Elsässers Blog

1.9. Berlin: Elsässer/Timtschenko: "Krieg gegen Russland", Halong-Hotel, Leipziger Str. 54/55, 19 Uhr

Nie wieder 68!

Warum die Neue Linke nur der Wurmfortsatz des Finanzkapitals ist. Von Jürgen Elsässer


Ein kleiner Auszug aus: Jürgen Elsässer, “Angriff der Heuschrecken. Zerstörung der Nationen und globaler Krieg” (200 Seiten, 17.90 Euro, auch über info@juergen-elsaesser.de)

“Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.”Das Proletariat erobert die Staatsmacht, indem es sich als Nation definiert? Es gibt kaum einen Linken westlich von Minsk, der diesen Satz heute im Brustton der Überzeugung wiederholen würde. Dabei kommt er von Karl Marx und Friedrich Engels und steht im Kommunistischen Manifest. Aber wenn schon: Staat, Proletariat. Nation – all das ist megaout. Schlimmer noch: Es sind angeblich zentrale Begriffe der Reaktion. Die postmoderne Linke dagegen will Anti-Staat, Anti-Proletariat und Anti-Nation sein.

Diese Einstellung entwickelte sich erst in der Folge von 1968, mit der Entstehung einer Neuen Linken. Um Mißverständnisse zu vermeiden: Nicht alle, die sich damals politisiert haben, sollte man mit diesem Begriff in Verbindung bringen. Der Aufbruch der jungen Generation brachte in der Bundesrepublik auch die SPD in die Regierung und führte zur Wiederzulassung der moskau-orientierten Kommunistischen Partei in Gestalt der DKP. Beide Formationen haben von 1968 profitiert, aber sie haben 1968 nicht vorangetrieben, jedenfalls nicht als Ideengeber, ganz im Unterschied zu den verschiedenen Abteilungen der Neuen Linken. Also: Was war das eigentlich, und was bedeutet der Begriff heute – Neue Linke? SDS, K-Gruppen, Kommune-1, Maoisten, Trotzkisten, Ökologisten, Hippies, Spontis, Feministinnen, Autonome? Die Diagnose fällt schwer, aber das ist nicht liegt an der Unfähigkeit des Psychiaters, sondern an der wabernden Identität des Patienten. »Alle zehn Jahre führen wir ein neues Wort ein, um zu betonen, wie total ausgeflippt die neueste revolutionäre Pose sei, wie wahnsinnig subversiv gegenüber dem Bestehenden«, karikieren die kanadischen Soziologen Joseph Heath und Andrew Potter den Kostümwechsel der Radikalinskis.

In der Westlinken hat es schon manche verrückten Moden gegeben. In den siebziger Jahren wollten die Maoisten die Sowjetunion und die Feministinnen die Männer bekämpfen. In den achtziger Jahren kamen die Grünen von der Öko-Diät auf die Öko-Diäten, und in besetzten Häusern nisteten sich Frascati-Spießer ein, dagegen machten Indianerkommunen sowie die Punks samt ihrer Straßenköter mobil. In den neunziger Jahren gab’s statt der Invasion von der Vega die Invasion der Veganer, aus irgendeinem Paralleluniversum flogen die Transsexuellen ein, die Poplinken legten mit abgedrehten Disko-Diskursen los. Die einen fragten »Wie oft hast du Gender pro Woche?«, die anderen hielten Penetration für Vergewaltigung. Im linken Feuchtbiotop gediehen alle Perversionen.


Trotz allem Drunter und Drüber kann man mit Heath und Potter wenigstens eine grobe Definition der Neuen Linken vornehmen. Sie sehen den Unterschied zwischen ihr und der alten Linken, die es schon vor 1968 gab,  in der Betonung der Freiheitsfrage einerseits, der Eigentumsfrage andererseits. »Was Marx am Kapitalismus empörte, war einfach die Tatsache, daß diejenigen, die die ganze Arbeit taten, in verzweifelter Armut lebten, während die Reichen untätig herumsaßen. Es ging ihm, anders gesagt, um die Ausbeutung. Diese wurde nach seiner Auffassung durch die bestehenden ökonomischen Institutionen reproduziert, vor allem durch das Privateigentum. Sie ließ sich also ganz einfach dadurch abstellen, daß genau diese Institutionen beseitigt oder … reformiert würden. Die kommunistische Bewegung hatte ganz klare politische Ziele: die Abschaffung des Privateigentums und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel.«3

