Griechenland: Kommt die Querfront?

Konservative und Kommunisten gegen die Euro-Diktatur – getrennt oder gemeinsam?

Papandreou hat die Vertreauensfrage knapp gewonnen, aber die größere Abstimmung kommt nächste Woche: Ob das griechische Parlament das erneute Sparpaket der Eurokraten ablehnt oder annimmt.

Die Kommunisten lehnen ab, auf die ist in Griechenland (im Unterschied zu anderswo) Verlass. Aber auch die Konservativen werden mehrheitlich Nein sagen. Parteiführer Samaras musste deswegen bei den Bruderparteien, angeführt von der CDU, vorreiten und sich den Marsch geigen lassen. Nun hat er die Wahl: Beugt er sich Zuckerbrot und Peitsche von Kauder und Co – oder hält er zum Volk? Volkspartei oder Volksverarschung?

Neue Spaltungslinien durchziehen die griechischen Blockparteien. Aus der PASOK treten Abgeordnete aus, die dem Euro-Wahn nicht mehr folgen wollen. Andererseits haben auch der Nea Demokratia einige den Rücken gekehrt, die lieber Papandreous Ja als Samaras Nein stützen wollen. Mit den ND-Dissidenten könnte Papandreou weiter gegen das Volk regieren.

In dieser Stunde des nationalen Notstandes müssen die alten ideologischen Gräben überbrückt werden. Kommunisten und Konservative müssen aufeinander zugehen und – trotz vielfältiger Differenzen der Vergangenheit – ein patriotisches Bündnis bilden. DerSyntagma-Platz ein Meer griechischer Fahnen – das wäre ein Signal an die Unentschlossenen innerhalb und außerhalb des Parlaments, sich dem Volkswiderstand anzuschließen.

Natürlich würden die Eurokraten von “Querfront” faseln und den Extremen, die sich berühren. Verdammter Unsinn! Querfront ist, wenn CDU und Linkspartei gemeinsam den Euro retten wollen, wenn Sozialisten und Neonazis gemeinsam für Israel sind. Was sich gegen die Euro-Diktatur zusammenfinden muss, ist ein Bündnis der Mitte, der aufrechten Demokraten unabhängig von ideologischem Hintergrund und Vorgeschichte. Die Extremisten, die sich dabei von links wie von rechts einfinden mögen, werden marginalisiert werden im Ozean des Volkes.

Steht auf, Ihr Griechen! Ihr seid die Wiege der Demokratie! Verteidigt sie jetzt gegen die Anmaßungen aus Brüssel, Washington und Berlin! Rettet Europa vor dem Euro – und Euch selbst!


  1. Solange die Griechen die Rente für verstorbenen zahlen können, so lange darf deiner denen Geld geben. Wo sind wird den? Betrügern mit unsern Steuergelde helfen? Nein und nochmals nein.

  2. Her mit der Querfront – Alles für das Volk

  3. meingott

    @ Herr Elsässer

    Seit wann und wo gibt´s denn in Ganzdeutschland jetzt KOMMUNISTEN? Oder dürfen nur “die Griechen” sich gegens €-Dikat empören? Oder wars so auch wieder mal nicht gemeint?

  4. Karl Klabautermann

    Na hoffentlich haben die KKEler genug politische Theorie gepaukt, um zu wissen, dass es einem Kommunisten unwürdig ist, sich mit Reaktionären gemein zu machen, um irgendeine Nation zu retten. Der nationalistische Burgfrieden mit den Feinden des Sozialismus ist das elendste, was eine Partei tun kann, die den Kommunismus im Namen trägt.

  5. dimitris

    Klabautermann: “Der nationalistische Burgfrieden mit den Feinden des Sozialismus ist das elendste, was eine Partei tun kann, die den Kommunismus im Namen trägt.”

    - Große Worte! Hohle Worte, und falsche Worte. Wir begehen in diesen Tagen in Griechenland ein bedeutsames nationales Jubiläum: das der máchi tis kritis, der Schlacht um Kreta. Auch damals, nach der Invasion der faschistischen Armeen, deutscher und italienischer, ging es schlicht um das Überleben Griechenlands als Nation. Die kommunistische Partei gründete GEMEINSAM mit – in Ihrem Sinne – reaktionären Feinden des Sozialismus (und natürlich waren und blieben sie das) eine Armee des Nationalen Widerstandes. Was blieb denn sonst auch übrig? Orthodoxe Priester, bürgerliche Intellektuelle, kleinbürgerliche Angestellte kämpften damals mutig Seite an Seite mit unseren Genossen, und tausende von ihnen bezahlten mit ihrem Leben dafür. – Natürlich kam es, nach dem Ende der Besatzung, zum Verrat EINES TEILS dieser konservativen Kräfte am griechischen Volks und so zum Bürgerkrieg. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass vorher viele Bürgerliche als echte Patrioten alles für ihr Land riskierten. Für sie muss eine Partei, die den Kommunismus im Namen trägt sich nicht schämen. Über allerlei Klabautermänner haben sich die Kollaborateure damals schon gefreut…

  6. Alex

    Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) wird niemals irgendetwas tun, was auch nur im Entferntesten mit “Querfront” in Verbindung gebracht werden könnte.

  7. Harald Töpfer

    Neu wäre mir allerdings, dass Kommunisten als aufrechte Demokraten bezeichnet werden können.

    Und außerdem wäre ich sehr erfreut darüber, wenn die griechische Regierung die Sparmaßnahmen annimmt und das Geld und wenn möglich noch mehr zum fließen kommt.

