Elsässers Blog

21.6..: Jürgen Elsässer berichtet über seine Iran-Reise, 19 Uhr, Berlin-Mitte, Viethaus, Leipziger Straße 54

Janich & Elsässer bei den Bilderbergern

Video vom Samstag, 11. Juni 2011

Natürlich waren wir nicht bei den Bilderbergern, sondern bei den Bilderberg-Kritikern, die sich einen Steinwurf von den Superreichen entfernt ebenfalls in St. Moritz getroffen haben. Auf Einladung der Super-Gruppe We Are Change Switzerland und des Mega-Blogs Alles Schall und Rauch trafen sich regelmäßig 200, in der Spitze bis zu 400 Leuten zu Protesten und zu Veranstaltungen.

Mit dem geschätzten Oliver Janich diskutierte ich, was uns verbindet – wir demoinstrieren ja fleißig gegen den Euro (Partei der Vernunft und Volksinitiative), aber auch einige Dinge, die wir anders sehen. Ich glaube, das war schon recht suibstantiell, auf beiden Seiten. Oliver Janich gehört übrigens zu den Referenten des Kongresses“Inside  911″, den wir zum 10. Jahrestag der Terroranschläge am 10. September veranstalten. Er wird auch in der August-Ausgabe von COMPACT zum Thema schreiben.

Mir fällt auf, dass ich auf dem Video etwas zu wenig Werbung für COMPACT gemacht habe. Liebe Leute, Video gucken auf youtube ist schön und gut. Aber wenn Ihr wollt, dass unsere Inhalte – die von Janich und von mir und von vielen von Euch – auch Leute erreichen, die nicht zu unserer Szene gehören, dann müsst Ihr ein Magazin unterstützen, das direkt am Kiosk mit SPIEGEL, FOCUS und anderen Propagandablättern konkurriert. Diese Kiosk-Präsenz ist aber für uns auf Dauer eine sehr kostspielige Sache, die wir nur meistern können, wenn wir genug COMPACT-Abonnenten haben. Also bittschön: Abonniert COMPACT!!

65 Kommentare»

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

So sehr ich gegen die Globalisierung und die Bilderberger bin, aber Am Video finde ich einiges kritikwürdig.
Erst mal, das Einzige, woran es auf diesem Blog nun wirklich nicht mangelt, ist die Werbung für Ihre Zeitschrift.

Und die so bejubelte “direkte” Demokratie hat halt auch ein paar Gefahren, wie man am Minarettverbot sehen konnte.
Man darf Demokratie nicht mit dem vorherigen Ängstigen und Aufputschen des Volkes durch Wahlplakate verwechseln, die an die tiefsten Ängste der Menschen rühren, so dass sie dann natürlich auch entsprechend stimmen. Das ist Populismus, aber bestimmt keine Demokratie.

Denn damit befördert man das Gegenteil davon, was Sie ja eigentlich wollen und was ich doch – bisher jedenfalls – sehr begrüßenswert fand, nämlich dass man die Gegensätze zwischen den einzelnen politischen Gruppen und religiös- weltanschaulichen Lagern überwindet. Jedenfalls habe ich Sie so verstanden.

Aber das hier war ja wohl – entschuldigen Sie bitte – der allergrößte Witz :

“Die von der SVP haben Rückgrat”. Wie bitte?! Diese Israel-Hörigen haben also “Rückgrat”? Da muss man aber schon beide Augen fest schließen, um diese Tatsache nicht zu sehen. Die sind was Zionismus angeht, leider kein Stück besser als die Bilderberger. und da bekommen Sie auch noch “Tränen in die Augen” ? Oh mein Gott. Hoffentlich kommen Sie noch dahinter, welch (Un-) Geistes Kind die sind, bevor es zu spät ist.

Hier noch ein nettes Video mit dem SVP- Populisten J. P. Garber:

http://www.myspace.com/video/vid/50535976

Richtig “liebenswerte ” Leute sind das, da bekomme ich wirklich Tränen in die Augen. Allerdings vor Wut angesichts soviel Menschenverachtung.

“…wie wohl ich mich in der Schweiz fühle”…das merk ich mir für den Fall, dass mich wi eder jemand in den Iran schicken will. (Sie warens nicht, ich weiß, aber einige hier auf dem Blog ;-)
Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass man zu Ihnen gesagt hat :
“Gehen Sie doch in die Schweiz, wenns Ihnen hier nicht passt.”

Was für die Billigware aus China gilt, gilt auch für Textilien aus Bangladesh oder Fußbälle aus Pakistan, die von Kindern hergestellt werden.

Genauso sollten auch die afrikanischen Länder ihre Waren vor Billig-importen aus der EU schützen, dann muss auch keiner mehr aus Armut herkommen, aber da ist die EU-Subventionspolitik vor. Das sind natürlich eine Menge Baustellen, keine Frage.

Die Trennlinie verläuft meiner Meinung nach auch ganz anders. Nämlich zwischen Ausbeuter und Ausgebeutetem.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

Fatima: Ich lobte nicht “die” SVP, sondern die drei Nationalräte, die auf der Anti-Bilderberg-Veranstaltung aufgetreten sind. Mir scheint, die SVP ist intern gespalten. Es gibt diese Fraktion, die wie Wilders sind, aber es gibt auch einen anderen Flügel, der nicht so ist. Da muss man schon differenzieren. – Zur direkten Demokratie: Sie ist AUF JEDEN FALL besser als das westliche System. Das Volk kann irren, aber nicht schlimmer als die Oligarchen, und es kann aus seinen Fehlern lernen. Im übrigen sehe ich nicht, dass der Minarrett-Entscheid zu einer antimuslimischen Welle in der Schweiz geführt hätte. Das Klima ist so ruhig wie vorher.

  Distelherz hat @ geschrieben

“Im übrigen sehe ich nicht, dass der Minarrett-Entscheid zu einer antimuslimischen Welle in der Schweiz geführt hätte. Das Klima ist so ruhig wie vorher.”

Wenn es den Entscheid nicht gegeben hätte, und jetzt in jeder größeren schweizerischen Stadt Minarette stünden oder im Bau befindlich wären, wäre die Wahrscheinlichkeit für eine “antimuslimische Welle” jedenfalls wesentlich größer.

  Claudia Wädlich hat @ geschrieben

Ich halte die Anarchie deshalb nicht für wünschenswert, weil gerade Länder wie die USA mit ihren Lobbyisten daraus sofort ihre Vorteile ziehen würden. Sie könnten ungehemmt und ohne gesetzliche Beschränkung ” den Laden ” übernehmen und würden auch im Volk Helfershelfer gegen Geld finden.
Die Verhältnisse im Kongo und im Irak zeigen, wie der Zusammenbruch der Ordnung instrumentalisiert wird, um Bodenschätze rauszuholen und brutale Unterdrückung möglich zu machen.

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

@ Claudia Wädlich: Ich verstehe nicht, wie Sie plötzlich auf Anarchie kommen. Weder Elsässer noch Janich reden hier der Anarchie das Wort. Dezentralisierung ist nichts anderes, als dass man den Großteil der staatl. Aufgaben auf kleinere Einheiten delegiert. Den Großteil, aber nicht alle. Verteidigung bliebe eine Aufgabe die der Bund zu erledigen hätte. Aber selbst das würde uns wenig nützen, wenn die USA mit ihrer Kriegsmaschine schon hier im Land sitzt. Die müssen unser Land verlassen, und außerdem würde ich sogar die deutsche Atombombe befürworten, denn nur mit der Atomwaffe ist ein Land unangreifbar und somit geschützt.

Außerdem will auch niemand Justiz und Polizei abschaffen, so dass es auch daher zu keiner Gesetzlosigkeit kommen kann. Erst recht dann nicht, wenn die Staatsanwälte nicht mehr der Weisungsbefugnis durch die Justizminister unterstehen, und Justiz und Polizei somit auch nicht mehr durch größenwahnsinnige Globalisten in Berlin und Brüssel mißbrauchbar sind.