Mit der Ausbeutung gerieten schnell auch die Ausgebeuteten aus dem Focus der Achtundsechziger – das Proletariat. Die Arbeiter waren für Marx die einzige Klasse, deren Befreiung durch Abschaffung der Lohnarbeit und des Privateigentums an Produktionsmittel den Weg auch zur Befreiung aller anderen Unterdrückten ebnen könnte. Während Marx jedoch das Proletariat nur als Hebel sah, hatte sich in der Praxis der kommunistischen Parteien eine zum Teil antiintellektuelle Vergottung der Arbeiterschaft entwickelt. Die „Diktatur des Proletariats“ erschien ihnen nicht als Durchgangsstadium zur Aufhebung jeder Klassenherrschaft, sondern entwickelte bürokratische Schwerkraft mit Ewigkeitsanspruch. Die Auflösung der Nebenwidersprüche wurde auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Dies galt nicht nur für die Unterdrückung von Menschen aufgrund nationalistischer und rassistischer Zuschreibungen, sondern auch für die Unterdrückung der Frau und das Verhältnis (den „Stoffwechsel“ – Marx) zwischen Mensch und Natur. An den letzten beiden Punkten sollte sich die Kritik der Neuen Linken entwickeln: Der Feminismus und der Ökologismus waren zunächst Antworten auf die Versteinerung der Theorie vom Haupwiderspruch, nicht auf die Theorie selbst. Der Proletkult der alten Linken war der Vorwand für die Neue, die Orientierung auf die soziale Frage insgesamt zu kappen.

Poplinke und Fun-Generation

Gegenüber der traditionellen politischen Arbeit in Gewerkschaften und Parteien, die meist zäh und selten erfolgreich war, propagierten die Achtundsechziger und ihre Epigonen den »Spaß als Nonplusultra der Subversion« . Deutsche Beispiele, die die kanadischen Autoren leider nicht kennen, sind Fritz Teufel mit seiner »Spaßguerilla« und der Jungle World-Autor Ivo Bozic mit seinem von der Anarchistin Emma Goldmann übernommenen Diktum: “Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution”. Heath und Potter: »Der Hipster, der sich im Jazzclub die Beine absteht, wird auf diese Weise zu einem fundamentaleren Kritiker der modernen Gesellschaft als der Bürgerrechtler, der sich um die Wählerlisten kümmert (…).«

Eine Revolution muß in der Theorie der 68er  in erster Linie eine Kulturrevolution sein – ein Umsturz der Ökonomie sei dagegen nicht so wichtig beziehungsweise komme von alleine. Der US-amerikanische 68er-Theoretiker Charles Reich schreibt: »Die Revolution muß eine kulturelle Revolution sein. Denn die Kultur kontrolliert die wirtschaftliche und politische Maschinerie, und umgekehrt. Heute produziert die Maschinerie das, was ihr gefällt, und zwingt die Menschen zu kaufen. Aber wenn sich die Kultur ändern, hat die Maschinerie keine andere Wahl, als sich zu fügen.« Dasselbe Denken wurde millionenfach von den Beatles in ihrem Song »Revolution« verbreitet: Man solle weder die »constitution« noch irgend eine andere »institution« verändern, sondern »free your mind instead«. Die Liste der Triumphe dieser Kulturrevolution ist endlos. »Hier eine Kurzübersicht von Dingen, die in den letzten fünfzig Jahren als subversiv galten: Rauchen, lange Haare bei Männern, kurze Haare bei Frauen, Bärte, Miniröcke, Bikinis, Heroin, Jazz, Rock, Punk, Reggae, Rap, Tätowierungen, Achselhaare, Graffiti, Surfen, Motorroller, Piercing, schmale Schlipse, keinen BH tragen, Homosexualität, Marihuana, zerrissene Klamotten, Haargel, Irokesenschnitt, Afrolook, Verhütungsmittel, Postmodernismus, karierte Hosen, Biogemüse, Schnürstiefel, gemischtrassiger Sex. Heute kann man das alles (vielleicht mit Ausnahme von Achselhaaren und Biogemüse) in einem typischen Britney-Spears-Video finden.«7 Nicht vergessen sollte man außerdem den Siegeszug von Marihuana und LSD als den psychedelischen Katalysatoren der Befreiung. Süffissant kommentieren Heath und Potter: »Nur wer schon völlig zugedröhnt ist, kann ernsthaft der Meinung sein, Marihuana befreie das Bewußtsein. Sonst müßte er wissen, daß Kiffer die größten Langweiler sind.«