    Das wär doch das Beste, was uns passieren könnte. Mit ein wenig Glück könnte die EU daran zerbrechen, undzwar völlig. Eventuell kommt es in anderen Euro Ländern, auch noch zu Aufständen, die vielleicht sogar die Kraft entwickeln, das jetzige politische System zu entmachten.
    Das wäre dann wirklich der Anfang für die Rettung Europas.

  8. sterjo

    es geschehen noch zeichen und wunder…

  9. Paul Singles

    Completely agree with Dr.Kuemel. Greece can survive best on its own. With creative partners in a Europe that comes back to what Charles de Gaulle has called “Une Europe des Patries” or the now suffering (from dementia) old iron lady the same in english. But where has reason gone?
    And, of course, those guys from Goldman Sachs and other self proclaimed banks who believed in their own fake financial products, the will have to pay for their bad judgment and/or criminal energies. And those greek elites who betrayed their people. I am prepared to spend my vacation for 3 weeks for 5 years in greece to get their drachme afloat again. Lets start now.

  10. jm

    Lieber Herr Elsässer,
    danke für diesen ersten guten Beitrag ihrerseits zum Thema Griechenland. Es bildet sich hier tatsächlich eine Widerstandsbewegung gegen Eurodiktatur und IWF. Allerdings will diese weder mit KKE, ND noch mit PASOK etwas zu tun haben. Die Menschen hier sind von den Parteien an sich enttäuscht. Die Volksbewegung hat großen Zulauf und es gibt die Hoffnung, dass sich wirklich etwas verändert (zumindest bildet sich endlich ein Bewusstsein in der Gesamtbevölkerung). Vielen Dank für Ihre Solidarität, die haben wir (v. a. in Deutschland) bitter nötig. Falls dich die Lage verschärft (sie wird täglich spürbar schlechter), rechnen wir mit dem Einsatz des Militärs bzw. verdeckter faschistischer Gruppen. In diesem Fall zähle ich auf (Ihre und andere) ausgewogene Berichterstattung.
    THX from Greece
    ΝΑ ΜΙΛΗΣΕΙ Ο ΛΑΟΣ
    jm

    P.S.:
    @Nelly Däs et. al.:
    da hat die Springerpropaganda ja ihr Ziel erreicht. Zum letzten mal: Wir arbeiten hier nicht nur bis 65, sondern haben danach noch drei Jobs um überhaupt was zu fressen zu haben. Und eure faulen Kredite wollen wir auch nicht. Was sollten die uns auch bringen?

  11. Juri

    @ Karl Klabautermann

    Bei Mao gab es doch eine Volksfront aus reaktionären Nationalisten und Kommunisten gegen die japanischen Imperialisten. Also die Theorie dazu findet man bei Mao.

  12. jm

    Lieber Herr Elsässer,
    danke für diesen ersten guten Beitrag ihrerseits zum Thema Griechenland. Es bildet sich hier tatsächlich eine Widerstandsbewegung gegen Eurodiktatur und IWF. Allerdings will diese weder mit KKE, ND noch mit PASOK etwas zu tun haben. Die Menschen hier sind von den Parteien an sich enttäuscht. Die Volksbewegung hat großen Zulauf und es gibt die Hoffnung, dass sich wirklich etwas verändert (zumindest bildet sich endlich ein Bewusstsein in der Gesamtbevölkerung). Vielen Dank für Ihre Solidarität, die haben wir (v. a. in Deutschland) bitter nötig. Falls sich die Lage verschärft (sie wird täglich spürbar schlechter), rechnen wir mit dem Einsatz des Militärs bzw. verdeckter faschistischer Gruppen. In diesem Fall zähle ich auf (Ihre und andere) ausgewogene Berichterstattung.
    THX from Greece
    ΝΑ ΜΙΛΗΣΕΙ Ο ΛΑΟΣ
    jm

    P.S.:
    @Nelly Däs et. al:
    da hat die Springerpropaganda ja ihr Ziel erreicht. Zum letzten mal: Wir arbeiten hier nicht nur bis 65, sondern haben danach noch drei Jobs um überhaupt was zu fressen zu haben. Und eure faulen Kredite wollen wir auch nicht. Was sollten die uns auch bringen?

  13. Gerd

    Hier zum Hühnerhof:
    http://www.steinbergrecherche.com/08dielinke.htm#Huehnerhof

    ALL – “Linker” – Antinochwasdingsbums
    http://www.steinbergrecherche.com/10israelpalaestina.htm#Schal
    http://www.moia.gov.il/Moia_en/Offices/Map.htm

    Zur Hauptseite
    http://www.steinbergrecherche.com/

    Die Machiavellismus-Hetze der Nelly Däs ist wirklich Protokollgerecht … (ja ick weiß Antinochwasdingsbums und Christian Anders für “Der Hai” fast ge-Haider-t)

    Massefront der Zins-Verlierer! One and only!

  14. Roland Basel

    Gut gebrüllt Löwe!
    Genau das wäre angesagt – aber das die Griechen viel schlauer sind als die Deutschen bezweifle ich.

    @Klabautermann
    Schön an der Theorie und den Berührungsängsten festhalten, genau das hat die Linke dahin gebracht wo sie heute ist.
    Einen Burgfrieden hat die SPD 1914 gemacht, die KPD war sich nicht zu schade und selbstbewußt genug im Einzelfall mit der NSDAP gemeinsam zu agieren.
    Nix Burgfrieden, aber auch keine Verleugnung der eigenen Ziele und Interessen.

    Besser die Nation und die Freiheit gerettet als beides verloren.
    Aber das ist natürlich viel zu praktisch gedacht und viel zu theoriefeindlich, für alles was sich heute noch links nennt.
    Lieber im Elfenbeinturm der Theorie vermodern als die Schlachten in der Realität gewinnen.

    “Verwandelt euren Hass in Energie” – Che Guevara

  15. m.hausherr@gmx.de

    @ Karl K.