Insgesamt finde ich die Diskussion zwischen den beiden sehr gelungen. Dezentralisierung (bei weiterer Zuständigkeit des Bundes für Verteidigung und Auswärtiges u.ä.) i.V.m. direkter Demokratie erscheint mir auch der bessere Weg als unser heutiges korruptes System. Der unabhängige, nur seinem gewissen verpflichtete Abgeordnete, den gibt es schon lange nicht mehr – sofern es ihn denn überhaupt jemals gab. Das Volk mag sich irren, genauso wie die Regierung, die Oligarchen oder die Diktatoren, aber wenn man es so geschickt anstellt wie die Schweiz dann führt direkte Demokratie zu mehr Zufriedenheit und einem besser funktionierenden Gemeinwesen.

  gerina hat @ geschrieben

Liebe Fatima, da stimme ich Jürgen zu. Die Schweiz hat angesichts ihrer geringen Einwohnerzahl einen großen Ausländeranteil und ist keineswegs ausländerfeindlich. GAnz im Gegenteil. Und wenn der Souverän, der Schweizer Stimmbürger für ein Minerettverbot stimmt, womit er zum Ausdruck bringen möchte, dass die Schweiz ihre Identität bewahren möchte, so ist das eine Entscheidung, die es zu respektieren gilt.
Ich finde es auch überaus mutig, dass da drei Nationalräte die Bilderberg-Konferenz besuchen wollten. Respekt ! Das hätten sich unsere Parlamentarier wirklich nicht getraut, weil isie zu feige sind.
Herzliche Grüße

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

@Gerina: Da habe ich aber von Freunden, die in der Schweiz leben, anderes gehört, aber darum ging es mir nicht.
Dann darf man gleichzeitig aber auch nicht meckern, wenn in der Türkei keine Kirchen gebaut werden dürfen, was aber ganz andere Gründe hat, nämlich finanzielle, nicht w eil man seine “Identitiät” bewahren will. Sowas hat man da gar nicht nötig. Egal , darum ging es mir nur sehr am Rande, es ging mir eher um den besorgniserregenden Pro-Israel-Kurs einiger SVP-Mitglieder, der hier ja auch schon mal Thema war. Wo da die “Fraktionen” verlaufen, ist mir zugegebenermaßen allerdings nicht bekannt. So gut wie keine Partei ist homogen, das sieht man ja gerade wieder an der deutschen “Linken”, die versucht, antizionistische Mitglieder mundtot zu machen.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

noch was zur direkten Demokratie: Gewisse Gefahren sehe ich immer noch, trotz des Gesagten, aber den Präsidenten würde ich hier schon gerne direkt wählen, so wie im Iran. Das ganze Parteiengesumse ist aber auch sehr hinderlich, mit seinen Fraktionszwängen usw., aber ich will nicht zu sehr abschweifen.

  Thomas hat @ geschrieben

Ich krieg immer einen zuviel, wenn ich das naive Geschwätz von Oliver Janich höre. Er mag zwar so ein ganz lustiger Kerl sein, mit dem man auch mal ein Bierchen trinken kann, aber von Politik und Soziologie versteht er herzlich wenig.
Ich finde auch seine Gedankengänge etwas wirr. Zum einen kommt er mit dem Märchen vom mündigen Verbraucher daher, der mit seiner Kaufentscheidung seinen politischen Einfluss geltend macht. Tatsächlich werden die Verbraucher aber manipuliert und wissen nicht, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wurde. Es interessiert auch die wenigsten, weil kaufentscheidend in aller Regel Qualität und Preis sind.
Ich hab auch nicht den logischen Zusammenhang mit dem Zentralbankensystem, das angeblich nur die Großbanklen unterstütze, verstanden. Irgendwie kommt Oliver Janich zusammenhanglos von einem zum anderen.
Ich find’s auch etwas weltfremd, zu glauben, dass es ohne Parteien zur politischen Willensbildung geht, und man nur jetzt eine gründet, mit dem Ziel sich später selbst aufzulösen, weil es keiner politischen Parteien mehr bedarf, sobald die Bürger wirklich frei über ihre Belange selbst entscheiden können.
Dieses Modell funktioniert vielleicht in einer Kommune von 100 Eingeborenen im Taka-Tuka-Land, aber nicht in einer völlig heterogenen Gesellschaft von 82 Mio. Bundesbürger mit völlig unterschiedlicher Prioritätssetzung und völlig unterschiedlichen Interessen.

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

@fatima:

Also so weit ich weiß gibt es in der Türkei überhaupt keine Kirchen, egal ob mit oder ohne Kirchturm. In der Schweiz dagegen gibt es viele Moscheen, nur dürfen die eben jetzt kein Minarett mehr haben. Ihr Vergleich hinkt also etwas stark. Wenn den Muslimen in der Schweiz an einem friedlichen Miteinander gelegen ist, dann ist ein fehlendes Minarett wohl hinnehmbar.

Gar nicht hinnehmbar dagegen ist, dass von oben willkürlich eine Multi-Kulti-Ideologie durchgedrückt wird, für die es keine Mehrheit gibt und die die Menschen um ihre nationale Identität und vor Überfremdung fürchten lässt. Dies ist ein weiteres Mittel der Globalisten um Nationen kaputt zu machen. Auch in dieser Hinsicht ist direkte Demokratie ein geeignetes Vehikel, um Spannungen abzubauen und die Durchsetzung einer blinden Ideologie zu verhindern. Ganz im Sinne der Bürger, und so soll es sein.

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

@Thomas: Wenn es ihnen an ökonomischem Verständnis mangelt, v.a. in Bezug auf das Funktionieren des Geldsystems und der Rolle, welche die Zentralbanken darin spielen, dann lesen Sie doch sein Buch. Da hat er es verständlich beschrieben. Es gibt auch weitere gute Literatur darüber. Dann ist auch nichts mehr wirr und unverständlich an der Geschichte.

Ohne täte unserem Land ein ökonomisches Alpabetisierungs-Programm sehr sehr gut. Das ökonomische “Wissen” was die große Mehrheit der Leute hat, ist großteils haarsträubend.

  Distelherz hat @ geschrieben

@Thomas

Mir geht es ähnlich. Die meisten der Fundamentalkritiker unseres politischen Systems, gleich welcher Couleur, beweisen einen eklatanten Mangel an Realitätssinn. Man erkennt zwar Mißstände und kann sie zumeist einigermaßen zutreffend benennen, aber wenn es um Lösungsansätze geht, wird’s ziemlich dünn.

@Fatima

Es mag Ihnen nicht gefallen, aber auch ein Pro-Israel-Kurs ist Teil des demokratischen Meinungsspektrums und absolut legitim. Sie müssen diese Meinung ja nicht teilen. Politiker aber erst mal nach deren Haltung zu Israel abzuklopfen, um danach zu entscheiden, ob man sich überhaupt noch mit ihren sonstigen Thesen auseinanderzusetzen gewillt ist, ist doch absurd – noch dazu, wenn es sich dabei um spezifisch außenpolitische Fragen handelt, die nur sehr wenig mit den realen Problemen Deutschlands (oder in Ihren Beispiel der Schweiz) zu tun haben.

  Sixty hat @ geschrieben

“Man darf Demokratie nicht mit dem vorherigen Ängstigen und Aufputschen des Volkes durch Wahlplakate verwechseln, die an die tiefsten Ängste der Menschen rühren, so dass sie dann natürlich auch entsprechend stimmen. Das ist Populismus …”

Das sehe ich auch so, Fatima … allerdings insbesondere auch bei der Energiepolitik, wo die Leute durch die (früher nur “Rot-Rot-Grün”- und inzwischen Allparteien-) Anti-AKW-Kampagnen auch entsprechend manipuliert wurden und werden … sozusagen permanente “Grünlicht-Bestrahlung” ;-)

Zu Oliver Janich … der (bzw. seine “Partei der Vernunft”) ist eindeutig neoliberal, ich kann mich auch nur wundern, was Jürgen dazu bewegt, mit dem so eng zusammenzuarbeiten …
http://www.parteidervernunft.de/parteiprogramm

Insbesondere:
“Das Programm orientiert sich streng an der österreichischen Schule der Nationalökonomie (Mises, Nobelpreisträger Hayek, Baader, Hülsmann et al). Aus deren Schriften ersehen Sie, dass diese Philosophie die einzige widerspruchsfreie und moralische Wirtschaftstheorie ist. Sie ist weniger eine Theorie als eine Beschreibung der Realität. Sie nimmt den Menschen so wie er ist und nicht so, wie Kollektivisten ihn haben wollen.”

“Ich find’s auch etwas weltfremd, zu glauben, dass es ohne Parteien zur politischen Willensbildung geht, und man nur jetzt eine gründet, mit dem Ziel sich später selbst aufzulösen, weil es keiner politischen Parteien mehr bedarf, sobald die Bürger wirklich frei über ihre Belange selbst entscheiden können.
Dieses Modell funktioniert vielleicht in einer Kommune von 100 Eingeborenen im Taka-Tuka-Land, aber nicht in einer völlig heterogenen Gesellschaft von 82 Mio. Bundesbürger mit völlig unterschiedlicher Prioritätssetzung und völlig unterschiedlichen Interessen.”

Auch da kann ich Thomas (=”Linkspatriot”?) nur zustimmen.

  arcos hat @ geschrieben

Mit diesem Janich wirds nichts. Klare Pleite.

  rubo hat @ geschrieben

Ich würde mich über Informationen zur Veranstaltung am 09.06. mit Prof. Udo Steinbach und Herrn Schäfer zu Libyen freuen.

  Mike F. hat @ geschrieben

@Thomas

Ganz so naiv haben sich die Argumente von Janich nicht angehört, zumindest die meisten nicht.

Man kann als Verbraucher mehr tun als man denkt. Man kommt zwar nicht an alle Informationen von den Produkten heran, aber wer sucht und Interesse zeigt, der findet schon einige Sachen. Man kann bei Wikipedia über viele Firmen in Erfahrungen bekommen, weshalb sie kritisiert werden (auch wenn Wikipedia immer mehr manipuliert wird). Ich kenne zudem erstaunlich viele Leute, die es interessiert, wie ich mein Konsumverhalten lebe. Natürlich soll man dabei nicht päpstlicher als Papst sein, aber Kleinvieh macht auch schon Mist. Hier einige Beispiele:

Wenn ich in einer Drogerie einkaufen gehe, bevozuge ich grundsätzlich die Ketten dm oder Rossmann im Gegenzug zu Schlecker. Schlecker ist ein äußerst brutaler Konzern, teurer als seine Konkurrenten und als Kunde lebt man auch dort auch etwas gefährlich, da Schleckerfilialen am meisten überfallen werden, wegen mangelnder Sicherheits-vorkehrungen.