Hippies und Yuppies

Bis zu diesem Punkt der Argumentation mag es so scheinen, als gebe es zwischen  alter und neuer Linker lediglich eine Art Familienstreit: die gereifte Elterngeneration gegen die ausgeflippten Jungen; die einen wollen die Arbeiterklasse gewinnen, die anderen setzen auf Randgruppen. Heath und Potter verschärfen die Kritik jedoch und behaupten, die Achtundsechziger und ihre Epigonen seien keine – wie immer auch unzulängliche – Kritiker oder Gegner des Kapitalismus, sondern seine aggressivsten Protagonisten. Im Gegensatz zu den Marxisten bekämpften sie nämlich nicht die fehlende oder mangelnde Teilhabe der Arbeitenden am gesellschaftlichen Reichtum, also die Ausbeutung, sondern genau das Gegenteil, den angeblichen Überfluß an Konsumgütern, für sie Ausdruck von Konsumterror der Werbeindustrie und Konsum-Idiotie der Massen. »Die Kritik des Konsumdenkens droht sich auf diese Weise einer Kritik anzunähern, die dem Kapitalismus vorwirft, daß er die Bedürfnisse der Arbeiter zu sehr befriedigt.«  Ganz generell teile »die Hippie-Gegenkultur viele der individualistischen und libertären Ideen (…), die den Neoliberalismus und die Ideologie der Marktfreiheit auf dem rechten Flügel des politischen Spektrums in Amerika immer zu einer Macht gemacht haben.«10 Und weiter: »Das Wertesystem der neuen Bohème – alles, was cool ist – ist das Herzblut des Kapitalismus. Coole Leute betrachten sich gern als subversiv, als Radikale, die sich nicht an hergebrachte Methoden halten. Genau das ist der Motor des Kapitalismus. Es ist richtig, daß wirkliche Kreativität absolut rebellisch und subversiv ist, indem sie alle bestehenden Denkmuster und Lebensformen sprengt. Sie sprengt alles, nur nicht den Kapitalismus selbst.« Kurz und bündig: »Hippie-Ideologie und Yuppie-Ideologie sind ein und dasselbe.«

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29 Responses

  1. “In der Westlinken hat es schon manche verrückten Moden gegeben.”

    da muss ich Jürgen Elsässer ausnahmsweise recht geben – auch wenn er ergessen hat, sich selbst bei den “verrückten Moden” aufzuzählen.

  2. juergenelsaesser sagt:

    aaron2201sperber: Kaum ist der Artikel online, schon kommentieren Sie. Sitzen Sie ständig vor der Glotze und warten, was Elsässer postet? Haben Sie keine Familie oder Frau?

  3. doch, habe ich.

    und entsprechend geekelt hat mir vor dem hämischen Artikel über “Sex, Drugs & Tunnel Roll”

    sowas kann eigentlich nur einem verbitterten kinderlosen Reaktionär einfallen, oder?

  4. NaZi & 68er-Opfer sagt:

    Sogar das LSD der 68er wurde von der privaten Hochfinanz (wie auch die NaZis) finanziert!

    http://psychokrieg.blogspot.com/2010/03/psychokrieg-und-zukunftsschocks.html

    MK Ultra Psychoanalyse Freud und der Teufel.00.avi
    Teil 1 von 6

    Traumatisierte haben Gedächtnislücken, eine “falsche” Erinnerung!

    Die Deutschen wurden durch Weltkriege und 68er traumatisiert und hirngewaschen. Die Deutschen haben eine kollektive Gedächtnislücke, ein schwarzes Loch im Gehirn!

    Sie haben keine Ahnung von der Wahrheit der Geschichte, von ihrer eigenen Kultur, von ihrer “Identiät”…

    Das ist ein geplantes Ergebnis psychologischer Kriegsführung! Denn Traumatisierte lassen sich leicht manipulieren!