    Einfach mal an Sachfragen orientieren. Wie um alles in der Welt soll denn die Griechische Wirtschaft in Schwung kommen
    wenn Lohnkürzungen, Arbeitsplatzabbau und Privatisierung der zukünftige Modus Vivendi sein soll.
    Das geht doch gar nicht. Unmöglich. Das ist doch eine Totgeburt.
    Von daher. J.E denkt in die richtige Richtung.

  16. Rappel 2

    Auf die KKE war immer Verlaß, wenn es darum ging, den Konservativen und der Rechten als Mehrheitsbeschaffer zur Verfügung zu stehen. Das war 1989 so, als man mit Karamanlis zusammen Andreas Papandreou und die Pasok getürzt hat. Die KKE hat es nie verwunden, dass die Menschen und die Arbeiter in der übergrossen Mehrheit nicht ihr, sondern der Pasok vertraut hat. Und selbst wenn die KKE mal 13% bekommt, die Arbeitnehmer wissen mehrheitlich ganz genau, wer bereit ist, ihnen zusammen mit der Rechten den Hals umzudrehen. Nämlich die KKE. Giorgio Papandreou hat in der Parlamentsdebatte an die Adresse der Kommunisten nicht umsonst gesagt “Ihr habt Euch nicht geändert!”. Und trotz allem leigt die Pasok in Umfragen weiter vorne. Die KKE irrt wenn sie glaubt Profiteur zu sein. Kollaboration mit der Rechten wird in einem land, wo eine rechte Militärdiktatur gewütet hat, nicht verziehen!

  17. Robert

    Simmt: die Kommunisten, die im zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Reaktionären wie de Gaulle für ihre Nation gekämpft haben, hatten alle keine Ahnung von politischer Theorie. Gott sei Sank git es Experten wie Klabautermann, die alles viel besser wissen.

  18. Zum Thema Querfront einige Gedanken:

    mein “Vorredner” Karl Klabautermann hat in seinem kurzen
    Blog demonstriert, warum viele Linke einfach nicht/nie mehrheitsfähig werden können. Abgrenzung,Berührungsangst
    (Reaktionäre, igitt!), Moralismus, all das ist wichtiger als politische Handlungsfähigkeit. Und wieso sollen dann Kommunisten auch noch Theorie “pauken”(!), wenn daraus doch nichts hervorgeht. Ich dachte, dieser Unsinn sei seit ca. Mitte der 70er vorbei.
    Wenn ich mit durchschnittlichen Bürgern diskutiere, die nicht
    ideologisch festgelegt sind und keine Parteienpräferenzen haben, stelle ich fest, dass ihre Ansichten und Überzeugungen
    oft Motive enthalten, die man gemeinhin als “rechts” oder “links”
    einstuft. Diese Einsortierung ist denen natürlich egal.
    Ein linkes oder ein rechtes Gesamtpaket würden sie dankend oder verärgert zurückweisen. Jetzt, wo es klar ist, dass in ganz
    entscheidenden Themen und Zielen eine gemeinsame Schnittmenge da ist, bestünde eine Chance, mit einer Querfront
    mehrheitsfähig zu werden gegenüber dem gemeinsamen Geg-
    ner, quasi eine große Koaltion von unten.

  19. Simon Pöpperl (Die Linke)

    In Deutschland gibt es sehr wohl Kommunisten bzw. revolutionäre Linke die gegen den Euro-Wahn sind. Siehe hier: http://www.antiimp.de/?p=1249#more-1249

  20. Richard Sorge

    @ simon poepperl: Das ist EINE loebliche Ausnahme, ansonsten wird Multi-Kulti-Schwachsinn oft mit internationaler Solidaritaet vermicht feil geboten

  21. Kant

    “Steht auf, Ihr Griechen! Ihr seid die Wiege der Demokratie” – bissl sehr pathetisch und falsch: Die Polis in Athen bestand aus 40 000 stimmberechtigten Bürger und ansonsten gab es stimmlose Frauen und ca. 200 000 Sklaven !
    Zur Lage in Griechenland:
    350 Milliarden € Schulden – da hilft es nicht viel, die Reichen zur Kasse zu bitten, das brächte nur 6 Milliarden (laut taz, Herrmann) – aber OHNE die Heranziehung der Großbourgeoise ist alles andere zum Scheitern verurteilt.
    Und dann muss es den Schuldenschnitt geben und die griech. Banken sind dann halt pleite – wo ist das Problem ? Dann wird es neue Banken geben … und die/der durchaus vorhandene Misswirtschaft/Korruption/Nepotismus wird zu Ende sein oder muss auch wieder ganz klein anfangen !

  22. Gutmensch

    Wenn in Griechenland die Querfront-Strategie zum tragen kommt, dann hätten die Griechen auch eine sogenannte Volksinitiative und der Vorsitzende wäre bestimmt Jürgen Sarekakis.

  23. Karl Klabautermann

    @dimitris: Ich spreche nicht vom Zweiten Weltkrieg, sondern von der Gegenwart. Dass die griechischen Kommunisten sich da mit den Konservativen zusammengetan haben, mag aus militärischen Gründen sinnvoll gewesen sein, dass die radikale Linke nach der Zerschlagung des Dritten Reiches wiederum von ihren ehemaligen Waffenbrüdern mit Unterstützung der Westmächte niedergemacht wurden, hätten die aber schon im voraus wissen können. Für die konservativen Antifaschisten waren die Kommunisten eben Feinde der Nation, die es auszuschalten galt wie die Nazis.