Wenn ich mir Süßigkeiten oder Cafe kaufe, dann bestimmt nicht den minderwertigen, genmanipulierten und teuren Dreck von Nestlé.

Als Colatrinker braucht man nicht unbedingt das teure minderwertige Gesöff vom Konzern Coca Cola kaufen. Gerade weil dieser Konzern die Natur und die Leute skrupellos ausbeutet.

Wenn man unterwegs ist, man ist hungrig und die Geschäfte haben noch auf, da braucht man z.B. auch nicht zu McDoof, Wörger King oder Kentucky schreit f….en zu gehen. Außerdem ist der häufige Verzehr von künstlichen Geschmacksverstärker schädlich für das Gehirn.

Ich könnte noch etliche weitere Beispiele nennen, aber Sie wissen sicherlich, was ich meine. Wer Interesse zeigt, der kommt schon an einige Informationen heran. Wer natürlich weiterhin die Einstellung hat, “was kümmert mich das Leid der Anderen, Hauptsache mir geht’s gut”, bei demjenigen ist natürlich Malz und Hopfen verloren. Wenn immerhin einige wenige Leute sich schon Gedanken über ihr Kaufverhalten machen würden, wäre das schon mal ein Anfang. Das heißt übrigens nicht, dass man sich überhaupt keine “Vergehen” mehr leisten darf. Das wird sowieso nicht immer gelingen.

Wenn Sie außerdem wirklich Genaueres über unseres jetziges Finanzsystem erfahren wollen, dann empfehle diese Kurzdoku:

http://video.google.com/videoplay?docid=-8368239920596130207#

oder das Buch “Der Staatsbankrott” von Michael Grandt

Unser Finanzsystem wurde übrigens mit Absicht so kompliziert gemacht, damit die meisten Leute es nicht verstehen und somit auch nicht hinterfragen.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

arcos: Janich ist ein Guter! Soll ich nur Inzest mit Gleichgesinnten treiben???

  Anatole hat @ geschrieben

Zu der liberalen Stimme ein Zitat: “Um ein Vorurteil oder Berichtigung der Medienveröffentlichung entgegenzutreten

Unter den 70 Millionen türkischen Staatsbürgern leben Schätzungen zufolge etwa 200.000 Christen, mehrheitlich armenisch-apostolische (ca. 65.000). Einheimische Katholiken gehören meist zur armenisch-katholischen (ca. 3.000) oder syrisch-katholischen Kirche (ca. 1.200). Die 15.000 römisch-katholischen Christen sind hauptsächlich Ausländer.

Das sind in Prozent gerechnet: 0,286% Christen in der Türkei.

Die türkische Verfassung sieht eine strikte Trennung von Staat und Religion vor. Nach dem Vertrag von Lausanne von 1923 werden einige nichtmuslimische Minderheiten anerkannt; die römisch-katholische Kirche fällt nicht unter diesen Vertrag. Auch die anerkannten Religionsgemeinschaften sind für sich genommen nicht rechtsfähig, können also keine Verträge schließen. Gesetzesänderungen im Jahr 2003 brachten Erleichterungen für Religionsunterricht und Kirchenbau; ein Problem bleibt aber die Ausbildung von einheimischen Geistlichen. Die Fragen spielen auch eine Rolle im Blick auf die EU-Beitrittsverhandlungen.

Fakt ist das es heute in der Türkei Kirchen gibt, die ihre Gottesdienste ungestört zelebrieren können. Was den Rechtsstatus der Kirchen betrifft,gibt es -zugegeben- Probleme. Aber das haben z.B. muslimische Vereinigungen in Deutschland auch noch.

Bei Frage nach den Kirchenbauten muss man berücksichtigen: Wenn fünftausend Griechen vierzig Kirchen haben, braucht man keine Kirchen bauen. Ähnlich ist das auch bei den Katholiken. Der Erzbischof von Izmir hat keine zweitausend Katholiken, aber allein im Stadtgebiet von Izmir stehen sieben Pfarrkirchen. Anders ist das bei Kirchenrenovierungen. Wenn diese nicht erlaubt werden, muss man protestieren, denn diese Schikanen sind ein Rückfall ins 8. Jahrhundert. Damals hat der Kalif Kirchenrenovierungen verboten, was aber im 19.Jahrhundert nicht beachtet wurde. Die heute fast 150 Kirchen Istanbuls sind zum größten Teil im 19.Jahrhundert neu gebaut oder renoviert worden. Es gibt nur eine einzige griechische Kirche aus byzantinischer Zeit. Was aber heute erforderlich ist, sind einzelne Kirchen in Touristengebieten. Religiöse Literatur wird gedruckt. In Istanbul sind auch Bibelgesellschaften vertreten.

Ein Priester erzählt, dass er mit einer Gruppe in der Türkei ware und hätte heimlich in Izmir im Hotel Gottesdienst gefeiert, da kann man nur den Kopf schütteln. Er hat nicht gewusst, dass es in Izmir einen Erzbischof und sieben Kirchen gibt. Wenn man heute mit türkischen Fluglinien nach Istanbul fliegt, dann finden sich in der englisch-türkischen Bordzeitschrift Adressen von Kirchen, auch von Synagogen in Istanbul und Izmir. Das ist aber zu wenig bekannt. Es gibt eine Auflistung von allen hundertfünfzig Adressen der Kirchen samt Telefonnummern und Faxnummern. Das ist eine große Hilfe für viele Touristen, weil sie nun endlich auch die Kontakte knüpfen können. Das Buch heißt zwar „Konstantinopel – ein Reiseführer für Christen“, es finden sich dort die katholischen Kirchen und, soweit zu finden war, sind armenische und andere Kirchen in Anatolien bis zum Tur Abdin aufgenommen worden.

Erst informieren,Google hilft..wa Selam.

  chicano hat @ geschrieben

jürgen, frag dich mal warum ein intelligenter mann wie janich nicht schnallt, dass billigimporte aus skalvenarbeiterstaaten den ehrlichen kaufmann, handwerker und händler aussterben lassen. neoliberal triffts wohl punktgenau.

@ fatima

“Denn damit befördert man das Gegenteil davon, was Sie ja eigentlich wollen und was ich doch – bisher jedenfalls – sehr begrüßenswert fand, nämlich dass man die Gegensätze zwischen den einzelnen politischen Gruppen und religiös- weltanschaulichen Lagern überwindet.”

man überwindet gegensätze weder in dem man sie überbetont, noch in dem man sie verschweigt. manche gegensätze überwindet man sogar gar nicht oder können sie sich vorstellen wie hamasleute und zionisten fröhlich frühstücken?

manchmal muss man stellung beziehen und auch etwas behaupten gegenüber etwas anderem, das ansonsten das ende dessen einläuten würde, was man als recht und richtig erkannt hat für sein leben.

sonst ist es das gleiche was die globalisten tun, vom überwinden der gegensätze reden aber damit meinen, dass nur das eigene übrig bleibt. in dem falle irgendwann nur minarette statt kirchen, weil sich das christentum vielleicht eine zeit lang in einer identitätskrise befindet.

und hören sie doch bitte endlich mit propaganda auf ala “kirchen und das christentum hätten es so leicht in der türkei, wie der islam in europa oder christen hätten es überhaupt in irgendeinem sogenannten islamschen land so gut wie der islam oder muslime in der brd.”

die sanftheit des wahren christen wird doch eher tagtäglich zur beute von religionsstrategen im namen des islam und das weltweit. das ist eine traurige tatsache und leider keine propaganda.

und da regen sie sich auf wenn ein kleines aber feines land wie die schweiz sich daür entscheidet sich nicht so einfach abschaffen zu lassen.

  Oliver Janich hat @ geschrieben

Jürgen hat mich gebeten, hier zu antworten. Das Video zeigt nur Ausschnitte (weil die Kamera immer zu warm geworden ist), deshalb sieht man die ausführliche Argumentation nicht. Es gibt zig Videos von mir auf der pdv-Seite, in der ich alle Einwände behandle, auch den Unsinn, wir wären neoliberal (=sozialdemokratisch). Aber das Gespräch oben war nur ein Vorgeschmack auf mein Lieblingsprojekt, mit Jürgen einmal alle Aspekte coram publico zu diskutieren. Da kann ich auf alle Argumente ausführlich eingehen, es kommen immer dieselben von links. Warum wir uns gut verstehen, liegt neben der persönlichen Symphatie an einer einfachen Tatsache: Dass wir uns gegenseitig abnehmen, dass wir beide dasselbe Ziel haben: Eine gerechtere Welt. Über die Wege dorthin darf, nein muss man streiten. Der Liberalismus war ursprünglich eine Arbeiterbewegung. Lest Hayek doch einfach mal statt nur falsche Phrasen zu verwenden. Die Probleme der direkten Demokratie sind ganz einfach zu lösen: vor Ort müssen die Entscheidungen fallen. Obwohl das Minarett-Verbot eigentlich gegen das Eigentumsrecht verstößt, wäre das bei einer Entscheidung vor Ort weniger tragisch. Dann steht die Moschee eben in der nächsten Gemeinde.