  5. Schöner Text. Aber man möge es mir nachsehen, dass ich rauchen, einen gelegentlichen Drei-Tage-Bart, Jazz, eine mehr oder weniger dezente Tätowierung, karierte Hosen (klassische Muster!), biologisch reine Lebensmittel und ganz wichtig, gemischtrassigen Sex auch weiterhin zu meiner Alltagskultur zählen werde.
    Und nein, ich bin ein Jahrzehnt zu jung, um noch zu den 68er zu zählen. Und nein, Britney Spears ist mir nicht wirklich ein Begriff.

    Hippie, Yuppie? Alte Linke, neue Linke?
    Sagt mir alles nichts. Ich bin Kommunist, Humanist und Sozialist.
    Und als solcher definiere ich revolutionäre politische Arbeit in erster Linie als Verantwortung gegenüber der historischen Herausforderung. 68 war Aufbruch und Niedergang in einem Atemzug. Ein Paradoxon menschlichen Wirkens. Oder auch die Dialektik kollektiven Scheiterns.

    Der Geburtsfehler von 68 bestand darin, dass der emanzipatorische Anspruch nicht über den Rahmen der herrschenden Lehre hinaus wies. Vielmehr bewegte man sich innerhalb der dualistischen Logik des imperialen Mythos.
    Die imperiale Lehre, die herrschende Hegemonie, reproduzierte selbst das Muster des vermeintlich gegen sie gerichteten Widerstandes. 68 versuchte sich im Spannungsfeld der Blockkonfrontation einzurichten. Der imperiale Mythos und die aus diesem resultierende historische Entwicklung wurden nicht identifiziert. Die 68er bildeten somit jene Claque, welche sich nicht nur widerwillig dem durch die Nürnberger Prozesse konstituierten imperialen Mythos unterwarf – nein, sie glaubten an diesen sogar. Und diesen Widerspruch zur Generation ihrer Eltern fassten sie fälschlicherweise als „Rebellion“ auf.
    Den Mangel an Identifizierung der Realität versuchten sie schliesslich entweder durch Rückgriffe auf Gegendogmen, wie Stalinismus, Maoismus, Trotzkismus etc. zu kompensieren oder aber dadurch, dem völlig entgegen gesetzt, dass sie jede Hoffnung an Vergesellschaftung des Individuums, Wissenschaft und kollektive Kultur fahren liessen und in autistischem Hedonismus auflösten.

    68 ist heute vor allem eine Projektionsfläche – missbraucht im Negativen wie im Positiven. 68 überwinden bedeutet heute vor allem auch, den Reflex auf den Mythos zu überwinden.
    Die Kritik an 68 fortzuführen, heisst 68 selbst am Leben zu erhalten.
    Es ist an der Zeit, dass Sozialisten eine neue sozialistische Kritik und Identität definieren, sich dabei ihrer Tradition bewusst sind, gleichwohl historische Fehler konsequent benennen und mit diesen brechen.

    Imperiale Mythen und die Erneuerung sozialistischer Politik

    http://Die-Rote-Fahne.eu/headline18207.html

  6. deinweckruf sagt:

    Wenigstens haben Sie sich von den Antideutschen getrennt, diese faschistischen USrael-Anhänger braucht nämlich kein Mensch…

  7. RJ45 sagt:

    W. Cleon Skousen, assistant to J. Edgar Hoover of the FBI, discovered the 45-point plan for Socialists/Communists to destroy and capture America. Point #17 states: “Get control of the schools. Use them for Socialism and current Communist propaganda. Get control of TEACHER’S ASSOCIATIONS.” Now you can understand WHY the Federal Government is so against church related schools. They cannot capture your child’s mind if they don’t control WHAT he or she is being taught.

    The above is WHY the Federal Government will not allow the professing Christian religion to have prominence in the schools any longer. The Communist Rules for Revolution was captured in Dusseldorf, Germany, in May 1919 by the Allied Forces. In part it states: “(A) Corrupt the young, get them away from religion. Get them interested in sex. Make them superficial, destroy their ruggedness.” These Rules of Revolution were secured by Florida’s Attorney General – George A. Brautigam – many years ago. He claimed this program is being worked in the United States today! Is he correct’?