    @Roland Basel: Natürlich halte ich an der Theorie fest. Ohne Theorie keine Praxis. Von der halte ich sehr viel. Nur soll es eben eine richtige Praxis sein, nicht eine beliebige, die nur deshalb angestrebt wird, weil sie gerade machbar ist. Ich will nicht irgendwelche Schlachten gewinnen, sondern die richtigen und wichtigen.
    Und die Nation und die bürgerliche Freiheit zu verteidigen ist eben theoretisch wie praktisch ein Fehler.
    Was sie Berührungsängste nennen, nenne ich Feindschaft. Mit Leuten, die ein ekelhaft falsches und antikommunistisches Programm fahren wie irgendwelche konservativen Nationalisten, will ich eben nichts zu tun haben. Die sind zu bekämpfen.

    @m.hausherr@gmx.de:
    Ich orientiere mich garantiert nicht an den Sachfragen des griechischen Nationalismus. Ich komme gar nicht auf die Idee, die griechische Wirtschaft in Schwung bringen zu wollen. Mir gehts um die Abschaffung dieses kapitalistischen Marktes, nicht um seine Sanierung zum Wohl eines nationalen Haushalts.
    Gerade dieser Markt braucht eben die Verelendung der Arbeiter um zu florieren. Der produziert Mängel und Schaden für die Leute. Der ist nicht konstruktiv zu unterstützen, sondern durch sozialistische Planung zu ersetzen.

    @Robert:
    Zu den Sachzwängen der Allianzbildung hab ich schon dimitris was geschrieben, also s.o. Aber ja, viele KPs des 20. Jahrhunderts hatten ne falsche Theorie zur Nation, das stimmt schon. Die Proletarier haben kein Vaterland, und alles was sich heute so nennt, sollten sie in ihrem eigenen Interesse auseinandernehmen.

    @Bruno:
    Ich will schon eine Mehrheit, wenns denn geht. Aber dann eine, denen ich nicht was vorlügen will, um mich bei ihnen anzubiedern. Eine Mehrheit, die eine richtige Kritik des Kapitalismus hat und nicht eine, denen ich populistisch nach dem Mund geredet habe, damit sie mich wählen. Ich geh nicht her und schau, wie ich möglichst schnell ne Mehrheit bekomme und richte meine Theorie dann danach aus, sondern schaue umgekehrt wie ich meine Ansichten gut verbreiten kann. Eine Mehrheit ist ein Mittel zum Zweck, nicht ein Zweck an sich.

  24. nochmal Klabautermann:
    Die Mehrheit, die Sie akzeptabel fänden, wäre eine, welche eine
    “richtige” Kapitalismus-Kritik hat! Und wer weiß, was die richtige
    ist? Sie! Dabei geben Sie ja zu, dass Sie auch nur “Ansichten” haben, also perspektivisch an die Dinge herangehen. Eine tolle
    Mehrheit wäre das! Da auch ich mir einbilde, etwas dialektisch denken zu können, gehe ich gerne in solche Foren, in denen ich
    auf andersartige, ja gegensätzliche Positionen stoße.
    Zum Beispiel die von Dr. Krümel, der ja erkennbar ausgeprägt konservativ ist. Und, stellen Sie sich vor: Ich lerne noch daraus.
    Und bilde mir immer noch ein, Linker zu sein, auch wenn Sie
    mir dazu sicher keine Lizenz erteilen würden.
    Mehr sag ich nicht mehr, es ist irgendwie zwecklos.

  25. “Und die Nation und die bürgerliche Freiheit zu verteidigen ist eben theoretisch wie praktisch ein Fehler.”

    Einmal mehr: Linksradikalismus pur.

    “Schön an der Theorie und den Berührungsängsten festhalten, genau das hat die Linke dahin gebracht wo sie heute ist.
    Einen Burgfrieden hat die SPD 1914 gemacht, die KPD war sich nicht zu schade und selbstbewußt genug im Einzelfall mit der NSDAP gemeinsam zu agieren.”

    Nun ja … ausgerechnet DAS jetzt hier anzuführen, geht allerdings nach hinten los … sowohl die SPD 1914 als auch die KPD 1932 sind doch eindeutig abschreckende Beispiele für Zusammenarbeit mit nicht-linken Parteien.

  26. Elsässer schreibt: „Querfront ist, wenn CDU und Linkspartei gemeinsam den Euro retten wollen, wenn Sozialisten und Neonazis gemeinsam für Israel sind. Was sich gegen die Euro-Diktatur zusammenfinden muss, ist ein Bündnis der Mitte, der aufrechten Demokraten unabhängig von ideologischem Hintergrund und Vorgeschichte.“ Es gibt keine Neonazis für Israel. In diametralem Gegensatz zum braun-“rot“-grünen Schulterschluss gegen die jüdische Republik neigen jedoch die (im weitesten Sinne) rechtsrepublikanischen Parteien, die auch mit Blick auf ihre EU-Gegnerschaft gern als „nationalistisch“ denunziert zu werden pflegen, einer israelfreundlichen Positionierung zu – oder verweigern sich zum mindesten einem Anti-Israel-Lobbyismus, wie er in allen Pro-Eurokratie-Parteien politisch beheimatet ist. Dies gilt nicht nur für die niederländische PVV, sondern auch für das französische MPF oder die britische UKIP.

  27. Karl Klabautermann

    @Sixty: Ja, dann nennen sie das eben Linksradikalismus. Was wäre damit bewiesen?

    @Bruno: Klar gehe ich davon aus, dass meine Ansichten richtig sind. Sonst hätte ich sie ja nicht. Und genau diese Ansichten will ich den Leuten eben vermitteln. Das wäre in der Tat eine schöne Mehrheit. Worauf wollten sie nochmal hinaus?

    Ob sie sich selbst links nennen oder nicht, ist mir furchtbar egal. Mir geht es eher um Inhalte als um Selbstbezeichnungen, da will ich gar keine Lizenzen austeilen.