  Linkspatriot/*PaLI* (“Patriotische Linke”) hat @ geschrieben

@sixty:
nee, der “Thomas”, der da schrieb, ist nicht meine Wenigkeit *Linkspatriot*.

  homunculix hat @ geschrieben

Partei der “Vernunft”? Was ist “Vernunft”? “Vernunft ist relativ!
Sind die einzelnen politischen Gruppen und religiös- weltanschaulichen Lager vernünfig wenn sie jeweils IHRE Idee vom Paradies auf Erden auf Kosten Anderer durchsetzen wollen?

Der kleinste gemeinsame Nenner der Menschheit sind Logik und MENSCHENRECHTE!

Warum kommt niemend auf die Idee die Menschenrechte zur politische-religiösen Ideologie, zum Parteiprogramm zu erheben und zum Masterpaln des eigenen handelns zu machen?

Fehlt es an “Vernunft”?

Die extremistische, christlich-jüdische Ideologie ist übrigens grob menschenrechts- und grundgesetzwidrig!

Wer es nicht glaubt sollte mal Bibel, Thora, Talmud, Kabbalah mit Artikel 1. GG vergleichen und einen Blick in die Geschichte werfen!

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

“Also so weit ich weiß gibt es in der Türkei überhaupt keine Kirchen, egal ob mit oder ohne Kirchturm. In der Schweiz dagegen gibt es viele Moscheen, nur dürfen die eben jetzt kein Minarett mehr haben. ”

Anatole hat ja schon geantwortet. Wenn ich durch “unseren” Stadtteil zum Steg gehe, wo die Dampfschiffe über den Bosporus starten, laufe ich allein an drei Kirchen vorbei, die auch noch dicht nebeneinander stehen, einen Turm haben und wo sonntags die Glocken läuten. Ansonsten hat Anatole ja schon alles gesagt. Das wirkliche Leben hilft da doch mitunter weiter als stures Googeln.

@Distelherz: Auch Sie müssen meine Meinung nicht teilen. Aber es stimmt, ich klopfe in der Tat jeden Politiker danach ab, ob er prozionistisch ist oder nicht, denn das bezieht sich nicht nur auf Nahost, sondern spielt in die globale Politik mit hinein. Zionisten haben NIEMALS das Wohl des jeweiligen Staates im Auge, sondern nur ihre Kapitalinteressen. Wenn man mal auf die Teilnehmerliste der Bilderberger schaut, wird das doch mehr als deutlich.
Mit national -. konservativ gesinnten Kräften, im Volksmund auch “Rechte” oder “Rechtskonservative” genannt, könnte ich mir sogar eine gewisse Zusammenarbeit vorstellen, solange es sich nicht um handfeste Rassisten wie die NPD handelt. Leider gibt es von denen nicht (mehr) allzuviele, da sie beinahe samt und sonders einen Schwenk zu Israel hin gemacht haben. Und die wenigen aufrechten Linken, die noch übrig geblieben sind, werden w ie gesagt ja auch gerade als “Antisemiten” an den Pranger gestellt.

Dazu gibts einen hervorragenden Artikel von Susanne Witt-Stahl im
HINTERGRUND, Heft 02 – 11 – „Sieg oder Holocaust“

Leider gibt es den Artikel selbst nicht online, sondern nur die dazu verwendeten Anmerkungen und Quellen:

http://www.hintergrund.de/hintergrund-heft-02-11-sieg-oder-holocaust.html

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

Herr Janich, Sie haben ja meinem Mann ein Interview gegeben.
http://www.muslim-markt.de/interview/2011/janich.htm

. Ich teile zwar nicht jeden Ihrer Standpunkte, vor allem was Zins angeht, aber dennoch nehme ich Ihnen wie Herrn Elsässer ebenso ab, dass Sie eine gerechtere Welt anstreben. Und das muss das Ziel aller sein!

  chicano hat @ geschrieben

@ o. janich

“Eine gerechtere Welt. Über die Wege dorthin darf, nein muss man streiten.”

wenns doch so einfach wäre. zuvor muss man wohl erst darüber streiten was denn eine gerechte welt wäre, auch da gehen die meinungen nämlich weit auseinander.

dann kann man sehen welche wege dorthin führen. doch steht wohl fest, dass nur gerechte wege zu einer gerechten welt führen können.

homuculix bringt es mit einfach worten auf den punkt:

“Vernunft ist relativ!

Der kleinste gemeinsame Nenner der Menschheit sind Logik und MENSCHENRECHTE!

Warum kommt niemend auf die Idee die Menschenrechte zur politische-religiösen Ideologie, zum Parteiprogramm zu erheben und zum Masterpaln des eigenen handelns zu machen?

Fehlt es an „Vernunft“?”

so in etwa argumentiere ich schon lange hier. alles andere ist eitles gerede und wird so wenig ändern wie das seit einer ewigkeit der fall ist. wenn das fundament auf schlamm gebaut ist wird der haus eben nicht stabil stehen.

  chicano hat @ geschrieben

@ fatima

“Wenn ich durch „unseren“ Stadtteil zum Steg gehe, wo die Dampfschiffe über den Bosporus starten, laufe ich allein an drei Kirchen vorbei, die auch noch dicht nebeneinander stehen, einen Turm haben und wo sonntags die Glocken läuten. Anatole ja schon alles gesagt.”

anatole hat zwar was gesagt aber siche rnicht alles ;)

meinen sie die wo immer der polizeischutz rumstehen muss? oder die, wo regelmäßig priester und bischöfe ermordet werden.

nur ein beispiel dessen, was es hier zum glück nicht gibt:

“Ankara – Der Täter traf Adriano Franchini am Bauch. Die Verletzung des Kapuzinermönchs sei nicht lebensbedrohlich, teilte der italienische Konsul in der Hafenstadt, Simon Carla, mit. Der mutmaßliche Attentäter wurde nach Angaben der Polizei festgenommen.

Franchini leitet die Kirche der Jungfrau Maria in Ephesus, sagte Carla. In einem Bericht des Fernsehsenders Habertürk hieß es, der Attentäter habe sich nach der Messe dem katholischen Geistlichen genähert und nach Informationen über das Christentum gefragt. Dabei sei es zum Streit gekommen und der Attentäter habe den Priester mit einem Messer in den Bauch gestochen.

Der Konsul sagte, Franchini sei bei Bewusstsein gewesen, als er ins Krankenhaus gebracht wurde. In den vergangenen zwei Jahren hat es mehrere Angriffe auf Christen in der Türkei gegeben. Während der weltweiten islamischen Proteste gegen Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen erschoss ein 16-jähriger im Februar 2006 in Trabzon einen katholischen Priester, der in seiner Kirche betete. Nach diesem Anschlag wurde ein katholischer Priester in Izmir angegriffen und ein weiterer in der Schwarzmeerstadt Samsun niedergestochen. Im April wurden drei Mitarbeiter eines Bibelverlages, darunter ein Deutscher, ermordet. Im November wurde ein assyrischer Geistlicher entführt, der inzwischen von Sicherheitskräften im Südosten der Türkei befreit wurde.

Die Angriffe haben die Frage aufgeworfen, ob die türkischen Behörden den Schutz der christlichen Minderheit garantieren können. ”

warum ich das erwähne wissen sie ja. sie waren es die beklagte wie intolerant es in der brd zu geht und wie tolerant in der türkei oder in islamischen staaten gegenüber christen uns das ist, mit verlaub bullsh..

  chicano hat @ geschrieben

zurück zum thema oder wo die reise wirklich hingeht. altbekannt aber nicht zu vergessen:

eine der meistgelsenen zeitungen der welt (financial time) schrieb im dezember 2008:

Leitartikel von Gideon Rachman, Financial Times, 8. Dezember 2008

“Ich habe nie geglaubt, dass es eine heimliche UN Verschwörung gibt, die die USA übernehmen will. Ich habe noch nie schwarze Hubschrauber am Himmel über Montana schweben sehen. Aber, zum ersten Mal in meinem Leben, glaube ich , die Bildung einer Art Weltregierung ist plausibel.

Eine “Weltregierung” würde viel mehr als die Zusammenarbeit zwischen den Nationen bedeuten. Sie wäre ein Unternehmen mit staatsähnlichen Merkmalen, die durch eine Reihe von Gesetzen gestützt wird.

Die Europäische Union hat bereits eine kontinentale Regierung für 27 Länder und könnte ein Modell sein. Die EU hat ein oberstes Gericht, eine Währung, Tausende von Seiten des Gesetzes, einen großen öffentlichen Dienst und die Fähigkeit zur Bereitstellung militärischer Gewalt.
So könnte das europäische Modell sich weltweit verbreiten? Es gibt drei Gründe zu glauben, dass es könnte.

Erstens ist es immer deutlicher, dass die schwierigsten Fragen, mit denen die nationalen Regierungen konfrontiert werden, internationaler Natur sind: Es gibt die globale Erwärmung, eine globale Finanzkrise und einen “globalen Krieg gegen den Terror”.

Zweitens, es ist machbar. Die Verkehrs-und Kommunikationsinfrastrukturrevolutionen haben die Welt so klein gemacht, dass, wie Geoffrey Blainey, ein herausragender australischer Historiker, geschrieben hat: “Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, ist Weltregierung irgend einer Art jetzt möglich.” Herr Blainey sieht einen Versuch, eine Weltregierung irgendwann in den nächsten zwei Hundert Jahren zu bilden, was eine ungewöhnlich lange Zeithorizont für die durchschnittliche Zeitungsspalte ist.