    http://www.angelfire.com/music2/fullcircle/mas1.html

  8. I.M. sagt:

    Ein sehr guter Artikel. Es lässt sich heute bilanzieren: Langfristig hat 68 den Kapitalismus tatsächlich nur modernisiert und stabilisiert, ja sogar aggressiver gemacht. Denn ausgerechnet die gefährlichsten Fraktionen des Finanzkapitales profitierten besonders stark von der 68er-Pseudorevolte. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass 68 die US-Alltags”kultur” importierte. Was daran jemals links bzw. fortschrittlich gewesen sein soll, ist tatsächlich schleierhaft! Lässt sich die Alltagskultur eines Lands doch nicht von der sie massgeblich prägenden Wirtschaftsform und den dieser Wirtschaftsform dienenden Ideologien trennen, speziell im Fall der USA nicht! Die 68er schadeten dem US-Imperialismus also nicht, trotz ihres vorgeblichen Versuchs, ihn zu bekämpfen.

    Stattdessen dienten sie ihm, und zwar gerade durch die Art und Weise, mit der sie ihn bekämpfen wollten…

  9. I.M. sagt:

    Zitat: “Im Gegensatz zu den Marxisten bekämpften sie nämlich nicht die fehlende oder mangelnde Teilhabe der Arbeitenden am gesellschaftlichen Reichtum, also die Ausbeutung, sondern genau das Gegenteil, den angeblichen Überfluß an Konsumgütern, für sie Ausdruck von Konsumterror der Werbeindustrie und Konsum-Idiotie der Massen.”

    Und DAS soll hier nochmals durch einen eigenen Beitrag gesondert hervorgehoben werden, so wichtig ist es!!!
    In der Tat ist diese Attitüde, aus welcher auch der überzogene Ökowahn erwuchs, eine reaktionäre Verzichtsideologie wie sie antikommunistischer, antisozialer, arbeiter- bzw. arbeitnehmerfeindlicher und kapitalhöriger gar nicht mehr sein kann! Dass dieser gegenaufklärerische, zum Teil auch explizit antihumanistischer Unfug, der zum Beispiel Menschen- und sogenannte Tierrechte gleichsetzt oder gar den sogenannten Tierrechten eine höhere Priorität einräumt, als “links” betrachtet werden kann, zeigt auf, in welch erschreckendem Ausmaße 68 die Linke zersetzt und die Vorstellung darüber, was angeblich links ist, geprägt hat.

    Die negativen Effekte von 68 lassen sich auch an einem einfachen und anschaulichen Beispiel erklären:

    Person 1 ist ein reaktionärer Kommunistenhasser und stellt aus Boshaftigkeit die Behauptung auf, Linke seien alles unverschämte, drogenabhängige Gammler, welchen es nur um Chaos und Randale gehen würde.

    Person 2 läuft betont ungepflegt herum, wäscht sich zwecks Schonung der natürlichen Ressourcen höchstens nur einmal im Monat, konsumiert regelmässig Drogen und randaliert sehr gerne mal ein wenig auf den Strassen. Dabei behauptet sie plakativ, Kommunist zu sein, um damit ein wenig zu schocken…

    Die Frage ist nun: Welche dieser Personen ist antikommunistisch? Die Antwort liegt natürlich auf der Hand und kann gar nicht anders ausfallen: Selbstverständlich sind beide Antikommunisten, Person 2 ist es sogar in einem noch grösserem Maße.

    Deshalb: 68 muss überwunden werden, so wie der entfesselte Turbokapitalismus überwunden werden muss!! Denn 68 war Opium gegen das Volk!

  10. SDS, K-Gruppen, Kommune-1, Maoisten, Trotzkisten, Ökologisten, Hippies, Spontis, Feministinnen, Autonome?

    und was ist mit den antiimperialistischen RAF und RZ?

    keine “Verrücktheiten”?

    die internationalen RZ hatten für Carlos den Schakal Juden ausselektiert und im Auftrag des libyschen Geheimdienst Dissidenten ermordet und sonst noch einige wilde Dinge gemacht.

    die nationalen RZ/Rote Zora hatten lediglich ein paar zu strengen Beamten der Asylbehörden Knieschüsse zugefügt – heute wissen wir dank des Autors allerdings, dass ungeregelte Zuwanderung das Werk des antinationalen Finanzkapitals ist.

    wäre man schon damals aufgeklärt worden, hätte man vielleicht den Asylwerbern, statt den Asylbeamten die Kniescheiben weggeschossen?

