuldner, sondern der Gläubiger. Und genauso wird es auch in Europa kommen.
(…)









<a
Juli 31, 2011 at 17:28
- ein VOLK , ein REICH , eine FÜHRERIN ?
- was wollen Sie denn ? – diese Frau wird EUROPA Kanzerlin und alle die dann auf die Straße gehen – werden als RECHTE – inhaftiert ( per Ermächtigungsgesetz )
- der DEUTSCHE hat über 4 Billionen auf seinem Sparbuch , dieses Geld konfiziert man einfach und alle Schulen sind bezahlt !
Juli 31, 2011 at 17:49
@ Caro
Da könnten Sie recht haben. Ich glaube allerdings, dass unsere geliebte Bundes-Angela den Titel Euro-Staatsratsvorsitzende bevorzugen würde…
@ Jürgen Elsässer
Übrigens: Vielen Dank für den Video-Post
Juli 31, 2011 at 20:42
Der EURO hat doch mit Geld an sich genau so wenig zu tun, wie die Schweinegrippe mit Viren oder EHEC mit Baktreien.
Und genau hier muss der Zusammenhang gesehen werden.
Warum, ?? in aller Welt, wird eine fake Schweinegrippe ausgerufen, wobei klar ist, dass es gar keine Viren gibt?
Wiso wird EHEC benutzt, um unsere Lebensmittel schlecht zu machen, wobei klar ist, dass es gar keine krankmachenden Bakterein gibt?
Genau so ist der EURO auch, er wird dienlich sein, um die Macht des Volkes zu schwächen, Abhängigkeiten zu schaffen und UNS letztendlich in eine s.g. Pandemie zu stürzen.
Griechenland ist doch nicht pleite, Arbeitskraft, Bodenschätze und Handelswege sind doch nicht einfach weg.
Das ist gemacht worden, mit Absicht, mit Hintergedanken.
Griechenland ist ein Experiment, um zu sehen wie die EU-Staaten am besten gekippt werden können, ob die Leute auf die Strasse gehen, und wie viel Gegenwähr sie leisten.
Portugal war klar, als Nächstes ist Spanien dran. USW.!
Der EURO ist instrumentialisiert um die EU-Staaten gleich zu schalten, dann ist es einfacher.
Mit Geld hat das alles nichts zu tun.
Geld haben DIE genug, das, was denen noch fehlt ist EURE Seele ! Verkauft sie also nicht unter Wert.
Jede Einzelne wird gebraucht, und wenn sie nur im stillen Kämmerlein ist.
Juli 31, 2011 at 21:01
“wenn Sie mal jemandem Geld geliehen haben und sie wollen es zurück: Wer ist denn dann der Schuldige? Nicht der Schuldner, sondern der Gläubiger.”
Der glaeubiger solte nicht dass geld geliehen haben.
Der glaeubiger ist schuld dass ehr anderen glaubt wass sie ertzaehlen und luegen.
Juli 31, 2011 at 23:44
Wir alle dürfen zahlen, ja – vor allem nach Amerika
Also ich finde den Titel misslungen, aber sei’s drum.
Wenn jemand noch im Unklaren ist, wer das Hauptinteresse an den Rettungspaketen hat, und von wo aus darauf gedrungen wird, hier ein Kommentar des Wall Street Journals, des Sprachrohrs des US-Casinobetriebs, Verzeihung, der US-Finanzwirtschaft, vom 13. Juli 2011, deutsche Übersetzung:
>> Lösung ist zur Hand – Mit ein wenig Mut
von SIMON NIXON
Die dunkelste Stunde ist kurz vor der Morgendämmerung und dies sind zweifellos dunkle Tage für die Eurozone. Italienische und spanische Anleihen haben Rekord-Euro-Ära-Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen erreicht; Aktien vieler Banken aus Peripherie-Ländern der Eurozone sind jetzt auf Nach-Lehmannpleite-Tiefständen; der Euro ist stark gegenüber dem Dollar und Schweizer Franken gefallen. Nur wenige bezweifeln, dass durch einen griechischen Zahlungsausfall riskiert wird, ein “Lehman-Moment” für die Eurozone und die Weltwirtschaft auszulösen. Doch eine umfassende Lösung für die Euro-Krise könnte innerhalb von Tagen stehen. Alles was nötig ist, ist politischer Mut.