  28. Nonkonformer

    Dimitris: Wissen Sie eigentlich, daß der kommunistische
    Bürgerkrieg nach dem Rückzug der Wehrmacht, die etwa
    3 Jahre lang in Griechenland war, mehr Todesopfer und mehr
    Zerstörung über Griechenland gebracht als der Krieg der
    Deutschen Wehrmacht gegen Griechenland?
    Wenn nicht, wissen Sie es hoffentlich jetzt! und, um den un=
    säglichen Herrn Pangalos noch zu berichtigen: der griech.
    Goldschatz wurde von den Engländern nach der Besetzung
    Kretas nach London gebracht!

  29. juergenelsaesser

    Nonkonformer: Das mit dem Goldschatz stimmt. Aber die Opfer des Bürgerkrieges nur einer Seite anzulasten ist ein schlechter Witz. Da gehören wohl mindestens zwei dazu … Mindestens …

  30. jm

    Nonkonformer, was Sie hier schreiben ist faschistische Propaganda mit langem Bart. Das war kein “kommunistischer Bürgerkrieg”, sondern ein Krieg gegen das griechische Volk. Nachdem die Deutschen weg waren, haben OSS und die Briten faschistische Gruppen aufgebaut und im Kampf gegen die griechische Partisanenarmee ELAS unterstützt. Dies war der Beginn sämtlicher Gladio-Aktionen in Europa. Dieselben NATO-Gruppen führten 1967 den Miltärputsch durch. All dies geschah im Namen des Antikommunismus. Gladio-Gruppen sind bis heute in Griechenland aktiv, sie kontrollieren Teile der Polizei und des Militärs, außerdem die faschistische Partei Chrysi Avgi.
    Es gab und gibt in Griechenland übrigens verschiedene “linke” Bewegungen, einige waren sowjettreu, einige sind “anarchistisch”, andere waren und sind patriotisch, ähnlich der “Volksinitiative”. Bitte differenzieren Sie also und informieren Sie sich, bevor Sie Müll schreiben.
    Der Hauptfeind der Griechen waren nicht die Türken, nicht die Deutschen, sondern NATO, Amerikaner und Briten. Das Verhältnis der Griechen zu den Deutschen war immer gut. Das haben Angie und die Springerpresse über Nacht geändert. Die Reparationsforderungen waren schlicht die griechische Retourkutsche und sind nicht überzubewerten.
    Ich möchte Sie bitten, nicht die deutsche Besatzung Griechenlands zu banalisieren, sie war fürchterlich.

  31. Dimitris

    Auf die gesammelten Dummheiten des (Non???)Konformen muss ich ja dank der Antwort von jm nicht mehr eingehen, da ist alles gesagt.

    Fuer die, die es noch genauer wissen wollen, seien die einschlaegigen Arbeiten von Heinz Richter, Professor an der Universitaet von Zypern, empfohlen, vor allem: Revolution und Konterrevolution in Griechenland (etwas aelter, aus den siebziger Jahren und dementsprechend noch etwas trotzkistisch angehaucht, damit aber auch keine KKE-Hagiographie) und sein in diesem jahr erschienenes Buch ueber die Schlacht von Kreta. Wer das Literarische bevorzugt: die Romane von Dido Sotiriou.

  32. Dr. Gunther Kümel

    @ jm

    In Ihrer einseitig propagandistischen Sicht des Bürgerkrieges in GR heroisieren Sie die illegale Werwolf-Armee HELAS.
    Nach einer Kapitulation sind Zivilisten, die gegen die Besatzungsmacht mit der Waffe kämpfen, nicht von irgendwelchen Konventionen geschützte Gesetzesbrecher.
    Die Griechen sollten sich ein Beispiel an der Geduld der Deutschen nehmen. Nach anfänglicher geringer Werwolf-Tätigkeit ( alle wurden aufgehängt oder erschossen) gab es gegen die westliche Besatzungsmacht nur einen einzigen Anschlag in 60 Jahren: Lebach.

  33. sterjo

    mit den meisten aussagen von jm und dimitris kann ich übereinstimmen, jedoch muß ich noch einen zusazu zu dem “ausmaß” der rolle der nato und usa bei dem revolutionären aufstand der griechischen armee vom 21. april 1967 ausführen, der in vieler hinsicht nicht nur der beginn zu einer – ohne wertung – autoritären herrschaft des militärs war, sondern eine befreiungsbewegung von entschieden NATIONALEM
    U N D SOZIALEM charakter bildete. um eines klarzustellen: die regierung des colonels papadopulos 1967-1973 war keinesfalls eine faschistische willkür-diktatur, sondern sie richtete sich ebenso gegen den realen kommunismus (mit fatalen folgen: hier lag der fehler, denn es wurden leider tatsächlich linke und andere gegner diskriminiert oder mißhandelt) wie auch gegen den westlichen faschismus. die vorreiter des aufstandes, papadopulos und seine mitstreiter stylianos pattakos und nikolaos makaresos, waren im zweiten weltkrieg treu und aufopfernd auf antifaschistischer seite aktiv, sowohl im winterfeldzug – albanienkrieg gegen mussolinis italien 1940 als auch im widerstand gegen die nazistischen deutschen invasoren 1941-1944. sie gehörten dem konservativen flügel des partisanenwiderstandes, der EDES an und befürworteten nach der befreiung die rückkehr des königs georg (mit unterstützung der engländer). nun zur rolle der usa: einerseits war die cia den colonels insofern behilflich, als daß sie das logistische material bereitstellte und den putsch-plan “prometheus” aufstellte, auf dessen grundlage der militäraufstand am 21. april durchgeführt wurde, und die usa dachten, sie würden in den vertretern der militärregierung einen vorbehaltlosen verbündeten gewinnen. aber andererseits war die regierung der colonels einer der entschiedensten gegner des amerikanischen imperialismus, denn sie lehnten es vehement ab, die griechischen armeestützpunkte für den krieg israels gegen syrien und ägypten zur verfügung zu stellen und erkannten den staat israel auch nicht an – dagegen pflegte papadopulos sehr gute politische und ideologische beziehungen zu nasser und anderen antiwestlichen machthabern. zudem beruhte die ideologie der militärregierung ganz klar auf den grundlagen der griechischen identität – die verbindung von christlich-orthodoxer kirche, wehrhaftem staat und einer besonderen verantwortung für das ländliche bauerntum, das von georg papadopulos wörtlich als “das fundament der nation” benannt wurde. in der zeit der “junta” wurden zahllose wasserkraftwerke und infrastrukturelle maßnahmen errichtet, straßen, schulen und krankenhäuser, trockenlegung versumpfter gebiete sowie die förderung der industrie. abgelegene dörfer wurden an das stromnetz angeschlossen, den bauern wurden ihre schulden erlassen. also, man kann die militärregierung zwar ohne wissen und ahnung kritisieren, man kann auch den vorwurf der verfolgung von komunisten und sozialisten machen – doch die eindeutigen leistungen ihrer herrschaft, im gegensazu zu einer nun schon 40 jahre dauernden korrupten euro-dämokratie von PASOK und Nea Dimokratija wird dies nicht schmälern.