  11. Armin sagt:

    Die “68”-Bewegung ist/war auch nur Teil der Fremdbestimmung in der Brd. Schlechte Seiten der Gesellschaft, wie die Fremdherrschaft, wurden kritiklos übernommen, ihre guten Eigenschaften -z.B. moralische Werte – aber oft bekämpft.
    Dadurch kann das Volk noch viel besser benutzt werden.

  12. Homayoun H. sagt:

    @AronSperber,

    Sie sollten lieber ganz ruhig sein, wenn es um das Thema “Ekel empfinden” geht. Wenn man mal ordentlich xxx will, dann schaut man kurz in ihrem Blog vorbei und schon hat sich der Magen bis auf den letzten xxxxbrocken entleert.

  13. individualist sagt:

    aron sperber, du willst also dass man asylbewerbern in die knie schiesst ? und schämst dich nicht, das hier so zu äußern ? junge, junge, bei dir muß es ja schon mitternacht sein.

  14. Guter Artikel. Die “neue Linke” ist weder links noch hat sie Verstand – sie ist hohl, liberal im schlimmsten Sinne und konservativ in ekelhaftester Art. Die heutige Linke ist ein Emanzen und Lutscherclub, die einzige echte Gefahr für die Demokratie, die sie schon fast ausgehebelt hat.

  15. RN sagt:

    Die 68er kenne ich nur aus Filmen und Büchern. Die Realität
    der linken Berufspolitiker besonders hier im Osten, ist ein von den Institutionen Partei und Parlament geprägter Arbeitsalltag. Kurz unterbrochen von irrationalen Wahlkampf-Escapaden.

    Dies steht im extremen Kontrast zum real existierenden Dahinleben der Massen. Es konnte beobachtet werden, dass
    LINKE-Politiker nach erfolgreicher Wahl das “errungene” Mandat, auch wenn sie nur auf sicheren Listenplätzen nominiert waren, dieses als verdienten Lohn eines aufopferungsvollen Einsatzes wahrnehmen, und damit vielerei inhaltliche Kritik abbügeln können.
    Inhaltliche Kritik wird oftmals als Beleidigung wahrgenommen, was aber auch mit dem verbreiteten narzisstischen Persönlichkeitsprofil erklärt werden könnte.

    Ein Punkt ist mir noch wichtig:
    Das in Sachsen und der BRD durch linke Berufspolitiker offenbarte Politikverständnis kann Menschen, die unter “Because we are too many” fallen, also täglich gezeigt bekommen, dass sie überflüssig sind, auf lange Sicht richtig aggressiv machen. Es kommt niemand mit der Gewissheit, später einmal auf Brauchbarkeit, Nutzen oder Unbrauchbarkeit abgeklopft zu werden, auf die Welt. Wer schließlich überdeutlich durch eine Aneinanderreihung von Misserfolgen darauf gebracht wird, dass er/sie zu den Unbrauchbaren zählt, ist nicht unbedingt gut drauf, oder?

    Wo zeigen Politiker der LINKEN in ihrer täglichen Parteiarbeit und gegenüber engagierten Menschen dazu eine Haltung: Wollen wir das eigentlich, dass Leute nicht gebraucht werden? Sind sie insgeheim vielleicht sogar froh, dass sie so gesehen auf der Sonnenseite ihrer Wohlfühl-Kleingruppe gut leben? Was trennt sie von dieser Schattenseite? Ein Unfall? Eine chronische Krankheit?

    Ein Bsp. für die Unfähigkeit berechtigte Kritik anzunehmen, für Selbstbeweihräucherung. In Sachsen gibt es jetzt ein Jubiläum: 5 Jahre WASG, 3 Jahre Die Linke, als nichtöffentliche(!) Feierstunde am 27.8. in Hellerau, kommt bitte alle zahlreich!

    Früher gabs für geringqualifizierte Personen noch reichlich Jobs am Fließband, Lager und am Bau. Aber Automatisierung, just in time Lieferung und Professionalisierung am Bau haben diese Leute schlichtweg überflüssig gemacht dies will aber niemand wirklich warhaben, dass wir Leute mit mangelhafter Ausbildung und Sprachkompetenz nicht mehr gebrauchen können. Auch nicht in der LINKEN.