Bisher war politischer Mut Mangelware. Deutschland, das den Schlüssel zur Krise in der Hand hält, hat sich in den letzten drei Monaten auf eine völlig kontraproduktive Kampagne verlegt, die Verluste den privaten Inhabern griechischer Staatsanleihen aufzuerlegen. Die drohende Aussicht auf einen griechischen Zahlungsausfall hat erwartungsgemäß den gesamten Anleihemarkt der Eurozone destabilisiert. Moodys hat letzte Woche seine Entscheidung, portugiesische Staatsanleihen um vier Stufen auf Müll (junk) -Ratingniveau herunterzustufen, ausdrücklich der offensichtlichen neuen Politik der Euro-Zone zugeschrieben, Verluste als erstes den Anleihegläubigern zuzuweisen, anstatt dies nur als letzten Ausweg zu sehen. Ähnliche Befürchtungen liegen hinter dem schroffen Verlust des Vertrauens in Italien diese Woche.
Die Stellungnahme der Eurozonen-Finanzminister am Montag bot schwachen Trost. Die meisten Kommentatoren zogen den Schluss, dies zeige, dass die Mitgliedsstaaten so verwirrt und gespalten seien wie immer. Obwohl die Minister zum ersten Mal darüber sprachen, die Größe und den Umfang der Europäischen Finanzstabilitätseinrichtung (European Financial Stability Facility, EFSF) zu erweitern, kamen von ihnen wenig Details und kein Handeln –und, entscheidend, sie schlossen [diesmal] einen griechischen Zahlungsausfall nicht aus wie sie es bei früheren Gelegenheiten getan haben. Kurz, die Minister schienen nur das absolute Minimum zu tun und die harten Entscheidungen zu vermeiden.
Es wurde während des Großteils der letzten drei Monate schmerzhaft deutlich, dass es keinen Mittelweg zwischen einer engeren politischen Union und dem Zerfall der Euro-Zone gibt – ein Ereignis, welches den Zusammenbruch der Europäischen Union selbst auslösen und die Leiden dieses Blocks [der EU] vergrößern könnte, in einer wirklich alarmierenden geopolitischen Dimension. Aber man glaubt immer noch im allgemeinen, dass jede weitere Integration im derzeitigen Klima politisch unmöglich ist und nicht machbarer Vertragsänderungen bedürfen würde.
Das muss aber nicht [unbedingt] der Fall sein. Die Lösung für die Eurozonen-Krise ist bereits da. Graham Bishop, ein unabhängiger Analyst europäischer Finanzangelegenheiten, weist darauf hin, dass der Europäische Rat, bestehend aus den europäischen Staats-und Regierungschefs, während des Großteils des vergangenen Jahres die Verabschiedung der vorgeschlagenen Wirtschaftsregierungs-Reformen Europas blockiert hat. Über die meisten als “Six Pack” bekannten Einzelheiten der neuen Regelungen, ausgearbeitet um den mittlerweile unglaubwürdig gewordenen Stabilitäts-und Wachstumspakt zu ersetzen, ist man mit dem Europa-Parlament überein gekommen. Nur eine Frage bleibt offen: Frankreich und Deutschland werden keinen Vorschlag akzeptieren, wonach nur eine qualifizierte Mehrheit eine Entscheidung der EU-Kommission, dass ein Mitgliedstaat gegen die Regeln verstoße, kippen könnte.
Vielleicht ist das nicht so überraschend. Frankreich und Deutschland waren im Jahr 2005 maßgeblich an der Unterminierung des Stabilitätspakts beteiligt, als sie sich unilateral weigerten, das Urteil der Europäischen Kommission, dass bei ihnen übermäßige Defizite aufgelaufen wären, zu akzeptieren. Beide Länder sehen die Aussicht, ihre Budgets der verbindlichen Kontrolle der EU zu unterwerfen, als einen inakzeptablen Souveränitätsverlust an. Doch beide Länder diskutieren die Einführung verbindlicher inländischer Haushaltsregeln. Und die Realität ist, dass die Zustimmung zu diesem Reformpaket – zweifellos ein größerer Schritt in Richtung politische Union – von entscheidender Bedeutung für die Wiederherstellung des Vertrauens der Märkte in die langfristige Glaubwürdigkeit der Euro-Zone ist. Es ist die beste Garantie dafür, dass die derzeitigen Fiskalprobleme sich nicht wiederholen werden.
Noch wichtiger ist, dass, sobald der Sixpack vereinbart ist und ein wirklich glaubwürdiges und verbindliches, dauerhaftes Haushaltsüberwachungs-Regime eingeführt ist, Einwände gegen eine viel breitere Reformpalette wegfallen sollten, einschließlich einer Ausweitung der EFSF, welche den Zinssatz für Kredite verringern und sogar Mitgliedstaaten wie Griechenland erlauben würde, EFSF-Kredite dazu zu nutzen, Anleihen zurückzukaufen und dadurch ihre Schuldenlast zu reduzieren. Ohne dass irgendwelche neuen Verfassungsreformen nötig wären, würde die EFSF zu einem De-facto-Eurozonenkredit [bond] werden, der bei Bedarf Ländern, die ihre vereinbarten Budgets eingehalten haben, zur Verfügung gestellt werden würde. Denjenigen, die es nicht geschafft haben, könnte die Finanzierung immer noch verweigert werden – eine machtvolle Sanktion.