    hausmeister: hoffentlich war der text jetzt nichz zu lang. bin kein “rechtsradikaler bellizist” oder us-anhänger. hab mich nur bei vielen griechen informiert und gemerkt, daß der volkswille mit nichten durch die eu-freundliche seite repräsentiert wird, sondern daß eine national und sozial orientierte haltung eben gerade in griechenland viel stärker verwurzelt ist.

  34. Nonkonformer

    JE: nicht nur die “Goldschatzsache” stimmt, sondern auch die
    zweite Tatsache, die ich ja nicht einseitig den griech. Kommunis
    ten anlasse, sondern den Griechen allgemein!
    Die beiden anderen Antworten nach Ihrer sind so indiskutabel,
    daß sich eine Beantwortung erübrigt!

  35. juergenelsaesser

    sterjo: besten dank für die kundigen ausführungen. vieles war mir ECHT unbekannt – hoffentlich stimmt’s auch …

  36. sterjo

    nochmal, mir ist WICHTIG: ich bestreite nicht die einsperrungen der kommunisten und oppositioneller sowie diverse schikanen (bekannt: mikis theodorakis und seine wahrhaft harten erfahrungen) mit folter etc. selbst führende mitglieder der damaligen regierung haben das in späteren interviews (so eines 2008 mit dem heute über 90jährigen pattakos) z. T. eingeräumt und als fehler gesehen. zu den greueln die im Griechischen Bürgerkrieg geschehen sind, ist traurig und seltsam, daß sie bis heute von der jeweiligen Seite alleinig beansprucht werden, um opfer bzw. täter auszumachen. bekanntlich hatten stalin und churchill ihren fifty-fifty-abmachung geschlossen, nach der england seinen einfluß in griechenland auf 90 % ausdehnen wollte, in bulgarien sollte stalin dagegen 90 % einfluss haben, während in jugoslawien die absteckung der gegenseitigen sowjetisch-englischen interessensphären auf 50-50 % hinauslief. ein übles, falsches spiel, dessen opfer die völker waren. im grunde haben beiden, königstreue royalisten und republikanische eam-kämpfer, oft an ihre sache einfach geglaubt und waren nicht bessere oder schlechtere menschen. der riß ging durch ganze dörfer und familien. die aufarbeitung wird bestimmt noch JAHRE dauern.

  37. jm

    @sterjo.
    Versteh mich nicht falsch, auch ich bin für eine Aussöhnung von rechts und links. Ich will den Bürgerkrieg nicht weiterführen. Darin liegt eine große Chance für unser Land.
    (Trotzdem bleibe ich dabei: Junta=CIA=westlicher Faschismus (Quellen folgen))

  38. sterjo

    “in griechenland entsteht wikrlich gerade eine volksbewegung, die die grenzen von links und rechts hinter dich lässt”

    dazu sage ich: möge die zukunft geben, dass sie recht behalten, jm. es wäre fast nicht mehr zu glauben. ich will jetzt hier einige eindrücke preisgeben, die ich auf reisen gesammelt habe (ohne mich hier mit ihnen auf glatteis begeben zu wollen)
    (im sinne einer diskussion):

    die bevölkerung wirkt ehrlich gesagt so, als ob sie sich (großenteils) bereits selbst aufgegeben hat. zu welch andrem eindruck soll man denn kommen, wenn die leute von 16 bis 86 ohne regung im lokal sitzen, ständig trinken, rauchen, trinken und wieder rauchen, fremde arbeiter für sich arbeiten lassen (vor allem aus verschiedenen ländern osteuropas) und die felder nicht selbst bestellen wollen ? ja ist es denn zuviel verlangt, wenn man meint, die jungen leute könnten verdammt noch mal etwas mehr arbeiten ?
    ich habe sogar einige leute gefragt, was sie sich dabei denken, so ihren lebensstil jeden tag aufs neue im cafe zu fönen und sich als kneipen-tiger zu präsentieren. und die antwort war: “ach, wem gefällt schon die arbeit ?” bitteschön, doch dann dämmert es mir allmählich, wem man unter umständen die schuld geben könnte. und das ist dann angeblich ein vorurteil… darf ja wohl nich wahr sein.