    RN
    Mtgl. Emali Sachsen
    LAG FIP Sachsen

  16. RN sagt:

    es muss natürlich heißen: ….will aber niemand wirklich wahrhaben, dass wir Leute mit mangelhafter Ausbildung und Sprachkompetenz nicht mehr gebrauchen können. Auch nicht in der LINKEN.

  17. klimaskeptiker sagt:

    Jürgen, wie wäre es mal mit einem Bericht zu der Klimakatastrophe in Russland? Was steckt dahinter?

  18. C. Montgomery Burns sagt:

    @ Aron: also n verbitterter Reaktionär ist Jürgen Elsässer nun wirklich nicht, weder eines noch das andere.

    @IM: Ökos gab es schon zu Lebzeiten von Karl und Friedrich. Nur nannte man sie Naturschützer. Und schon damals erklärten beide im Manifest, weil die Ökos den Hauptwiderspruch nicht erkennen oder anerkennen wollen, ist mit denen nix anzufangen.

    steht am Anfang von dem Kapitel über mögliche Bündnispartner der Kommunisten.

    nochmal @ aron: “und was ist mit den antiimperialistischen RAF und RZ?” das meinen sie nicht wirklich ernst oder? Beschäftigen sie sich auch mal mit Fakten? Warum ist Frau Meinhoff damals, 68, nach 3 Tagen wieder frei gekommen, wo sie doch mit für den Kaufhausbrand belangt worden war? Nur ein Bsp. unter vieeeelen.

  19. individualist sagt:

    klimaskeptiker: dazu fällt mir spontan ein, dass die dubiose propagandasendung “tagesschau” wieder mal ihren giftigen saft zu versprühen versucht und die führung putins schlechtmachen will. neulich haben sie gejault: “die informationspolitik des russischen staates ist katastrophal”

    vielleicht wollen die von ihren eigenen märchen-eskapaden ablenken – überwachungsstaat brd, afghanistan, kosovo, kunduz, etcetera. das kann man ja nicht einfach so unter die leute bringen – man muß schon die krisen immer anderswo zeigen, anderen ländern und völkern deren angebliche versäumnisse vorwerfen und damit die schuld an der weltlage und den krisen den bösen ländern in die schuhe schieben – mal ist es ahmadinedjad, mal ist es der gefürchtete putin, mal ist es castro und chabez, mal ist es china. nur das liebe und süße us-europa mit seinem kettenhund saakaswili, juschtschenko und ähnlichen stars werden – oh wunder – niemals einer genauen prüfung unterzogen. ein schuft, wer hier schlechtes denkt, oder ?

  20. Lutz Dorawa sagt:

    @Stephan Steins

    zu “Imperiale Mythen und die Erneuerung sozialistischer Politik”

    Auch mal an Dich ein fettes Lob, schöner Artikel!

  21. susi sagt:

    Sehr guter Artikel!

  22. Lutz Dorawa sagt:

    aron2201sperber
    August 12, 2010 at 01:16

    1.)und entsprechend geekelt hat mir vor dem hämischen Artikel über „Sex, Drugs & Tunnel Roll“

    2.)sowas kann eigentlich nur einem verbitterten kinderlosen Reaktionär einfallen, oder?

    zu 1.

    Ich war mit dem Artikel zu großen Anteilen auch nicht einverstanden…

    zu 2.

    …aber deswegen muß man nicht gleich so persönlich werden und versuchen, “hämische” Schläge unter die Gürtelinie zu plazieren! Auch das empfinde ich als ekelhaft und macht Ihre Aussage zu 1. dadurch nicht glaubwürdiger/integer. Denken sie mal darüber nach!

  23. zensurnixgut sagt:

    Die 68´er waren das Produkt der alliierten Re-education, die erste Generation waschechter Demokraten.
    Erzürnt über die verbrecherischen Greultaten ihrer Eltern traten sie den “Marsch durch die Institutionen” an, um die Gesellschaft aus ihrer Unterdrückung zu befreien.
    Das theoretische Rüstzeug lieferte die “Frankfurter Schule” , die die traditionellen Bindungen und Werte als Unterdrückungsverhälniss des Individuums erklärte.