Aber – der dritte Punkt – eine Änderung in der politischen Atmosphäre deutet darauf hin, dass “Global Governance/Weltsteuerung” viel früher kommen könnte. Die finanzielle Krise und der Klimawandel drängen die nationalen Regierungen auf globale Lösungen, auch in Ländern wie China und den USA, die traditionell heftige Hüter der nationalen Souveränität sind.

Barack Obama, Amerikas kommender Präsident, teilt nicht die Verachtung der Bush-Administration vor internationalen Abkommen und Verträgen. In seinem Buch, The Audacity of Hope, argumentiert er, dass: “Wenn die weltweit einzige Supermacht ihre Macht gern beschränkt und sich an international vereinbarte Benehmens-Standards hält, sendet sie ein Signal, dass diese Regeln seien, denen zu folgen es sich lohnt.” Die Bedeutung, die Herr Obama den Vereinten Nationen beimisst, wird durch die Tatsache gezeigt, dass er Susan Rice, eine seiner engsten Mitarbeiterinnen, als Amerikas Botschafter bei den Vereinten Nationen bestellt hat, und ihr einen Sitz im Kabinett gegeben hat.
Ein Vorgeschmack der Ideen, die in Obama-Kreisen die Runde machen, wird durch einen kürzlich erschienenen Bericht aus dem Managing Global Insecurity (MGI) Projekt angeboten, dessen kleine US-Beratungs-Gruppe John Podesta umfasst, den Mann, der an der Spitze von Herrn Obamas Übergangs-Team steht, und Strobe Talbott, den Präsidenten der Brookings Institution , aus denen die Frau Rice gerade auftauchte.

Der MGI-Bericht plädiert für die Schaffung eines UN-Hochkommissars für Anti-Terror-Aktivität, ein rechtlich verbindliches Klima-Wandel Abkommen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und die Schaffung einer 50.000 Mann starken UN-Friedenstruppe. Sobald die Länder Truppen für diese Reserve-Armee zugesagt haben, würde die UN den ersten Anspruch auf sie haben.

Dies ist die Art von Ideen, die Menschen nach ihren Gewehren in America’s talk-Radio Kernland greifen lassen. Im Bewusstsein der politischen Brisanz seiner Ideen, setzt der MGI Bericht auf beruhigende Sprache. Er betont die Notwendigkeit der amerikanischen Führung und verwendet den Begriff, “verantwortliche Souveränität” – bei der Forderung nach internationaler Zusammenarbeit – eher als die radikaler klingende Formulierung, die in Europa bevorzugt wird: “geteilte Souveränität”. Darüber hinaus spricht er über “Global Governance” und nicht Weltregierung.

Aber einige europäische Denker meinen zu erkennen, was vor sich geht. Jacques Attali, Berater von Präsident Nicolas Sarkozy in Frankreich, argumentiert, dass: “Global Governance” ist nur ein Euphemismus für die globale Regierung. “Was ihn selbst angeht, meint er, irgendeine Form der globalen Regierung könne nicht früh genug kommen. Herr Attali ist der Auffassung, dass der “Kern der internationalen Finanzkrise ist, dass wir die globalen Finanzmärkte und keine globale Rechtsgewalt haben”.

Also, so scheint es, alles ist vorhanden. Zum ersten Mal seit homo sapiens begann, Schnörkeleien auf Höhlen-Wänden zu malen, gibt es ein Argument, eine Chance und ein Mittel, um ernsthafte Schritte auf eine Weltregierung zu zu machen.

Aber wollen wir uns nun nicht mitreißen lassen. Zwar scheint es möglich, dass irgendeine Art von Welt-Regierung im Laufe des nächsten Jahrhunderts zum Vorschein kommen könnte, aber jede Bemühung um “global governance/Weltsteuerung” hier und jetzt wird ein schmerzhafter, langwieriger Prozess.
Es gibt gute und schlechte Gründe. Der schlechte Grund ist ein Mangel an Willen und Entschlossenheit seitens der nationalen, politischen Führer, die – während sie über “einen Planeten in Gefahr” gern reden – doch letztlich noch viel stärker auf ihre nächste Wahl zu Hause. fokussiert sind.

Jedoch, dieses “Problem” weist auch auf einen mehr zu begrüßenden Grund hin, warum die Fortschritte bei der “Global Governance/Weltsteuerung” langsames Rodeln sein wird. Auch in der EU – dem Kernland der rechtsbasierten internationalen Regierung – ist die Idee nach wie vor unbeliebt. Die EU hat eine Reihe von demütigenden Niederlagen in Referenden erlebt, wenn Pläne für “immer engere Union” den Wählern vorgelegt wurden. Im Allgemeinen hat die Union Fortschritte am schnellsten gemacht, wenn weit reichende Angebote von Technokraten und Politikern vereinbart wurden – und dann durchgesetzt ohne direkte Bezugnahme auf die Wähler. Internationale Governance/Weltsteuerung tendiert, nur wirksam zu sein, wenn sie anti-demokratisch ist.

Die dringlichsten politischen Probleme der Welt könnten in der Tat internationalen Charakters sein, aber die Identität des durchschnittlichen Bürgers hält sich hartnäckig auf lokaler Ebene. Bis jemand dieses Problem knackt, bleibt der Plan für die Welt Regierung gesperrt und wird sich in einem abseits gelegenen Safe an der UN bleiben. “

  chicano hat @ geschrieben

  chicano hat @ geschrieben

  chicano hat @ geschrieben

wenn die eu fällt, dann fällt das model bzw. der prototyp der nwo. es sieht gar nicht so schlecht aus. die schaffen das nicht mit der eu!

compact muss vielleicht noch viel, viel bissiger werden in diese richtung, denn das könnte der alles entscheidende schlüssel sein. klar, die auflage muss auch verkauft werden und dafür braucht man ein bischen leipziger allerlei. aber zum jetzigen zeitpunkt sollten alle leitartikel vielleicht in die selbe kerbe schlagen. nur laut nachgedacht. habe respekt vor dem verlegerischen mut.

  Claudia Wädlich hat @ geschrieben

Natürlich war von Anarchie die Rede. Wer sind Sie ” Libertäre Stimme ” ?
Auch bei Ihnen gilt, Sie wären ehrlicher, wenn Sie sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken würden. Ihre Antwort gehört nicht zum Thema.

  Distelherz hat @ geschrieben

@Fatima

“Mit national -. konservativ gesinnten Kräften, im Volksmund auch „Rechte“ oder „Rechtskonservative“ genannt, könnte ich mir sogar eine gewisse Zusammenarbeit vorstellen, solange es sich nicht um handfeste Rassisten wie die NPD handelt. Leider gibt es von denen nicht (mehr) allzuviele, da sie beinahe samt und sonders einen Schwenk zu Israel hin gemacht haben.”

Nein, nein, und nochmals nein, und zwar in mehrfacher Hinsicht ;)

Erstens:

Eine politische Positionierung pro oder contra Israel in der Rechten ist keineswegs eine ideologische Frage, sondern beruht auf der Abwägung von Interessen.

Es gibt durchaus einen pathologischen Philosemitismus à la PI-Herre & Co., dessen Ursache im deutschen Schuldkomplex zu suchen ist, und der von den Juden selbst keineswegs durchweg goutiert wird. Man erinnere sich an das Interview mit Charlotte Knobloch in der JF vom 13.10.2000; Zitat Knobloch: “Die Philosemiten sind für mich eine sehr gefährliche Gruppe, denn man kann sie nicht einschätzen und sie bringen eine Thematik, die undurchsichtig ist.” Der Herre-Kreis ist aber keineswegs als rechts oder gar konservativ einzustufen, sondern folgt einem wirren Liberalismus zwischen amerikanischer Neocon-Attitüde und europäischem “anything goes”. Der ehemalige Porno-Schundliterat Broder ist dafür ein weiteres gutes Beispiel.

In der Breite aber ist die Anlehnung an Israel seitens der konservativen Rechten aber eine Reaktion auf die migrationsbedingte Erstarkung des Islam in Europa. Man betrachtet Israel als Vorbild für Selbstbehauptung gegenüber einem fanatisierten Feind und erhofft sich über die Brücke “Der Feind meines Feindes ist mein Freund” wohl auch eine Legitimation der eigenen Sache gegenüber einer durchweg ablehnenden Medienlandschaft. Insofern ist der Schwenk hin zu Israel rationale Interessenpolitik und kein ideologisches Statement.

Bei Ihnen hingegen unterstelle ich, daß die Ablehnung von allem, was einen positiven Bezug auf Israel nimmt, sehr wohl einen ideologischen Hintergrund hat, weshalb Sie auch stets so reflexhaft auf dieses Thema reagieren.

Zweitens:

Eine, und sei es auch nur temporäre, Zusammenarbeit mit originär konservativen Kräften (nennen Sie sie rechts, national oder reaktionär, wie auch immer) wird es für Sie, Fatima, niemals geben, weil Ihre Zielsetzung so fundamental (im doppelten Wortsinne) von derjenigen abweicht, die Konservative verfolgen, daß eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit überhaupt keinen Sinn ergäbe. Es reicht nicht, zufällig auch gegen konsumistische Dekadenz, Abtreibung oder Homoehe zu sein, wenn Ihre eigentliche Agenda ein Affront, ja mehr noch, eine Kriegserklärung für jeden abendländisch gesinnten Konservativen ist. Das ist nun mal die unverblümte Wahrheit, die benannt werden muß, und der grundlegende Webfehler in Elsässers Volksinitiative.