  39. juergenelsaesser

    jm, sterjo, Dimitris: Ich finde es SEHR GUT, dass hier Griechen miteinander diskutieren, auch kontrovers. Auch für mich sehr spannend.

  40. jm

    Lieber Sterjo,
    entschuldigen Sie, aber ich habe diese Diskussion schon oft geführt und Sie hängt mir zum Halse heraus. Was haben Ihre subjektiven Eindrücke von Urlaubsreisen über griechische Mentalität mit dem Thema zu tun? Waren Sie in Athen oder Thessaloniki? Seit 2008 protestieren griechische Schüler und Studenten gegen das marode Bildunssystem, gegen ND-PASOK-Cliquenwirtschaft und Korruption. Seit drei Wochen schließen sich immer mehr Menschen dieser Bewegung an.
    Ansonsten:
    1. In Griechenland gibt es eine Kaffeehaus-Kultur. Ich finde es positiv, wenn Menschen zwischen 18 und 68 im Kaffee sitzen und sich austauschen. Wenn sie dabei rauchen und trinken, ist das deren Sache.
    2. Wenn die EU untergeht, weil die Griechen im Kafeneion sitzen, solltet ihr euch freuen (Achtung, Ironie)
    3. arbeiten auch Griechen in Griechenland für einen Hungerlohn. Sie wollen keine “Rettungskredite”, die sie in jahrzentelange Schuldknechtschaft treiben. Das System in Griechenland seinen Bürgern nicht die Möglichkeit, genauso effizient zu arbeiten wie der Durchschnittsdeutsche, das liegt aber nicht an der Mentalität, sondern am System. Ich bin zuversichtlich, dass sich gerade etwas ändert. (zum Guten oder Schlechten? wir werden sehen).

    Fazit: Wer faule Griechen sehen will, sieht faule Griechen, das ist Ablenkung von hausgemachten deutschen und europäischen Problemen.

  41. jm

    aktuell zum Thema, traf gerade bei mir ein:
    [International Press Release of Syntagma Square & Call for demonstrations]
    Internationale Information 22.06.2011

    “Freunde, Schwestern und Brüder,

    wir sind diejenigen, die seit einem Monat auf dem Syntagma-Platz in Athen kämpfen. Wir organisieren uns auf der Basis der direkten Demokratie und der horizontalen sozialen Struktur, unabhängig von allen politischen Parteien. Unsere Stimme ist unsere tägliche Volksversammlung.

    Wir sind empört, weil man ohne uns über unser Leben entscheidet und unsere Zukunft verpfändet; weil man uns Kredite aufzwingt, deren Empfänger nicht das Volk, sondern die Interessen der Banken und der Regierungen sind; weil man uns mit dem Schreckgespenst des Bankrotts terrorisiert. So wie sie versuchen, uns zu ängstigen, so versuchen sie auch, das eine Volk gegen das andere aufzuhetzen.

    WIR WOLLEN KEINE UNTERSTÜTZUNGS-KREDITE MEHR WIR SAGEN NEIN ZUM AUSVERKAUF DES ÖFFENTLICHEN LANDES UND -VERMÖGENS WIR WOLLEN DIE ANNAHME DES MITTELFRISTIGEN PROGRAMMS DURCH DAS PARLAMENT VERHINDERN Wir sind gegen die Sozialisierung der Verluste und die Privatisierung der Gewinne!

    VEREINIGT EURE STIMME MIT DER UNSRIGEN

    Die wenigen bereichern sich auf unsere Kosten Heute sind wir dran, morgen ihr Wir sind jeden Tag auf der Straße.

    Jeden Sonntag versammeln wir uns zu hunderttausenden auf den Plätzen des ganzen Landes, mit Mittelpunkt den Syntagma-Platz.

    DAS MITTELFRISTIGE PROGRAMM KOMMT NICHT DURCH Die Journalisten schweigen, wir nicht.

    Wir fordern alle europäischen Völker und alle Gewerkschaften auf, uns am Tag der Abstimmung über das Mittelfristige Programm beizustehen und sich mit uns zu solidarisieren, indem sie zu Demonstrationen aufrufen.

    ALLE ZUSAMMEN; UM UNSER LEBEN WIEDER IN DIE EIGENE HAND ZU NEHMEN”

  42. jm

    Zur Beteiligung der NATO, CIA und USA an der Obristen-Junta siehe:
    http://www.ak-regionalgeschichte.de/html/gladio__geheime_terrorgruppen_.html

  43. dimitris

    Ich kann mich der letzten Intervention von Jürgen Elsässer nur anschliessen. Auch wenn ich nicht mit jedem Urteil von Sterjo übereinstimme (zu den ‘historischen Leistungen’ der Junta oder zur Psychologie junger Griechen heute), merkt man doch, dass seine Beiträge von großer historischer Sachkenntnis geprägt sind. Das gleiche gilt natürlich für jm. Da nimmt man dann selbst Einlassungen, die den ELAS allen ernstes mit den faschistischen Werwolfbanden gleichsetzen, amüsiert und also lächelnd zur Kenntnis. Das Thema ist so groß und es hängt soviel dran, die großen Fragen zur Geschichte des 20. Jh. wie private Familiengeschichten, dass es schwer fällt, das alles in solchen Postings angemessen zu bewältigen. Jedenfalls lohnt hier mancher Beitrag mehr, als die teuer eingekauften auf den Seiten der großen deutschen Leitmedien.

  44. jm

    @dimitris: Amen
    Donnerstag ist Tag der Abstimmung. Bis dann,
    jm

  45. juergenelsaesser

    Nonkonformer: Sie sollten auch die Argumente ihrer Kritiker zur Kenntnis nehmen, die sie fälschlich als antideutsch brandmarken. Nur das zu lesen, was einem in den Kram passt, ermöglicht keine Denkfortschritte.