    Am Ergebnis dieses geistigen Völkermordes können wir uns heute noch erfreuen.
    – der Bundespräsident ist der “Bundespräsident aller die in Deutschland leben”
    – Kinder sind für Frauen eine Zumutung, eine “Karrierebremse”
    – das deutsche Volk stirbt nicht aus, sondern es unterliegt dem “demographischen Wandel”
    – das “deutsches Volk” wurde ersetzt durch “die Bevölkerung”
    – Eltern bestehen nicht mehr aus Vater und Mutter
    usw.

  24. I.M. sagt:

    @RN, der spezifische volksferne Politikstil und die neulinke Positionierung (d. h. die Fixierung auf Nebenwidersprüche, Randgruppenverherrlichung und kontraproduktive Aktionsformen) der 68er wurde aber im Zuge der Wiedervereinigung zumindestens auf der überregionalen Ebene auf die ostdeutsche Linke übertragen, und zwar auch von jenen prominenten ostdeutschen “Linken,” welche in der BRD ankommen und deshalb die dortigen, seit 68 dominanten neulinken Thesen übernehmen wollten. Resultat: Die gesamte Linke bzw. das, was sich heute so nennt, krankt aktuell an diesen Symptomen – sowohl im Westen, als auch im Osten Deutschlands!!

  25. chicano sagt:

    @ m. burns

    “Ökos gab es schon zu Lebzeiten von Karl und Friedrich. Nur nannte man sie Naturschützer. Und schon damals erklärten beide im Manifest, weil die Ökos den Hauptwiderspruch nicht erkennen oder anerkennen wollen, ist mit denen nix anzufangen.”

    korrekt!

  26. chicano sagt:

    @ individualist

    “klimaskeptiker: dazu fällt mir spontan ein, dass die dubiose propagandasendung „tagesschau“ wieder mal ihren giftigen saft zu versprühen versucht und die führung putins schlechtmachen will.”

    es nützt doch niemanden, wenn man die fehler der einen seite ständig ausblendet, nur um immer mit dem finger auf den lieblingsfeind zeigen zu können.

    auch mir ist ein putin relativ lieber als ein obama ABER er ist kein rauscheengel, sondern auch ein privatisierer wenns sich “lohnt”. er war es doch, der die staatliche forstwirtschaft privatisiert hat. im zuge dessen wurden
    70000 forstarbeiter entlassen. das ist einer der hauptgründe für fehlende frühwarnzeiten vor bränden und deren bekämpfung im anfangsstadium.

    man kann die katastrophe schon hausgemacht nennen.

  27. kennzeichen sagt:

    unsere väter sind verräter
    diese generation hat die fundamente unseres volkes
    an den konsum verraten
    diese heuchler haben jede verleumdung gegen das volk
    gegen unsere geschichte ungeprüft übernommen
    um als schuldige ungehemmt konsumieren zu dürfen

    so sind sie nun schuld an 100 mio toten und 2 kriegen

    und haben uns sogar verboten
    die wahren urheber zu nennen

    unsere väter sind verräter

  28. v. Alzheimer sen., Bonn sagt:

    Hallo

    falls Sie der frühere jW-Autor sind, der vor Jahren mal am Beispiel der Schröder-Fischer-Gang im Rückgriff auf Hannah Arendts historische These zum Bündnis von Mob und “Elite”
    wesentliches publizierte — wird Ihnen empfohlen, künftig wieder so zu verfahren:

    E r s t denken – d a n n schreiben – d a n n korrigieren – und erst d a n n publizieren,

    mfG

    v.A.
    15. Aug. 2010

  29. Avicenna1968 sagt:

    Viele dieser erschöpften Alt-68er haben noch eine “proletarische Abreibung” gut.

    Hamburg, Ende der 60er.

    Studentendemo vor der Werft.

    Sprechchöre: “Was wir wollen – Arbeiterkontrollen !”

    Die nach Schichtende aus dem Werktor stömenden Arbeiter:

    “Watt – jiiie wüllt usss kontrolleeren ?”

    *Klatsch-klatsch*

    Anders als sein französischer Klassengenosse, war der deutsche Arbeiter den Parolen der Intellektuellen nicht zugänglich. Er hatte den gesunden Sinn, allem, was von oben kam, zu mißtrauen. Mehr als jede andere Gruppe des Volkes hatten die Arbeiter ein Gespür dafür, daß hinter dem antiautoritären Zwergenaufstand die Söhne und Töchter ihrer Arbeitgeber standen.

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