  Flora hat @ geschrieben

welt online hat einen Bericht über das Bilderberg-Treffen! Der liest sich so, als würde es in den nächsten Tagen stattfinden. Autor: Reto Vassella, den gibts aber anscheinend gar nicht.

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

@Fatima:

Aha, ihr Mann war das also. Offenbar hat auch er den Zins und das Geldsystem nicht verstanden. Ich hoffe es klappt noch. Mit der letzten Bemerkung am Ende des Interviews hat er ohnehin klar ein Eigentor geschossen, ich bezweifle aber dass er es bemerkt hat. Da musste er seine Position nochmals etwas zurechtrücken, nachdem ihm gegen Oliver Janich die Argumente ausgegangen sind. ;)

Ich bezweifle doch stark dass Christen in der Türkei in Sachen Religionsausübung wirklich gleichberechtigt sind und alle gleichen Rechte haben wie Muslime. Auch mir sind da einige Dinge zu Ohren gekommen. Aber niemand redet hier davon, dass Muslime in D ihre Religion nicht frei ausüben dürfen. Aber sie müssen sich eben an die Gegenheiten und v.a. an die deutschen Einwohner etwas anpassen. Und wenn man hier befürchtet dass die eigenen Tradition bedroht sind von Überfremdung, dann haben wir Deutsche das Recht dagegen etwas zu unternehmen. Und Rücksichtnahme von seiten der Gäste ist wohl kaum zu viel verlangt. Wer guten Willens hier herkommt kann das auch akzeptieren.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

Distelherzchen: Sie müssen sich nicht so aufplustern, als ob Sie der “Führer” der rechten, konservativen oder weißderteufel Bewegung wären. Sie sprechen für sich. Wenn Sie nichts mit Fatima und dem Islam zu tun haben wollen – Ihr Ding. Andere sind klüger. Übrigens auch einige Rechte, die dem muslimmarkt Interviews gegeben haben.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

J. E lsässer: Nein, er spricht nicht nur für s ich und die sonst was Rechte, oder was er dafür hält, er spricht auch noch für mich, weil er mich anscheinend sehr gut kennt. Ok. Chicano, jetzt zu Ihnen:

Ich erlaube mir da durchaus, Ihnen pure Unwissenheit über die Türkei zu unterstellen, jedenfalls über Istanbul. Da gibt es KEINEN Polizeischutz für Kirchen, weil er nicht nötig ist! Fahren Sie doch einfach mal hin, statt nur Pipi zu lesen.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

Distelherz: Noch eine Anmerkung zu Ihrem “Webfehler der Volksinitiative”:

Ich gehöre nicht zur Volksinitiative, nur weil ich hier auf dem blog schreibe, bin da also nicht “eingewebt”. Nur damit Sie nicht auf falsche Gedanken kommen.

  Distelherz hat @ geschrieben

Monsieur Elsässer,

Sie haben recht, ich spreche für mich, und Ihr Kommentar spricht für sich. Wenn Sie ein Interview mit dem Muslim-Markt als ein Angebot zur Zusammenarbeit mißverstehen, so ist das Ihr Bier. Oder Trollinger, wenn’s Ihnen lieber ist. Wieso Sie mich mit dem Führer verwechseln, ist mir auch schleierhaft, der ist schließlich tot. Aber wenn ich tatsächlich der Führer wäre, würde ich dem Muslim-Markt auch ein Interview geben. Dem Neuen Deutschland auch. So wie die Knobloch der JF eines gab. Die darauf folgende enge Zusammenarbeit zwischen dem Zentralrat der Juden und der “Neuen Rechten” ist ja auch legendär…

Und an Fatima:

Das ist billig. Es spielt keine Rolle, ob ich Sie persönlich kenne. Es reicht, Ihre Beiträge hier zu lesen und einigermaßen gut zu wissen, welchen politisch-religiösen Hintergrund Sie haben. Es ist ja so, daß Sie sich selbst in annähernd jedem Beitrag direkt oder indirekt auf diesen beziehen, nicht wahr? Insofern kommentiere ich einfach nur das, was Sie schreiben, und setze es, sofern nötig, in Beziehung zu der Ideologie, für die Sie stehen, und von der ich nichts halte. Punkt.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

Distelherz: Die Art, wie Sie Ihre persönliche Hinwendung zu Israel als rational, die Ablehnung Fatimas aber als ideologiebehaftet darstellen, spricht Bände. Die Ablehnung des Zionismus ist eine conditio sine qua non jeder antiimperialistischen Position. Im Unterschied zu Ihnen und Ihresgleichen haben das etliche andere Konservative kapiert. Also hören Sie auf mit diesen Vereinnahmungen.

  chicano hat @ geschrieben

@ liebe fatima

“Ich erlaube mir da durchaus, Ihnen pure Unwissenheit über die Türkei zu unterstellen, jedenfalls über Istanbul.”

unterstellen können sie was sie wollen, ich verzeihs ihnen. aber die wirklichkeit sieht anders als ihre unterstellungen, leider.

und seit wann ist istanbul die türkei? in der hauptstadt passt man scho a bisserl auf, wie würde das denn in der presse aussehen. aber etwas außerhalb darf der christenhass durchaus zelebriert werden. was soll das versteckspiel. es ging ja nur um ihre beschwerden wie arm die muslime in der brd doch dran sein.

ansonsten muss ich mal wieder dem distelherz zur seite stehen, auch wenn ihm das wohl nicht gefällt ;)

“In der Breite aber ist die Anlehnung an Israel seitens der konservativen Rechten aber eine Reaktion auf die migrationsbedingte Erstarkung des Islam in Europa. Man betrachtet Israel als Vorbild für Selbstbehauptung gegenüber einem fanatisierten Feind und erhofft sich über die Brücke „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ wohl auch eine Legitimation der eigenen Sache gegenüber einer durchweg ablehnenden Medienlandschaft. Insofern ist der Schwenk hin zu Israel rationale Interessenpolitik und kein ideologisches Statement.”

man kann das statement so auslegen wie der hausmeister es tut aber man muss es nicht so auslegen und ich verstehe distelherz auch nicht so, sondern so, wie dort wortwörtlich steht.

die konservativen in distelherzens (mögen die disteln nicht alles kaputtstechen) spielen nur das spiel das alle spielen: der feind meines feindes ist mein freund. da sie das auch oft spielen herr hausmeister, auch wenn sie dann andere feinde sehen, finde ich ihre kritik etwas haubacken. nix für unjut.

man nicht alles was in israel geschieht dem zionismus gleichsetzen kann.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

nicht ganz o.T.:

Joachim Starbatty, einer der Kläger gegen den Lissabonvertrag, heute bei Maybritt Illner:

“Milliardengrab Euro
Noch mehr Geld für Griechenland?”

http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,8245443,00.html

Schon ein Wunder, dass er überhaupt eingeladen wurde.

  Sixty hat @ geschrieben

“Wieso Sie mich mit dem Führer verwechseln, ist mir auch schleierhaft, der ist schließlich tot.”

Distelherz, das ist doch wohl nicht Ihr Ernst. Von DEM Führer, den Sie hier benennen, war doch gar nicht die Rede, das wissen Sie selber ganz genau.
Ansonsten kann ich nur sagen: Islamismus und Zionismus sind nur zwei konträre Ideologien, aber beide sind weder “links” noch “fortschrittlich”.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

@Sixty: Ich hab ja nie behauptet , eine Linke zu sein. Und was “fortschrittlich” ist, darüber gibt es verschiedene Definitionen.

  Distelherz hat @ geschrieben

@Elsässer

Die Art, wie Sie Ihre persönliche Hinwendung zu Israel als rational, die Ablehnung Fatimas aber als ideologiebehaftet darstellen, spricht Bände.

Richtig lesen, Herr Elsässer. Ich habe eine Situationsbeschreibung abgegeben, keine Selbstbezichtigung.

Worum es mir ging war eine in der Tat rationale Erklärung für die breite Hinwendung zu Israel in konservativen und freiheitlichen Kreisen. In keinem Satz habe ich für mich selbst in Anspruch genommen, diese Position zu teilen. Tatsächlich habe ich mich weder Israel zugewendet noch den Palästinensern abgewendet. Ich versuche stattdessen für mich ganz persönlich, in einem (ideologie-)freien und unkorrumpierten Geisteszustand zu verweilen.

Für Sie hingegen scheint alles andere als hemmungslose Parteinahme für die Palästinenser schon Zionismus zu sein, und der Zionismus ist natürlich das Böse schlechthin. Soviel Manichäismus hat schon G.W. Bush nicht gut getan, auch wenn seine Einteilung der Welt in Gut und Böse womöglich etwas anders aussah als die Ihre. Rational ist das jedenfalls nicht, da haben Sie mit Fatima was gemeinsam. Ideologisch schon eher.