Und wenn die EFSF-Kreditvergabe ausgeweitet würde ungefähr zum marginalen Zinssatz von rund 3% wäre anstatt zur aktuellen Rate von fast 6%, würde dies Europas Staatsschuldenkrise radikal verändern. Sogar Griechenlands Schuldenlast könnte dann anfangen, nachhaltig auszusehen. Das Gespenst von Staatsbankrotten, das die Euro-Zone in den letzten drei Monaten verfolgt hat, würde sich verflüchtigen; Mitgliedstaaten könnten sicher sein, dass sie fällige Anleihen ersetzen können und dass die Banken Zugang zu Einrichtungen der Europäischen Zentralbank behalten. Das würde zu niedrigeren Bank-Refinanzierungskosten führen, und das wiederum zu niedrigeren Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte, und einer wirtschaftliche Erholung Nahrung geben.
In der Tat, wenn die Krise in der Eurozonen-Peripherie anfängt nachzulassen, werden die Märkte frei sein, den Blick wieder auf die grundlegende wirtschaftliche Stärke des Blocks [der EU] zu richten. Schließlich wird für die Euro-Zone als Ganzes ein Primärdefizit von gerade mal 1% des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2012 vorausgesagt, deutlich unter der Prognose von 6-7% des BIP für die USA und Japan. Die Euro-Zone hat auch einen Leistungsbilanzüberschuss, im Gegensatz zu den USA, die weiterhin ein 4%-Defizit hat.
Aber werden Angela Merkel und Nicolas Sarkozy beim Six-Pack nachgeben, und dadurch dieses Szenario möglich machen? Dazu müssen beide sich über innenpolitische Erwägungen erheben. Staatsmänner sind Politiker, die akzeptiert haben, dass sie keine weitere Wahl gewinnen werden. Die deutsche Regierungschefin ist nun sechs Jahre an der Macht und der französische Führer vier. Keiner von ihnen kann sich wesentlicher Errungenschaften rühmen, und beide stehen im kommenden Jahr vor schwierigen Wahlen. Ein kühner Akt staatsmännischen Geschicks, jetzt den Euro zu retten, würde ihnen einen Platz in der Geschichte garantieren. Eine globale Wirtschaftskrise auszulösen auch, wenn auch einen Platz anderer Art.
Fototext: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy müsste sich über die Innenpolitik erheben, um die Tür zur Rettung des Euro zu öffnen.<<
Die USA sind eine Nummer grösser als Griechenland – m.a.W., das gesamte deutsche Volksvermögen ist in Gefahr, in den schwarzen Löchern der Besatzungsmacht zu verschwinden.
Juli 31, 2011 at 23:50
Wir alle dürfen zahlen, ja – vor allem nach Amerika
Hier noch der Original-Link:
http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303812104576442092827266886.html?mod=WSJ_Agenda
August 1, 2011 at 12:34
in der brd wird man praktisch bzw. tatsächlich zu keinem bundespolitisch relevantem thema befragt! ohne volksbefragungen, auch bundesweit, keine demokratie!
August 3, 2011 at 11:30
Lieber Caro,
stimme im Prinzip zu, nur eine Ergänzung:
Wenn es zu Widerstand kommt, dann werden nicht nur bestimmte Bürger als RECHTE unterdrückt werden, sondern
die Repression wird sich genauso gegen LINKE richten.
Das ursprüngliche Ermächtigunsgesetz wurde ja vom
Nazi-Regime benutzt, um Sozialdemokraten, Linke, Gewerkschafter usw. kaltzustellen. Später kamen dann Konservative und Christen dran.
Genau wegen dieser Gefahr (Repression aller Demokraten)
sind wir ja hier auf diesen blogs zusammen.
August 4, 2011 at 09:45
@ Eva Thomas & Co.
kann Euch nur zustimmen!!!
August 17, 2011 at 13:02
Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt,
die eigene Nationalität zu vergessen,
so ist das kein Ausfluss von Internationalismus,
sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen.
(Friedrich Engels, 1820-1895)
August 22, 2011 at 10:59
Das Ausland vertritt absolut hirnrissige Theorien:
Durch die ABGABE allen deutschen Volksvermögens in der brd und der VERLAGERUNG aller Entscheidungskompetenz nach Brüssel wolle die brd “Europa erobern”.
Blöder geht’s nimmer!
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2026840/European-debt-summit-Germany-using-financial-crisis-conquer-Europe.html