  46. individualist

    jm und sterjo: also diese sache mit der “faulheit” bei vielen menschen in griechenland – da schneide ich schon wieder diese “voururteils-diskussion an. habe selber noch nicht viele erfahrungen, allerdings drängt sich mir der eindruck auf, dass es nicht immer ein vorurteil ist. jm, sie sagen, dass es gut sei wenn die leute eine cafeteria-kultur pflegen. meinetwegen, abe ihc glaube wenn die leute in deutschland das machen würden, sähe die wirtschaft hier noch übler aus. wieso ist es denn ein vorurteil ? ich habe hier in detuschland mal mit nem italiener gesprochen, ihn gefragt ob in italien im verhältis zu deutschland weniger oder mehr gearbeitet wird : die reaktion war ein eindeutiges “na, natürlich weniger!” die jugendarbeitslosigkeit sei in italien – ähnlich wie in griechenland – sehr hoch, und natürlich hat in großem umfange die politik schuld daran die keine arbeit u. keine entsprechende entwicklung gefördert hat . doch es ist anscheinend auch eine frage der der einstellung der leute in griechenland, und die sind oft auf dem level von “legal, illegal, scheißegal”. der mensch kippt dann ohne gewissensbisse seine abfälle in die natur, der polizist verbringt seine dienstzeit anstatt auf streife lieber im büro, und der politiker sitzt nur in seiner amtsstube und interessiert sich nicht für die bürger. ja wenn so, warum dann auf einmal die proteste der “wütenden griechen” ? wo waren die “griechen in wut”, als der koskotas-skandal in den 90ern mit der regierung papandreu war ? wo waren sie, als ab den 80ern eine verantwortungslose regierung die gelder von der eu, die in hülle und fülle flossen, einfach in dunkle kanäle versickern ließ, in die eigne tasce steckte, ohne sie für ihre ursprüngliche bestimmung zu benutzen ?
    wo waren sie, als papandreu junior vor einigen jahren (damals noch in seiner funktion als “außenminister” ) einen kranz (hat der ne macke ?) auf das “mausoleum” von mustafa kemal alias atatürk legte ? sieht so eine landes- und nationbezogene politik aus ? also wirklich, man könnte echt mit sarrazin in abgewandeleter form sagen: “griechenland schafft sich ab !” auch wenn ich wie gesagt nicht unbedingt der fachmann hier bin, doch etwas sträubt sich bei mir. ich werde das gefühl nicht los, dass die gerade demonstriereden bürger auf dem platz der verfassung in athen, nicht etwa für das recht auf arbeit auf die barrikaden gehen, sondern weil plötzlich ihre eigenen gelder bedroht sind – die lage ansonsten scheint sie nicht sonderlich zu belasten, da sie ja so gerne auf der bärenhaut liegen.

  47. individualist

    nachträglich: das gleiche gilt für die spanier, fanzosen und italiener – ich will nämlich keineswegs die griechen als eine singuläre ausnahme in “europa” diffamieren.

  48. Dimitris

    “Krieg ist eine furchtbare Sache” – als ich diesen Satz soeben ausgerechnet aus der Feder (klar: der Tastatur) von unserem guten Gunther Kümel lesen durfte, musste ich tatsächlich laut loslachen.
    Da kam nämlich sofort die Erinnerung an eine herrliche Satire in einer deutschen Fernsehsendung hoch (Switch?): Im Stil eines Werbespots für die bildreichen timelife-Bücher bewarb da Adolf Hitler einen Band über die Waffen-SS, gewohnt martialisch, und sehr von seinem Gegenstand angetan, nur um dann nach all dem mit eben dieser Phrase zu enden: “Aber vergesst nicht, Krieg ist eine furchtbare Sache…” Das, aus diesem Munde, war einfach nur köstlich. Kurzum: Ich möchte GK auf dieser Seite nicht missen. In diesen für mein Land so grauenhaften Zeiten schafft er es doch immer wieder, mich für einen kurzen Augenblick zum Lachen zu bringen…

  49. sterjo

    zu gunter kümel: wollte hier eigentlich in einem längeren beitrag antworten, aber das hat der teilnehmer “individulaist” im grunde schon vorweggenommen.

  50. Dr. Gunther Kümel

    @ individualist

    “…verbrechen der wehrmacht,…verbrechen von illegalen besatzern …gegen zivilbevölkerung … holocaust auch keine schandtat…”

    Mein Gott, Walter!
    Sie haben, sorry to say it, nichts begriffen.
    Erörterungen zu Recht und Unrecht wollen Sie einfach nicht nachvollziehen, prüfen, diskutieren, solches hängt Ihnen zu hoch.

    Rechtssystem, Völkerrecht, Kriegsvölkerrecht bleiben Ihnen verborgen. Sie bleiben lieber bei hehren Phrasen.
    Wenn Sie sich läutern und ansatzweise dazulernen wollen, lesen Sie einfach meinen Beutrag nochmals, langsam und vielleicht laut.

    Wer bei zukünftigen Rechtssystemen mitreden will, der muß zunächst das Prinzip anerkennen, daß in gleichen Fällen die beteiligten gleichen Regeln unterliegen, die vorher verbindlich festgelegt sind.

  51. sterjo

    nonkormer u. kümel: was für ein absurder quatsch !

  52. Dr. Gunther Kümel

    @ sterjo: “…Quatsch…”

    Ist als Argument ein klein wenig mager.

  53. sterjo

    kümel: während sie argumentieren, kann ich ja einen kakao trinken oder so…
    ne, im ernst, ich sehe da eigentlich keinen bedarf mehr an der debatte.




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