Die Ablehnung des Zionismus ist eine conditio sine qua non jeder antiimperialistischen Position.
Als Antiimperialist würde ich mich allerdings auch nicht bezeichnen, schon weil ich diese Agitprop-Prosa verachte.

  Distelherz hat @ geschrieben

@Sixty

Distelherz, das ist doch wohl nicht Ihr Ernst. Von DEM Führer, den Sie hier benennen, war doch gar nicht die Rede, das wissen Sie selber ganz genau.

Natürlich ist das mein Ernst, oder glauben Sie, Elsässer hätte das Wörtchen “Führer” rein zufällig in seiner Replik an mich gewählt? Altlinke Reflexe, angeblich längst überwunden, oder? Umgekehrt hätte er sicher wieder eine Entschuldigung verlangt, alternativ mit (erneutem) Hausverbot gedroht. Aber da ich über Humor verfüge, nehme ich solche Vorlagen gern auch mal auf.

  Bruno hat @ geschrieben

Thomas und Sixty zu Oliver Janich: Ihr habt mir Zeit und Energie gespart bei den Einwänden gegen die liberalen Ideen von Oliver Janich. Ein zuge-
geben sympathischer integrer Mann und seine liberale Vision von Marktwirtschaft ist auch sehr nett – nur leider noch unzeitgemäßer als viele linke Utopien es waren. Wenn sich jetzt gesellschaftlicher Wandel vollzieht,
wenn etwas in Gang kommt, dann nicht auf einer tabula rasa, die man
beliebig ausfüllen könnte, sondern in einer krisenhaften potenziell gewalt-
samen Situation. Die Zeiten sind nicht normal, Wege zurück zur sozialen Marktwirtschaft sind illusionär, die ökonomisch-ökologische Megakrise
lässt solche wohltemperierten Kompromisslösungen nicht mehr zu.
Zu Mike F. Alles an sich gut und richtig, aber für den Erfolg dieser consumer power braucht es viel Zeit, Zeit, die einfach nicht mehr vorhanden ist.
Lieber Juergen Elsaesser, gerade als linker muss man doch über etwas
kritisches Bewusstsein gegenüber liberalen Ideologien verfügen, ganz
gleich wie gut diese auch gemeint sein mögen (ich nehme mal an, das kommt in deinen diskussionen mit janich zur sprache). Die Zeiten eines Adam Smith sind unwiderruflich vorbei, die Probleme des 21. Jahrhunderts sind ohne Beispiel in der Weltgeschichte, da muss auch theoretisch etwas
Neues kommen; natürlich auch auf Seiten der Linken. Immer wieder den
ollen marx beschwören bringts auch nicht mehr, mindestens Systemtheorie
und ökologisches Grundlagenwissen (vom Klimaschwindel zu reden ist absolut albern und eine Beleidung der menschlichen Vernunft!!) müssen schon dabei sein.
Wir sollten nicht die ideologischen Blindheiten der Liberalen und Rechten
übernehmen, sondern ihre “richtigen” Einsichten und Positionen.
Wie ja auch in Compact schon dokumentiert, ansatzweise.
Noch etwas: Strategien, die zu gewissen Zeiten vernünftig und gewinnbringend waren, der sozialdemokratische Gradualismus und Reformismus der Nachkriegszeit, diese Konzepte sind in der heutigen zeit
chancenlos, weil die Stabilität der Institutionen, die sie voraussetzen, nicht mehr gegeben ist. Kein Leninismus, kein Putschismus, aber eine radikale
Strategie wird sich m.E. als realistischer erweisen, als diese Schrittchen-für Schrittchen-Politik. Wie gesagt, die zeit dafür ist verstrichen.
Massenkonsens kann nur entstehen durch das Ernstnehmen der konservativen Herzensangelegenheiten: die Ziele nationale Souveränität
nach außen (gegenüber dem wankenden US-Imperium, gegenüber der EUdSSR) wie nach Innen (Integrationsskepsis – kein Rassismus!, Wahrung kultureller Identität – nichtmuseal -), Interessen des Mittelstands wirklich ernst nehmen statt Arbeiterklassenromatik (ist wirklich obsolet).
Was das Liberale angeht: Schutzmechanismen zugunsten individueller Freiheiten, Schutz vor staatlicher Machtanmaßung, also so etwas wie rechtsstaat, eigentlich ein ewiges Thema, in jeder Gesellschaftsformation.
Wir werden diesen gottverdammten Staat (egal wie er ausgerichtet ist oder
personell besetzt ist) noch auf absehbare Zeit brauchen, deswegen kann
unser strategisches Denken sich nicht an ihm vorbeimogeln und von einer
herrschaftsfreien Marktwirtschaft der Kleineigentümer träumen.
Natürlich habe auch ich keinen Masterplan, weiß zunächst nur, was nicht geht. Aber für eine Alternative, einen positiven Entwurf stehen ja so viel
intelligente und kreative Geister in diesem Blog bereit. (keine Ironie)

  Flora hat @ geschrieben

Nochmal zu meinem Hinweis auf den welt online-Artikel von heute zum Bilderberg-Treffen: er erschien ursprünglich am 7. 6. in der schweizerischen (Springer) “Handelszeitung”. Der Autor heisst Reto Vasella.

  Lutz Dorawa hat @ geschrieben

@Bruno

Oliver Janich ist für mich die unbekannte deutsche neue Version von “Al Gore”!

Nicht der Weg war das Argument zu dem Zitat, sondern das Ziel und die politischen Parameter, die er im Parteiprogramm der PDV vertritt. Wenn er es wirklich ernst meint, sollte er sein Parteiprogramm verändern und sich nicht als neoliberaler Trojaner im Truther-Pelz mit Sprachrohrfunktion einer superkritischen Partei betätigen.

3-4 Bierchen würde ich mit ihm auch “süffeln”, ein reger Gedankenaustausch untereinander kann nicht schädlich sein, sondern erhellend in den einzelnen Sichtweisen und Perspektiven, wie auch immer…

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

Also es ist einfach hinreißend wie hier im Forum ein paar linke Gedankenpanscher auf dem guten Oliver Janich rumhacken. Und nur, weil seine libertäre Überzeugung ihnen nicht ins Weltbild passt. Diese Leute sollten sich mit der Österreichischen Schule besser mal beschäftigen anstatt sie hier mies zu machen. Im Gegensatz zu anderem ideologischen Mist – egal ob Keynes, Marx oder Friedman – haben sich Hayek und Mises nämlich bewährt. Gerade auch in der Finanzkrise! Aber rummaulen ist offenbar immer leichter als mal etwas Neues zu lernen. Unfassbar.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

Libertärer: Jetzt sind Sie es aber, der sich künstlich aufregt. Obwohl ich O.J. gegen manchen Angriff in Schutz genommen habe, kann ich nicht erkennen, dass hier auf diesem blog besonders unflätig diskutiert würde. Das ist doch alles sehr zivilisiert. Wenn Sie das schon “unfassbar” finden, werden Sie im Netz kaum ein gemütliches Plätzchen finden – außer unter Ihresgleichen.

  Libertäre Stimme hat @ geschrieben

@Elsässer: Es geht mir nicht um unflätige Bemerkungen, davon habe ich nichts geschrieben. Es geht darum, dass hier offenbar eine Menge Leute Dinge äußern, völlig ohne jede Sachkenntnis. Wenn ich Bemerkungen lesen muss wie “ist doch völlig überholt”, “gescheitert”, “neoliberale Ideologie” o.ä., offensichtlich ohne dass man sich auch nur 5 Minuten mit Hayek beschäftigt hat, mit absolut Null Ahnung, ja, da werde ich sauer. DARÜBER rege ich mich auf. Aber Sie haben wohl recht, über intellektuelle Faulheit und Ignoranz lohnt es sich nicht sich zu echauffieren. Wollte das auch nur mal kundtun.

  fatimaoezoguz hat @ geschrieben

Passt hier zwar nicht so ganz hin eigentlich, aber nochmal zur SVP:
Sie hat zusammen mit anderen eine Petition gegen Sexualkunde in Schweizer Kindergärten und Schulen eingereicht. Das ist etwas, was Christen und Muslime ja durchaus mittragen können.

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Konservative-attackieren-Sex-Unterricht-23488593

Schade, dass konservative Kräfte es vorziehen, gegen die Muslime eine Front zu eröffnen, statt mit ihnen wenigstens in solchen Punkten zusammenzuarbeiten. Was konservative Werte angeht, sind wir da absolut d´accord.

  juergenelsaesser hat @ geschrieben

Libertäre: O tempora, o mores!

  Mike F. hat @ geschrieben

@Bruno

“aber für den Erfolg dieser consumer power braucht es viel Zeit, Zeit, die einfach nicht mehr vorhanden ist.”

Das sehe ich anders. Man kann gleich beim nächsten Einkauf schon damit anfangen etwas an seinem Konsumverhalten zu ändern. Dafür ist es nie zu spät. Auch wenn keiner so richtig weiss, was uns die nächsten Jahre aufgrund der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse bevorsteht.

Entweder man wirft gleich die Flinte ins Korn und denkt sich, dass alles hat ja eh keinen Sinn und kapituliert oder man beginnt wenigstens den Versuch an einigen Dingen etwas zu ändern, auch wenn es zuerst ganz kleine Schritte sind.

Was Sie persönlich daraus machen, das müssen Sie lieber Bruno natürlich für sich selbst entscheiden, wie jeder andere Konsument auch.

  Distelherz hat @ geschrieben

@Fatima

Freilich sind wir d’accord in diesen Bereichen. In der Schweiz gibt es ja immerhin die Möglichkeit des Bürgerentscheids. Da kann der geneigte Muslim mit schweizer Paß dann ja sein Kreuzchen nach Belieben machen. Bei uns gibt’s das nicht, insofern stellt sich (leider!) auch die Frage nicht.

  Distelherz hat @ geschrieben

Nachtrag: Das sind ohnehin Einzelfragen. Wenn Sie von Zusammenarbeit gesprochen haben, dann dachte ich mehr an themenübergreifende breit angelegte Initiativen, wie beispielsweise die von Elsässer. Daß in partikularen Angelegenheiten Überschneidungen stattfinden, wo sich die unterschiedlichsten Bürger dann bei gleichen Interessenslagen auch gleichermaßen engagieren können, sollte in einer Demokrate (noch dazu einer Basisdemokratie schweizer Vorbilds) selbstverständlich sein. Da sind wir gar nicht so weit auseinander.

  Bruno hat @ geschrieben

Libertärer:
Wenn ich nun, nachdem ich solche Ideologen wie Marx, keynes, Altvater,
Galbraith, E.F. Schumacher, W. Hankel rezipiert habe, auch ein Werk von
Hayek durcharbeite (hab jetzt bald Sommerferien), würden Sie dann,
geneigter Mitdiskutierer, darauf verzichten, mit Blick auf mich und andere
Linke auf begriffe wie “intellektuell faul” und “ignorant” zu verzichten?
Ich habe ja gar nich auf Janich herumgehackt, sondern gesagt, dass er mir
sehr integer vorkommt. Mein Einwand ist, dass dieses schöne Modell in un-
serer krisengeschüttelten Welt (uns stehen noch technische und politische Katastrophen bevor, hören Sie sich doch mal Celente und andere radikale
US-Kritiker an!) keine Voraussetzungen hat.
Mit ökologisch korrektem Einkauf kann man die grauenhafte Ausbeutung und den Hunger in der Welt (Jean Ziegler!) nicht stoppen. Moral ist gut,
aber ohne Politik (Kampf um die Macht) geht gar nix.

  chicano hat @ geschrieben

  Lutz Dorawa hat @ geschrieben

@Libertäre Stimme

Stichwort Neoliberalismus, widerlegen sie es! Außer Verweise auf Hayek & Co bieten mir nichts substanzielles. Sie wollen eine Arbeitsgrundlage, bitte schön..ohne Marx, Keynes, Hayek, Mises, sondern nur mit einem gesunden Menschenverstand..

http://www.parteidervernunft.de/flexibilisierung_des_arbeitsmarktes.html

Sie können mit Sicherheit diese Achterbahnfahrt zwischen naiven Agenda- Murks und guten Ansätzen mit ihrer Sachkenntnis in mehr oder weniger kurzen Worten vermitteln oder?

Außerdem zeige ich ja eine gewisse Bereitschaft..siehe:
“sondern erhellend in den einzelnen Sichtweisen und Perspektiven, wie auch immer…”

Also..unter Zuhilfenahme ihres Parteiprogramms führen sie die fiesen Kritiker bitte in das Licht…..

  Sixty hat @ geschrieben

Also mein lieber Bruno … Sie sind ja schon ein ganz besonders schwieriger Fall ;-)
In der Distanz zum Liberalismus sind wir uns ja durchaus einig … aber Ihr wertkonservativer “Okologismus” ist doch genauso wenig eine Alternative.

“vom Klimaschwindel zu reden ist absolut albern und eine Beleidung der menschlichen Vernunft!!)”

Das ist Ihre subjektive Meinung, das kann man aber aus gutem Grund auch vollkommen anders sehen.

“Massenkonsens kann nur entstehen durch das Ernstnehmen der konservativen Herzensangelegenheiten: die Ziele nationale Souveränität
nach außen (gegenüber dem wankenden US-Imperium, gegenüber der EUdSSR) wie nach Innen (Integrationsskepsis – kein Rassismus!, Wahrung kultureller Identität – nichtmuseal -), Interessen des Mittelstands wirklich ernst nehmen statt Arbeiterklassenromatik (ist wirklich obsolet).”

Was hat denn das, was Sie hier aufführen, mit “konservativen Herzensangelegenheiten” zu tun … was ist für Sie eigentlich “konservativ”?
Wahrscheinlich meinen Sie damit wie gesagt “wertkonservativ” … und damit habe ich allerdings als “klassischer” Linker leider gar nichts zu tun ;-)
Sollte “konservativ” allerdings heißen, an für richtig erkannten Einschätzungen konsequent festzuhalten, dann kann ich mich damit durchaus anfreunden … 1989/90 während der “Wende” in der DDR z.B. war ich insofern “stockkonservativ”, daß ich der Meinung war, daß die ökonomische Basis des Sozialismus unbedingt erhalten bleiben mußte … das gleiche galt erst recht auch für das demokratisch-sozialistische Jugoslawien.

“Massenkonsens kann nur entstehen durch das Ernstnehmen der konservativen Herzensangelegenheiten: die Ziele nationale Souveränität
nach außen (gegenüber dem wankenden US-Imperium, gegenüber der EUdSSR) wie nach Innen (Integrationsskepsis – kein Rassismus!, Wahrung kultureller Identität – nichtmuseal -), Interessen des Mittelstands wirklich ernst nehmen statt Arbeiterklassenromatik …”

Wie gesagt … das ist keineswegs “konservativ”, sondern “fortschrittlich” und “links” … und das vertritt keine der Bundestagsparteien, auch nicht die sog. “Linkspartei”.

  Sixty hat @ geschrieben

“Interessen des Mittelstands wirklich ernst nehmen statt Arbeiterklassenromatik …“

Das muß im übrigen kein Widerspruch sein … die Interessen des “Mittelstands” werden vom Neoliberalismus auch nicht viel stärker berücksichtigt. wie die der Abbeiterklasse.

  Lutz Dorawa hat @ geschrieben

Sixty

Juni 17, 2011 at 20:56

Ich verstehe O.Janichs Anliegen, gehe in weiten Teilen sogar damit konform, wenn seine nicht erklärbaren Privatisierungsorgien im Verhältnis zu seinen Aussagen hinten anstehen würden! Und das ist nur ein Parameter unter vielen anderen unzähligen Parametern.

Warum sich die unerkannte/unbekannte “libertäre Stimme” dabei verschluckt und verhaspelt, wird er/sie nur selber beantworten können.

  me. hat @ geschrieben

Man muss Freeman, seinem Blog und dessen Unterstützern Respekt zollen.
Ich kann sehr gut verstehen warum er darauf abfährt diese zwei Gestalten als Teilnehmer an der Bilderberg-Konferenz 2011 in St. Moritz zu präsentieren.
Kissinger wie Rothschild sind Banditen. Das sag ich gerne und gerne immer wieder. Dabei verweise ich auf einen Artikel in “der Freitag” vom
05.11.2004

Beherrsche die Energie, und du beherrschst die Nationen. Beherrsche die Nahrung, und du beherrschst die Menschen”, soll einmal der frühere US-Außenminister Henry Kissinger gesagt haben. Auch wenn dafür die letzte Gewissheit fehlt, feststeht auf jeden Fall, dass Präsident Bush im Juni 2003 die Aufhebung der Verbots der EU für genetisch veränderte Pflanzen zu einer Angelegenheit von strategischer Priorität für die USA erklärt hat. Dies geschah keine sechs Wochen nach dem US-Einmarsch in Bagdad. Kein zufälliges Timing. Seither bröckelt der Widerstand innerhalb der Union gegenüber genetisch verändertem Saat- und Pflanzgut, ebenso wie der Brasiliens und anderer Agrarproduzenten.

Vieles spricht dafür, dass Bushs “strategische Priorität” auf eine Kontrolle der globalen menschlichen und tierischen Nahrungsmittelkette zielt, wie sie nie zuvor einer Nation allein möglich war. Dabei geht die derzeitige Debatte über die Biotechnologie und die genetische Veränderung von Mais, Sojabohnen oder anderen Agrarprodukten am Wesentlichen vorbei: Die weltweite Umwandlung der Landwirtschaft durch eine kleine Elite von Biotech-Firmen – zumeist US-Unternehmen – hat wenig mit Firmen-Profiten, aber sehr viel mit Geopolitik zu tun, um das Wachstum der Weltbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten zu steuern.

(…)

Im Zentrum dieser Bestrebungen steht die Rockefeller-Stiftung in New York.

↓Quelle: Eine Frage der amerikanischen Staatssicherheit
http://www.freitag.de/2004/46/04460901.php

  me. hat @ geschrieben

Nachtrag. Hat ich glatt vergessen…
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/06/bilderberg-st-moritz-kissinger-und.html

  Fathi hat @ geschrieben

An Jürgen Elsässer: Wenn “die Ablehnung des Zionismus eine conditio sine qua non jeder antiimperialistischen Position” ist, zu der Sie sich nun offenbar bekennen, warum plädieren Sie dann für das “Selbstverteidigungsrecht Israels” und den “Schutz der jüdischen Siedlungen im Westjordanland”?


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